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Meine Informationen und Nachrichten für die deutsche Masters-Leichtathletik


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Werl-Soest: Generationswechsel in Westfalen

Einen Generationswechsel gab es beim 26. Internationalen Silvesterlauf von Werl nach Soest in Westfalen. Denn die ganz Jungen bestimmten den Rennverlauf des größten deutschen Silvesterlaufs und nicht wie zumeist in den Vorjahren die Mastersläufer. Alexander Brushinski (SG Wenden) hieß der Sieger bei den Männern; der 22 Jahre alte Langstreckler der SG Wenden benötigte am Montagnachmittag 48:03 Minuten und lag damit vor Michael Brand (*1982, Non-Stop-Ultra Brakel, 48:10 min) und Martin Friedrich (*1986, LG Passau, 49:09 min). Es folgten auf den Plätzen Philipp Hövelmann (*1983, SG Suderwich, 49:22), der nach unseren Recherchen erst 14-jährige Sebastian Geisel (Erwitte, 50:29min ) und Pascal Meißner (*1983, TV Refrath, 50:37 min). Die Entscheidung für Brushinski fiel erst 500 Meter vor dem Ziel, als Alexander Brushinski, der auch ein guter 1.500 Meter-Läufer ist, seinen Spurt anzog. Der erste Mastersläufer war übrigens Dirk Oesterwind (*1965, Triathlon Team Witten) auf Rang 13, der in 52:32min die M40 klar gewann.
Bei den Frauen erreichte Heike Bienstein (LG Olympia Dortmund) als sichere Siegerin den Marktplatz in Soest. Die 21 Jahre alte Sportstudentin, die im Vorjahr in 58:08 Minuten Zweite war, lag in der neuen persönlichen Bestzeit von 54:35 Minuten vor Silvia Krull (*1978, LG Lage-Detmold, 55:11 min) und Franziska Stebner (*1965, TSV Tudorf, 57:25 min), die in Westfalen die Ehre der Seniorenläufer mit einem guten dritten Platz rettete. Auf die nächsten Plätze kamen Katharina Hauertmann (*1976, LSF Münster,59:28 min), Birgit Schönherr-Hölscher ( *1968, PV Triathlon Witten 60:08) und die B-Jugendliche Juliane Mozar (*1990, LG Hamm 60:32). Ein gutes Resultat erlief sich W50-erin Elfie Hüther (*1954, VfB Salzkotten), die in 61:57 min überraschend deutlich Sigrid Wulsch (*1953, LG Menden, 65:56) in deren letzten W50-Rennen hinter sich ließ.
Mit 7.800 Sportlerinnen und Sportlern fand der Silvesterlauf wieder eine gute Resonanz. Neben dem Sport stand bei der Veranstaltung, die einmal mehr eine bunte Mischung aus Leistungs- und Breitensport war, der gute Zweck im Vordergrund. So geht ein Betrag von 50.000 Euro an Projekte für hilfsbedürftige Kinder. Seit 1982 haben die Silvesterläufer zwischen Werl und Soest so knapp eine Million Euro für karitative Zwecke gesammelt.
(Quelle: Peter Middel auf leichtathletik.de, 01.01.08)


Frankfurt: JürgenTheofel siegt nach großem Kampf noch einmal in der M45

Während andernorts der Silvesterlauf erst am 31. Dezember stattfindet, geht er in Frankfurt schon einen Tag zuvor über die Bühne. Das hat Tradition; denn nur wenn Silvester auf das Wochenende fällt, wird das Rennen am 31. Dezember ausgetragen. Beim Lauf am Sonntag gewannen in den Hauptklassen die Favoriten, bei den Männern der Kenianer Andersen Chirchir in 30:43 Minuten. Bei den Frauen lagen erwartungsgemäß die Kenianerinnen Milka Jerotich und Regina Nguria in 36:38 Minuten vorn. Insgesamt nahmen mehr als 2.200 Athleten am Frankfurter Silvesterlauf teil. Dabei waren die Bedingungen nicht einfach. Nach Angaben der erfahrenen Organisatoren von Spiridon Frankfurt waren die Wege teilweise glatt und vereist.
In den Seniorenklassen wurden wiederum schnelle Zeiten gelaufen. Bei den Senioren trugen sich die Marathonspezialisten in die Siegerlisten ein. Wie schon im letzten Jahr holte sich hier der 14-fache deutsche Meister und Senioren-Europameister im Halbmarathon Jürgen Theofel (*1958, FV Wallau) zwei Tage vor seiner neuen Altersklasse M50 als Achter im Zieleinlauf nach einem harten Zweikampf mit Marathon-Hessenmeister Hakim Ouahioune (*1963, SF Blau-Gelb Marburg) den M45-Sieg und war schnellster Senior in ansprechenden 33:12 Minuten. Erst auf dem letzten Kilometer konnte Hakim Ouahione dem Wallauer an der langen Steigung hoch zum Stadion nicht mehr folgen, erreichte nach 33:21 Minuten das Ziel und tröstete sich mit dem M40-Sieg. Lothar Leder (*1971, ASC Darmstadt), der erste Ironman der Welt, der unter acht Stunden blieb, kam als Gesamtzwölfter (letztes Jahr noch 33:37 Minuten) nach 33:54 Minuten ins Ziel. Die 40-Minuten-Marke unterbot als M60-Sieger Manfred Hartung (*1947, LC Michelstadt) in 39:39 Minuten noch deutlich und lag damit noch etwas vor M55 Sieger Günter Guderley (*1952, HVB CityLauf Aschaffenburg), der mit 39:47 Minuten im Ziel erfasst wurde. Bester seiner Altersklasse M50 war Bernd Korth (*1957, TV Trebur) in 37:56 Minuten.
Bei den Seniorinnen setzte sich als Gesamtsiebte Meike Wallow (*1964, SF Blau-Gelb Marburg) nach 40:29 Minuten überlegen als W40-Siegerin durch. Unter die Top Ten kam als Neunte Ute Kleber-Schad (*1961, BELC89 Frankfurt) als W45 Siegerin in guten 41:02 Minuten. Im Frauenfeld überzeugte auch Irmgard Weber (*1954, LG Rüsselsheim), die in 48:01 Minuten ihrer Sammlung einen weiteren Sieg in der W 50 hinzufügte. Ganz stark war auch auf Platz 28 die Endzeit der W60 Siegerin Elke Knörr (*1947, TSV Grävenwiesbach) mit 45:25 Minuten.
Hier alle Frankfurter Resultate
(31.12.07, update 04.01.08)


Berlin: 37 Jahre Neujahrslauf – Spendenlauf für UNICEF

Der gute Vorsatz, mehr Sport zu treiben, kann in Berlin direkt am 1. Januar in die Tat umgesetzt werden. Um 12 Uhr startet am Brandenburger Tor der jährliche Neujahrslauf. Die vier Kilometer lange Route zum Berliner Dom und zurück ist überschaubar, der zu überwindende Schweinehund dafür umso größer. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme kostenlos. Weitere Informationen gibt’s im Internet unter der Adresse www.berliner-neujahrslauf.de.
Das Rennen hat inzwischen eine 37-jährige Geschichte.1972 war es Heinz Florian Oertel, der die Tradition des Berliner Neujahrslaufes begründete. Nach dem Beispiel des Silvesterlaufes von Sao Paulo wollte Oertel einen Lauf für die Bevölkerung. Heinz Florian Oertel war der bekannteste Sportreporter der DDR. Der jetzt 80-Jährige arbeitet Jahrzehnte für den Berliner Rundfunk und das DDR-Fernsehen. Heinz Florian Oertel berichtete von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Legendär ist ein Spruch seiner Übertragung des olympischen Marathonlaufes von 1980 in Moskau: „Männer, Väter – habt Mut: Nennt Eure neugeborenen Söhne heute Waldemar". Waldemar Cierpinski hatte 1980 zum zweiten Mal in Folge den Olympia-Marathon gewonnen und damit Sportgeschichte geschrieben. Oertel war berühmt und beliebt aufgrund seiner starken mitreißenden Rhetorik. Oertel:„Es ging nicht um Plazierung und Zeiten, sondern um die Freude am Laufen“ erklärte Oertel. Der Lauf fand immer im Berliner Friedrichshain statt.
Am Tag nach der Wende 10. November 1989 um 10.30 Uhr – einen Tag nach dem Fall der Mauer - erhielt Horst Milde, einen Anruf aus London von Michael Coleman, Sportreporter der TIMES, der in jedem Jahr in Berlin vom Berlin-Marathon berichtete. „Du musst am 1. Januar 1990 einen Neujahrslauf vom Olympiastadion zum Alexanderplatz und zurück machen und auch der Berlin-Marathon muß durch das Brandenburger Tor gehen“ war seine Aufforderung an den Race Director des Berlin-Marathon.
Am 12. November 1989 fand der traditionelle Teufelsberg-Crosslauf statt, an dem dann schon gleich DDR-Läufer zum ersten Mal teilnehmen konnten. Am gleichen Tag versammelten sich in Mildes Wohnung die DDR-Läufer Roland Winkler, Dr. Detlef Dalk und Gerd Engel und verabredeten an ihre jeweiligen Bürgermeister Erhard Krack (Ost-Berlin) und Walter Momper (West-Berlin) zu schreiben und darauf hinzuweisen, daß am 1. Januar 1990 ein Neujahrslauf durch das Brandenburger Tor und am 30. September 1990 der 17. Berlin-Marathon durch beide Teile der Stadt führen sollte. Die Schreiben waren schon am 14. November bei den Bürgermeistern auf den Schreibtischen. Über die letzten fünf Wochen bis zum Neujahrslauf könnte man Bücher schreiben, wie die Verhandlungen von Horst Milde mit den Offizieren und Generälen der Grenztruppen verliefen, um durch das Brandenburger Tor laufen zu können. Zunächst gab es Anforderungen, daß jeder Läufer schriftlich gemeldet werden müsse, jeder Läufer bekomme einen Stempel der Grenztruppen u.s.w. ...
Stefan Senkel war der Ansprechpartner für die Belange der Leichtatheltik im Ostteil Berlins. Stefan Senkel organisierte den Verlauf der Veranstaltung in Ost-Berlin. Nicht Michael Colemans Vorschlag vom Olympiastadion zum Alexanderplatz zu laufen, sondern eine verkürzte Ausgabe des Neujahrslaufes von der Entlastungsstraße bis zum Roten Rathaus um den Fernsehturm und zurück wurde dann zum großen Ereignis. 25.000 Teilnehmer aus aller Welt wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen an einem Lauf teilzunehmen, der niemals wiederkehrt.
Um 14.00 Uhr gaben Walter Momper (Bürgermeister West) und Erhard Krack (Bürgermeister Ost) den Startschuss zu diesem denkwürdigen Lauf. Journalisten aus aller Welt berichteten live von diesem Ereignis. Selbst der damalige IAAF-Präsident Primo Nebiolo war eigens mit seiner Frau - die mitlief - aus Rom angereist, um nachher in einer Pressekonferenz im Haus der Kulturen der Welt sein Statement abzugeben. Am Vormittag 1990 hatte der Neujahrslauf im Friedrichshain zusätzlich stattgefunden – der Neujahrslauf am Brandenburger Tor blieb ab 1991 aber dann bestehen, allerdings wurde die sensationelle Beteiligung von 1990 nie mehr erreicht. Der Lauf im Friedrichshain wurde zu Gunsten des attraktiveren Streckenverlaufes durch die Innenstadt dann eingestellt. Heinz Florian Oertel moderierte dann mehrfach in der Vergangenheit, so es seine Gesundheit zuließ, beim Neujahrslauf am Brandenburger Tor.
Es ist jetzt Tradition geworden, den Lauf um 12.00 Uhr am Neujahrmorgen am Pariser Platz zu starten und im gemächlichen Tempo gemeinsam die Straße Unter den Linden zu nutzen, bis zur Spandauer Straße, hinter dem Berliner Dom und dem Lustgarten wieder auf die Straße Unter den Linden zum Brandenburger Tor gemeinsam zurückzulaufen. "Bremsläufer" am Anfang des Feldes laufen mit Fahnen vorneweg, damit dieser Lauf nicht zu einem Rennen ausartet. Familien, Kinderwagen schiebend, sind ebenso dabei wie langsame Walker und Walkerinnen. Am Ziel gibt es dann jeweils eine Erinnerungs-Urkunde - UND - nicht zu vergessen, da es ein Spendenlauf für UNICEF ist - sollte, statt eines Startgeldes eine zünftige Spende in das Sparschwein gesteckt werden. Für alle beteiligten Läufer und Läuferinnen ist es ein Bedürfnis, sich gemeinsam gerade an diesem Tag und an dieser Stelle zu treffen und für ihren gemeinsamen Sport zu werben, aus Freude an der Sache, so wie es Heinz Florian Oertel schon 1972 bei der Premiere im Friedrichshain formulierte. (Quelle GRR, 30.12.07)


16. Februar 2008: Auf nach Fürth zum 19. Seniorenhallensportfest!

Am 16. Februar 2008 findet in der "QUELLE"-Sporthalle am Finkenschlag in Fürth das inzwischen 19. Seniorenhallensportfest des LAC Quelle Fürth/München 1860 statt. Einmal mehr wurde ein Termin genau zwei Wochen vor den DLV-Hallenmeisterschaften gewählt. So besteht in den Altersklassen bis M/W 70 die Möglichkeit, die Form zu testen - sowohl für die Hallenmeisterschaften in Erfurt (Meldefrist 11.02. beim eigenen DLV-Landesverband) als auch für die drei Wochen später folgenden Hallenweltmeisterschaften in Clermont-Ferrand (Frankreich), für die übrigens Anfang des Jahres die Meldefrist abläuft.
Die LAC-Organisatoren bieten ab 10.30 Uhr wieder das komplette Kernprogramm für die Halle an, u.a. den Stabhochsprung und auch die 60m Hürden. Daneben finden alle Laufwettbewerbe von 100m bis 3000m, der Hoch- und Weitsprung sowie das Kugelstoßen statt. Mit am Start dürfte Deutschlands aktuell prominentester Mastersathlet sein: Hochsprungmeister Gene Allen (M35), der jüngst gegen Stefan Raab in dessen Fernsehshow antrat. Jeder gemeldete Athlet kann außerdem kostenfrei in der das Sportfest stimmungsvoll abschließenden 4x200m gemischten Staffel ( zwei Männer und zwei Frauen unterschiedlicher Vereine) starten. Meldungen (4 Euro/Wettbewerb) werden bis zum 9. Februar erwartet; Nachmeldungen ( 5 Euro/Wettbewerb) sind möglich.
Die Ausschreibung und der Zeitplan der Veranstaltung werden in Kürze im Internet veröffentlicht. Auf Wunsch schicken wir sie bis dahin gern zu.
(29.12.07)


"Dinner for One" in Laufschuhen
Rund 100 000 Sportler haben sich bei den Silvesterläufen angemeldet

Drei eng bedruckte Seiten in der "Bibel" der Laufgemeinde lassen keinen anderen Schluss zu: Silvesterläufe gibt es viele. Fast 100 Veranstaltungen sind im Laufkalender des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) verzeichnet. Jahr für Jahr begeben sich am 31. Dezember mehr als 100 000 Läuferinnen und Läufer von Kiel bis ins schwäbische Gersthofen an die Startlinie - an keinem anderen Tag des Jahres rennen mehr Deutsche gegen die Uhr, 8300 allein beim teilnehmerstärksten Rennen von Werl nach Soest.
Berthold Mertes, Organisator des wohl bekanntesten deutschen Silvesterlaufs in Trier, freut sich: "Es hat sich zu einer Art Kult entwickelt." Maximal 2000 Sportler dürfen auf den engen Ein-Kilometer-Rundkurs durch die Altstadt gehen. Spitzenathleten wie Europameister Jan Fitschen oder Sabrina Mockenhaupt werden von 15 000 Zuschauern mit Trommeln, Trillerpfeifen und Konfetti gefeiert. Doch Mertes erinnert sich gut an die bescheidenen Anfänge: "Ende der achtziger Jahre waren Silvesterläufe in Deutschland oft trostlose Veranstaltungen, so ganz ohne jedes bisschen Stimmung."
Mit Neid blickte man damals auf die "Mutter" aller Läufe zum Jahreswechsel, den bereits seit 1925 ausgetragenen "Sao Silvestre" im brasilianischen Sao Paulo, der alljährlich eine fünfstellige Läuferzahl anzieht. Heute muss sich in Deutschland niemand mehr hinter dem Vorbild verstecken, anstelle des bierernsten Wettkampfes über Stock und Stein steht nun auch hierzulande der Spaß am Laufen im Vordergrund. Trier ist als "deutsches Sao Paulo" Kult in der Läuferszene und zieht Topathleten an wie in Europa sonst nur Bozen und Madrid. Schweren Herzens hat die 5000-Meter-Olympiasiebte Irina Mikitenko (Wattenscheid) ihren Start in Trier wegen einer Mittelohrentzündung abgesagt. Deutschlands schnellste Marathonläuferin des Jahres 2007 unterzieht sich gerade einer Antibiotika-Behandlung und muss deshalb eine Trainings- und Wettkampfpause einlegen.
"Inzwischen reden die Leute in Bietigheim vom Silvesterlauf, als ob sie zu einem Volksfestumzug gehen", berichtet Wilhelm Steffel, Initiator des dortigen Rennens, das auch 2007 wieder Teile der deutschen Laufelite nach Schwaben lockt. Den Erfolg erklärt Steffel mit einer einfachen These: "Viele Menschen suchen Motivation, um ihre nachweihnachtliche Trägheit zu überwinden. Wer am 31. Dezember ein letztes Mal die Laufschuhe schnürt, kann sich zufrieden auf die Schulter klopfen." In Trier ist der Lauf ein fester Bestandteil der Silvesterplanung geworden. Mertes: "Um 14 Uhr haben die Leute mit ihren Erledigungen abgeschlossen. Die Geschäfte schließen - und dann kommt der Silvesterlauf." Es sei ein bisschen wie bei "Dinner for One" - "The same procedure as every year..."
In den Großstädten scheint die Bewegung allerdings noch nicht angekommen zu sein. Zum Bedauern von Veranstaltern wie Horst Milde, dem früheren Chef des Berlin-Marathons: "Wegen der zentralen Feierlichkeiten am Brandenburger Tor ist in Berlin am 31. Dezember im Stadtzentrum einfach kein Lauf zu machen."
( aus Frankfurter Rundschau, sid, 29.12.07)

Mehr: Silvesterläufe 07 Lauftreff Liste I / Silvesterläufe 07 Michalskis Liste II / Silvesterläufe 07 DLV Liste III
Nicht ganz ernst gemeinter Dinner-Nachtrag für Lustlose und Invaliden (Infos hier)


Regeländerung: Aus für die Radschlagtechnik

Die Regel 188.1 macht der Radschlagtechnik im Kugelstoßen den Garaus. Aus Sicherheitsgründen verbietet der Weltverband IAAF ab dem 1. Januar 2008 diese spektakuläre Darbietung, nachdem diese Form des Kugelstoßens immer mehr in Mode gekommen war. Österreichs "Leichtathletin des Jahres", Veronika Watzek, bedauert als eine Vorreiterin des radschlagenden Kugelstoßens die Entscheidung: „Dass die Technik verboten wird, finde ich schade, weil ich weiß, dass damit einiges möglich gewesen wäre.“ Sie spekuliert sogar darüber, dass die Entscheidung getroffen worden sei, weil „wir den Athleten, die die konventionelle Drehstoßtechnik anwenden, die Show stehlen“.
Veronika Watzek, die auch eine ausgesprochen gute Diskuswerferin ist, meint: „Gerade für Mehrkämpferinnen wäre diese Technik eine Chance gewesen, weil bei ihnen die Kugelleistungen im Vergleich zu anderen Disziplinen deutlich abfallen.“ Sie habe eine biomechanische Analyse machen lassen, bei der ermittelt worden sei, dass man mit dem Rad an die Weiten der Weltspitze herankommen könne.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 28.12.07)


Cesare Beccalli verstorben

Plötzlich und unerwartet ist heute der Präsident des Leichtathletikweltverbandes World Masters Athletics Cesare Beccalli (Italien) verstorben. Der engagierte und langjährige Chef der WMA verstarb im Alter von nur 73 Jahren am frühen Morgen an seinem Winterwohnsitz in Porto Alegre (Brasilien) an den Folgen eine Herzinfarkts.
Beccalli war Mailänder. Dort am 24. April 1934 geboren, lebte er 52 Jahre lang in seiner Heimatstadt, bevor er nach Bronzone am Gardasee zog. Der studierte Betriebswirt arbeitete lange Jahre als Manager in der Kunststoffindustrie, bevor er sich 1982 als Händler von Maschinen für Kunststoffflaschenund dem Knowhow für ihre Herstellung selbständig machte. Der Italiener war zwei Mal verheiratet und ist Vater zweier Töchter. Über den Masterssport lernte er seine Frau Lidia kennen, eine brasilianische Universitätsdozentin für Sport.
Nachdem er in seiner Jugend Radrennfahrer war, kam Cesare Beccalli erst 1972 zur Leichtathletik und wurde quasi zum Vater der italienischen Seniorenleichtathletik, die ihn schnell faszinierte. 1975 war er der einzige italienische Teilnehmer an der ersten Leichtathletik-Masters-WM in Toronto (Canada). Auch bei weiteren Weltmeisterschaften startete Cesare Beccalli, so in Göteborg (Schweden), Christchurch (Neuseeland) und Miyazaki (Japan), regelmäßig auch bei den Europameisterschaften und natürlich zuhause bei allen italienischen Seniorenmeisterschaften. Seine guten "PB" erreichte der Langsprinter mit 42 Jahren: über 200m 25,3 sec und über 400m 56,4 sec.
Schon früh organisierte Beccalli die Seniorenleichtathletik. 1976 gründete er die IMITT, die nationale italienische Masters-Leichtathleten-Vereinigung, und zwei Jahre später den Europäischen Senioren-Leichtathletikverband EVAA, deren Präsident er eine Dekade lang war und für den er 1978 die Europäischen Titelkämpfe in Viareggio und zehn Jahre später in Verona organisierte. 1985 war er verantwortlich für die 6. Masters-WM in Rom. In Melbourne wurde er zum Präsidenten des damals noch WAVA genannten Senioren-Leichtathletikweltverbandes WMA gewählt, wobei ihm zugute kam, dass er fließend italienisch, französisch, spanisch, englisch und portugiesisch sprach. Hauptpunkt seines Wahlprogrammes war damals die offizielle Anerkennung einer unabhängigen WAVA durch die IAAF. Dieses Ziel setzte der stets elegant wirkende Beccalli konsequent und erfolgreich um. Cesare Beccalli wurde in den folgenden Jahren vier Mal wiedergewählt, bevor er aus Satzungsgründen nicht erneut kandidieren konnte. 2005 gelang dem polyglotten Europäer bei der Wahl in San Sebastian die überzeugende Rückkehr in das WMA-Präsidentenamt. Bis dahin hatte er dem WMA-Präsidium stets in anderer Funktion angehört, unterbrochen nur durch eine zweijährige Auszeit Anfang dieses Jahrzehnts nach einem schweren Unfall.
"Die WMA hat eine wirkliche Führungspersönlichkeit verloren, die der masters-Leichtathletikbewegung über so viele Jahre in den verschiedensten Funktionen gedient hat." hieß es auf der Internetseits von WMA und EVAA.
(Foto © Ken Stone, 26.12.07)


M75: Werner Beecker will 2008 "alle Titel verteidigen"

Die Frage, ob er sich ein Leben ohne Sport vorstellen könnte, bringt Werner Beecker (*1932, LC Wuppertal) fast ein bisschen aus der Fassung. Energisch schüttelt der 75-Jährige den Kopf: „Ein Leben ohne Sport – das gibt es für mich gar nicht. Sport ist für mich Leidenschaft.“ Und wenn Werner Beecker von Sport spricht, dann meint er Leistungssport. Denn der Ur-Haaner kann nicht nur nicht ohne Sport, er kann auch nicht langsam. In dem Schuppen hinter seinem Haus in Haan pflegt Beecker sein persönliches Sportmuseum, das von Pokalen und Medaillen überquillt. Momentan geht er für den LC Wuppertal an den Start. „Ich bin der teuerste Mann im Verein. Ich koste jedes Jahr 400 bis 500 Euro Startgeld.“
In Anbetracht von 1538 ersten Plätzen, die er sich national und international in 52 Jahren erarbeitet hat, erhält die Aussage Beeckers, dass 2007 ein besonders gutes Jahr war, Bedeutung. Sechsmal Deutscher Meister, neunmal Nordrhein-Meister, insgesamt 52 Siege und besonders ein neu aufgestellter Weltrekord sprechen für sich – alles in der Altersklasse M75. In 11:48.28 Minuten brach Beecker den Welt-, Europa- und Deutschen Rekord über 3000 Meter in der Halle. Wobei seine Spezialität eigentlich die 10000 Meter sind. „Ich laufe alles zwischen 3000 und Halbmarathon“, sagt Beecker leichthin. Und auf allen Strecke hat er Erfolg. Werner Beecker läuft praktisch nur noch gegen sich selbst. „Ich bin vor jedem Start aufgeregt“, versichert er und lacht. „Wenn es dann endlich losgeht, dann bin ich ganz ruhig und mache mein Ding.“
Für 2008 hat der Ausnahmeläufer nur ein Ziel: Seine Titel verteidigen und seine Rekorde noch einmal verbessern. „Das kann ich auch schaffen, wenn ich gesund bleibe.“ Was er tut, um solche Leistungen zu bringen, beantwortet er, bevor die Frage überhaupt gestellt wird: „Das fragt doch jeder. Ich esse alles, was meine Frau so kocht – viel Gemüse und wenig Fleisch.“ Und ein Bierchen ab und zu dürfe auch sein. „Es ist auch nicht so schlimm, wenn ich mal einen über den Durst trinke. Wir Sportler vertragen ja eh nicht viel“, stellt er schmunzelnd fest.
Wie sein enormes Leistungsvermögen medizinisch zu erklären ist, weiß Beecker auch nicht. Schon in seinen aktiven Radsportzeiten hätten ihm die Ärzte ein großes Herz und ein großes Lungenvolumen attestiert. Als Läufer hat er sich nie einer Leistungsdiagnose unterzogen. Überhaupt hat der 75-Jährige mit der medizinischen Kontrolle nicht viel am Hut: Bei einem Arzt sei er seit viereinhalb Jahren nicht mehr gewesen, gesteht er. „Mir sagen Freunde immer wieder, dass das nicht gut sei. Aber als ich beim letzten Mal beim Arzt war, hat der jede Menge Krankheiten festgestellt. Und ein paar Tage später bin ich nach Schweinfurt und hab da den Titel geholt“, erzählt er mit einem breiten Grinsen.
Jeden Dienstag und Donnerstag läuft Beecker 20 Kilometer – „mit Tempoeinheiten“. Und dann schwingt er sich noch für 50 bis 60 Kilometer auf eines seiner Fahrräder. „Das reicht“, stellt der Rekord-Läufer nüchtern fest. In diesem Jahr stehen keine Läufe mehr an – oder, wie es für Beecker wohl besser heißt, gibt es keine Wettkämpfe mehr zu gewinnen. Doch das Jahr neigt sich ja auch dem Ende zu, wie der Haaner betont: „Am 6. Januar ist der erste Lauf in Ratingen – da freue ich mich schon drauf.“
Werner Beeckers Daten:
Persönliche Daten 75 Jahre alt, 1,76 Meter groß, 70 Kilogramm schwer. Erster Deutscher Meistertitel 1955 als Radrennfahrer im 4000 Meter Verfolgungsfahren.
Lauf-Erfolge 2007 Hallenweltrekord über 3000 Meter (11:48:28), Deutscher Hallenmeister über 3000 Meter, Deutscher Crossmeister über 3000 Meter, Deutscher Bahnmeister über 10000 Meter (43:39), über 5000 Meter (22:03) und über 1500 Meter (5:56), Deutscher Straßenmeister über 10000 Meter (43:18), neun Nordrheim-Meistertitel Cross, Bahn und Straße, Deutsche Rekorde über 10000 Meter und 5000 Meter Straße, insgesamt 52 Siege und 33 Pokalgewinne in diesem Jahr.
(aus Westdeutsche Zeitung, 25.12.07)


DLV-Fotowettbewerb: Ludwig Lutz siegt mit M55-Finalfoto der EM in Regensburg

Ludwig Lutz (Foto) hat den diesjährigen Fotowettbewerbs des DLV zur Seniorenleichtathletik gewonnen. Dies teilte der Deutsche Leichtathletikverband heute auf seiner Webseite mit. Der Sinzinger Fotograf hielt den dramatischen Zieleinlauf der Altersklasse M55 im 10km-Straßenlauf bei der Nonstadia EM im Mai in Regensburg fest, als sich der Ire Pat O'Shea (*1950) in 35:12 min mit einer Sekunde Vorsprung gegen Winfried Schmidt (*1948, TuS Köln rrh) durchsetzte - einer der sportlichen Glanzpunkte dieser EM.
Die Qualität des Fotos war masters-sport.de sofort aufgefallen, und wir hatten es bereits in unserem Bericht vom 20.05.2007 (jetzt im 2007 Archiv) mit Erlaubnis des Autors veröffentlicht.
(Foto ©: Ludwig Lutz in Aktion 24.12.07)


W35: Luminita Zaituc vor neuer Altersklasse

Beim internationalen Sanyo Halbmarathon im japanischen Okayama kam Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig) mit 1:14,28 Stunden am Sonntag nur auf den siebten Platz und blieb damit auf dem schwierigen, hügeligen Kurs zum Ende der Saison deutlich hinter ihrer diesjährigen Bestleistung von 1:11,54 Stunden. Damit schloss die Braunschweigerin ihre (nationale) W35-Altersklasse ab. International rückt sie allerdings erst im kommenden Oktober in die W40 auf. Bis dahin will sie sich für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren. Die Olympianorm hat sie schon geknackt, jetzt muss Luminita Zaituc aber noch die deutsche Konkurrenz in Schach halten. Denn fünf starke Marathonläuferinnen buhlen um drei Plätze. Bleibt sie gesund, hat die Braunschweigerin gute Chancen.
Siegerin in Japan wurde mit Streckenrekord von 1:09:20 h die Kenianerin Evelyne Komwei, Goldmedaillengewinnerin mit der kenianischen Mannschaft bei der diesjährigen Cross-WM in Udine. Die Kenianerin, die im Werksteam von Panasonic läuft, sagte anschließend, sie habe aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt, als sie Zweite wurde.
(24.12.07)


Antidoping: proMASTERS verbessert Findex©-Angebot

Die Athletenvereinigung proMASTERS hat ihr Findex©-Angebot verbessert. Mit Hilfe der Online-Suchmaschine kann jetzt in Sekundenschnelle geprüft werden, ob ein bestimmter Wirkstoff auf der Doping-Verbotsliste steht oder nicht. Wird der entsprechende Wirkstoff in das Suchfeld eingegeben, erfährt man, ob es sich um einen verbotenen Wirkstoff handelt und in welche Gruppe er einzuordnen ist. Allerdings ist -so die Autoren- "unbedingt die korrekte Schreibweise zu beachten".
proMasters hat seine Suchmaske inzwischen auch um eine Klausel zum Haftungsauschluss ergänzt: "Bei dem proMASTERs Findex
© handelt es sich um einen nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig zusammengestellten Service für Athleten. Er kann im Ernstfall die Auskunft eines Arztes oder Mediziners nicht vollständig ersetzen. Deswegen können proMASTERs, der Europäische Senioren-Leichtathletik-Verband, der Urheber Rüdiger Nickel oder andere lizensierte Anbieter dieses Findex© für unvollständige oder dennoch fehlerhafte Auskünfte oder Ergebnisse anhand des Suchauftrages nicht haften oder in Anspruch genommen werden." Erst wenn diese Klausel zur Kennnis genommen ist, kann die Suchmaschine genutzt werden.
Übrigens ist der proMASTERs Findex© auch in englischer Sprache verfügbar und damit der erste aus Deutschland stammende weltweite Antidoping-Service. Er soll -so die Initiatoren- den "Mastersathleten eine erste Hilfe sein und sie vor allem für die Medikamente sensiblisieren, die Gefahren in sich bergen. Und Findex© soll der Sorglosigkeit entgegenwirken, die jahrelang die Senioren sich in Sicherheit wiegen ließ."
EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen) kommentierte gegenüber masters-sport.de : "Bei allen rechtlichen Einschränkungen ist dieser Findex
© ein Service, der mehr als einmalig ist und dazu eine Privatinitiative, wobei ich nicht polarisieren möchte, was andere tun und was nicht. " (23.12.07)


Nordrhein: Neue "SG Erft/Rhein/Wupper"

Die seit zwei Jahren bestehende Möglichkeit für maximal drei Vereine, Startgemeinschaften (Kürzel "SG") innerhalb bestimmter Altersklassen für Staffel- und Mannschaftswettbewerbe zu bilden, findet auch im Landesverband Nordrhein Anklang. Für das neue Jahr wurden gleich mehrere solcher Zusammenschlüsse in sämtlichen Altersklassen gegründet. „Alleine hat man es gegen die Großvereine aus der Umgebung ziemlich schwer“, kennt der Solinger OTV-Trainer Hartmut Maus auch den Grund für diese Entwicklung. Und Hans-Joachim Scheer, Vorsitzender des Solinger LC, dessen Verein diesmal gleich mehrfach an SG-Fusionen beteiligt ist, betont: „Das geschieht alles zum Wohle der Athleten.“
Eher nostalgische Gründe hat die Bildung der SG Solingen 08 in der Seniorenklasse. Der TSV Aufderhöhe, der SLC sowie der WMTV lassen die Ex-Jugend-Staffel der LG Solingen wieder aufleben, die mit dem früheren Deutschen 100-Meter-Juniorenmeister Rafael Gruszecki an der Spitze große Erfolge feiern konnte. An diese Erfolge soll nun in der Altersklasse M 30/35 angeknüpft werden. Bei den Seniorinnen II kooperiert künftig der Solinger LC mit der Turnerschaft Frechen und dem CSV Krefeld als SG Erft/Rhein/Wupper. Die neue SG hat vor allem die Mannschafts-Meisterschaften der Senioren im Blick. Wie bei allen Startgemeinschaften bleibt das Startrecht in den Einzeldisziplinen beim Stammverein
.
Auch die Seniorenteams der drei Düsseldorfer Vereine ART Düsseldorf, DSV 04 Düsseldorf und SFD 75 Düsseldorf haben für das kommende Jahr eine Startgemeinschaft gebildet und gehen als SG ART/DSV/SFD Dusseldorf an den Start. (21.12.07)


Klaus Wagner, „Flörsheims Kenianer“, wird heute 65 Jahre alt

Klaus Wagner sieht man sein Alter nicht an. Heute feiert der „Kenianer“, wie ihn seine „Laufkumpels“ liebevoll und anerkennend nennen, seinen 65. Geburtstag. Beim Marathon in Höchst hat Wagner am 23. Mai 1982 gezielt mit dem Laufen begonnen, als er in beachtlichen 3:07:00 Stunden das Ziel erreichte. Nur ein Jahr später unterbot er mit 2:50:47,00 Stunden erstmals die Drei-Stunden-Marke. 1994 gewann er in seiner damaligen Altersklasse M50 bei den deutschen Marathonmeisterschaften den Titel in 2:33:40 Stunden, seine Bestzeit steht bei 2:30,10 Stunden. Auch über die 100 Kilometer war er im gleichen Jahr mit der Zeit von 7:46:01,00 Stunden nicht zu schlagen, wurde Zweiter bei den damals noch inoffiziellen Weltmeisterschaften über 25 Kilometer in Brügge und Fünfter bei den Europameisterschaften im Halbmarathon in Den Haag. 21 Marathons hat er bisher bestritten, sein größter Erfolg dürfte der Altersklassenerfolg beim Marathon auf Hawaii gewesen sein. Bei hessischen Meisterschaften hat er 38 Titel gewonnen. Allein in diesem Jahr holte er acht Hessenmeistertitel.
Daneben hat sich Klaus Wagner auch als Lauforganisator einen namen gemacht - etwa beim Regionalparklauf in Hochheim oder dem 24-Stunden-Lauf in Flörsheim zur Unterstützung der Parkinsonkranken und Menschen mit Suchtproblemen tätig, den er auch moderiert. Fast zehn Jahre war er hauptamtlicher Lauftrainer bei der LG Bad Soden/Neuenhain. Diese sportlichen Erfolge spornten nicht zuletzt seine Frau Monika an. Sie holte in der Teamwertung des Jahres 1987 den Titel im Straßenlauf über zehn Kilometer und wurde Dritte der Einzelwertung.
(Quelle Rhein-Main.net, 21.12.07)

Auswertung der Marathonzahlen 2007: Meist rückläufig

Bei einer Übersicht der Finisherzahlen der 25 größten deutschen Marathonläufen fällt auf, dass die Teilnehmerzahlen wie bereits im Vorjahr auch 2007 bei fast allen Veranstaltungen rückläufig ist. Nur die Marathonläufe in Berlin, Frankfurt, Münster, Hannover und der Oberelbe-Marathon können sich über Steigerungszahlen freuen.
Allerdings bieten viele Veranstaltungen zusätzlich zum eigentlichen Marathon inzwischen Halbmarathon, Staffeln oder 10km-Läufe an. Das führt dann zu dem Trend "Weg vom "Marathon", wobei die Veranstalter keineswegs unglücklich über die entstandene Situation sind; denn sie binden so die Teilnehmer an andere Wettbewerbe und erfahren auf diese Weise auch Zuwächse in den Gesamtteilnehmerzahlen.
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(Quelle Germanroadraces.de, 19.12.07)


TV-Show: M35-Doppelmeister Gene Allen verliert gegen Stefan Raab

Ein Mastersleichtathlet brachte am Samstagabend TV-Star Stefan Raab an den Rand einer Niederlage. Zum achten Mal trat der TV-Showmaster in seiner erfolgreichen Sendung "Schlag den Raab" zum Wettstreit gegen einen Kandidaten an. Da Stefan Raab in der vorausgegangenen Sendung selbst siegreich war, ging es diesmal für den Herausforderer um ein Preisgeld in Höhe von 1 Mio Euro. Fünf Kandidaten hatten die Zuschauer zur Auswahl, um einen Gegner für Stefan Raab zu bestimmen. Mit großer Mehrheit wurde Gene Allen gewählt. Der 38-Jährige vom LAC Quelle Fürth/München präsentierte sich als echte Sportskanone, immerhin wurde der 38-Jährige in diesem Jahr deutscher M35-Seniorendoppelmeister; er gewann die Hochsprungkonkurrenz bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Halle in Düsseldorf (1,90m) und im Sommer in Zittau (1,83m). Sehr niedergeschlagen guckte Stefan Raab dann auch aus der Wäsche, als der Moderator das Spiel Nummer sieben verkündete: Hochsprung! Doch das war purer Zufall, denn weder der Kandidat, noch der Showmaster können im Vorfeld ihre Aufgaben bestimmen oder wissen davon.
Begonnen wurde das Hochspringen bei 1,10 Metern und die Steigerung betrug jeweils fünf Zentimeter. Stefan Raab konnte sich letztlich im zweiten Versuch über 1,40 Meter schrauben, Gene Allen nahm lässig die 1,45 Meter im ersten Versuch. Anschließend ließ der Athlet mit persönlicher Bestleistung von 2,04 Metern und einer aktuellen Jahresbestleistung von 1,90 Metern noch einmal seine Klasse aufblitzen, als er ohne großen Anlauf locker über 1,70 Meter floppte. Es liefen aber nicht alle Spiele zu Gunsten des sportlichen Kandidaten.
Stefan Raab holte gegen Ende kräftig auf und errang nach zwei vergebenen "Matchbällen" im letzten und entscheidenden Spiel den Gesamtsieg. In einem Plastikkorb mit Schussvorrichtung musste ein Tischtennisball in die Höhe katapultiert und damit wieder aufgefangen werden. Gene Allen fiel der sechste Ball erst auf den Rand des Körbchens und anschließend auf den Boden. Die Niederlage. "Es hat nicht sollen sein. Ich glaube, das war Schicksal", sagte der 38-jährige direkt nach der Show enttäuscht. Stefan Raab hatte Mitleid mit dem ehemaligen Mr. Bayern: "Mir tut diesmal wirklich das Herz weh. Am Millionengewinn durch so ein Firlefanz-Spiel zu scheitern, ist bitter." Tröstende Worte fand der Moderator nachher für den knapp geschlagenen Gene Allen, der sichtlich mit dem hauchdünnen Verpassen des Jackpots haderte.
Dass die Leichtathletik aber weiterhin für die Planer der Sendung eine bedeutende Rolle spielt, zeigt sich darin, dass bereits zum dritten Mal Disziplinen dieser Sportart angeboten wurden. Bereits bei der ersten Show wurde die Veranstaltung mit Hochsprung eröffnet, in der sechsten standen gleich drei Wettbewerbe auf dem Programm (60m Hürden, Hammerwurf und 800m). Hier alle Entscheidungen zum nachschauen.
(quelle: leichtathletik.de; 17.12.07)


1320 Euro für das Weltrekord-Zielband des Berlin-Marathons

Das Zielband des Berlin-Marathons 2007 mit der Unterschrift von Haile Gebrselassie, der bei diesem Lauf mit 2:04:26 Stunden einen Marathon-Weltrekord aufstellte, wurde in einer Auktion bei eBay versteigert. Das höchste Angebot betrug 1320 Euro und geht an die Stiftung Hänsel + Gretel (Kindesmissbrauch verhindern helfen), den Charity-Partner des Berlin-Marathons. (17.12.07)


Masterspionier Bill Andberg (USA) gestorben

Bill Andberg, einer der großen Masters-Mittelstreckler der 70er Jahre und Protagonist der Mastersleichtathletik, ist am 11. Dezember gestorben. Er wurde 96 Jahre alt.
Der in seiner Heimat nahe Minneapolis nur "graue Eminenz" genannte Leichtathlet gewann bei den ersten Leichtathletik- Seniorenweltmeisterschaften 1975 im kanadischen Toronto die M60-Titel über 1500m und 3000m. Vier Jahre später siegte er bei der Masters-WM in Hannover in einem denkwürdigen 800m-Endlauf. In der Zielkurve wurde er -mit 68 wohl der älteste Läufer in diesem M65-Finale- so stark in die Seite gerempelt, dass er fast von der Bahn flog, praktisch stand und die Spitzengruppe sofort weit enteilt war. Obwohl er eigentlich keine Chance mehr hatte, brach er nicht das Rennen ab, wechselte mit ein paar Schritten nach außen, setzte neu an und überspurtete in unnachahmlicher Weise auf der Zielgerade zuerst den Finnen Salminen, dann den Australier Walter Stubbings und schließlich auf den letzten Metern auch den Schweden Henry Strannhage, dem er sogar noch 8 Zehntel abnahm.
1972 zählte Andberg, der während seiner Läuferkarriere auch Weltrekorde über 5000m und die Meile aufstellte, zu den Teilnehmern der legendären Masters-Europatour um David Pain, bei der erstmals internationale Wettkämpfe der Senioren stattfanden. In 23 Tagen lief er damals 11 Rennen und siegte 10 mal. Als der Tierarzt einige Tage später mit einer Gruppe von Leichtathleten, darunter auch ehemalige US-Olympiateilnehmer, von Brüssel aus in die USA zurückflog, erkannte ihn bei der Ausreisekontrolle ein sportlich engagierter Zollbeamter und bat ihn, den Mastersathleten Bill Andberg, um ein Autogramm.
Wie laufende Senioren damals betrachtet wurden, zeigt übrigens diese, von Andberg gern erzählte Anekdote aus dem Jahr 1971: Bei einem Trainingslauf, den er über einen Friedhof absolvierte, um streunenden Hunden auszuweichen, sahen zwei Frauen Bill Andberg, riefen die Polizei an und meldeten, es sei offenbar aus dem nahen Landeskrankenhaus ein Patient in Unterwäsche entlaufen.
(Foto Ken Stone; 16.12.07)


W45: Kathi Kaufmann gewinnt Donau-Ries Laufserie

Die 32. Donau-Ries-Laufserie der gleichnamigen LG in Bayerisch-Nordschwaben ging am letzten Sonntag nach fünf verschiedenen 10-Kilometer-Rennen mit den 10km in Nördlingen zu Ende. Insgesamt 341 Teilnehmer sorgten zum Abschluss nochmals für einen würdigen Rahmen de regionalen Laufereignisses, an dem in diesem Jahr mehr als 600 Athleten teilnahmen. Das Finale und auch die Serienwertung beherrschten wie erwartet Tobias Gröbl (*1983, LG Zusam; 34:15 min) und bei den Frauen erneut Katharina Kaufmann (*1961, LG Domspitzmilch Regensburg; 38:46 min), die vier Mal angetreten war und dabei jeweils gewonnen hatte. Gesamtzweite wurde Petra Prießnitz (*1971, TSV Oettingen), die vier Mal Zweite hinter der Regensburgerin wurde und Anfang Dezember den Harburger Karablauf gewann, bei dem Kathi Kaufmann nicht antrat.
Bei den Männern gab es um den zweiten Gesamtplatz einen bis zum letzten Lauf spannenden Kampf zwischen Karl Durst (*1980, DJK Pleinfeld) und Karl-Heinz Kurtz (*1968, SV Mauren); schließlich erreichten beide die gleiche Punktzahl und wurden somit beide Gesamtzweite. Kurtz kam mit einmal Platz zwei und dreimal Rang drei ebenso auf elf Wertungspunkte wie Durst, der zweimal Zweiter, einmal Dritter und einmal Vierter wurde.
(16.12.07)


DLV-Fotowettbewerb: 10 Siegerfotos tageweise

Der erstmals ausgetragene DLV-Fotowettbewerb „Senioren/Innen in Aktion“ ist entschieden, und die Gewinner werden wie bei einem Adventskalender tageweise vorgestellt. Die besten Zwölf des Sport-Fotografie-Wettbewerbs des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sollen an den Tagen bis zum 24.12. auf der DLV-Internetseite veröffentlicht werden. Den Anfang machte die zwölftplatzierte Aufnahme eines unbekannten Straßenläufers von Armin Schwambach "Laufen – manchmal auch `ne Qual“ , auf Platz 11 das Bild „Entschlossen das Ziel vor Augen“ aufgenommen von Heike Schell, das die Teilnehmer des 1500m-M40-Endlaufs direkt nach dem Start bei der DM I in Zittau zeigt, und auf Foto 10 sprintet Gabi Horwedel Mitte Juli im Vorlauf bei den deutschen Seniorenmeisterschaften II in Fulda; "Kraftvoll und trotzdem entspannt" titelt Thomas Heck diese Aufnahme.
DLV-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke, der Aachener Fotograf Wolfgang Birkenstock und DLV-Mediendirektor Peter Schmitt hatten als Jury aus rund 60 Motiven ihre Favoriten auszuwählen, wobei - so DLV-Mediendirektor Schmidt - "Werte des Seniorensports wie Freundschaft, Freude und Sportlichkeit, vermittelt durch positive und emotionale Bilder, im Mittelpunkt des Wettbewerbs" standen. Die eingereichten Bilder spiegeln denn auch nach Angaben Schmidts die Senioren-Leichtathletik in ihrer ganzen Bandbreite und Vielfalt wider.
In der Kategorie Fotoamateure wurde Platz drei mit 200 Euro prämiert, Platz zwei mit 300 Euro und der Sieger erhält 500 Euro. Berufsfotografen hatten sich offenbar an dem Wettbewerb nicht beteiligt. Es gibt nämlich in dieser Kategorie keine Auszeichnungen.
(15.12.07)


M45: Paul Babits (USA) überspringt 5 Meter

Einen neuen M45-Weltrekord im Stabhochsprung hat Paul Babits am vergangenen Samstag in Fort Wayne im US-Bundesstaat Indiana aufgestellt. Er übersprang exakt 5 Meter. Dies wird aus den USA gemeldet. Zunächst verbesserte der Mastersathlet seinen eigenen, im vergangenen März aufgestellten Stabhochsprungweltrekord von 4,90m um 4 Zentimeter. Dann folgte der neue Rekordsprung, mit ganz viel Luft über der Stange und Potential nach oben. Dies zeigt dieses Video des Rekordsprungs.
Für die Freiluftsaison hat sich der US-Amerikaner die Weltrekordhöhe von 5,10m vorgenommen, die vor zehn Jahren sein Landsmann Larry Jessee sprang.
(15.12.07)


M45: Segatel springt Hallen-Europarekord

Der Italiener Marco Segatel (*1962) hat einen neuen Europarekord im Hochsprung aufgestellt. Bei einem Hallensportfest in Padua überquerte er am vergangenen Samstag (08.12.) 1,95m und verbesserte damit die bisherige europäische M45-Bestmarke des Belgiers Gert de Roose um zwei Zentimeter, die dieser bei der Hallen-WM in Linz gesprungen war. Die Freifluftbestleistung des Mannes aus der Lombardei lag in diesem Jahr übrigens bei 2,04m - das ist die aktuelle Hallenweltrekordhöhe seiner Altersklasse. (12.12.07)


Abschied von Norbert Barth

Ende November ist auf dem Waldfriedhof in Gaggenau Norbert Barth beigesetzt worden. Norbert Barth, geboren 1919, war am 19. November im Alter von 88 Jahren verstorben, wie wir jetzt erfahren. Während der Beisetzung - auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Kreis - zeigte Adi Marxer, Vorsitzender der LAG Obere Murg, noch einmal die Stationen des Sportlers Norbert Barth auf. Als junger Mann spielte der ehemalige Eisenbahner in Bruchsal, Renchen und Kehl Handball und Fußball und entdeckte die Leichtathletik. Bereits 1936 wurde er für den TV Bruchsal Gebietsmeister beim Speerwurf.
Als ihm 1984 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen wurde, konnte er auf 50 Jahre Aktivität zurückblicken. Noch bis 2005 beteiligte sich Norbert Barth aktiv an Wettkämpfen. Als Befürworter des Seniorensportes hat er dazu beigetragen, dass der Sport im Alter heute so ein hohes Ansehen genießt. Er selbst war dabei Vorbild. Norbert Barth startete von Kreis- über Badischer-, Deutscher-, Europäischer Ebene bis zu Weltmeisterschaften. Dabei gewann er zahlreiche Titel und Medaillen. Bis 1989 für den VfB Gaggenau und ab 1990 für die LAG Obere Murg, Stammverein TV Langenbrand. Neben der Leichtathletik ging er auch für die Rasenkraftsportabteilung an den Start und war da ebenfalls sehr erfolgreich.
Auch als Funktionär leistete er Beachtliches. Von 1956 - 1957 war er Abteilungsleiter beim VfB Gaggenau. Von 1954 – 1958 stellvertretender Kreisvorsitzender und von 1958 - 1962 Kreisvorsitzender des Leichtathletikkreises Rastatt/ Baden-Baden. Von 1968- 1970 Sportwart und dann die nächsten Jahrzehnte Statistiker für den Kreis und den Badischen Leichtathletik-Verband. Als Ehrenrat des Leichtathletikkreises Rastatt/ Baden- Baden/ Bühl nahm er bis vor einem Jahr noch an Sitzungen des Kreisvorstandes teil. Für alle diese Tätigkeiten wurden ihm schon vom Badischen- und Deutschen Leichtathletikverband alle Ehrenauszeichnungen verliehen. Sein Verein VfB Gaggenau ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Von der Stadt Gaggenau und der Gemeinde Forbach wurde er vielfach für seine sportlichen Verdienste und Erfolge ausgezeichnet.
Mit Norbert Barth verliere, sagte Adi Marxer, sowohl der TV Langenbrand als auch die LAG Obere Murg einen großen Förderer und sprach der Witwe Marianne Barth und den Familienangehörigen des Verstorbenen im Namen des Leichtathletikkreises Rastatt/ Baden-Baden/Bühl, des Badischen- und Deutschen Leichtathletikverbandes, des TV Langenbrand, der LAG Obere Murg und des VfB Gaggenau 2001 die aufrichtige Anteilnahme aus. (
Quelle LAG Obere Murg 12.12.07)


eBay: Weltrekord-Zielband ersteigern

Haile Gebrselassies Marathon-Weltrekord-Zielband von Berlin steht auf der Internetplattform eBay zur Auktion. Der Erlös kommt der Stiftung Hänsel + Gretel zugute (Kindesmissbrauch verhindern helfen), einem so genannten "Charity-Partner" des Berlin Marathon. Das Zielband trägt die Unterschrift von Haile Gebrselassie und ist ein Unikat. Das Zielband aus dickem Papier hat die Maße 200 x 25 cm. Die Auktion dauert vom 8. bis 18. Dezember 2007.
Der äthiopische Ausnahmeläufer Haile Gebrselassie gewann zwei olympische Goldmedaillen (1996 und 2000) und holte sich viermal den Titel eines Weltmeisters über 10000 Meter. Mit seinem Fabelweltrekord beim Berlin Marathon im September 2007 machte er sich unsterblich. Für die 42,195 Kilometer durch die Hauptstadt brauchte er nur 2:04:26 Stunden und unterbot damit den bestehenden Weltrekord gleich um 29 Sekunden, was einem Stundenmittel von über 20 km/h entspricht. Dies war sein zweiter Sieg in Folge beim deutschen Hauptstadt-Marathon; schon 2006 hatte er überlegen gewonnen. Sein großes Ziel ist es, den Olympiamarathon 2008 in Peking zu gewinnen.
Hier geht es zur Auktion
(10.12.07)


Veronika Ulrich wechselt zur LG Regensburg

Die vielseitige Veronika Ulrich (*1968, LG Neu-Isenburg(Heusenstamm) wechselt zur kommenden Saison zur LG Regensburg, die künftig LG Telis Finanz Regensburg heißt, nachdem die Domspitzmilchmolkerei als Sponsor nicht mehr dabei ist. Die Mittel- und Langstrecklerin ist auf der Bahn über Cross und auf der Straße bis Marathon zu Hause, wobei sie mit ihren Marathonergebnissen nie zufrieden war, obwohl sie auf der Königsdistanz zwei Mal Hessische Meisterin wurde: 2000 mit PB in 2:47:23 und zuletzt 2005 in 2:51:02.
Ihre Erfolge anzugeben, sprengt laut laufreport "jeden Rahmen". Im ablaufenden Jahr wurde sie Senioren-Europameisterin W35 über 10 km und Halbmarathon, Deutsche Vizemeisterin im Berglauf, Vierte bei den nationalen Crossmeisterschaften und ebenfalls Vierte im Halbmarathon. Zudem startete sie erstmals für das Berglauf-Nationalteam. Die kommende Saison bestreitet sie für die teamstarke LG Telis Finanz Regensburg, und sie rückt in die W40 auf. Denn im Februar feiert Veronika Ulrich ihren 40. Geburtstag und wird dann wohl die deutschen Altersrekorde dieser Klasse angreifen - zum Beispiel den über 1500 m, den seit 1985 Rita Windbrake (*1945, ASV Köln) mit 4:32,42 min hält oder den 10 km Rekord von Katrin Dörre-Heinig (*1961, LAC Veltins Hochsauerland), der seit 2003 bei 34:29 min steht. Veronika Ulrich hat aktuell eine Bestzeit von 34:08 min und ist im letzten Jahr 4:34 min über 1500m gelaufen.
(Quelle laufreport.de 10.12.07)


Hessen: Anja Wolf-Blanke neue HLV-Präsidentin

In einer gemeinsamen Sitzung haben die Delegierten der Vollversammlung der Kreise sowie die Mitglieder des Verbandrates am heutigen Nachmittag in Großen-Buseck Anja Wolf-Blanke (Riedstadt) einstimmig zur Präsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes berufen. Sie folgt als erste Frau auf dieser Position dem am Vortrag zurückgetretenen, langjährigen Präsidenten Wolfgang Schad (Obersthausen). Die 51-Jährgie wird den Verband zunächst bis zum nächsten Verbandstag am 19. April 2008 leiten.
Anja Wolf-Blanke war in den siebziger Jahren aktive Hochspringerin. 1971 stellte sie mit 1,75 Meter im alter von 14 Jahren eine deutsche Hallenbestleistung der Frauen auf. Bei deutschen Meisterschaften unterschiedlicher Altersklassen belegte sie neun Mal Rang zwei. Den einzigen nationalen Titel sicherte sie sich 1977 bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften. Sie trug zweimal das Nationaltrikot bei den Frauen sowie elf Mal in der Juniorenklasse. Ihre Bestleistung stelle sie 1979 mit 1,87 Metern auf. Dem Präsidium des Hessischen Leichtathletik-Verbandes gehört die studierte Sportwissenschaftlerin und freiberufliche Journalistin seit 1991 als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit an. Vor knapp vier Jahren übernahm sie darüber hinaus das Amt der Vizepräsidentin.
Da auf dem HLV-Verbandstag im April weitere Präsidiumsmitglieder ausscheiden werden, sieht Wolf-Blanke ihre vordringlichste Aufgabe darin, eine Führungs-Riege für die Zukunft aufzustellen. Sie selbst werde für das Präsidentenamt kandidieren, „wenn die Delegierten das wünschen“.
(10.12.07)


