Annettes Seite 2005:
Meine Informationen und Nachrichten für die deutsche Masters-Leichtathletik
Alles Gute für das Neue Jahr
Das Team von www.masters-sport.de wünscht allen Lesern einen guten Rutsch und alles Gute für das Neue Jahr.
Ab sofort sind Online-Anmeldungen für den 33. Berlin-Marathon 2006 möglich. Nach einem vielleicht kalorienreichen Weihnachtsfest können Sie mit einer Anmeldung ihre Fitness-Ambitionen für das Neue Jahr untermauern. Die Vorbereitungen für den kommenden Berlin-Marathon laufen bereits auf Hochtouren. Traditionell am letzten September-Wochenende wird der Berlin-Marathon am 23. und 24. September 2006 gestartet.
Unter www.berlin-marathon.com wurde gestern die Online-Anmeldung inzwischen freigeschaltet - und binnen weniger Minuten lagen rund ein Dutzend Meldungen vor. Interessenten können sich dort alternativ auch ein Formular ausdrucken lassen und sich damit schriftlich anmelden. Die offizielle Ausschreibung in Papierform erscheint in Kürze.
Die Veranstalter: "Der Andrang auf die Startplätze ist hoch, frühzeitiges Melden sichert Ihren Startplatz und ist preisgünstiger. Das Startgeld wird weiterhin konstant bleiben: Für 50 Euro können Sie Deutschlands spektakulärsten Lauf erleben." (30.12.2005)
Mit einem Aufruf zur Teilnahme am Stabhochsprung der Klassen M60, M65 und älter bei der Hallen-DM in Erfurt 2006 wollen die aktiven Ü60-Stabhochspringer die Disziplin in ihrer Altersklasse doch noch bei den bevor stehenden Deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren in Erfurt ermöglichen.
Der Hintergrund: Es wurde versäumt, diesen Wettbewerb offiziell in die Ausschreibung aufzunehmen. Die erfahrene Organisatorin Heidi Pratsch bestätigte jetzt, der Zeitplan lasse den Wettkampf zu, nämlich am Sonntagmittag. Inzwischen trommelt daher Stabhochsenior Reinhard Dahms (*1939, SV Polizei Hamburg), um doch möglichst viele Springer zu mobilisieren und DLV-Seniorenwartin Margret Lehnert zu überzeugen.
Durchaus mit Erfolgschancen; denn allein in den letzten Tagen zeigten 17 (!) der M60+-Stabhochspringer Interesse an der Hallen-DM. Die Liste reicht bereits von A wie Hermann Albrecht, über G wie Rolf Geese und Siegbert Gnoth bis U wie Günther Urban. Das Fazit von Reinhard Dahms, gegenwärtig "Kontaktmann für meine stabspringenden Sportskollegen M60 und älter: 'Alle erreichbaren Senioren wollen die offizielle Einführung des Stabhochsprungs bei der Hallen-DM!'"
Die Voraussetzung für Erfurt, so der Hamburger, "Margret Lehnert erteilt die Zusage. Da die jedoch noch aussteht und bis zum Meldeschluss nicht 100% sicher ist, sollten alle Interessierten ihre Startmeldung über den eigenen Verband abgeben. Denn dann können wir in jedem Falle mit den jüngeren M55-igern am Sonnabend oder - bei höherer Teilnehmerzahl - eben doch getrennt am Sonntag springen!" Das sei nur gerecht, da auch die Frauen bis W55 die beiden letzten Jahre Stabhoch gesprungen sind, und das bei einer eher geringen Beteiligung pro Altersklasse. (26.12.05)
Auch in diesem Jahr präsentiert Klaus Michalski wieder seine schon legendäre Sylvesterlauf-Seite im Internet, die vor allem alle Sylvesterläufe in Niedersachsen und Bremen auflistet. Eine bundesweite Zusammenstellung der diesjährigen Sylvesterläufe findet sich in der Dezember-Zusammenstellung bei www.lauftreff.de, der Webseite von Helge Schroeter-Janssen.
Der neben dem Sylvesterlauf in Trier, dem - so die Veranstalter- "deutschen Sao Paulo", mit 4500 Teilnehmern größte und bekannteste deutsche Silvesterlauf in Bietigheim, im Ellental unter dem weithin bekannten Viadukt, findet in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Als echter, unverwechselbarer Silvesterlauf über 11,6km ist Bietigheim nicht nur ein sportlicher und gesellschaftlicher Höhepunkt in der Region und in Deutschland, sondern auch ein Kultereignis ersten Ranges, das die aktiven Läufer und Läufeinnen und immer mehr Laufteams, Firmenmannschaften, deren Begleiter, Freunde und auch die Zuschauermengen in seinen Bann zieht. In diesem Jahr wird auf einem etwas veränderten Kurs gestartet. Die Strecke beträgt 11,6km.
Noch länger ist die Strecke beim 24. Internationalen Silvesterlauf von Werl nach Soest, bei dem Ansgar Varnhagen (LG Olympia Dortmund) seinen vierten Erfolg in Reihenfolge anstrebt. Der 26 Jahre alte Dortmunder ist Favorit auf der 15 Kilometer langen Strecke entlang der Bundesstraße 1. Erwartet werden rund 8000 Starter.
Im niederrheinischen Pfalzdorf dürften mehr als 2500 Laufsportler das alte Jahr verabschieden, dieser Sylvesterlauf nahe Kleve platzt inzwischen aus allen Nähten; am 28.12. ist Meldeschluss (online) und Nachmeldungen sid nicht möglich. Ähnlich hoch sind auch die erwarteten Teilnehmerzahlen beim Frankfurter Sylvesterlauf, den Spiridon Frankfurt ab 12 Uhr an der Wintersporthalle am Frankfurter Waldstadion (neudeutsch: Commerzbank Arena) organisiert. Bis eine Stunde vor dem Rennen sind noch Nachmeldungen möglich. Fünf Minuten vor dem Hauptlauf, der um 12.05 Uhr beginnt, startet der Elitelauf für Männer mit einer Bestzeit unter 35 Minuten und Frauen mit einer Bestzeit unter 40 Minuten. Die hessische Marathonmeisterin Veronika Ulrich (*1968, LG Neu-Isenburg/Heusenstamm) strebt nach ihren Siegen 2003 und 2004 den Hattrick an.
Im Münchener Olympiapark werden knapp 4000 Sylvesterläufer erwartet. Die Teilnehmer kommen vorzugsweise aus Bayern, aber auch den anderen Bundesländern, Österreich, Schweiz, Italien, Polen, Tschechien, Litauen, Russland usw. Es starten überwiegend Hobbyläufer, aber auch Spitzenathleten aus den oben genannten Ländern. Seit 1997 ist der MRRC München, Oberbayerns größter Laufsport- und Triathlonverein, verantwortlich für die Organisation des Münchner Silvesterlaufs - heuer ist es der 22!
Wie in Hamburg-Volksdorf, wo auf der 2,6km - 10,4km langen Naturstrecke um die Teichwiesen mindestens 1000 Läuferinnen und Läufer erwartet werden, dominiert auch in Berlin der Spaßfaktor: Beim 30. Berliner Silvesterlauf, der 12 Stunden vor Mitternacht am Mommsenstadion in Charlottenburg gestartet wird, geht ein buntes Feld an den Start, denn viele Läufer rennen die Strecken zwischen zwei und vier Kilometer kostümiert. So sind am Silvestertag Clowns, Kellner, Häftlinge oder Teufel im Grunewald unterwegs.
Wer den Lauf verpasst hat, kann schon 24 Stunden, nachdem das Laufjahr mit dem Silvesterlauf zu Ende gegangen ist, am Brandenburger Tor das Neue Jahr laufend begrüßen. Denn schon um 12 Uhr mittags startet dort der SCC-Neujahrslauf, ebenfalls ein Rennen ohne Wettkampfcharakter, also ohne Zeitnahme und Ergebnislisten. Daher ist auch keine vorherige Anmeldung nötig. Läufer und Walker können einfach spontan zum Brandenburger Tor kommen und locker mitjoggen. Das Besondere: Der Berliner Neujahrslauf steht unter dem Motto UNICEF Running for Children. Anstelle eines Startgeldes werden Spenden zugunsten des Kinderhilfswerkes gesammelt. Einige tausend Euro kamen bei den letzten Auflagen jeweils zusammen.
(25.12.05)
"Bei dieser Geschichte", sagt Dietmar Ulrich, "habe ich mich bisher zurückgehalten." Kriminalkommissar Ulrich ist erst seit vier Jahren Vorsitzender des SC Eintracht Hamm. Und "diese Geschichte" hat sich vor seiner Zeit in der westfälischen Provinz abgespielt, in den 80er-Jahren, in der Hochzeit des Anabolika-Dopings.
Dass sie Ulrich nun einholt, liegt an dem, was die Schriftstellerin Ines Geipel ausgelöst hat mit ihrem Antrag an den Deutschen Leichtathletik Verband (DLV), ihren Namen aus dem dopinggestützten 4 x 100-Meter-Vereinsweltrekord des SC Motor Jena von 1984 zu streichen. Nach anfänglichen Ausweichmanövern rang sich der DLV ein Bekenntnis zu seinem Präsidiumsbeschluss von 2000 ab, wonach gerichtsfeste Beweise zur Löschung von unsauberen Rekorden reichen. Seit Oktober prüft eine Kommission nun alle Bestmarken. "Eine faire Chance für den Nachwuchs statt Orientierung an vergifteten Rekorden" - so plädierte erst Geipel, eine der Nebenklägerinnen in den Prozessen zum DDR-Zwangsdoping, dann der DLV. Auf erfolgreiche Hammer Nachwuchsathleten ist Dietmar Ulrich ziemlich stolz. Einige trainiert er selbst und legt "die Hand dafür ins Feuer, dass alles sauber läuft".
So war es nicht immer - weshalb dem DLV der unerfreuliche Rückblick in die westdeutsche Leichtathletikgeschichte bevorsteht. Am 20. Februar 1988 liefen vier Hammer Sprinterinnen das Staffelrennen ihres Lebens: Helga Arendt, Silke Knoll, Mechthild Kluth und Gisela Kinzel absolvierten in Dortmund die 4 x 200 Meter in 1:32,55; das war Hallenweltrekord. Die Unhaltbarkeit des Rekordes brachte eine Anzeige des Heidelberger Doping-Aufklärers Werner Franke ans Licht. 1994 verurteilte das Amtsgericht Hamm den früheren Cheftrainer des Vereins, Heinz-Jochen Spilker, und seinen Assistenten Jörg Kinzel wegen der Weitergabe von Anabolika.
Kronzeuge Kinzel hatte das, was man heute wie damals im Westen "biografische Falle" für Spitzenathleten nennt, ausführlich geschildert: Wie 1984 ein Formtief von Gisela Kinzel das erfolgsabhängige Familieneinkommen schmälerte, wie Spilker dann mit der "Möglichkeit einer medikamentös bedingten Leistungsverbesserung" lockte, so dass man schließlich "nicht lange überlegte". Fortan wirkte das Anabolikum Stromba als Tempomacher.
Den Gerichtsakten liegt das Trainingstagebuch von Silke Knoll bei. Am 19. Januar 1988 malte sie das erste blaue Quadrat für die Einnahme einer Stromba-Pille. Trainer Spilkers Rezeptur: Schlucken bis etwa 18 Tage vor dem Wettkampf. Klarer kann die anabole Vorbereitung des Rekords am 20. Februar nicht dokumentiert sein. "Konspirative Absicherung" kriminellen Tuns bescheinigte das Gericht Spilker, weil er später auch das nicht zugelassene Anabolikum Anavar vergab. Er schwieg im Prozess, und so hält es der mittlerweile zum Vizepräsidenten des Thüringer Landessportbundes aufgestiegene Anwalt bis heute. Per Fax lässt er nur mitteilen, er habe einen Schlussstrich gezogen. Außerdem: Die 4 x 200 Meter würden "extrem selten" gelaufen: "Entsprechend", so fährt er fort, "ist die Relevanz diesbezüglicher Rekorde und/oder deren Streichung einzustufen."
Die Missachtung Spilkers zeigt, mit welchen Mentalitäten es der DLV zu tun bekommt. Er hat sie selbst lange gedeckt. Helmut Digel, Vizepräsident des Weltverbandes IAAF, dessen Votum für den Geipel-Vorstoß die Rekordprüfung erst ermöglichte, hatte schon nach dem Hammer Urteil einen Handlungsbedarf erkannt. Doch als damaliger DLV-Chef hielt er den im Prozess belasteten Sprint-Bundestrainer Wolfgang Thiele bis zum Jahr 2000 im Amt. Thiele, ohnehin seit Olympia 1976 unter Verdacht, soll auch Doping-Know-How aus der DDR angewandt haben. Wie Spilker: Dem hat angeblich der Rostocker Wolfgang Meier, Coach von Marita Koch, Doping-Interna geflüstert. Kochs 400-Meter-Weltrekord gilt als einer für die Ewigkeit. Die manipulierte Hammer Weltbestmarke wurde 2005 von einer russischen Staffel geknackt. In der deutschen Rekordliste steht sie noch immer.
Geht es nach Dietmar Ulrich, dem Vorsitzenden des SC Eintracht Hamm, bleibt es dabei nicht. Er wird dem Vereinsvorstand vorschlagen, die Streichung des Rekords zu beantragen: "Eine saubere Lösung, auch für unsere Glaubwürdigkeit." Womöglich, so hofft der Kommissar, zeigen dann andere Vereine ebenso Neigung, ihre Historie zu recherchieren. Der SC Motor Jena etwa, der nicht nur den Rekord, den Ines Geipel annullieren will, in Frage stellen müsste. Der Juristin Anne Jakob, der Anti-Doping-Beauftragten des DLV, die im Kommissionsauftrag die Akten sichtet, wäre ein derartiger Beistand willkommen: "Auch von Athleten, wenn sie das wollen." Bisher ist beim DLV keine Reaktion eingegangen. (von Grit Hartman aus Berliner Zeitung, 24.12.05)
Noch immer führt der Deutsche Leichtathletik-Verband Bestmarken, die nachweislich auf Doping zurückzuführen sind. Die taz stellt exemplarisch vier Fälle vor. Ines Geipel, ehemalige Sprinterin des SC Motor Jena, hat unlängst die Streichung ihres Namens aus den Rekordlisten des Leichtathletik-Verbandes (DLV) gefordert. Geipel war Teil der 4x100-Meter-Staffel von SC Motor Jena, die 1984 die Zeit von 42,20 Sekunden lief und damit immer noch den deutschen Vereinsrekord hält. Sie sei ins systematische Dopingsystem der DDR eingebunden gewesen, argumentiert Ines Geipel, der Rekord sei also mit unlauteren Mitteln zustande gekommen.
Geipel, damals noch Ines Schmidt, lief gemeinsam mit Bärbel Wöckel, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr. Der DLV hat daraufhin am 12. Oktober dieses Jahres eine Kommission einberufen, die sich mit jenen Rekorden befasst, die in der Hochphase des Anabolikadopings erzielt worden sind. Bestmarken aus Ost und West sollen geprüft werden, erklärt Dr. Anne Jakob, DLV-Justiziarin und Kommissionsmitglied, gegenüber der taz. Sie selbst habe bereits zahlreiche Sportlerakten durchgearbeitet, weitere Prüfungen stünden in den nächsten Monaten an. Der DLV verlangt, es müsse ein kausaler Zusammenhang zwischen Doping und dem Rekord nachweisbar sein. Auch sollten sich die AthletInnen selbst des Dopings bezichtigen.
Dass ein Dopingrekord ganz einfach gelöscht werden kann, zeigt der Fall des US-Sprinters Tim Montgomery. Sein 100-Meter-Weltrekord von 9,78 Sekunden wurde gestrichen, weil durch Aktenfunde und Zeugenaussagen bewiesen werden konnte, dass er gedopt hatte. Dazu war nicht einmal ein positiver Test nötig. Die taz geht im Folgenden dem Staffel-Vereinsrekord sowie drei weiteren deutschen Rekorden nach, die nachweislich auf Doping zurückzuführen sind, aber immer noch in den Rekordlisten des Verbandes stehen, wie viele andere auch - allein bei den Frauen sind es 18 zweifelhafte Bestmarken: von Heike Drechsler (Weitsprung, 7,48 Meter) bis Marlies Göhr (100 Meter, 10,81 Sekunden).
4x100-Meter-Vereinsrekord, 42,20 Sekunden, erzielt am 2. Juni 1984 in Erfurt: Eine Selbstbezichtigung von Ines Geipel ist bereits im Rahmen des Berliner Dopingprozesses erfolgt, sie gehörte zu den Nebenklägerinnen.
Und eigentlich muss man die Umstände des 4x100-Meter-Vereinsrekords der Frauen nicht lange untersuchen, um herauszufinden, dass alle Läuferinnen des SC Motor Jena gedopt waren. Aus medizinischen Akten, die bereits im Buch "Doping-Dokumente" von Brigitte Berendonk im Jahr 1991 veröffentlicht wurden, geht hervor, dass den Sprinterinnen Ines Schmidt (Geipel), Bärbel Wöckel, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr seit 1983 leistungssteigernde Mittel verabreicht wurden. Im Jahr 1984 standen alle insgesamt 17 beziehungsweise 18 Wochen unter Dope. Kausaler kann ein Dopingnachweis nicht sein. Zusätzlich existiert ein Dopinggeständnis des damaligen Trainers des SC Motor Jena im Bereich Frauensprint. Horst-Dieter Hille wurde während des Berliner Dopingprozesses 2000 vernommen, seine Aussagen waren - ebenso wie die Geständnisse der im Folgenden erwähnten Sportlerinnen - in der damals öffentlich verlesenen Anklageschrift enthalten. Heute befinden sich diese Dokumente in der Lyndon B. Johnson Library of Contemporary History der Universität in Austin, Texas. Zurzeit werden sie ins Englische übersetzt und sollen bald in beiden Sprachen über das Internet abrufbar sein.