Antidoping-Verfahren: Seniorensportler können entscheiden

Ab 1. Januar 2008 lässt bekanntlich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Dopingstreitigkeiten vom unabhängigen deutschen Sportschiedsgericht in Köln entscheiden, das an diesem Tag seine Arbeit aufnimmt und dessen Einrichtung die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) mit der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) vereinbart hat. Sanktionierungen werden künftig nicht mehr durch vom Verband berufene Schiedsgerichte ausgesprochen, sondern von unabhängigen Fachleuten. Zwingend gilt das neue Verfahren aber nur für so genannte Kaderathleten, die mit einer Sperre bedroht sind.
Nach der entsprechenden DLV-Mitteilun teilte uns DLV-Mediendirektor Peter Schmitt auf Anfrage mit, dass das neue Verfahren für betroffene Seniorensportler anders ist. Sie können nämlich künftig bei Streitfällen wählen, ob sie das neue deutsche Schiedsgericht oder wie bisher das Verbandsgericht des DLV in Anspruch nehmen.
DLV und der betroffene Athlet können in Zukunft für jeden Streitfall eine Schiedsvereinbarung geschlossen werden, den Streitfall durch das deutsche Sportschiedsgericht entscheiden zu lassen. Der DLV wird jeweils eine solche Vereinbarung anbieten. Ergänzt hat der DLV "auf Vorschlag von Dr. Anne Jakob (Rechtsanwältin Anti-Doping Koordinierungsstelle)" inzwischen das DLV-Informationsblatt „Wichtiger Hinweis in Sachen Doping“, das allen internationalen Ausschreibungen beigelegt wird um diese Passage: „Für den Fall, dass es zwischen Ihnen und dem DLV zu einer Streitigkeit über den Verstoß gegen eine Anti-Doping-Bestimmung kommen sollte, bietet Ihnen der DLV den Abschluss einer Schiedsvereinbarung an, wonach diese Streitigkeit durch einen Einzelschiedsrichter beim Deutschen Sportschiedsgericht zu entscheiden ist.“ Die Vereinbarung wird also ausschließen, dass das Schiedsgericht in der Besetzung mit drei Richtern entscheidet.
Was nicht mitgeteilt wird: Der Weg zum deutschen Sportschiedsgericht nach Köln ist nach unserer vorläufigen Einschätzung deutlich teurer. Zwar entstehen im Normalfall für ein Verfahren vor dem DLV-Gremium 250 Euro an Kosten und vor dem deutschen Sportschiedsgericht ist die "Bearbeitungsgebühr" nur 100 Euro höher. Hinzu kommen beim Sportschiedsgericht aber die erheblichen Honorare und der Auslagenersatz für tätige Schiedsrichter, die schnell mehrere Tausend Euro betragen können.
(08.12.07)


Jetzt offiziell: HLV-Präsident Wolfgang Schad zurückgetreten

Jetzt ist das offiziell, was wir bereits Anfang der Woche gemeldet hatten: Wolfgang Schad (Obertshausen), Präsident des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV), , ist am Freitag aus privaten Gründen mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Gegenüber masters-sport.de sagte Wolfgang Schad: "Nach fast acht Jahren Präsidentschaft, bei dem der Verband immer die erste Rolle gespielt hat, ist es Zeit, sich mehr um die Familie zu kümmern; ich habe noch zwei Söhne von acht und zehn Jahren."
Das Präsidium des HLV bedauerte den unabwendbaren Schritt des Präsidenten außerordentlich und dankte ihm für 17 Jahre, die er in verschiedenen Gremien des Verbandes wirkte. Da Schad seinen Amtsverzicht bereits im Vorfeld avisiert hatte, hat das Präsidium des HLV bereits für diesen Samstag zu einer gemeinsamen Sitzung der Vollversammlung der Kreise und des Verbandsrats nach Buseck geladen. Dort erfolgt die Berufung eines Nachfolgers, der die Geschäfte bis zum nächsten Verbandstag am 19. April 2008 leiten wird.
Wolfgang Schad begann seine ehrenamtliche Tätigkeit für den Hessischen Leichtathletik-Verband 1991 als Volks- und Straßenlaufwart. Diese Funktion übte er bis 1999 aus. Von 1995 bis 2000 war er als Schatzmeister Mitglied des Präsidiums. Im August übernahm Wolfgang Schad nach dem überraschen Rücktritt des damaligen Präsidenten Elmar Knappik die Führung des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Unter seiner Präsidentschaft forcierte der Landesverband insbesondere seine Anstrengungen im Leistungssport. Zusätzlich zum Leitenden Landestrainer wurden drei weitere hauptamtliche Trainer eingestellt, ein medizinisches Team aus Ärzten und Physiotherapeuten installiert. Gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium konnten landesweit zahlreiche Lehrer-/Trainerstellen geschaffen werden. Dank der Initiative und der Beharrlichkeit des 61-Jährigen verfügt der Hessische Leichtathletik-Verband mit dem Wurfhaus auf dem Sportgelände Frankfurt (Hahnstraße) über eine im Westen der Republik einmalige Trainingsstätte für Werferinnen und Werfer.
(07.12.07)


Neue Wege: Masters-Partnerschaft Afrika und Europa

Auf seiner letzten Sitzung in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana hat das Council des europäischen Seniorenleichtathletik Verbandes (EVAA) eine Partnerschaft mit dem afrikanischen Masters Verband (AMA) beschlossen. Dies verlautbarte die EVAA jetzt in einer Presseerklärung.
Vorausgegangen waren Gespräche der beiden Präsidenten dieser Verbände, Jean Hedley Edmond (AMA, Mauritius) und Dieter Massin (EVAA, Deutschland), bei den Weltmeisterschaften der Senioren in Riccione. Die Partnerschaft wird sich von "administrativer Zusammenarbeit" bis hin zu Patenschaften erstrecken. Offenbar denkt man darüber hinaus auch an gemeinsame, kontinentübergreifende Sportfeste und so gar Meisterschaften.
"Es ist das erste Mal in der Geschichte der internationalen Seniorenleichtathletik, dass zwei Regionen eine solche Zusammenarbeit wünschen und realisieren wollen", betonte Dieter Massin, dem eine besondere Affinität zu Afrika nachgesagt wird, nachdem er dort in den 60er und 70er Jahren längere Zeit gelebt und gearbeitet hat.
(06.12.2007)


proMasters-Umfrage zur Zukunft der Senioren-Europameisterschaften

Das Jahr 2007 hat die Grenzen bei den internationalen Senioren-Meisterschaften aufgezeigt. Wie soll es weiter gehen? fragt die Athletenvereinigung proMasters auf ihrer Webseite. Sollten die Stadion-Europameisterschaften (EVACS) trotz teilweise extremen Leistungsgefälles in der jetzigen Form beibehalten werden oder sollten die leistungsschwächeren Senioren ausschließlich bei den European Masters Games (EMG) starten dürfen? Dazu möchte man gern die Meinung der betroffenen Athleten wissen und führt eine online-Umfrage durch.
An die aktuellen Diskussionen anknüpfend kann zwischen den Alternativen EVACS und AVACS + EMG entschieden werden. Dazu die Erläuterung: "EVACS: European Veterans Athletic Championships Stadion allein und in gewohnter Form wie bisher
EVACS + EMG: zwei Veranstaltungen, wobei die EVACS den leistungsstärkeren Athleten/innen vorbehalten ist, die European Masters Games EMG von leistungsschwächeren Athleten/innen besucht werden soll.
Die EMG 2008 finden übrigens im kommenden Spätsommer (29.8. bis 7. September) im gastfreundlichen Schweden statt und haben jetzt die online Registrierung freigeschaltet. Einer Meldung über den DLV bedarf es also nicht. Die bevorstehenden EMG dürften mit 28 Sportarten die größte Mehrtagesveranstaltung Europas im Jahr 2008 werden.
(05.12.07)


Nach Riederer-Rücktritt: "Nach wie vor auf einem guten Weg"

Der Sprecher der DLV-Landesverbände, Ralf Hafermann (Präsident des Thüringer Leichtathletik-Verbandes), hat am vergangenen Wochenende den Verbandsrat des DLV darüber informiert, dass Hansjörg Riederer (Mainz) gegenüber der Konferenz der Präsidenten der Landesverbände seinen Rücktritt aus dem Bundesfachausschuss "Senioren" (BFA) mit sofortiger Wirkung aus persönlichen Gründen erklärt hat. Vorsitzende Margit Jungmann zu masters-sport.de: "Ich respektiere die Entscheidung von Herrn Riederer. Über seine persönlichen Gründe zu spekulieren verbietet sich mir."
Letztlich soll, wie masters-sport.de erfuhr, die im BFA beschlossene neue Mehrkampfwertung für die Altersklassen ab M/W 60 der Auslöser für den Rücktritt des engagierten Ehrenpräsidenten des Landesverbandes Rheinhessen gewesen sein, den der Bundesfachausschuss auf seiner Tagung im November befürwortete; um einerseits, insbesondere den älteren Mehrkämpfern, eine „gerechtere“ Punktewertung anzubieten, und andererseits die Wartezeit bis zur Einführung einer neuen, international gültigen Wertung zu überbrücken, war dort entschieden worden, künftig für die Senioren ab M/W 60 die nationale Schüler-Wertung anzuwenden. Abschließend soll darüber der Verbandsrat befinden.
Die Präsidenten der Landesverbände wollen in der nächsten Sitzung, die anlässlich der DM in Sindelfingen stattfindet, einen Nachfolger aus ihren Reihen zu benennen. Darüber informierte der zuständige Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke die Mitglieder des BFA-Senioren am vergangenen Wochenende. Zugleich betonte er, dass die Arbeit im Senioren im Interesse der Senioren weiter geführt wird. Er sieht die Seniorenleichtathletik innerhalb des DLV nach wie vor auf einem guten Weg.
(05.12.07)


DLV-Beschlüsse vom Wochenende

Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Aktiven werden 2009 in Ulm stattfinden. Dies hat das Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) auf einer Sitzung am vergangenen Freitag und Samstag in der Sportschule Kaiserau beschlossen. Ferner wurden die Hallen-DM 2009 nach Karlsruhe sowie die DLV-Gala 2008 und 2009 nach Bochum-Wattenscheid vergeben. Bei allen Meisterschaften wird es nach jetzigem Stand keine Einlagewettkämpfe der Seniorensportler geben.
Der DLV-Medienpreis, der an Persönlichkeiten verliehen wird, die sportjournalistisch über viele Jahre mit außergewöhnlicher Kompetenz die Leichtathletik begleitet haben, ging in diesem Jahr an Klaus-Dieter Kullmann von der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“.
Eine weitere Neuerung wird es 2008 auch im Bereich der Trikotwerbung bei nationalen Leichtathletik-Veranstaltungen geben. Hierzu hat der Verbandsrat auf seiner Sitzung am Wochenende beschlossen, die Begrenzung der Trikotwerbung auf eine bestimmte Zahl von Sponsoren aufzuheben. Die nächste Präsidiums- und Verbandsratsitzung findet einen Tag vor den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen (23./24. Februar 2008) statt.
(04.12.07)


2008: Deutsches Sportschiedsgericht startet am 1. Januar - Auch DLV dabei

Zum 1. Januar 2008 nimmt das Deutsche Sportschiedsgericht seine Tätigkeit auf. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) ist damit ihrem Stiftungsauftrag nachgekommen, ein unabhängiges Sportschiedsgericht einzurichten. Das Sportschiedsgericht wird von der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) in Köln betrieben. Nach zweijähriger intensiver Arbeit hat die NADA, die das Projekt initiierte, gemeinsam mit der DIS eine Sportschiedsgerichtsordnung (flott abgekürzt: DIS-SportSchO) verabschiedet, die speziell für Streitigkeiten mit Bezug zum Sport, also Dopingvergehen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen, Transferstreitigkeiten, Lizenz- und Sponsoringverträge und Vereinsstreitigkeiten, erarbeitet wurde. Deutschland folgt damit der Praxis anderer Länder wie den USA, Kanada, England, Irland oder der Schweiz, wo bereits nationale Sportschiedsgerichte bestehen.
Im Bereich der Ahndung von Dopingverstößen verlangt der NADA-Code (pdf) in Einklang mit dem WADA-Code (pdf) von den Sportverbänden, den Rechtsweg zu den staatlichen Gerichten auszuschließen und die Zuständigkeit eines Schiedsgerichts zu vereinbaren. Die DIS-SportSchO bietet den Verbänden unterschiedliche Möglichkeiten der Inanspruchnahme, von der unmittelbaren Sanktionierung von Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen bis hin zur schiedsgerichtlichen Überprüfung verbandsinterner Entscheidungen. In allen Dopingstreitigkeiten ist eine Überprüfung einer Entscheidung des Deutschen Sportschiedsgerichts durch den Court of Arbitration for Sports (CAS) möglich.
Das Deutsche Sportschiedsgericht sichert laut NADA/DIS-Presseerklärung "die von vielen Seiten geforderte Unabhängigkeit von den Einrichtungen des organisierten Sports. Die Vorteile liegen zudem in der hohen Professionalität und Sachkompetenz sowohl der DIS als auch der Schiedsrichter, sowie in der Schnelligkeit und Vertraulichkeit des Verfahrens, was zusammen letztlich zu breiter Akzeptanz und Einheitlichkeit der Rechtsprechung führt."
Das DLV-Präsidium beschloss am vergangenen Wochenende in Kaiserau, dass auch der DLV ab 1. Januar 2008 Doping-Streitfälle durch das nationale Sportschiedsgericht entscheiden lässt. Hierzu wird ein Vertrag mit der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) in Köln abgeschlossen. „Wir haben das Angebot des DIS angenommen und werden unsere Doping-Streitfälle der Kaderathleten künftig an dieses nationale Schiedsgericht geben. Hier werden die Fälle verbandsunabhängig entschieden. Wir hoffen, dass unserem Beispiel möglichst viele andere Sport-Fachverbände folgen. Ziel ist die Gründung eines einheitlichen Schiedsgerichts für den gesamten deutschen Sport, damit die Sanktionspraxis über die Fachverbände hinaus vereinheitlicht wird“, sagte anschließend DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop.
(04.12.07)


Galgenfrist für Leichtathletik in Stuttgart:
Entscheidung über Stadionumbau aufgeschoben - IAAF-Weltfinale auch 2008 in Stuttgart

32 000 Unterschriften für den Erhalt der Laufbahn im Daimlerstadion hat der Württembergische Leichtathletik-Verband am vergangenen Donnerstag an Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster übergeben. Er hoffe, dass die Aktion nicht vergeblich sei, sagte WLV-Präsident Jürgen Scholz. Große Leichtathletik-Veranstaltungen könnten sonst nicht mehr in der Landeshauptstadt ausgetragen werden. Für den Erhalt der Laufbahn im Daimlerstadion, die von den Fußballfunktionären bekämpft wird, haben unter anderem die frühere Olympiasiegerin im Weitsprung, Heike Drechsler, Stabhochspringer Sergej Bubka und Hürdenläufer Harald Schmid unterschrieben. „Fünf Monate haben wir gesammelt, waren auf unzähligen Veranstaltungen in Stuttgart und der Region unterwegs“, berichtet Jürgen Scholz.
Durch die Entwicklung der vergangenen Wochen sieht sich der WLV-Präsident im Aufwind. Offenbar dürfen die Stadt und das Land Baden-Württemberg dem VfB Stuttgart keinen Nachlass von 30 Millionen Euro auf den Kaufpreis der Arena geben. Ohne diesen Rabatt kann der Fußball-Meister den Umbau in ein reines Fußball-Stadion aber nicht finanzieren. So zeichnet sich ab, dass der VfB Stuttgart den Kauf sowie Umbau des Stadions in eine reine Fußballarena nicht allein finanzieren kann und auf die Stadt als Partner angewiesen ist. Geprüft wird in den Verhandlungen zwischen Bundesligisten und Verwaltung derzeit die Gründung einer gemeinsamen Objektgesellschaft - allerdings müsste bei dieser Konstruktion die Kommune das Risiko tragen und das widerspricht dem, was der Stuttgarter Gemeinderat mitsamt OB Schuster noch vor Monaten anstrebten - den Verkauf des Stadions. „Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass sich im politischen Alltag Meinungen und Auffassungen ändern können“, weiß WLV-Scholz trotzdem um die geringen Chancen für einen Erhalt der Laufbahn.
Wolfgang Schuster wollte sich gestern nicht festlegen: Ein „Ja“ zur Laufbahn im Stadion ließ er sich ebenso wenig abringen wie eines zur Fußballarena. Man müsse das Ergebnis der Gespräche abwarten. „Ein Umbau ist nur dann zu rechtfertigen, wenn er für die Stadt nachhaltige Vorteile mit sich bringt“, spielte das Stadtoberhaupt auf die Unterhaltskosten des Stadions an. Drei bis vier Millionen Euro muss Stuttgart derzeit im Jahr drauflegen, mit dem Erlös aus einem Verkauf könnten neue wettkampftaugliche Sportstätten finanziert werden, der Ausbau des Stadions Festwiese sei vorstellbar. „Wir stehen aber nicht unter Zeitdruck.“ Eine Entscheidung werde voraussichtlich im Januar oder Februar nächsten Jahres gefällt, vertröstete der OB jene, die noch vor Weihnachten auf ein Signal an den VfB gehofft hatten.
Allerdings dämpfte Schuster auch die Hoffnung der Leichtathleten. Es mache keinen Sinn, eine Laufbahn zu finanzieren, die "so gut wie nicht genutzt" werde. Erst ab 2018 könne sich die Stadt wieder um die Austragung einer Weltmeisterschaft bemühen, alle vorherigen Veranstaltungen seien vergeben. Auf den Wunsch des Verbandes, die Stadt möge sich für die EM 2012 bewerben, reagierte der OB verhalten. „Wir müssen ausloten, was dies finanziell bedeutet und ob Stuttgart überhaupt Chancen hat.“
Die Stuttgarter Diskussion hat einstweilen eine Konsequenz: Die internationale Leichtathletik kann am 13./14. September 2008 ihr Weltfinale in Stuttgart austragen. "Wir gehen wieder nach Stuttgart, der DLV ist unser Partner, und auch die IAAF wird sich beteiligen, damit die Veranstaltung wieder zu einem Erfolg wird", sagte IAAF-Council-Mitglied Helmut Digel (Tübingen), der vom Weltverband (IAAF) erneut zum Vorsitzenden der Kommission für Marketing/Television gewählt wurde. Zwar waren die Wettkämpfe bei den vergangenen beiden Auflagen mit einem Minus von 1,1 Mio Euro defizitär, doch mit 50 000 Zuschauern sei die Veranstaltung in diesem Jahr dennoch ein größerer Erfolg gewesen als 2006. "Deshalb gibt es keinen Grund, aus Stuttgart wegzugehen", sagte Digel.
Bei den weiteren, unlängst vom Weltverband IAAF in Monte Carlo vergebenen Großveranstaltungen ging Deutschland übrigens leer aus. Zu den Hallen-Weltmeisterschaften müssen die Leichtathleten im Jahr 2010 nach Doha an den Persischen Golf reisen, zwei Jahre später geht es nach Istanbul. Im kommenden Jahr ist Valencia Gastgeber
.(Quellen: Esslinger Zeitung und HNP-online, 04.12.07)


Rücktritte: Hansjörg Riederer und Kurt Kaschke verlassen DLV-Bundesfachausschuss Senioren
Auch HLV-Präsident Wolfgang Schad tritt zurück

Hansjörg Riederer (Mainz) und Kurt Kaschke (Hannover) sind nach zwei Jahren aus dem im Sommer 2006 gebildeten Bundesfachausschuss "Senioren" (BFA) zurückgetreten. Dem Vernehmen nach sind Differenzen zwischen der Ausschussvorsitzenden Margit Jungmann und Hansjörg Riederer Anlass für dessen offenbar nicht ganz freiwilligen Rückzug. Kurt Kaschke, Generalsekretär des Europäischen Leichtathletikverbandes EVAA, hat zeitgleich sein Amt zur Verfügung gestellt. Er sieht angesichts zu indifferenter Interessenlagen in einer weiteren Arbeit keinen Sinn und wünscht - wörtlich - "der Arbeit im BFA künftig viel Erfolg und Ehrlichkeit"!
Mit sofortiger Wirkung wird am Freitag auch Wolfgang Schad (Obertshausen) von seinen Ämtern als Präsident des Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) und der Süddeutschen Verbände zurücktreten. Der Rücktritt Schads kommt völlig überraschend. Schad hatte im HLV als Volkslaufwart begonnen, wurde dann Schatzmeister, ehe er die Amtsgeschäfte als Präsident übernahm. gegenüber masters-sport.de erklärte der Hesse: "Nach fast acht Jahren Präsidentschaft, bei dem der Verband immer die erste Rolle gespielt hat, ist es Zeit, sich mehr um die Familie -ich habe noch zwei Söhne von acht und zehn Jahren- zu kümmern.
Bereits am Samstag wird das HLV-Präsidium -satzungsgemäß- über eine(n) Nachfolger(in) entscheiden. Wolfgang Schad war auch hessischer Landesvertreter im Bundesfachausschuss "Lauf". Somit verliert auch der BFA Lauf -wie der BFA Senioren mit Hansjörg Riederer- den von den Landespräsidenten vorgeschlagenen Vertreter.
(03.12.07, update 05.12.)


Massin unterstützt Müller: "Ende der Fahnenstange erreicht"
Vor Reform der internationalen Meisterschaften

Für eine Reform der internationalen Senioren-Meisterschaften spricht sich auch EVAA-Präsident Dieter Massin aus. In einem Kommentar im Magazin "Senioren Leichtathletik" nennt der Westfale zwar die Zahl der Teilnehmer an internationalen Senioren-Meisterschaften "erfreulich", greift aber zugleich die jüngste Kritik von Deutschlands Vorzeigemasters Guido Müller (68) auf, der "kürzere, bessere, kleinere Meisterschaften" fordert.
Es gehe um die "Durchführbarkeit einer solchen Meisterschaft und um die Behandlung der Athleten, die sich zu solch einer Meisterschaft angemeldet haben", schreibt Massin und mahnt "Bedingungen" an, "die meisterschaftswürdig sind und die einen ordentlichen Wettkampf garantieren." Die diesjährigen internationalen Meisterschaften in Helsinki, Regensburg und Riccione seien diesen Ansprüchen "nicht immer" gerecht worden. Massin kritisch: "Die Meisterschaften sind aus dem Ruder gelaufen, sind nicht mehr kalkulierbar, sind nicht mehr zu händeln. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht." Hinter diesem Satz fehlt das Fragezeichen, das noch in der Überschrift des Massin'schen Kommentars zu sehen ist.
Für Massin stehen Mindestleistungen, Qualifikationen, Limits pro Verband und verstärkte Kontrollen nicht mehr meisterschaftswürdiger Leistungen auf der Agenda. Das Präsidium der EVAA hat jedenfalls unter seiner Leitung die Problematik erstmals nach der Hallen-EM in Helsinki und jetzt erneut Ende Oktober auf einer Tagung in Ljubljana ausführlich diskutiert. Es soll offenbar schnell gehandelt werden.
Massins Resumeé: "Zweifelsohne" werde die jetzige Entwicklung zu Einschneidungen führen. Der EVAA-Präsident -wie Guido Müller- will den so genannten Meisterschaftstourismus angehen, und solche Teilnehmer von internationalen Meisterschaften fernhalten, deren Leistungen keinen sportlichen Wert haben und die die Meisterschaften in erster Linie als touristisches Erlebnis begreifen. Sie will der Chef der europäischen Masters-Leichtathleten offenbar zu den "European Masters Games" und den "World Masters Games" mit ihrem "Festival- und Breitensportcharakter" umleiten. Sei diese Alternative nicht "die richtige Lösung zur richtigen Zeit?" fragt Massin rhetorisch.
Offenbar läuft alles auf Qualifikationsnormen hinaus, die ein Leichtathlet künftig vor Teilnahme an internationalen Seniorenmeisterschaften nachzuweisen hat. Daneben wird ernsthaft über eine Reduzierung des Wettbewerbsprogramms und auch eine Verkürzung der Meisterschaften nachgedacht. Aus dem Umfeld von Massin hat masters-sport.de auch erfahren, dass die Startgeldfrage diskutiert wird. Bisher seien "Vielstarter" finanziell begünstigt worden. Das soll jetzt möglicherweise anders werden, indem man sie verstärkt zur Kasse bittet.
(03.12.07)


Fehlt eine Weihnachtsgeschenksidee? Fitness schenken!

In diesem Jahr feierte Ilse Dippmanns "Frauenlaufidee" mit beeindruckenden 14.603 Teilnehmerinnen beim Österreichischen Frauenlauf in Wien ihr 20jähriges-Jubiläum! Die Organisatoren bieten jetzt allen, denen eine zündende Idee für ein Weihnachtsgeschenk fehlt, an:
Sichern Sie sich oder Ihrer Freundin mittels Gutschein schon jetzt einen Startplatz für den Österreichischen Frauenlauf am 18. Mai 2008 (Sonntag nach Pfingsten). "Vielleicht wollten Sie auch schon immer eine Freundin, Bekannte oder Verwandte zum Mitlaufen motivieren. Vor allem dann bietet sich der Gutschein als ideales Geschenk an. Sie haben auch die Möglichkeit, eine spezielle Startnummer, soweit sie noch nicht vergeben ist, zu reservieren!
Bestellungen können in der Frauenlauf-Boutique der Veranstalter platziert werden. Hier gibt es Hotels und Lufthansa fliegt ab 99 Euro (hin und zurück) nach Wien.
(30.11.07)


Personalwechsel in der IAAF-Rechtskommission

DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop ist nicht mehr Mitglied der Rechtskommission des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF). Stattdessen hat das IAAF-Council die Rechtsanwältin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Dr. Anne Jakob, in das Gremium berufen. Dies teilte der DLV heute mit.
„Aufgrund der Arbeitsbelastung im Rahmen der Vorbereitung auf die WM 2009 stand ich für die Aufgabe bei der IAAF nicht mehr zur Verfügung. Es freut mich natürlich sehr, dass die IAAF dem DLV-Vorschlag gefolgt ist, weil somit sichergestellt ist, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband in allen Rechtsfragen weiterhin seinen Einfluss geltend machen kann“, erklärte Dr. Clemens Prokop.
„Ich freue mich auf diese neuen Herausforderungen“, sagte Dr. Anne Jakob, die jüngst auch in die Anti-Doping-Kommission des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) berufen wurde.
(28.11.07)


Rings Meinung: Dra de net um, der NADA-Kommissar geht um
Unsinniger Aktionismus einer wirkungslosen Doping-Hetzjagd

Wenn man derzeit leichtathletik.de studiert, kommt man sich bisweilen vor wie in einem klassischen Western. „Wanted“, steckbrieflich gesucht, der/die Leichtathlet/In, die angeblich vor einer Doping-Kontrolle davongelaufen ist. „Missed control“ nennt man das, und die ist seit Neuestem mit einer Verwarnung und der sehr plakativen Veröffentlichung auf dem Leichtathletik-Portal gekoppelt. Bei drei „missed-controls“ soll’s dann die rote Karte geben, natürlich erst nach eingehender Befragung der/des Athleten/In. Grundsätzlich dem Athleten Schlampereien in seiner 24-stündigen (Topleute) oder 72-stündigen Abwesenheits-Meldepflicht vorzuwerfen oder ihm sogar die Absicht der Doping-Verschleierung nachzusagen, würde bei der derzeitigen Kontrollpraxis der NADA weit am Ziel vorbeigehen.
Wie schaut nun so eine unangemeldete Kontrolle aus? Der/die Kontrolleur/In der NADA steht ganzeinfach nach einem Losverfahren oder per Zielfahndung vor der Haustür des/der Athle-ten/In und klingelt. Ist der nicht da, wird mit dem handy nachgerufen und in der Regel eine Stunde gewartet. Ist der/die Athlet/In auch in dieser Zeit nicht erreichbar, wird eine „missed control“, zu Deutsch versäumte Dopingkontrolle beim zuständigen Fachverband gemeldet. Nun erfolgt die Anhörung, gegebenfalls die Verwarnung. Was da passiert, lässt sich in aller Regel nicht vollständig nachvollziehen, weil verständlicherweise über die laufenden Verfahren keine Auskunft zu erhalten ist.
Die Unsinnigkeit jenes NADA-Vorgehens dokumentiert sich schon in der Abwesenheits-Meldepflicht. Topathleten müssen schon eine Abwesenheit von ihrem vorher angegebenen Aufenthaltsort, respektive Training, Uni und häuslicher Bereich, wahrscheinlich auch das tete-à-tete mit der Freundin in deren Wohnung – wenn man bös sein will – über die 24 Stunden hinausgehend angeben. Die anderen brauchen das nur, wenn sie sich mehr als 72 Stunden außerhalb ihres vorher gemeldeten NADA-Stundenplans bewegen.
Wehe dem, der sich in seiner Freizeit einmal ein Fußballspiel ansieht und im Zuschauergebrüll sein Handy nicht klingeln hört, oder als Langstreckler zwei Stunden ohne Handy im Gelände trainiert, ein paar Stunden früher als gewohnt, weil das Wetter so eben passt, oder sich im Funkloch befindet, oder seine Batterie den Geist aufgibt, oder – oh Schreck – sein Handy verliert. Keine Chance hat er an der missed control vorbeizukommen. Wie soll er denn solche Störfälle bei der nachfolgenden Befragung glaubhaft erklären? Den Unschuldsbeweis erbringen zu müssen ist doch – mit Verlaub gesagt – in all diesen Fällen ein ausgemachter Schmarren. In der Regel handelt es sich bei der überaus größten Anzahl der kontrollierten Athleten/innen um absolut integere junge Leute, die den Dopingkampf offensiv unterstützen wollen, bis hin zu einer möglichen handy-Ortung (siehe Spiegel-online Bericht vom 23.11.2007). Vielleicht sollte man sich wirklich Gedanken über einen vom Athleten mitgeführten GPS-Chip, der jederzeit Auskunft über dessen momentanen Aufenthaltsort gibt, Gedanken machen.
Die derzeitige Vorgehensweise, so beamtenmäßig bürokratisch wie sie durchgeführt wird, zudem absolut ineffizient, weil wohl kein Kontrolleur das tatsächliche Überschreiten der 72-Stunden-Frist per gleichlanger Belagerung der Athletenhaustür belegen wird und somit den Beweis der Schuld des Athleten schwerlich erbringen kann. Zudem gerät der so „gejagte“ Athlet immer mehr in eine Zwangslage, der er als Mensch in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung gar nicht mehr gerecht werden kann. Es gibt also was zu tun in Sachen eines fairen und trotzdem effektiven Kontrollsystems. Packt es also an, liebe NADA-Leute. Das,was jetzt abläuft, ist purer Aktionismus, der niemandem hilft und nur unsinnig Geld kostet.
(von Kurt Ring / Regensburg28.11.07)


M65: Manninnen sprintet zum Weltrekord

Der finnische M65-Sprintweltmeister von Riccione Jorma Manninen (*1942) hat am vergangenen Samstag mit 7,99sec bei einem Leichtathletik-Hallensportfest in Finnlands Hauptstadt Helsinki einen neuen Weltrekord seiner Altersklasse im 60m-Sprint aufgestellt; nisher (und seit 1986) wurden handgestoppte 7,8sec des Kanadiers Cecil Paul als Weltrekord aufgelistet. (28.11.07)


So will Braunschweig nicht: Keine WM-Qualifikation 2009 in Niedersachsen

Die Hoffnung der niedersächsischen Leichtathleten ist geplatzt. Ihrer Präsidentin Rita Girschikofsky aus Hannover und dem Braunschweiger Organisationschef Otto Schlieckmann ist es nicht gelungen, bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist die Stadt Braunschweig und den Deutschen Leichtathletikverband (DLV) zusammenzubringen. Somit bleibt Ulm die einzige Bewerberin um die Austragung der nationalen Titelkämpfe 2009, die als Qualifikation für die drei Wochen später in Berlin beginnende Weltmeisterschaft sehr attraktiv sind. "Ich finde das in hohem Maße bedauerlich, aber man wollte eben nicht", klagt Schlieckmann. "Die DM im Vorfeld der Heim-WM wäre eine tolle Sache für die Region gewesen und in der Werbewirksamkeit um Welten höher als manches andere - aber das haben die Entscheider bei der Stadt leider anders gesehen."
Sportdezernent Wolfgang Laczny hatte seine Bedingungen für eine Ausrichtung der Meisterschaften dem NLV zur Weiterleitung an den DLV vergangene Woche schriftlich zukommen lassen. Die Stadt verlangte einen Werbefilm über Braunschweig in der DM-Fernsehübertragung der öffentlich-rechtlichen Sender und zudem, weniger als die geforderten 125 000 Euro zu zahlen. Den ersten Punkt kann der DLV nicht zusagen, beim zweiten wollte er nicht verhandeln, denn die Ulmer zahlen ja die gewünschte Summe.
So kam es auch nicht zu den von Schlieckmann erhofften Gesprächen. Der DLV ließ der Stadt seinerseits schriftlich seine Forderungen zukommen. "Da sind zwei mit ihren Bedingungen aufeinander geprallt", sagt Girschikofsky. "Ich bin überzeugt, dass man in Braunschweig die DM nicht gewollt hat, sonst wäre eine Annäherung sicher möglich gewesen." Mehr auf der NLV-Seite...
(von Ute Berndt in BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG, 27.11.07)


Guido Müller will Reform der internationalen Meisterschaften: Kürzer, besser, kleiner!

Guido Müller, Deutschlands bislang einziger "IAAF Masters Leichtathlet des Jahres", hat jetzt in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Senioren Leichtathletik" (Kürzel: "SeLa") eine Reform der internationalen Leichtathletikmeisterschaften der Senioren gefordert. Nach den Erfahrungen der WM in Riccione spricht sich Müller für kürzere, sportlich bessere und vor allem kleinere internationale Meisterschaften aus.
Deutschlands Topmasters blickt in der Dezember-Ausgabe von "SeLA" zunächst zurück: "Ich freute mich auf diese Weltmeisterschaften in Riccione, bis ich erfuhr, dass rund 9000 (!!) Teilnehmer gemeldet haben. Meine Vorfreude wich starker Skepsis, ob sich so eine Massenveranstaltung organisieren lässt." Der Vaterstettener benennt dann die Schwachstellen der letzten Masters-WM, wo es trotz allen Einsatzes der italienischen Organisatoren zu massiven Problemen gekommen sei, beispielsweise beim Transport zwischen den Stadien und auch das Miteinander der Masterssportler sei wegen der großen Teilnehmerzahl und der Entfernung zwischen den Stadien auf der Strecke geblieben. Müller kritisiert auch die finanziellen Belastungen der Athleten als zu hoch: "Die Gesamtdauer der Veranstaltung ist inzwischen auf 12 Tage ausgeufert." Da die Seniorensportler normalerweise sämtliche Reisekosten für Anreise, Hotel, Verpflegung und Startgebühren selbst zahlten, sei deren Etat erschöpft. "Gute Athleten müssen den Europa- und Weltmeisterschaften fern bleiben, während den finanziell besser gestellten, aber leistungsmäßig erheblich schlechteren Wettkämpfern die Teilnahme möglich ist."
Müller verärgert: " Gerade die Teilnehmer mit schlechten Leistungen melden sich für besonders viele Disziplinen, um so die Tage ihrer Anwesenheit auszunutzen. Da diese nur wenig Aussicht haben, den Endkampf zu erreichen, müssen sie auch ihre Kräfte nicht einteilen, so daß ihre Teilnahme für sie mehr einen Unterhaltungswert hat als daß sie sich einem echten Wettkampf stellen mit all dem dafür notwendigen vorausgehenden Training. Diese Teilnehmer genieren sich nicht, an technisch schwierigen Disziplinen, wie Stabhochsprung, Hindernis- und Hürdenlauf teilzunehmen und durch diese unästhetische Präsentation die Aufmerksamkeit der Fotografen auf sich zu ziehen, die dann herablassend den Seniorensport allgemein lächerlich machen. Durch diese Teilnehmer wird das Niveau und damit das Ansehen der Weltmeisterschaften nach unten gedrückt."
Müller fordert klare Änderungen: Qualifikationsnormen sollten künftig die "leistungsschwachen Gelegenheitssportler" von der Teilnahme abhalten. Außerdem will er kürzere Meisterschaften mit weniger Wettbewerben. Verzichten solle man auf " Werfer-Fünfkampf, die Crossläufe, das Gehen und den Marathon". Es gebe weltweit genügend Marathonläufe, sogar mit eigener Seniorenwertung.
Für Guido Müller, der seinen Beitrag als Beginn einer notwendigen Diskussion begreift, ist die Sache klar: "Wenn dem Ausufern der Wettbewerbe und der nicht mehr zu bewältigenden Teilnehmerzahl nicht Einhalt geboten wird, laufen wir Gefahr, dass man für die internationalen Seniorenmeisterschaften womöglich keinen geeigneten oder sogar überhaupt keinen Ausrichter mehr findet."
(27.11.07)

Positive Mitgliederentwicklung beim Förderverein proMASTERs

Mit der magischen "7" fing es an! Das war die notwendige Mitgliederzahl, um einen Verein gründen zu können. Der Förderverein proMasters ist aber kein gewöhnlicher Verein mit starren Strukturen, Sitzungen, Ordnungen und all dem, was Senioren-Leichtathleten schon zur Genüge kennen. Er ist ausschließlich ein "Aktivisten-Sammelbecken", um die proMASTERs, die eigentliche Senioren-Vertretung zu unterstützen und hierfür die rechtlichen Voraussetzungen zu bieten. Zwischenzeitlich hat sich die Mitgliederzahl mehr als verzehnfacht. Der Förderverein erwartet das 75. Mitglied - dann ist mit einem Dreiviertelhundert ein kleines Jubiläum fällig. Ein großes wird es, wie Fördervereinsvorsitzender und proMASTERs-Sprecher Kurt Kaschke schon ungeduldig voraussieht, wenn die Hundert voll ist.
Der Förderverein proMASTERs ist ein eingetragener Verein, der die Initiativen von proMASTERs, Interessengemeinschaft Senioren-Leichtathletik aktiv unterstützt. Er zeichnet sich durch aktive Mithilfe, ideeller, aber auch finanzieller Art aus. Der Förderverein ist ein "eingetragener Verein", dessen Gemeinnützigkeit anerkannt ist. Er kann daher auch eigene Spendenbescheinigungen ausstellen. Spenden können auf das Konto des Fördervereins bei der Frankfurter Volksbank (BLZ 501 900 00) - Konto-Nr. 620 150 2614 - eingezahlt werden. Die Spenden als Fördermittel werden ausschließlich für die Seniorenleichtathletik verwendet, hier mit Schwerpunkt "Kampf für eine faire und manipulationsfreie Leichtathletik, Kampf gegen Sportbetrug und Doping".
Der Förderverein arbeitet eng und kooperativ mit der Fachzeitschrift "Senioren-Leichtathletik" zusammen. Bei einer Jahresspende ab 100 € kann daher das Jahresabonnement bei dieser für einen Seniorensportler unverzichtbaren Zeitschrift mit einem 20 %-igen Nachlass bezogen werden. Der Nachweis der Mitgliedschaft und der eingezahlten Spende erfolgt, sobald die Höhe der Spende 100 € erreicht, erfolgt vom Förderverein an das Mitglied, der diese beim Abonnement dem Verlag Meyer & Meyer vorlegt.
Übrigens: Per Online kann jeder auch Mitglied des Fördervereins proMASTERs werden, eines Vereins, der die Initiativen von proMASTERs, der Interessengemeinschaft der Seniorenleichtathletik, ideell und materiell unterstützt. Der Förderverein ist als gemeinnützig anerkannt und daher berechtigt, "Spendenbescheinigungen" auszustellen. Die Spenden werden ausschließlich - und ohne Verwaltungsabzüge - in die proMASTERs-Aktivitäten gesteckt, vor allem für den Kampf gegen Doping verwendet.
(26.11.07)


Seniorensportler des Jahres: Es darf gewählt werden

Die Leser des Magazins „Senioren Leichtathletik" haben in großer Anzahl viele Vorschläge für die Wahl des "Seniorensportlers 2007" und der "Seniorensportlerin 2007" gemacht und jetzt darf gewählt werden. Bei den Männern lauten die Vorschläge (in alphabetischer Reihenfolge) :
Johann Hopfner M 50 (LLC Marathon Regensburg)
Wolfgang Ritte M 50 (Weseler TV)
Thomas Zacharias M 60 (USC Mainz)

Bei den Frauen sind nominiert:
Simone Noack W 35 (LG Neiße)
Anne Chatrine Rühlow W 70 (SV Burgsteinfurt)
Christiane Schmalbruch W 70 (HSG Uni Rostock)


„Senioren Leichtathletik" bittet nun seine Leserinnen und Leser bis Freitag, 4. Januar 2008 abzustimmen und die Wahlzettel entweder per Fax (0241 – 9581010) oder per Post an den Meyer & Meyer Sportverlag in Aachen (Meyer & Meyer Sportverlag, von-Coels-Str. 390, 52080 Aachen) zu schicken.
Alle Einsender nehmen übrigens an einer großen Verlosung teil. Es lohnt sich also allemal mitzumachen, um nämlich den besten Seniorensportler und die beste Seniorensportlerin mit zu wählen und damit Stellenwert wie Popularität des Seniorensport in Deutschland wieder in den Fokus zu rücken und einen der zahlreichen Preise zu gewinnen.
(26.11.07)

Senioren-Leichtathletik: Doppelheft zum Jahresausklang

Mit einer dicken Doppelausgabe verabschiedet sich das Magazin "Senioren Leichtatletik" aus dem Meyer-und-Meyer-Verlag von diesem Jahr. Die Ausgabe erscheint am 29. November. Kaum zu glauben: Aber schon seit drei Jahren informiert das von Dieter Massin (Ahlen), Jörg Reckemeiner (Oldenburg) und Jean-Marc Rheder (Bad Lauterberg) auf den Weg gebrachte Informationsmagazin aus dem renommierten Aachener Verlag die Senioren-Leichtathleten.
Die aktuelle Ausgabe arbeitet die WM in Riccione nach, die mit 9000 Teilnehmern sichtbar an organisatorische und finanzielle Grenzen stieß. Mit den Schlussfolgerungen befassen sich Deutschlands Vorzeigemaster Guido Müller, der auch das Titelbild der Nummer 11/12-2007 ziert, und in einem lesenswerten Kommentar EVAA-Präsident Dieter Massin. Ähnlich interessant sind der Ratgeber zum Thema "gesundheitsorientiertes Krafttraining" sowie der Bericht über Geschlechtsspezifisches zum Thema Rückenleiden. Vorgestellt wird außerdem u.a. Geher Hartwig Gauder, "der Mensch, der kein Affe sein möchte"...
Tipp des Tages ist sicherlich das Miniabo, das es jetzt für "Senioren Leichtathletik" gibt. Wir meinen: Ein ideales Weihnachtsgeschenk.
(25.11.07)


Hanno Rheineck: Laufstarts in 50 Ländern

Als letztes Ziel seiner Osteuropa-Reise steuerte Hanno Rheineck, Mitglied des Lauftreff Spich, jetzt Zagreb an. In der kroatischen Hauptstadt mit ihren rund 1 Million Einwohner nahm er an einer Sportveranstaltung mit Läufern aus 25 Nationen teil. Das Besondere war, dass beim halben und vollen Marathon 1.000, beim 5 km Citylauf aber 5.500 Läufer/innen am Start waren! So wurde diese Veranstaltung für Hanno ein richtiges Jubiläum, denn es war der größte Lauf, an dem er bisher teilgenommen hatte. Professor Milan Oreskovic, Generalsekretär des kroatischen Leichtathletikverbandes, hatte dem Sprecher „gesteckt“, dass Kroatien das 50. Land der Welt sei, in dem der Troisdorfer an den Start ging, und so wurde dies beim Zieleinlauf, nach 23:58 Minuten, entsprechend gewürdigt.
Wahrscheinlich gibt es in Deutschland nur wenige Leichtathleten oder überhaupt Sportler, die eine solche Länderbilanz aufweisen können. „Für das Guinness Buch der Rekorde reicht es noch nicht, aber weitere Auslandssportreisen sind schon geplant!“ meint dazu das agile Mitglied des Lauftreffs Spich.
(23.11.07)


Antidoping: Australier John Fahey neuer WADA-Präsident

Der frühere australische Finanzminister John Fahey ist neuer Präsident der Welt-Antidoping-Agentur WADA. Der 62 Jahre alte Fahey wurde zum Abschluss der 3. Antidoping-Weltkonferenz in Madrid zum Nachfolger des Kanadiers Dick Pound gewählt. Pound führte die WADA seit deren Gründung 1999 an. Er verlässt seinen Posten auf Ende Jahr. Fahey war der einzige offizielle Kandidat für die Nachfolge geblieben, nachdem sich der frühere französische Sportminister Jean-François Lamour - er galt lange als Favorit - letzten Monat zurückgezogen hatte.
Fünf europäische Regierungsvertreter, die Fahey ablehnten, scheiterten in Madrid zunächst mit dem Versuch, den Franzosen Guy Drut wenige Stunden vor der Wahl als Gegenkandidaten zu nominieren, und nachher auch mit der Forderung, die Präsidentenwahl um ein halbes Jahr zu verschieben. Guy Drut, 100-m-Hürden-Olympiasieger von 1976 und seinerseits ehemaliger Sportminister Frankreichs, wurde von Dick Pound aus formellen Gründen nicht als Kandidat akzeptiert. Pound wies darauf hin, dass die Anmeldefrist am 20. September abgelaufen sei.
(aus NZZ, 19.11.07)


UK-Masters: Britischer Mittelstreckler präsentiert neue Internetseite

Endlich! Mike Toal, 36-jähriger britischer Mittelstreckler, hat eine neue Internetseite in's Netz gestellt, die Mastersnachrichten und -Themen im Vereinigten Königreich zum Inhalt hat. Bisher hatte der britische Masters-Leichtathletikverband nur eine sehr betuliche Seite zuwege gebracht. Toal sagte zu seinem Projekt inzwischen: "Weil ich neu dabei bin und verlass mich gern auf die Ratschläge der erfahrenen Masters-Athleten, wie die Webseite denn sein sollte." Tatsächlich erscheint die neue Seite noch ausbaufähig. Und genau diesen Ausbau will der 800m-Vierte der WM von Riccione (übrigens in 1:56,39 min (PB) ) in den kommenden Wochen und Monaten leisten. Er sagt ganz selbstbewusst: "Ich kann das dahin voran bringen, wo es die Leute haben möchten."
Mike Toal zeigt sich für Kritik aufgeschlossen und will eine Webseite schaffen mit allem, was die Athleten haben möchten. er präsentiert bereits ein Diskussionsforum und präsentiert -ganz aktuell- eine Abstimmung, wie die Zukunft der europäischen Masters-Leichtathletik aussehen wird: soll es weiterhin eine traditionelle EM geben oder die European Masters Games oder wie bisher beide Veranstaltungen nebeneinander.
www.masters-sport.de wünscht Mike Toal alles Gute mit seinem Internetprojekt!
(18.11.07)


Kölner Leichtathletik organisiert sich neu

Die beiden großen Kölner Leichathletik-Vereine ASV Köln und das Leichtathletik-Team der Deutschen Sporthochschule Köln bilden ab sofort eine Leichtathletik-Gemeinschaft. Nach vielen Jahren voller zäher Verhandlungen, aber auch einer großen Palette von Streitigkeiten und Widersprüchen bildet sich eine LG, die zunächst (bis ein neuer Sponsor als Namensgeber einsteigt) unter dem für Stadionsprecher nicht ganz einfachen Namen "LG ASV Deutsche Sporthochschule Köln" bei Wettkämpfen an den Start geht.
Mit der Bildung der „LG ASV Deutsche Sporthochschule Köln“ wollen und werden die beiden Clubs neue Maßstäbe für den Leichtathletik-Standort Köln setzen. Immerhin entsteht der, hinter Bayer Leverkusen zweitgrößte Leichtathletikverein der Region.
Die neue LG will sich auf Mittel- und Langstreckenlauf, den Weit- und Dreisprung sowie den Sprint von 100 bis 400 Metern inklusive der Hürdenstrecken spezialisieren, wie Norbert Stein, bislang Sportdirektor des Sporthochschulteams, betonte. Sein bisheriges ASV-Pendant, Harald Rösch, sagte bei derselben Pressekonferenz am Freitagmorgen, dass neben der Förderung des Spitzen- und Nachwuchssportes „die saubere, dopingfreie Leichtathletik“ wichtiger Bestandteil der Philosophie des Zusammenschlusses ist und natürlich auch der Breitensport nicht zu kurz kommen wird.
(18.11.07)


WADA: Neuer Welt-Anti-Doping-Code verabschiedet

Während der neue Welt-Anti-Doping-Code in Madrid verabschiedet wurde, geht das Tauziehen um die Wahl eines neuen WADA-Präsidenten weiter. "Der Code ist strenger, aber fair und schickt die Botschaft, dass wir den Kampf intensiver fortführen", resümierte Richard Pound, scheidender Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), zum Abschluss der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid. Verärgert war der Kanadier über den chaotischen Streit um seine Nachfolge, die durch das Bestreben der europäischen Vertreter in der WADA, den Australier John Fahey zu verhindern, entstanden war.
Der Codex wird das Fundament einer harmonisierten Bekämpfung der verbotenen Leistungsmanipulation sein. "Er ist ein Meilenstein", urteilte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der neue Wada-Code ermögicht die Flexibilisierung der Strafen für Dopingvergehen. Die automatische Zweijahressperre gehört der Vergangenheit an. Wer in ein kriminell organisiertes Dopinggeflecht verwickelt ist, muss nun mit einem Wettkampfbann von vier Jahren rechnen. Macht er aber Aussagen, die zur Entflechtung der Machenschaften im Hintergrund des Athleten führen, kann seine Strafe verringert werden, im besten Fall um 75 Prozent. Sinnvoll ist eine derartige Kronzeugenregelung vor allem dann, wenn durch die Aussagen polizeiliche Ermittlungen ausgelöst werden. Daher könnte sich die Neuregelung als Türöffner in Richtung Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden erweisen. Die Neuregelung wird allerdings erst am 1. Januar 2009 in Kraft treten - nach den Olympischen Spielen in Peking.
Nach dem Wirrwarr in den Tagen vor der Wahl eines neuen Präsidenten durch das WADA-Foundation-Board im unmittelbaren Anschluss an die Konferenz offenbarten die Europäer ihre Strategie. Sie wollten einen Aufschub der Wahl vorschlagen. "Es ist eine Chance, um aus dem Dilemma herauszukommen", erklärte Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Nachdem der von Europa nominierte Franzose Jean-Francois Lamour seine Kandidatur zurückgezogen hatte, blieb nur der Australier John Fahey als Anwärter auf den WADA-Vorsitz. Der Ex-Minister wird jedoch von Europa abgelehnt. Wenn die Europäer sich mit dem Vorschlag, die Wahl aufzuschieben, durchsetzen, müsste Pound nach den Regeln der WADA für ein weiteres halbes Jahr im Amt bleiben. Der 65-Jährige hat jedoch klar deutlich gemacht, dazu nicht gewillt zu sein. Für großen Aufruhr hatte die Bereitschaft des französischen Hürdensprint-Olympiasiegers von 1976, Guy Drut, gesorgt, ebenfalls als Präsidentschafts-Kandidat zur Verfügung zu stehen.
(Quellen ftd, taz, 17.11.07)


Wie die Schüler: Neue Mehrkampfwertung ab M/W 60
Bundesfachausschuss "Senioren" tagte in Darmstadt

Der Tagung der Seniorenwarte aus den 20 Landesverbänden zwei Wochen zuvor folgte, ebenfalls in Darmstadt, die Zusammenkunft des Bundesfachausschusses Senioren. Die BFA-Vorsitzende Margit Jungmann (Rehlingen) konnte nach nur gut einem Jahr des Fachausschuss-Bestehens auf ein bewegtes Jahr zurückblicken. Sie wies in ihrem Resümee auf die weiterhin international herausragende Position der deutschen Senioren-Leichtathletik hin. Bei allen Großereignissen des Jahres 2007 (Senioren-Hallen-EM in Helsinki/Finnland, Senioren-EM Straße in Regensburg und Senioren-WM Stadion in Riccione/Italien) lag das deutsche Team an der Spitze der Medaillenwertung und trug maßgeblich zum hohen Niveau aller Titelkämpfe bei.
Während bei den Internationalen Meisterschaften ungehemmt, ohne Qualifikationsleistungen, das volle Olympische Programm für alle Altersklassen zur Austragung kommt, ist man im BFA Senioren weiterhin der Auffassung, das Wettkampfangebot für die nationalen Titelkämpfe nur begrenzt und altersgemäß vertretbar, zu erweitern.
Der BFA trug der vermehrten Wettkampfteilnahme von Seniorinnen und Senioren der „älteren“ Altersklassen Rechnung und erweiterte, nach Absprache mit den Landes-Seniorenwarten, in den Klassen W 50 bis W 70 bzw. M 60 bis M 80 das Meisterschaftsangebot um zusätzliche Wettbewerbe. Bei den Freiluftmeisterschaften ist diese Aufstockung relativ problemlos möglich, bei den Hallentitelkämpfen werden durch zeitliche und räumliche Probleme zukünftig eher Grenzen gesetzt.
Breiten Raum nahm die Diskussion um die Einführung einer geeigneten Mehrkampfwertung für die Senioren ein. Um einerseits, insbesondere den älteren Mehrkämpfern, eine „gerechtere“ Punktewertung anzubieten, und andererseits die Wartezeit bis zur Einführung einer neuen, international gültigen Wertung zu überbrücken, soll jetzt für die Senioren ab M/W 60 die nationale Schüler-Wertung Anwendung finden. Abschließend befindet darüber der Verbandsrat.
Um den Wünschen der deutschen Athletinnen und Athleten, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen wollen, entgegenzukommen, wird es eine den Erfordernissen angepasste Erweiterung des Angebotes sowohl der Repräsentanz- als auch der Wettkampfbekleidung geben. Neben den bereits vorhandenen und ausgefüllten Arbeitsbereichen soll nun ein weiterer Bereich hinzukommen und eine „Lücke“ geschlossen werden: Geplant ist eine verstärkte Internetpräsenz, die es allen Interessierten ermöglicht, sich aktuell aus dem gesamten Geschehen in der Senioren-Leichtathletik zu informieren.
(aus www.leichtathletik,de, 16.11.07)


M35: Tim Lobinger wechselt von Köln nach München

Stabhochspringer Tim Lobinger wechselt den Verein. Der 35 Jahre alte WM-Achte von Osaka kehrte nach insgesamt neun Jahren dem ASV Köln den Rücken, für den er zunächst 1999/2000 und dann wieder ab 2003 gestartet war, teilte der Leichtathletik-Club mit. Auf seiner Internetseite führte der ehemalige Hallenwelt- und -Europameister persönliche Gründe für seinen Schritt an. "München bietet mir einzigartige Voraussetzungen für meinen Sport. Die Anlagen um das Olympiastadion sind modern und wunderschön. Sowohl die neue Leichtathletikhalle als auch das gesamte Olympiagelände liefern eine perfekte sportliche Infrastruktur", erklärte der gebürtige Rheinländer, der seinen Lebensmittelpunkt schon Ende 2006 nach Süden in die bayrische Landeshauptstadt verlegt hatte.
"Der Olympiastützpunkt München ist Dreh- und Angelpunkt meines täglichen Sportlerlebens. Der Olympiapark ist für mich Arbeits-, Wohnzimmer und Garten zugleich", meinte der deutsche Rekordhalter, der 1997 und 1999 die magischen sechs Meter überquert hat. Auch Lobingers Freundin kommt aus München. "Noch nie habe ich mich in einer Stadt so heimisch gefühlt. Als Weltenbummler habe ich 2002 erstmals mein Herz an die Stadt verloren", gab der 1,93 Meter große Stabartist zu.
ASV-Präsident Helmut Breuer zeigte Verständnis für Lobingers private Entscheidung. Es habe keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit mehr gegeben: "Wenn sich die Gemeinsamkeit auf eine Bankverbindung reduziert, gibt es für einen Kölner Traditionsverein sicherlich bessere Möglichkeiten, sich im Sinne der Leichtathletik zu engagieren." Die Trennung gehe vom Verein aus.
"Auf Wiedersehen Köln, es bleiben viele sehr schöne Erinnerungen", sagte Lobinger, "ich bin ganze neun Jahre für die Stadt Köln gestartet. Zwei Jahre für das Team Deutsche Sporthochschule Köln und sieben Jahre für den ASV Köln." Sein erster Verein war als 14- Jähriger die LG Bonn/Meckenheim (1986 bis 1992), danach folgten Bayer Leverkusen (1993 bis 1996), die LT DSHS Köln (1997 bis 1998), der ASV (1999/2000), LAZ Quelle Fürth/München 1860 (2001), die LG Frankfurt (2002) und ab 2003 erneut der ASV Köln.
(aus ftd, 16.11.07)


Darmstadt-Cross lockt 800 Teilnehmer - Zwei Mastersrennen

Der 23. Darmstadt-Cross zieht am Sonntag (18.11.) das Hauptinteresse nicht nur der südhessischen Leichtathleten auf sich. Etwa 800 Aktive aus der Region und darüber hinaus werden am Sonntag zu den insgesamt zwölf Rennen auf der tradtionsreichen Lichtwiese nahe der Technischen Universität im Stadtteil Bessungen erwartet. Im Mittelpunkt der Ausrichter stehen dabei EM-Qualifikationsrennen der Aktiven und Jugend (DLV-Bundestrainer Detlef Uhlemann: "Darmstadt ist für uns das Hauptnominierungs-Kriterium"). Daneben finden auch zwei Mastersrennen für Seniorinnen (12.20 Uhr) und Senioren (13.05) aller Altersklassen statt.
Meldungen sind noch schriftlich an Wilfried Raatz, Am Gernböhl 1, 64405 Niedernhausen-Fischbachtal - zweckmäßig per Fax 06166-60218 oder E-Mail möglich. Auch am Veranstaltungstag kann noch nachgemeldet werden. Nachmeldungen sollten aber, so die Veranstalter, die Ausnahme sein, "um uns die Organisation zu erleichtern."
(16.11.07)


Württemberg: Läufer trotzen Wind und Wetter
Silber für starkes Seniorinnen-Team der Unterländer LG

Die württembergischen Waldlaufmeisterschaften auf dem Haigern litten am vergangenen Sonntag (11.11.) unter starken Wind- und Regenböen. Umso höher sind deshalb die Leistungen in diesem Jahr zu bewerten. Den Meisterschaftslauf der Männer-Langstrecke (8600 Meter) gewann überlegen der Favorit Arne Gabius (*1981, LAV Asics Tübingen) mit neuem Streckenrekord von 25:39 Minuten. Die seitherige Rekordmarke stand bei 26;02 Minuten.
Württembergische Meisterin der Frauen-Langstrecke (6450 Meter) wurde Stephanie Beckmann (*1979, LG Leinfelden-Echterdingen) mit 22:47 Minuten. Rang drei belegte hier die starke Andrea Thieken-Arens (*1966, Unterländer LG) in 24:12 Minuten. Sie war damit auch die klar schnellste Masters-Läuferin und führte damit das Team der Seniorinnen der Unterländer LG zu einer nicht ganz unerwarteten Silbermedaille in der Gesamtwertung.
Wie vor zwei Jahren gab es für das Team der Unterländer LG mit den Masters-Läuferinnen Andrea Thieken Arens, der zweitbesten Seniorin Kirsten Weimar-Silcher (*1965, 25:46min) und W45-Siegerin Scarlett Peterson (*1961, 28:17min) auch den Mannschaftstitel der Mastersklasse. Überhaupt waren die Senioren der Unterländer LG sehr erfolgreich; sie gewannen gleich vier Meistertitel und eine Vizemeisterschaft. Überragend lief in Flein auch W65-Meisterin Rita Rudolph (*1941, LG Esslingen) mit exakt 33:00min ins Ziel.
Bei den Senioren gewann ein formstarker Lothar Taferner (*1967, LSG Aalen) die M40-Alterswertung in 21:35min, in der M 45 war Wolfgang Schütz (ULG/TV Flein) in 22:30 Minuten nicht zu schlagen. Jürgen Balke (* 1956, TSV Hildrizhausen) siegte in der M50 in 23:11min, wobei ihm allerdings der zweitplatzierte Helmut Ilzhöfer (*1956, LG Rems-Welland, 23:17min) alles abverlangte. M55-Meister wurde Wilhelm Gubitzer (*1950, VfL Ostelsheim) in 25:05min. Den Titel in der M 60 holte sich Edmund Schlenker (*1944, VfL Ostelsheim) in 26:28 min, den der M 65 Siegfried Reichert (TSV Talheim) in 27:28 Minuten. Hier alle Resultate...
(16.11.07)


Leistungsklasse: Leichtathletik-DM 2009 wird nach Stuttgarts Rückzug neu vergeben
Bewirbt sich Braunschweig ?