Horst-Dieter Hille gibt zu, seine Athletinnen mit den körperschädigenden Substanzen versorgt zu haben. Zwar habe er Testosteron-Spritzen abgelehnt, er sei aber der Ansicht gewesen, "dass Oral-Turinabol in Ordnung geht. Das habe ich auch meinen Athleten, so wie es mir die Ärzte mitgeteilt haben, weitergereicht. Ich war als Trainer an die Verbandskonzeption gebunden. Da konnte man nicht von abweichen." Selbst die genaue Dosis gibt Hille an: "Ich habe immer versucht, im unteren Bereich zu bleiben, also nie mehr als zwei oder eine Tablette, zwei waren das Höchste. Ich meine die hellblauen Oral-Turinabol-Tabletten."
100 Meter Hürden, 12,42 Sekunden, erzielt am 8. Juni 1983 in Berlin: Die in Magdeburg geborene Bettine Jahn hält den Rekord, die neuntschnellste Zeit, die jemals weltweit erzielt wurde. Am selben Tag und am selben Ort lief übrigens auch Marlies Göhr ihren deutschen Rekord über 100 Meter - so viel zu den gut getimten "unterstützenden Maßnahmen ausgewählter Sportler zur Vorbereitung auf die Wettkampf-Höhepunkte im Olympiazyklus 1980/84", wie es in einem Doping-Vergabepapier heißt.
Die heute 47-jährige Jahn stand lange im Schatten der Hürdensprinterin Kerstin Knabe; den größten Erfolg feierte sie 1983 bei der Hallen-EM in Budapest, wo sie über 60 Meter Hürden Europameisterin wurde und eine neue Weltbestleistung lief. Im November 1997 hat Jahn im Rahmen der Zeugenvernehmung zum Ewald/Höppner-Prozess die Einnahme von Dopingpräparaten gestanden. 1977/1978 habe ein Gespräch mit ihrem Trainer Eidam stattgefunden, der ihr erklärt habe, ohne leistungsfördernde Medikamente hätte man keine Chance, Weltniveau zu erreichen. "Ich habe mich dann freiwillig und ohne Zwang selbst dafür entschieden, diese Mittel zur Leistungssteigerung einnehmen zu wollen", gesteht Jahn. 1983 - also im Jahre ihres deutschen Rekordes - habe sie auch "in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt (WM in Helsinki im August 1983) Injektionen" erhalten. Über schädigende Nebenwirkungen sei sie nicht ausreichend aufgeklärt worden - lediglich auf Probleme mit der Regelblutung.
Bettine Jahn erklärt weiter, dass sie "eine deutliche Leistungssteigerung bemerkt" habe. Auch wusste sie durch Gespräche mit anderen Sportlern, "dass der Einsatz und die Kontrolle von Anabolika zentral gesteuert in fast allen Sportarten erfolgte". Pikant ist übrigens, dass Jahn Bernd Schubert als ihren Cheftrainer angibt - er war bis 2004 auch Cheftrainer des DLV. Jahn hat damals keinen Strafantrag gestellt. Sie selbst habe außer Muskelverhärtungen keine Schädigungen erlitten, auch ihre beiden Kinder sind gesund.
800 Meter, 1:55,26 Minuten, erzielt am 31. August 1987 in Rom: Sigrun Wodars war ein Lauftalent. Den Spähern ist sie früh aufgefallen. Ihr Stil wird als "leicht, federnd und doch kraftvoll" beschrieben. Wodars lief auf dem Königsweg des DDR-Fördersystems zu großen Erfolgen: Olympiasieg 1988, Weltmeistertitel 1987 und zig nationale Meistertitel. Beim SC Neubrandenburg war sie Teil des "Gladrow-Expresses". Walter Gladrow war der Trainer von Wodars und Christine Wachtel, der zweiten bekannten Mittelstrecklerin des Sport-Clubs. Das "Symbioseunternehmen" Wodars/Wachtel kam nicht nur durch straffe Führung und hartes Training in Schwung, sondern auch durch die so genannten unterstützenden Mittel (uM).
Nichts anderes als die vermännlichend wirkenden Dopingmittel Oral-Turanibol (hellblaue Pillen) und STS (weiße Pillen) verbarg sich hinter dem verharmlosenden Kürzel uM. Gladrow, nach der Wende sogar zum Bundestrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) aufgestiegen, kam die Aufgabe zu, die Pillen an seine Sportlerinnen zu verteilen. Das geschah nicht in der Gruppe, sondern unter vier Augen. Dies legt die Aussage von Sigrun Wodars, spätere Grau, nahe, die sie im März 1998 zu Protokoll gegeben hat. "Oral-Turanibol habe ich erstmalig ab November 1983 von meinem damaligen Trainer, Herrn Gladrow, bekommen", heißt es da. Die Pillen seien zum "Abpuffern der Trainingsbelastung" vergeben worden - neben Präparaten wie Dynvital oder Athletovit. "Als verbotenes Mittel oder gar Dopingmittel habe ich es nicht angesehen. Auch heute sehe ich OT nicht als Dopingmittel an. Auch wenn es als Anabolikum auf der Dopingliste geführt wird."
Die blauen Pillen wurden auch damals schon in den Dopinglisten geführt, was die DDR-Offiziellen nicht daran hinderte, im großen Stil Hormone an ihre Sportler zu vergeben. Grau hat zugegeben, von November 1983 bis Mitte 1990 gedopt zu haben, auch wenn die ehemalige Kaderathletin das Wort Doping nicht benutzt: "Ich habe jeweils zwei Einnahmezyklen jährlich absolviert, deren Länge 2-3 Wochen andauerte. Während der ganzen Zeit habe ich immer nur eine Tablette täglich eingenommen. Dabei handelte es sich nach Anweisung von Herrn Gladrow um OT- bzw. STS-Tabletten." Dieses Bekenntnis ist an Eindeutigkeit nicht zu überbieten, zumal Grau sogar angibt, wie und worin sie die Mittel erhalten hat: "Ich habe die Tabletten von ihm (Gladrow) abgezählt für einen Einnahmezyklus lose erhalten. Die Tabletten befanden sich in aller Regel in einem ausgedienten Vitamin-C-Röhrchen", führt die ehemalige Rundenläuferin im Detail aus. DDR-Mediziner ließen regelmäßig die Leberwerte überprüfen. Von einer körperlichen Schädigung will Grau nichts wissen. Sie verneint entsprechende Nachfragen.
Bereits 1999 drohte ihr die Aberkennung des 800-Meter-Rekordes. Der frühere Leiter des Sportmedizinischen Dienstes der DDR, Dietrich Hannemann, einer der Köpfe des systematischen Betrugs, war vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin zu einem Strafbefehl in Höhe von 45.000 Mark verurteilt worden. In der schriftlichen Urteilsbegründung stand unter anderen der Name Sigrun Wodars; ihre Verstrickung in das Dopingsystem wurde aufgeführt. Der DLV tagte und kam zum Schluss, dass "die Einbindung in ein Dopingsystem zum Zeitpunkt der Rekorderzielung" einem Geständnis der Athletin gleichkomme und mit Aberkennung des Rekordes zu ahnden sei. Passiert ist nichts. Sigrun Grau sagt, sie würde die Pillen wieder nehmen, "in dieser geringen Dosierung".
1.000 Meter, 2:30,67 Minuten, erzielt am 17. August 1990 in Berlin: Christine Wachtel und Sigrun Wodars, die Neubrandenburg-Twins, schienen bei ihren Läufen auf den Tartanbahnen dieser Welt eine stille Übereinkunft zu haben. Im Freien siegte Wodars, drinnen schnappte sich die Konkurrentin aus dem eigenen Klub Platz eins. Wachtel, wie Wodars mittlerweile 40 Jahre alt, wurde zweimal Hallenweltmeisterin, und wie es sich gehörte, gönnte sie ihrer Trainingspartnerin bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul den Sieg. Wieder einmal hatte es ihr Heimtrainer Walter Gladrow geschafft, die schnellen zwei "auf den Tag fit zu machen", wie Wachtel einmal die Fähigkeiten ihres Coaches rühmte. Des Trainers Geschick basierte auch auf der Vergabe von Dopingmitteln an seine Läuferinnen. Wachtel, die den deutschen Rekord über 1.000 Meter hält und auch lange Zeit den Hallenweltrekord über 800 Meter, weiß davon zu berichten - im November 1997 vor Beamten der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität in Berlin.
Anders als Sigrun Grau gibt sie an, die Hormonpräparate in Tablettenform von dem Arzt Dr. Stemmler erhalten zu haben. "Herr Dr. Stemmler erklärte mir, dass man mit diesen Tabletten eine höhere Trainingsbelastung durchhalten kann und dadurch eine Leistungssteigerung erreichen kann." Allerdings war dies eine verbotene Methode der Aufpeppung. Sie habe die Tabletten "ohne Originalverpackung in der Menge für einen Einnahmezyklus" erhalten, gibt Wachtel zu Protokoll. Der Zyklus dauerte etwa zehn Tage - entweder hatte sie Oral-Turanibol oder STS zu schlucken.
Übers Jahr verteilt gab es zwei oder drei solcher Anabolikakuren. Wachtel gibt zu, die Tabletten von 1985 bis etwa 1990 eingenommen zu haben. 1990 lief sie den deutschen Rekord. Eine zeitliche Nähe besteht ebenso wie eine Verwicklung ins Dopingsystem der DDR - Kriterien, die eine Streichung der Bestmarke erforderlich machen. Sie habe, äußert Wachtel, die Einnahme der "unterstützenden Mittel" jedoch nicht als Doping wahrgenommen, und das Wort Anabolika sei ihr damals nicht geläufig gewesen. Der Arzt bat sie nichtsdestotrotz, "mit niemandem - weder im Sportler- noch im Familienkreis - darüber zu reden".
Christine Wachtel hat ihre sportliche Karriere 1994 beendet. Danach versuchte sie sich unter anderem als Inhaberin eines "Pizzabackhauses" durchzuschlagen. Auf eine Anzeige wegen Körperverletzung hat sie verzichtet. "Ich bin ja nicht verletzt", begründete sie ihre Entscheidung.
Die angeführten Rekorde könnten umgehend gelöscht werden. Damit, wie es Ines Geipel fordert, "junge Athleten heute wieder Rekorde laufen können". (von Jutta Heess und Markus Völker in der taz, 24.12.05)
Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) ist bereit auf individuellen Wunsch eines Athleten dessen Rekord aus den Bestenlisten zu streichen. Wenn jemand selbst angibt, seinen Rekord unter unfairen Voraussetzungen erschwommen zu haben, ist es sein gutes Recht, diese Zeit aus den Listen tilgen zu lassen, zitiert der Sportinformationsdienst den DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff. Im gegensatz dazu hatte der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) einen entsprechenden Antrag der ehemaligen DDR-Sprinterin Ines Geipel (früher Schmidt), ihren Namen aus dem 4x100 Meter-Staffelrekord aus dem Jahre 1984 zu streichen, nicht befürwortet. Statt dessen war im Oktober eine Kommission eingesetzt worden, um den Antrag der Berlinerin zu prüfen. Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Schwimmerin Petra Schneider, zweifache DDR-Olympiasiegerin von 1980, hatte in der ARD den DSV zur Annullierung ihrer bis heute gültigen deutschen Rekordzeit über 400m Lagen aufgefordert. "Mein Rekord war von Doping beeinflusst. Der Rekord ist nur noch ein Rekord der Vergangenheit. Ich möchte, dass die aktuelle Rekordliste auf Null gesetzt wird", sagte die Chemnitzerin, die die Bestmarke von 4:36,10 Minuten am 1. August 1982 bei den Weltmeisterschaften in Ecuador gesetzt hatte.
Jürgen Fornoff bestätigte, dass eine Person aus den Bestenlisten gelöscht werden könne, wenn der offizielle Antrag gestellt werde. Dann sähe der DSV keinen Grund, "diesem Wunsch nicht nachzukommen". Der DSV betrachte dies als Sonderfall, bei dem die Dachorganisation des deutschen Schwimmsports das Recht der Einzelperson zu berücksichtigen habe. Das sei auch mit DSV-Präsidentin Christa Thiel abgestimmt, die als Juristin in Wiesbaden tätig ist. Auf der Ebene des europäischen Verbandes LEN oder des Weltverbandes FINA sei diese Frage sicherlich anders zu klären, sagte Fornoff. (23.12.05)
In memory of Torsten Carlius, to his Family Members and to the whole Masters Athletics Family
by Cesare Beccalli
On last November 18th, Torsten tried, unsuccessfully, to call me by phone, here in Brasil, two or three times. A very unusual fact, because we normally made contact easily by email. Being unable to reach me at a club where he knew that my wife Lidia and I often go, he eventually left a message on my phone automatic answering service. The message was: Good afternoon, Cesare, here Torsten, today is Friday November 18th, my time is 2.45 p.m. . Please call me within three hours, not more, because Im going to the airport to fly to Shanghai. When I returned home and retrieved this message just a little less than three hours had passed, I called him immediately, but he had already left, presumably only some minutes before.
Up to here, all normal, but the strange thing was that after retrieving Torstens message, my automatic message machine went out of order and any other person calling could not record his voice despite, but I could continue to see and hear a signal showing that someone was trying to called me after Id tried to call Torsten.
The only voice that the machine allowed me to hear was that of Torsten. To hear him three or four consecutive times so anxious to speak with me, and now knowing that he passed away, gave me an incredible emotional sensation and I was filled with a tremendous sense of emptiness.
Im greatly missing him, both from a human point of view as well as from a professional one.
Torsten was a great worker, available any time of the day, sometimes also in the night, always performing a high level job for our beloved sport.
I had the privilege to have him at my side as General Secretary in the last years of my WAVA Presidency and now, when he could no more be elected President, one of the main reasons for me running for WMA President has been his availability to once again assume the duties of General Secretary.
We have been both elected and were planning a long period of good cooperation in the interest of our WMA, but the destiny was written in another way.
As all persons who have very strong peculiar personal characteristics, he could be only well beloved and was seldom adverse, like someone in our association has been. However, no one can deny his dedication. In this regard he was very similar to me, and that is perhaps why I loved him so much and I totally disagreed with those who (a minority indeed) were not not fully appreciative of him .
Im missing a friend, one as close as a brother. WMA is missing one of the persons who did a marvellous job in the past, and was ready to continue to do so in the future. We can only cry for this human loss.
I do not personally know any of the members of his family, but let me say them how deeply and sincerely I wish to present them my with condolences. To all others belonging to the Masters Athletics world, I would like to say that the best way to honour Torsten, is to go on more and more pursuing that program which we had in mind and of which, so sadly, he can no more give his contribution other than through the memory of what he has worked so hard to create.
He will remain in my heart for ever. Long live his memory.
Cesare Beccalli, WMA President" (Quelle: WMA-Website, 22.12.05)
Das Jahr neigt sich dem Ende und die Ereignisse im kommenden Jahr werfen ihre Schatten voraus. Im ersten Viertel des neuen Jahres stehen sowohl die Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften im Februar in Erfurt sowie die 2. Senioren Hallen-Weltmeisterschaft vom 15. bis 20.03. im österreichischen Linz an.
Für die Hallen-Weltmeisterschaften liegen dem DLV nach einer Zwischenzählung zum jetzigen Zeitpunkt bereits 240 Meldungen vor. Bis zum Meldeschluss am 10. Januar 2006 sind es noch einige Tage, so dass, so Meike Hübler vom DLV, noch zahlreiche weitere Meldungen in den kommenden zweieinhalb Wochen eingehen werden. Allerdings sei das zuständige DLV-Referat Allgemeine Leichtathletik zwischen dem 24. Dezember bis 1. Januar nicht besetzt. "Alle Interessenten werden gebeten, dies zu berücksichtigen, falls noch Fragen zu den Meisterschaften und dem Meldeverfahren vorliegen."
Vierzehn Tage nach dem Meldeschluss für Linz ist bereits der Meldeschluss für die Deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren, die am 11. und 12. Februar in Erfurt stattfinden. Die Meldungen müssen hierzu bis Dienstag, den 24. Januar eingereicht werden, aber im Gegensatz zur WM-Meldung nicht direkt beim DLV in Darmstadt sondern beim eigenen Landesverband.
Inzwischen berichtet auch Carole Filer für die Meldungen aus Großbritannien und Nordirland verantwortlich von enormen Interesse an der 2. Hallen-WM. Kurz vor Weihnachten waren bereits 203 Athleten gemeldet, davon 134 Männer und 69 Frauen. Das sind jetzt schon rund 10 % mehr als in Sindelfingen 2004. Allerdings ist die Meldefrist (10. Januar) bekanntlich noch nicht zu Ende, laufend kommen noch Meldungen herein. (Quelle: eig. Recherchen und www.leichtathletik.de, 22.12.05, update 31.12.)
Weil die Athleten aus Afrika zu stark sind, haben die Veranstalter eines internationalen Cross-Laufs in Spanien keine Läufer aus Äthiopien, Kenia und Eritrea eingeladen.Wie die Zeitung "El Mundo" berichtete, ließen die Organisatoren des traditionellen Crossrennens von Venta de Banos für den Männerwettbewerb in diesem Jahr nur weiße Teilnehmer zu.
Sie begründeten dies damit, dass in den vergangenen Jahren die Äthiopier, Kenianer und Eritreer die Rennen so klar dominiert haben, dass bei den Fernsehzuschauern Langeweile aufgekommen sei. "Die Leute wollen lieber spanische Spitzenathleten sehen", sagte der Sprecher der Veranstalter, Miguel Alfambra Daza, der Zeitung. "In den vergangenen Jahren hatten die Afrikaner ein solches Tempo vorgelegt, dass die Rennen rasch entschieden waren. Für die Fans ist so etwas langweilig und für das Fernsehen ebenso."