Das Rennen um die Olympia-Qualifikation 2008 der Leichtathleten hatte Braunschweig gegen Nürnberg verloren. Nun gibt es aufgrund des Rückzugs von Stuttgart kurzfristig erneut deutsche Meisterschaften zu vergeben, die sogar noch attraktiver sind: Die Titelkämpfe 2009 liegen drei Wochen vor der Weltmeisterschaft Mitte August in Berlin und dürften somit vom Sog dieses internationalen Großereignisses profitieren.
So sieht es auch der Niedersächsische Leichtathletikverband (NLV), der die DM und WM-Qualifikation gern nach Braunschweig holen möchte. Otto Schlieckmann, Organisationschef der erfolgreichen DMs 2000 und 2004 sowie der Jugend-DM 2005 in der Löwenstadt, stünde mit seinem Team des MTV Braunschweig bereit. "Für die Stadt und die Region wäre es eine tolle Geschichte, die Spitzenathleten im Vorfeld der WM hier zu haben, zumal die deutsche Leichtathletik wieder deutlich im Aufwind ist."
Braunschweigs Sportdezernent Wolfgang Laczny ist davon allerdings nicht überzeugt. "Der Stellenwert der Leichtathletik hat sich seit 2004 nicht erkennbar gesteigert", sagt er und will nicht nachvollziehen, dass der deutsche Verband (DLV) mittlerweile pauschal 125.000 Euro statt wie früher 75.000 Euro von der Stadt für die Vergabe verlangt. Dabei könne der DLV mit Meisterschaften in Braunschweig wegen höherer Zuschauerzahlen mehr Geld einnehmen als anderswo. Eine Absage sei dies nicht, betont Laczny. Er wolle aber über andere Konditionen reden, die auch eine verbesserte Möglichkeit des Stadtmarketings im Fernsehen beinhalten. "Wir würden uns freuen, wenn der DLV kurzfristig auf uns zukäme."
Dies versuchen nun Schlieckmann und Rita Girschikowsky zu vermitteln. Die NLV-Chefin hat als erstes eine Verlängerung der Bewerbungsfrist bis 23. November erreicht. Einziger Bewerber ist bislang Ulm – laut Girschikowsky mit einer Garantie der 125.000 Euro.
(von Ute Berndt in newsclick.de, 16.11.2007)


IOC-Chef Rogge befürchtet Gen-Doping
"Wir müssen darauf vorbereitet sein" - Gegen freizügigen Kronzeugen-Bonus

IOC-Präsident Jacques Rogge hat im Vorfeld der 3. Welt-Antidoping-Konferenz von Madrid (15. bis 17. November) vor den Gefahren künftigen Gen-Dopings gewarnt. "Noch haben wir keine Erkenntnisse, dass es bereits praktiziert wird, aber wir müssen darauf vorbereitet sein", sagte der Belgier in einer internationalen Schaltkonferenz aus Gent. Er kündigte für Peking 2008 "noch mehr und noch effektivere Kontrollen" an: "Die Null-Toleranz-Politik wird weiter höchste Priorität in meiner Amtszeit haben." Im neuen Wada-Code, der in Madrid zur Abstimmung kommen soll, sei ausdrücklich ein Passus vorgesehen, der schon bei Erstvergehen eine bis zu vierjährige Sperre bei Manipulationen vorsehe, "wenn die Substanzen oder Maßnahmen über einen langen Zeitraum wirken". Dies würde mit Sicherheit beim Gen-Doping der Fall sein, betonte der Mediziner.
Laut Rogge werden die Sommerspiele von Sydney 2000 womöglich ohne Sprint-Olympiasiegerin in die Geschichtsbücher eingehen. Die IOC-Exekutive werde die Goldmedaille nach dem Dopinggeständnis von Marion Jones (USA) nicht automatisch der Griechin Ekaterini Thanou als damaliger Zweitplatzierter zuerkennen: "Wir werden nur jemanden als Olympiasieger ausrufen, der diese Ehre verdient hat", sagte der IOC-Chef. Möglicherweise werde Gold nicht neu vergeben. Thanou war nach einer spektakulären Flucht aus dem Olympischen Dorf von den Sommerspielen 2004 in Athen ausgeschlossen worden, weil sie sich einer Dopingkontrolle entzogen hatte.
Rogge begrüßte grundsätzlich die neue Kronzeugen-Regel, die eine Strafreduzierung um bis zu 75 Prozent ermöglichen soll, sprach sich aber gegen zu freizügige Bonus-Vergaben aus: "Die Regel sollte nur greifen, wenn ein Athlet substanzielle Informationen liefert, die zur Enttarnung des Doping-Systems und der Hintermänner führen." Der IOC-Präsident bekräftigte, dass ab den Olympischen Spielen von Vancouver 2010 (Winter) und London 2012 (Sommer) kein Sportler mehr zugelassen werde, der innerhalb der vorangegangenen vier Jahre wegen Dopings für mehr als sechs Monate gesperrt wurde. Die Neufassung der Charta solle von der nächsten IOC-Session 2008 in Peking beschlossen werden.
Zur Eröffnung der Madrid-Konferenz will Rogge erneut an die spanischen Behörden appellieren, die Akten der Operacion Puerto dem IOC und den Weltfachverbänden zur Verfügung zu stellen: "Dies ist unbedingt nötig, um unseren Sport zu säubern." Das IOC erhofft sich vor allem Hinweise darauf, ob der US-Amerikaner Tyler Hamilton, der 2004 in Athen Gold im Straßenzeitfahren gewann, im Vorfeld der Spiele Kunde des Dopingarztes Fuentes war. Die Puerto-Akten sind vom zuständigen Untersuchungsrichter bisher nicht für Sportgerichte freigegeben worden. Sie gingen lediglich den Staatsanwaltschaften in Deutschland (Fall Jan Ullrich) und Italien (Ivan Basso) zu. Ausdrücklich lobte Rogge den oft kritisierten Rad-Weltverband UCI für die geplante Einführung des "Blutpasses" und rief alle Fachverbände dazu auf, diesem Beispiel zu folgen: "Wir können der UCI nur zu diesem Schritt gratulieren."
Zum Fall Jones führte der IOC-Chef aus, die Exekutive werde eine Entscheidung fällen, sobald der Leichtathletik-Weltverband IAAF seine Untersuchung abgeschlossen habe. Dies betreffe auch die Frage, ob den USA die damals mit Jones gewonnenen Staffelmedaillen (400-m-Gold, 100-m-Bronze) aberkannt würden. Wie Rogge bekanntgab, haben erst 70 von 190 Mitgliedern der Vereinten Nationen die Unesco-Konvention gegen Doping verabschiedet und damit den Welt-Antidoping-Code offiziell anerkannt: "Wir brauchen die Unterstützung der Staaten für den Kampf gegen Doping, den wir nur gemeinsam gewinnen können", sagte der Belgier. Die fehlende Zahl von 120 Ländern zeige, dass es noch ein weiter Weg zu einem weltumfassenden Antidopingnetz sei.
(aus Stuttgarter Nachrichten, 13.11.07)


EVAA-Wahl: Graff und Särndal werden European Best Veterans 2007

Die europäischen Best Veterans 2007 sind gewählt. Das Präsidium des europäischen Senioren-Leichtathletikverbandes EVAA zeichnete jetzt die Belgierin Edith Graff und den Schweden Carl-Erik Särndal mit diesem Titel aus. Die Belgierin (*1941) war erfolgreichste Leichtathletin des Hallen-EM in Helsinki, bei der sie vier mal Gold gewann und drei neue Weltbestleistungen ihrer Altersklasse W65 aufstellte: über 60m Hürden in 10,58sec, im Hochsprung mit 1,31m und im Dreisprung mit 9,04m. In Riccione, wo sie zwei Goldmedaillen errang, lief sie dann bei 1,2m Gegenwind die 80m Hürden in neuer WR-Zeit von 14,24sec.
Etwas überraschend setzte sich bei den Männern der schwedische Hochspringer Carl-Erik Särndal (*1937, IFK Lund) durch, der den M65-Hochsprung in den letzten fünf Jahren in Europa dominiert hatte. Als ältester Teilnehmer seiner Altersklasse siegte der Schwede bei der Hallen-EM in Helsinki mit 1,56m, kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres am 17. Juli steigerte er den M70-Weltrekord im Hochsprung auf 1,59m und siegte im September im M70-Finale der WM in Riccione mit übersprungenen 1,56m - übrigens 16cm mehr als der Zweitplatzierte schaffte.
Ganz knapp geschlagen wurden bei der Wahl die beiden deutschen Mastersathleten Christiane Schmalbruch (*1937 HSG Rostock), die "nur" drei Weltrekorde erzielt hatte, und Thomas Zacharias (*1947, USV Mainz). Der auf Gran Canaria lebende Hochspringer hatte auf einen Start bei der Hallen-EM in Finnland verzichtet und kam deshalb nicht ganz oben auf das Treppchen. Ebenfalls in die engere Wahl kamen der Italiener Marco Segatel und die Britin Jane Holder.
Ihre Auszeichnungen wird EVAA-Präsident Dieter Massin Ende Januar anlässlich der Eröffnung des neuen ständigen EVAA-Büros in der griechischen Hauptstadt Athen den beiden Mastersathleten überreichen.
(12.11.07)


Olympia: IOC plant Olympia-Bann für Dopingsünder

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will im Kampf gegen Doping eine härtere Gangart einlegen: Bereits bei den Winterspielen 2010 in Vancouver und dann erstmals bei Sommerspielen ab 2012 in London sollen Dopingsünder, die zuvor mehr als sechs Monate gesperrt waren, von Olympischen Spielen ausgeschlossen werden. "Für diese Athleten und ihr gesamtes Umfeld gibt es dann keine Akkreditierung mehr", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge auf einer internationalen Telefon-Schaltkonferenz. "Dabei handelt es sich um eine fundamentale Entscheidung, die im nächsten Jahr von der IOC-Vollversammlung in Peking getroffen werden muss", erklärte der Belgier.
Im Fall der geständigen Dopingsünderin Marion Jones, die ihre in Sydney gewonnenen drei olympischen Gold- und zwei Bronzemedaillen inzwischen zurückgegeben hat, gibt es laut Rogge "keinen Automatismus" beim möglichen Nachrücken der anderen Medaillengewinner oder Viertplatzierten. Zunächst müsse der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) darüber entscheiden. Die IAAF-Exekutive will sich am 23. November mit dem Fall der US-Sprinterin befassen. "Erst danach kann das IOC eine abschließende Entscheidung treffen", sagte Rogge unter Hinweis auf die Tagung der IOC-Exekutive vom 10. bis 12. Dezember in Lausanne.
Jones war in Sydney Einzel-Olympiasiegerin über 100 und 200 Meter sowie mit der 4 x 400 Meter-Staffel geworden. Im 100-Meter-Finale hatte sich die Griechin Ekaterina Thanou Platz zwei gesichert, war aber wegen eines verpassten Dopingtests vor den Olympischen Spielen 2004 in Athen für zwei Jahre gesperrt worden. Thanou setzte ihre Karriere in diesem Jahr fort. Besonders schwierig dürfte für IOC und IAAF indes die Entscheidung werden, ob auch die Medaillen der Staffel-Kolleginnen von Marion Jones über 4 x 100 Meter (Bronze) und 4 x 400 Meter (Gold) zurückgefordert werden können. Im Jahr 2000 existierte noch kein Passus im IAAF-Regelwerk, wonach allen Staffelstartern ihre Medaillen aberkannt werden, wenn lediglich einer des Dopings überführt wird.

Dem Vernehmen nach gibt es entsprechende Überlegungen inzwischen auch in der Masters-Leichtathletik. Die EVAA diskutiert - bisher allerdings nur informell - ein entsprechendes Atartverbot als Teil des Antidoping-Kampfes. (Quelle: DIE ZEIT/dpa, 10.11.07)


2012: Aktiven-EM in Deutschland?

Für die Europameisterschaft 2012 hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sein Interesse als Ausrichter bekundet. Die Veranstaltung könnte in Berlin oder München stattfinden. Der Verband will offenbar die ersten "kleinen" Europameisterschaften 2012 austragen. Die Titelkämpfe, die im selben Jahr wie die Olympischen Spiele stattfinden werden, sind von acht auf fünf Tage gekürzt und umfassen nur noch 42 statt 47 Disziplinen. Gestrichen sind die beiden Marathon-Wettbewerbe sowie die drei Medaillenkämpfe bei den Gehern, diese Disziplinen werden wenige Wochen später bei Olympia in London ausgetragen werden.
Die Änderungen hatte der Europäische Leichtathletik-Verband EAA im Oktober beschlossen. DLV-Präsident Clemens Prokop erwägt nun eine Bewerbung für die EM 2012, jedoch nur, wenn sich die EAA stärker an den wirtschaftlichen Risiken beteilige. Die möglichen Veranstaltungsorte in Deutschland sind begrenzt, da immer weniger der großen Arenen noch über eine Laufbahn verfügen. Denkbar sind Berlin, wo bereits die WM 2009 stattfinden wird sowie vor allem München, wo die EM 2002 zu Gast war. Stuttgart, Ausrichter der WM 1993, wird kaum in betracht kommen, weil die Laufbahn im Gottlieb-Daimler-Stadion kaum über 2008 hinaus erhalten bleibt.
Insgesamt ist Prokop zuversichtlich, dass Deutschland den Zuschlag bekommen könnte. Spanien stellt mit Valencia bereits den Ausrichter für die EM 2010, Großbritannien veranstaltet 2012 die Olympischen Spiele in London und die Weltmeisterschaften für 2013 sind ins russische Moskau vergeben.
(Quelle: sportgate.de, 09.11.07)


Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Der Betrug lauert in der zweiten Reihe

Um 130.000 Dollar für die Sieger wird es beim New-York-Marathon an diesem Sonntag gehen, zusätzlich um einen Jackpot von einer Million Dollar für die Erfolgreichsten der vergangenen zwei Jahre. Während die Kandidaten für das große Geld in jeder Sekunde von Kameras beobachtet und vor und nach dem Rennen zu Doping-Kontrollen gebeten werden, lauert der Betrug in der zweiten Reihe. "Was in der Zeitzone von drei bis fünf Stunden passiert, können wir nur raten", sagt Mark Milde, der Renndirektor des Berlin-Marathons. "Das Wort ,betrügen' muss man in Anführungszeichen setzen", behauptet Richard Finn vom New York Road Runners Club, der den Marathon veranstaltet. "Der Einzige, den man betrügt, ist man doch selbst."Die Langlaufgemeinschaft sieht das anders. Ihre Foren im Internet nutzt sie als Pranger, um diejenigen bloßzustellen, die hier mal ein paar Kilometer abschneiden und sich dort für den Altersklassen-Rekord ein bisschen älter machen.
Wo über notorische Abkürzer geschimpft und Startverbot gefordert wird, fand sich der erste Hinweis auf den Betrug des einstigen mexikanischen Präsidentschaftskandidaten Roberto Madrazo, der nur einen Teil des Berlin-Marathons gerannt, aber fröhlich jubelnd ins Ziel gelaufen war. Ihm kam als Erstes die Website masters-sport.de auf die Spur, weil er dem Thüringer Martin Wahl den Sieg in der Altersklasse M55 weggeschnappt hatte. Der Betrug war leicht zu beweisen, weil Madrazo zwei Zwischenzeiten fehlten, wie sie ein Chip am Laufschuh alle fünf Kilometer auslöst. Die Ergebniserfassung ist durch die Elektronik ebenso wie die Kontrolle besser geworden. Perfekt ist sie längst nicht. "Heute werden nur noch finishende Chips registriert, nicht mehr Läufer", schimpft der ehemalige Meisterläufer Herbert Steffny. Tatsächlich ist mit dem Fall Kerstin Metzler-Mennenga der breiten Öffentlichkeit deutlich geworden, dass so einen Chip auch jemand anders tragen kann als die registrierte Besitzerin. Die Liechtensteinerin hatte einen Läufer angeworben, der ihren Chip so schnell über den Berliner Kurs tragen sollte, dass sie sich mit dem Ergebnis für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren würde. Mit der so erzielten Zeit von 2:42:04 Stunden wäre sie 17. geworden - tief in der Grauzone der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Die New Yorker erlebten ihren peinlichsten Betrugsfall vor 27 Jahren. Da lief beim Boston-Marathon Rosie Ruiz als Erste ins Ziel - und wurde überführt, erst wenige hundert Meter zuvor auf die Strecke gesprungen zu sein. Es stellte sich heraus, dass sie sich in New York für diesen Marathon qualifiziert hatte - indem sie U-Bahn fuhr. Seitdem bewacht New York sein Ziel besonders scharf: Läufer ohne Startnummer werden gestoppt und auf den Bürgersteig gebeten. Wer allerdings mit Startnummer aus der U-Bahn auf die Strecke tritt, wird zunächst in Ruhe gelassen. "Manche Läufer müssen auf die Toilette", sagt Finn, "manche brauchen einen Kaffee zwischendurch." Zu Details sowohl des Betruges wie der Kontrolle will er sich nicht äußern. Nur so viel: "Wenn mehr als eine Zwischenzeit fehlt, geht eine rote Flagge hoch."
So verfährt auch Berlin. John Kunkeler, Betreiber eines Jazzclubs und engagierter Läufer, prüft seit Jahrzehnten die Ergebnisliste. "Es ist eine Sauerei, die anderen zu betrügen", schimpft er und vollzieht deshalb mit kriminalistischem Spürsinn nach, warum bei rund 200 der 32.000 Läufer im Ziel zwei Zwischenzeiten fehlen könnten. Kommt er zum Beispiel zu dem Schluss, dass der Läufer in der Grunewaldstraße nach Kilometer 21 abgekürzt hat hinüber zur Urania, Kilometer 34, wird dieser disqualifiziert. Rund siebzig erging es so in diesem Jahr. "Wer betrügt, kommt nicht in den Himmel", scherzt Horst Milde, der ehemalige Renndirektor des Berlin-Marathons. Er erinnert sich an einen Pfarrer, der beim Abkürzen erwischt wurde, und an den Läufer mit zwei Doktortiteln, der die zweite Hälfte in Weltbestzeit gelaufen sein wollte, ohne dass die Chips das registrierten. Als Milde ihn anschrieb, drohte der Akademiker mit Klage. Inzwischen hat er Startverbot in Berlin.
Wer in New York nicht gleich nach dem Start in die U-Bahn steigt, kann erst nach der Hälfte der Strecke, der Überquerung des East River auf der Queensboro Bridge, abkürzen. Doch Kunkeler, der den Lauf schon fünfmal bestritt, hat selbst erlebt, wie leicht dessen Regeln zu umgehen sind. Als vor Jahren ein Läufer seiner Gruppe krank wurde, tauchte der Triathlet Lothar Leder auf und übernahm - streng verboten - dessen Nummer. Es wäre kein Wunder, stünde seitdem für einen deutschen Hobbyläufer eine phantastische Bestzeit zu Buche.
"Was geht im Kopf einer solchen Person vor?", macht sich ein Läufer im Internet Gedanken über einen notorischen, schon häufig aufgeflogenenen Betrüger. "Vielleicht finden sich hier die Antworten, zu verstehen, warum viele Athleten dopen und nicht nur dort, wo vermeintlich das große Geld, die Sponsoren, die Medien den soooo großen Druck aufbauen, ... sondern im Seniorenbereich, wo kein Geld fließt." Kunkeler sieht Abkürzer vor allem als Aufschneider. "Das Thema passt zur Diskussion um die Toten bei Marathonläufen", sagt er. "Wenn Jogger imponieren wollen und unvorbereitet Marathon laufen, riskieren sie ihre Gesundheit oder ihr Ansehen." Wie beruhigend, dass es auch Tiefstapler gibt. "Also ich melde mich immer zwei Altersklassen drunter", schreibt einer im Internet. "Solange das niemand merkt, fühle ich mich jung."
(von Michael Reinsch, am 03.11.07 in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08. 11 2007)


Paula Radcliffes grandioses Comeback in New York - Deutsche ohne Altersklassentitel

Gut 26 Monate nach ihrem WM-Triumph in Helsinki erzielte Paula Radcliffe auf Anhieb die drittschnellste Zeit des Jahres und hatte schließlich 23 Sekunden Vorsprung vor der Äthiopierin. Knapp zehn Monate vor dem olympischen Marathon in Peking ist Paula Radcliffe wieder da: Mit einem ebenso kämpferischen wie hochklassigen Comeback hat sich die 33-jährige Engländerin beim ING New York City-Marathon zurückgemeldet. In einem mitreißenden Zweikampf rang sie dabei die Äthiopierin Gete Wami förmlich nieder. Am Ende siegte Paula Radcliffe in 2:23:09 Stunden bei dem Rennen mit über 38.000 Teilnehmern aus aller Welt. Im Duell gegen Gete Wami, die den Berlin-Marathon fünf Wochen zuvor in den Beinen hatte und nach ihrem Sieg in der deutschen Hauptstadt eine außerordentliche Leistung vollbrachte, wirkte Paula Radcliffe noch nicht ganz so stark wie zu ihren besten Zeiten, als sie in London zum Beispiel den Weltrekord auf 2:15:25 Stunden schraubte. Doch knapp elf Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes und folgenden Verletzungsproblemen ist das auch nicht zu erwarten.
Gut 26 Monate nach ihrem WM-Triumph in Helsinki erzielte Paula Radcliffe auf Anhieb die drittschnellste Zeit des Jahres und hatte schließlich 23 Sekunden Vorsprung vor der Äthiopierin. Der Abstand täuscht, denn Gete Wami gab sich erst auf den letzten paar hundert Metern geschlagen. Doch die 32-jährige Äthiopierin, die Radcliffe auf der Bahn im Spurt unter anderem bei der WM 1999 im Kampf um das 10.000-m-Gold bezwungen hatte, kann sich trösten, denn sie wurde in New York zur Jackpot-Siegerin der ersten World Marathon Majors (WMM)-Serie und kassierte alleine dadurch 500.000 Dollar. Mit Blick Richtung Olympische Spiele in Peking im nächsten Jahr hat Paula Radcliffe mit Gete Wami eine weitere ganz starke Konkurrentin im Kampf um das Olympia-Gold. Denn erst vor fünf Wochen hatte Wami den Berlin-Marathon gewonnen. Nun wurde sie Zweite in New York, was eine einmalige Leistung ist. Der olympische Marathon von Athen ist nach wie vor das einzige Rennen über die 42,195 km, das Paula Radcliffe in ihrer Karriere nicht gewinnen konnte. In bisher acht Läufen siegte sie nun sieben Mal.
Nicht ganz so spektakulär aber trotzdem sehr spannend war das Rennen der Männer in New York. Hier setzte sich der Kenianer Martin Lel durch, der nach seinem Sieg in London im April nun auch im Central Park gewann. Nach 2:09:04 Stunden erreichte der 29-Jährige vor Abderrahim Goumri (Marokko/2:09:16) und Hendrick Ramaala (Südafrika/2:11:25) das Ziel. Wie in London hatte sich Lel dabei im Zweikampf gegen Goumri auf seinen starken Schlussspurt verlassen können. Als er gut 500 Meter vor dem Ziel antrat, war der Marokkaner wie schon bei seinem Debüt im April geschlagen. Wie Radcliffe erhielt auch Lel eine Siegprämie von 130.000 Dollar. Lange Zeit hatten es die Männer eher gemächlich angehen lassen. In einem Rennen ohne Tempomacher setzten sich dann nach etwa 35 km Lel, Goumri und Ramaala ab. Der Südafrikaner hatte immer wieder versucht das Tempo zu forcieren, was sicherlich Kraft gekostet hat. Er fiel bald zurück während sich vorne der Zweikampf zwischen Lel und Goumri entwickelte.
Das Rennen der Frauen hatte aufgrund der Besetzung im Vorfeld für weit mehr Aufmerksamkeit gesorgt als jenes der Männer. Während es zwischen der Titelverteidigerin Jelena Prokopcuka und Gete Wami um den Jackpot der WMM ging, waren zusätzlich die Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia), die Boston-Gewinnerin Lidiya Grigoryeva (Russland) und vor allen die Weltrekordlerin Paula Radcliffe (2:15:25) im Rennen. Ein stärkeres Frauenfeld gab es in diesem Jahr nicht, auch nicht bei der WM in Osaka. Radcliffe hat sich also einer echten Herausforderung bei ihrem Marathon-Comeback erfolgreich gestellt.
Als Paula Radcliffe bekannt gab, dass sie in New York rennen würde, hat das mit Sicherheit die Taktik aller Läuferinnen verändert“, hatte Jelena Prokopcuka vor dem Rennen gesagt. Damit hatte die Lettin, die als erste Läuferin nach Grete Waitz (Norwegen) einen Hattrick in New York schaffen wollte, recht – und vor allen sie selbst war die leidtragende. „Wenn Paula in New York die erste Hälfte in unter 70 Minuten laufen wird, dann werde ich dieses Tempo nicht mitgehen. Denn 2:20 kann ich auf diesem Kurs nicht laufen“, hatte Prokopcuka auch noch gesagt. Ganz so schnell startete Radcliffe zwar nicht, aber auch nicht viel langsamer. Während Prokopcuka diese Herausforderung nicht annahm und stattdessen mit Ndereba und Grigoryeva eine Verfolgergruppe bildete, ging Wami das Risiko ein, hinter Radcliffe herzulaufen. So groß wurde der Vorsprung, dass die beiden bald außer Sichtweite waren. Nach 70:47 Minuten hatte das Duo die Halbmarathonmarke erreicht, nach 1:41:16 Stunden die 30 km. Der Vorsprung betrug nun schon rund dreieinhalb Minuten, also über einen Kilometer. Wami, die sich sehr langfristig auf ihren Doppelstart vorbereitet hatte und auch auf die WM-Qualifikation über 10.000 Meter verzichtet hatte, hatte den Jackpot schon so gut wie gewonnen, doch sie wollte mehr. Bis dahin hatte sie zu keiner Zeit Führungsarbeit geleistet, doch das sollte sich ändern. Zweimal schien sie bereits geschlagen, weil Radcliffe einige Meter Vorsprung herausgeholt hatte. Doch beide Male kam Wami zurück, um dann auf dem letzten Kilometer zu attackieren. Aber es war nicht wie bei den Bahnrennen früherer Jahre. Paula Radcliffe wurde nicht von der eigenen Vergangenheit eingeholt. Während die Engländerin einen entscheidenden Konter startete, blieb Wami wenige hundert Meter vor dem Ziel praktisch stecken.
Zum zweiten Mal nach 2004 gewann Paula Radcliffe damit den New York-Marathon. Damals hatte sie es ebenso spannend gemacht, als sie in 2:23:10 nur drei Sekunden Vorsprung hatte vor Susan Chepkemei (Kenia). „Es war hart am Ende, denn meine Beine waren müde. Als Gete mich überholte, dachte ich: nein, das passiert mir nicht noch mal“, sagte Paula Radcliffe.
Für deutsche Marathonläufer gab es in diesem Jahr in New York nichts zu holen. Bester Deutscher unter 2.551 deutschen Finishern wurde wie 2006 der 39-jährige Bernd Weis (SG Dettingen/Erms) in 2:32:52 Stunden als Gesamt 42. Beste deutsche Läuferin war Claudia Wollfahrt (*1966, LSG Karlsruhe) in 3:12:37 Stunden.
Überschattet wurde der New York Marathon 2007 vom Tod des US-Läufers Ryan Shay, der gute Aussichten hatte, sich für den Start bei den Olympischen Spielen in Peking zu qualifizieren. Schon bei Kilometer neun war der 28-Jährige zusammengebrochen. Im Krankenhaus konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Eine Autopsie soll die Todesursache des US-Amerikaners klären. Die Eltern vermuten einen Herzfehler. Sie sind Leichtathletiktrainer an der Central-Lake-Highschool in Ann Arbor im Bundesstaat Michigan. Vor 14 Jahren, berichtet Vater Joe Shay, habe ein Arzt bei seinem Sohn ein vergrößertes Herz festgestellt. Vor einem halben Jahr habe ein anderer Arzt prognostiziert, Shay würde in fortgeschrittenem Alter einen Herzschrittmacher benötigen. "Wir sind nach Ryans Tod alle am Boden zerstört", erklärt Craig Masback, Präsident des US-Leichtathletikverbandes. "In Peking werden die drei Sieger auch für ihn laufen."
(aus bzw. Quellen: GRR, laufreport.de, 05.11.07)


Präsident des Europäischen Senioren Leichtathletikerbandes beim Meyer und Meyer-Verlag

EVAA-Präsident Dieter Massin kam jetzt nach Aachen zum Meyer und Meyer-Verlag, um - so wurde anschließend verlautbart- "mit dem Verlag über verschiedene gemeinsame Projekte zu sprechen". So tritt der Verlag u.a. als Partner des Europäischen Leichtathletik Verbandes EVAA auf und bringt mit "Senioren Leichtathletik" ein wichtiges Organ für den Seniorensport in Europa auf den Markt. Dieter Massin ist auch Mitglied des Redaktionsbeirates des Meyer & Meyer Verlages. (05.11.07)


Senioren-Bestleistungen: Aktualisierte Zusammenstellung im Netz

Zum Saisonende hat sich Jörg Reckemeier die Zusammenstellung der DLV-Senioren-Bestleistungen vorgenommen und die im Sommer 2007 erreichten neuen Rekordmarken eingearbeitet. Die neue topaktuelle Senioren-Rekordliste des DLV ist nun auf der Statistikseite von leichtathletik.de veröffentlicht. Seit mehreren Jahrzehnten führt Jörg Reckemeier inzwischen nicht nur die jährlichen Senioren-Bestenlisten der deutschen Leichtathletik, sondern auch die Zusammenstellung der nationalen Masters-Rekorde, die offiziell „DLV-Senioren-Bestleistungen“ heißen. Laut DLV-Regelwerk darf der Begriff „Rekorde“ nur für die Männer-, Frauen- und A-Jugend-Klasse benutzt werden, nicht für die Bestmarken der Schüler, Junioren und Senioren.
In akribischer Kleinarbeit hat Jörg Reckemeier die in den letzten Monaten u.a. auch bei der Senioren-WM in Riccione (Italien) aufgestellten neuen Höchstmarken herausgefunden und in seine Zusammenstellung eingearbeitet. Wie aktuell die Liste ist, zeigt sich am jüngsten aufgenommenen Rekord: Klemens Wittig stellte erst am letzten Sonntag beim Frankfurt-Marathn die bisherige M70-Bestleistung von Günther Thiele ein. Die aktualisierte Liste der Altersklassen-Leichtathleten ab 30 Jahre zeigt allerdings ein gewisses Ungleichgewicht: Bei den Männern reicht sie nämlich bis zur Altersklasse M95, bei den Frauen lediglich bis zur W75.
Als Anerkennung für seine umfangreichen Verdienste um die Senioren-Leichtathletik verlieh der DLV dem Oldenburger in diesem Jahr den DLV-Ehrenschild, einer der höchsten Ehrungen des Verbandes.
Hier geht es zur Senioren-Bestenliste
(Quelle Karl-Heinz Flucke auf www.leichtathletik.de, 02.11.2007)


NDR: "Schneller, höher, weiter ..."

Was bereits als Appetithappen im Gesundheitsmagazin "Visite" des NDR aufgegriffen wurde, wird im Rahmen einer ausführlichen Reportage über Hobbysportler am kommenden Sonntag, 4. November ab 15.45 Uhr ausführlich dargestellt. Die Masters-Leichtathleten Margarethe Strüven und Klaus Langer, 84 und 91 Jahre alt, stehen dabei neben anderen Sportbegeisterten im Mittelpunkt des 45-minütigen Films "Schneller, höher, weiter ..." von Heike Nikolaus und Johannes Meier. Die zwei distinguierten Hamburger Hanseaten haben sich durch den Sport kennen gelernt. Gemeinsam reisten sie zuletzt zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Senioren nach Italien. Viel Spaß beim Zusehen! ( 02.11.07)


Freelens: Kritik an DLV-Fotowettbewerb

Morgen geht der DLV-Fotowettbewerb zu Ende. Deutliche Kritik an diesem Fotowettbewerb hat jetzt Lutz Fischmann geübt. Gegenüber masters-sport.de sagte der Geschäftsführer der Fotojournalistenvereinigung Freelens am Mittwoch: "Ich würde unseren Mitgliedern, das sind ausschließlich professionelle Fotojournalisten, und auch Amateuren davon abraten, sich zu beteiligen. Der Wettbewerb 'riecht' nach einer Bildbeschaffungsmaßnahme zugunsten des DLV, und es ist auf Grund der nebulösen Ausschreibungsbedingungen darüber hinaus mit rechtlichen Auseinandersetzungen zu rechnen."
Der engagierte Hamburger zerpflückt geradezu die Wettbewerbsbedingungen des DLV: "Der 'vorgesehene Verwendungszweck', der in der Ausschreibung angesprochen wird, ist nicht definiert. Das 'Recht am Bild' wird dem DLV übertragen? Gemeint sind wohl Nutzungsrechte. Denn unter 'Recht am Bild' versteht man gemeinhin das Persönlichkeitsrecht und das kann man nicht übertragen - das hat man." Außerdem solle der am Wettbewerb teilnehmende Fotograf die Persönlichkeitsrechte Dritter einholen, aber für Verwendungen, die gar nicht definiert sind. Und dann gehen die Fotos in den Besitz des DLV über. Damit übertrage man automatisch auch Nutzungsrechte (Fischmann: "Sonst habe ich nichts vom Besitz!"), also mindestens die Ausstellungs- und Katalogrechte. Dann werde es "noch verworrener: Jeder erhält ein Produkt .... Was für ein Produkt? Einen Margarinebecher mit seinem Foto, einen Katalog etc.?"
Lutz Fischmann zieht ein klares Fazit: "Eine sehr verworrene und in keinem Punkt rechtlich eindeutige und damit haltbare Ausschreibung. Damit ist sie natürlich - zumindest für Berufsfotografen - unseriös. Denn selbst ein Preisgeld von 500 Euro ist niemals ein Anreiz da mitzumachen. Schon das Honorar für eine Verwendung eines Fotos in dem Mitgliedermagazin mit einer Auflage in der Größenordnung der Mitgliederzahl des DLV läge im Bereich der 500 Euro."
FreeLens e.V., ein Verband der Fotojournalistinnen und Fotojournalisten, wurde 1995 gegründet und ist mit über 1500 Fotografen die größte Fotografenorganisation in Deutschland. Der Sitz befindet sich in Hamburg.
(01.11.2007)


Margarethe Strüven und Klaus Langer: NDR berichtete über Riccione
"Höher, schneller, weiter - Senioren im Leistungssport"

In seinem TV-Gesundheitsmagazin "Visite" hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Dienstag einen Bericht über die Weltmeisterschaften in Riccione ausgestrahlt. Aurotin Heike Nikolaus drehte dabei vor allem bei der Leichtathletik-Gemeinschaft an der Cuxhavener Straße im Stadtteil Hausbruch-Neugraben-Fischbek. Der NDR in einer Vorschau: "Während es andere in ihrem Alter meist ruhiger angehen lassen, zeigen die 84-jährige Margarethe Strüven und ihr Vereins- und Trainingspartner Klaus Langer (91 Jahre) sportliche Höchstleistungen. Gemeinsam trainieren sie im Hamburger Sportverein Neugraben. Mindestens zweimal in der Woche zieht es die beiden in die Turnhalle oder auf den Sportplatz. Margarethes Paradedisziplin ist der Hochsprung. Ihren Weltmeistertitel aus dem Frühjahr 2006 hat sie im September bei der WM in Riccione an der italienischen Adriaküste verteidigt. In der ganzen Welt gibt es nur zwei Seniorinnen, die im Hochsprung gegeneinander antreten.
Auch Klaus Langer hat die Reise nach Italien angetreten, um sich im Speerwurf mit Konkurrenten aus der ganzen Welt zu messen. Nur knapp scheiterte er an der Bestmarke von 22,57 Metern und wurde am Ende Zweiter. Der Athlet nimmt es sportlich und gönnt seinem Mitstreiter den Sieg. Denn "Dabeisein" ist schon viel. Wichtiger ist jedoch die große Freude und Lebensenergie, die die beiden Aktiven durch ihren Sport gewinnen.
Für Frühaufsteher: Sie können den Beitrag am Freitag, 02. November um 6.00 Uhr sehen; dann wird die Sendung "Visite" im NDR-Fernsehen wiederholt. Ergänzend zu seinem Beitrag weist der NDR auf seiner Internetseite auf das Einsteiger-Buch von Ute Engels Sport für Neu- und Wiedereinsteiger ab 50 hin
(Quelle, 01.11.07)


LG Regensburg trennt sich von Domspitzmilch und findet neuen Partner Telis Finanz

Als der Moderator der Deutschen Marathonmeisterschaften 1998 den damalig sensationellen Doppel-Teamtitel der LG Domspitzmilch-Langstrecklerinnen mit der Frage garnierte "Wo liegt denn eigentlich LG Domspitzmilch", ahnte noch keiner, welche Erfolgsstory in den darauffolgenden Jahren folgen würde. Die LG Domspitzmilch wurde zum Markenbegriff in Leichtathletik-Deutschland, als Team, als Veranstalter, aber auch als Innovator, wie zum Beispiel beim ersten richtigen Stadioncross anlässlich der Deutschen Crosslaufmeisterschaften 2001 im Regensburger Uni-Stadion.
Sponsor und Verein waren mit dem, was da Jahr für Jahr passierte, hoch zufrieden. Um so überraschender die Botschaft der Milchwerke Anfang dieses Jahres. Man wolle die langjährige Zusammenarbeit über den 31. Dezember 2008 nicht mehr fortsetzen. Hintergrund der Verlautbarung war die Fusion der Domspitzmilch eG. mit Bayernland, einer zehnmal so großen Molkerei aus Nürnberg. Die Herren aus dem Frankenland hatten nun das Sagen und wollten partout nicht auf Sportsponsoring setzen. Das brachte sogar den Regensburger Oberbürgermeister auf den Plan, der sich vehement gegen diese Strategie einsetzte. Letztendlich zog die Regensburger Leichtathletik Gemeinschaft einen Schlussstrich und küdigten den Sponsorenvertrag vorzeitig zum 31.12.2007.
Schnell gefunden wurde als neuer Partner der LG Regensburg die Telis Finanz AG. Der Regensburger Finanzdienstleister unterstützt, so heißt es auf der Webseite der LG, "die bisherige Vereinsphilosophie im vollen Maße und freut sich auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie in den letzten Jahren". Auf ihr gewohntes Rot werden die Leichtathleten und Leichtathletinnen aus der Oberpfalz aber verzichten müssen. Das Team wurde in einer Großaktion komplett auf Blau umgerüstet. Der neue Schriftzug steht auch schon fest und weist ein tiefblaues L auf, das in ein markantes, dem Stadionrund nachempfundenes "G" übergeht.
(Quelle: Vereinswebseite 31.10.07)


EVAA Council tagte in Ljubljana

Neben einem umfangreichen Besichtigungsprogramm (Stadionanlagen der kommenden Meisterschaften im Juli 2008, Empfang beim Oberbürgermeister der Hauptstadt Sloweniens) traf das EVAA-Council mehrere wichtige Entscheidungen für die Zukunft, wie es reichlich allgemein auf der EVAA-Webseite heißt.
Unter anderem betreffe dies die Aktualisierung des „Masters’ Development Programm“, Partnerschaften mit Afrika und mit Regionen innerhalb von Europa, Wahl der besten Seniorensportler Europas 2007, Meisterschaftsplan bis 2014 und die Einweihung des EVAA Büros Anfang nächsten Jahres in Athen.
(Quelle: evaa 31.10.07)


DOSB und DGB vereinbaren gemeinsame Schritte gegen Rechtsextremismus

Konkrete Schritte gegen Rechtsextremismus haben der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Michael Sommer am Dienstag auf einem Treffen in Frankfurt vereinbart. Hintergrund seien Versuche rechtsextremer Organisationen, vorhandene Strukturen wie Vereine, Betriebe oder Verwaltungen vor allem im ländlichen Raum zu unterwandern.
Bach und Sommer betonten, dass sich DOSB und DGB in besonderem Maße Werten wie Demokratie, Toleranz, Respekt und Fairplay verpflichtet fühlten. Deren Durchsetzung sei eine Daueraufgabe, die über tagesaktuelle Ereignisse hinausgehe. Dabei bilde die tiefe Verankerung von Gewerkschaften und Sport in Regionen, Verbänden, Kommunen und Vereinen eine gute Basis für ein breites gesellschaftliches Bündnis, das kontinuierlich arbeite und Rechtsextremismus bekämpfe.
DOSB und DGB kündigten eine Bestandsaufnahme ihrer bereits vorhandenen Maßnahmen gegen rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut an, um diese gemeinsam weiter zu entwickeln.
(Pressemitteilung des DOSB, 31.10.07)


Senioren-Hallen-WM: 11. Januar 08 ist Meldeschluss - oder doch nicht

Der 11. Januar 2008 ist für den DLV offizieller Meldeschluss für die 3. Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften in Clermont-Ferrand. Dies veröffentlicht heute der DLV auf seiner Internetseite. Die Meldung passt aber nicht zur Nachricht auf der WM-Internetseite. Die französischen Veranstalter schreiben unter einem eigens aufgestellten gelben Warndreieck :
"Wir möchten die Ausführungsbestimmungen zur Anmeldefrist durch folgenden Hinweis ergänzen, damit keine Missverständnisse vorliegen.
1) Die Athleten/Innen müssen sich eine Woche vor dem angegebenen Termin, also vor dem 11.01.2008, angemeldet haben.
2) Der DLV leitet dann alle Anmeldeformulare an den französischen Leichtathletikverband bis zum 11.01.2008 weiter."

Gar nicht verwirrt analysiert Nutzer 'Scopeto' im Diskussionsforum von www.leichtathletik.de: " Bei der WMA gilt die englische Sprache und die englische Version als die bindende. Auf der englischen Ausgabe der WMA-Seite steht als Meldeschluss der 10. Januar. Von einem Nachmeldeschluss ist nicht die Rede. Bei den Franzosen steht als Meldeschluss der 11. Januar (Nachmeldung bis 10. Februar), bei den Italienern der 10. Januar (Nachmeldung: 11. Februar), bei den Spaniern nur der 10. Januar (keine Nachmeldung), bei den Deutschen der 11. Januar (Nachmeldung: 11. Februar)."
Nun denn: Ob es der 11. Januar oder die Woche vorher oder der 10. Januar ist, wie hier auch schon zu lesen war: Weil sicher ist, was sicher ist, liegen dem DLV die ersten Meldungen für diese WM längst vor, darunter die von Ute Ritte, Senioren-Hallenweltmeisterin 2006 im Stabhochsprung der W50, die 2008 in der W55 den Titel gewinnen möchte. Gleiches will auch ihr Mann versuchen, Stabhochspringer Wolfgang Ritte, Senioren-Hallenweltmeister 2006 in der M50, der in Clermont-Ferrand zu M55-Titelehren kommen möchte. Weiterhin haben schon Elfriede Hodapp (W70) und Peter Lessing (M65) von der LG Ortenau Nord gemeldet, "die international immer wieder für eine Medaille infrage kommen", verlautbart der DLV - wenn man denn ihre Meldung seitens des DLV auch an die Veranstalter schickt, möchte man nach den unangenehmen Erfahrungen vor der letzten WM hinzusetzen, als sie mit gut 20 Masters zuhause blieben. Der DLV will die Teilnehmerliste der deutschen Masters für die Hallen-WM ab sofort "online" stellen und sie laufend aktualisieren. Jede Athletin und jeder Athlet kann damit im Internet sofort feststellen, ob seine Meldung beim DLV bereits registriert wurde.
"Also nicht lange zögern und bereits heute melden. Umso besser kann auch der DLV sein Betreuerteam für Clermont-Ferrand planen", formuliert treffend Athletenbetreuer Karl-Heinz Flucke. Wer den 11. Januar 2008 verpasst, muss aber diesmal nicht verzweifeln, wie Peter Lessing, Elfriede Hodapp, Karl-Heinz Neumann und 20 andere im vergangenen Sommer, als sie selbst, ihre "besseren Hälften" oder Vereinssekretäre nicht auf den frühen Meldetermin für die Stadion-WM achteten. Denn diesmal kann man mit einem Extrageld von 50 € nachmelden - vorausgesetzt die Meldung trifft spätestens am 11. Februar 2008 beim DLV ein, sagt der Verband. Dieser Tag sei nämlich unwiderruflich letzter Meldetermin für die 3. Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften. Weitere Informationen zur Hallen-WM gibt es im Internet unter www.clermont2008.com
Diese Webseite sollten Athleten immer mal wieder besuchen. Denn die Organisatoren in Clermont-Ferrand informieren, dass sich schon mehrere Punkte aus der offiziellen Informationsbroschüre ("Booklet") geändert haben. Sie empfehlen daher, "regelmäßig" auf der Webseite die Rubrik "Aktuelles" zu lesen, weil "einzig und allein die Informationen verbindlich sind, die auf den Internetseiten stehen." D'accord, Mesdames et messieurs!
(Quelle: Karl-Heinz Flucke auf www.leichtathletik.de, 30.10.07)
Nachtrag vom 30.10.2007, 18.23 Uhr im Forum von Leichtathletik.de.
elke48 schreibt:
Die Information des Französischen Verbandes (FFA) datiert vom Ende September 2007, kurz nachdem der DLV seine Aussschreiung online gestellt hat. Der DLV hat die Diskrepanz zwischen den Meldedaten damals festgestellt und über die Ligue d'Auvergne mit der FFA folgendes verbindlich vereinbart:
Meldeschluss 11. Januar 2008 (Posteingang DLV)
Nachmeldungen werden bis zum 11. Februar 2008 (Posteingang DLV) gegen eine Nachmeldegebühr in Höhe von 50,00 € angenommen
Unser Ansprechpartner hat uns erklärt, dass sie durch die "Info" mitteilen wollten, dass der FFA-Verband die Anmeldungen nicht zu spät bekommt. Es besteht nun eine angemessene Frist für den DLV, die Anmeldungen weiterzuleiten. Leider wurde die missverständliche Info nicht geändert oder korrigiert.


IAAF-WMA Best Masters 2007: Phil Raschker (USA) und Andrew Jamieson (AUS)

Das Council des Masters-Leichtathletikverbandes WMA hat Multiathletin Phil Raschker (USA) und Geher Andrew Jamieson (AUS) zu den Welt-Mastersathleten 2007 gewählt. Sie werden bei der IAAF-Gala am 26. November in Monaco geehrt. Insgesamt waren vier Frauen und drei Männer von den Kontinentalverbänden nominiert. Nicht zum zuge kamen Marie Lande Mathieu, PUR (NCA&C), Edith Graf, BEL (EVAA) und Gail Kirkman, NZL (Oceania) bei den Frauen und Arthur Thompson, GBR (EVAA) sowie William (Bill) Collins, USA (NCA&C) bei den Männern.
Phil Raschker, die bei der Masters-WM im September in Riccione 10 Goldmedaillen gewonnen hatte, freute sich am Montag: "“Es ist eine große Ehre und total aufregend, Masters-Weltathletin des Jahres zu sein. Ich habe dieses Jahr sehr hart dafür gearbeitet und mich sehr über meine Erfolge gefreut. Der WMA und der IAAF möchte ich sehr für diese Auszeichnung danken, natürlich auch den vielen Offiziellen aus den USA und darüber hinaus sowie all den Sportfreunden, die mich das ganze Jahr unterstützt haben."
(29.10.07)


W60-Weltrekord beim Luzern-Marathon

Die Schweizerin Emmi Lüthi (*1944, Burgdorf-CH) hat am Sonntag Leichtathletikgeschichte geschrieben. Die inzwischen 63-jährige belegte bei dem -bei idealen Bedingungen ausgetragenen- ersten Luzern-Marathon nicht nur Platz 3 in der Gesamtwertung der Frauen (!). Die Mastersläuferin, in der Schweiz eine bekannte Laufgröße, lief die 42,195km lange, offiziell vermessene Strecke auch in sensationellen 3:07:48 Stunden. Damit stellte sie einen neuen, noch inoffiziellen Marathon-Weltrekord ihrer Altersklasse W60 auf. Seit 1999 hatte die US-Amerikanerin Barbara Miller die Bestzeit in 3:14:50 Stunden gehalten.
Emmi Lüthi absolviert seit mehr als zehn Jahren die klassische Karriere einer Seniorenläuferin: Erst spät ist sie angefangen zu laufen und läuft "bei allen Straßenläufen Superzeiten", so unser Schweizer Korrespondent Josef Signa. Die Zeitmessung erfolgte übrigens mittels vorcodierten Chip, der im Ziel abgegeben werden musste. Persönliche Chips konnten nicht eingesetzt werden.
Der am vergangenen Sonntag erstmals ausgetragene Marathon in Luzern zog 5000 Läufer in die Stadt am Vierwaldstättersee. Die Teilnehmer hatten eine von der Streckenführung her sehr reizvolle 21-Kilometer-Schlaufe zwei Mal zu durchlaufen.
Das Youtube-Video zeigt auch ein kurzes Statement der neuen Weltrekordlerin in "schwyzerdütsch" - also für norddeutsche Ohren kaum verständlich, aber man versteht immerhin klar, dass der Lauf "wunderbar" war und sie "überrascht".

Zur Webseite der Veranstaltung (29.10.07)


Vielseitig: Aktivensprecherin Barbara Schlosser holt Silber - mit deutschen Volleyball-Masters

Barbara Schlosser, Aktivensprecherin der DLV-Senioren, hat in ihrer sportlichen Laufbahn viel erlebt und erreicht. Was nicht heißt, dass in fortgeschrittenem Alter nicht noch neue Erfahrungen möglich sind. Die früheren Volleyballgröße der TG Rüsselsheim kehrte mit einer Silbermedaille von der inoffiziellen Weltmeisterschaft in St. George im US-Bundesstaat Utah zurück. Für Barbara Schlosser (*1956, Wiesbadener LV), die vor Monatsfrist noch bei den Senioren-EM der Leichtathleten in Italien Erfolge feierte, war es der erste Einsatz im Volleyball-Nationalteam. Anders als in der Leichtathletik oder im Schwimmen gibt es im Volleyball keine offiziellen internationalen Titelkämpfe.
13 Spielerinnen des Deutschen Volleyball Verbandes reisten jetzt aber in die USA, wo vom 8. bis 20. Oktober die "Huntsman World Senior Games" stattfanden. Seit 1987 organisiert der amerikanische Multimillionär Jon Huntsman dort das Aufeinandertreffen von Masterssportlern in den Altersstufen von 50 bis 70 Jahren. Mehr als 7000 Athletinnen und Athleten messen sich in mehr als 20 Sportarten - darunter "exotische" wie Bowling, Mountainbiking, Raquetball und Squaredance, aber auch Schwimmen, Tennis, Schießen und eben Volleyball, bei dem das Einladungsturnier im Rahmen der "Huntsman World Senior Games" als inoffizielle Masters-WM gilt.
In der Vorrunde des Turniers gab es für das DVV-Team unter Spielführerin Barbara Schlosser glatte 2:0-Erfolge gegen Brasilien, China und Kanada. Auch die Russinnen und US-Amerikanerinnen wurden 2:1 in Zaum gehalten, was zwischenzeitlich Rang eins bedeutete. Die Hauptrunde wurde dann im doppelten K.o.-System gespielt. Hier brachte Favorit USA im zweiten Aufeinandertreffen den Deutschen trotz Führung die erste Niederlage bei. Damit musste zunächst die Verliererrunde durchlaufen werden, um im Titelrennen zu bleiben. Nach klarem Sieg gegen China und einem im Entscheidungssatz errungenen Erfolg über Brasilien trafen die deutschen Damen im Halbfinale erneut auf die USA und gewannen nach Abwehr dreier Matchbälle 28:26 im fünften Satz "Dieses Spiel hat viel Kraft gekostet", so Schlosser, "die Beine wurden immer schwerer." Nach großem Kampf mussten die DVV-Damen im Finale den ausgeruhteren Russinnen im Tiebreak 17:15 den Vortritt lassen, freuten sich aber auch über Silber.
(Quelle: Anja Wolf-Blanke, www.main-spitze.de 29.10.07)


26. Frankfurt-Marathon: Kraus und Zaituc unterbieten Olympianorm
M70: Klemens Wittig stellt deutschen Marathonrekord von Günther Thiele ein

Bei den Frauen beendete die Melanie Kraus (*1974, TSV Bayer Leverkusen) am Sonntag in Frankurt die seit drei Jahren andauernde Siegesserie russischer Läuferinnen und unterbot in 2:28:56 Stunden deutlich die Olympia-Norm von 2:31:00 Stunden. Die 33-Jährige steigerte sich auf der zweiten Hälfte der 42,195 Kilometer, schloss beim letzten Durchlauf am Opernplatz zur lange führenden russischen Favoritin Swetlana Zacharowa (W35) auf und zog schließlich auf und davon. "Bei der Hälfte lag ich ziemlich weit hinten. Mit dem Sieg hatte ich bis zum Schluss nicht gerechnet. Ich dachte immer, die Zacharowa kommt noch mal", meinte Kraus. Die 37-jährige Zacharowa (2:29:12), die sich nach ihrer Babypause eine 2:25 zum Ziel gesetzt hatte, konnte beim Antritt der Leverkusenerin nicht mehr kontern und rettete so gar nur knapp den zweiten Platz - zeitgleich vor der stark aufkommenden Norwegerin Kirsten Melkevik Otterbu (W35) ins Ziel. Auf den fünften Platz kam die unterwegs von Krämpfen geplagte Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig) Braunschweig, die in 2:30:09 Stunden gleichfalls die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Olympischen Spiele 2008 unterbot. "Es war eine gute Leistung. Ich bin eine Kämpferin", erklärte die 39-Jährige. Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock) lief bei ihrem Comeback nach langer Verletzungspause in 2:32:41 Stunden als Sechste ins Ziel. "Ich bin fast so glücklich wie vor einem Jahr", sagte Maisch.
Mit persönlicher Altersklassenbestzeit von 3:00:40 Stunden und damit glatt vier Minuten besser als bisher gewann die 24. der Gesamtwertung Christiane Wilken (*1958, LG Stadt Hattersheim) die Wertung ihrer Altersklasse W45. Die 49-Jährige läuft noch gar nicht so lange, erst seit sieben Jahren trainiert sie richtig. Nachdem es in diesem Jahr in Hamburg nicht gut gelaufen war und im Sommer in Kassel zwar die Hessenmeisterschaft aber keine gute Zeit heraus gekommen war, wollte sie eigentlich diesmal unter drei Stunden bleiben. Nur äußerst knapp verpasste sie diese Marke. Dasselbe gelang der W55-Besten Irene Hofmann (*1950, LG Karlsruhe) in 3:18:55 Stunden- zwei Minuten besser als im letzten Jahr- und ebenso Doppelweltmeisterin Karin Risch (*1946, LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crumstadt), die die W60 nach 3:18:33 Stunden gewann und damit 59 Sekunden schneller war als vor einem Jahr bei der deutschen Marathonmeisterschaft in München 2006 und sogar 11 Minuten besser als bei ihrem Sieg im WM-Hitzemarathon von Riccione vor gerade einmal sechs Wochen. In der W65 kam Helga Walker (*1941, TV Rheinau 1893) in feinen 3:52:28 Stunden auf den ersten Rang dieser Altersklasse.
Wilfried Kigen feierte bei den Männern den Sieg-Hattrick mit Streckenrekord. Der 32- jährige unterbot bei seinem dritten Erfolg nach 2005 und 2006 die von ihm gehaltene Bestzeit um 31 Sekunden auf die Weltklassezeit von 2:07:58 Stunden und kassierte insgesamt 45.000 Euro als Sieg- und Zeitprämie. Der Kenianer lief einmal mehr ein taktisch kluges Rennen. Auf dem Rückweg von Höchst hatte Hosea Rotich bei Kilometer 30 den Aufstand geprobt, doch Kigen kam im Schlepptau mit Trainingspartner Peter Kiprotich wieder auf. Auf dem letzten Kilometer konnte Rotich dann dem Steigerungslauf seines Landsmannes nicht mehr folgen. Im Alleingang stürmte der Dreifach-Sieger über den roten Teppich. Rotich blieb der zweite Platz (2:08:11), Dritter wurde Sammy Kurgat (2:08:38). Die ersten neun Plätze gingen allesamt an kenianische Läufer.
Eine Sekundensache war nicht nur der Kampf um die Spitzenplätze bei den Frauen. In der M70 lief Klemens Wittig (*1937, LC Rapid Dortmund) nämlich auf die Sekunde genau so schnell wie Günther Thiele (*1914, SCC Berlin) bei seinem deutschen M70-Marathonrekord vor fast auf den Tag genau 21 Jahren in Essen: 3:08:49 Stunden. Beide Mastersathleten halten jetzt also gemeinsam den deutschen Marathonrekord - korrekt: deutsche Seniorenbestleistung - dieser Altersklasse.
Lächelnd erreichte Dieter Baumann (Tübingen) nach 2:30:00 Stunden das Ziel. Der 5000-Meter-Olympiasieger von 1992 sammelte damit 30.000 Euro für den guten Zweck. "Das war der pure Genuss", sagte Baumann, der im zweiten Anlauf erstmals einen Marathon beendete. "Es ist ein schönes Gefühl, dass es vollbracht ist", sagte Baumann. Ähnlich erfolgreich war auch Triathlon-Weltmeister Normann Stadler (Mannheim), der zwei Wochen nach seinem Ausscheiden beim Ironman Hawaii 2:32:12 Stunden lief. Bester deutscher Läufer war der Dritte der Marathon-DM dieses Jahres Daniel Pickl (*1978, LG Rupertiwinkel) in 2:23:12 auf Platz 26. Mit mehr als 18000 Startern, davon 11483 beim Marathon, verzeichnete die Veranstaltung in Frankfurt eine Steigerung der Gesamtmeldezahl um 6,5 Prozent. An der Strecke feuerten gut 280.000 Zuschauer die Läufer an.
Zum ersten Mal gab es beim Frankfurt Marathon auch Blutdoping-Kontrollen. "Wir treten ein für eine saubere Veranstaltung mit sauberen Athleten - alles andere bedroht den Sport und damit auch unser Rennen", hatte dazu Cheforganisator Jo Schindler im Vorfeld betont.
(29.10.07)


Noch fünf Tage: DLV-Foto-Wettbewerb noch bis 2. November

Jetzt wird's Zeit: Der Sport-Fotografie-Wettbewerb des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) „Senioren/Seniorinnen in Aktion“ geht in die letzten Tage. Mit diesem Wettbewerb soll, so Initiator Karl-Heinz Flucke (Foto), das Image der Senioren-Leichtathletik gesteigert werden. Zur Teilnahme aufgerufen sind "alle Amateure und Berufsfotografen". Inzwischen liegen dem DLV auch schon eine Reihe von Einsendungen vor, und wer noch am Wettbewerb teilnehmen möchte, muss sich beeilen; denn am 2. November 2007 (Poststempel) ist unwiderruflich der letzte Tag, um dabei zu sein. Für die besten Arbeiten gibt es Geldpreise zwischen 200 und 500 Euro.
Der Wermutstropfen: Jeder Teilnehmer gestattet dem DLV nicht nur die Reproduktion der Arbeiten "in dem vorgesehenen Verwendungszweck". Er überträgt auch gleichzeitig dem DLV alle Rechte an seinem Bild. Nach Abschluss des Wettbewerbs gehen außerdem die eingereichten Arbeiten in den Besitz des DLV über.
(Quelle: www.leichtathletik.de 29.10.07)


Antidoping: Auch Raschker unterschreibt "Vaterstettener Erklärung"

Die Athletin der Masters-Weltmeisterschaften des vergangenen Sommers, Phil Raschker (USA) hat die "Vaterstettener Erklärung" unterzeichnet. Seit dem 23. Oktober verstärkt die in Hamburg aufgewachsene Seniorensportlerin aus dem Florida Athletic-Club die wachsende Zahl ausländischer Unterzeichner der vor zwei Jahren in Vaterstetten von Guido Müller und Arno Hamaekers formulierten Antidoping-Selbstverpflichtung. Dies teilte die Athletenvereinigung proMasters am Wochenende mit.
Zur Erinnerung: Bei der WM in Riccione war die gerade in die W60-Altersklasse aufgerückte Phil Raschker die alles überragende Athletin: In acht Einzeldisziplinen (100 m – 200 m – 80 m Hürden – 300 m Hürden – Hoch – Stabhoch – Weit – Drei), dem Siebenkampf und mit der 4x100m Staffel der W 55 (!) holte sie insgesamt 10 mal Gold. Damit nicht genug: Auch in der ersatzgeschwächten US-Staffel über 4x400 m-Staffel ihrer Altersklasse (W 60) lief sie mit und wurde da Vierte, übrigens hinter dem deutschen Bronze-Quartett mit Roswitha Schaeffler, Gerda Seibert, Ingrid Goldschatz und Christa Stedtler.
Der Antidopingexperte von proMasters, der Hanauer Rechtsanwalt Rüdiger Nickel: "proMASTERs und seine weit mehr als 600 Unterzeichner sind stolz auf diese 'Neu-Unterzeichnerin'. Herzlich willkommen."
(Foto Horst Haßlinger: W60-Siegerehrung 200m Masters-WM in Riccione mit Ingrid Meier, Phil Raschker, Valerie Parsons, 28.10.07)


Online: ProMasters unterstützt Wahl zum/zur Seniorensportler/in des Jahres 2007

Nach dem großen Erfolg in den letzten Jahren der "Wahl zum/zur Seniorensportler/in des Jahres" und der damit verbundenen Öffentlichkeit für den Seniorensport in Deutschland gibt es auch in diesem Jahr eine solche Wahl durch die Zeitschrift SeniorenLeichtathletik. Erstmals unterstützt die Athletenvereinigung proMasters diese Wahl und zwar online. Das dazu bereit gestellte Formular muss bis zum 15. November abgeschickt werden.
Auf der Internetseite von ProMasters heißt es dazu: "Das Wahlverfahren wird in der Form des Vorjahres durchgeführt, das heißt: Sie, die Leserinnen und Leser, nennen uns Ihren Kandidaten, Ihre Kandidatin". Die müssen natürlich - wie im Vorjahr - einen ganzen Katalog an Kriterien erfüllen. Voraussetzungen sind zunächst die Mitgliedschaft im DLV und die deutsche Staatsangehörigkeit. Eigentliche Kriterien für die Nominierung sind :

  • Die/der Senior/in muss im zurückliegenden Jahr durch vorbildliches sportliches Verhalten aufgefallen sein, und/oder
  • die/der Senior/in muss bei deutschen Meisterschaften eine herausragende Platzierung erzielt haben, und/oder
  • die/der Senior/in hat einen Regional- oder Nationalrekord aufgestellt, und/oder
  • die/der Senior/in hat bei den im gleichen Jahr stattgefundenen internationalen Meisterschaften eine herausragende Leistung/Platzierung erzielt (wird als Kriterium in Gleichheitsfällen herangezogen).

Zusatzkriterien, auf die Wert gelegt wird, sind Aktivitäten als Kampfrichter, Mitarbeiter bzw. Übungsleiter und der Umstand, dass es sich um einen erklärten Verfechter des Anti-Doping-Kampfs handelt. Zum Abstimmungszettel geht es hier... (27.10.07)


proMASTERs-Umfrage zur DLV-Betreuung in Riccione ausgewertet: "Recht positives Bild"

Ausgewertet hat proMASTERs ihre im Anschluss an die Masters-WM in Riccione gestartete Internet-Umfrage zur Qualität der DLV-Betreuung bei der WM in Riccione. Der Hintergrund dieser Umfrage: Sie erfolgte strikt anonym, woran eine Reihe Befragte bei der "offiziellen DLV-Befragung" zweifelten; denn bei der DLV-Umfrage in Linz waren nummerierte Fragebogen ausgegeben worden. Inzwischen hat die Athletenvereinigung ihre Umfrage ausgewertet, die übrigens - so proMasters- "eine nicht erwartet hohe Resonanz" hatte. Insgesamt ergab sich dabei ein recht positives Bild für die Arbeit des DLV-Betreuerteams bei der WM. Typische Aussagen: "DLV-Team 2007 hat sich viel Mühe gegeben", "der DLV Betreuerstab hat mehrmals schon geholfen", "DLV war bestgeführtes Team", "das Engagement der DLV-Betreuer in Riccione war einmal mehr Klasse und kann nur gelobt werden".
Hauptkritikpunkt war, dass die DLV-Betreuer nicht wie bei früheren Meisterschaften an einer festen, vorher bekannt gemachten Stelle zu finden waren. Es dürfe nicht sein, dass "ein(e) Betreuer(in) irgendwo hin und hergeht und man ihn/sie nur zufällig findet". Zusätzlich machten die Teilnehmer an der Umfrage auch konstruktive Vorschläge. So sei beispielsweise die Erreichbarkeit über Handy sinnvoll und Staffelbesprechungen für die 4x 400m-Staffel sollten nicht stattfinden, wenn im zweiten Stadion gerade die 400m-Finalläufe anstünden
Mehr bei proMasters/aktuelles
(23.10.07)


Tagung der DLV-Seniorenwarte in Darmstadt: "Positive Bilanz"

Seit der letzten Tagung der Seniorenwarte im April 2006 hatte sich ein ganz schöner Berg an offenen Punkten angesammelt, der in einer wahren Marathonsitzung am letzten Sonntag in Darmstadt abgearbeitet werden musste. Mit Ausnahme von zwei Seniorenwarten waren alle „on board“, was zeigt, dass neuer Elan in diesen wichtigen Aufgabenbereich innerhalb des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gekommen ist und ein besonderer Augenmerk auf diesen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen boomenden Bereich gelegt wird.
Unter der Leitung der Seniorensprecherin der Landesverbände Margret Lehnert (Hessen) wurden zahlreiche Anträge bearbeitet und wichtige Empfehlungen an den Bundesfachausschuss Senioren bzw. an den Verbandsrat gegeben. Margret Lehnert verlas zur Begrüßung ein Grußwort des Vizepräsidenten Prof. Michael Böhnke, in dem dieser den Seniorenwarten für ihr Engagement dankte und der Tagung einen guten Verlauf wünschte. Er hob die wachsende Bedeutung der Seniorenleichtathletik innerhalb des DLV und einiger seiner Landesverbände hervor. Er versicherte weiterhin, dass den Entscheidungen im Bundesfachausschuss Senioren große Bedeutung beigemessen werde.
Margit Jungmann, Vorsitzende dieses Bundesfachausschusses, die erstmals in der Runde zu Gast war, zog eine insgesamt positive Bilanz der Arbeit im ersten Jahr seines Bestehens. Sie schaute auf ein turbulentes, arbeitsreiches Jahr 2007 zurück. Insbesondere betonte sie die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit mit den Seniorenwarten der Landesverbände, die die Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit ist. Dank der konstruktiven Arbeit im Bundesausschuss Senioren und der guten Unterstützung durch den Verbandsrat konnte bereits einiges auf den Weg gebracht werden. Darüber hinaus wurde bei den internationalen Meisterschaften das Betreuerteam des DLV für das hohe Engagement seitens der Aktiven gelobt..
Es gab weitere Erläuterungen zu den Änderungen des Ausländerstartrechts ab 1. Januar 2008, Berichte aus den Gremien der EVAA und WMA und zu den vergangenen Meisterschaften 2007. Empfehlungen wurden von den Seniorenwarten zu Änderungen im Meisterschaftsprogramm abgegeben. Einerseits muss man dem demografischen Wandel der Bevölkerung auch im Seniorenwettkampfsport verantwortungsbewusst Rechnung tragen. Andererseits wurde auch kritisch angemerkt, dass Disziplinen, die nicht angenommen werden, auch wieder aus dem Meisterschaftsprogramm zu streichen sind. Interessant dürfte ebenso sein, dass auch eine Mannschaftswertung im Werfer-5-Kampf vorgeschlagen, die Medaillenstandards im Gehen überarbeitet wurden und ein Antrag auf Anpassung der Punktewertung beim Mehrkampf gestellt wurden. Damit wird sich Anfang November der Bundesfachausschuss noch einmal auseinander setzen. Sorge macht die Veranstaltung von Meisterschaften 2008, da bis zum derzeitigen Zeitpunkt noch acht Ausrichter gesucht werden.
Um die Arbeit und Struktur im Bereich der Senioren auch gegenüber Außenstehenden und neu zu wählenden Seniorenwarten transparenter zu gestalten, wird der Ausschuss bis zur nächsten Tagung eine Geschäftsordnung erarbeiten.
(Karl-Heinz Flucke auf www.leichtathletik.de, 22.10.07)


Masters-WM positiv: Alle Dopingtests negativ

Offiziell hat Stan Perkins, Vorsitzender des Antidopingkomitees der Masters-Weltverbandes WMA, am Wochenende mitgeteilt, dass kein Dopingtest der Masters-Weltmeisterschaften vom 4. bis zum 15. September in Riccione ein "positives Ergebnis" hatte . Perkins, dessen Ehefrau Wilma Perkins (W50) pikanterweise zu den ersten bei der WM getesteten Athleten zählte, bestätigte, dass die beauftragten Dopingtester nzwischen die Analysen abgeschlossen haben. Der Australier sagte: "Sämtliche Athleten, die sich einem Dopingtest unterziehen mussten, haben alle Bedingungen solcher Tests vollständig beachtet. Mir ist mitgeteilt worden, dass es dabei keinerlei Probleme gegeben hat. Alle Analysen sind inzwischen durchgeführt worden und haben sätmlich ein negatives Ergebnis gehabt."
Gerüchte, dass ein US-Hürdenläufer versucht habe, sich um den Test zu drücken, wurden von Stan Perkins nicht bestätigt und zurückgewiesen.
(22.10.07)


EVAA-Präsidium in Ljubljana:
Entscheidung über Europäische Masters-Athleten des Jahres 2007

Das Präsidium ("Council") des Europäischen Senioren-Leichtathletikverbandes EVAA tagt am kommenden Wochenende im slowenischen Ljubljana, dem Austragungsort der XVI. Stadion-Europameisterschaften im kommenden Sommer. Die Funktionäre wollen unter der Leitung von EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen) die Weichen für die künftige Masters-Leichtathletik in Europa stellen. Außerdem wählt das Gremium bei den Frauen und den Männern den Europäischen Masters-Athleten des Jahres 2007. Chancen werden dabei auch der Rostockerin Christiane Schmalbruch (W70) eingeräumt.
Auf der Tagesordnung des Treffens steht zunächst ein Rückblick auf die WM in Riccione. Vor allem der "völlig unbefriedigende Verlauf der WMA-Generalversammlung" dürfte dabei erörtert werden. Angesichts der großen Zahl von 9000 WM-Teilnehmer in Italien und der damit zusammenhängenden Organisationsprobleme dürfte auch die Frage von Qualinormen auf den Tisch kommen.
Daneben diskutiert das Gremium die in den Jahren bis 2014 bevor stehenden Europameisterschaften und neue Kandidaten; dem Vernehmen nach zeigen sich die Metropolen London und Athen an den Europameisterschaften 2012/14 interessiert. Denkbar sind auch länderübergreifende Meisterschaften im deutsch-tschechisch-polnischen Dreiländereck bei Zittau und im Dreiländereck um Aachen, Maastricht und Lüttich. Auf der Agenda steht daneben das Programm 2008 der EVAA-Akademie; angesichts der künftigen Förderung des Amateursports durch die Europäische Union können die Akademieveranstaltungen künftig auch mehrsprachig angeboten werden.
Das Gremium will außerdem die EVAA-Generalversammlung des kommenden Jahres vorbereiten, bei dem dem Vernehmen nach einmal mehr versucht werden soll, die Veteranen im Verbandsnamen durch den internationaleren Begriff Masters zu ersetzen. Diese Änderung war bei der Generalversammlung letztes Jahr in Posen (PL) knapp gescheitert. Wie eine neue Informations- und Präventionsarbeit die Antidoping-Kampagne optimieren kann, ist ein weiterer Beratungspunkt der Zusammenkunft im Hotel Lev in Sloweniens Hauptstadt.
Am Rande der Tagung wollen die EVAA-Präsidiumsmitglieder auch die EM-Wettkampfstätten des kommenden Jahres inspizieren, also beide Stadien, den Werferplatz, den Marathonkurs und die Geherstrecke. " Das EVAA-Council erwartet einmal mehr viele zukunftsorientierte Entscheidungen im Interesse der Athleten", heißt es zusammenfassend und optimistisch auf der Webseite des Verbandes.
(22.10.07)


Verbotene Substanzen 2008: proMASTERs-Findex© akutalisiert

Der weltweit einmalige, vom EVAA-Antidopingexperten Rüdiger Nickel (Hanau) erarbeitete proMASTERs-Findex© ermöglicht bekanntlich das rasche Auffinden „verbotener Substanzen“ nach der aktuellen Dopingliste - seit einigen Tagen bereits nach der ab 1. Januar 2008 gültigen neuen Liste der „Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA)“ – „The 2007 Prohibited List – International Standard“ – gültig ab 1.1.2007 / gültig ab 1.1.08.
Der proMASTERs-Findex© ist alphabetisch geordnet und verweist auf die einzelnen Verbotsgruppen (S – verbotene Substanzen; M – verbotene Methoden). Optisch ist an der Farbunterlegung zu erkennen, ob es sich um eine Substanz handelt, die generell (in und außerhalb des Wettkampfes = blau unterlegt) oder nur im Wettkampf verboten ist (gelb unterlegt).
Bei den bevorstehenden nationalen und internationalen Meisterschaften ist mit zahlenmäßig mit immer mehr Dopingkontrollen zu rechnen. Um so unverständlicher ist es, dass sich der DLV seit dem Sommer dieses Jahres aus der Bearbeitung der Ausnahmegenehmigungen zurückgezogen hat.
Experte Rüdiger Nickel gibt folgenden Tipp: "Jeder Seniorenathlet sollte daher Anträge auf Ausnahmegenehmigung nur noch richten an die NADA (nationale Ausnahmegenehmigungsanträge - Fax: 0221 81292-29) bzw. die WMA (Prof. Karri Wichmann für internationale Ausnahmegenehmigungsanträge - Fax: 00358-9-621 3379) und sich nicht nur auf das verlassen, was in den Formularen selbst steht. Denn der DLV will seiner sich aus den Formularen selbst ergebenden Verpflichtungen wohl nicht mehr nachkommen, die Formulare weiterzuleiten. Lieber nicht auf die Richtigkeit der Formulare vertrauen, sonst kann’s passieren, dass der Antrag in den Schubladen der DLV-Anti-Doping-Koordinierungsstelle schmort!"
(21.10.07)


Europa: Sport wird in Europäischen Grundlagenvertrag aufgenommen

Nach langwierigen Verhandlungen haben sich bekanntlich die 27 europäischen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) in Lissabon auf einen neuen Grundlagenvertrag für die Europäische Union (EU) verständigt. Mitte Dezember soll der Reformvertrag unterzeichnet werden. Bemerkenswert: Der neue Grundlagenvertrag der EU erwähnt erstmals in der EU-Geschichte ausdrücklich als Aufgabe der EU den besonderen Charakter des Sports zu fördern. Artikel 124a des Reformwerks lautet: "Die (Europäische) Union trägt zur Förderung der europäischen Dimension des Sports bei und berücksichtigt dabei dessen besondere Merkmale, dessen auf freiwilligem Engagement basierende Strukturen sowie dessen soziale und pädagogische Funktion."
In einer ersten Stellungnahme bewertete IOC-Präsident Jacques Rogge den Entschluss von Lissabon als historischen Schritt. Er sagte: "Das ist wirklich ein sehr bedeutsamer Augenblick und wir sind den 27 EU-Staaten dafür sehr dankbar. Die Olympische Bewegung hat mehr als 12 Jahre in der EU dafür gekämpft, dem Sport diese rechtliche Grundlage zu geben. Heute darf ich sagen, dass es den Einsatz wert war. Diese grundlegende Festlegung wird die Rolle des Sports in Europa stärken. Sport kann nicht länger nur als ökonomische Größe begriffen werden. Der meisten sportlichen Aktivitäten finden an der Basis statt und gründet sich auf ehrenamtliches Engagement. Mit der Erwähnung des Sports im Europäischen Reformvertrag wird es für die Sportverbände in Europa künftig deutlich leichter, ihre pädagogische und soziale Rolle in der Gesellschaft auszufüllen. Die Olympische Bewegung und die Sportbewegung überhaupt setzen große Hoffnungen in die Aufnahme des Gedankens der besonderen Merkmale des Sport in den EU-Grundlagenvertrag und werden genau auf seine Umsetzung achten, vor allem wie die genauen Inhalte festgelegt werden."
Tatsächlich könnte die europäische Masters-Leichtathletik von der Aufnahme des Sports in den EU-Vertrag besonders profitieren. Mehrfach hatte EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen) in den letzten Jahren in Gesprächen mit EU-Parlamentariern für die Unterstützung der Seniorenleichtathletik durch die EU geworben. Mangels rechtlicher Möglichkeiten für die EU waren diese Initiativen bisher nicht erfolgreich gewesen. Das dürfte sich nach der Ratifizierung des neuen Vertrages jetzt schnell ändern. Konkret könnten beispielsweise die Idee von Leichtathleten aus dem Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien umgesetzt werden, 2012 die Senioren-Europameisterschaft in den Stadien von Zittau, Liberece und Bogatynia durchzuführen. Dauerhafte und unabhängige Finanzierung durch die EU könnte das neue EVAA-Büro, das in wenigen Wochen in Athen eröffnet wird, ebenso finden wie die EVAA-Akademie, deren Veranstaltungen bei den Meisterschaften in Posen, Helsinki und Riccione große Beachtung fanden.
(20.10.07)


Herbsthema: Betrügereien auf der Marathonstrecke
Neue Details im Fall Kerstin Metzler-Mennenga

Es ist schon fast kurios. Nicht der neue Marathon-Weltrekord durch Haile Gebrselassie sondern die Betrügereien diverser Marathonläufer stehen im Mittelpunkt der Läuferdiskussionen dieses Herbstes in Deutschland. www.leichtathletik.de widmete heute dem Thema diesen umfassenden Bericht, der auch neue Informationen zum Fall der Liechtensteinerin Kerstin Metzler-Mennenga enthält, die inzwischen von ihrem Verband lebenslang gesperrt wurde:

Schummeleien im Marathon haben eine lange Historie. Einer der spektakulärsten Fälle in der frühen Olympischen Geschichte spielte sich 1904 in St. Louis (USA) ab. Damals wurde, so ist es überliefert, der US-Amerikaner Fred Lorz nach Krämpfen auf einem Fahrzeug zum Stadion gebracht, kurz vor den Toren ging dieses kaputt. Das wiederum veranlasste ihn, doch wieder weiter- und als frischer Erster ins Ziel einzulaufen. Es wurde der Gerechtigkeit und dem Olympischen Läuferfrieden damals aber Genüge getan, Fred Lorz, der sein Verhalten als einen Scherz abtat, disqualifiziert und gesperrt. Der neue Olympiasieger hieß Thomas Hicks (USA)
.
Fälle, bei denen die Läufer nur einen Teil der 42,195 Kilometer mit den eigenen Beinen zurücklegen, sind bei den großen Laufevents auch heute noch Gang und Gäbe. In Frankfurt und Berlin etwa werden jedes Jahr siebzig oder mehr Teilnehmer nachträglich disqualifiziert, weil Zwischenzeiten fehlen oder nicht plausibel sind. Am Main hatte ein Starter vor drei Jahren sogar nur eine Start- und Zielmessung, aber keine einzige Zwischenzeit, die eigentlich alle fünf Kilometer zu Buche hätte schlagen müssen, wenn der Kurs ordnungsgemäß absolviert gewesen wäre. Sein Marathon bestand offenbar aber nur aus wenigen Meter. Die Disqualifikation nahm er schließlich ohne eine Stellungnahme hin. Deshalb ist auch nicht bekannt, wie er die Zeit zwischen Beginn und Einlauf totschlug. Andere kürzen gerne einfach mal ab und das immer wieder. Ein Läufer, der über die letzten Jahre in Berlin schon viermal auffällig geworden war, versuchte schließlich in London sein Glück, doch auch den Briten stach seine unschlüssige Renngestaltung ins Auge. Sie fragten in Deutschland nach, dort wusste man mit dem Namen sofort etwas anzufangen und konnte den Verdacht aus dem Stegreif bestätigen. Mit großen Konsequenzen haben die Breitensportler, die sich ihren Weg ein gewisses Stück fernab der Marathonlinie bahnen, nicht zu rechnen. Lediglich eine Disqualifikation erfolgt. In aller Regel räumen die Veranstalter auch die Möglichkeit einer Stellungnahme und Rechtfertigung ein. Wenn diese plausibel erscheint, wird die Disqualifikation nicht ausgesprochen bzw. wieder zurückgenommen.
Die größeren Marathon-Ausrichter nehmen Schwindler durchaus ernst und entsprechend aufs Korn, daran lassen sie keinen Zweifel aufkommen. „Als Veranstalter weiß man, wo man am besten abkürzen kann. Es gibt immer solche Möglichkeiten. Bei uns werden Straßen zwei- oder dreimal belaufen“, berichtet der Frankfurter Renndirektor Jo Schindler, der sich in den Verdachtsfällen moralisch in der Beweispflicht sieht. Für seinen Hamburger Kollegen Wolfram Götz muss vor allem der betriebene Kontrollaufwand mit dem Ergebnis in Einklang stehen. Er schließt deshalb auch eine existierende Dunkelziffer in anderen als den normalen Betrugsfällen nicht aus. Trotzdem steht für ihn fest, dass sich die Anzahl der Teilnehmer, bei denen Verdachtsmomente bestehen, in einer relativ geringen Größenordnung bewegt. 17 Disqualifikationen wurden in der Hansestadt in diesem Jahr ausgesprochen, weniger als in Berlin und Frankfurt. Für Wolfram Götz steht fest: „Wenn jemand betrügen will, dann betrügt er vor allem sich selber. Ich sehe mich als Veranstalter zunächst nicht in der Pflicht.“ Auch für Rüdiger Otto, den Geschäftsführer des Berliner Veranstalters SCC-Running, sind die 70 bis 100 Disqualifikationen, die Jahr für Jahr an der Spree verhängt werden, angesichts der großen Läufermasse „relativ gesehen wenig“. Seit sieben oder acht Jahren habe man einen Kontrollmechanismus, bei dem kaum jemand mehr mogeln könne.
Über diesen ist vor drei Wochen auch der Mexikaner Roberto Madrazo gestolpert. Er wurde aus der Wertung genommen, nachdem er den Messungen nach ein Teilstück schneller als der äthiopische Weltrekordläufer Haile Gebreselassie zurückgelegt hatte und mit einer für einen 55-Jährigen phänomenalen Zeit von 2:41:12 Stunden ins Ziel kam. Bei der Disqualifikation wussten die Verantwortlichen von SCC-Running noch nicht, dass es sich bei dem Schwindler um einen namhaften Politiker und früheren Präsidentschaftskandidaten handelt. Doch schließlich brachten Medienbeiträge das ebenso ans Licht wie ein Foto von Roberto Madrazo, das ihn zeigt, wie er nach seinem Betrug jubelnd und triumphierend ins Ziel einläuft. Dabei hatte dieser zwischenzeitlich behauptet, dass er dorthin nur zurückgekehrt war, um seine Sachen und die Teilnahmemedaille abzuholen. Die Bilder sahen anders aus. Ertappt, überführt und bloßgestellt! Läuferlügen haben keine schnellen Beine.
Für Rüdiger Otto läuft jeder Marathon-Teilnehmer vor allem „gegen sich selbst und sein Gewissen“. Diejenigen, die nach einer Abkürzung suchen oder gerne auch mal ein Stück mit der U- oder S-Bahn fahren, haben dabei oft ein schlechtes Gewissen: „Es gibt kaum jemanden, der sich über seine Disqualifikation richtig beschwert, sie verdrücken sich eher in die Ecke.“ Das „Sich-Verkrümeln“ ist bei den Spitzenläufern wesentlich schwieriger, stehen sie doch unter öffentlicher Beobachtung. Und die Zeiten aus den Anfängen des Hamburger Marathons, als eine Osteuropäerin mehr als acht Kilometer ausließ, um schließlich auf Rang drei gewertet zu werden, ehe aufmerksame Zuschauer diesen Fall meldeten, sind vorbei. Dafür sorgt auch das verbesserte Zeitmess- und Chipsystem. Betrogen wird aber eben trotzdem noch, auch in den vordersten Reihen des Starterfeldes. Der Olympische Traum, den Fred Lorz vor mehr als hundert Jahren schelmisch träumte, hat nämlich nichts an Faszination verloren. Gemogelt wird jetzt allerdings raffinierter. Das hat der in der letzten Woche aktenkundig gewordene, spektakuläre Fall der Liechtensteinerin Kerstin Metzler-Mennenga bewiesen.
Die 26-Jährige suchte sich über das Internet unter dem Pseudonym einer Stefanie Mertens ein passendes Opfer, jubelte diesem unter dem glaubhaft gemachten Vorwand, eine wissenschaftliche Studie durchführen zu wollen, den eigenen Zeitmesschip in ein Säckchen verpackt unter und ließ so jemand anderen für sich die WM- und nun auch die Olympiaqualifikation erlaufen. Kerstin Metzler-Mennenga perfektionierte dabei ihr System mit bemerkenswert großer krimineller Raffinesse. In einer langfristigen Vorbereitung des Schwindels für den jüngsten Berlin-Marathon akquirierte sie mehrere Läufer mit der Aussicht auf eine kleine finanzielle Entschädigung frühzeitig und hielt zu ihren Favoriten auch den Kontakt. Immer wieder erkundigte sie sich nach leichtathletik.de vorliegendem Schriftverkehr vor dem Schein der Studie, die sie durchführe, nach dem aktuellen Trainingszustand und den Aussichten, die angestrebte Zeit zu erreichen. Auch mögliche Mitläufer mit bestimmten Zielzeiten brachte sie ins Spiel, um angesichts der Reaktion darauf die Perspektiven zu erkennen. Bereits zuvor hatte sie Trainingspläne und -protokolle eingefordert. Auch auf diesem Weg wollte sie scheinbar die Leistungsfähigkeit ihrer unfreiwilligen Probanden einschätzen können. Das geschah offenbar aus einem guten Grund: beim ersten Betrugsversuch vor einem Jahr hatte der Läufer die Zielzeit deutlich verfehlt.
In Berlin fiel die Wahl schließlich auf Christian Neumann (TriAs Hildesheim), der unwissentlich mit seinen 2:42:04 Stunden für einen neuen und in Liechtenstein vielumjubelten Landesrekord im Frauen-Marathon sorgte. Doch zugleich stolperte Kerstin Metzler-Mennenga, die am 2. September noch den ergaunerten WM-Marathonstart in Osaka (Japan) in einer Zeit von 3:11:45 Stunden auf Rang 53 zu Ende gebracht hatte, über ihren „Ghostrunner“. Eine Woche nach dem Rennen bemerkte dieser beim Studium der Berliner Ergebnisliste die eigenartige Übereinstimmung von Zwischen- und Endzeiten, wenig später meldete er den Fall an die Organisatoren. Zum selben Zeitpunkt waren die merkwürdigen Umstände auch bereits dem Schweizer Trainer Richard Umberg aufgefallen, der ebenfalls Steine ins Rollen brachte. Die Lawine traf schließlich auch mit voller Konsequenz Kerstin Metzler-Mennenga, die dann vor Wochenfrist bei einer Pressekonferenz ihre Betrügereien beim Frankfurt-Marathon 2006, dem Hamburg-Marathon im Frühjahr und zuletzt beim Berlin-Marathon gestand. Inzwischen ist die Athletin, die nachträglich auch noch Lügen bei ihrem Geständnis zugeben musste, von ihrem Verband, der die Betrügereien auf das Schärfste verurteilte, lebenslänglich gesperrt worden - wie schon 1904 Fred Lorz. Fördergelder will sie nach einem Bericht des „Liechtensteiner Vaterlands“ nun zurückzahlen.
Der ausgenutzte Christian Neumann zeigt indes nun kein großes Verständnis für die Athletin mehr: „Von Kerstin bin ich, auch wenn ich sie kaum kenne, sehr enttäuscht“, sagt er. „Es ist schon ziemlich ungeheuerlich, sich auf diese Art und Weise die Teilnahmen an Weltmeisterschaften sowie an Olympischen Spielen zu ergaunern.“ Kerstin Metzler-Mennenga überließ dabei nichts dem Zufall, sie setzte auf mehrere Pferde. Martin Hermann von der LG Wehringen war von ihr ebenfalls für Berlin akquiriert worden. Doch die Chip-Übergabe am Reichstag platzte, wofür er eine plausible Theorie hat. „Meine These: es wurden mehrere Läufer bestellt, dabei war ich wohl nur ein Ersatz, falls ein schnellerer ausfällt. Nachdem der Richtige da war, konnte sie mich ignorieren.“ Dieser Richtige, Christian Neumann, und der beinahe auch reingelegte Martin Hermann haben jetzt vor allem die Forderung an die Marathon-Veranstalter, genauer hinzusehen. Doch nicht jeder ihrer Vorschläge stößt auf Gegenliebe. Vor allem ein Abgleich von Abertausenden an Datensätzen nach Serien von identischen Zwischenzeiten oder welchen mit geringen Abweichungen bedeutet einen immensen Aufwand. „Keiner kuckt darauf, ob jemand mit zwei Chips läuft. Es ist eine Schwachstelle, solche Betrügereien sind nur schwer aufdeckbar“, meint der Hamburger Renndirektor Wolfram Götz, der auch auf viele Paare verweist, die eben den Marathon Schulter an Schulter laufen und so für Deckungsgleichheiten sorgen, die nur mühselig auseinander zu dividieren wären.
Die genannte Schwachstelle nutzte Kerstin Metzler-Mennenga gezielt, aber doch hatte sie Glück. Denn obwohl sie in Hamburg mit der Nichtanmeldung des vermeintlich von ihr erzielten Landesrekords kein zusätzliches Risiko einging, hätte ihr Schwindel ebenso wie ein halbes Jahr später in Berlin auffallen können, wenn nicht sogar müssen. Schließlich notieren Kampfrichter im Ziel die ersten 100 Männer und die schnellsten 50 Frauen per Hand. Wäre der Abgleich mit den elektronischen Daten sorgfältig erfolgt, dann hätte die Liechtensteinerin in Hamburg und Berlin gar nicht erst in die abschließende Wertung kommen dürfen. Zumindest hier stehen die Veranstalter mit den Kampfrichtern nun in der Pflicht, präziser zu kontrollieren. Das ist die Lehre, die man aus dem Fall von Kerstin Metzler-Mennenga ziehen muss. Aber auch wenn sich die Schlinge immer enger zieht, wird es weiterhin herkömmliche, kuriose und spektakuläre Betrügereien auf der Marathonstrecke geben. Zumindest Rüdiger Otto nimmt dabei allerdings sich als Berlin-Veranstalter und seine Kollegen ein Stück weit in die Pflicht: „Im Grunde muss jeder Veranstalter auch mit dafür sorgen, dass das System für Betrüger abschreckend wirkt.“
(Christian Fuchs auf www.leichtathletik.de, 18.10.07)


WADA-Knatsch: Lamour (Frankreich) schmeißt im Zorn hin
WADA-Vorsitz wohl an Australier Fahey

Der frühere französische Sportminister Jean-Francois Lamour hat im Zorn seine Kandidatur für den Vorsitz der Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA) zurückgezogen. Wie der 51 Jahre alte Olympiasieger von 1984 und 1988 im Säbelfechten mitteilte, gibt er auch seine Position als WADA-Vizepräsident auf. "Ich habe mich zur Demission und zum Rückzug von der Kandidatur entschlossen", erklärte er auf einer Pressekonferenz in Paris. "Mehr denn je bin ich zum Kampf gegen Doping bereit, doch der Kampf muss auch effektiv und nützlich sein." Damit reagierte Lamour, der vom Europarat nominiert worden war und seit 2004 der WADA-Führung angehört, auf die Last-Minute-Bewerbung des früheren australischen Finanzministers John Fahey um den WADA-Vorsitz auf der letzten Exekutivsitzung im September. Fahey wird nicht nur von Australien, sondern auch von den USA und Neuseeland sowie Japan unterstützt.
Lamour galt für die Wahl am 17. November, dem Schlusstag der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid, lange Zeit als Favorit für die Nachfolge von Amtsinhaber Richard Pound (Kanada). Da Europa in der Exekutive nur fünf der 18 Stimmen hat, wäre Lamour nur schwer durchsetzbar gewesen. "Gegen diese Mehrheit habe ich keine Chance", sagte der Franzose und fürchtet mit Fahey als möglichen neuen Präsidenten eine Beeinträchtigung im Anti-Doping-Kampf. "Ich fürchte für die WADA einen Rückschritt, man würde zu dem Zustand vor zehn Jahren zurückkehren", meinte Lamour, der deshalb eine "europäische Struktur" für den Kampf gegen Doping fordert.
Überrascht zeigte sich Amtsinhaber Pound von dem Rückzug Lamours. "Normalerweise denkt man, es gehört zum Geschäft der Politiker, gewählt zu werden, und dass sie kämpfen und eine Kampagne starten", sagte Pound. Auf der WADA-Exekutivsitzung am 22. September habe Lamour noch zugestimmt, gegen Fahey anzutreten. Der kanadische Anwalt darf nach seiner dritten Amtszeit nicht mehr kandidieren, und vereinbarungsgemäß soll jetzt ein Vertreter der Regierungen die Führung im weltweiten Anti-Doping-Kampf übernehmen.
(Quelle n-tv, 17.10.07)


Bayern: Der große Wurf des Hubert Berger

Am 6. Oktober fanden die Bayerischen Senioren-Meisterschaften im Werferfünfkampf obligatorisch im niederbayerischen Bogen bei Straubing statt. Der Routinier Hubert Berger (*1954, TSV Schwabmünchen 1863 e.V.) lieferte dabei einen bemerkenswerten Wettkampf ab. In der Alterklasse M50 hatte er zunächst einen denkbar schlechten Wettkampfeinstand. Denn beim Hammerwurf platzierte er das sechs Kilogramm schwere Gerät dreimal außerhalb des Sektors und ging mit null Punkten in die zweite Disziplin, den Gewichtwurf. Dort schleuderte die an einer kurzen Kette befestigte 11,34 Kilo-Kugel aber auf beeindruckende 17,38 Meter und holte damit jede Menge Punkte auf die Konkurrenz auf.
Mit 43,41 Meter im Diskuswurf (1,5kg) war der ehemalige Seniorenweltmeister von Brisbane 2001 in dieser Disziplin nicht ganz zufrieden, allerdings machte er weiter an Boden gut. Nach 35,58 Meter im Speerwurf (600g) war Hubert Berger sogar wieder im Rennen um den Titel. Mit phänomenalen 12,64 Metern im Kugelstoß (6kg) machte er dieses Kunststück perfekt. Mit nur vier Disziplinen sammelte Berger 2629 Punkte und wurde damit Bayerischer Seniorenmeister in der Alterklasse M50.
Alle Resultate aus Bogen...
(Quelle Augsburger Zeitung, 16.10.07)


Antidoping: Neuer WADA-Code vorgelegt - Vier-Jahres-Bann und Kronzeugenregelung

Die Erhöhung der Strafe bei schweren Doping-Erstvergehen auf vier Jahre, mehr Ermessensspielraum bei Fall- Entscheidungen und eine Kronzeugenregelung sind die wichtigsten Änderungen des neuen Welt-Anti-Doping-Codes. "Ich bin nicht unglücklich über die Änderungen", sagte Richard Pound, Vorsitzender der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), zum veröffentlichten endgültigen Entwurf des Kodexes. Dieser soll auf der 3. Welt-Anti-Doping- Konferenz vom 15. bis 17. November in Madrid verabschiedet werden und die 2003 in Kopenhagen vereinbarte erste Fassung ablösen.
Ein vierjähriger Bann kann nach dem neuen, 82 Seiten umfassenden, WADA-Code zukünftig bei schwerwiegenden Doping-Vergehen wie Anabolika-Missbrauch oder die Einnahme des Blutdopingmittels EPO verhängt werden. Bisher war zwei Jahre die Regelsperre. "Wir werden fortfahren, Athleten für zwei Jahre zu sperren", erklärte Pound, der im November sein Amt abgeben wird. "Allerdings wird das nun davon abhängen, was jemand genommen hat und unter welchen Umständen." Andererseits kann das Strafmaß bei "besonderen Umständen" - wenn ein Mittel nachweislich nicht zur Leistungssteigerung verwandt wurde - auf bis zu sechs Monate reduziert werden.
Ein Anreiz für Athleten mit der WADA, den nationalen Anti-Doping-Agenturen oder den staatlichen Institutionen zu kooperieren, soll die neu geschaffene Kronzeugenregelung bieten. Danach können Sportler, die substanzielle Aussagen über Doping-Vergehen oder Hinweise über die Hintermänner von Manipulationen liefern, mit Straferlass von bis zu 72 Prozent rechnen. Athleten, die sich vor einer positiven Doping- Probe zu Missbrauch mit verbotenen Mitteln bekennen, können ebenfalls mit einer Reduzierung der Sperre rechnen. (Quelle ftd, 17.10.07)


Halbmarathon: Die niedersächsischen Altersklassenmeister 2007

An den niedersächsischen Landesmeisterschaften im Halbmarathon in Neuenkirchen bei Bramsche waren am Wochenende insgesamt 297 Teilnehmer aus 106 Vereinen beteiligt; alle Wettkämpfer stammten aus Niedersachsen und obwohl die Titelkämpfe für Niedersachsen und Bremen ausgeschrieben waren, fehlten diesmal die Bremer Konkurrenten. Bei den Männern siegte Stephan Immega (SC Dunum), der in 1:09:12 h den Favoriten Dirk Schwarzbach (TSV Kirchdorf) genau zehn Sekunden hinter sich ließ. Dritter wurde Gerold Hartger (LC Nordhorn) mit 1:11:07 Stunden vor dem 43-jährigen Titelverteidiger Markus Pingpank (TSV Kirchdorf) 1:11:33 Stunden. Bei den Frauen gewann die Vorjahressiegerin Inga Ruhl vom TSV Kirchdorf in 1:22:20 h.
Nachzutragen sind noch die Landesmeister in den Altersklassen: Männer: M 30: Arne Westphal (TSV Kirchdorf( 1:17:30 h, M 35: Achim Groenhagen (SC Dunum) 1:14:32 h, M 40: Markus Pingpank (TSV Kirchdorf) 1:11:33 h, M 45: Helmut Nothdurft (LG Weserbergland) 1:15:05 h, M 50: Klaus-Dieter Grabowsky (SC Spelle-Venhaus) 1:17:07 h, M 55: Horst Kassebaum (Union Salzgitter) 1:25:04 h, M 60: Harald Kötz (Union Salzgitter) 1:28:12 h, M 65: Christian Bard (SG Osterholzer LA) 1:29:15 h, M 70: Heinz Winter (TV Georgsmarienhütte) 1:36:57 h, Mannschaften M 30/35: TV Georgsmarienhütte 4:27:14 h, M 40/45: TuS Bersenbrück 4:03:23 h, M 50/55 LC Delmenhorst 4:19,50 h, M 60 +: VfL Oldenburg 4:47:02 h
Frauen: W 30: Inga Ruhl (TSV Kirchdorf) 1:22:20 h, W 35: Marion Pinke (Eintracht Neuenkirchen) 1:40:20 h, W 40: Manuela Köhne (LG Osnabrück) 1:28:02 h, W 45: Ulla Hornbostel (TV Klein Ilsede) 1:33:20 h, W 50: Marita Harmeding (Quitt Ankum) 1:37:58 h, W 55: Angelika Asche (TSV Kirchdorf) 1:39:21 h, W 60: Ingrid Herwig (Garbsener SC) 1:51:36 h, Mannschaften: W30/45: TSV Kirchdorf 4:49:17 h.
Alle Resultate... (Quelle: NLV-La, 16.10.07)


Sportveranstaltungen können umweltgerecht gestaltet werden
Umweltminister Gabriel und DOSB-Präsident Bach stellen Leitfaden vor

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach, haben an die Sportverbände appelliert, Sportveranstaltungen umweltgerecht und Ressourcen schonend zu gestalten. Beide stellten am Dienstag den Leitfaden „Green Champions“ vor, der Anleitungen gibt, um die Umweltbelastungen bei Sportveranstaltungen zu reduzieren. Bundesumweltminister Gabriel: „Sportveranstaltungen begeistern jährlich Millionen von Menschen, sind aber auch mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden. Deshalb sollte ein Umweltschutzkonzept fester Bestandteil der Planung von Sportveranstaltungen sein. Das Konzept Green Goal für die Fußball-WM 2006 hat gezeigt, dass erhebliche Einsparungen bei Energie, Wasser und Abfallaufkommen möglich sind.“
DOSB-Präsident Dr. Bach: „Der deutsche Sport ist seit langem ein verlässlicher Partner des Umwelt- und Naturschutzes und setzt sich energisch für die ökologisch verträgliche Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen ein. Mit dem heute präsentierten Leitfaden werden wir gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium unserem Ziel wieder ein Stück näher kommen."
Der gemeinsam vom Bundesumweltministerium und vom DOSB herausgegebene Leitfaden „Green Champions“ gibt Veranstaltern, Sportverbänden und Sponsoren Hinweise zu allen relevanten Umweltfragen. Er gliedert sich in fünf Phasen, von der Bewerbung über Bau, Umbau oder Erweiterung von Sportstätten, die Planung der Veranstaltung, ihre Durchführung und die Nachnutzung. Erstellt wurde der umfassende Leitfaden vom Öko-Institut Freiburg/Berlin und der Deutschen Sporthochschule Köln.
Der Leitfaden „Green Champions“ ist im Internet (www.bmu.de ; www.dosb.de ) abrufbar und kann bestellt werden beim Bundesumweltministerium, Referat N II 3, Robert-Schumann-Platz 3, 53175 Bonn, Tel: 01888/305-2783, Fax: 01888/305-2697, E-Mail: renate.sodoge@bmu.bund.de und beim Deutschen Olympischen Sportbund, Ressort Breitensport, Sporträume, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main, Tel: +49-(0)69-6700-278, Fax: +49-(0)69-6787801, E-Mail: egli@dosb.de .
(Quelle DOSB, 16.10.07)


Volksstimme-Interview zum 30. Chicago-Marathon
"Ein Haldensleber jetzt im Club der "Big Five"

Die Medienberichte über den 30. Chicago-Marathon vermitteln den Eindruck, dass der klassische Marathon über 42,195 km zum Gefährlichsten gehört, was es im Sport überhaupt gibt. Sportredakteur Christian Besecke sprach mit Ernst Markwort, der unversehrt vom " Chaos-Rennen " zurückgekehrt ist.

Volksstimme : Was treibt den Chef der Laufgruppe " Roland " zum Chicago-Marathon in den amerikanischen Bundesstaat Illinois ?
Ernst Markwort : Die im Jahre 2006 entstandene Premium Serie World Marathon Majors. In ihr sind die fünf spektakulärsten Marathonläufe der Welt, Boston, London, Berlin, Chicago und New York zusammengefasst, wobei die Marathonläufe von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen einbezogen werden. Die nach einem Punktsystem ermittelten Sieger bei Frauen und Männern teilen sich jährlich jeweils eine Million Dollar Preisgeld. Mit dem Preisgeld habe ich natürlich nichts zu tun, aber mein sportlicher Ehrgeiz war geweckt. Warum sollte mein 25. Marathon nicht Chicago sein, zumal ich die übrigen Vier schon in meiner " Sammlung " hatte?

Volksstimme : Wie schwierig ist die Vorbereitung eines Marathons besonders nach Übersee ?
Ernst Markwort : Das A und O ist eine langfristige, ohne gesundheitliche Probleme verlaufende Vorbereitung, in meinem Leistungsbereich 50 bis 80 wöchentliche Trainings-Kilometer – speziell die letzten zehn Wochen. Organisatorisch genieße ich den Vorteil eines Läuferehepaares und da gibt es bei Laufreisen mit meiner Frau keine Probleme. Jeder Cent muss allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden – Läufer wären für jeden Sponsor ein guter Werbeträger. Fast wäre es dennoch in die Hose gegangen. Vierzehn Tage vor Reiseantritt erkundigten wir uns bei unserem Reiseunternehmen nach der Restzahlung und erfuhren so ganz nebenbei, dass die Laufreise Chicago wegen geringer Teilnehmerzahl nicht stattfi ndet. Unvorstellbar, aber wahr. Nach unzähligen Telefonaten und EMails wurden wir beim Chef des Reiseunternehmens Inter Air Pölheim Herrn Wricke " fündig ". Er erinnerte sich an unseren Boston-Marathon vor drei Jahren und machte einen Start in Chicago möglich, obwohl seit April Buchungsschluss war.

Volksstimme : Wie war das denn nun mit dem Chaos in Chicago ?
Markwort : Es war kein Verlass auf den Wetterbericht im Internet. Die Temperaturen stiegen beträchtlich, ohne nächtliche Abkühlung. " Da müssen wir durch ", war das Motto von über 36 000 Läufern am Sonntag um 8 Uhr am Start des 30. Chicago-Marathons. Dass ich doch noch kein " alter Hase " bin, wurde mir am Start von zwei Bremer Läufern klar gemacht. Ein Elektroingenieur ( 56 Jahre ) stand vor seinem 348. Marathon und ein Pharmahändler ( 68 Jahre ) nahm den 295. Klassiker in Angriff.
Bis km 25 hatte ich keine Probleme ( 31 Grad im Schatten ). Ich nutzte jeden Getränkepunkt und nahm auch jeden Wasserstrahl der Helfern dankend an. Zuviel des Guten war allerdings bei km 35, ein plötzlich von Feuerwehrleuten geöffneter Hydrant, dessen Wasserstrahl mich voll erwischte. Genau bei Kilometer 33, wo im Marathon der so genannte " Mann mit dem Hammer " kommt. Etwa nach 3 : 30 Std. wurde der Lauf offiziell abgebrochen, was in der Praxis natürlich in einem so großen Läuferfeld nicht geht, schon gar nicht bei den Verständigungsproblemen von Teilnehmern aus aller Welt. Läufer, die zu diesem Zeitpunkt den Halbmarathon noch nicht bewältigt hatten, wurden aus dem Rennen genommen und mit Bussen zum Start zurückgebracht. Alle anderen Marathonis ( 25 000 Läufer ) kämpften sich ins Ziel, um die dieses Mal mehr als verdiente Finisher-Medaille in Empfang zu nehmen.
Ernst Markwort (*1942, LG Roland Haldensleben) wurde in Chicago 26. seiner Altersklasse M65 und lief nach 5:07:57h ins Ziel.
(Interview aus Volksstimme.de, 16.10.07)


Leitungsklasse: Hallen-EM 2011 in Paris

Paris ist wieder Schauplatz eines Leichtathletik-Großereignis. Der Europäische Leichtathletik-Verband (EAA) hat am Montag die Hallen-Europameisterschaft 2011 in die französische Metropole, die 2003 auch Gastgeber der Freiluft-WM war, vergeben. Mitbewerber Göteborg (Schweden) bekommt, wie das Verbandscouncil auf seiner Sitzung in Malta entscheid, die Hallen-EM 2013. Göteborg und Paris richten die Hallen-EM bereits zum zweiten Mal nach 1984 bzw. 1994 aus. 2009 finden diese Titelkämpfe in Turin (Italien) statt.
Vergeben wurden auch die Cross-Europameisterschaft 2009 nach Dublin (Irland) und der Geher-Europacup 2009 nach Metz (Frankreich). "Wir haben mehrere Gewinner. Einer davon ist auch die europäische Leichtathletik, die großartige Städte als Ausrichter ihrer Events gefunden hat", stellte EAA-Präsident Hansjörg Wirz zufrieden fest.
(www.leichtathletik.de, 15.10.07)


Madrazo: "Habe mich niemals zum Sieger erklärt!"