Einige afrikanische Athleten hätten sich in diesem Jahr um eine Teilnahme beworben und sogar angeboten, etwas langsamer zu laufen. "Darauf konnten wir natürlich nicht eingehen, denn das wäre eine Manipulation gewesen", meinte Alfambra. "Es tat uns in der Seele weh, den Afrikanern die Teilnahme zu verwehren. Das gilt vor allem für den Äthiopier Sileshi Sihine, der ein Supertyp ist. Aber wir haben Sponsoren, die spannende Rennen verlangen." Sihine hatte 2003 in Venta de Banos gewonnen.
Die Spanier sind nach Angaben der Zeitung nicht die einzigen, die angesichts der haushohen Überlegenheit der afrikanischen Athleten Langeweile empfinden. Die TV-Anstalten in mehreren Ländern erzielten mit Europameisterschaften - trotz des sportlich schlechteren Niveaus - höhere Einschaltquoten als mit Weltmeisterschaften. Die Organisatoren des Cross-Laufs in Nordspanien seien die Ersten gewesen, die die Konsequenz gezogen hätten, einen "Lauf nur für Weiße" zu veranstalten. (22.12.05)
"Am 16. Dezember ging ihr langer Kampf gegen eine heimtückische, noch nicht heilbare Erkrankung zu Ende. Diesmal hatte sie keine Chance. Im Sommer 2002 wurde die Erkrankung zur Gewissheit, nachdem sie nur ein Jahr zuvor noch, trotz leichter Schmerzen, in Brisbane / Australien Vize-Weltmeisterin im Siebenkampf und über 80m-Hürden geworden war. Erika hat danach alle Stationen der Heilungsversuche durchlaufen, mit allen Tiefen und auch wieder kurzen Phasen der Besserung. Sie hat gegen ein frühes Ende angekämpft, wie man es nur von einer vom Sport geprägten Frau erwarten kann. Mit großer Bewunderung, aber auch vollem Verständnis ihrer Sportfreunde erfüllte sie im vergangenen Jahr noch die Bedingungen für das Sportabzeichen. Ihr Überlebenswille war riesig, aber mit nur 64 Jahren war am Ende der Tod nur noch eine Erlösung.Der 43-jährige Australier Steve Moneghetti hat am Wochenende in Geelong (Australien) eine neue Senioren-Bestmarke aufgestellt. Er legte im Stundenlauf 19,71 Kilometer zurück und damit deutlich mehr als der bisherige Rekordinhaber, der Belgier Jozef Eyckmans (19,149 km), vor neun Jahren. Ich habe oft gesagt, dass ich der beste 43-Jährige der Welt bin und jetzt habe ich es bewiesen, meinte der Routinier, der 1997 WM-Bronze im Marathon gewonnen hatte, nach dem Wettkampf. (Quelle: www.leichtathletik.de, 19.12.05)
Bei den 2. Weltmeisterschaften im 100 km-Lauf in Bariloche (ARG) gewannen die nordamerikanischen Ultraläufer neun Medaillen und stellten die Gesamtsieger bei den Männern und Frauen (m.: Mark Godale, w.: Amanda McIntosh). Mark Godale lief als Schnellster nach 8:28:10 Std. ins Ziel, während Amanda McIntosh mit 9:28:49 Std. erfolgreich war.
Der anwesende WMA-Präsident Cesare Beccalli (ITA) sah bei der schwach besuchten WM nur 40 Ultra-Läufer im Zieleinlauf (m.: 33, w.: 7). Deutsche waren nicht am Start. (Quelle: dm, evaa.nu; 19.12.05)
emadeus, der Club der Stiftung Deutsche Sporthilfe, ruft aktive und ehemalige Athleten zur Knochenmark-Typisierung auf. Anlass ist die Leukämie-Erkrankung des früheren Vize-Weltmeisters im Trampolinspringen, Mani Schwedler. Er ist dringend auf eine Knochenmark-Transplantation angewiesen. Mani Schwedler, der zusammen mit Christian Pöllath das Trampolinshow-Duo Flying Bananas bildet, ist seit 2000 an Leukämie erkrankt. Nach ersten Behandlungserfolgen und guten Therapieaussichten hatte sich seine Situation in diesem Jahr deutlich verschlechtert. Inzwischen ist er dringend auf eine Knochenmark-Transplantation angewiesen. Schwedler: Es ist zwar unwahrscheinlich, dass durch diese Aktion ein passender Spender für mich gefunden wird, aber es gibt Tausende andere Leukämie-Erkrankter, die auf einen Spender warten.
Sporthilfe-Chef Hans Wilhelm Gäb nannte die Hilfsaktion "ein hervorragendes Beispiel dafür, wie der Sport über Stadiongrenzen hinaus Verantwortung in der Gesellschaft übernimmt. Hier nutzen aktive und ehemalige Athleten ihre Vorbildfunktion, um möglichst viele Menschen zu animieren, sich ebenfalls typisieren zu lassen." Neben einem Aufruf an die 800 emadeus-Mitglieder ist in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Frankfurt Rhein-Main für Samstag, den 14. Januar 2006, eine zentrale Aktion zur Knochenmark-Typisierung in Frankfurt geplant.
Hartwig Gauder, Olympiasieger von 1980 im Gehen und emadeus-Beiratsmitglied, weist in diesem Zusammenhang auf den finanziellen Aspekt hin: "Es gibt kaum öffentliche Mittel für die Typisierung neuer Spender. Dieser Bereich finanziert sich deshalb überwiegend aus Spenden. Wir bitten daher auch um die finanzielle Unterstützung dieser Aktion."
Spendenkonto ARGE -KMSB (Arbeitsgemeinschaft der Knochenmarkspender-Dateien Deutscher Blutspendedienste)
Kennwort: Mani Kontonr. 723 6680 10 bei der Deutsche Bank (BLZ 500 700 10)
(19.12.05)
Die DAMM-Ranglisten 2005 sind jetzt online. Sie können auf der Internetseite des DLV abgerufen werden. Mehr... (19.12.05)
Wie zu jedem Jahreswechsel treten auch zum bevorstehenden Jahresanfang in der nationalen und internationalen Leichtathletik Neuerungen und Änderungen in Kraft. Einerseits fand vor der Weltmeisterschaft in Helsinki ein Kongress des Weltverbandes IAAF statt, der mehrere Regeländerungen beschlossen hat, andererseits hat der DLV-Verbandsrat auf seiner November-Sitzung über Veränderungen der nationalen Ordnungen entschieden.
Eine komplette Übersicht über die IAAF-Regeländerungen hat Klaus Hartz, das deutsche Mitglied des IAAF Technical Comittee, mit Kommentaren in einem Dokument zusammengestellt, dass auf leichtathletik.de heruntergeladen werden kann Die Druckvorlage zur Ausgabe 2006 der Internationalen Wettkampf-Regeln (IWR) liegt der Firma Hornberger bereits vor. Im Internetportal des DLV kann bereits die aktuelle Version der IWR eingesehen werden. Die Änderungen sind mit einem Balken am Seitenrand gekennzeichnet.
Hier einige der wichtigsten Neuerungen, die auch den Wettkampfbetrieb in Deutschland betreffen:
- International wird auch bei den Männern der Beginn der Seniorenklasse mit 35 Jahren festgelegt (bisher ab 40). National bleibt es bei der zusätzlichen Seniorenklasse M/W30; es ändert sich also hierzulande praktisch nichts
- Die Hürdenhöhe über 110 Meter der internationalen Juniorenklasse U20 wird auf 0,99 Meter gesenkt. Damit sind Hürdensprint und Zehnkampf der männlichen A-Jugend ab 2006 national und international identisch.
- Bisher war es möglich, dass der Schiedsrichter unter bestimmten Umständen einen ganzen Wettkampf neu ansetzen konnte. Jetzt ist er auch berechtigt, nur einen einzelnen Durchgang wiederholen zu lassen.
- Bisher war in Bezug auf die Reihenfolge nicht festgelegt, was bei weniger als acht Teilnehmern mit demjenigen geschieht, der im Vorkampf drei ungültige Versuche hatte. Er/sie startet nun im Endkampf vor den anderen. Haben sogar zwei oder mehr Teilnehmer drei ungültige Versuche, so starten diese in der Reihenfolge des Vorkampfs.
- Trikots sollen auf der Vorder- und der Rückseite die gleiche Farbe haben.
- Als unerlaubtes Hilfsmittel bei Wurfwettbewerben gilt das Benutzen von am Körper befestigten Gewichten.
- Der Boden rund um den Kreisring kann entweder betoniert oder aus synthetischem Material oder asphaltiert sein. Damit wird festgelegt, dass kein Gras oder weicher Boden direkt an den Kreisring anschließen darf.
- Ein Aufrauhen der Oberfläche des Wurfrings ist nicht erlaubt (war bisher nicht ausdrücklich verboten).
- Beim Hammerwurf ist es zulässig, wenn der Hammer bei der Drehung den Boden berührt hat, den Versuch abzubrechen und neu zu beginnen, vorausgesetzt, es ist dabei keine andere Bestimmung verletzt worden (z. B. Zeitüberschreitung).