Der frühere mexikanische Präsidentschaftskandidat Roberto Madrazo (55) war beim Berlin-Marathon am 30. September in seiner Altersklasse der über 55-Jährigen ("M55") angeblich als erster mit einer Zeit von 2:40 Stunden gewertet worden, wurde allerdings wieder von der Liste gestrichen, weil er einen Teil der Strecke ausgelassen hatte. Dies hatte vor allem in Mexiko einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. In den Medien wurde Madrazo auf deutsch als „Betrüger“ bezeichnet. „Ich möchte ganz klar sagen, dass ich mich niemals zum Sieger mit der von den Medien genannten Zeit erklärt habe“, sagte Madrazo jetzt in einer am Mittwoch (Ortszeit) in Mexiko verbreiteten Erklärung. „Und ich habe auch keine Medaille für diesen angeblichen ersten Platz erhalten.“ Er habe in seinem Leben an 36 Marathonläufen teilgenommen. Doch habe er nicht die Absicht gehabt, in Berlin die ganze Strecke zu laufen, weil die Ärzte ihm davon abgeraten hätten. Deshalb habe er nach 21 Kilometern aufgehört. Er habe sich dann zum Ziel begeben, um seine Sachen und die Medaille für die Teilnahme zu holen.
Madrazo, ein schlanker Mann mit dichtem Schnurrbart, war im vergangenen Jahr bei den Präsidentschaftswahlen der Kandidat der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) und zuvor Gouverneur im mexikanischen Bundesstaat Tabasco; der Sieg in Tabasco soll angeblich durch Schwindel zu Stande gekommen sein. Die PRI, die bis zum Jahre 2000 Mexiko sieben Jahrzehnte regiert hatte, war auch deshalb mit Madrazo bei der Präsidentenwahl kläglich untergegangen. Madrazo machte klar, dass die Angriffe auf ihn im Zusammenhang mit dem Marathonlauf in Berlin Teil einer politischen Kampagne seien. Sie seien auch gegen sein neuestes Projekt gerichtet, der Gründung einer "Stiftung zur Förderung des Marathons" in Mexiko.
Mark Milde, SCC-Renndirektor kommentierte am Montag die Madrazo-Erklärung gegenüber www.masters-sport.de : "Ich denke, dass da jetzt nicht mehr viel zu sagen ist, oder? Er ist draußen und nun versucht er, noch irgendwie sein Gesicht zu wahren."
Auf der Internetplattform youtube werden mittlerweile die Berliner Madrazo-Videos zum Renner, vor allem ein (spanischsprachiges) Kabarettvideo zieht die Interessenten an, inzwischen mehr als 26.000; rund die Hälfte interessiert sich für das Zielvideo vom Berlin-Marathon.
"
(Quelle: dpa/sei, 13.10.07, update 15.10.07)


Hessen-Württemberg-Bayern-Thüringen: Senioren-Vergleichskampf der süddeutschen Verbände

Mit einer tollen Gastfreundschaft und einem würdigen Saisonabschluss wurden die 30 BLV-Seniorinnen und -Senioren beim Vergleichskampf der Süddeutschen Verbände in Dipperz bei Fulda am Samstag, 06. Oktober 2007 belohnt. Im Vergleich mit den drei weiteren Mannschaften, musste sich das BLV-Team zwar mit Rang drei hinter Sieger Hessen und den zweitplatzierten Württembergern zufrieden geben, ließen aber Thüringen hinter sich. Der Ausrichter, der Hessische Verband, siegte wie im Vorjahr in der Gesamtwertung aller Altersklassen überlegen mit 465 Punkten vor Württemberg (367 P.), Bayern (287 P.) und Thüringen (171 P.). Die Verbände aus Sachsen und der Schweiz hatten leider ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.
Ausgeschrieben war der Vergleich in diesem Jahr für die Altersklassen M/W 50/55 und M/W 60+. Hessen war zwar Gesamtsieger, aber Bayern konnte mit der W 50/55 eine einzelne Altersklasse für sich entscheiden. Dies ist umso höher zu bewerten, als dieser Erfolg von nur fünf Damen eingefahren wurde. In den drei übrigen Klassen holte Hessen als jeweiliger AK-Sieger den Punktevorsprung, der den Gesamterfolg brachte. Schade war, dass das BLV-Team keine W60+ Teilnehmerinnen stellen konnte. Die fehlenden Punkte hätten den Kampf um den zweiten Kampf sehr viel spannender ausfallen lassen.
Die gesamte Ergebnisliste kann hier eingesehen werden. Wieder einmal zeigte sich, dass alle Wettkämpfer und Wettkämpferinnen sich voll in den Dienst ihrer Mannschaft stellten, um möglichst viele Punkte einzufahren. So war es keine Seltenheit, dass Sportler/innen in drei, vier oder noch mehr Disziplinen an den Start gingen - und auch durchwegs ins Ziel kamen. Hierfür möchte sich Seniorensportwart Tom Marohn nochmals bei allen Teilnehmern bedanken. Ein ganz großer Dank geht zudem an Romi Schulz, eines unserer Aushängeschilder in der internationalen Senioren-Leichtathletik. Spontan hatte sie sich bereit erklärt, die Mannschaft vor Ort zu unterstützen und dazu beigetragen, dass das BLV-Team in Dipperz bestens betreut wurde.
Dass der Wettergott mit mittleren Temperaturen aber böigem Wind ein Einsehen nach den verregneten Tagen zuvor hatte, war besonders erfreulich. Auch der Ausrichter unter Leitung von Klaus-Dieter Vogler und seinem Team schaffte es mit viel Einfühlungsvermögen und Engagement, allen einen angenehmen Wettkampf zu ermöglichen. Dies wurde dann bei der Siegerehrung auch mit herzlichem Beifall aller Aktiven und einem Dankgeschenk des BLV und der anderen Gast-Verbände honoriert. Abschließend bleibt festzuhalten, dass unter den Athleten die Frage kursierte, warum der traditionelle Vergleichskampf immer so spät im Jahr stattfindet. Im nächsten Jahr sind die jüngeren Senioren in Leinfelden-Echterdingen (Württemberg) wieder an der Reihe und es bleibt zu hoffen, dass diesmal ein günstigerer Termin gefunden wird.
(Tom Marohn auf blv-Sport, 12.10.07)

Hier ein weiterer Bericht von WLV-Seniorenwart Bernhard Grissmer (15.10.07)


Köln nimmt Brandenburger (M65) dauerhaft aus dem Rennen

Am Mittwoch hat Markus Frisch, Geschäftsführer des Köln-Marathon, den vermeintlichen M65-Sieger des Köln-Marathons Roland Brandenburger (M65) disqualifiziert, da ihm "zwei Zwischenzeiten auf ausgelegten Kontrollmatten" fehlen. "Zudem wird Herr Brandenburger in Köln nicht mehr an den Start gehen," teilte er mit. Der umstrittene, jetzt jedenfalls in Köln dauerhaft aus dem Rennen genommene Kfz-Meister aus dem badischen Hockenheim war bereits mehrfach als Laufbetrüger aufgefallen, so dass ihn sein ehemaliger Verein Marathon Team Ketsch ausschloss und er inzwischen offenbar keinem Leichtathletikverein mehr angehört. In Köln hatte er am Sonntag mit angeblichen 2:49:10 h als M65-Sieger aufgetrumpft.
Zuletzt war er am 28. Mai als M65-Sieger des Halbmarathonrennens im Rahmen des Rülzheimer Pfingstlauf ebenfalls disqualifiziert worden. Damals kam er wie aus dem Nichts zwei Minuten vor Senioren-Welt- und Europameister Walter Koch (*1939, LG Filder) ins Ziel und fiel sofort auf, weil seine Wettkampfkleidung im Gegensatz zu allen anderen Athleten unglaublich sauber geblieben war - trotz einer regelrechten "Schlammschlacht" im pfälzischen Dauerregen ("Rülzheim ist eben ein Naturerlebnis, ein herrlicher Wald mit gut zu laufenden Wegen, wenig Asphalt...." mehr). Walter Koch stellte ihn anschließend erfolglos zur Rede, andere Teilnehmer wären fast handgreiflich geworden. Aber glücklicherweise war ein ehemaliger Teamkamerad des "Meisterläufers" nach 1:19 im Ziel, hatte Brandenburger zwischen 20 und 21 erst überholt und ihm dann noch 5 Minuten abgenommen. All dies reichte, um ihn aus der Wertung zu nehmen.
(10.10.07)


Saarland: Süd-Seniorentitel für Mehrkämpfer Gerhard Lucas und zwei Teams

Bei den süddeutschen Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren in Nieder-Olm gingen drei Fünfkampf-Titel ins Saarland. In der Klasse M 50 gewann Gerhard Lucas vom LA Team Saar mit 1780 Punkten. Damit sorgte er auch für den Mannschaftssieg in M 50/55 zusammen mit Ortwin Krebs und Bernhard Stalter mit 4920 Punkten. Bei den 40/45-jährigen Senioren ging der Mannschaftstitel durch Achim Hachenthal, den frisch gebackenen M45-Seniorenweltmeister Martin Vogel und Daniel Biehl mit 7095 Punkten an den SV Schlau.Com Saar 05. (10.10.07)


Hitze: Chicago-Marathon nach Todesfall abgebrochen

In die Negativschlagzeilen ist wieder einmal der Marathonlauf als Massenveranstaltung geraten. Denn neben einem Toten gab es beim zweitgrößten Marathon der Welt (Nummer eins ist New York) am Sonntag in Chicago (45 000 Anmeldungen, 36 000 Starter) 350 Teilnehmer, die wegen Kreislaufzusammenbrüchen in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Fünf von ihnen wurden am Montag aufgrund ihres kritischen Zustandes immer noch stationär behandelt. Ursache dafür war in erster Linie die für die Jahreszeit ungewöhnliche Hitze von bis zu 31 Grad im Schatten.
Für einen Polizeibeamten aus Michigan kam jede Hilfe zu spät. Der 35-Jährige kollabierte bei Kilometer 31. Obwohl ein Arzt sofort bei dem Mann war, verstarb er kurze Zeit später. "Er hat ziemlich schnell seinen Puls verloren und verstarb wohl schon auf der Strecke", sagte Rennarzt George Chiampas dem Nachrichtensender CNN. Eine Autopsie soll jetzt Aufschluss über die Todesursache geben. Nach vierstündiger Laufzeit wurden die Teilnehmer aufgefordert, sich nur noch gehend weiter zu bewegen. Dies ignorierten viele ebenso wie die von der Polizei aufgebauten Sperren, die überklettert und umgangen wurden. So kamen 25 000 Teilnehmer doch noch ins Ziel. Ähnliches hatte sich Ende April in Rotterdam und im März in Rom zugetragen, wo Dutzende bei 25 Grad im Schatten kollabierten.
Zahlreiche Teilnehmer erhoben nach dem Rennen Vorwürfe gegen die Organisatoren in Chicago. Es habe nicht genug Wasserstände gegeben. "Die Wasserstände waren schnell leer. Ganz egal, wie viele die Veranstalter aufgestellt haben, es waren zu wenige", sagte ein Läufer. Zuschauer, die am Rande der Strecke Wasser einkauften und an die Läufer verteilten, hätten schlimmeres verhindert: Viele der Läufer schlenderten mit Eisbeuteln auf dem Kopf ins Ziel, die Feuerwehr öffnete Hydranten zum Abkühlen. Renndirektor Carey Pinkowski bestritt den Wassermangel, es habe ausreichend Wasser und Energiedrinks gegeben habe. So seien an jeder Versorgungsstation jeweils 87 000 bis 107 000 Getränkebecher bereitgehalten worden. Gleichzeitig räumten die Veranstalter aber ein, dass einige Teilnehmer nicht schnell genug versorgt werden konnten, da die Läufer schneller tranken, als die Freiwilligen einschenken konnten.
Sport gab es auch in Chicago. Der Kenianer Robert Cheruiyot knackte vorzeitig den Jackpot der World Marathon Majors (WMM). Dem 29 Jahre alten Vorjahressieger genügte im Chicago der vierte Platz, um die 500000 Dollar Siegprämie der Serie zu kassieren. 125 000 Dollar Siegprämie kassierte der Kenianer Patrick Ivuti (Kenia/2:11:11 Stunden) der das Rennen im Fotofinish vor dem zeitgleichen zweimaligen Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko gewann. die Berliner Zeitung meinte, dieHitze sei offenbar auch den Kampfrichtern zu Kopf gestiegen: "Anders ist kaum zu erklären, dass sie das Kunststück vollbrachten, nach 42,197 gelaufenen Kilometern den Brust an Brust mit dem Marokkaner Jaouad Gharib ins Ziel gekommenen Patrik Ivuti zum Sieger zu erklären. Fünf Hundertstelsekunden sei der Kenianer schneller gewesen. Fünf Hundertstel, etwa eine halbe Mückenlänge, ist als Maßeinheit sicher sinnvoll beim 100-Meter-Lauf. Beim Marathon hingegen ist ein Zielfotoentscheid so absurd wie ein Elfmeterschießen beim Baseball."
Bei den Frauen war es ebenfalls am Ende extrem eng. Vorjahressiegerin Berhane Adere aus Äthiopien (2:33:49) fing kurz vor dem Ziel die schon jubelnde Rumänin Adriana Pirtea (2:33:52) noch ab. .
Auch beim Marathon in Köln mussten am Sonntag 270 Läufer und Läuferinnen medizinisch versorgt werden. Viele hatten hier ebenfalls Probleme mit der Wärme von mehr als 20 Grad in der Sonne. Dies war allerdings ein hausgemachtes Problem. Denn anders als bei anderen Veranstaltungen wird der Marathon in Köln erst zur Mittagszeit (11.30 bis 12 Uhr) gestartet. Dafür dürfen die Halbmarathon-Starter bei angenehmen Temperaturen um 8.30 Uhr auf die Strecke. Ungeachtet dieser Problematik stehen die Startzeiten in Köln auf dem Prüfstand. „Wir stellen Überlegungen an, wie wir die Läufe im nächsten Jahr platzieren und ob es möglicherweise Veränderungen geben wird. An unserem Termin Anfang Oktober halten wir aber fest“, sagte Jürgen Rothers, Vorstandsvorsitzender des veranstaltenden Kölner Verein für Marathon, gestern.
Die Tatsache, dass in Köln selbst die Spitzenläufer und -läuferinnen von Krämpfen geplagt wurden, unterstreicht, dass nicht der Fitnesszustand für die vielen Zusammenbrüche verantwortlich war, sondern die hohen Temperaturen zur Mittags- und Nachmittagszeit.
(Quellen: Kölnische Rundschau, Berliner Zeitung, DER SPIEGEL, fr-online, 09.10.07)


Berlin-Marathon: Martin Wahl und die mexikanischen Momente im Läuferleben

Er hat gewonnen! Der deutsche M55-Vizemeister dieses Jahres Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof) lief nicht nur, wie wir berichteten "sehr schöne 2:43:55h" - er war auch schnellster M55-er beim 34. Berlin-Marathon am vergangenen Sonntag, allen mexikanischen Momenten zum Trotz! Zuerst war der Thüringer auf Platz 2 gewertet worden. Aber dann wurde schnell deutlich, dass der angeblich knapp drei Minuten schnellere Mexikaner Roberto Madrazo betrogen hat; hier findet sich das Zielvideo mit dem die Arme jubelnd ausbreitenden Madrazo (Startnummer 33751) in langer schwarzer Hose, roter Regenjacke (!) und rotem Käppi . Roberto Madrazo ist in seiner Heimat bestens bekannt, kandidierte er doch vor einem Jahr als Kandidat der "Partei der institutionalisierten Revolution" Mexikos (PRI) für das Amt des mexikanischen Präsidenten und wurde mit rund 16% der abgegebenen Stimmen nur Dritter.
Wie der Mexikaner in Berlin betrogen hat, ergibt sich nicht nur aus den fehlenden Zwischenzeiten über 25km, 30km und 35km sondern auch aus einem leichten Analyse der vorliegenden Zeiten: Die ersten 5 Kilometer lief Madrazo in Berlin 25 Minuten und blieb dann in etwa bei diesem Tempo - bis er nach der Zwischenzeit von 1:42min bei Kilometer 20 an der Potsdamer Straße verschwand, um sich bei Kilometer 36 -immer noch bzw. wieder an der Potsdamer Straße- wieder einzureihen. Zwischen beiden Punkten liegen 400m - die man gemütlich in 5 Minuten gehen kann. Das Wiedererscheinen des Mexikaners war aber zu früh. Roberto Madrazo wäre nämlich die zweite Hälfte des Berlin Mararthons in weniger als 60 Minuten und damit schneller als Gesamtsieger Haile Gebrselassie gelaufen - und der hatte in Berlin immerhin einen neuen Weltrekord aufgestellt.
Die Marathon-Organisatoren von scc-running haben den Mexikaner am Wochenende disqualifiziert. Entfallen ist damit nicht nur die Medaille sondern auch die Einladung an Madrazo, gratis am Berlin-Marathon 2008 teilzunehmen. Rennleiter Mark Milde sagte diplomatisch, er wolle Madrazo nichts unterstellen. Aber die Zwischenzeiten des Mexikaners stimmten nicht. Gegenüber www.masters-sport.de äußerte Milde die Hoffnung, "dass dieser Zwischenfall das Gesamtbild von unserer Veranstaltung nicht zu sehr getrübt hat." Der Verantwortliche für die Veranstaltung machte zugleich deutlich, dass alle Resultate mit fehlenden Zwischenzeiten durch scc-running genau geprüft werden. "Hinsichtlich der Überprüfung der Schummler, bei denen mehrere Zwischenzeiten fehlen, gibt es keine Routine, die gleich alle Läufer herausnimmt, sondern diese müssen sich Fall für Fall angeschaut werden - nicht jeder Fall ist so offensichtlich wie dieser. Daher wird diese Prüfung erst ca. zwei Wochen nach der Veranstaltung durchgeführt, weil es dabei oftmals nicht um so wichtige Disqualifikationen handelt; meistens geht es dabei nicht um Sieger von Altersklassen."

Der von www.masters-sport.de nach einem Hinweis am vergangenen Mittwoch aufgedeckte Betrug des prominenten Mexikaners Madrazo macht inzwischen weltweit Schlagzeilen. Gazetten von Österreich bis in die USA berichten über den seltsamen Marathon-Auftritt von Madrazo und in Mexiko, das durch einen Bericht des Berlin-Korrespondenten der PRI-kritischen Zeitung La Reforma aufmerksam wurde, ist der Madrazo-Betrug Gesprächsthema.
Der betrogene Martin Wahl sagte zu www.masters-sport.de : "Solche Läufer sollten eigentlich gar nicht erst in der Gesamtwertung erscheinen! Nach meinem ungünstigen Start in Berlin wäre ich mit einer Platzierung unter den ersten Drei in der Altersklasse sehr zufrieden gewesen und habe mich dann über den zweiten M55-Platz sehr gefreut und mein mitangereistes Team vom Laufladen Erfurt/Jena auch. Wieder zu Hause musste ich leider feststellen, dass bei dem Mexikaner Roberto Madrazo (Platz 1 M55) insgesamt drei Zwischenzeiten bei km 25, 30 und 35 fehlten und er ansonsten langsam gelaufen war. Ich denke, dass in den Mastersklassen die Bilanz für Deutschland, die im Artikel erwähnt wurde, jetzt ein bisschen besser ist. "
Addy Garcia, Sprecher des Mexikaners, bestritt pauschal jegliche Unregelmäßigkeiten. "Es ist absurd zu glauben, man könne so einen bedeutenden Marathon wie den in Berlin manipulieren. Die Medien nennen Madrazo den König des Lügens und Betrügens. Wenn das stimmen würde, wäre er nicht Präsidentschaftskandidat geworden."
(08.10.07)


Potsdam: Lok Werfer überzeugen beim Abwerfen

Zehn Tage nach den guten Leistungen bei der DAMM in Baunatal bestätigten die Werfer von der ESV Lok Potsdam beim Abwerfen am 03.10.2007 in Kloster Lehnin ihre hervorragende Form. Mit 47,08 Meter erzielte Siegfried Pradel (*1942) einen neuen Landesrekord im Diskuswurf in der Altersklasse M 65.
Mit der Diskusscheibe erreichten Wolfgang Hamel (*1941) 42,98 Meter , Lutz Müller (*1942, SC Siemensstadt Berlin) 45,40 Meter und Werner Hennig (*1947) 52,14 Meter, der zum fünften Mal in diesen Jahr die 52 Meter übertraf. Neue Saisonbestleistungen im Kugelstoßen stießen Wolfgang Hamel mit 14,74 Meter und Werner Hennig mit 13,65 Meter. Lutz Müller stieß die Kugel auf 13,47 Meter.
(08.10.07)


Petra Gregor (W 45): Saisonausklang mit Landesrekord

Zum Saisonausklang noch eine Bestleistung schaffte Petra Gregor (USV Halle) am vergangenen Mittwoch. Im Friedensstadion in Halberstadt lief sie beim Meilensportfest des VfB Germania Halberstadt 13,76 Sekunden über 80 m Hürden. Das ist neuer Landesrekord in Sachsen-Anhalt. (07.10.07)


Württemberg: Nach Nebel eitel Sonnenschein und glänzende Leistungen beim Werferfünfkampf

Im dichten Nebel begannen um Punkt 09.30 Uhr die Wurf- Mehrkampfmeisterschaften der Seniorinnen und Senioren im Albstadion in Heidenheim. Aber bereits eine Stunde später lichtete sich der Nebel und um die Mittagszeit herrschten sommerliche Temperaturen. Diese guten äußeren Bedingungen nutzten 42 Werfer des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes und zwei außer Wertung startende Werfer aus Bayern. 11 Werferinnen nahmen den Wettbewerb mit dem Hammerwerfen auf, setzten ihn fort mit dem Kugelstoßen, dem Diskuswerfen, dem Speerwerfen und zum Abschluss stand das Gewichtswerfen auf dem Programm.
Die beste Punktzahl erreichte dabei Heidi Keller, W 50, SV Stuttgarter Kickers, mit 3037 Punkten. Dies ist zumindest ein neuer Württembergischer Rekord, den Europarekord hat sie um knapp 40 Punkte verfehlt. Ihre besten Einzelleistungen sind unbestritten das Hammerwurfresultat von 44,90 m und die Kugelstoßweite von 12,57 m. Die beste Diskusleistung erzielte Sabine Freudigmann, W 40, VfL Pfullingen, mit 30,09 m; die beste Speerwurfweite erreichte Susanne Strohm, W 40, SV Stuttgarter Kickers, mit 39,36 m. Sie gewann auch bei den W 40 mit 2737 Punkten vor Sabine mit 2379 Punkten. Im Gewichtwurf glänzte einmal mehr Teodora Albrecht, W 60, TSV Crailsheim, mit glänzenden 14,61 m. Sie gewann auch die W 60 mit 2467 Punkten. Weitere Siegerinnen waren in der W 70 Sigrun Kofink, LAV ASICS Tübingen mit 2152 Punkten, in der W 65 Gerda Keppler, LAV ASICS Tübingen, mit 2017 Punkten, in der W 55 gewann Heidi Ambratis, TSG Backnang, mit 2139 Punkten und in der W 45 Elke Vater, LG Kappelberg, mit 2113 Punkten.
Bei den Männern nahmen 29 Werfer an den Meisterschaften teil, davon zwei Athleten aus Bayern, die das Wettkampfangebot nutzten und außer Konkurrenz teilnahmen (und die sogar sehr gute Leistungen erbrachten, was ein Blick auf die Ergebnisliste bestätigen wird). Das knappste Resultat gab es in der Altersklasse M 60. Hier „duellierten“ sich Uli Wenmakers, LAV ASICS Tübingen mit Dieter Arnold, SV Stuttgarter Kickers. Während Uli in drei Wettbewerben die Tagesbestweite erzielte (im Hammerwurf mit 45,30 m, im Kugelstoßen mit 12,21 m und im Gewichtswurf mit 16,05 m) konnte Dieter als Tagesbester im Diskuswurf glänzen (39,95 m) und da er in auch im Speerwerfen vor Uli lag, gewann er mit 2817 zu 2803 Punkten.
Tagesbestweite im Speerwerfen erzielte Thomas Lindenmayer, M 40, von der LG Freiberg mit 44,50 m. In seiner Altersklasse wurde er Zweiter mit 2060 Punkten; es gewann sein Vereinskamerad Volker Wagenknecht mit 2156 Punkten. Der älteste Teilnehmer der Veranstaltung hieß einmal mehr Hans Heilenmann (Jahrgang 1923 !) vom Sportclub Weiler/Fils, der seine Altersklasse M 80 genauso gewann (1580 Punkte) wie in der M 75 Horst Scheckenbach, Unterländer LG, mit 1667 Punkten. Ebenso gut machten es Hermann Hirneise von der LAV ASICS Tübingen, der die M 70 mit 2100 Punkten gewann und Hermann Albrecht, SV Crailsheim, der trotz einer Verletzung aufgrund eines Autounfalls mit Totalschaden in der letzten Woche die Altersklasse M 65 mit 2486 Punkten gewann.

Die weiteren Sieger:
M 30 Willi Schikora, LG Kernen mit 2255 Punkten;
M 45 Matthias Beck, TUS Metzingen mit 2587 Punkten;
M 50 Reinhard Hentze, TG Biberach mit 2562 Punkten;
M 55 Wolfgang Grau, TG Nürtingen mit 2518 Punkten.
Einen herzlichen Dank für die Ausrichtung dieser Meisterschaften gilt der TSG Schnaitheim, dem verantwortlichen Johannes Rimpf und seinem bewährten Team, die die Veranstaltung perfekt über die Bühne brachten.
Alle Resultate hier und Fotoimpressionen aus Heidenheim
(von WLV-Seniorenwart Bernhard Grißmer auf WLV-sport.de, 04.10.07)


Mehrkampf: Weltmeisterinnen Karin Schmitt und Trudel Reismann überzeugen in Nieder-Olm

Mit seinen Senioren-Mehrkampf-Meisterschaften setzte der Süddeutsche Leichtathletik-Verband (SLV) am letzten Samstag in Nieder-Olm (Rheinhessen) den Schlusspunkt unter die diesjährige Bahnsaison. Bei den zum 13. Mal in Folge auf der Allwetteranlage "Am Engelborn" ausgetragenen Bewährungsprobe waren diesmal mit etwa 160 Athleten aus 95 Vereinen die Teilnehmerzahlen um rund 20 hinter denen in 2006 zurückgeblieben.
Paul Blaschke (Grolsheim), der für den ausrichtenden Rheinhessen-Verband (LVR) die Regie hatte, führte das Minus darauf zurück, dass der Bayerische LV mit der Austragung seiner regionalen Oldie-Titelkämpfe am gleichen Wochenende in die Quere gekommen ist. "Das hat uns hier 20 bis 30 Starter gekostet", bedauerte der LVR-Boss. Ansonsten aber war dieser mit dem Titelfestfinale 2007 sehr zufrieden. "Dazu beigetragen hatten auch die Kampfrichter und Helfer mit tadelloser Arbeit", lobte Blaschke. Dabei standen Karin Schmitt (USC Mainz, W55) und Gertrude "Trudel" Reismann (TSG Heidesheim, W60) besonders im Vordergrund. Beide Weltmeisterinnen setzten ihre Absicht, nach der Rückkehr von dem Weltgipfel in Riccione bei dem "Heimspiel" in Nieder-Olm die Saison mit guten Leistungen ausklingen zu lassen, zielstrebig um und dominierten ihre Dreikämpfe. Auch der Wormser TG-Altstar Silvia Bloedorn krönte den Auftritt mit dem W50-Dreikampf-Titelgewinn.
Dann gab es für die Jungseniorinnen Steffi Kaul, Kathi Barthel und Gaby Schweikard vom TuS Saulheim in der Fünfkampf-Mannschaftswertung der W 30/35 einen Golderfolg. Kaul und Barthel hatten sich bei ihrem Comeback auch in der Einzelwertung mit den Plätzen zwei und drei schon hervorgetan. Im Dreikampf der W 65 freute sich Karin Mathes (TV Ockenheim) auf den gewonnenen Silberplatz. Gleich erfolgreich war auch Michael Volkert (USC Mainz) im Fünfkampf der M 50. Im Dreikampf der M 70 wurde der mehrfache Senioren-Europameister Günter Schollmayer (ESV Mainz) seiner Favoritenrolle gerecht und ist nun neuer Süddeutscher Meister.
Mit drei Einzeltiteln kehrten Senioren-Leichtathleten aus Südhessen von den Mehrkampf-Meisterschaften in Nieder-Olm zurück. Monika Henning (MTV Urberach) sicherte sich mit 2969 Punkten den Titel im Fünfkampf der W 40. 13,25 Sekunden über 100 m, 1,54 m beim Hochsprung, 9,84 m mit der Kugel, 4,96 im Weitsprung sowie 2:45,6 Minuten über 800 m lauteten die Einzelergebnisse. Gleich tat es ihr Clubkollege Günter Gleitsmann im Dreikampf der M 65, wo er mit 14,16 Sekunden über 100 m, 4,31 beim Weitsprung und 10,90 m mit der Kugel auf 1087 Punkte erzielte. Den dritten Einzeltitel holte Hans Rudolf Sammet (TV Groß-Gerau) mit 1914 Punkten in der M 55. In der Mannschaftswertung waren die LG Odenwald in der M 30/35 und die LG Biebesheim-Eschollbrücken-Crumstadt (LG BEC) in der W 40/45 erfolgreich.
Alle Resultate der Süddeutschen Mehrkampf-Meisterschaften...
(aus Allgemeine Zeitung Mainz und echo-online 04.10.2007)


Cross-Auftakt in Bayern „Rund um Ruhstorf“:
Kinadeter (M35) läuft die Konkurrenz in Grund und Boden

Martina Riegler (W 35) landet fünften Sieg in Folge

Beim 13. Rottaler Crosslauf-Klassiker „Rund um Ruhstorf“ rannte Georg Kinadeter die gesamte Konkurrenz auf hügeligem Terrain buchstäblich in Grund und Boden: Das Mittelstrecken-Ass vom TV Hauzenberg distanziert dabei über 8,6 Kilometer seinen hartnäckigsten Rivalen Josef Rohringer (LAG Ried) mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg um glatte 40 Sekunden.
Ohne ihre letztjährige Rekordmarke ernsthaft zu gefährden, landete im Damenwettbewerb „Abonnement-Siegerin“ Martina Riegler (LG Passau) mittlerweile bereits den fünften Coup in Folge. Gehörig Dampf als Klassenbeste machten gleichermaßen Marion Krautloher, Brigitte Röckl (beide WSV Otterskirchen), Rosina Hügle (Sparkasse Passau) sowie Dr. Wolfgang Huber (LG Passau). Siegreich für die gastgebende Sportvereinigung waren schließlich Gertraud Wührer, Heidrun Plischke, Viktor Daudrich, Paul Angermeier und Johann Zöls.
Auch im ominösen 13. Rennen blieb den SVG-Organisatoren Ludwig Grasmann und Franz-Josef Cecetka das bereits sprichwörtliche „Ruhstorfer Wetter-Glück“ treu: Nach tagelangem Regen bescherte ein weiß-blauer Föhnhimmel rund 300 Athleten aus 50 Vereinen zwischen Regensburg, Königssee, Linz und Böhmerwald strahlenden Sonnenschein. Die Ergebnisse:
Männer 8600 Meter - M 20: 1. Markus Kronberger (TV Geinberg) 31:40 Minuten; 2. Alexander Steinberger (LG Mett) 32:58; 3. Marcus Kimberger (DJK-SV Hartkirchen) 36:51; 4. Uwe Denk (Geinberg) 44:03; 5.Christoph Milcher (SVG Ruhstorf) 49:38. - M 30: 1. Norbert Riedl (LC Hausruck)32:09; 2. Robert Hoffmann (Bogenschützen Grund) 34:49; 3. Wolfgang Groß (Otterskirchen) 36:47. - M 35: 1. Georg Kinadeter (Hauzenberg) 28:35; 2. Thomas Bauer (Otterskirchen) 30:28; 3. Günter Moser (LG Passau) 30.41; 4. Peter Hausbacher (Leimüller Racing-Team) 31:32; 5. Sascha Jäger (LG Passau) 31:58.
M 40: 1. Josef Rohringer (LAG Ried) 29:17; 2. Stefan Breinbauer (Hausruck) 30:13; 3. Günter Krenn (LG Passau) 30:21; 4. Hermann Pappernigg (TSV Mattighofen) 30:30; 5. Walter Dankesreiter (Otterskirchen) 31:38. - M 45: 1. Alois Petermaier (Geinberg) 31:45; 2. Josef Schöberl (Ried) 31:52; 3. Wolfgang Maier (Sauwald) 32:05; 4. Josef Neudorfer (Otterskirchen) 32:44; 5. Franz Fehrer (VSC Garham) 33:05; 6. Helmut Hauswirth (TSV Simbach) 33:32; 7. Hans Martin (TG Vilshofen) 33:45; 8. Joachim Pietsch (SVG Ruhstorf) 35:03.
M 50: 1. Karl Plessl (Mattighofen) 30:31; 2. Viktor Maier (Ruhstorf) 32:00; 3. Franz Gattermann 33:31; 4. Franz Burgstaller (beide Ried) 33:50; 5. Ludwig Lang (Hauzenberg) 34:13; 6. Max Moser (Ruhstorf) 35:04; 7. Georg Berg (LG Aunkirchen) 35:41. - M 55: 1. Viktor Daudrich (Ruhstorf) 34:59; 2. Heinz Moosantl 36:26; 3. Josef Strasser (beide Mattighofen) 38:08; 4. Georg Straubinger (LAC Arnstorf) 43:02; 5. Horst Schneider (Ruhstorf) 43:06.
M 60: 1. Dr. Wolfgang Huber (LG Passau) 34:46; 2. Helmut Obermair (Pischelsdorf) 47:00; 3. Peter Moosmüller (Otterskirchen) 47:51; 4. Helmut Plischke (Ruhstorf) 1.03:23. - M 65: 1. Paul Angermeier 39:57; 2. Dr. Hansjörg Kuppardt (beide Ruhstorf) 40:57; 3. Günter Kastenhuber (DJK Straßkirchen) 42:52; 4. Erwin Nawroth (Otterskirchen) 53:41. - M 70: 1. Siegfried Pusch (Otterskirchen) 48:08; 2. Johann Schardinger (Suben) 58:17. - M 75: 1. Johann Zöls (Ruhstorf) 45:20 Minuten.
Frauen 8600 Meter - W 20: 1. Katrin Bründl (Simbach) 35:54 Minuten; 2. Kerstin Gattermann (Ried) 39:52; 3. Sabine Maier (TC Fürstenzell) 43:24; 4. Bettina Urlbauer (Vilshofen) 43:25. - W 30: 1. Marin Krautloher (Otterskirchen) 41:10; 2. Manuela Riedl (Hausruck) 44:51; 3. Gabi Kopfinger (LG Passau) 45:15; 4. Heike Sonnleitner (FC Fürstenzell) 45:28. - W 35: 1. Martina Riegler (LG Passau) 34:06; 2. Waltraud Gann (Simbach) 37:26; 3. Monika Urlberger (Arnstorf) 39:20; 4. Brigitte King (RK Julbach) 48:52; 5. Brigitte Fischl 52:24; 6. Uta Steinbeißer (beide Otterskirchen) 55:10. - W 40: 1. Berta Maier (Sauwald) 37:38; 2. Andrea Pilsl (LG Wolfstein) 40:23; 3. Gabi Fleissig (Arnstorf) 43:54; 4. Michaela Heun 44:07; 5. Elke Weidek (beide Ruhstorf) 45:13; 6. Susanne Dankesreiter (Otterskirchen) 46:18. - W 45: 1. Brigitte Röckl (Otterskirchen) 36:57; 2. Christine Moosantl (Mattigshofen) 42:18; 3. Romy Nachbar (Ruhstorf) 45:51; 4. Elfriede Salchegger (Racing Team) 47:06; 5. Doerte Honnacker (Bogenschützen Grund) 50:36; 6. Anita Schneider (ASV Ortenburg) 1.02:13. - W 50: 1. Rosina Hügel (Sparkasse Passau) 38:00; 2. Maria Ebertseder (Ruhstorf) 46:07. - W 55: 1. Gertraud Wührer (Ruhstorf) 43:08; 2. Maria Sulzbacher (Vilshofen) 45:00; 3. Ilse Wilberg (Ruhstorf) 53:18; 4. Berta Lechner (Suben) 57:25. - W 60: 1. Heidrun Plischke (Ruhstorf) 44:17. - W 65: 1. Monika Karl (Suben) 50:46. - W 70: 1. Brigita Petricic (Otterskirchen) 54:38 Minuten.

(von Hans Nöbauer aus Passauer Neue Presse, 04.10.07)


EM 2008: Ljubljana-Webseite offline

Während die Internetseite der bevor stehenden 3. Hallen-Weltmeisterschaften der Senioren in Clermont-Ferrand (Frankreich) immer mehr mit Inhalt gefüllt wird, ist die Webseite der EM 2008 in Ljubljana vom Netz genommen. Unter www.evacs2008.si heißt es seit einigen Wochen lapidar in feinem slowenisch "TA STRAN JE TRENUTNO V IZGRADNJI" - diese Seite wird neu gestaltet.
Tatsächlich wirkte die erste Auflage der EM-Internetseite reichlich handgestrickt, so dass man gespannt sein kann, ob der zweite Versuch besser gelingt.
(04.10.07)


Stabhoch und Diskus: Zwei neue Senioren-Weltrekorde

Gleich zwei neue Masters-Weltrekorde werden gemeldet. In Chiaro (Italien) warf der frisch gebackene M70-Diskusweltmeister von Riccione, Carmelo Rado (Foto), den 1-kg Diskus auf 55.27 m und verbesserte damit die vor zwei Jahren erzielten 49,92m des Finnen Veikko Ryyti um mehr als 5 m! Der 74-jährige Carmelo Rado ist seit Jahrzehnten aktiv. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom wurde er Siebter und unterlag dem jüngst verstorbenen Olympiasieger Al Oerter (USA).1985 gewann er bei der Masters-WM in Rom Bronze mit 49,90m, geworfen mit dem 2kg-Diskus. Bei der WM in Riccione siegte er mit 45,69m. Um so überraschender ist seine jetzige Leistungsexplosion bei den Seniorenmeisterschaften der Lombardei.
Im Stabhochsprung verbesserte der 51-jährige Gary Hunter (USA)bei einem Meeting wiederum in seiner Heimatstadt Fort Wayne (US-Bundesstaat Indiana) seine eigene, erst vor zwei Wochen gesprungene M50-Weltrekordhöhe auf jetzt 4,91m.
(Foto: Rosa Marchi, ITA, 04.10.09)


Antidoping: Bill Collins unterzeichnet "Vaterstettener Erklärung"

Ein großer Augenblick für die weltweite Antidoping-Kampagne: Bei den Masters-Weltmeisterschaften in Riccione (Italien) unterzeichnete Bill Collins (USA), der IAAF- Seniorensportler des Jahres 2006, die Vaterstettener Erklärung. Dies geschah im Beisein von Guido Müller (GER), dem weltbesten Seniorensportler des Jahres 2004 und Urheber der Vaterstettener Erklärung.
Bill Collins und seine Frau Stephanie ließen keinen Zweifel daran, dass diese Initiative einen großen Schritt darstellt im Hinblick auf einen sauberen und fairen Sport in der Bewegung der Seniorenleichtathletik. Ferner unterzeichneten in Riccione u.a. auch Vesa Lappalainen (EVAA-Vizepräsident), Dr. Stephen Peters (GBR) und Charles Desjardins (USA-Delegation).
(
Foto: (v. links n. re.): Gemeinsame Sache - Bill Collins, Stephanie Collins, Dieter Massin (EVAA-Präsident) und Guido Müller,) (03.10.07)


Spitzensport: Franka Dietzsch ist "Champion des Jahres 2007"

Die erfolgreichsten deutschen Athleten haben entschieden: Franka Dietzsch ist "Champion des Jahres 2007". Im Robinson Club auf Fuerteventura wählten die 83 anwesenden Spitzensportler während der Eventwoche die Diskuswerferin zu ihrem Champion und feierten sie bei der Preisverleihung mit minutenlangen Standing Ovations. „Ich bin sehr stolz, dass ich gewonnen habe. Denn es zählt hier nicht nur der aktuelle Erfolg, sondern die Leistung der vergangenen Jahre“, sieht Dietzsch diese Ehrung auch als eine Anerkennung ihrer bisherigen Karriere. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften Ende August in Osaka hatte die 39-jährige Neubrandenburgerin ihren WM-Titel verteidigt und damit ihre dritte Goldmedaille bei Welt-Titelkämpfen nach 1999 und 2005 gewonnen. Ihre Laufbahn sei jedoch noch lange nicht zu Ende: „Mein Traum ist eine olympische Medaille in Peking im kommenden Jahr.“
Als "Champion des Jahres" wird Franka Dietzsch unter dem Motto „Träume leben“ von Robinson und smart ein Reisewunsch erfüllt: „Über das Reiseziel muss ich aber noch zwei Nächte schlafen“, so Dietzsch. Außerdem gewinnt sie einen smart „fortwo Cabrio“.
Beim einwöchigen Event "Champion des Jahres" hatten die Sportler die einmalige Gelegenheit, ihren persönlichen Favoriten zu wählen. Im Vorfeld der Urlaubswoche hatten alle von der Stiftung Deutsche Sporthilfe geförderten Athleten per Internet eine Vorauswahl getroffen und fünf Kandidaten für die Endabstimmung nominiert: Nico Bettge (Kanu Slalom), Magdalena Neuner (Biathlon), Daniel Unger (Triathlon), Jenny Wolf (Eisschnelllauf) und Franka Dietzsch (Diskuswerfen). Bei der diesjährigen Ehrung vor 500 Gästen, die von Sportreporter Sebastian Hellmann (Premiere) moderiert wurde, waren erstmals alle bisherigen Preisträger persönlich anwesend, die auch die Auszählung der Wahl übernommen hatten. Die Laudatio bei der Verleihung hielt Vorjahressieger Michael Greis, dreifacher Biathlon-Olympiasieger von Turin. (02.10.07)


Berlin: 100. Marathon für Berlins Lauflegende, keine Medizinprobleme und Maier unerwünscht

Natürlich stand der Marathon-Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:04:26h) im Mittelpunkt der Berichterstattung über den 34. Berlin-Marathon am gestrigen Sonntag. Das Großereignis sah aber auch guten Wettkampfsport der Mastersklassen. Deren Ergebnisse in den einzelnen Altersklassen zeichneten sich durchweg durch Erfolge nichtdeutscher Marathonis aus. Aus heimischer Sicht waren diese Resultate bemerkenswert: Der deutsche M55-Vizemeister dieses Jahres Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof) lief sehr schöne 2:43:55h. Gut waren auch die 2:41:12 von Peter Spahn (*1957, OSC Berlin) in der M50, der seine Vorjahreszeit um rund 3 Minuten verbesserte. Auch die 2:35:29h von Reinmund Hobmaier (*1962, PTSV Rosenheim) in der M45 können sich sehen lassen. Für alle drei sprang aber jeweils nur Rang 2 ihrer Altersklasse heraus.
Bei den Seniorinnen gewann Elvira Rölli (*1962, SV Birkenhard) in netto 2:59:49h die W45-Wertung. Die in in 2:24:51h zweitschnellste Frau in Berlin, Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid), war zugleich schnellste W35-erin. Gegenüber dem Vorjahr mit 3:09:58h stark verbessert zeigte sich in der W50 Ursula von Knobloch (*1954, SCC Berlin), die Rang 2 hinter der 20 Sekunden schnelleren Dänin Lene Andersen belegte.
Bernd Hübner bestritt gestern seinen 100. Marathon. Die inzwischen 60-jährige Berliner Lauflegende ist der einzige, der bei bisher allen 34 Berlin-Marathons am Start war. Nach 4:15:57 h kam er gestern ins Ziel, und er wäre sicher noch schneller gewesen, wenn er nicht unterwegs einige Male für ein Interview angehalten und viele Schwätzchen gehalten hätte. „42 Kilometer Beifall“, habe er erlebt, und auch bei einem Weltrekord dabei zu sein, „ist für mich wirklich das Größte“.
Durchhaltevermögen hat ein Marathonläufer ohnehin, aber Hübner scheint davon zusätzlich eine stille Reserve zu besitzen. 2005 lief er beim Berlin-Marathon mit, obwohl er sich im Frühjahr zuvor einer Prostataoperation wegen einer Krebsdiagnose hatte unterziehen müssen. Im August vor dem Rennen riss ihm dann auch noch der Meniskus im Knie. Hübner kam trotzdem ins Ziel. In diesem Jahr hatte sich der 60-Jährige beim Skifahren verletzt, der Berlin-Marathon ist dennoch schon sein dritter in diesem Jahr. Hübner läuft nie nur für sich alleine. Er trainiert gemeinsam mit anderen bei seinem Lauftreff jeden Sonntag entlang der Havel und leitet auch den Jubilee-Club, in dem jeder Mitglied werden kann, der mindestens zehn Mal am Berlin-Marathon teilgenommen hat. Etwa 1800 Mitglieder hat der Club und Hübner, der auch den Havellauf organisiert, ist das herausragende Mitglied. Von seiner Bestzeit 2:27:04 aus dem Jahr 1984 ist er inzwischen deutlich entfernt, doch Hübner läuft inzwischen ohnehin zuerst für Spaß und Geselligkeit.
Zufrieden äußerte sich nach dem Lauf "Medical Director" Lars Brechtel nach dem Rennen: „Es waren deutlich weniger Hilfeleistungen als im vergangenen Jahr nötig.“ Insgesamt fielen 1395 Hilfeleistungen an, wobei hier auch das Reichen von Pflastern eingerechnet wird. Im vergangenen Jahr waren es 1709 Hilfeleistungen. Die mit 1078 überwiegende Anzahl von Hilfeleistungen fiel im Ziel an, auf der Strecke waren es 317. Auch die Anzahl der Transporte war mit 23 deutlich niedriger als im vergangenen Jahr. „Bisher sind uns keine schweren Fälle bekannt, es gab keine lebensbedrohlichen Zustände“, so der Medical Director. Positiv wirkte sich das Wetter auf die Statistik aus, die Temperaturen waren in diesem Jahr deutlich niedriger als im vergangenen Jahr.
Unerwünscht war der ehemalige österreichische Ski-Cheftrainer Walter Mayer laut SSC-Race-Direktor Marc Milde beim Berlin-Marathon. Der Start der zehntplatzierten Österreicherin Eva-Maria Gradwohl (*1973, SV ADA Happy Lauf Anger) war an die Bedingung geknüpft, dass sie für ihren Lebensgefährten Mayer keine Akkreditierung verlangt. Mayer stand im Zentrum zweier Doping-Skandale bei Olympia 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin. Bereits nach den Vorfällen 2002 war er auf Lebenszeit von Olympia ausgeschlossen worden, reiste aber nach Turin an.
Trotz nasskalter Witterung lockt der diesjährige Berlin-Marathon erneut rund eine Million Besucher an die Strecke. Das berichtete am Sonntag die Polizei, die mit 700 Beamten im Einsatz war. Schwerstarbeit war das Marathon- Wochenende nicht nur für die teilnehmenden Läufer, sondern auch für die Berliner Abschleppdienste. Weil die zahlreichen Parkverbote entlang der Strecke längst nicht von allen Autofahrern beachtet wurden, mussten insgesamt etwa 800 Fahrzeuge abgeschleppt werden.
(Quellen: eigene Recherchen, dpa und Bericht über Bernd Bübner von Friedhard Teuffel im gedruckten Tagesspiegel 01.10.07)


Finanzen: Berlin nimmt durch den Marathonlauf 35 Millionen Euro ein

Berlin steht womöglich vor dem besucherstärksten Wochenende des Jahres. Traditionell sind der September und Oktober ohnehin schon starke Monate im Berlin-Tourismus. Doch an diesem Wochenende gibt es zusätzlich noch die 12. Kunstmesse "Artforum Berlin" (29. September bis 3. Oktober) und natürlich den sportlichen Höhepunkt des Jahres, den 34. Berlin-Marathon. Die Experten der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) rechnen am Sonnabend und Sonntag mit einer Million Gästen, die als Tagesausflügler oder fürs Wochenende an die Spree kommen. Vor allem der Marathon dürfte außer den Läufern hunderttausende Betreuer, Familienangehörige und Schaulustige anziehen, die gemeinsam mit den Berlinern die Sportler vom Straßenrand anfeuern werden.
Außer dem Imagegewinn für Berlin, das neben London, Boston, New York und Chicago zu den weltweit Top 5 der Marathon-Metropolen zählt, spült das Sport-Event der Superlative auch ordentlich Geld in die Kassen der Gastronomen, Hoteliers und Einzelhändler. Zwar lässt sich der wirtschaftliche Effekt nur schwer beziffern, aber Experten wie der Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Professor Wolfgang Maennig gehen davon aus, dass die auswärtigen Marathon-Teilnehmer 23 Millionen Euro in der Stadt lassen. Die Summe sei seit Jahren relativ konstant. Rechne man noch das Geld hinzu, das die Berliner Wirtschaft aus den Marathon-Einnahmen wieder in der Stadt ausgibt, kommt man nach Schätzung des Wissenschaftlers gar auf mehr als 35 Millionen Euro. Schätzungsweise 130 000 Übernachtungen können die Berliner Hotels im Zusammenhang mit dem Sportereignis verbuchen. So wundert es kaum, dass bereits gestern in einigen Hotelkategorien nur noch wenige Restbetten zu bekommen waren. Wer kurzfristig eine preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit suchte, musste in der Innenstadt schon tiefer in die Tasche greifen. In der City Ost gab es vereinzelt noch Zimmer ab etwa 180 Euro, in der City West hingegen konnte man mit etwas Glück allerdings noch ab etwa 80 Euro ein Zimmer ergattern. Wem dies zu teuer war, der konnte sich gestern noch in den Außenbezirken ab 60 Euro einquartieren, muss dafür aber längere Anfahrtswege zur Laufstrecke in Kauf nehmen.
Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist der Sport ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadt. Etwa 15 000 Berliner sind in der Sportwirtschaft, in Vereinen und Verbänden beschäftigt und somit jeder 100. Berliner Erwerbstätige. Insgesamt geht die IHK von einem jährlichen Umsatz der Branche von derzeit einer Milliarde Euro aus - Tendenz steigend. Ein sich änderndes Freizeit- und Gesundheitsverhalten mache den Sportsektor zum Wachstumsmarkt.
Die Einkäufe, der Verzehr und die Hotelbuchungen der Läufer, Betreuer und Zuschauer lassen die Kassen klingeln. Aber auch der Imagegewinn, wenn die Bilder eines der schnellsten Marathonläufe mit rekordverdächtigen Zeiten und toller Stimmung um die Welt gehen, ist nicht zu unterschätzen. Denn ähnlich wie die Bilder der Fußball-WM 2006 haben solche Impressionen eine nachhaltige Wirkung und Anziehungskraft auf Touristen. Die planen daraufhin Berlin als Reiseziel ein: zum Schauen, Staunen - und Geldausgeben.
(aus DIE WELT, 29.09.07)


Antidoping: Freizeitläufer in Köln zum Dopingtest

Hinter dem Zielstrich wartet auf einige Läufer des Köln-Marathons eine Überraschung. Für die Gewinner einer speziellen Lotterie wird die Veranstaltung auch nach 42,195 Kilometern noch nicht beendet sein. Per Losverfahren ermittelt die Rennleitung mehrere Hobbyläufer, die im Zielbereich freundlich zur Dopingprobe gebeten werden. Im Beisein eines Renn-Kommissars müssen die Sportler dann eine Urinprobe abgeben, die anschließend ins Labor geschickt und auf leistungssteigernde Substanzen untersucht wird. „Wer betrügen will, der tut das. Aber die Ungewissheit soll bleiben. Wer in Köln startet, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden“, sagt Renndirektor Harald Rösch.
Das Doping des Freizeitläufers stammt meist aus der Hausapotheke. Beliebt sind Erkältungsmittel und Hustensäfte, in denen Ephedrin enthalten ist. Ähnlich wie Amphetamine setzt dieser Stoff Adrenalin frei. In einschlägigen Internetforen wird Aspirin als leistungssteigernder Blutverdünner angepriesen. „Dadurch sollen die Warnsignale des Körpers übertüncht werden. Läufer wollen über die Schmerzgrenze hinaus gehen“, sagt Alex Lechleuthner, Leitender Notarzt der Kölner Feuerwehr. Er wird beim Marathon an der Strecke im Einsatz sein und bei Nebenwirkungen zur Stelle sein. Seine Patienten sind meist Läufer, die selbst deutlichste Warnsignale ihres Körpers für optische Täuschungen halten.
Manchen Läufern scheint es längst nicht mehr zu reichen, auf die eigene Kondition zu vertrauen. Eine anonyme Umfrage hat jetzt ergeben, dass jeder fünfte Freizeitsportler schon mal zu leistungssteigernden Substanzen gegriffen hat (siehe „Freizeit-Doping“). „Medikamente zur Leistungssteigerung sind Blödsinn. Der Körper hat selbst genug Reserven“, sagt Lechleuthner. Ein Insider erzählt, dass selbst bei Senioren-Wettkämpfen oft das potenzsteigernde Mittel Viagra genommen werde, weil dadurch der Lungendruck sinkt und die Sauerstoffaufnahme erleichtert wird. Erst in der vergangenen Woche hat das Bundeskriminalamt bei einer bundesweiten Razzia illegale Doping-Labors geräumt und große Mengen Ampullen mit anabolen Steroiden und Tabletten sichergestellt. Abnehmer waren Freizeitsportler, die nicht nur aus der Bodybuilder-Szene stammten.
Bereits neun Tote
Neun Marathon-Läufer sind dieses Jahr alleine in Deutschland auf der Strecke gestorben. Offizielle Todesursache war meist ein Herzversagen, die eigentliche Todesursache ist oft die Selbstüberschätzung. Trotz Herzerkrankungen und Erkältungen laufen die Athleten los. „Mit kaputtem Knie geht niemand an den Start, aber über Erkältungen wird gerne hinweggesehen“, sagt Renndirektor Rösch. Als Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat er gerade einen Kongress in Berlin besucht, auf dem Experten über die verbindliche Einführung eines Fragebogens diskutiert haben, den Läufer bei der Anmeldung zu einem Marathon ausfüllen sollen. Bei diesem Gesundheitscheck soll beispielsweise erforscht werden, ob in der Familie Herzerkrankungen aufgetreten sind und wie lange die letzte Krankheit zurückliegt. Wenn Antworten von der Norm abweichen, soll ein Arztbesuch empfohlen werden. Harald Rösch würde diesen Fragebogen gerne schon im kommenden Jahr in Köln einsetzen.
Köln ist hinter Berlin und Hamburg der drittgrößte Marathon in Deutschland. Die Top-Athleten werden überall zur Dopingkontrolle gebeten - in Köln müssen sie sich dieses Jahr einem Bluttest unterziehen. Dass auch Hobbyläufer im Visier der Doping-Fahnder stehen, ist eher die Ausnahme. Eine Doping-Analyse kostet bis zu 500 Euro, dieses Geld sparen sich die meisten Veranstalter. In Hamburg und Berlin werden die Freizeit-Sportler aus Kostengründen nicht kontrolliert. „Wir legen mehr Wert auf eine gute gesundheitliche Aufklärung“, sagt Martina Reich, Sprecherin des Berlin-Marathons. In München müssen die Läufer ab 2008 - ähnlich wie die Rad-Profis - eine Ehrenerklärung unterschreiben und den Verzicht auf leistungssteigernde Substanzen versprechen.
Die genaue Zahl der Dopingtests will Kölns Renn-Direktor Harald Rösch nicht preisgeben, doch es ist kein Geheimnis, dass auch in Köln nicht mehr als ein Dutzend Hobbyläufer kontrolliert werden. Ohnehin gibt es keine Sanktionsmöglichkeiten. Läufer, die nicht im Verein gemeldet sind, unterliegen keinem Sportgericht und können nicht gesperrt werden. (aus Kölner Stadtanzeiger, Thorsten Moeck, 29.09.07)