- Beim Hammerwurf sind nur zwei Typen von Handgriffen erlaubt; der so genannte "Steigbügel" ist nicht mehr zulässig.
Einige Beschlüsse des DLV-Verbandsrats zu den DLV-Ordnungen:
- LAO: Der Ausbildungskostenersatz ist ersatzlos abgeschafft, das heißt, auf die Wechselfälle, die sich bis zum 30.11.2005 vollzogen haben, ist bei Vorliegen der Voraussetzungen ein Ausbildungskostenersatz zu zahlen. Beim Wechsel der Startberechtigung im Jahr 2006 dann nicht mehr.
- Ausländer, die seit mindestens zwei Jahren ihren Lebensmittelpunkt im Geltungsbereich des DLV haben, sind bei Deutschen Meisterschaften künftig teilnahmeberechtigt. Dies gilt jedoch mit der Einschränkung, dass sie im gleichen Jahr nicht an den nationalen Titelkämpfen ihres Heimatlandes teilnehmen. Diese Einschränkung gilt nicht im Seniorenbereich. Die Landesverbände sind berechtigt, für die Teilnahme an Landesmeisterschaften diese Zeitspanne zu verkürzen.
- Die Deutschen Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf der Jugend (bisher zusammen mit der Halbmarathon-DM ausgetragen) werden schon 2006 nicht mehr ausgeschrieben. Ab 2007 entfallen auch die DM 10 Kilometer Straße für Männer, Frauen, Junior/-innen und Senior/-innen.
- Für DMM-Ranglisten gelten ab 2006 die gleichen Vorgaben wir für Staffel-Bestenlisten. Das bedeutet, dass einzelne Sportler in verschiedenen Mannschaften und DMM-Gruppen ihres Vereins eingesetzt werden dürfen. Bisher durfte jeder nur in einer Mannschaft gewertet werden.
- Es wurden zusätzliche DAMM-Gruppen geschaffen: Für die Senioren M60 gibt es nun eine Gruppe 2 mit vier Wettbewerben, für die Senioren M70 eine Gruppe mit ebenfalls vier Disziplinen, gleiches gilt für die Seniorinnen W60. Die Wettbewwerbe sind 100 m, Weit, Kugel, 4 x 100 m. Die Disziplinen der DAMM W50 wurden neu festgelegt: 100 m, 800 m, Diskus, Weit, Kugel, 4 x 100 m.
Alle diese Änderungen in den Ordnungen des DLV können bereits auf der Homepage des DLV eingesehen werden. Auch hier sind die Änderungen mit einem Strich am Rand kenntlich gemacht. Alle Bestimmungen auf leichtathletik.de (Quelle: Eberhard Vollmer auf www.leichtathletik.de 19.12.2005, update 20.12.2005)
Im Fall des suspendierten Werfers Jan Voigt (*1954, Ahrensburger TSV) hat der Disziplinarausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes entschieden, dass der Athlet einen Dopingverstoß begangen hat. Er verhängte gegen den Athleten eine zweijährige Wettkampfsperre und bestätigte damit die Suspendierung vom 5. September 2005. Da der Zeitraum der Suspendierung auf die Sperre angerechnet wird, endet die Sperre am 8. September 2007.
Die offizuielle erklärung: "Die Analyse einer am 16. Juli 2005 bei einer Dopingkontrolle anlässlich der Deutschen Senioren-Meisterschaften II in Vaterstetten entnommenen Urinprobe des Athleten ergab einen Testosteron/Epitestosteron-Quotienten >4. Die zusätzlich durchgeführte Kohlenstoff-Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie (GC/C/IRMS) wies auf eine exogene Zufuhr von Testosteron oder Testosteron-Prohormonen hin. Testosteron zählt zur Gruppe der verbotenen anabol-androgenen Steroide. Weiterhin wurde in der Probe des Athleten das Vorhandensein von Ephedrin nachgewiesen, das zur Gruppe der im Wettkampf verbotenen Stimulanzien gehört."
Jan Voigt verzichtete sowohl auf die Durchführung der B-Analyse als auch auf eine mündliche Anhörung. er hat den Ahrensburger TSV verlassen und hatte sein Amt als Seniorenbeauftragter des Landesverbandes Schleswig-Holstein bereits im Juli unmittelbar nach den Dopingproben niedergelegt, ohne freilich da schon eine Verbindung zu seinem Doping deutlich zu machen (15.12.05)
Die Beisetzung des langjährigen WMA-Präsidenten Torsten Carlius, der Mitte November plötzlich in Schanghai (China) verstorben ist, findet am kommenden Donnerstag, 15. Dezember, um 10.30 Uhr in der Sankt Maria Kirche in Helsingborg (Schweden) statt. Anstelle von Blumen bitten die Angehörigen des Verstorbenen um Spenden zugunsten der "Carlius Foundation". Die Stiftung wurde 1971 durch Torstens Vater gegründet und unterstützt junge Leichtathletik-Talente in Helsingborg.
Carliusfonden
Bank: Skanes Provinsbank, Sweden
Kontonummer: 1207-14-07199
Swift code: DABASESX
IBAN: SE4712000000012071407199
(14.12.05)
Endlich ist es soweit: Die Werner-von-Lindehalle, zu den Olympischen Spielen als "Aufwärmhalle" erbaut, wird erneuert. Eigentlich sollte sie nach den Spielen 1972 wieder abgerissen werden, jetzt bekommt die Halle nach über dreißig Jahren ein neues Gesicht. Der Baubeginn bedeutet aber natürlich auch Einschränkungen für Training und Wettkämpfe in Bayerns Süden.
Die Halle wird in einer ungefähr einjährigen Umbauphase vollständig "entkernt": Die Kurven werden flacher, an díe Gegengerade kommt eine Tribüne und wenn man auf Höhe des Tartans unter den Tribünen durchgeht, kommt man zum neuen 110m langen Sprintschlauch. Die Kugelstoßanlage wird vom Innenraum verbannt und kommt, wie heutzutage üblich, hinter die Kurve im Norden der Halle. Aber auch die Seite der Zielgerade wird rundum erneuert: Neben neuen kleinen Räumen für Wettkampfbüro oder Ähnliches entsteht auch eine kleine Gymnastikhalle sowie ein Kraftraum. Von außen werden die Änderungen aber nicht sichtbar sein, da das Dach, wie überall im Olympiapark, nicht verändert werden darf.
Die Bauarbeiten bedeuten aber natürlich auch, dass es weder Wettkämpfe noch Trainingsmöglichkeiten in der Wintersaison geben wird. Für die Kaderathleten konnte eine vorübergehende "Notunterkunft" in der ZHS ermöglicht werden, aufgrund der absolut beengten Verhältnisse ist dort kein Vereinstraining möglich. Auch Kaderathleten benötigen einen eigenen Sonderausweis um zu den festgeschriebenen Zeiten am Training teilzunehmen. Vereins- bzw. Einzeltraining ist leider überhaupt nicht möglich.
Inwieweit die Bauarbeiten vor der nächsten Hallensaison abgeschlossen sein werden, ist momentan nicht zu sagen. Mit etwas Glück, kann aber die Wettkampfsaison 2007 schon in der neuen Lindehalle stattfinden. Für dieses Jahr hat der BLV den Rat parat, trainingsmethodisch "allgemein" zu trainieren und vielleicht den ein oder anderen Crosslauf anstatt sonst üblicher Hallenstarts zu absolvieren. Die renovierte Halle ist im Übrigen im Gespräch für eine der künftigen Masters-Europameisterschaften. (Quelle: BLVonline, 14.12.05)
Läufer lassen ungern ein Training ausfallen, selbst wenn sie sich krank fühlen. Wir möchten Ihnen bei der Entscheidung helfen, wann Sie auf das Laufen besser verzichten sollten. Wir Läufer sind ein hartnäckiges Völkchen, wenn es darum geht, einmal gesetzte Ziele in die Tat umzusetzen. Komme, was will, der Trainingsplan ist Gesetz und wird erfüllt. Kein noch so unfreundliches Wetter, Regen oder Hagel, aber auch kein Ziehen und Zwicken, kein Schnupfen oder Halsweh halten davon ab, die Laufschuhe zu schnüren. Eine Faustregel gibt es nicht. Dabei gäbe es gerade, wenn der Winter naht (und mit ihm die fast obligatorische Erkältungsgefahr), eine ganze Reihe vernünftiger Gründe, sich trotz fester Vorsätze ab und an eine Trainingspause zu gönnen. Weiter... (Quelle SCC-Berlin in Kooperation mit RUNNERS WORLD , 13.12.05)
Einer der ganz großen legendären Athleten der Sportgeschichte, Jesse Owens, der bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 vier Goldmedaillen gewann, hat jetzt posthum den IAAF Golden Order of Merit erhalte, die höchste Auszeichnung der IAAF. IAAF-Präsident Lamine Diack nutzte die Gelegenheit des jährlichen Treffens der USATF in Jacksonville, Florida, den Repräsentanten der Jesse-Owens-Foundation eigenhändig den Ehrenpreis zu übergeben.