Viel Spaß beim Suchen: 131534 Fotos von der WM in Riccione

Es dürfte ein Rekord sein. Die offizielle Fotoagentur der WM in Riccione hat nach eigenen Angaben 131.534 Aufnahmen der WM online gestellt. Wie bitte? Nichts vergessen? Die Bilder sind alle technisch solide, wenn sie auch irgendwie steril wirken. Die Schärfe stimmt, aber sie zeigen wenig Packendes. Um sie zu sehen (und ggf. zu bestellen) geht man auf den Menupunkt "Seleziono Evento" oben rechts auf der Webseite. Dann klickt man "Riccione" an und anschließend "Ricerca" (Suche). Die deutschsprachigen Übersetzungen der Seite sollte man sich nicht sparen, sonst entgehen einem wertvolle italienische Momente ("Sie entdecken die Daten der folgenden agonisticheäusserungen in Italien oder zum Ausland" - ;-) ).
Andere WM-Online-Fotosammlungen gibt es auf Lesley Richardson's Rikko2 -Photo-Seite (angekündigt für das Monatsende), die übrigens auch starke Aufnahmen der DM I (Zittau) und DM II (Fulda) dieses Jahres bereit hält.; Douglas J. Smith aus Kanada und Tom Phillips aus dem Vereinigten Könrigreich präsentieren ebenfalls viele professionelle WM-Aufnahmen auf ihren Seiten - jeweils zentriert auf ihre Herkunftsländer .
( Quelle: Ken Stone auf masterstrack.com 28.09.07)


Sonntag in Berlin: 40.215 Läufer durchs Brandenburger Tor

Mit den beiden äthiopischen Vorjahressiegern Haile Gebrselassie und Gete Wami wird am kommenden Sonntag der 34., vom Einzelhandelskonzern real,- gesponserte Berlin-Marathon gestartet, für den sich 40.215 Marathonläufer aus 115 Nationen angemeldet haben. Rechnet man Rollstuhlfahrer, Handbiker und Inline-Skater hinzu – 7.624 Skater sind für das separate Rennen am Sonnabend gemeldet –, erreicht die Gesamt-Meldezahl für den diesjährigen Berlin-Marathon 48.076 Athleten. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wird um 9 Uhr den Startschuss auf der Straße des 17. Juni geben.
Sowohl der äthiopische Serienweltrekordler Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere bisher 23 Weltrekorde aufstellte, als auch seine Landsfrau Gete Wami sind im vergangenen Jahr in Berlin persönliche Bestzeiten von 2:05:56 beziehungsweise 2:21:34 Stunden gelaufen. Beide wollen sich auf der bekannt schnellen Strecke weiter verbessern. Haile Gebrselassie will den Marathon-Weltrekord brechen, den Paul Tergat (Kenia) vor vier Jahren in Berlin auf 2:04:55 Stunden geschraubt hat. Im vergangenen Jahr fehlten ihm dazu 61 Sekunden. Gebrselassie trifft in der Hauptstadt auf hochkarätige Konkurrenz. Er ist, gemessen an den Bestzeiten, noch nicht einmal der schnellste Läufer im Feld. Sammy Korir (Kenia) reist mit der zweitschnellsten je gelaufenen Marathonzeit nach Berlin – als Paul Tergat 2003 in Berlin den Weltrekord brach war dessen Trainingspartner Korir nur einen Schritt hinter ihm und lief 2:04:56 Stunden. Mit Philip Manyim (Kenia) ist zudem der Berlin-Sieger des Jahres 2005 am Start.
Spitzenläuferin Gete Wami hat ein anderes Ziel: Sie möchte in der Serie der World Marathon Majors (WMM) die Führung übernehmen. Im vergangenen Jahr hatten sich die bedeutendsten Marathonrennen der Welt – der Boston-Marathon, der Flora London-Marathon, der Berlin-Marathon, der Bank Chicago-Marathon und der New York-Marathon – zu den WMM zusammengeschlossen. In einer zweijährigen Serie können die stärksten Marathonläufer der Welt Punkte sammeln. Der beste Mann und die beste Frau teilen sich am Ende einer Serie einen Jackpot von einer Million US-Dollar. Die erste Serie endet am 4. November dieses Jahres beim New York City-Marathon.
Gewinnt Gete Wami in Berlin würde sie die Führung in der WMM-Serie übernehmen. Wird sie Zweite, würde sie gleichziehen mit der derzeit führenden Jelena Prokopcuka (Lettland). Da Gete Wami zudem angekündigt hat, auch fünf Wochen später in New York zu starten, um den Jackpot zu gewinnen, wird sie dort auf Prokopcuka treffen.
In jedem Fall wird Gete Wami der Sieg in Berlin nicht einfach fallen. Nachdem sie im vergangenen Jahr eine sechsjährige Siegserie der Japanerinnen in Berlin beendet hatte, will nun eine Japanerin anknüpfen an die Erfolge ihrer Landsfrauen in Berlin: Naoko Sakamoto hat eine Bestzeit von 2:21: 51 Stunden und ist damit bisher nur unwesentlich langsamer als Gete Wami. Die Russin Irina Timofeyeva (Bestzeit: 2:25: 29) kann ebenso für eine Überraschung sorgen wie eine Debütantin: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid/35 Jahre) trägt die deutschen Hoffnungen.
(25.09.07)
Nachtrag:
Aufgrund einer Knochenhautentzündung muss Sammy Korir auf seinen Start beim 34. Berlin-Marathon am kommenden Sonntag verzichten. Der Kenianer teilte dies am Mittwochabend über sein Management den Veranstaltern mit. Sammy Korir ist mit 2:04:56 Stunden der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten.
(27.09.07)


M55: Horst Springborn freut sich über Stadionrekord und einen Löwen
Kein Gedanke mehr ans Aufhören

Für Kugelstoßer Horst Springborn (*1951, VSG Bestensee) ist die Welt wieder in Ordnung. Springborn, der bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften in Fulda über seine 12,34 m und den siebenten Platz in der Altersklasse M 55 bitter enttäuscht war, gewann bei den Löwenspielen im Löwenberger Waldstadion, wo er traditionsgemäß die Freiluftsaison ausklingen lässt, mit einer Weite von 13,23 m. Damit fand er auch, was die Leistung betraf, zu seinem gewohnten Niveau zurück. Gleichzeitig verbesserte Horst Springborn den Stadionrekord, den er selber mit 12,82 m gehalten hatte. Auf eine neue Bestmarke hatte er im Vorfeld gehofft, auch deshalb weil die Organisatoren, die rundherum für ein gelungenes Sportfest sorgten, Stadionrekorde mit hübschen Plüsch-löwen belohnten.
Bei aller Freude über den ersten Platz und die Trophäe haderte der Bestenseer Kugelstoßer noch nachträglich mit seinem Meisterschafts-Schicksal. Hätten in Fulda doch 13,03 m zur Silbermedaille gereicht. Eine Weite, die Springborn immer zuzutrauen ist, wie er beispielsweise im August in Landsberg mit 13,02 m und erst recht mit den 13,23 m in Löwenberg bewies.
Dank des gelungenen Saisonabschlusses verschwendet Horst Springborn nun auch keinen Gedanken mehr darauf, die Kugel endgültig in die Ecke zu rollen. Er plant bereits für die Deutschen Hallenmeisterschaften 2008, die in Erfurt stattfinden, dort, wo er schon mal ganz oben auf dem Treppchen stand.
(aus Märkische Allgemeine, 26.09.07)


M40: Lars Riedel denkt an letzten Olympia-Start

Diskus-Routinier Lars Riedel (*1967) will im nächsten Jahr noch einmal den Sprung zu den Olympischen Spielen in Peking (China) schaffen. In diesem Sommer absolvierte der inzwischen 40-Jährige, der vor Jahresfrist vom LAC Erdgas Chemnitz zum TuS Saulheim gewechselt war, keinen Wettkampf. Eine Pilzerkrankung und hartnäckige Rückenbeschwerden hielten den 1,99 Meter-Hünen, der im letzten Jahr noch in sechs Wettkämpfen weiter als 65 Meter geworfen hatte und Deutscher Meister geworden war, von einem Auftritt im Ring ab.
"Erst muss mein Rücken heil werden, dann geht es wieder los", sagte er nun gegenüber den "Nürnberger Nachrichten". Zwar denkt Lars Riedel bereits an seine Zukunft nach dem Leistungssport, aber ein lautloser Rückzug aus dem Diskusring kommt nicht in Frage: "Ich muss zwar keinem mehr etwas beweisen. Aber heimlich, still und leise will ich nicht abtreten."
Motivation gab ihm auch die diesjährige WM in Osaka (Japan), die er nur vom Fernseher aus verfolgen konnte. "Je mehr ich gesehen habe, desto stärker habe ich mir gewünscht, da noch einmal mitmischen zu dürfen." Dass er wieder den Anschluss an das Weltniveau finden kann, ist dabei indes nicht ausgeschlossen. "Die Leistungen bei den Männern waren nicht extrem hoch", meinte der Haudegen mit Blick auf seine Disziplin.
(aus www.leichtathletik.de, 25.09.07)


Böhnke: "DLV stolz auf seine Senioren"

"Der DLV ist stolz auf seine Senioren", das sagte Prof. Dr. Michael Böhnke, Vize-Präsident im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), am Wochenende am Rande des Weltfinales in Stuttgart. Die deutschen Seniorinnen und Senioren hatten bei der am 15. September zu Ende gegangen Weltmeisterschaft in Riccione (Italien) im Medaillenspiegel vor Italien und den USA den ersten Platz belegt. Die Aktiven des Deutschen Leichtathletik-Verbandes errangen 108 Gold-, 106 Silber- und 101 Bronze-Medaillen. "Sie haben die deutsche Leichtathletik in Italien und gegenüber der Welt hervorragend präsentiert", führte Prof. Dr. Michael Böhnke, selbst als Delegationsleiter eine Woche vor Ort, weiter aus.
Insgesamt weist der Medaillenspiegel 57 Nationen aus. Das zeige, dass die Leichtathletik in den Altersklassen international weiter auf dem Vormarsch ist. Zudem waren in Riccione prominente Spitzensportler wie der US-Amerikaner William Banks (M 50, Dreisprung) mit von der Partie.
Prof. Dr. Michael Böhnke informierte darüber, dass die Senioren-Weltmeisterschaften 2011 nach Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) vergeben wurden. In einer spannenden Bewerbungsentscheidung hatten sich die USA gegen Brasilien, das mit Porto Allegre ins Rennen gegangen war, durchgesetzt. 2009 findet die Weltmeisterschaft in Lahti (Finnland) statt.
(25.09.07)


DAMM '07: Keine große Wachablösung

Die große Wachablösung bei den DAMM-Endkämpfen 2007 in den fünf Senioren- und vier Seniorinnenklassen in Baunatal blieb aus. Fünf Vereine verteidigten ihre im Vorjahr gewonnenen Titel erfolgreich, zwei bei den Männern und drei bei den Frauen. Und auch auf den Plätzen zwei und drei landeten die Vereine (und erstmals Startgemeinschaften), die schon in den vergangenen Jahren eine führende Rolle in ihrer Altersklasse gespielt hatten.
Mit einer Ausnahme allerdings: In der Klasse M 30 setzte sich mit dem LBV Phönix Lübeck ein Team durch, das in den vergangenen Jahren mit den Bestenlistenplätzen 15 (2005) und 9 (2006) nur für wenig Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Die Hansestädter hatten schon als Zweitplatzierte des Jahres 2007 die Reise nach Hessen angetreten, steigerten sich noch einmal um fast 500 Punkte und siegten vor der ebenfalls stark verbesserten LG Neiße und dem Titelverteidiger, der LG Stadtwerke München. In der Klasse M 40 gab es gegenüber dem Jahr 2006 lediglich einen Platztausch, in diesem Jahr gewann die SG Bürstadt/Vellmar (2006 noch als TV Bürstadt startend) vor dem Pulheimer SC. In der Klasse M 50 dagegen war die Reihenfolge wie gehabt: Titelverteidiger LAC Quelle Fürth/München siegte wieder vor der LG Bielefeld. Die Westfalen konnten gegenüber dem Vorjahr den Abstand etwas reduzieren, letztendlich waren die Bayern aber ungefährdet.
Die knappste Entscheidung des Tages lieferten die Teams der Klasse M 60, hier gaben ganze zwei Pünktchen den Ausschlag zugunsten der LG Alsternord Hamburg mit 5.998 Punkten gegenüber der SG Lok Potsdam, die 5.996 Zähler sammelte. Den glücklichen Siegern war der Erfolg fast schon peinlich und die Silbermedaillengewinner schienen gar nicht einmal so unglücklich! Sie nahmen es sportlich und freuen sich nun schon auf die Revanche 2008. Maßarbeit leistete auch die Hamburger Startgemeinschaft Alsternord/SV Polizei. In der Klasse M 70 lagen die Hanseaten am Ende vor der LG Lkr. Aschaffenburg und nur weitere 13 Punkte dahinter folgte die LAV Bayer Uerdingen/Dormagen auf Platz drei.
Bei den Seniorinnen setzte sich in der Klasse W 30 der Titelverteidiger TSV Bayer 04 Leverkusen mit deutlichem Vorsprung durch. Hart umkämpft war hier der zweite Platz, den sich die SG SF Neukieritzsch aus Sachsen vor den Rheinländerinnen vom TuS Niederneisen sicherten. Nichts anbrennen ließen in der Klasse W 40 die Titelverteidigerinnen von der LG Neiße. Die Sächsinnen waren als Ranglistenzweite angereist, zeigten sich topfit und steigerten ihre Vorkampfleistung um über 300 Punkte. LAC Quelle Fürth/München vor der SG Stormarn/GOA aus Schleswig-Holstein lautete die weitere Reihenfolge. Der ART Düsseldorf, im Vorjahr schon Zweiter in der Klasse W 50, bildet seit Jahresbeginn eine Startgemeinschaft mit Alemannia Aachen. Das zahlte sich nun mit dem Titelgewinn vor der LG Nord-West Hamburg auf Anhieb aus.
Titelverteidiger OSC Berlin vor der LG Nord-West Hamburg hieß die Reihenfolge in der Klasse W 60 und wieder war es hier, mit lediglich 35 Punkten Differenz, ähnlich knapp wie im Jahr 2006. Seit Einführung einer Deutschen Meisterschaft in dieser Klasse im Jahr 2004 hat es übrigens noch keinen anderen Titelträger gegeben als einen dieser beiden Vereine.
Die 47 teilnehmenden Mannschaften fanden in Baunatal nahezu perfekte Bedingungen vor. Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Seniorinnen und Senioren beenden traditionell die Stadionsaison und so mancher Athlet motivierte sich am Ende eines langen Leichtathletik-Sommers noch einmal und trug mit guten Leistungen zum Erfolg seines Teams bei. Auch eine ganze Reihe von Athletinnen und Athletinnen, die gerade erst von den 17. Senioren-Weltmeisterschaften in Riccione (Italien) in die Heimat zurückgekehrt waren, sah man schon wieder im Einsatz. Bei Kaiserwetter im frisch renovierten Baunataler Parkstadion, die Bahn war erst 14 Tage zuvor fertig gestellt worden, gab es durchweg spannende und hochklassige Wettkämpfe. Zum Schluss galt der Dank allen, die zum Gelingen der Meisterschaft beigetragen hatten, stellvertretend seien an dieser Stelle die freundlichen Kampfrichter/innen genannt, sowie die gewohnt gute Organisation des Hessischen Leichtathletik-Verbandes unter der Federführung der Ehrenvizepräsidentin Margret Lehnert.
Selbst die Verzögerung bei der Siegerehrung, bedingt durch Auswertungsprobleme bei den langen Läufen, tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Mannschaften feierten am Ende alle gemeinsam, unabhängig davon, welchen Platz sie belegt hatten. Die Bayern zündeten ihre Böller während der Ehrung und manche Flasche Sekt knallte und machte die Runde.
(aus www.leichtathletik.de, 26.09.07)


DAMM-Ticker:

Hier alle Resultate aus Baunatal (24.09.07)


Berglauf-WM: Marie-Luise Heilig-Duventäster und Bärbel Berghaus verteidigen Titel -
Peter Lessing und Lilo Plener Masters-Weltmeister

Die deutschen Seniorinnen überzeugten bei der 7. Berglauf-Masters-WM am Samstag im österreichischen Bludenz, bei der mehr als 1100 Läufer aus 31 Nationen die sehr anspruchsvolle Strecke mit einem 9,2 km langen Anstieg auf den Muttersberg (840 Höhenmeter) in Angriff nahmen. Ihren vor zwei Jahren errungenen Masters-Titel als Berglauf-Weltmeisterin verteidigte dabei Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) erfolgreich. Die Welfenerin lieferte sich zwar zunächst ein spannendes Duell mit der Oberösterreicherin Irmi Kubicka, das sie aber schließlich deutlich mit rund 3 Minuten Vorsprung vor ihrer Konkurrentin für sich entschied. Die starke Vorstellung der deutschen W45 rundeten Britta Müller (*1962, VfL Freudenstadt) und Claudia Gertsch (*1961, TS Schramberg) auf den Plätzen 3 und 4 ab.
In der W 65 und W60 lief es noch besser. Hier konnten sich die deutschen Frauen jeweils gleich über einen Dreifachtriumph freuen. In der W65 siegte Titelverteidigerin Bärbel Berghaus (*1940, Solinger LC) vor Ingrid Perkampus (*1941, LuT Aschaffenburg) und Ingrid Hoffmann (*1942, TV Offenbach/Queich), in der W60 war überraschend Lilo Plener (*1945, TV Erkheim) vorn und schlug dabei die Titelverteidigerin Gerlinde Schmittner (*1945, TV Ochsenfurt). Dritte wurde Erika Regitz (*1946, TV Denzlingen); die Silbermedaillengewinnerin des Vorjahres Leni Bauer (*1945, LC Aichach) ging diesmal auf Rang 4 leer aus.
Von den deutschen Senioren lag am Ende allein Favorit Peter Lessing (*1961, LG Ortenau Nord) vorn. Er siegte unangefochten in der M65 und holte sich damit doch noch "seinen" Weltmeistertitel, nachdem er durch einen Organisationsfehler seines Verein und Untätigkeit des DLV nicht bei der WM in Riccione antretend durfte.
Weitere WM-Medaillen für Deutschland errangen Ellen Clemens (*1968, LG Domspitzmilch Regensburg) im letzten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur W35 für Platz 2 dieser Altersklasse und in der M55 Meinrad Beha (*1952, FC Unterkirnach) für den dritten Rang. In der W55 belegte Herta Bergmann (*1951, LC Aichach) Rang 2 vor Titelverteidigerin Marianne Spronk (*1948, SV Viktoria Goch) und Liane Muschler (*1950, SC DHfK Leipzig) auf Rang 4, die sich wohl mehr ausgerechnet hatte. Auch in der W50 gab es Silber und Bronze: Zweite wurde Erika Sommer (*1957, LG Welfen) vor Anne Fischer (*1955, ATS Cuxhaven), die sich gut erholt von den Anstrengungen der WM in Riccione zeigte.
Alle Resultate aus Bludenz...
Mehr im laufreport...
(24.09.07)


Berlin-Marathon: Starke Europäer am Start

Eine Reihe von starken europäischen Marathonläufern komplettieren das Weltklasse-Feld, das beim 34. Berlin-Marathon am 30. September an den Start gehen wird. Die beiden äthiopischen Vorjahressieger, Haile Gebrselassie (2:05:56) und Gete Wami (2:21:34), werden unter anderen auf Driss El Himer (Frankreich), Javier Cortes (Spanien) beziehungsweise Fernanda Ribeiro (Portugal) treffen. Für das Rennen über die 42,195 km, das zu den World Marathon Majors (WMM) gehört, gibt es keine Startnummern mehr, da das Limit von 40.000 Läufern bereits seit Wochen erreicht ist.
Zum dritten Mal in Folge wird Driss El Himer bei dem vom Einzelhandelskonzern real gesponserten Berlin-Marathon an den Start gehen. Der 33-jährige Franzose, der ursprünglich aus Marokko kommt, ist mit einer Bestzeit von 2:06:48 Stunden der drittschnellste europäische Marathonläufer aller Zeiten. Nur zwölf Sekunden fehlen ihm zum Europarekord. Nach einer Muskelverletzung musste er sich vor zwei Jahren in Berlin mit Rang 29 begnügen. 2006 wurde er im Hitzerennen von Berlin Sechster in 2:16:44.
Genau eine Minute langsamer als die Bestzeit des 33-jährigen Franzosen Driss El Himer, der mit 2:06:48 h drittschnellster europäischer Marathonläufer aller Zeiten ist, ist diejenige des 35-jährigen Javier Cortes. Der Spanier lief 2001 in Hamburg als Zweiter erstklassige 2:07:48 Stunden. Früher ein starker Bahn-Langstreckenläufer, hat Javier Cortes im Marathon eine Reihe von erstklassigen Erfolgen erreicht. So gewann er 2000 den Amsterdam-Marathon in 2:08:57 und war im gleichen Jahr Zweiter in Rotterdam (2:08:30).
Bei den Frauen wird Gete Wami unter anderen auf Fernanda Ribeiro treffen. Die 38-jährige Portugiesin hat bisher erst eine Bestzeit von 2:29:48 Stunden, die sie im vergangenen Jahr in Hamburg gelaufen ist. Doch Ribeiro, eine der erfolgreichsten Bahn-Langstrecklerinnen der 90er Jahren, hat eigentlich das Potenzial für deutlich schnellere Zeiten. Über 10.000 Meter war sie unter anderem Olympiasiegerin (1996) und Weltmeisterin (1995). Beim Olympiasieg ließ sie unter anderen Gete Wami hinter sich, die damals Dritte wurde. Im Halbmarathon lief Fernanda Ribeiro bereits starke 68:23 Minuten.
Der letzte europäische Triumph beim größten deutschen Marathon liegt bereits neun Jahre zurück. Damals gewann Marleen Renders (Belgien) in 2:25:22 Stunden.
(24.09.07)


Antidoping: Anne-Kathrin Elbe erhielt in Berlin Heidi-Krieger-Medaille

Hürdensprinterin Anne-Kathrin Elbe ist am Freitag in Berlin für ihren Einsatz gegen Doping im Sport mit der Heidi-Krieger-Medaille des Vereins Dopingopferhilfe geehrt worden. Es ist die einzige Auszeichnung dieser Art in ganz Europa. Elbe wurde „für die bewiesene Charakterstärke und ihren Mut“ geehrt, hieß es in der Begründung. Die 20-Jährige habe als „mündige Athletin ein Zeichen gesetzt – und das zu einer Zeit, als Aufklärung noch nicht medial vermarktet wurde und Nestbeschmutzer erheblichen Anfeindungen ausgesetzt waren.
„Der Preis bedeutet mir sehr viel. Denn er ist die Resonanz dafür, dass ich das Richtige getan habe. Für mich war dies eine Selbstverständlichkeit“, sagte Elbe, die sich keineswegs als Einzelkämpferin sieht: „Noch gelte ich als Einzelfall, doch es gibt bestimmt noch ähnliche Fälle, die nicht an die Öffentlichkeit dringen, weil sich die Vereine meistens hinter ihre Trainer stellen.“
Um den Kampf gegen Doping erfolgreich fortzusetzen, appellierte Elbe an andere Athleten: „Ich kann nur jedem jungen Sportler raten, sich bei Verdacht von Doping-Gebrauch sofort an eine Person seines Vertrauens oder an den Bundestrainer zu wenden.“ Elbes Aussagen führten im Frühjahr 2006 zur Verurteilung des Magdeburger Trainers Thomas Springstein wegen Minderjährigendopings. Elbe hatte von ihm Dopingmittel erhalten, diese aber nicht eingenommen, sondern den Bundestrainer davon informiert. Der Deutsche Leichtathletik-Verband erstattete im Sommer 2004 Anzeige gegen Springstein, der daraufhin wegen dieses Verstoßes gegen das Medikamentengesetz zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten -zur Bewährung ausgesetzt - verurteilt wurde.
Elbe, zum TSV Bayer 04 nach Leverkusen gewechselt, trainierte erst bei Manfred Fink und nun bei Karl-Heinz Düe. In diesem Jahr wurde die Sprinterin mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel im ungarischen Debrecen U23-EM-Zweite und Sechste im 100m-Endlauf bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften. Vor Elbe erhielten der Hormonforscher Christian Straßburger, die Autorin und ehemalige Diskuswerferin Brigitte Berendonk, der Sporthistoriker Giselher Spitzer und die Biathlon-Olympiasiegerin Antje Misersky die Auszeichnung, die nach Heidi Krieger, der Kugelstoß-Europameisterin von 1986 benannt ist. Krieger erhielt in der DDR in hohen Dosen männliche Hormone und unterzog sich später einer Geschlechtsumwandlung.
Mehr: Interview mit Anne-Kathrin Elbe in der FAZ
Laudatio von Grit Hartmann im Wortlaut
(23.09.07, aufgefrischt am 27.02.09)


2008: Änderungen bei der Zulassung der Startgemeinschaften

Erstmals konnten in diesem Jahr Startgemeinschaften von Leichtathletikvereinen zugelassen werden. Unerwartet hatte sich daraufhin bei den 20 Landesverbänden des DLV die hohe Zahl von 662 Startgemeinschaften, an denen 353 Clubs beteiligt sind, registrieren lassen. Im Unterschied zu den LG`s können sich in Startgemeinschaften maximal drei Vereine in nur einer Altersklasse zusammenfinden, um - ausschließlich - in Staffeln und DMM-Wettbewerbe der entsprechenden Altersklasse gemeinsam zu starten.
Die erzielten Ergebnisse werden unter dem SG-Namen in den Bestenlisten geführt. Vereine können für die Senioren und Seniorinnen I jeweils nur eine SG bilden, ebenso für die Senioren II und Seniorinnen II. Für das Jahr 2008 müssen jetzt ab dem 1. Oktober alle Startgemeinschaften neu angemeldet werden. Mehr auf der Seite des NLV...
(23.09.07)


Karsten Kobs hämmert in die "Torwand"

Obwohl Karsten Kobs (*1971, ASC 09 Dortmund) die Leichtathletik-Saison bereits beendet hat, griff er für die Pro7-Sendung "Galileo" noch einmal zum Hammer. Das Galileo-Team hatte Sportler aus verschiedenen Bereichen zu einem außergewöhnlichen Wettstreit gebeten. Bei diesem Vergleich, bei dem neben anderen Fußball-, Handball- und Golfspieler antraten, musste jeder der Top-Athleten mit seinem Sportgerät aus 50 Metern Entfernung auf eine Torwand zielen und dabei versuchen, eine Öffnung zu treffen.
Karsten Kobs belegte bei diesem Wettspiel einen respektablen dritten Rang. Der frühere Hammerwurf-Weltmeister benötigte genau sieben Versuche, bis sein 7,26 Kilogramm schweres Wurfgerät aus 50 Metern Entfernung im unteren Loch der Torwand einschlug. Der Dortmunder bezwang auch den Fußball-Profi Mark van Bommel (FC Bayern München), der nach 25 erfolglosen Versuchen den Wettbewerb verzweifelt aufgab.
( Peter Middel auf www.leichtathletik.de, 22.09.07)


Gegner der Leichtathletik setzen sich durch:
Letzter Aufgalopp im Gottlieb-Daimler-Stadion - Digel krisiert Schäuble

Grün wie die Hoffnung ist die Laufbahn im Rund des Gottlieb-Daimler-Stadion, doch die Hoffnung auf einen Fortbestand der Freiluft-Leichtathletik in der Schwabenmetropole scheint begraben. Die Fußballer des VfB Stuttgart und die Stadt haben sich nach Medienberichten auf einen Kaufpreis zwischen 40 und 55 Millionen Euro geeinigt. Im Juni 2009 sollen die Bauarbeiten beginnen und eines der letzten großen Leichtathletikstadien auf deutschen Boden in eine reine Fußballarena verwandeln. Man müsse auf "ein Wunder" hoffen, wenn man noch an die Rettung für die Leichtathletik in Stuttgart glaubt, sagte Prof. Dr. Helmut Digel, Council-Mitglied des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), gegenüber der Fachzeitschrift "Leichtathletik". Denn über die unterschiedlichen Fraktionen im Stuttgarter Rathaus hinweg gibt es eine Mehrheit für den Stadionverkauf.
Digel kritisierte die mangeldne Unterstützung der deutschen Sportverbände und des für den Sport zuständigen Bundesinnenministers: "Hier fehlte es besonders an der Solidarität der olympischen Sportverbände", sagte das Council-Mitglied des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) im Interview mit dem Fachmagazin "Leichtathletik". Und er ergänzte: "Die Leichtathletik ist die wichtigste olympische Sportart. Daher hätte ich mir zudem gewünscht, dass auch die Bundesregierung, speziell der Innenminister, sich für den Erhalt der Bahn einsetzt."
Der vorgesehene Umbau des Stadions in eine reine Fußball-Arena und damit der Wegfall der Laufbahn sei nur noch durch «ein Wunder» zu verhindern. "Die internationale Leichtathletik verliert mit dem Stuttgarter Stadion in meinen Augen das schönste Leichtathletik- Stadion weltweit", sagte der Tübinger.
Auch wenn die Bauarbeiten erst 2009 beginnen sollen, scheint außerdem das IAAF-Weltfinale schon in diesem Jahr zum letzten Mal am Neckar zu gastieren. Zwar betonen Bürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss, dass die Entscheidung erst am kommenden Montag fallen soll. Schon vor dem zweiten Weltfinale in Stuttgart ist aber klar, dass der für drei Jahre vorgesehene städtische Zuschuss für das IAAF-Finale (1,1 Millionen Euro) aufgebraucht sein wird. Deshalb hat die Stadt Stuttgart offenbar kein wirkliches Interesse, den bestehenden Dreijahresvertrag zu erfüllen - obwohl der Baubeginn für die Fußball- Arena erst für 2009 vorgesehen ist. Als Alternativen stehen bereits asiatische Städte und das australische Brisbane bereit. Allerdings weiß die IAAF auch, dass sie ihre Spitzenathleten nach den Olympischen Spielen 2008 nicht ohne große Reibungsverluste von Peking nach Europa zu den letzten Golden-League-Meetings schicken kann und dann wieder zurück nach Fernost.
Deshalb würde der Weltverband die Veranstaltung lieber erst von 2009 an neu vergeben und im nächsten Jahr nochmal im Stuttgarter Daimlerstadion, dem «Wimbledon der Leichtathletik» (Stabhochspringer Tim Lobinger), lassen. Dieser Ruf gründet auf der WM 1993, der bis heute stimmungsvollsten Leichtathletik-Veranstaltung. Das Publikum erhielt später den Fair-Play-Preis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Das Ende der Leichtathletik im Daimler-Stadion ist nicht nur für Stuttgart und seine Region, sondern für die gesamte Leichtathletik-Welt ist mehr als ein mittelschwerer Trauerfall. Eine lange Geschichte wird mit dem geplanten Umbau zu Grabe getragen. 1933 wurde das Stadion als "Adolf-Hitler-Kampfbahn" eingeweiht, nur ein Jahr später stellte die spätere Biologin Gisela Mauermayer bei den Frauenweltspielen einen Weltrekord im Fünfkampf auf. Nachdem es in den Jahren nach dem Krieg zwischenzeitlich "Century Stadium" und "Kampfbahn" hieß, erhielt es 1949 den Namen "Neckarstadion", den es bis 1993 behalten sollte. Zahlreichen großen Leichtathletikveranstaltungen, wie dem Europacup der Männer (1965), den Europameisterschaften (1986) oder den Weltmeisterschaften (1993), diente das Stadion auf dem Cannstatter Wasen als Schauplatz. Eine Reihe von Weltrekorden wurden hier aufgestellt. Bis heute gültig ist der Hammerwurf-Weltrekord (86,74 m) des Ukrainer Jurij Sedych – damals im Trikot der UdSSR - von den Europameisterschaften. Auch Deutsche Meister wurden hier oftmals gekrönt, zuletzt 2001.
Mit den Olympiastadien in Berlin und München sowie dem Stadion in Nürnberg bleiben der Leichtathletik nur noch drei Arenen übrig, die eine Kapazität von mehr als 40.000 Zuschauern aufweisen und damit als Austragungsort für internationale Meisterschaften geeignet sind. Doch hier ist die Zukunft der Bahnen ebenfalls nicht gesichert, wie Prof. Dr. Helmut Digel meint: "Auch dort (Nürnberg) kann ich mir vorstellen, dass sehr bald die Diskussion um ein reines Fußballstadion beginnt. Zurzeit bleibt alles an einem Stadion hängen: Berlin. Aber was passiert nach der WM 2009?"
(Quellen www.leichtathletik.de, FTD, Netzeitung, 22.09.07)


Bundesrat verabschiedet Antidoping-Gesetz

Die Länderkammer, der Deutsche Bundesrat, hat am Freitag grünes Licht für das Gesetz zur Verbesserung der Doping-Bekämpfung im Sport gegeben. Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, begrüßte inzwischen die gesetzlichen Neuregelungen ausdrücklich: „Endlich hat der Bundesrat den Weg frei gemacht für die Verschärfung der Doping-Gesetze. Das ist ein Meilenstein im gemeinsamen Kampf von Sport und Staat gegen Doping, den wir entschieden begrüßen."
Vesper: "Damit werden wesentliche Anregungen aufgegriffen, die wir der Politik in unserem Maßnahmenplan gegen Doping gegeben haben. Der Strafrahmen für Handel und in Verkehrbringen von Dopingmitteln wird im Arzneimittelgesetz verschärft und Ermittlungsmöglichkeiten wie Hausdurchsuchung und Telekommunikationsüberwachung verbessert. Wichtig ist der von uns immer geforderte Schulterschluss zwischen Sport und Staat. Ich glaube, dass damit neue Dynamik in den Kampf gegen Doping kommt und dass der Sport Glaubwürdigkeit zurückgewinnt“.
(22.09.07)


WM-Nachlese: 17 neue Senioren-Weltrekorde in Riccione

Trotz der teilweise widrigen Bedingungen in Riccione in den Anfangstagen der 17. Senioren-WM purzelten die Rekorde: Insgesamt gab es 36 Europarekorde (ER) und 17 Weltrekorde (WR) - so die Zusammenfassung von EVAA-Statistiker Ivar Söderlind (Schweden) auf der Homepage des Europaverbandes der Seniorenleichtathleten (www.evaa.nu). Unter den neuen Rekordhaltern finden sich auch die deutschen Seniorenleichtathleten Friedrich Mahlo (3x WR, 4x ER), Christiane Schmalbruch (2x WR / 2x ER), Manfred Rittweger (1x WR, 1x ER) und Peter Speckens (1x ER).
Den vier deutschen neuen Rekordhaltern stehen beeindruckende zehn (!) neue Weltrekorde von Seniorensportlern aus Großbritannien/Nordirland gegenüber, aufgestellt durch Jane Horder -3 WR-, Mary Wixey, Janette Stevenson, Maureen Spelman, Arthur Thomson und drei britische Staffeln -4x100 m M 35, 4x100 m M 55, 4 x400 m M 55-; weiterhin kommen in die Rekordbücher der WMA bzw. EVAA Seniorensportler aus Belgien, Finnland, Frankreich, Russland, Schweden, Spanien und Gastgeber Italien.
Im Siebenkampf erreichte die Österreicherin Marianne Maier eine neuen Europarekord. Die Schweizerin Heide Maeder gewann das 20km-Straßengehen mit neuer W60-Europarekordzeit. Eine Auswertung der bei der WM erzielten deutschen Senioren-Bestleistungen liegt uns bisher nicht vor.
Mehr...
(22.09.07)


proMASTERs-WM-Umfrage: "Beratend auf den DLV einwirken"

Die Athletenvereinigung proMASTERs führt aktuell eine online-Umfragedurch. Sie fragt Teilnehmer der Masters-WM in Riccione zur Betreuersituation in Riccione. Zwar haben sich, so proMASTERs, die DLV-Betreuer bei der WM "durchaus redlich bemüht", den Athleten fachkundig weiterzuhelfen und sie zu unterstützen. proMASTERs will die Anregungen aufgreifen, um mit den DLV-Betreuern in einen weiteren konstruktiven Dialog zu treten, damit deren Serviceleistung verbessert ("optimiert") werden kann.
Denn: "In Riccione gab es viel Licht, aber auch Schatten" und "für nicht alle Fragen sind die DLV-Betreuer die richtigen Ansprechpartner." proMASTERs erwartet von den WM-Teilnehmern konstruktive Kritik, und will dann "beratend in entsprechenden Gremien auf unsere Partner im DLV einwirken" Die Umfrage läuft noch bis zum Mittwoch, 26. September. Mehr...
(20.09.07)


Stiftung Warentest: Versicherungsschutz für Senioren

Die öffentlich-rechtliche Stiftung Warentest hat sich mit den Versicherungen befasst, die für ältere Menschen angeboten werden. Das Fazit des Versicherungschecks: Auf die Standards wie Krankenversicherung, Privathaftpflicht und Kfz-Versicherung können natürlich auch ältere Menschen keinesfalls verzichten. Aber eine Berufsunfähigkeitspolice beispielsweise benötigen sie nicht mehr. Senioren brauchen weniger Versicherungsverträge als Familien mit Kindern. In ihrer Zeitschrift FINANZtest erläutert die Situng, welche Verträge für Ruheständler noch notwendig sind. Mehr... (19.09.07)


M 50: Gary Hunter verbessert Weltrekord im Stabhochsprung

US-Meister Gary Hunter, 51, startete nicht bei der WM in Italien sondern im heimischen Bundesstaat Indiana und ließ es da richtig knallen. Am Samstag verbesserte er nämlich beim Stabhochsprungwettkampf in seiner Heimatstadt Fort Wayne ("Vault High Summer Classic") den eigenen M50-Weltrekord von den US-Titelkämpfen im August dieses Jahres gleich um 13 cm (!) auf beeindruckende 4,88m.
Hier gibt es ein Video des Rekordversuchs, der in den USA als erster 16-Fuß-Stabhochsprung eines M50-er gefeiert wird.
(18.09.07)


Straßenlauf-DM: Otti Nitsche siegt in W 55

Sie ist wieder da- und wie: Ottilie "Otti" Nitsche (*1949, SG Nussloch) gewann am Samstag bei den deutschen 10km-Straßenlaufmeisterschaften in Mannheim in ihrer Altersklasse W55. Die neue deutsche Meisterin lief die 10km in 42:14min. Legendär sind die Duelle der der 1500m-Weltmeisterin der WM von Durban 1997 mit ihrer Dauerkonkurrentin Lidia Zentner (*1953, Gazelle Pforzheim-Königsbach), die abrupt aufhören mussten, als die Nusslocherin vor einigen Jahren lebensbedrohend erkrankte. Mannheim sah auch nach langer Pause einen souveränen Dr. Klaus Goldammer (*1952, OSC Berlin), der die M55 in 35:09min mit mehr als einer Minute Vorsprung für sich entschied.
In der M75 lief der neue deutsche Meister Werner Beecker (*1932, LC Wuppertal) in exzellenten 43:18 min nur um sieben Sekunden an der neuen deutschen Bestleistung vorbei, die er selbst am 4. August des Jahres in Dürwiss (Eifel) aufgestellt hatte.
Kathi Kaufmann (*1961, LG Dompsitzmilch Regensburg) siegte wie erwartet und unangefochten in der W 45, obwohl ihre 36:39min fast eine Minute hinter der Zeit von den Europameisterschaften im Mai war. In der W70 musste sich überraschend Elfriede Hodapp (*1935, LG Ortenau-Nord) der ganz stark laufenden Ina Heyn (*1936, 1. FC Kaiserslautern) geschlagen geben. Die Pfälzerin siegte in 48:18min und lag damit 26 Sekunden vor der Schwarzwälderin.
Begeistert zeigten sich alle Läufer und Läuferinnen von der tollen Stimmung auf dem 2,5 Kilometer langen Rundkurs durch die Mannheimer Innenstadt. "Ich wollte mich bremsen, weil ich ja in der Vorbereitung auf den Marathon bin, aber das Publikum hat mich so angetrieben. Eigentlich wollte ich eine halbe Minute langsamer laufen", sagte Gesamtsiegerin Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid), der ein Start-Ziel-Sieg in 32:34 min gelang - ein gutes Omen für ihn geplanten Start beim Berlin-Marathon. Bei den Männern musste sich Carsten Eich (*1970, Rhein-Marathon Düsseldorf) in 29:34min mit Rang 2 begnügen. Ein Kilometer vor dem Ziel lagen er, Alexander Lubina (TV Wattenscheid 01) und Embaye Hedrit (LG Braunschweig) gemeinsam vorn. In einer ersten Attacke setzten sich Alexander Lubina und der Braunschweiger ab, 500 Meter vor dem Ziel suchte der Wattenscheider die Entscheidung und lief zum Titel in 29:24 Minuten. Carsten Eich konnte auf den letzten Metern noch Embaye Hedrit überholen und kam als guter Zweiter ins Ziel.
Dennoch war der 37-Jährige, der am Ende der Saison seine Karriere beenden wird, unzufrieden: "Ich bin enttäuscht, dass ich bei meinen letzten Deutschen Meisterschaften nur Zweiter geworden bin." Alle Resultate aus Mannheim hier (pdf)...
(16.09.07)


Laufen: Berliner Konferenz verabschiedet Empfehlungen an Veranstalter und Aktive
"Laufen ist gesund, aber nicht jeder Läufer" - Künftig Online-Fragebogen

Vor dem Hintergrund mehrerer Todesfälle bei Lauf-Wettbewerben im ersten Halbjahr 2007 hatte das "Medical Team" von SCC Running, unter anderem Veranstalter des Berlin-Marathons, führende Sportmediziner sowie Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eingeladen, ein Konsenspapier zu erarbeiten, um Läuferinnen und Läufer bei Laufveranstaltungen besser über versteckte bzw. nicht beachtete Gesundheitsrisiken zu informieren. Nach Sichtung internationaler Daten und Studien  verabschiedeten die Teilnehmer der Konferenz  eine Empfehlung , mit der Lauf-Veranstaltern ein Instrument an die Hand gegeben wird, um die Teilnehmer ihrer Lauf-Wettbewerbe vor gesundheitlichen Schäden möglichst zu bewahren.
Ab 1. Januar 2008 soll bei Online-Anmeldungen mittels eines international validierten Fragebogens eine qualifizierte Abschätzung von Gesundheitsrisiken durchgeführt werden. Dieser Fragebogen soll verbindlicher integraler Bestandteil des allgemeinen Anmeldeverfahrens werden. Je nach Ergebnis wird eine (nochmalige) ärztliche Konsultation empfohlen.Dieser Fragebogen steht in Übereinstimmung mit den "Leitlinien zur Vorsorgeuntersuchung im Sport" der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (Deutscher Sportärztebund) e.V. und wird im jährlichen Laufkalender des Deutschen Leichtathletik-Verbands sowie auf der Internetseite des Verbandes veröffentlicht. Außerdem wird angestrebt, dass auf den jeweiligen Internetseiten der Laufveranstaltung auf diese Maßnahme hingewiesen wird.Zudem soll auf schon bestehende Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmer hingewiesen werden:
1. Der Veranstalter bzw. sein medizinischer Dienst kann einen Teilnehmer aus dem Rennen nehmen, wenn dessen Gesundheit gefährdet ist (IWR 240-Regel der IAAF).
2. Bei extremer Witterung (z.B. warm und schwül) werden seitens des Veranstalters zusätzliche Maßnahmen ergriffen (z.B. zusätzliche Erfrischungsstellen). Auch eine Absage der Veranstaltung kann bei extremen Bedingungen erwogen werden.
Besonderen Wert legen die Sportmediziner auf folgende Fakten:
- Der Laufsport besitzt bei richtiger Ausführung einen insgesamt gesundheitsfördernden Effekt und trägt zur Minderung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei. Eine erhöhte Sterblichkeit durch Laufen ist keinesfalls gegeben.
- Für die Teilnahme an Laufwettbewerben stellt eine gute und sorgfältige Trainingsvorbereitung eine wichtige Voraussetzung dar.
- Nicht jeder, der an einer Laufveranstaltung teilnehmen möchte, ist gesund. Gute Leistungsfähigkeit und Beschwerdefreiheit bedeuten nicht immer Gesundheit. Deshalb wird Teilnehmern an Laufveranstaltungen eine ärztliche Untersuchung im Vorfeld empfohlen. Im Einzelfall sollte abgewogen werden, ob eine Wettkampfteilnahme vertretbar ist.
- Naturgemäß verbleibt ein gewisses Restrisiko, wie bei anderen Aktivitäten auch. Die Laufveranstalter können den Teilnehmern ihre Eigenverantwortung nicht völlig abnehmen.
An der Konferenz in Berlin nahmen u.a. teil:

Prof. Dr. Herbert Löllgen, Klinikum Remscheid, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin
Prof. Dr. Wilfried Kindermann, Universität Saarbrücken
Prof. Dr. Hans-Hermann Dickhuth, Universität Freiburg
Prof. Dr. Andreas Nieß, Universität Tübingen
Prof. Dr. Michael Böhnke, Deutscher Leichtathletik-Verband
Harald Rösch, Deutscher Leichtathletik-Verband
Dr. Lars Brechtel, Humboldt-Universität zu Berlin und Medical Director des Berlin-Marathon mit Fachärzten seines Teams
Jürgen Lock, Direktor Strategie, Planung und Sportmedizin des Berlin-Marathon
Rüdiger Otto, Geschäftsführer von SCC Running GmbH / Berlin-Marathon 
(www.leichtathletik.de, 15.09.07)



M65:  Schwerer Diskusunfall in Osnabrück

Zu einem schweren Diskusunfall ist es am Dienstagabend beim traditionellen Werfertag des OTB Osnabrück gekommen. Werner "Jimmy" Korte (*1939, TSV Westfalia 06 Westerkappeln, früher VfL Lingen), der die Konkurrenz mit 44,76m anführte, wurde dabei von einer 1-kg-Diskusscheibe am Kopf getroffen. Mit einem Schädelbruch und Nervenläsionen wurde Korte auf die Intensivstation eines Krankenhauses in Osnabrück gebracht.
Der Werfertag wurde anschließend abgebrochen. Auf der OTB-Webseite heißt es: "Wir wünschen unserem Sportskameraden alles Gute und schnelle Besserung!" (12.09.07)
Nachtrag: Werner Korte geht es inzwischen besser. Er befindet sich nicht mehr auf der Intensivstation (15.09.07)

Keine Leichtathletik-Hallen-EM 2011 in Leipzig

Es gibt keine Leichtathlethik-Hallen-EM 2011 in Leipzig! Leipzigs Bewerbung als Austragungsort für die Leichtathletik-Hallen-EM 2011 wurde vom Europäischen Leichtathletikverband EAA abgelehnt. Grund sei die fehlende Garantie von ARD und ZDF, das internationale Signal von den Titelkämpfen in der Arena zu produzieren und die Veranstaltung selbst zu übertragen, sagte ein EAA-Sprecher auf Anfrage des Sportinformationsdienstes sid. Verbleibende Kandidaten sind jetzt Paris und Göteborg.
Die Entscheidung über den Austragungsort fällt das EAA-Council am 15. Oktober. "Es stimmt, dass es bislang keine Garantie über das Fernsehsignal gab, aber dass Leipzig damit endgültig raus ist, wurde uns in dieser Schärfe noch nicht mitgeteilt", sagte ein überraschter DLV-Präsident Clemens Prokop. Er hofft nun, dass Leipzig zumindest noch den Zuschlag für einen der nächsten Hallen-Europacups erhält. Die Stadt war bereits 2003 und 2004 Gastgeber für die ersten beiden Auflagen der Veranstaltung. (Quelle: Sport-Informations-Dienst 12.09.07
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ST-Kader: Anmeldefrist läuft

Wie jedes Jahr hat im September die Anmeldung zum Sonderkader Trainingskontrollen des DLV für das kommende Jahr begonnen. Auf der Internetseite des DLV (über www.leichtathletik.de) steht unter Anti-Doping allen Interessierten eine Anmeldemaske online zur Verfügung, um sich zum ST-Kader 2008 melden zu können. Anmeldungen sind bis 30.11.2007 möglich.
Es ist zu beachten, dass es sich bei dieser Frist  um eine Ausschlussfrist handelt und eine spätere Anmeldung daher nicht möglich ist. (12.09.07)


2011: The winner is... Sacramento

Mit einem unerwartet klaren Ergebnis hat sich am Dienstag die Vollversammlung ("General assembly") der World Masters Athletics für  Sacramento (USA) als Ausrichter der 19. Masters-WM 2011 entschieden. Die Hauptstadt des US-Bundeststaats Kalifornien  setzte sich nach  rund zwei Stunden Präsentationsduell klar mit 69 Stimmen gegen Porto Alegre (Brasilien) durch, für das lediglich 39 Delegierte votierten. Im Vorfeld und noch in der Versammlung hatte sich insbesondere WMA-Präsident Cesare Beccalli für eine WM in seiner brasilianischen Wahlheimat eingesetzt; auch er ist daher Verlierer dieser, nach Angaben von Beobachtern "sehr nachvollziehbaren" Wahl.
Viele Delegierte lehnten nämlich den völlig ungewohnten  WM-Termin ab, den die Brasilianer planten: Die Stadion-WM sollte nach dem Willen der Organisatoren in  Porto Alegre im Januar 2011 über die Bühne gehen - für Europäer, Nord- und Mittelamerikaner und die meisten Asiaten ein inakzeptablerTermin. Visa-Bedenken, die gegen eine Vergabe in die USA sprachen, waren angesichts dessen offenbar nicht ausschlaggebend; auch die Leichtathletik-Funktionäre setzen wohl auf eine liberalere US-Visapolitik in der "Zeit nach George W. Bush", der Ende 2008 aus dem Amt scheidet.  Doppelsprintweltmeister Bill Collins, der für Sacramento sprach, sicherte zu, die lokalen Organisationen würden alles ihnen Mögliche unternehmen, damit die Visaprobleme gelöst werden könnten.
Die 19. Masters-Weltmeisterschaften werden voraussichtlich vom 7. bis 17. Juli 2011 in der sportbegeisterten kalifornischen Hauptstadt, 
die auf dem Gelände der Sacramento State Universität (Stadion mit 9 Mondo-Rundbahnen), dem Hughes-Stadion im Sacramento City College (9 Rekotan-Rundbahnen) und der Folsom High School (10 Kunststoff-Rundbahnen) stattfinden werden.
Hier die bereits vor der WMA-Generalversammlung von der US-Bewerberin offensiv  ins Netz gestellte 
Präsentation (pdf). Die US-Veranstalterrechnen übrigens damit, dass die WM-Teilnehmer rund 14 Mio $  in und um Sacramento ausgeben werden.  (11.09.2007, update 12.09.2007)

DLV-Team holt in Winschoten drei Medaillen und
5 Masters-WM-Titel durch deutsche Ultramarathonis

Der 100 Kilometer-Weltcup mit gleichzeitig ausgetragener Masters-WM und Europameisterschaft erwies sich am Wochenende in Winschoten (Niederlande) für das DLV-Nationalteam und die Ausdauersportler aus Deutschland als medaillenträchtiges Ereignis: Bronze bei den Frauen im Weltcup sowie Silber in der EM-Wertung und EM-Bronze bei den Männern lautet das Ergebnis einer beinahe vollständigen Medaillenausbeute! Komplettiert wurde der Mannschaftserfolg durch Platz fünf der Männer im Weltcup, die sich somit auch innerhalb stärkster weltweiter Konkurrenz in den Top-Five behaupten konnten.  Daneben gab es mit Martina Groß (W45), Marianne Dahl (W50) und Bernd Juckel (M55) drei deutsche Masters-Weltmeister.
Die 18.500 Einwohner zählende Stadt Winschoten nur cirka 15 Kilometer von der deutsch-niederländischen Grenze entfernt, ist seit 1976 jährlich Austragungsort eines 100 Kilometer-Laufs -  auf einer verkehrsfreien, flachen und damit schnellen 10 Kilometer-Runde. Aufgrund der Citylauf-Atmosphäre ist jederzeit für gute Stimmung gesorgt, und auch in diesem Jahr leistete die Mannschaft um Organisationsleiterin Liesbeth Jansen wieder ausgezeichnete Arbeit.
Beim Start um 10 Uhr  herrschten angenehme, fast kühle 10 Grad Celsius, als das Rolltor im traditionsreichen Start- und Zielgebäude "de Klinker" im Herzen der Stadt heruntergelassen wurde, um die rund 300 Teilnehmer auf die Strecke zu lassen. 
Erwartungsgemäß kamen die stark eingeschätzten japanischen Läufer mit Shinic Watanabe, Kenji Nakanishi und Toshikazu Goda am Ende der ersten Runde als geschlossene Gruppe zurück, angeführt wurde das Rennen allerdings von Europameister José Gonzales (Spanien), der mit 36:05 Minuten und 1:15 Minuten Vorsprung die schnellste Eröffnungsrunde lief. Im DLV-Team beendeten Jörg Hooß (*1964, LTF Marpingen), Thomas König (*1965, SuL Lößnitz) und Helmut Dehaut (*1961, VT Zweibrücken) die erste Runde zeitgleich in 41:27 Minuten, Sven Kersten (SCC Berlin) und Christian Grundner (*1968, SG Neukirchen-Hülchrath) folgten in 43:36 Minuten.
Auch die Frauenspitze entsprach den Erwartungen, denn mit Norimi Sakurai und Hiroko Sho (beide Japan) lagen die beiden Weltranglistenführenden mit 41:27 Minuten in Front, begleitet von Monica Carlin (Italien). Bei den DLV-Frauen legten Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV Tria Witten) und Martina Groß (*1960, MTV Kronberg) die Eröffnungsrunde gemeinsam in 45:45 Minuten zurück, Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid) folgte in 48:05 Minuten vor Simone Stöppler (*1964, SSC Hanau-Rodenbach; 49:10 min) sowie Barbara Mallmann (*1971, LG Ahlen; 50:57 min). Flotte Rundenzeiten also, die bei den Männern eine Endzeit von weit unter 6:30 Stunden signalisierten und bei den Frauen Hoffnungen auf ein Unterbieten der 7-Stunden-Marke weckten, die weltweit erst ein einziges Mal unterboten worden ist. Im weiteren Wettkampfverlauf sollte sich allerdings zeigen, dass die idealen Anfangsbedingungen viele Teilnehmer zu einem zu hohen Anfangstempo verführt hatten, was sich in nicht wenigen Fällen rächten sollte.
Bereits zur Halbzeit, die von Jörg Hooß als schnellstem Deutschen nach 3:26:10 Stunden sowie Birgit Schönherr-Hölscher und Martina Groß als den schnellsten deutschen Läuferinnen nach 3:48:44 Stunden passiert wurde, hatte sich das Feld  merklich ausgedünnt. Prominentestes Opfer eines wohl zu hohen Anfangstempos wurde Jose Gonzales, der kurz vor Kilometer 50 mit erheblichen Problemen ausstieg. Ab Kilometer 60 wurde im DLV-Betreuerteam Priorität auf die Feststellung der aktuellen Zwischenstände in den Teamwertungen gelegt und schnell wurde klar, dass die Mannschaften gut im Rennen lagen. Sie sollten sich in der Folge immer weiter nach vorne arbeiten. Jörg Hooß finishte mit 7:04:26 Stunden als erster deutscher Läufer. Auch wenn er damit gut fünf Minuten über seiner bisherigen persönlichen Bestleistung blieb und in der Masters-M40-Wertung lediglich Rang 4 erreichte, lief er damit wohl dennoch das stärkste 100 Kilometer-Rennen seiner langen Karriere. Nach einem nur halbwegs überstandenen Infekt mit schon früh erkennbarem Handicap gestartet, trug er bereits ab Kilometer 30 einen harten Kampf mit sich selbst aus, den er ohne eine rund 14-wöchige Vorbereitung auf höchstem Niveau angesichts der Probleme wohl kaum bestanden hätte. Was unter normalen Umständen herausgekommen wäre, lässt sich nur erahnen. Es war vor allem der Teamgeist, der den Marpinger im Rennen hielt und die Strapazen auf Platz 20 der Gesamtwertung Weltcup (11. EM) erfolgreich überstehen ließ.
Neue persönliche Bestleistungen hingegen erzielten Sven Kersten (7:11:35 h) und Helmut Dehaut (7:12:01 h), die unmittelbar hintereinander auf den Rängen 23 (13 EM) und 24 (14 EM) einliefen und damit den Mannschaftserfolg komplett machten. Helmut Dehaut gewann mit dieser starken Leistung zugleich den Masters-WM-Titel. Sven Kersten zeigte insgesamt ein recht gleichmäßiges Rennen und konnte sich im vierten nacheinander absolvierten 100 Kilometer-Lauf seit April 2006 wieder um einige Minuten steigern. Helmut Dehaut musste gegen Ende des Wettkampfs ein wenig an Tempo herausnehmen, verbesserte ungeachtet dessen seine bisherige Bestleistung, erzielt beim 100 Kilometer-Lauf in Biel des laufenden Jahres, noch um rund 14 Minuten. Weniger Glück hingegen hatten Thomas König (*1965, SuL Lößnitz) und Christian Grundner (*1968, SG Neukirchen-Hülchrath), die das Rennen beide vorzeitig in der letzten bzw. drittletzten Runde beenden mussten. Besonders bitter war der unumgängliche Ausstieg für Thomas König, der bis Kilometer 80 in einem äußerst gleichmäßig absolvierten Rennen gleichauf mit Jörg Hooß lag, nur vier Kilometer vor dem Ziel aber Oberschenkelkrämpfe in einer Heftigkeit erlitt, die ein Weiterlaufen unmöglich machten. Im Falle von Christian Grundner war starke Unterkühlung aufgrund des kalten und böigen Windes mit Regen der Grund für die vorzeitige Aufgabe.
Bei den Frauen lieferte Birgit Schönherr-Hölscher auf Rang sieben gesamt (Vierte EM und Vierte Masters-WM) wieder einmal eine äußerst starke Vorstellung ab, die in eine neue persönliche Bestleistung von 7:47:02 Stunden mündete. Die amtierende Deutsche 100 Kilometer-Meisterin erwies sich, wie so oft seit ihrem ersten Einsatz im DLV-Nationalteam im Jahr 2004, wieder einmal als schnellste deutsche Ultramarathonläuferin und legte mit ihrer Leistung die wichtigste Grundlage für den in dieser Form nicht erwarteten Mannschaftserfolg der DLV-Frauen. Schade für sie, dass es für die Titelverteidigerin dennoch nicht für eine Medaille in der EM-Einzelwertung reichte.
Martina Groß (*1960, MTV Kronberg) stand ihr einen Platz dahinter indes kaum nach. Die Biel-Siegerin dieses Jahres, bislang noch nie auf einem flachen 100 Kilometer-Rundkurs unterwegs gewesen, lief bis Kilometer 70 mit ihrer Teamkollegin zusammen, als starke Wadenkrämpfe zu einer kurzen Wettkampfunterbrechung auf die Massagebank des Teamphysiotherapeuten zwangen. Anschließend konnte sie das Rennen zwar unter Schmerzen, aber ohne allzu große Behinderung fortsetzen und steigerte ihre Bestleistung aus dem Lauf in Biel mit erreichten 7:50:58 Stunden um beinahe 40 Minuten und wurde damit W45-Masters-Weltmeisterin.
Komplettiert wurde die starke Teamleistung der DLV-Frauen von Marion Braun
(*1957, SV Germania Eicherscheid) auf Rang 16 (9), die mit dieser Leistung auch W50-Weltmeisterin wurde. Sie hatte bis Kilometer 80 ebenfalls auf Bestzeitkurs gelegen; dann allerdings machten die immer wieder auftretenden Magen-Darmprobleme längere Wettkampfunterbrechungen notwendig und führten dazu, dass sie mit 8:14:46 Stunden knapp eineinhalb Minuten unter ihrer bisherigen Bestleistung blieb, aufgrund der Unterbrechungen neben der Strecke waren rund zehn wertvolle Wettkampfminuten verloren gegangen.
Wie bei ihren männlichen Teamkollegen lagen Freud und Leid aber auch bei den DLV-Frauen dicht beieinander, auch wenn kein Ausstieg verzeichnet werden musste. So befand sich Barbara Mallmann, die am Ende 10. der W35-Masters-WM-Wertung war, lange auf Bestzeitkurs, bis plötzlich einsetzende muskuläre Probleme sie ab Kilometer 70 zu einer deutlichen Temporeduzierung zwangen. Zähigkeit und Härte zeichnen die Ahlenerin allerdings in derartigen Situationen aus, und so biss sie sich durch und finishte mit 8:54:32 Stunden auf Gesamtplatz 33 (17) immer noch deutlich unterhalb der 9-Stunden-Marke. Noch härter erging es Simone Stöppler (10. der Masters-Wertung W40) bei ihrem 14. internationalen Einsatz. Es lief von Anfang an überhaupt nicht bei der dienstältesten DLV-Athletin, und so kamen schon bei Kilometer 30 Gedanken an einen Ausstieg auf. Jedoch gehört auch sie zu den Ultramarathonläuferinnen, die - sofern keine entscheidenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorliegen - solchen Verlockungen notfalls 70 Kilometer lang widerstehen kann. So war es auch diesmal, und eine Endzeit von 9:22:53 Stunden auf Rang 42 (23) war noch der Lohn des Durchhaltevermögens.
Gesamtsieger wurde der Japaner Shinic Watanabe mit neuer Weltjahresbestleistung von 6:23:21 Stunden vor seinem Landsmann Kenji Nakanishi sowie Oleg Kharitonov (WMA-Weltmeister M35) aus Russland. Beide lieferten sich einen dramatischen Zielsprint, der mit 6:30:21 zu 6:30:22 Stunden knapper nicht hätte ausgehen können. Bei den Frauen steigerte Norimi Sakurai die von ihr selbst erst im Sommer aufgestellte Weltjahresbestleistung um rund 16 Minuten, scheiterte mit erzielten 7:00:27 Stunden aber knapp an der 7-Stunden-Marke. Hinter ihr kam es zu einem ebenfalls knappem Finish: Laurence Fricotteaux auf Frankreich fing zum Schluss hin noch Hiroko Sho ab (7:26:44 zu 7:27:12 h).
Masters-Weltmeister wurden in der M55 Bernd Juckel (*1950, SG Neukirchen-Hülchrath), der nach 7:47:33h ins Ziel kam und damit nur um eine Sekunde seine Bestleistung von der DM in Kienbaum verfehlte, sowie in der W60 nach überstandenen Verletzungsproblemen Marianne Dahl (*1943, TSG 1912 Großburgwedel ) in 10.45:13h.  Bronzemedaillen gab es in der W45  für Ulrike Steeger (*1961, LG Bonn Troisdorf Niederkassel, 8:48:42h) und in der W50 für Cäcilia Apel-Kranz (*1955 LG Kreis Verden, 11:34:37).
Nach  Informationen von www.masters-sport.de war 
übrigens am Samstag in Winschoten kein einziger hochrangiger WMA-Vertreter anwesend, obwohl es sich um eine offizielle WMA-Weltmeisterschaft handelte - ein bisher in der WMA-Geschichte einmaliger Vorgang. Die WMA-Masterswertung aus Winschoten findet sich hier (pdf), eine Zusammenfassung der deutschen Starter/innen hier und Fotos aus Winschoten hier.. (eigene Recherchen und nach Berichten von Volkmar Muehl auf www.leichtathletik.de 10.09.07, update 14.09., 16.09.)

23. September: 7. Masters Berglauf WM 2007 in Bludenz (Österreich)

Die Masters-Weltelite im Berglaufsport trifft sich am 23. September 2007 in der österreichischen Alpenstadt Bludenz. Die Strecke (9,2 km) führt von der Altstadt (560 m) direkt auf den Bludenzer Hausberg Muttersberg auf 1.400 m mit herrlichem Panoramablick auf die rundum gelegenen Gebirgszüge des Vorarlberg. Der Muttersberg war übrigens bereits zwei Mal Ziel von Österreichischen Meisterschaften sowie unzähligen internationalen Bergläufen.
Der Bludenzer "Laufclub Union Berglauf Team Sparkasse Bludenz" freut sich auf die WM und schreibt auf seiner Internetseite: "Die World Mountain Running Association (WMRA) hat die Durchführung der Masters Berglauf-Weltmeisterschaften 2007 nach Österreich vergeben. Es ist dies eine große Auszeichnung und Anerkennung für unseren Laufclub." Knapp zwei Wochen vor dem Startschuss zu den Masters Berglauf Weltmeisterschaften in Bludenz kündigt sich ein großes Teilnehmerfeld an. Läufer aus 30 Nationen, aus ganz Europa sowie aus Übersee (USA, Kanada, Neuseeland, Australien, Venezuela, Südamerika, Mexiko,....) haben sich bereits angemeldet. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 800 Startern. Mit dabei sind u.a. der Gesamtsieger aller Klassen von 2006 Guiterrez Simon aus den USA sowie die Gesamtsiegerin 2006 Irena Pakosz (Polen).
Viele Bergläufer, vor allem auch aus Deutschland, waren in den letzten Wochen bereits in Bludenz und haben auf der WM-Strecke trainiert, auch die Titelverteidigerin in der Altersklasse W45, Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen). Sie beschreibt die WM-Strecke als "würdig und sehr anspruchsvoll". Nach einer schnellen Startrunde führt der Parcours durch die Bludenzer Altstadt in Richtung Muttersbergseilbahn. Eine besondere Herausforderung ist nach Meinung der Athgletin von der LG Welfen der Streckenabschnitt zwischen Laufkilometer 2,5 und 4,5 - mit 24%iger Steigung. Die Strecke verläuft hier über einen Wurzelweg bis nach Laz und in kürzester Zeit müssen 300 Höhenmeter absolviert werden. Danach schlängelt sich die Strecke bei gleichmäßiger Steigung auf der Forststrasse bis zum Muttersberg. Begeistert ist Duventäster auch vom Ziel, das sich bei der neu geschaffenen Bergbühne, die bis zu 2.000 Personen aufnehmen kann, befindet.
Neben geübten Bergläufern können auch Hobbysportler mit Spaß am gemeinsamen Wettkampf und anschließendem Feiern teilnehmen. Qualifikation und Vereinszugehörigkeit sind nicht erforderlich. Mehr...
(10.09.07)


DAMM '07: Aktueller Stand

Der DLV hat jetzt in einem Schreiben an die qualifizierten Vereine mitgeteilt, welche Teams am Endkampf der DAMM teilnehmen und welche nicht. Das 7-seitige Schreiben des DLV stammt vom 4. September. Danach wollen acht qualifizierte Mannschaften nicht teilnehmen und die nächstqualifizierten Mannschaften rücken für sie nach. Mehr... (09.09.07)

EVAA nennt Bewerber für Europameisterschaften 2014

Der Europäische Senioren-Leichtathletikverband EVAA stellt die Weichen für die  Masters-Europameisterschaften bis in das Jahr 2014. EVAA-Präsident Dieter Massin nannte bei der Regionalversammlung der EVAA-Delegierten am Samstag in Riccione (Italien) die Bewerber für die Senioren-Europameisterschaften bis zum Jahr 2014.
Er teilte mit, dass die VIII. Senioren-Hallenmeisterschaften 2011 voraussichtlich im belgischen Gent stattfinden. Nach der Hallen-EM in Helsinki hatte der Westfale in mehreren Gesprächen die Möglichkeit einer EM in der ostflandrischen Universitätsstadt sondiert. Jetzt liegt das offizielle OK aus Belgien vor. Massin informierte die Delegierten auch, dass die  Meisterschaften im nächsten Jahrzehnt in großen europäischen Metropolen stattfinden könnten: So bewirbt sich  griechische Hauptstadt Athen um die Ausrichtung der Stadion-EM 2012. Gleich die beiden folgenden Meisterschaften will die britische Hauptstadt London ausrichten: Die IX. Hallen-EM 2013 und die Stadionmeisterschaften im Jahr darauf. Damit verabschiedet sich die EVAA offensichtlich von dem Prinzip, die Europameisterschaften nicht in Millionenstädten auszurichten. (08.09.07)

DLV: Luminita Zaituc verwarnt

Der Disziplinarausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig) verwarnt. Die Athletin war ihrer Abmeldepflicht nicht ordnungsgemäß nachgekommen und wurde daher für eine Dopingkontrolle außerhalb des Wettkampfes nicht angetroffen.  Es handelte sich um die erste versäumte Kontrolle der Langstreckenläuferin). Die Braunschweigerin hatte zuletzt ihren Start bei der WM in Osaka wegen Kniebeschwerden abgesagt.
(08.09.07)

Röcken wirft dritten Weltrekord binnen Wochenfrist

Der Sportplatz am Altenaer Pragpaul entwickelt sich zur Rekord-Sportstätte. Nur eine Woche nach seinen beiden Weltrekorden im Gewichtwurf und im Hammerwurf mit dem Sechs-Kilo-Hammer ließ Hans Röcken (*1940, LG Plettenberg/Herscheid) am Freitag seinen dritten Weltrekord binnen sieben Tagen folgen. Bei den offenen Altenaer Leichtathletik-Stadtmeisterschaften gelang Röcken diesmal mit dem 7,26 kg schweren Gerät mit 40,68 m eine neue Bestweite in der Altersklasse M65. Bisheriger Rekordhalter war der Australier Wim van Weenen, dem am 15. Februar 1997 eine Weite von 39,52 m gelungen war.
Insgesamt beteiligten sich an den Titelkämpfen, die am Samstag fortgesetzt wurden, 115 Teilnehmer aus zwölf Vereinen, die 323 Starts absolvierten. (08.09.2007)


Deutsche Teilnehmer mit Chancen in Winschoten

Am kommenden Samstag (8. September) findet in Winschoten (Niederlande) mit dem 100 Kilometer-World Cup sowie der gleichzeitig ausgetragenen Europameisterschaft auch die Senioren-WM im 100 Kilometer-Lauf statt. Rund 130 Ultramarathonläuferinnen und -läufer sind für die Teilnahme an dieser Meisterschaft gemeldet. Von den 30 deutschen Seniorinnen und Senioren besitzen einige gute Chancen, vordere Ränge zu belegen. Gemäß einer Vereinbarung zwischen der IAU (International Association of Ultrarunners) sowie der WMA (World Masters Athletics) finden alle zwei Jahre Senioren-Weltmeisterschaften im 100 Kilometer-Lauf statt, die gemeinsam mit dem jährlich veranstalteten 100 Kilometer-World Cup ausgetragen werden.
Aufgrund der Teilnahme von Nationalmannschaften aus beinahe 30 Ländern ist, im Gegensatz zur letzten Austragung in Bariloche, diesmal für ein hochkarätiges Starterfeld gesorgt. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, dass Ultramarathonläuferinnen und -läufer in den meisten Fällen bereits den Seniorenaltersklassen angehören. Dies ist bei der für World Cup und EM gemeldeten DLV-Nationalmannschaft auch diesmal nicht anders: Birgit Schönherr-Hölscher (PV Tria Witten), Marion Braun (SV Germania Eicherscheid), Simone Stöppler (SSC Hanau-Rodenbach), Martina Groß (MTV Kronberg), Barbara Mallmann (LG Ahlen) bei den Frauen sowie Jörg Hooß (LTF Marpingen), Thomas König (SuL Lößnitz), Sven Kersten (SCC Berlin), Helmut Dehaut (VT Zweibrücken), Christian Grundner (SG Neukirchen-Hülchrath) bei den Männern – sie alle gehören Altersklassen von W/M35 bis W50 bzw. M45 an.
Die größten Erwartungen im Hinblick auf eine Top-Platzierung ruhen hier auf Marion Braun (W50), der Deutschen 100km-Vizemeisterin des laufenden und vergangenen Jahres und ältesten in der DLV-Nationalmannschaft nominierten Ultramarathonläuferin. Auch Martina Groß, die in diesem Jahr bereits den 100 Kilometer-Lauf in Biel (Schweiz) gewinnen konnte, besitzt gute Chancen, sich in der W45 weit vorne zu platzieren. Bei den Läufern des Männer-Nationalteams ruhen die Hoffnungen in dieser Hinsicht auf Helmut Dehaut (M45), der für seinen ersten internationalen Einsatz nominiert wurde und in den zurückliegenden Wochen mit ausgezeichneten Wettkampfleistungen auf sich aufmerksam gemacht hat.
Starke deutsche Senioren treten aber auch außerhalb der DLV-Nationalmannschaft an. Hier darf man besonders auf das Abschneiden von Dr. Bernd Juckel (SG Neukirchen-Hülchrath), dem amtierenden Deutschen Seniorenmeister der M55, sowie Gerhard Roth (TV Haibach), der 2006 den Titel des Deutschen Seniorenmeisters der M60 errang, gespannt sein. Bei den Frauen kann Maria Bak (MTP Hersbruck), die den Lauf in Winschoten im Vorjahr gewann, als heiße Medaillen- und Titelanwärterin in der AK W45 gelten.  Es ist also nicht nur im Rahmen von World Cup und EM für Spannung gesorgt, wenn am kommenden Samstag um 10 Uhr der Startschuss in Winschoten fällt.(05.09.07)

Vor der Masters-WM: Letzter Formtest beim Sportfest des TV Bürstadt

Bei sommerlichen Temperaturen veranstaltete der südhessische TV Bürstadt am vergangenen Samstag sein alljährliches Sportfest.  Bei den gemischten Wettkämpfen mit getrennter Altersklassenwertung fanden sich  viele Seniorinnen und Senioren ein, um sich einem letzten Formtest für die bevor stehende Masters-WM in Riccione (Italien) zu unterziehen. Es gab eine Reihe herausragender Leistungen. So lief Petra Kauerhof ((W45/LAZ Obernburg/Miltenberg) die Stadionrunde in hervorragenden 60,63 Sek. Damit kam sie zwar nicht ganz an ihre Jahresbestleistung aus Pfungstadt von 60,49 Sek. heran, aber die amtierende Deutsche Meisterin W45 zählt damit zum Favoritenkreis für die WM. Im 100 m-Lauf lief sie gute 13,02 Sek. Konkurrentin Ulrike Görling (W45/MTG Mannheim) fährt zwar nicht zur WM, unterstrich aber mit der neuen Deutschen Jahresbestzeit von 12,66 Sek. über 100 m, die gleichzeitig auch neuen Badischen Rekord bedeuteten, dass sie wieder zur alten Stärke gefunden hat. Am darauf folgenden Tag wurde in Flein bei Heilbronn ein weiterer Rekord vom Wind vereitelt, der einen Tick zu stark blies (12,60 Sek./+2,1).
In WM-Form präsentierte sich auch der Deutsche Meister M70, Bruno Kimmel (TSV Speyer). Er haderte zunächst mit seiner 100-m-Zeit von 13,58. Aber nachdem er feststellte, dass ihm der Wind mit 1,5 m/Sek. entgegen geblasen hatte, war er dann doch wieder sehr zufrieden. Auch der DM-Dritte Klaus Riesenacker (TSG Seckenheim) blieb mit 13,86 Sek. deutlich unter 14 Sek.
Schnell unterwegs, trotz Gegenwind, war Werner Groß (TUS Eintracht Wiesbaden/M65) sowohl über 100 m in 13,50 Sek., als auch über 200m in 27,57 Sek. Marcus Schell (TV Waldstrasse Wiesbaden/M35), der DM-Bronze in Zittau gewonnen hatte, sprintete über 400 m 54,04 Sek. und siegte damit vor Rainer Ringel (LG Eintracht Frankfurt) der 54,78 Sek. benötigte. Dessen Vereinskamerad Curtis Ripy (M40) kam über die gleiche Distanz auf starke 52,23 Sek.Bei den 60jährigen Herren legte Walter Busenbender (LG BEC) die 400 m in 60,72 Sek. zurück.Der amtierende Deutsche Weitsprungmeister Heinz Wondra (M55/LG BEC), ließ auch in Bürstadt nichts anbrennen und kam auf eine Weite von 5,46 m.Wolfgang Mann (M60/LG BEC) zeigte seine Sprungqualitäten im Hochsprung mit 1,45 m und im Weitsprung mit 5,04 m.
Eine gute Vorstellung bot in der AK M70 Gustav Stähle (Vfl Bad Kreuznach) im Hochsprung. Der Bronzemedaillist von Fulda übersprang 1,35 m. In der gleichen Alterklasse glänzte Lothar Fischer (TG Waldsee) in den Wurfdisziplinen. Im Kugelstoßen erreichte er eine Weite von 11,14 m und den Diskus schleuderte er auf 35,98 m. Dieter Krumm (LAC Quelle Fürth/München) stieß die Kugel auf sehr gute 12,76 m.
Auch Mehrkämpferin Karin Schmitt (W55/USC Mainz) überprüfte noch einmal ihre Form vor der Abreise nach Italien und kam im Kugelstoßen auf 11,41 m. In der gleichen Altersklasse freute sich Elke Hasenstab aus Aschaffenburg über ihre guten 2:48,65 min. im 800 m Lauf. Die Kugel von Adrian Ernst (USC Mainz / M40) landete bei 13,44 m und auch im Diskuswerfen erzielte er mit 41,62 m eine gute Weite. Zweiter im Kugelstoßen M40 wurde Andreas Helbig (LG Viernheim) mit 12,08 m. Gut gerüstet für seine WM-Premiere in Riccione ist auch Bernd Rose vom ausrichtenden TV Bürstadt, der in der AK M45 das Diskuswerfen mit 41,80 m gewann und die Kugel mit 12,70 m auf persönliche Jahresbestleistung stieß. Der Bürstädter Ernst Becker konnte seine Sprintqualitäten indes nicht zeigen, da er dieses Mal, wie viele andere Vereinskollegen mit organisatorischen Dingen beschäftigt war. Ein Lob an dieser Stelle dem TV Bürstadt für den reibungslosen Ablauf und die nette Atmosphäre. (05.09.07)
 

DM Halbmarathon in Bad Liebenzell: Irina Mikitenko (W35) siegt mit Weltklassezeit

Einmal mehr passte bei der DM im Halbmarathon am Sonntag fast alles. Die engagierten und professionellen Organisatoren im Schwarzwaldstädtchen Bad Liebenzell um Fritz Sander hatten alles im Griff. Der Vorsitzende des Leichtathletikkreises Calw, der schon in den siebziger Jahren unzählige Volksläufe veranstaltet, hatte erneut wie 2004 ein fast perfekte DM oganisiert wieder fast alles.
Nach dem Lauf der Männer und Junioren gingen um 11.30 Uhr die Frauen und Seniorinnen (158 im Ziel) zusammen mit den männlichen Senioren (268 im Ziel) an den Start. Schon nach zwei Kilometern hatten sich Eduard Scherer (*1966, LAV Asics Tübingen), Sieger der M40 in 1:10:43, Jürgen Theofel (*1958, FV Wallau), Sieger der M45 in 1:11:31, Peter Maier (*1963, Sparda Team Rechberghausen) 3. M40 in 1:12:45 und zwei weitere Senioren etwas abgesetzt. Die Wattenscheider Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) folgte mit deutlichem Abstand und hatte 8 Männer in ihrem Schlepptau, darunter Werner Bauknecht (*1953, LAV Asics Tübingen), der Sieger der M50 in 1:14:24. Die Hauptklassenläuferinnen Stefanie Beckmann (*1979, LG Leinfelden-Echterdingen), erstmals Vizemeisterin in 1:15:58 lag hier schon auf Position 2, wenige Meter vor Romy Spitzmüller (*1981, LAZ Leipzig), die in 1:16:33 Platz 3 bis ins Ziel halten konnte.
Nach der ersten großen Runde hatte sich Irina Mikitenko schon nach vorn orientiert und zog Reimund Hobmaier (*1962, Post-Telekom SV Rosenheim), der als dritter Mann in 1:11:56 einlief und Theofel hinter sich her. Schließlich ließ sie alle Männer mit 40 Sekunden Vorsprung deutlich hinter sich und gewann in der Weltklassezeit von 1:10:03. Frisch aus dem Trainingslager im Engadin an die Nagold geeilt, nahm die gebürtige Kasachin das Rennen vielleicht etwas zu defensiv auf. Sie fühlte sich unterwegs blendend und verpasste ihre persönliche Bestzeit vom Frühjahr in Berlin, wo sie Zweite geworden war, nur um 17 Sekunden. Mikitenko war anschließend voll des Lobes über die schnelle Liebenzeller Strecke und würde "gern einmal wiederkommen", wie sie dem laufverrrückten Liebenzeller Bürgermeister Volker Bäuerle bei der Siegerehrung verriet. Beim Berlin-Marathon in ein paar Wochen kann die Marathondebutantin, die mit 31:28 über 10 Kilometer Straße und 14:54 über 5 000 Meter zwei deutsche Bestmarken hält, vielleicht eine Endzeit im Bereich von 2:25 Stunden erreichen.
Hinter den ersten drei Frauen behauptete Veronika Ulrich (*1968, LG Neuisenburg – 1:18:02) Rang vier; es folgte Submasterin Jutta Brod (*1973, TV Konstanz -1:18:27), Sechste wurde Birgitt Bohn (*1971, Spiridon Frankfurt – 1:18:43) vor Marion Jacobs (*1970 SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken – 1:18:52). Mit Katharina Kaufmann (*1961, LG Domspitzmilch Regensburg – 1:20:57) gewann die Favoritin die W45. Ute Philippi (*1963, LAV Asics Tübingen – 1:22:24) sorgte in der W40 für den dritten Einzeltitel der Tübinger Dieter-Baumann-Truppe bei dieser DM. Die Tübinger waren überhaupt der erfolgreichste Verein der Meisterschaft, was die Medaillenplätze betrifft. Neben drei Einzelsiegen gewannen sie auch die Teamwertung der M40 und schafften 4 Silberplätze in der W35/40, der M45, der M50 -hier nur 4 Sekunden hinter TG Viktoria Augsburg- und der M60.
Einen großen Erfolg verbuchte Angelika Ilzhöfer (*1957, LG Rems Welland – 1:28:24) mit dem W50-Sieg verbuchen. Liane Muschler (*1953, SC DHFK Leipzig – 1:30:12), die Siegerin der W55, ist dagegen schon seit vielen Jahren auch international eine Bank. Anja Ritschel (*1946, TV Waldstraße Wiesbaden – 1:38:22) und Helga Walker (*1941, TV 1893 Rheinau – 1:46:09) dominierten die W60 beziehungsweise W65, während Renate Schmideder (*1934, LG Leinfelden-Echterdingen – 2:27:38) wie so oft als einzige der W70 das Ziel erreichte. Manfred Dormann (*1950, TV Bad Brückenau – 1:18:46) gewann die im Vorderfeld stark besetzte M55 und Manfred Hartung (*1947, LC Michelstadt – 1:22:38) hatte gut eineinhalb Minuten Vorsprung in der M60. Horst Backes (*1939, SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken – 1:28:54), Karl Engeländer (*1937, LG Welfen – 1:30:04) und Edmund Schepp (*1931, TuS Rambach – 1:41:10) heißen die Sieger der M65, M70 und M75.
Die stimmungsvolle Siegerehrung auf dem Liebenzeller Marktplatz zog sich durch die gleichzeitige Auswertung von 4 (!) verschiedenen Meisterschaften reichlich hin. Denn neben der nationalen Wertung gab es eine Baden-Württembergische Meisterschaft für Aktive und Junioren. Weil die beiden Verbände WLV und BLV trotz vielfältiger Versuche immer noch keine gemeinsame Seniorenmeisterschaften zustande bringen und die badischen und die württembergischen Altersläufer getrennt geehrt werden mussten. So zogen sich die eigentlich zügig vorgenommenen Ehrungen über weit mehr als zwei Stunden hinaus und die Reihen der Zuschauer lichteten sich doch zusehends .
Probleme mit falsch programmierten Leihchips und die schwierigen Mannschaftszusammenstellungen warfen bei den letzten Auswertungen doch noch einen kleinen Schatten auf eine sonst makellose Veranstaltung. Bei der Meldung angebebene Herunterstufungen für die Mannschaft wurden teilweise nicht vorgenommen. Kompliziert wurde es noch dadurch, dass bei den Landesmeisterschaften eine andere Regelung galt, bei der man trotz Tiefermeldung in der eigenen Altersklasse starten durfte. So konnten die letzten Ehrungen nicht mehr durchgeführt werden. Fast alle Ergebnisse wurden aber noch am späten Abend berichtigt auf der Homepage des Württembergischen Leichtathletikverbandes veröffentlicht.
Alle DM-Resultate... (Quelle der umfanreiche Bericht von Günter Krehl im LaufReport, 04.09.07)


DM Halbmarathon in Bad Liebenzell: Baustelle in Pforzheim behindert Anfahrt

Die Anfahrt zur Deutschen Meisterschaften Halbmarathon am 02.September 2007 in Bad Liebenzell ist nicht ganz einfach. Aufgrund der Baustellensituation in Pforzheim bittet der Württembergische Leichtathletikverband, ausreichend Zeit für die Fahrt nach Bad Liebenzell einzuplanen und gibt folgende Tipps:
• Aus Richtung Karlsruhe: (Aufgrund der Bauarbeiten in Pforzheim bitte folgendermaßen anfahren)
Über die B294 nach Höfen an der Enz, von dort über die L343 nach Schömberg und weiter nach Bad Liebenzell
oder über die L562 nach Schömberg und die L343 nach Bad Liebenzell
[Karte]
• Aus Richtung Norden, Osten und Süden:
über die A81, Ausfahrt Böblingen-Hulb, weiter über die L1182 nach Weil der Stadt, auf der L343 über Möttlingen und Unterhaugstett weiter nach Bad Liebenzell
[Karte]
(01.09.07)


M65: Röcken glänzt in Altena mit zwei Weltbestleistungen

Am Freitag fand in Altena am Pragpaul der Einweihungswettkampf der neuen Wurfanlage statt. Trotz des schlechten Wetters fanden immerhin 16 Aktive den Weg nach Altena. Alle Athleten waren sehr begeistert von dem neuen Ringbelag, der insbesondere für die Hammer- und Gewichtwerfer, eine perfekte, schnelle Oberfläche hat. Und das zeigte sich direkt bei den erzielten Ergebnissen. Hans Röcken (*1940, LG Plettenberg-Herscheid) stellte bei der ersten Disziplin, dem Gewichtwurf, einen neuen Weltrekord in seiner Altersklasse M65 auf. Er schleuderte das 9,08kg schwere Gewicht auf 20,37m und verbesserte den bestehenden Rekord von 20,18m, den der US-Amerikaner Edward Burke am 01.10.2006 in Las Vegas aufgestellt hatte.
Damit nicht genug: Ein weiterer Weltrekord gelang ihm noch im M65-Hammerwurf. Dort warf allerdings den 6kg schweren Hammer; normalerweise wirft diese Altersklasse mit dem 5kg Hammer. Röcken stellte einen neuen Weltrekord von 45,53m auf und verdrängte damit den bisherigen Rekordinhaber Aarne Miettinen aus Finnland, der die alte Rekordweite vor mehr als 27 Jahren am 06.08.1980 geworfen hatte.
(01.09.2007)


TUE-Anträge - wohin denn jetzt?

Überraschend weist der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) in seinem neuen Antidoping-Newsletter vom 1.9.07 seine Athleten darauf hin, dass medizinische Ausnahmegenehmigungsanträge für die Anwendung von grundsätzlich verbotenen Substanzen nicht (mehr) an den DLV gerichtet werden dürfen und von dort auch nicht (mehr) an die Genehmigungsstelle weitergeleitet werden. Der DLV bearbeitet die so genannten Therapeutic Use Exemption - Standard Application Form (TUE) bzw. WMA Therapeutic Use Exemptions - Standard Application Form [International] bzw. die vereinfachte Form (ATUE) nicht mehr und hat hat sich damit ankündigungslos aus der Bearbeitung der TUE-Anträge völlig zurückgezogen. Es heißt im Newsletter:
„An den DLV übersandte Anträge auf medizinische Ausnahmegenehmigung werden nicht an die dafür zuständigen Stellen weitergeleitet. Es ist daher besonders wichtig darauf zu achten, an wen der Antrag gesandt werden soll und dass er auch dorthin geschickt wird. Insbesondere die ADKS kann keine Verantwortung dafür übernehmen, dass beim DLV eingehende Anträge letztendlich sowohl zum richtigen Zeitpunkt als auch an der richtigen Stelle eingehen. Dafür bitten wir um Verständnis. Hier noch einmal die Faxnummern und E-Mail-Adressen der zuständigen genehmigenden Stellen:
IAAF Medical and Anti-Doping Department (internationale Wettkämpfe Aktive)
Fax: +377 93 50 83 95 - E-Mail:tue-application@iaaf.org
NADA (Nationale Wettkämpfe Aktive und Senioren), Heussallee 38, 53113 Bonn, Fax: 0221 81292-29
E-Mail: marlene.klein@nada-bonn.de
WMA (internationale Wettkämpfe Senioren)
Prof. Dr. Karri Wichmann, Helsinki, Fax: 00358-9-621 3379.

Etwas anderes ergibt sich aus den zu verwendenden Formularen selbst, und zwar aus dem deutschen „NADA-Formular“, das sowohl für nationale als auch internationale Ausnahmegenehmigungen gilt - bei Senioren also auch für diejenigen, die die WMA erteilt („Ich beantrage die Genehmigung der NADA oder der international für mich zuständigen Anti-Doping Organisation/Fachverbandes für die therapeutische Anwendung einer Substanz aus der „Liste der verbotenen Substanzen und Methoden“ der WADA.“) Dort heißt es nämlich: Bitte übersenden Sie nur vollständige Anträge an die NADA oder Ihren Fachverband.
Antidopingexperte Rüdiger Nickel von der Athletenvereinigung proMASTERs gibt mit Blick auf den Antidoping-Newsletter des DLV diesen aktuellen Tipp: "Jeder Seniorenathlet sollte die Ausnahmegenehmigungsanträge nur noch richten an die NADA (nationale Ausnahmegenehmigungsanträge) oder für internationale Ausnahmegenehmigungsanträge an Prof. Karri Wichmann für die WMA und sich nicht nur auf das verlassen, was in den Formularen selbst steht. Denn der DLV will seiner, sich aus den Formularen selbst ergebenden Verpflichtungen wohl nicht mehr nachkommen, die Formulare weiterzuleiten." Rüdiger Nickel: "Lieber nicht auf die Richtigkeit der Formulare vertrauen, sonst kann’s passieren, dass der Antrag in den Schubladen der DLV-Anti-Doping-Koordinierungsstelle schmort!" und der Hanauer Rechtsanwalt setzt hinzu: "Schade, dass durch solche Informationspolitik die Senioren wieder eher verunsichert als korrekt und widerspruchsfrei informiert werden." (01.09.2007, update 22.09.07)


Osaka VIII:
Süddeutsche Zeitung:
Jede Menge Doping-Indizien: 10% der Getesteten mit auffälligen Blutwerten

Vor dem Nagai-Stadion von Osaka hat auch die Kunst ihr Bild vom Sport hinterlassen. Ein japanischer Ausrüster hat Plakate zeichnen lassen, und nun sieht man an den Wänden Figuren mit überdimensionierten Oberschenkeln rennen und monsterähnliche Gestalten mit kleinen Köpfen den Hammer werfen. Die Bilder sind Zeugnisse einer Science-Fiction-Phantasie, in der Athleten entschlossene Supermänner sind und muskelverformte Zukunftswesen, und wahrscheinlich entsprechen sie jener Faszination, die der Sport auf viele Vertreter eines abstrakten Weltverständnisses ausübt. Der Mensch in seiner überzüchteten Version ist ein Leitmotiv der Comic-Kunst, auch Schriftsteller und Maler erliegen leicht der Ästhetik des Wahnsinns. Oder ist es Zufall, dass viele Künstler in der Freigabe des Dopings eine Lösung sehen?
Eine Leichtathletik-WM allerdings ist etwas Konkretes, und wenn einem die Figuren auf den Plakaten leibhaftig über den Weg laufen, wird aus dem ästhetischen Vergnügen schnell Horror. Der deutsche Bundestrainer Jürgen Mallow zum Beispiel hat schon so seine Beobachtungen gemacht in Osaka, außerdem wundert er sich über manch sagenhafte Leistungssteigerung. Namen nennt er keine. Und er will auch nicht die schlechte deutsche Praxis wiederbeleben, den Sportbetrug anderer als Alibi zu verwenden und damit die eigene Doping-Mentalität anzuzeigen. Mallow sieht halt, dass Doping da ist, und es ärgert ihn, dass er dabei niemanden freisprechen kann, aber auch niemanden wirklich anklagen darf. "Das ist die Crux", sagt er, "dieses Herumtappen im Nebel." Der Ableiter für seinen Ärger ist das Antidoping-System des Weltverbandes IAAF. "Das Netz, das wir jetzt haben, ist zu grobmaschig, da schwimmen alle Athleten durch", sagt Mallow, was wiederum einen anderen ärgert.
Juan Manuel Alonso ist der Chef der medizinischen Kommission in der IAAF, ein freundlicher Spanier, der grundsätzlich findet, man solle nicht zu viel über Doping reden.Trotzdem muss er Verständnis haben für die Fragen zum Thema, also stellt er sich ihnen und verteidigt seinen Verband, so gut es geht. Seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen, bei denen die Leichtathletik ständig in den Dopingschlagzeilen auftauchte, hat die IAAF ihr Antidoping-Büro von fünf auf elf Mitarbeiter erweitert, hat sich von Bluttest-Experten wie dem Schweden Bengt Saltin beraten lassen und ihre Zielkontrollen verschärft. "Wir haben immer gesagt, dass wir nicht perfekt sind", sagt Alonso, "aber wir verfeinern und verfeinern. Es ist nicht einfach. Wir arbeiten gegen ein großes Monster, und dieses Monster hat ihre Wurzeln in der Mafia und der Pharmaindustrie."
„Alonso hält die Leichtathletik für "ziemlich sauber". Aber ob er das selbst glaubt? Die IAAF will ihre Leichtathletik so sauber wie möglich aussehen lassen, das ist auch der Grund, weshalb sie anders als etwa der Internationale Skiverband keine Schutzsperren für Athleten verhängt, die sich mit erhöhten Blutwerten einer Mischung aus Gesundheitsrisiko und Dopingverdacht aussetzen. Alonso ist dieser Politik verpflichtet. Zu den fehlenden Schutzsperren sagt er: "Wir könnten die IAAF damit in juristische Probleme bringen, und wir wollen im Antidopingkampf vorankommen, nicht Probleme schaffen."
Dabei deuten gerade die Ergebnisse der jüngsten Bluttests an, wie verseucht die WM ist. Alonso hat erhöhte Konzentrationen des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) gesichtet und niedrige Zahlen junger roter Blutkörperchen (Retikulozyten), was auf Blutdoping schließen lässt und die Fahnder zu Urintests auf Epo veranlasste. Keine Panik, sagt Alonsos Miene. Es seien nur wenige auffällig, zehn Prozent der Getesteten, und die Werte auch nicht stark erhöht: Sie lägen zwischen 17,5 und 18,0 Gramm/Deziliter Hämoglobin. 17,5 ist für die IAAF nicht erhöht. Für die Ski-Langläufer beispielsweise liegt die Obergrenze bei 17,0.
Natürlich weiß Alonso, dass man das auch dramatischer sehen kann. Schließlich sind zehn Prozent doch nicht so wenig, und dass die Werte nur knapp erhöht sind, könnte auf die gängige Praxis unter Athleten hinweisen, sich an unauffällige Werte heranzudopen. Auch die null Positivtests bisher bei der WM sagen wenig: Es gibt genügend verbotene Substanzen, die nicht nachweisbar sind. Aber mit der Dunkelziffer kann sich Alonso nicht öffentlich befassen. Ob auf Wachstumshormone getestet wird? Nein, sagt er, die Methode sei von der Welt-Antidopingagentur Wada ja noch nicht freigegeben. "Aber wir werden das Blut aufbewahren und den Test auf Wachstumshormone in ein, zwei Monaten nachholen. Denn es scheint, als hätte die Wada in ein, zwei Monaten ein valides Testverfahren." Wenn das stimmt, könnte der Skandal zur WM erst im Herbst folgen.
Es gibt viele Facetten des Dopingthemas in Osaka, eine diskutiert Großbritannien seit Mittwoch, als Christine Ohuruogu 24 Tage nach Ablauf ihrer einjährigen Sperre wegen dreier verpasster Kontrollen 400-Meter-Weltmeisterin wurde und dabei ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine halbe Sekunde auf 49,61 Sekunden verbesserte. Schon hat Premierminister Gordon Brown seine Glückwünsche entboten, und weil die schnelle junge Dame schon vor der Regelverletzung ein britisches Gesicht für Olympia 2012 in London werden sollte, wird Großbritanniens Olympisches Komitee wohl eine Ausnahme von der Regel machen, dass Athleten, die gegen die Dopingregeln verstoßen haben, nie mehr bei Olympia starten dürfen. Die Sportlerin selbst hält sich ohnehin für ein Opfer. Christine Ohuruogu sieht zwar nicht aus wie eines dieser hochgezüchteten Zukunftswesen vom Plakat. Dafür kann man in ihrem Fall sehen, wie willkürlich der Kampf gegen das Monster im Sport ist.
(aus Süddeutsche Zeitung (Thomas Hahn), 31.08.07)


Osaka VII: Drittes WM-Bronze in Folge für Steffi Nerius (W35)

Speerwerferin Steffi Nerius (*1972, TSV Bayer 04 Leverkusen) und Platz drei scheinen eine erfolgreiche Kombination zu sein: Mit 64,42 Metern hat die Olympia-Zweite nach 2003 in Paris (Frankreich) und 2005 in Helsinki (Finnland) ihr drittes WM-Bronze in Folge gewonnen. Damit setzte die Leverkusenerin ihre seit 2002 anhaltende Serie, alle internationalen Titelkämpfe mit Edelmetall beendet zu haben, erfolgreich fort. „Ich bin sehr glücklich“, erzählte Nerius nach dem Gewinn ihrer sechsten Medaille bei globalen und kontinentalen Meisterschaften. Dabei fand die Weltcup-Siegerin zu Beginn nur schwer in den Wettbewerb, denn mit drei Würfen unterhalb der 60-Meter-Marke erreichte sie die Runde der letzten Acht denkbar knapp. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich auf meine alten Tage in einem Finale nochmal so zittern muss“, sagte die 35-Jährige und fügte hinzu: „Dabei wusste ich nach den Würfen nicht einmal, was ich falsch gemacht hatte.“
Im vierten Durchgang gelang der erfahrenen Athletin schließlich vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Trainer Helge Zöllkau der entscheidende Wurf, der sie auf den Bronzerang brachte. Anschließend präsentierte sich Nerius mit den Worten „Danke Osaka“ in japanischer Schrift auf ihrem Stirnband und kommentierte: "Das war meine schwierigste Medaille der letzten Jahre."
Speerwurf-Weltmeisterin wurde die Tschechin Barbora Špotáková. Sie steigerte den Landesrekord innerhalb des Finales gleich zweimal auf zuletzt 67,07 Meter. Silber mit 66,46 Metern holte sich wie schon vor zwei Jahren Christina Oberföll (LG Offenburg). ie dritte Deutsche im Finale, Linda Stahl (TSV Bayer 04 Leverkusen), erreichte ihr Ziel, den Endkampf. Am Ende wurde die U23-Europameisterin mit 61,03 Metern Achte.
(Quelle, 31.08.07)


Vorschau: 3. Hallen-Senioren-WM 2008 in Frankreich
Meldeschluss ist der 11. Januar

Die 3. Senioren-Weltmeisterschaften unter dem Hallendach nach Sindelfingen (2004) und dem österreichischen Linz (2006) finden im kommenden Jahr im französischen Clermont-Ferrand statt - in der Woche vor Ostern von Montag (17. März bis Samstag ( 22. März 2008). Außer den Hallenwettkämpfen finden fast schon traditionell die Winterwurfmeisterschaften, der 8-Kilometer-Crosslauf, das Straßengehen über 10km und der Halbmarathon statt.
Auf der noch rudimentären Internetseite des Veranstalters ist inzwischen auch ein erster, grober Zeitplan in deutscher Sprache zu finden, der bei der Reiseplanung helfen kann.
Der Meldeschluss für die WM ist erneut sehr früh und wurde auf Freitag, den 11. Januar 2008 (beim nationalen Verband, für deutsche Athleten also beim DLV in Darmstadt eingehend) festgelegt. Darauf weist der DLV hin. Kein "Novum" gibt es für Nachzügler, wie der DLV mitteilt. Aber wie bei der WM in San Sebastian haben sie eine offizielle zweite Chance. Denn Nachmeldungen werden mit einem Extrameldegeld von 50,- Euro noch bis zum 11. Februar 2008 entgegen genommen.
(Quelle www.leichtathletik.de, 30.08.07)


Antidoping: Sensationeller proMASTERs - Findex

Darauf haben die Leichtathletik-Seniorinnen und Senioren schon lange gewartet: eine Nachschlagemöglichkeit über verbotene Substanzen und Methoden. Bislang konnten die Athleten nur über langwierige Suchaktionen herauszufinden versuchen, ob Mittel "A" auf der verbotenen Liste steht oder nicht. Diesem uneffektiven Suchsystem ist nun Rüdiger Nickel, EVAA- und proMASTERs-Anti-Doping-Beauftragter und Herausgeber des Anti-Doping-Handbuchs, entgegengetreten.
In mühevoller Kleinarbeit hat der Rechtsanwalt aus Hanau die verbotenen Substanzen und Methoden aufgelistet -und zwar alphabetisch. Damit kann sekundenschnell unter dem entsprechenden Buchstaben nachgesehen werden, ob der Athlet "auf der sicheren Seite" ist. ProMASTERs veröffentlicht noch rechtzeitig vor den Weltmeisterschaften in Riccione diese Antidoping-Liste, die als pdf-Datei herunterzuladen ist und für die proMASTERs das copyright hat.
Nach der WM in Riccione wird in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Senioren-Leichtathletik-Verband EVAA diese Liste weiter optimiert, so dass der Benutzer schon bei Eingabe des Wirkstoffes ersehen kann, ob Mittel "A" oder "B" verboten ist oder nicht. EVAA-Präsident Dieter Massin wird dem WMA-Council diese neue Liste vorstellen, die weltweit dann die Informationspolitik in Sachen Anti-Doping optimal unterstützt. Zudem bietet sich der EVAA-Präsident Dieter Massin persönlich an, in Riccione vor Ort noch behilflich zu sein, wenn "Athleten auf Grund fehlender Informationen in Problemsituationen kommen" sollten. Massins "Last-minute-Angebot für TUE-Anträge" (so ein Insider) steht allen Athleten offen.
(30.08.07)


Osaka VI: Gold für Diskuswerferin Franka Dietzsch (W 39)

Franka Dietzsch (*1968, SC Neubrandenburg) wurde am fünften WM-Tag von Osaka mit ihrem dritten WM-Gold im Diskuswerfen zur erfolgreichsten Athletin ihrer Disziplin in der WM-Geschichte. Die 39-Jährige gewann mit im ersten Versuch erzielten 66,61 m die dritte deutsche Medaille und Gold vor Russlands 21jähriger Europameisterin Darja Pischtschalnikowa (65,79) und der Kubanerin Yarelis Barrios (63,90).
Zum Altersvergleich: Die Russin wurde 19. Juli 1985 geboren. Damals bereitete sich die am 22. Januar 1968 in Wolgast geborene Franka Dietzsch gerade auf einen Juniorenwettkampf im rumänischen Pitesti vor und warf den Diskus schon auf knapp 57 Meter. Als Pischtschalnikowa ihren ersten Geburtstag feierte, gewann Dietzsch bei der ersten Junioren-Weltmeisterschaft in Athen Silber, und als Pischtschalnikowa in der Vorschule war, nahm Dietzsch 1991 in Tokio an ihrer ersten WM teil. 16 Jahre und Tausende 60-Meter-Würfe später wurde Franka Dietzsch nun zum dritten Mal Weltmeisterin.
"Ich habe bis zum letzten Wurf gezittert. Jetzt bin ich einfach nur glücklich. Ich ziehe das durch bis Olympia", erklärte Franka Dietzsch, die zuletzt den Ansturm der russischen Europameisterin Darja Pischtschalnikowa (65,79) Stand halten musste. Als der Wurf der 2006 bei der EM von Helsinki über Dietzsch siegreichen Rivalin zu kurz geraten war, sprang die Siegerin vor Freude wie eine Gummipuppe auf dem Rasen umher, nahm die Deutschland-Fahne in die Hand und ließ den Tränen wie später bei der Siegerehrung freien Lauf. Damit übertraf die schon 1999 und 2005 siegreiche Neubrandenburgerin, mit neun Teilnahmen seit 1991 Rekord-WM-Teilnehmerin, auch Martina Opitz-Hellmann (Leipzig/1983-87) und ist nun Rekord-Weltmeisterin im Diskusring.
(29.08.07)


Württemberg: Angelika Grißmer (W45) gewinnt Titel aber nicht den Sprint

Beim Nachholtermin für die württembergischen Leichtathletik-Seniorenmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Flein ging aufgrund des Termins mitten in der Ferienzeit ein stark reduziertes Teilnehmerfeld an den Start. Im Mittelpunkt stand dabei der erneute W45-Sprint-Zweikampf zwischen Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz) und der außer Wertung startenden Ulrike Görling (*1962, MTG Mannheim). Die Württembergerin wurde zwar Doppelmeisterin in12,78sec (W:+2,1) über 100m und 26,42sec (W:-0,2) über 200m. Aber in beiden Läufen lag im Ziel Ulrike Görling (*1962, MTG Mannheim) mit 12,60sec bzw. 26,32sec vorn.
64,55sec brachten Martina Kröner (*1960, LG Hohenlohe) unangefochten den 400m-Landesmeistertitel in der W45. Matthias Gerlach (*1965, SG Schorndorf 1846) gewann mit persönlicher AK-Bestweite von 12,18 den M40-Dreisprung, in der M45 lag am Ende Thomas Fichtel (*1962, TG Schwenningen) mit 11,90m vorn. Reinhard Michelchen (*1953, VfL Sindelfingen) zeigte gleich in drei wettbewerben seine Klasse. Er gewann die 100m in 12,23sec (W:+0,4), die 200m in 24,94sec (W:+2,0) und wurde über 400m dann Dritter in 56,83 sec - hier gewann Jürgen Littwin (*1955, TSV Laupheim) in überzeugenden 55,49sec vor Bernhard Grißmer (*1955, VfL Sindelfingen ), der 56,13sec benötigte und anschließend über die 400m Hürden gute 62,15sec lief. Der Laupheimer legte bei seinem Sieg ein hohes Tempo vor und war schon nach der ersten Kurve zu den vor ihm laufenden Konkurrenten aufgelaufen. "War wohl ein bisschen schnell, dachte ich mir, aber ich fühlte mich auch auf der Gegengerade gut", so Littwin. Nach 250 Metern spürte der Laupheimer "eine leise Müdigkeit in den Muskeln aufkommen. Trotzdem kam ich auch auf der Zielgeraden ganz gut durch, ohne den Knüppel aus dem Sack zu packen."
Im M50-Stabhochsprung blieb Roland Hepperle (*1955 LG Neckar-Enz) mit 3,50m deutlich unter seinen Möglichkeiten, zeigte sich aber im Diskuwswurf gegenüber seinen Vorjahresleistung mit der Siegweite von 44,14m gleich um 5 Meter extrem verbessert. In der M 55 gab es drei Titel für den Altersklassenneuling Gert Brenner (*1952, LG Filder) über 100m in 12,63sec (W:0,0), über 200m in 26,05 (W:+0,2)und in 59,52sec über 400m mit drei Zehntel Vorsprung vor Rolf Büttner (*1951, Unterländer LG, 59,82sec), der sich mit Siegen über 800m in 2:18,68min und 1500m (4:40,52) schadlos hielt. Bei den W55-Seniorinnen überzeugte Anita Bayha-Zaiser (*1951, Form Fit Fun Sersheim) über 100m mit starken 14,79seec (W:+0,5), über 200m in 30,81 (W:+1,2) und über 400m in 74,45sec. Die 62,20sec von Bernd Brauer (*1947, TSV Crailsheim) über 400m waren die beste Leistung in der M60, gefolgt von den 5,14m W:0,0) im Weitsprung durch Hansmartin Bez, (*1947, TG Nürtingen). In der M65 siegte Fritz Reichle (*1942, LG Tuttlingen-Fridingen) in 12,99sec (W:+0,6) über 100m und über 200m in 27,11sec (W:+1,3). Walter Müller (*1938, TSV Urach) gewann mit 3,00m den M65-Stabhochsprung.
15,77sec (W:+1,0) über 100m und 33,05sec (W:+1,2) brachten Friderun Kümmerle-Valk (*1940, TS Göppingen) zwei Landesmeistertitel. M70-er Gerhard Heim (*1936, VfB Stuttgart 1893) lief in 71,16sec über 400m eine persönliche Altersklassenbestleistung; in derselben AK gewann über 100m Hans Sautter (*1937, TS Göppingen) in 14,08sec (W:+0,2) und Albert Göggel (*1937, TSV Veringenstadt) sprang 1,33m hoch. Alle Resultate
( 29.08.07


Melitta Czerwenka-Nagel "vorbildliche Saarländerin"

50 Vorbilder für uns alle, so charakterisieren die Frauenbeauftragten im Saarland ihre Wahl der 50 bedeutendsten Frauen des Saarlandes, die sie anlässlich des 50. Geburtstages des Bundeslandes präsentiert haben. Ausgewählt wurden Frauen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Soziales, Kultur und Sport, die Spitzenleistungen erbringen, eine Vorreiterinnen-Rollen oder eine besondere Stelle in einer Männerdomäne einnehmen oder frauenpolitisches Engagement zeigen.
Insgesamt sieben Sportlerinnen befinden sich unter den 50 Frauen, davon sind immerhin drei erfolgreiche Leichtathletinnen. Besonders bemerkenswert ist, dass mit Melitta Czerwenka-Nagel (LAG Saarbrücken) eine Sportlerin gewählt wurde, die "nur" als Seniorensportlerin in Erscheinung tritt, hier aber als IAAF Masters of the Year 2006 internationale Anerkennung findet. Melitta Czwerwenka-Nagel ist mehrfache Seniorenweltmeisterin und Weltrekordlerin, in verschiedenen Laufdisziplinen. Sie begann das Laufen erst mit 48 Jahren, mit 60 bestritt sie den ersten Wettkampf. Insgesamt acht WM-Titel, acht EM-Titel und viele Deutsche Titel wurden ihr zuteil. Noch im Mai wurde sie bei den Senioren-Europameisterschaften in Regensburg im 10 Kilometer-Straßenlauf in 51:23 Minuten wiederum Europameisterin ihrer Klasse.
Die 77-Jährige hat zuletzt eine Meniskusoperation im Juni trainigsmäßig zurückgeworfen und so kann sie nicht ihre Weltmeister-Titel über 1.500 Meter, 5.000 Meter und 10.000 Meter in diesem Jahre im September bei den XVII. Senioren-Weltmeisterschaften in Riccione (Italien) verteidigen.
(aus www.leichtathletik.de, 29.08.07)