Ich bin glücklich, daß ich in den frühen Siebzigern zweimal die Gelegenheit hatte, mit ihm zusammen zu treffen. Ich war sehr beeindruckt, nicht nur von den Weltrekorden in Ann Arbor und den vier Goldmedaillen von Berlin, sondern wie mutig er später als Mann mit den Herausforderungen umging, sagte Lamine Diack.
James Cleveland, genannt Jesse Owens wurde am 12. September 1913 in Oakville, Alabama geboten und wuchs in Cleveland, Ohio, auf. Ein Lehrer gab ihm den Namen Jesse, weil der Pädagoge die Betonung nicht richtig verstand, als der junge Owens sagte, er heiße "J.C." .
Er war Sohn einer armen Familie, und Owens war erst in der Lage das College zu besuchen, nachdem die Ohio-State-University seinem Vater einen Job verschaffte. Am 25. Mai 1935 stellte er bei den US-Meisterschaften in Ann Arbor neue Weltrekorde im Weitsprung, 220 yards und über die 220 yards Hürdenauf und egalisierte den Weltrekord im 100 yards Sprint - und das alles in 70 Minuten! Sein 8,13m-Weltrekord im Weitsprung wurde erst 1960, also 25 Jahre später, gebrochen.
Unvergessen bleibt sein Auftritt als Ausnahmeathlet bei den XI. Olympischen Spielen in Berlin 1936 in Berlin als Jesse Owens vier Goldmedaillen gewann: Über 100 m siegte er in 10,3 (Weltrekord und olympischer Rekord eingestellt), über 200 m in 20,7 (neuer olympischer Rekord), mit der 4 x 100 m Staffel in 39,8 sec (neuer Weltrekord und olympischer Rekord) hier wurde die deutsche Staffel Dritte in 41,2 sec - und er siegte schließlich klar im legendären Weitsprungduell mit 8,06 m vor dem Deutschen Luz Long mit 7,87 m.
Jesse Owens starb am 31. März 1980 im Alter von 66 Jahren.
Seine sportliche Triumphstätte, das Olympiastadion von Berlin, besuchte er häufig als Ehrengast; ihm zu Ehren ist eine Straße direkt am Berliner Olympiastadion benannt: Die Jesse-Owens-Allee. (Quelle: IAAF.org; 13.12.05)
Steffen Reiche ist neuer Präsident der Brandenburger Leichtathleten. Der Landesverbandstag wählte den Ex-Sportminister und jetzigen SPD-Bundestagsabgeordneten am Samstag in Potsdam in beeindruckender Weise, nämlich ohne jede Gegenstimme. Der 45jährige Hobbyläufer vom Potsdamer Laufclub steht nun gemeinsam mit den Vizepräsidenten Helmut Haußmann (Ludwigsfelde) und Jürgen Kulke (Cottbus) an der Spitze des 5000 Mitglieder starken Landesverbandes. "Es wird sicher keine leichte Aufgabe für die Verbandsführung, das Vertrauen der Vereine wiederzugewinnen. In der brandenburgischen Leichtathletik stecken jedoch viele Potentiale, die es zu erschließen gilt. Viele Ehrenamtliche unterstützen die Entwicklung", sagte Reiche in Potsdam. Der erfahrene Politiker muss sich vor allem weiterhin mit drückenden Altlasten aus der Ära seines Vorgängers Friedrich herumschlagen. Denn auch diesmal gab es für das alte Präsidium keine Entlastung für die Kassenführung im Jahr 2003 und auch für die Senioren-EM 2002, deren Zahlenwerk bis heute nicht endgültig geprüft ist.
Der Verbandstag folgte damit der Empfehlung der LVB-Kassenprüfer Ulrike Glanz und Ralf Finn, die mit Beifall für ihren Bericht und ihre Arbeit bedacht wurden. Der Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Potsdam soll zunächst abgewartet werden. Deutlich wurde erneut - pikanterweise unter den Augen der anwesenden, die Betrugsermittlungen führenden Potsdamer Polizeikommisarin Finger - dass die Finanzprobleme auf die Vorgänge um die Senioren-EM zurückzuführen sind, bei der sich offenbar private "Event"-Firmen zulasten des LVB kräftig bedient haben. Als sich angesichts eines EM-Defizits von deutlich rund 120.000 Euro der LVB dann schließlich hilfesuchend an die Stadt Potsdam wendete, waren die vorgelegten Zahlen und Unterlagen so wenig aussagekräftig, dass die Kommune, so die Kassenprüfer am Samstag, zunächst trotz der Ausfallbürgschaft "zu recht nicht gezahlt hat". Dies änderte sich erst, als LVB-Expräsident Friedrich direkt mit Potsdams Oberbürgermeister sprach. Jetzt übernahmen die Stadt Potsdam und das Land Brandenburg den Großteil der Schulden, der LVB trug lediglich einen geringen Teil. Zu dieser Zeit aber waren bereits erhebliche zusätzliche Zinsverbindlichkeiten aufgelaufen.
Zwar sind seit Samstag die dafür verantwortlichen Präsidiumsmitglieder Rainer Friedrich und Schatzmeister Ulrich Eickelmann nicht mehr in der LVB-Spitze. Aber der neue Präsident Steffen Reiche muss mit schwerer Bürde leben: Ein hauptamtlicher Geschäftsführer ist nicht bezahlbar, und auch einen Schatzmeister muss der neue LVB-Chef erst noch finden. Denn niemand war bereit, für das Kassiereramt in einem Landesverband zu kandidieren, dem die Commerzbank 17,9 % Zinsen für die Überziehung der Konten abverlangte, der in Monatsraten den Kredit abstottert, dem Vernehmen nach nicht einmal die Verbandsbeiträge an der DLV zahlen kann und gegen dessen frühere Präsidiumsmitglieder durch die Staatsanwaltschaft immer noch ermittelt wird. LVB-Präsident Steffen Reiche ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. (12.12.05, update 13.12.05)
Die keineswegs zufrieden stellende Situation der deutschen Leichtathletik lässt German Road Races (GRR), die Interessensgemeinschaft der großen deutschen Straßenlauf-Veranstalter, und German Meetings (GM), die Vereinigung internationaler Sportfeste in Deutschland, näher zusammen rücken. Bei einer Tagung in Berlin vereinbarten Horst Milde (Berlin) und Wilfried Raatz (Darmstadt/ Mannheim) als Vertreter der Straßenlauf-Veranstalter und Uli Hobeck (Cottbus) und Ludwig Klein (Rehlingen) vom Vorstand der German Meetings eine Zusammenarbeit, um für die Leichtathletik hierzulande neue Impulse zu setzen. Unsere gemeinsame Sorge um die deutsche Leichtathletik erfordert neue Entwicklungen, umreißt Horst Milde die Intention für dieses Treffen. Dies gilt nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Weltmeisterschaften 2009 in Berlin, sondern auch in unserem Verhältnis zum Deutschen Leichtathletik-Verband!
In einem vierstündigen Meeting haben die Vertreter von German Road Races und German Meetings die Eckpunkte für eine gemeinsame Zusammenarbeit vereinbart. Maßgeblich ist dabei auch ein verbessertes Verhältnis zum DLV. Schließlich vertreten wir 44 große Laufveranstaltungen mit weit über 380 000 Teilnehmern und 22 Leichtathletik-Sportfeste, die weltweit eine große Akzeptanz genießen, aber vom Deutschen Leichtathletik-Verband eher stiefmütterlich behandelt werden, unterstreichen Horst Milde und Ulrich Hobeck ihre gemeinsame Handlungsweise.
Unter dem Motto Auf dem Weg nach Berlin 2009 wollen die großen deutschen Veranstalter der Bahn und Straße vor allem für den Jugend- und Schülerbereich besondere Aktivitäten entwickeln, damit die Weltmeisterschaften 2009 in der deutschen Hauptstadt zu einem außergewöhnlichen Fest der Leichtathletik werden können. Wir haben interessante Ideen, die realistisch umzusetzen sind, freut sich Ulrich Hobeck, der zugleich Meetingdirektor des Lausitzer Leichtathletik-Sportfestes in Cottbus ist. (13.12.05)
TSG 78 Heidelberg und LAG Obere Murg starten mit großen Zielen in das Jahr 2006. Beide Badener Vereine haben sich insbesondere für den DAMM Endkampf viel vorgenommen und liebäugeln angesichts gezielter Verstärkungen gleich mit zwei Meistertiteln.