Geher-DM in Ahlen: Organisatorisch und sportlich spitze

180 Füße machten am Samstag den Härtetest und die renovierte Laufbahn im Sportpark Nord hielt, was sie versprach. Genau wie die Organisation: Denn bei der 22. in Ahlen durchgeführten deutschen Meisterschaft, den Titelkämpfen der Senioren im 5000 Meter-Bahngehen, spielte das Team um Dieter Massin, Manfred Kreutz und Anne Ronig an Professionalität und Erfahrung aus, was es in den 25 Jahren seit Erbauung des Stadions im Sportpark Nord gesammelt hatte. denn vor genau 25 Jahren wurden in Ahlen die Deutschen Gehermeisterschaften als erste einer langen Reihe von DLV-Meisterschaften in der westfälischen Stadt ausgetragen. Am Samstagnachmittag erreichten dabei einige Sportler einen Platz auf dem Siegertreppchen, die dort auch schon 1982 eine Medaille überreicht bekamen.
Dies gilt vor allem für den Ahlener Lokalmatador Manfred Kreutz (*1965, LG Ahlen). Er siegte 1982 mit der Junioren-Mannschaft seines Clubs und dieses Mal ging er als unangefochtener Sieger seiner Altersklasse M40 die zweitschnellste 5.000-Meter-Zeit der rund 90 Teilnehmer an dieser DLV-Seniorenmeisterschaft. Furios war er gestartet und übernahm gleich von Beginn die Gesamtführung, obwohl in seinem Rennen auch die jüngeren Altersklassen M30 und M35 vertreten waren. Den gesamten ersten Kilometer blieb es bei dieser Konstellation. Die Ahlener Zuschauer waren begeistert von ihrem "Manni". Doch dann schloss Steffen Borsch vom FSV Köthen die Lücke und ging direkt zum Angriff über. Wenige Runden konnte Kreutz dem M30-Athlet folgen. Dann musste er abreißen lassen. Die letzten Runden absolvierte er allein. „Natürlich hätte ich gerne den Gesamtsieg errungen", erklärte der Ahlener nach der Überquerung des Zielstrichs. Ihm blieb mit 22:42,14 min die zweitschnellste Zeit.
Schnellster war wie erwähnt nur der Jüngste, M30-Sieger Steffen Borsch (FSV Köthen), mit 22:17,84 Minuten. Beeindruckend auch die beiden ehemaligen Nationalmannschaftsgeher und vielfachen Seniorenmeister Gerhard Weidner (*1933, LG Salzgitter, Sieger M70 in 29:19,44 min) und Karl Degener (*1943, DJK Sparta Langenhagen, Sieger M60 in 27:26,00 min); auch Degener war bereits vor 25 Jahren dabei.
In den Frauen-Wettbewerben setzten sich Barbara Primas (*1965, TSG Esslingen; 26:43,04 min) bei den jüngeren Seniorinnen und Annelore Werner (*1948, TV Groß-Gerau; 29:45,86 min) in der W55 durch. Die zweite Goldmedaille für das Geher-Team des TV Groß-Gerau sicherte sich überraschend Brigitte Patrzalek (*1958, TV Groß Gerau). In 33:09,38 Minuten gewann sie in der Konkurrenz der W45 mit knapp fünfzig Sekunden Vorsprung souverän.
Mit ihrer langen Erfahrung in der Durchführung von DLV-Titelkämpfen hatten die Ahlener Organisatoren auch für diese vom Teilnehmerfeld gesehen eher kleine Meisterschaft ein optimales Umfeld vorbereitet. Live-Fanfaren zu jeder Siegerehrung und eine stimmungsvolle Kulisse kennen die Senioren-Geher und -Geherinnen sonst nicht von ihren Wettkämpfen und waren genauso begeistert wie DLV-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke.
Gerhard Weidner, der Nestor der deutschen Geher, hatte denn auch am Ende der Veranstaltung nur Lob zu verteilen: „Das ist eine der besten Veranstaltungen, die ich je besucht habe. Und ich kann das beurteilen", erklärte der 74-jährige Athlet, der schon bei den Olympischen Spielen 1972 in München dabei war (Platz 6). Seit 45 Jahren ist er inzwischen bei nationalen und internationalen Gehwettbewerben am Start und lobte Ahlen für die tolle Anlage und die reibungslose Organisation über den grünen Klee. Der von ihm gesammelte weitere Titel könnte sein letzter gewesen sein; denn am Rande der Bahn wurde gemunkelt, dass der Geher aus Salzgitter langsam aufhören wolle. In der M75 wolle er nicht mehr antreten. Er sagt leise Servus und wird mit dem Satz zitiert, jetzt sei es gut gewesen...
Die DM-Ergebnisse (pdf)
(Quellen www.leichtathletik.de, Ahlener Zeitung, 28.08.07)


Osaka V: Doping-Attacken bei der "schmutzigsten WM"

Die Diskussion um massives Doping bei der Leichtathletik-WM in Osaka ist eröffnet. Kelly Sotherton (GB), WM-Dritte im Siebenkampf, attackiert die WM-Zweite Ludmilla Blonska wegen deren Doping-Vergangenheit: "Wir unterstützen keinen Betrüger. Sie hat einmal betrogen, wer sagt, dass sie es nicht wieder tut?" Blonska fällt in Osaka vor allem durch ihre extrem raue Stimme und die unglaublichen persönlichen Bestleistungen auf. Die Ukrainerin war schon von 2003 bis 2005 wegen der Einnahme von anabolen Steroiden gesperrt.
Und IAAF-Anti-Doping-Direktor Gabriel Dolle unterstützt die Angriffe von Kelly Sotherton: "Wir sind nicht naiv. Wenn es keine positiven Tests gibt, heißt das nicht, dass keine Doper unterwegs sind." Vor und während der 11. Leichtathletik-WM sind bereits 558 Doping-Kontrollen im Training und nach den Wettkämpfen vorgenommen worden und: "Alle Tests sind negativ gewesen", erklärte der IAAF-Funktionär offiziell in Osaka. 320 unangekündigte Kontrollen seien dabei bei Athleten vorgenommen worden, die sich auf die WM vorbereitet haben. 180 Test sind während der Welttitelkämpfe durchgeführt worden. Bis Ende der WM sind weitere 500 Kontrollen geplant. Von den insgesamt 558 vorgenommenen Kontrollen bei 500 Athleten waren 195 Urin- und 363 Bluttests, die vor allem bei Ausdauersportlern Sinn machen. Seit Anfang des Jahres hat die IAAF weltweit bisher 1200 Topathleten getestet. Dabei steht die intelligente Fahndung nach Sportbetrügern im Vordergrund. "Diese 1200 Tests sind alles Zielkontrollen, die sich an dem internationalen Veranstaltungskalender orientieren oder bei den manchmal gezielt Athleten verfolgt werden", sagte Dolle.
Der scheidende IAAF-Vizepräsident Prof. Helmut Digel spricht von Netzwerken, die immer noch nicht zerstört sind. In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" sagte der Tübinger Sportwissenschaftler, in Deutschland hätten zumindest die Trainer begriffen, dass ihre Kompetenz in Frage gestellt würde, wenn ein Athlet durch chemische Substanzen manipuliere. "Dadurch ist der Betrug des Athleten weniger wahrscheinlich geworden. Unsere Leichtathletik ist wohl nicht völlig sauber, aber sie ist zumindest auf einem sehr guten Weg."
Deutlich kritischer hatte sich schon vor den Titelkämpfen Doping-Experte Prof. Dr. Werner Franke geäußert und prophezeit: "Ich erwarte die schmutzigste WM seit Beginn der 90er-Jahre." Es wird weiter gedopt was das Zeug hält, nur auf höherer Stufe", sagte der Molekularbiologe aus Heidelberg. Bei Wettkampfkontrollen erwische man nur noch die Dummen, so Franke: "Wenn man nicht in der Zeit sechs bis zwei Wochen vor den Wettkämpfen kontrolliert, braucht man vor Ort nicht mehr zu testen. Heute werden Mittel genommen, die schon nach zwei Tagen nicht mehr nachweisbar sind." Das Ausdauerdopingmittel Epo beispielsweise sei mittlerweile auch im Training von Sprintern und Springern weit verbreitet. "Es gibt einen weltweiten Epo-Boom", meint der Wissenschaftler. Viele Top-Leute würden nach dem Epo-Doping im Training, das härtere Belastungen ermöglicht, dann vor dem Wettkampf ein "Überbrückungsdoping" mit niedrigen Epo-Dosen betreiben und dafür teures aus menschlichem Urin hergestelltes Epo benutzen. "Die Top-Leute können sich das leisten." Zudem würde eifrig mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron gearbeitet. Und auch Betrug bei Dopingkontrollen wie ihn bei Olympia 2004 der anschließend für zwei Jahre gesperrte ungarische Diskuswerfer Robert Fazekas praktiziert hatte, gäbe es weiter, so Franke. "Solche Dinge werden auch 2007 in Osaka laufen, nur raffinierter."
Die IAAF hatte die Anschuldigungen von Franke sofort zurückgewiesen. "Er ist absolut falsch informiert", so Juan Manuel Alonso. Der Verband setze auf ein verbessertes Kontrollsystem. In Osaka soll die Zahl der Dopingtests von 885 (2005 in Helsinki) auf über 1000 erhöht werden. "Diese WM soll der Höhepunkt unseres Kampfes gegen Doping sein", sagte IAAF-Präsident Lamine Diack und warnt: "Wir werden niemandem sagen, welche Tests wir machen, noch wann es soweit ist." Diack ist überzeugt, dass "die große Mehrheit unserer Athleten sauber ist. In ihrem Interesse tun wir alles, um Betrüger zu jagen." Franke bezeichnet diesen Optimismus als "Volksverdummung, wie bei jeder WM."
Inzwischen wurden Starter in Osaka ermittelt, die laut Dr. Juan Manuel Alonso, Vorsitzender der Medizinischen Anti-Doping-Kommission der IAAF, Hämatokritwerte im Blut von über 57 hatten. Im Radsport wird man über 50 mit einer Schutzsperre belegt. Es gibt also dringende Hinweise auf EPO-Doping bei der WM.
(28.08.07)


Osaka IV: Diskuswerferin Franka Dietzsch (W39) bereit

Am Montag (27. August) betritt Franka Dietzsch (*1968, SC Neubrandenburg) als Titelverteidigerin, Weltjahresbeste und damit Favoritin den Diskusring. Die mit 39 Jahren ältestes deutsche Athletin in Osaka ist bereit für die WM-Entscheidung und freut sich auf das Kribbeln, das bei ihr pünktlich mit der Ankunft in der WM-Stadt eingesetzt hat. "Das kommt jetzt langsam. Das muss auch so sein, und ich bin froh darüber." Die Grande Dame des Diskusrings ist richtig gut drauf, wohl auch, weil die Stimmung im Team so gut ist. „Ich habe immer gute Laune“, versicherte die zehnmalige deutsche Meisterin und setzte hinzu: „Ich setze mich nicht unter Druck, den habe ich mir selbst etwas weggenommen. Ich bin schon Vierte, Fünfte und Sechste geworden. Das war auch nicht so schlimm.“
Für die Neubrandenburgerin stand zuletzt im Vordergrund, hartnäckige Achillessehnenbeschwerden in den Griff zu bekommen. "In den letzten vier Wochen haben sich die Ärzte und Physiotherapeuten viel Mühe gegeben." Doch nicht nur die medizinische Abteilung hat sich ein Lob verdient, auch ihrem Arbeitgeber ist Franka Dietzsch zu Dank verpflichtet: Die Sparkasse in Neubrandenburg hat ihre stärkste Kraft gleich von Januar 2007 bis nach den Olympischen Spielen im August 2008 in Peking freigestellt. Ihr Gehalt für den fiktiven 25-Stunden-Job bekommt sie weiter - und als Weltmeisterin vielleicht noch 60 000 US-Dollar oben drauf.
(27.08.07)


Osaka III: Merlene Ottey (W47) als älteste WM-Starterin ausgeschieden

Durch ihren Start im Alter von 47 Jahren und 107 Tagen wurde die jetzt für Slowenien laufende gebürtige Jamaikanerin Merlene Ottey zur ältesten Teilnehmerin der WM-Geschichte. Sie trat im (schnellsten) Vorlauf über 100 m an. Es war ihr insgesamt 59. Lauf bei einer Weltmeisterschaft. Einen Altersbonus bekam Ottey allerdings nicht; es folgte das Aus als Vierte in 11,64 Sekunden (W: +1,3). Ihre Zeit lag 8 Hundertstel über ihrer diesjährigen Saisonbestleistung.
Ottey, die seit 1983 zugleich mit 14 die meisten Medaillen aller Starter bei Welttitelkämpfen gewann, löste die britische Marathonläuferin Joyce Smith (1983) als älteste WM-Teilnehmerin ab (45 Jahre, 285 Tage). Sie ist die einzige Athletin dieser Meisterschaft, die auch bei der ersten Leichtathletik-WM 1983 in Helsinki am Start war. In ihrer Karriere lief sie gegen Marita Koch, Florence Griffith-Joyner, Katrin Krabbe, Gail Devers und Marion Jones. Keine ist mehr dabei, nur Merlene Ottey mit 47 Jahren immer noch.
Nach dem Lauf sagte sie: “Das war heute kein gutes Rennen. Meine Saison war schwierig und ich konnte nicht genug trainieren". Damit spielte sie auf Probleme mit ihrem Immunsystem an, die sie im Sommer wochenlang gehandicapt hatten. "Ich liebe den Sprint, obwohl es nicht mehr dasselbe ist als zu der Zeit, in der es um Medaillen ging. Aber es macht mir wirklich großen Spaß. Sonst wäre ich nicht hier."
Und sie schloss gegenüber der Presse mit einer mutigen Ankündigung: "Wenn ich nächstes Jahr gesund bleibe, will ich sehen, ob etwas geht mit den Olympischen Spielen in Peking."
(27.08.07)


Osaka II: Halbvolles Stadion bei der Eröffnung

Im Beisein von Kaiserin Michiko hat Japans Kaiser Akihito am Samstag in Osaka die elften Weltmeisterschaften in der Leichtathletik eröffnet. Mit 2003 Athleten aus 203 der insgesamt 212 Mitgliedsländer des Weltverbandes IAAF sind sie der bisher größte Völkerwettstreit der Sportgeschichte. Selbst bei den Olympischen Spielen waren bisher nur maximal 201 Länder (Athen 2004) am Start.
An neun Tagen werden bis zum 2. September 47 Goldmedaillen im Nagai-Stadion vergeben, das zum Zeitpunkt der Eröffnung in der während der WM 50.000 Zuschauer fassenden Arena lediglich 35.000 Besucher verzeichnete. Die deutsche Delegation verzichtete auf einen Sportler als Fahnenträger, stattdessen teilten sich vier Trainer diese Rolle.
In Osaka gehen noch 59 deutsche Athleten an den Start, nachdem der zweimalige WM-Dritten im Diskuswurf Michael Möllenbeck (*1969, TVWattenscheid) verletzungsbedingt absagen musste. "Bei Michael Möllenbeck ist beim Abschlusstraining wieder eine Adduktorenverletzung aufgebrochen", erklärte er ein DLV-Sprecher.(26.08.07)


Osaka I: Ayele Seteng (M50) auf Rang 19 - Ältester Marathon Läufer der WM-Geschichte

Der Israeli Ayele Seteng war beim WM-Marathon in Osaka der älteste ins Ziele gekommene Marathonläufer der WM-Geschichte. Offiziell ist er 52 Jahre alt. In einem denkwürdigen Hitzelauf erreichte der gebürtige Äthiopier in 2:22,27 Stunden Platz 19. Für Verwirrung sorgten allerdings in vergangenen Resultatslisten die Variationen seines Namens: Der mastersläufer ist nämlich auch unter den Namen Setegne und Satayin bekannt. Ein Rätsel gibt auch die Altersangabe auf, er sei 52. Während Seteng, der bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Rang 20 erkämpft hatte, selbst behauptet, 46 Jahre alt zu sein, wird sein offizielles Geburtsdatum mit dem 11. April 1955 angegeben - demnach wäre er eben 52. Seteng, Vater von sieben Kindern, meinte selbst dazu: "Mein Alter sagt, dass ich alt bin, aber mein Herz ist jung." Der Wahl-Israeli will im übrigen auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking starten.
Der Männermarathon zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Osaka (Japan) nahm am frühen Samstag den befürchteten Verlauf. Die Ausdauerläufer sahen sich trotz eines Starts bereits um 7 Uhr morgens angesichts von Hitze (29°) und Luftfeuchtigkeit (78%) immens schwierigen äußeren Verhältnissen gegenüber. "Es waren brutale Bedingungen. Extremer als hier kann ein Marathon nicht sein", meinte DLV-Disziplintrainer Detlef Uhlemann, der in diesem Zusammenhang auch auf die Zeit von 2:15:59 Stunden des 24-jährigen Siegers Luke Kibet (Kenia), der offensichtlich am besten mit den Verhältnissen zurecht kam, verwies. DLV-Arzt Dr. Uwe Wegner sagte: "Bei diesen extremen Hitzebedingungen ist es nur eine Frage der Zeit, wann du zusammenklappst."Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) war erstmals seit sieben Jahren wieder bei einem Großereignis im Männer-Marathon vertreten, doch seine beiden Läufer spielten wie erwartet keine Rolle.
Ulrich "Uli" Steidl (*1972, SSC Hanau/Rodenbach), der Chemielehrer an einer Highschool in Seattle im US-Staat Washington ist, musste der Hitze Tribut zollen und landete in für ihn indiskutablen 2:30:03h auf Rang 37. Nachdem er dann im Ziel erst noch euphorisch Interviews gegeben hatte, brach plötzlich sein Kreislauf zusammen. DLV-Arzt Dr. Uwe Wegner: "Uli Steidl hat unwahrscheinlich viel Flüssigkeit verloren und im Ziel dann relativ schnell relativ viel getrunken. Danach musste er sich mehrfach übergeben und sein Kreislauf ist zusammengebrochen. Wir haben ihm Infusionen gegeben und jetzt geht es ihm wieder wesentlich besser."
Der zweite DLV-Vertreter, der 30-jährige Martin Beckmann (*1977, LG Leinfelden-Echterdingen) stieg bei Kilometer 30 aus, nachdem er längst nicht mehr im Soll lag und mit dem Trinken ins Hintertreffen geraten war. "Ich habe mir mit vielen anderen die Höchststrafe eingehandelt und bin ausgestiegen. Ich habe mich gefühlt wie ein Backhähnchen im Grill. Die Gesundheit war mir wichtiger", sagte Beckmann, der in zahlreicher Gesellschaft war. 27 weitere von insgesamt 85 Läufern beendeten den Wettbewerb vorzeitig.
Mark Milde, Renndirektor des Berlin-Marathons, kommentierte: „Dieser Lauf war unverantwortlich. Die Manager haben den großen Marathonläufern allesamt von einem Start abgeraten.“
Angesichts der bei vielen Läufern notwendigen medizinischen Versorgung sagte DLV-Generalsekretär Frank Hensel: "Mich stimmt es nachdenklich, wie schwer den Athleten dieser Marathon gefallen ist." Die blanken Zahlen sprechen tatsächlich eine deutliche Sprache. 28 Athleten kamen nicht an. Die Siegerzeit war die langsamste in der WM-Geschichte und, von Rennen in der Höhe abgesehen, auch die langsamste bei internationalen Großereignissen seit 1956. Im Ziel wurde mit 33 Grad die höchste Temperatur jemals bei einem WM-Marathon gemessen. 1999 in Sevilla (Spanien) waren es drei Grad weniger. (Quellen: www.leichtathletik.de, dpa, faz, 26.08.07)


Vaterstettener Erklärung gegen Doping: Die 600 sind voll!

proMASTERs, die Interessengemeinschaft der Senioren-Leichtathletik in Deutschland, hat mit seiner Vaterstettener Erklärung eine weitere magische Grenze überschritten. Der 600. Unterzeichner wurde registriert: Mit Sprinter Ulrich Dirking (*1957) kommt ein Athlet hinzu, der dem rührigen Pulheimer SC angehört.
Dieser Verein steht in der Liste der Unterzeichner ganz weit oben, ist also im Kampf gegen Doping in besonderem Maße engagiert – und dazu noch erfolgreich. „Fair Play und Erfolg lassen sich daher unter einen Hut bringen. Am Anfang hätten wir nie gedacht, dass diese Grundsatzerklärung einen derartigen Anklang findet, ein Zeichen dafür, dass es die deutschen Leichtathletik-Senioren ernst meinen mit dem Kampf gegen Doping und für einen betrugs- und dopingfreien Wettkampfsport“, resümiert Rüdiger Nickel, Anti-Doping-Sprecher von proMASTERs und Koordinator der Vaterstettener Unterzeichner.(
26.08.07)


M80: Hammerwurf-Weltrekord durch Horst Vieweg

Leider hat er für die WM in Riccione nicht gemeldet, obwohl er die Form dafür allemal hat. Horst Vieweg (*1927 Wiesbadener LV) warf am Samstag, 25. August 2007 beim Feriensportfest und Goldener Hammer 2 im Burbachstadion von Ewersbach mit 42,91 m einen neuen M80-Weltrekord im Hammerwurf. Er übertraf einige Tage nach seinem 80. Geburtstag den alten Rekord des Finnen Matti Järvinen (38,78m) deutlich. (26.08.07)


Trauer beim Herxheimer Straßenlauf

Ein Todesfall überschattete den Abendstraßenlauf des TV Herxheim am gestrigen Freitagabend. Ein 41-jähriger Herxheimer brach auf der Strecke zusammen. Sofortige Rettungsmaßnahmen waren vergeblich. Viele Athleten, die das Geschehen auf der Strecke miterleben mussten, waren nach dem Zieleinlauf völlig fassungslos. (25.08.07)


Hallen-WM in Clermont Ferrand mit Internetseite

Gut ein halbes Jahr vor Eröffnung der 3. Hallen-Masters-WM vom 17. bis 22. März 2008 im französischen Clermont-Ferrand ist jetzt die Webseite der Organisatoren im Netz freigeschaltet. Das klassische Produkt zeigt sich dabei zurzeit ebenso ausbaufähig wie anspruchsvoll. Denn noch gibt es nur ein schmales Grundgerüst und die meisten Menupunkte sind noch nicht mit Informationen belegt, aber die Verantwortlichen um Webmaster Christophe Bouiges haben sich vorgenommen, alles Notwendige künftig gleich in fünf Sprachen präsentieren: Französisch, englisch, deutsch, spanisch und italienisch. Im Augenblick sind nur französisch und deutsch belegt. Die anderen Sprachen sollen in wenigen Tagen folgen.
Manch deutscher Leichtathletik-Funktionär und Aktiver kann übrigens schon heute nachlesen, dass man nach Ablauf des offiziellen Meldetermins gegen eine Extrazahlung von 50 Euro einen Monat lang nachmelden kann. Andere werden bestätigt finden, dass die WM wirklich in der Osterwoche 2008 stattfindet - also vom 17. bis 22. März 2008; denn auf einigen bundesdeutschen Internetseiten wird noch ein anderer, früher einmal in's Auge gefasste Termin genannt.
Ansprechend dynamisch haben die Franzosen das offizielle WM-Plakat gestaltet, das sie jetzt gleichfalls vorgestellt haben.
(25.08.07)


Rastatt: Jürgen Radke (M70) in Topform für Riccione

Er ist in Topform und gehört daher zu den Favoriten seiner Altersklasse M70 für die Masters-WM in Riccione: Jürgen Radke (*1937, LAG Obere Murg). Der Masterssprinter unterstrich beim 2. Rastatter Feriensportfest am vergangenen Montag, 20. August seine Klasse und gewann in überzeugenden Zeiten sowohl die 100m (13,28sec, W:+0,7)) als auch die 200m (28,01sec, W:+0,2). Selbst der in der jüngeren M65 startende Hallenweltmeister Arno Hamaekers (*1940, LAG Obere Murg) konnte da nicht mithalten. Seine Zeiten von 13,40sec (W:+0,7) bzw. 28,04 (W:-0,3) zeigen aber, dass Hamaekers seinen verletzungsbedingten Trainingsrückstand immer mehr aufholt.
Gute Form zeigten die verhinderten WM-Starter Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) in über 3000m (10:38,59sec) und Elfriede Hodapp (* LG Ortenau Nord), die über 800m in 3:12,67 gefiel. Über die gleiche Distanz zeigte W50-erin Elisabeth Henn (*1957, SC 88 Bruchhausen) in 2:37,51min ihr Potential; in derselben Altersklasse blieb im Weitsprung die letztjährige Ranglistenzweite Angelika Ball (*1956, VfB Gaggenau) mit 4,60m (W: +0,2) nur um 3 cm unter ihrer AK-Bestleistung . Besonders beindruckend waren die Leistungen von Gerda Seibert (*1942, TSG 78 Heidelberg), die sich noch vor vier Monaten -direkt nach ihrem 200m-Erfolg bei der Hallen-DM in Düsseldorf - zwei Tumoroperationen und anschließender Chemotherapie unterziehen musste. Das kostete nicht nur körperlich ganz viel Kraft, aber sie lief im RTV-Stadion bereits wieder 16,55sec über 100m (W:+,13) und 35,88 sec über die doppelte Distanz (W:-0,1).
Auch Läuferlegende Carl "Charly" Kaufmann war übrigens in Rastatt - als interessierter Zuschauer und Betreuer seiner Tochter Larissa (Karlsruher SC), die den 200 m Lauf der Frauen gewann.
Alle Resultate aus Rastatt...
(25.08.07)


DAMM: Sarstedts M70-Team jubelt - LAG Obere Murg zieht M70 zurück

Nach 1995, damals noch in der Altersklasse M 60, und dem vergangenen Jahr haben die Leichtathletik-Senioren M 70 des TKJ Sarstedt wieder den Endkampf zur Deutschen Altersklassen Mannschaftsmeisterschaft (kurz DAMM) erreicht. In diesem Jahr ist der Austragungsort am 22.09.2007 Baunatal bei Kassel, und der liegt für die Niedersachsen "ja fast vor der Haustür".
Für die Qualifizierung hatten die Senioren in Osterode am Harz 3103 Punkte erkämpft. Das waren sogar 50 mehr als vor einem Jahr. Osterode hatten die TKJ Oldies gewählt, um zu beweisen, dass gute Ergebnisse nicht nur in Sarstedt erreicht werden, wo 2006 die Quali geschafft wurde. Mit den erreichten 3013 Punkten wurde in den Vorkämpfen hinter der SG Alsternord/Polizei Hamburg (3343 Punkte) und der LG Obere Murg (3314 Punkte) Platz drei erreicht - noch vor LG Landkreis Aschaffenburg (3078 Punkte), LAV Bayer Ürdingen/Dormagen (3069 Punkte) sowie der SG Siemensstadt/Turbine Berlin (2902 Punkte). Um diesen Bronzerang in der AK M 70 werden die Sarstedter Senioren in Baunatal sicher hart ringen.
Dabei wird ihnen die ganz aktuelle Nachricht helfen, dass die aussichtsreiche M70 DAMM Mannschaft der LAG Obere Murg geplatzt ist. Nachdem ein Leistungsträger kurzfristig absagen musste, rechnete sich die Restmannschaft keine Chancen mehr aus. Des Einen Leid ist des Anderen Freud. So wird Jürgen Radke hochwillkommene Verstärkung für den Sprint der M60 Mannschaft der Schwarwälder sein, denn "da ist immer noch eine Staffel-Rechnung vom letztjährigen DAMM-Endkampf offen". Zur Erinnerung: In Führung liegend verpatzten sie den letzten Wechsel von Diethard Reichhardt zu Jürgen Radke und ließ der LG Alsternord Hamburg "den Vortritt..."; auch der DAMM-Endkampf der M 60 in Baunatal verspricht wieder, sehr spannend zu werden.
In der M70 ist jetzt sicherlich die SG Alsternord/SV Polizei aus Hamburg der DAMM-Finalfavorit, die im Vorkampf auf insgesamt 3343 Punkte kam. Nach der Absage der LAG Obere Murg müsste die LG Stadtwerke München nach dem DAMM-Endstand nachrücken.
(Quelle: PM TKJ Sarstedt und Onra-Recherchen 24.08.07, update 25.08.07)


IAAF-Wahlen: Helmut Digel als Vize abgewählt, aber im Council
Massin wieder im Masters-Kommitee

Prof. Dr. Helmut Digel wurde am Mittwochvormittag im Rahmen des Kongresses des Weltverbandes IAAF in Osaka (Japan) mit 163 von 195 Stimmen in das verbandseigene Council gewählt. Dagegen musste der Tübinger sein Amt als Vize-Präsident abgeben. Prof. Dr. Helmut Digel reichten 113 Stimmen in diesem Rennen nicht zur Wiederwahl. Statt des Tübinger Sportwissenschaftlers sind nun der Stabhochsprung-Weltrekordhalter Sergej Bubka aus der Ukraine und der frühere Mittelstreckenläufer Sebastian Coe aus England Vizepräsidenten der IAAF. Die vier Vize-Präsidenten des Weltverbandes sind Stabhochsprung-Weltrekordhalter Sergej Bubka (Ukraine; 167), Robert Hersh (USA; 141), Sebastian Coe (Großbritannien; 137) und Dahlan Al-Hamad (Katar; 129).
Nach der Abstimmung schwankte Digel zwischen Enttäuschung über die Niederlage und Genugtuung über sein gutes Wahlergebnis für den Council. „Es war klar, dass ich gegen diese beiden Stars keine Chance habe“, sagte er dem Tagesspiegel, „aber ich wollte meine Kandidatur aufrechterhalten, weil ich gehofft hatte, dass meine fachliche Leistung gewürdigt wird.“ Zur Darstellung seiner Arbeit als Marketingbeauftragter der IAAF erhielt Digel bei der Sitzung keine Gelegenheit. Ein Gutes habe seine neue Rolle als einfaches Council-Mitglied jedoch: „Ich kann meine Meinung viel offener und aggressiver vertreten.“ Digel hatte regelmäßig Defizite bei der Dopingbekämpfung beklagt. Seine Konkurrenten hält er nicht für uneingeschränkt geeignet. „Coe organisiert die Olympischen Spiele 2012. Da frage ich mich, wie viel Zeit er für die Leichtathletik aufbringen kann.“ Bubka und Coe gelten jetzt als potenzielle Nachfolger des IAAF-Präsidenten Lamine Diack. Der Senegalese ist 74 Jahre alt und wird die IAAF weiterhin als Präsident führen. Ohne Gegenkandidaten wurde er mit 167 Ja- und 5 Nein-Stimmen in seinem Amt bestätigt.
Dieter Massin (Ahlen) zog mit 103 Stimmen (von 193) im ersten Wahlgang in das Masters-Komitee ein. Ihm gehören weiterhin an Cesar Moreno Bravo (Mexiko als Vorsitzender -184 Ja, 6 Nein), Bridget Cushen (GBR, 145 Stimmen) und Marina Hoernicke-Gil (ESP, 134) außerdem Vadim Marshev (RUS, 98), Shigenobu Murofushi (JPN, 126 -neu), Dawei Wand (CHN, 117 -neu), Danny Daniels (CAN, 110), Rex Harvey (USA, 106 -neu) , Pierluigi Migliorini (ITA, 102 -neu) und Jim Blair (NZL, 101). Alle 8 Kandidaten aus dem nahen und mittleren Osten sowie die Kamerunerin Léonie Paulette Etong (101) fielen ebenso durch wie der Australier Stan Perkins, der nur auf 77 Stimmen kam.
Die zweimalige Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler (Karlsruhe) schaffte den angestrebten Sprung in die Frauen-Komitee des Weltverbandes. Die Karlsruherin kam auf 103 von 191 möglichen Stimmen. Drei weitere deutsche Funktionäre konnten sich bei den Wahlen durchsetzen. Otto Klappert (Unna, 177 von 186) wird in der nächsten Amtsperiode den Vorsitz im Crosslauf-Komitee bekleiden, Klaus Hartz (Fürth, 123 von 191 Stimmen) einen der zwölf Sitze im Technischen Komitee einnehmen. DLV-Kandidat Rolf Müller (Mayen) erhielt lediglich 89 von 195 Stimmen und wurde nicht in das "Race-walking-Komitee" gewählt. (
Quelle: Tagesspiegel, www-leichtathletik.de 22.08.07)


W45: Schnelle 200m-Sprints in Flein

Gleich zwei neue Landesverbandsrekorde über 200 m in der Alterklasse W45 wurden am Samstag (18.08.) beim 3. Feriensportfest in Flein bei Heilbronn aufgestellt. Badischen Rekord lief Ulrike Görling (*1962, MTG Mannheim) in 26,28sec (W:+0,2) und im gleichen Lauf verbesserte auch Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz) den Württembergischen Rekord auf 26,30sec. Das spannende Rennen mit dem sehr engen Zieleinlauf findet am kommenden Wochenende an gleicher Stelle seine Fortsetzung. Die Württembergischen Seniorenmeisterschaften, die in Flein ausgetragen werden, sind für einige Athleten noch einmal ein letzter Leistungstest für die bevorstehende WM in Riccione.
Auch die 100m-Zeiten der beiden W45-Sprinterinnen überzeugten: Ulrike Görling lief 12,82sec, Angelika Grißmer 13,05sec bei einem Gegenwind von 0,2m/sec..
Bernhard Grißmer (*1955, VfL Sindelfingen) lief die 400m in guten 56,15 sec und die 200m in 25,39sec (W: +0,3). über 1000m (*1951 Unterländer LG ) in 2:56,58 eine persönliche Altersklassenbestzeit. Alle Ergebnisse aus Flein...
(www.la-altersklasse.de 22.08.07)


IAAF-Wahlen: DLV droht Machtverlust im Weltverband

Dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) droht ein Verlust an Macht und Einfluss im Weltverband. Beim IAAF-Kongress in Osaka sind die Aussichten für eine Wiederwahl von Helmut Digel in das Vizepräsidentenamt nicht rosig. Möglich ist sogar, dass die Delegierten aus 212 Ländern den Tübinger Sportsoziologen nicht einmal in das Council wählen. Um die vier Stellvertreter-Positionen von IAAF-Präsident Lamine Diack bewerben sich acht Kandidaten - darunter die früheren Sportstars Sergej Bubka, Sebastian Coe und Alberto Juantorena. «Alle haben eine große Reputation in der Welt des Sports. Das wird nicht einfach», sagte Digel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Der 63 Jahre alte frühere DLV-Präsident verweist darauf, dass er als Verantwortlicher für Marketing den Wohlstand der IAAF vermehrt habe. «Ich habe einiges bewirkt und für die Weltleichtathletik viel getan», sagte Digel, der seit 2001 IAAF-Vizepräsident ist, «wenn das nicht anerkannt wird und Stars gewollt sind, kann man nichts machen.» Für den Briten Coe, Ex-Weltklasseläufer und Cheforganisator der Olympischen Spiele 2012 in London, und die ukrainische Stabhochsprung-Legende Bubka ist die Bewerbung ein Testlauf für ihre Ambition auf die IAAF-Präsidentschaft. Die Wahl des Amtsinhabers Lamine Diack (74) aus dem Senegal in Osaka gilt als Formsache. «Die Beiden machen eine richtige Kampagne. Bubka hat dabei Russlands Präsident Wladimir Putin hinter sich, Coe die Leute vom IOC», sagte Digel, der dennoch an seine Chance glaubt: «Coe und Bubka werden polarisieren, darauf kann ich hoffen.» Dass er am Ende auch noch seinen Posten im Council verliert, ist für ihn nicht so wahrscheinlich. «Damit rechne ich nicht», meinte der Ex-Handballer.
«Helmut Digel hat eine sehr erfolgreiche Arbeit als IAAF- Vizepräsident geleistet», sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. «Er sollte im Führungsgremium der IAAF sitzen, weil er ein Querdenker ist. Ich sehe keinen anderen, der solche Potenz hat.» Für den DLV wäre es ein «Verlust, nicht mehr direkt im Machtzentrum» vertreten zu sein. Es wäre aber auch ein Verlust für den deutschen Sport. «Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass Deutsche in den internationalen Spitzengremien sind. Die Zeiten sind vorbei», so Prokop.
Einigen Wirbel gab es um die Kandidatur von Heike Drechsler um einen der acht Sitze im Frauen-Komitee der IAAF als Nachfolgerin der ausscheidenden Ilse Bechthold. Der Weitsprung-Olympiasiegerin war vorgeworfen worden, nicht ausreichend Stellung zur Doping-Vergangenheit in der DDR bezogen zu haben. Erst in der vergangenen Woche hatte sie bekannt, nicht mehr ausschließen zu können, «unwissentlich» gedopt worden zu sein. «Ich denke, sie hat sich damit klar positioniert», sagte Prokop, der auf ihren Weltstar-Bonus bei der IAAF-Wahl setzt.
Ein Zeichen im Anti-Doping-Kampf will IAAF-Präsident Diack mit seinem Verlangen nach einer Vier-Jahres-Sperre für Erstsünder bei schweren Vergehen setzen. Unklar ist, ob nur eine Resolution verabschiedet wird, die als Forderung an die Welt-Anti-Doping- Konferenz in November in Madrid adressiert wird, oder diese Straferhöhung ins IAAF-Regelwerk aufgenommen wird. «Ein solcher Alleingang würde große Probleme nach sich ziehen», sagte Prokop. Schließlich hatte das Münchner Oberlandesgericht 1995 und 1996 im Doping-Fall Katrin Krabbe bestätigt, dass eine mehr als zweijährige Sperre einem Berufsverbot gleich kommt. Die IAAF musste zudem 1,2 Millionen Schadensersatz zahlen. Zudem hat Amtsrichter Prokop grundsätzliche Bedenken gegen ein verschärftes Strafmaß: «Nicht die Höhe der Sanktion stärkt die Abschreckung, sondern die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden.»
(aus Financial Times Deutschland 20.08.07)


M65: Kugelstoßer Klaus Liedtke verbessert deutsche Bestleistung

Mit 110 Startern aus 30 Vereinen war der letzte Abend ihrer Dreikampfwertung für die Organisatoren des SuS Oberaden im Römerbergstadion von Bergkamen eine echte Herausforderung. So konnte es nicht ausbleiben, dass am 17. August einige Siegerehrungen zeitlich verzögert stattfanden. Dem nach einer zweijährigen Dopingsperre wieder startberechtigten Klaus Liedtke (*1941, SuS Oberaden) wird es bei seinem Heimspiel egal gewesen sein. Er verbesserte im Kugelstoßwettbewerb mit der 6kg-Kugel die deutsche Senioren-Bestleistung seiner Altersklasse um 8cm auf 13,20m; seit 1995 hatte sie zuvor Karl-Heinz Wendel (*1930 LG Düsseldorf) gehalten. (20.08.07)


WM Riccione: Sechs weitere Athleten am Start

Was für den DLV nicht möglich war, hat offenbar problemlos in anderen Ländern geklappt. Nachdem die WMA auf ihrer Internetseite am 20. Juli, also 51 Tage nach Meldeschluss, offiziell 8940 gemeldete Athleten mitteilte, heißt es jetzt aus Italien, dass es inzwischen 8946 sind.
Karl-Heinz Neumann (*1935, Berliner SC) ist nicht unter den sechs weiteren Athleten. Er hatte, wie berichtet, die WM-Meldefrist um wenigeTage verpasst und ist jetzt - genauso wie die Weltmeister Elfriede Hodapp und Peter Lessing, bei denen der Vereinsverantwortliche nicht aufgepasst hatte - einer der betroffenen deutschen Masters, die nicht vom DLV nachgemeldet wurden, weil dies wegen Versäumung der Meldefrist nicht möglich sei. Auch ein Neumann'scher Hilferuf an DLV-Präsident Clemens Prokop hatte den DLV nicht dazu gebracht, seine Meldung einfach nach Italien hinterher zu schicken. Statt dessen wurden umfangreich E-Mails ausgetauscht und nach offiziellen Nachmeldefristen gefragt, die die Italiener aber nicht wollten. Sie bevorzugten die "italienische Lösungen": Nicht reden oder neue Regeln, sondern einfach machen. Die Athletenmeldungen mehrerer Nationen waren in Italien denn auch erst im Laufe des Monats Juni eingetroffen...
Also läuft sich Karl-Heinz Neumann derweil zuhause den Frust aus Kopf und Beinen: Beim Abendsportfest der LG Berlin-Süd erreichte der 72-Jährige am vergangenen Mittwoch (15.08.) handgestoppt über 100m 13,4sec (W:+0,6) und anschließend 29,9sec (W:+0,2) über die doppelte Distanz.
Dr. Christina Ziemann (*1968, MTV 49 Holzminden) ist in Riccione dabei- aber anders, als sie es wollte. Die Stabhochspringerin hatte sich im Juni schwer an der Schulter verletzt , musste die Saison abbrechen und fällt noch ein halbes Jahr aus. Nach einer schwierigen Operation ("hat mich doch mehr umgehauen als vorher gedacht") will sie aber nach Riccione, "damit ich mal etwas Abstand bekomme. Ich werde halt als 'Tourist' hinfahren und Betreuungs- und Coachingaufgaben übernehmen", sagte sie zu www.masters-sport.de.
(20.08.07)


Antidoping: 100% Steigerung bei den TUE Anträgen

Viele haben mitgemacht, und es gibt Erfreuliches zu berichten. Die Informationsitiative des Leichtathletikmagazins "Senioren-Leichtathletik", von la-altersklasse.de, www.masters-sport.de, EVAA.nu und der Selbsthilfevereinigung proMASTERs können einen tollen Erfolg verzeichnen: Hatten bis zum EVAA-Kongress anlässlich der Senioren-EM in Poznan noch 182 TUE Anträge beim WMA-Antidoping-Beauftragten Prof. Dr. Karri Wichmann (Helsinki) vorgelegen, so sind vor der Senioren-WM in Riccione (Italien) bis zum 14. August beim Finnen Wichmann fast die doppelte Anzahl, nämlich 361 Anträge eingegangen. Bemerkenswert: Von diesen 361 Anträgen kamen allein 320 aus Europa.
Noch bis April diesen Jahres hatte Wichmann nur 254 Anträge bearbeitet, davon 231 aus Europa. Dann setzte die TUE Kampagne ein, die noch einmal mehr als 100 Anträge in kürzester Zeit einbrachten. "Es hat sich also gezeigt, dass gezielte Informationen und kompetente Beratung -hierzulande vor allem durch den EVAA-Beauftragten Rüdiger Nickel- sich zu Gunsten der Seniorenleichtathletik ausgezahlt haben", kommentierte EVAA-Präsident Dieter Massin die aktuellen Zahlen.
(19.08.08)


Süddeutsche Meisterschaften: Neuer deutscher 1500m-Rekord durch Ulrike Ott (W45)

Die Leistung der Süddeutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Saarbrücken, für die über 1100 Teilnehmer aus mehr als 280 Vereinen gemeldet haben, ist sicherlich der neue deutsche 1500m-Rekord in der Altersklasse W45 durch Ulrike Ott (*1961, TV Konstanz, Foto) in 4:37,81 min, mit denen sie Vierte der Konkurrenz wurde. Tags darauf lief sie über 800m in 2:16,84 min die zweitschnellste Zeit, die von einer deutschen W45-Läuferin je erreicht wurde. Durch ihren Lauf vom ersten Meisterschaftstag verbesserte die Konstanzerin mit einer bemerkenswerten Leistungssteigerung den inzwischen 16 Jahre alten Rekord von Barbara Lehmann (*1942, TV Burghausen, 4:40,48min) gleich um fast drei Sekunden. Die Mittelstrecklerin, die immer schneller wird, war mit dieser Leistung auch gleich sieben Sekunden besser als vor einem Jahr. Zuletzt war sie vor neun Jahren eine ähnliche Zeit gelaufen.
Silber und Bronze gewannen über 5000m nicht unerwartet die Langstreckenläuferinnen Veronika Ulrich (*1968, LG Neu-Isenburg-Heusenstamm, 17:26,43 min) und Marion Jakobs (*1970, SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken, 17:36,73 min). Bettina Schardt (*1972, USC Mainz) warf den 1kg-Diskus auf 39,20 m und erreichte damit Rang 5.
Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV) kam fünf Tage nach seinen guten Zeiten bei den ersten Rastätter Ferienspielen diesmal über 400 Hürden in 55,45 sec nicht ganz an seine letztjährige Bestleistung heran. Ähnlich erging es Diskuswerfer Manfred Hubertus (*1964, LSC Düppenweiler), der mit 46,62 m Vierter wurde. Mit ausgezeichneten 3:59,50min über 1500m wurde Maximilian Freund (*1967, TV Waldstraße Wiesbaden) Achter über 1500m. Georg Kinadeter (*1969, TV Hauzenberg) lief im 5000m-Endlauf 15:51,47 min
Am zweiten Tag der Meisterschaften kam über 3000m Tom Jessen (*1972, TSG Balingen) in 10:13,81 min auf Rang 4. Stephan Frey (*1962, MTV Ingolstadt) warf den Hammer auf starke 53,30 m.
Alle Resultate der Süddeutschen aus Saarbrücken...
(18.08.07, update 19.08.07)


Antidoping: Deutscher Druck auf spanische Ermittler

Auf Markus Choina, Narkosearzt aus Bad Sachsa im Südharz, kommt viel Ungemach zu. Nach den Aussagen, die der deutsche Radprofi Jörg Jaksche beim BKA gemacht und in der ARD-Sendung Blut und Spiele vor der Kamera sowie gegenüber der SZ wiederholt hat, dürfte Choina als Helfer des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes feststehen. Jaksche bezeugte, Choina habe bei ihm mehrfach Bluttransfusionen zu Dopingzwecken durchgeführt. Die Honorare dafür habe er jedoch stets auf ein Schweizer Konto von Fuentes bei der HSBC-Bank in Genf überwiesen - auf das Jaksche auch für die Leistungen von Fuentes selbst einzahlte.
Aus spanischer Sicht war bisher wohltuender Stillstand in der Fuentes-Affäre eingetreten. Antonio Serrano, ein bemerkenswert passiver Ermittlungsrichter, hatte - wie erst jetzt herauskommt - nach der aufsehenerregenden Razzia im Mai 2006 gleich die fünf brisantesten Beweismittel gegen Fuentes und Co. aus dem Verkehr gezogen. Serrano, durchaus angesehener Richter des Gerichts 31 in Madrid, hatte den Polizisten der Guardia Civil untersagt, die beschlagnahmten Computerfestplatten der Festgenommenen auszuwerten. Dies betraf neben Fuentes auch dessen Partner, den Hämatologen Merino Battres, sowie Radsport-Drahtzieher Manolo Saiz. Dieser, Gründer der Rennstall-Vereinigung Pro Tour, gilt als zentraler Hintermann der Dopingszene. Serrano versuchte sogar, das Verfahren gegen den Dopingpaten ganz einzustellen. Begründung: Das Treiben von Fuentes und Partnern habe "die öffentliche Gesundheit nicht gefährdet‘‘. Der spanische Ex-Radprofi Jesus Manzano sieht das anders. Er beklagt, dass er durch die brutalen Praktiken zweimal in Lebensgefahr schwebte, als er noch für den Rennstall Kelme bei der Tour de France fuhr - und Fuentes Teamarzt bei Kelme war. Auch deshalb läuft gegen die Verfahrenseinstellung ein Einspruchsverfahren.
Durch die Aussagen Jaksches und durch Ermittlungen des BKA dürfte nun aus Deutschland massiv Druck auf Richter Serrano entstehen. Denn das BKA ermittelte, dass Fuentes gemeinsam mit Choina bereits vor der Tour 2005 auf deutschem Boden aktiv war. Damals sollen Choina und Fuentes bei Italiens Rad-Heros Ivan Basso im Maritim-Hotel Hannover Blut-Transfusionen durchgeführt haben. Basso behauptete gegenüber den italienischen Behörden, er habe nie gedopt. Seine bei Fuentes gefundenen Blutbeutel seien nur für ein geplantes Doping bei der Tour 2006 vorgesehen gewesen. Zum Vollzug sei es nicht gekommen.
Noch mehr Druck droht Serrano und vor allem Fuentes und Co. von einem ungewöhnlichen Schritt der Staatsanwaltschaft Bonn. Die ermittelt noch immer gegen Ullrich und andere, mit bisher sehr bescheidenem Erfolg. Nun sollen die Bonner bei den spanischen Behörden die Herausgabe der fünf Festplatten aus der Fuentes-Razzia quasi mit der Brechstange fordern. Dies soll per "Beschlagnahmeanordnung‘‘ geschehen, die dem Gericht in Madrid zugestellt wird. Die Beschlagnahme würde bisher von Serrano zurückgehaltene Beweismittel gegen Fuentes betreffen - sie würden sozusagen aus der Asservatenkammer heraus beschlagnahmt. Der Bonner Staatsanwalt Fred Apostel wollte dies gegenüber der SZ nicht bestätigen. Allerdings wird in spanischen Polizeikreisen die Aktion der Bonner für ungeeignet gehalten. Serrano hatte im Verlauf der Affäre mehrere Male Amtshilfeersuchen aus Deutschland abgelehnt. Er werde dies wieder tun. So durften im März zwar DNA-Proben aus Ullrichs Blutbeuteln abgezapft werden. Ähnliche Ersuchen für Proben des spanischen Ex-Telekom-Fahrers Oscar Sevilla wurden aber abgelehnt, obwohl auch gegen Sevilla in Bonn ermittelt wird.
So verdichtet sich der Eindruck, dass Serrano auf Einfluss "von ganz oben‘‘ handelt. Spätestens als Fuentes einem Reporter der französischen Le Monde auftischte, er habe auch Fußballer von Real Madrid und Barcelona zu seiner Klientel gezählt, wurde erkennbar, wie aufreizend die Zurückhaltung der spanischen Justiz ist. Fuentes hatte dem Reporter sogar Trainings- und Dopingpläne ausgehändigt, die der Franzose nach eigenen Angaben bei seinem Anwalt verwahrte. Fuentes bestritt später, mit Le Monde über Fußball gesprochen zu haben. Der Reporter indes behauptet, er habe davon einen Tonband-Mitschnitt. Dass vor allem Real Einfluss auch in Regierungskreisen hat, könnte erklären, warum die spanische Justiz Fuentes offenbar aus der Schusslinie nehmen will. Ausgezahlt hat sich die spanische Omertà bereits. Offenkundig wurden nachträglich Codenamen spanischer Radprofis aus den kursierenden Ermittlungsakten der Guardia Civil getilgt, Spaniens triumphalem Sportsommer stand nichts mehr im Wege: Neben Tour-Sieger Alberto Contador jagten fünf Iberer unter die ersten Zehn, 21 Spanier platzierten sich unter die ersten 50.
Die Guardia Civil, die sich in ihren Ermittlungen jäh ausgebremst sah, verfolgt nun die Aktivitäten in Deutschland mit stiller Freude. Offiziell will man sich nicht äußern. Aber im Idealfall würde es den Deutschen auf der Basis der Kooperation von Fuentes und Choina in Deutschland endlich gelingen, die Festplatten zu sondieren - und damit Einblick in mutmaßlich entscheidende Vorgänge zu nehmen. Allein im Mail-Verkehr der Computer, so der Anfangsverdacht, dürften sich klare Belege finden, dass es bei Eufemiano Fuentes nicht nur um Doping und Gesundheit, sondern um Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegangen sein könnte. Nach vorsichtiger Schätzung dürfte Fuentes sechs Millionen Euro pro Jahr im Dopinggeschäft verdient haben. Das meiste davon lief wohl über Schweizer Konten.
(Thomas Kistner, Javier Cáceres, Freddie Röckenhaus in Süddeutsche Zeitung, 18.08.07)


Rastatt: Topzeit für Jürgen Radke (M70)

Die ersten Rastätter Ferienspiele am 13. August waren ein richtig schönes kleines "Sportfeschtle" für alle Altersklassen: Das Wetter war endlich mal wieder sommerlich und der Veranstalter stolz auf 175 Teilnehmer, davon alleine 9 (!) vollbesetzte 100 m Läufe. Die Sprintzeiten litten allerdings allgemein etwas unter der nagelneuen Laufbahn, die den Spezialisten doch "etwas weich" war. Dennoch gab es eine Reihe sehr guter Ergebnisse, darunter in erster Linie die 13,49sec (W:-0,5) von M70-er Jürgen Radke (*1937, LAG Obere Murg) und die 11,59 sec (W:-0,3) von Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV), der bei seinem Heimspiel auch die 400m in guten 51,71sec gewann.
Nach drei Monaten leichten Trainings werden auch die Leistungen des am Knie operierten Arno Hamaekers (*1940, LAG Obere Murg) stetig besser. In Rastatt stoppte die Uhr für ihn bei 13,47 sec (W:0,0). Ebenfalls in der M65 wollte Felix Mohr (*1943, LG Radolfzell) eigentlich die 14m- und die 50m-Grenze knacken, blieb aber sowohl im Kugelstoß (13,85m) als auch im Diskuswurf (49,99m) jeweils knapp darunter. Trotzdem war der Mann vom Bodensee wie immer bestens gelaunt. Den insgesamt guten Eindruck dieser Altersklasse komplettierten die 5:30,96 min von Roland Maier (*1941, SV Waldkirch) über 1500m.
Bei den Seniorinnen lief Elisabeth Henn (*1957, SC 88 Bruchhausen) die 1500m in 5:29,01 min. Ebenfalls in der W50 verpasste Gisela Pletschen (*1956, SV Kirchzarten) in 71,32 sec über 400m die 70-Sekunden-Grenze.
Alle Resultate...
(18.08.07)


M50: Müller setzt Glanzlicht beim Werferfünfkampf des TV Alzey

Beim Werferfünfkampf des TV Alzey am vergangenen Samstag haben vor allem die Alzeyer Spitzenathleten für die Glanzlichter gesorgt. In überragender Form präsentierte sich Karl-Herbert Müller (*1954). Der deutsche Meister begann im Hammerwerfen mit neuer Bestleistung von 44,72 m, war im Gewichtwerfen mit 15,42 m etwas unter Wert, stieß die Kugel 13,30 m, verbesserte sich im Speerwerfen auf 32,66 m und nutzte dann beim Diskuswerfen die optimalen Bedingungen zu einer Weltklasseleistung von 51,63 m, mit denen sich der 53-Jährige unter die sechs weltbesten Diskuswerfer vorgearbeitet hat. Mit 3275 Punkten sorgte Müller für das Topergebnis der Veranstaltung und verbesserte seine Bestleistung um 70 Punkte.
Auch Lothar Koch (*1971, TV Alzey) nutzte die guten Bedingungen zu einer bemerkenswerten Steigerung. In Bad Oeynhausen war er bei den Deutschen Werfermehrkampfmeisterschaften im Hammerwerfen auf rutschigen Anlagen nur auf 37,82 m gekommen. Er verbesserte sich auf 44,71 m, mit denen er seine alte Bestleistung um über zwei Meter übertraf, mit der Kugel erreichte er 14,53 m, den Diskus warf er 39,71 m, mit dem Speer verbesserte er sich auf 43,18 m und im Gewichtwerfen warf er mit 14,05 m Jahresbestleistung. Der deutsche Vizemeister steigerte sich auf 3178 Punkte und war mit seinem letzten Test vor den Seniorenweltmeisterschaften in vier Wochen in Riccione mehr als zufrieden.
Kristina Telge (*1970, TV Alzey) unterstrich ebenfalls ihre gute Form. Die deutsche Meisterin begann im Hammerwerfen mit 39,56 m verhalten und steigerte dann ihre Bestleistung im Gewichtwerfen von 12,48 m auf 13,28 m, mit denen sie sich an die Spitze der deutschen Rangliste setzte. Im Kugelstoßen blieb mit 10,93m etwas unter ihrem Niveau. Nach 31,35 m im Diskuswerfen und neuer Bestleistung im Speerwerfen von 32,00 m hatte sie mit 2993 Punkten eine neue Bestleistung erzielt. Auch Kristina Telge fährt nach Riccione.
(aus Allgemeine Zeitung Mainz, 17.08.08)


Osterode: Renate Behrens (W50) springt 4,91m weit

Guten Zuspruch fand das Jubiläumssportfest der LG Osterode am Mittwoch dieser Woche. Insgesamt 228 Athleten waren am Start, darunter 44 Masterssportler. Überzeugende 4,91m (W: 0,0) weit sprang Renate Behrens (*1957, Eintracht Hildesheim) im Jahnstadion des Harzstädtchens.Im 100m Sprint erreichte sie außerdem 14,28sec (W:0,0) und wurde damit Dritte im ersten Zeitlauf; vor ihr lag Lorett Raabe (*1969, LG OHRA Hörselgas) mit 12,80sec. Hannelore Bezold (* 1949, LG Göttingen) lief die 3000m in 12:49,02min.
M60-Mittelstreckler Helmut Ringhand (*1946, VLG Magdeburg) lief die 1000m in 3:10,29min. Auf die Hundertstel zeitgleich in 3:21,43min kamen die beiden Vereinskameraden Joachim Engelhardt (*1942, HSV Medizin Magdeburg) und Bernd Krüger *1942, HSV Medizin Magdeburg) gemeinsam auf Rang 18. Über 400m traten Thomas Biedermann (*1966,HSG Nordhausen, 52,25sec) und Gert Deppe (*1964 OTB Osnabrück, 53,47sec) leider in unterschiedlichen zeitläufen an. In der Gesamtwertung wurden sie dritter und Vierter vor Manfred Vollmer (*1957, Einbecker SV) der 56,52sec lief. 24,40sec über 200m sprintete Heiko Tute (*1961, OTB Osnabrück) und verpasste damit aber unerwartet deutlich die 24-Sekunden-Marke.
Die Resultate aus Osterode finden sich hier...
(17.08.08)