Das W60-Team der TSG 78 Heidelberg, schon in der abgelaufenen Saison mit einer Rumpfmannschaft DAMM-Dritte hinter Hamburg und Berlin, zählt sicherlich im kommenden Jahr zu den Favoriten. So hat nach zehnjähriger Pause Karin Koschnitzke, in den 80ern und frühen 90ern eine sehr starke Mehrkämpferin, wieder richtig Lust bekommen und ist von der LG Weinstraße an die Bergstraße gewechselt. Bereits die ersten Versuche waren vielversprechend: 100 m 16,13sec, Weit 3,51m und Kugel 9,11 m. Auch Dagmar Andrea Widmann aus Wiesbaden ließ sich von dem Mannschaftsgeist der Heidelberger anstecken. Ihre knapp 4 m im Weitsprung und 16 Sekunden über 100 m sind im Team hoch willkommen. Über 3000 m sollte es ebenfalls besser aussehen. Christa Schlockermann ist von schwerer Krankheit genesen und hofft bald wieder auf gute13er Zeiten. Zusammen mit Gerti Reichert, Brigitte Franke-Berendonk, Brigitte Lange, Ute Krauter und der Strippenzieherin Gerda Seibert bilden sie ein Team, das wohl nur schwer zu schlagen sein wird.
Auch die LAG Obere Murg will in 2006 "noch ein letztes Mal" den deutschen Mannschaftstitel holen, was in dieser heiß umkämpften Klasse mit Athleten, die fast alle über 65 Jahre sind, nicht einfach sein wird. Daher haben sich auch die Schwarzwälder um Murg-Urgestein Jürgen Radke gezielt verstärkt. Immerhin hat sich Hans-Jürgen Gasper, demnächst 70, aus der Mannschaft verabschiedet. Seine Stelle, auch in der 4 x 100 m Staffel, wird Diethard Reichhard von der LG Karlsruhe einnehmen, der in diesem Jahr 13,22 sec.sprintete. Auf etwa diese Zeit hofft auch Wolfgang Ziegler, ehemaliger 10,3-Sprinter, falls er gesund bleibt. Neben Roland Heiler und Arno Hamaekers, den jüngst beim Hürden-Training eine Knieverletzung in der WM-Vorbereitung zurückgeworfen hat, hat sich ein dritter Heidelberger zu den Murglern gesellt. Ausdauerathlet Theo Fischer erfüllte sich übrigens in diesem Jahr seinen Lebenstraum. Trotz eines Faserrisses finishte er - als 17. seiner Altersklasse M60 - in 12:58:01 h beim Hawaii Iron Man. Jetzt wendet er sich wieder deutlich kürzeren Strecken zu und hofft auf 11:30 min über 3000 m. (12.12.05)
Der deutsche Sport kann gestärkt in die Zukunft gehen. NOK und DSB haben sich für eine Fusion beider Organisationen ausgesprochen. Es war ein Moment, auf den Manfred von Richthofen seit einem Jahrzehnt hingearbeitet hat. Nun ist die Fusion von Nationalem Olympischen Komitee (NOK) und Deutschem Sportbund (DSB) Realität geworden."Dies ist für den gesamten deutschen Sport eine historische Entscheidung. Dieser Tag wird ein wichtiges Kapitel in der deutschen Sportgeschichte einnehmen", sagte Manfred von Richthofen am Samstagnachmittag nach dem außerordentlichen DSB-Bundestag in Köln. Die Zufriedenheit über diesen Erfolg, seinen Erfolg, war dem Berliner Freiherrn deutlich anzusehen.
Nachdem sich zunächst die NOK-Mitgliederversammlung für die Fusion mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit ausgesprochen hatte und damit den Weg für den Zusammenschluss beider Organisationen frei gemacht hatte, stimmten im Anschluss auch die DSB-Mitglieder für die Verschmelzung. Doch es war eine knappe Entscheidung, zumindest beim NOK. So votierten von den anwesenden 142 NOK-Mitgliedern 109 in einer geheimen Abstimmung für die Verschmelzung, während 29 dagegen waren. Vier abgegebene Stimmen waren ungültig. Für das Erreichen der Dreiviertelmehrheit waren 104 Stimmen notwendig. Das Votum der 575 DSB-Mitglieder fiel eindeutiger aus: Von ihnen stimmten 535 für die Fusion, nur 40 dagegen. "Dass es beim DSB so glatt geht, war zu erwarten. Ich erwarte durch die neue Organisation einen starken und engagierten Sport", sagte Nordrhein-Westfalen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) nach der Entscheidung.
Auf Seiten des NOK hatte man indes schon vorher mit einer engen Entscheidung gerechnet. "Wir wussten, dass es knapp wird. Doch mit 75 Prozent hatten wir die Hürde auch sehr hoch gelegt", sagte NOK-Präsident Klaus Steinbach zum Abstimmungsverhalten seiner Mitglieder. "Doch am Ende zählt nur, dass man die Hürde übersprungen hat.". Mit diesen zustimmenden Voten haben beide Sportorganisationen zugleich ihre Auflösung beschlossen. Bis zur Gründung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 20. Mai 2006 in Frankfurt/Main existieren NOK und DSB jedoch weiter.
Bis dahin dürfen auf Antrag von Fusionskritiker Andreas Trautvetter, dem Chef des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), die Präsidien beider Organisationen jedoch keine Verträge schließen, die Auswirkungen auf die Finanzen des zu gründenden DOSB haben. Für derartige Entscheidungen ist die Zustimmung beider Präsidien notwendig.
Der NOK-Chef hatte in seiner mehr als 30minütigen Rede versucht, insbesondere die Kritiker aus den Wintersportverbänden zur Zustimmung zu bewegen. Dabei hatte der einstige Weltklasseschwimmer die Widersacher einer Verschmelzung dazu aufgerufen, die Chancen einer Fusion - die dem Sport deutliche Effizienzgewinne bringen würde - nicht leichtfertig zu verspielen.
"Zur Zeit haben wir im NOK zur Leistungssportentwicklung in diesem Land nichts zu sagen, im Sinne von entscheiden. Wir haben die organisatorische Vorbereitung der Olympischen Spiele und wir haben bestenfalls die Nominierungskriterien zu beschließen, die ohnehin vorher im DSB erarbeitet werden. Ich weise auf die Gunst der Stunde hin. Jetzt ist die Gelegenheit günstig, eine Vereinigung der deutschen Sportdachverbände zu vollziehen", sagte Steinbach, der den spanischen Philosophen Ortega Y Gasset zitierte. "Nicht was wir gestern waren, sondern was wir morgen sein wollen, vereinigt uns zu einer erfolgreichen Gesellschaft."
Doch nicht bei allen Widersachern fand Steinbach Gehör. Insbesondere nicht bei Andreas Trautvetter und Alfons Hörmann, dem Präsidenten des Deutschen Skiverbandes (DSV). Sie sprachen sich in ihren Wortbeiträgen klar gegen eine Fusion aus.
Das traf vor allem auf NOK-Ehrenpräsident Walther Tröger zu, der bereits Richthofens ersten Versuch, beide Organisationen zu verschmelzen, 1996 abwehren konnte. "Ich begreife nicht, was sich hier in den letzten Minuten abgespielt hat", sagte Tröger. Aus seiner Perspektive habe niemand das Recht, dem obersten Organ des NOK zu sagen, es hätte keine Alternative zu dieser Fusion. "Nach dem vorliegenden Satzungsentwurf wird das NOK in Zukunft nicht mehr stattfinden", sagte Tröger, der im Fusionsprozess ein Klima der Drohungen und Anfeindungen ausgemacht hatte. Enttäuscht sei er über das Ergebnis jedoch nicht, "denn ich habe es erwartet". Zukünftig will Tröger jedoch dazu beitragen, die Fusion konstruktiv zu begleiten.
Ob er daran jedoch maßgeblich wird mitarbeiten können, bleibt abzuwarten. Denn Tröger erscheint mit seiner Haltung zunehmend als Außenseiter. Steinbach jedenfalls wollte nach der NOK-Mitgliederversammlung den Redebeitrag seines Ehrenpräsidenten nicht kommentieren. Das tat aber Manfred von Richthofen. "Seine Argumente sind seit elf Jahren immer die gleichen, mehr muss ich dazu nicht sagen."
Nach dem sporthistorischen Tag in Köln wird es nun darum gehen, wer zukünftig an der Spitze des DOSB stehen wird. Offiziell bekannt hat sich noch niemand zu seinen Ambitionen. Doch neben Klaus Steinbach gehören Thomas Bach und auch Christa Thiel, die Präsidentin des Deutschen Schwimmverbandes (DSV), zu den möglichen Kandidaten. Das NOK jedenfalls wird auf seiner Präsidiumssitzung am 21. Dezember seinen Kandidaten von einer Findungskomission vorschlagen lassen. Aber vielleicht tut auch Manfred von Richthofen dem Sport den Gefallen, einen geeigneten Kandidaten vorzuschlagen. Wer Richthofen kennt, der weiß, dass er nicht tatenlos zusehen wird, wer zukünftig an der Spitze der Organisation steht, die er so gerne schon 1996 gehabt hätte. (von Frank Mertens in www.Netzeitung.de, 11.12.05)
Mitte März ist das Interesse der Senioren der Welt auf Linz gerichtet. Zwar sind es noch sieben Wochen bis zum Meldeschluss, aber schon jetzt zeigt sich Percy Hirsch, LOC-Chef, sehr zufrieden über die Resonanz auf die zweite Auflage der Welt-Hallenmeisterschaften im März 2006.
Die zweite Hallen-WM wird Klarheit bringen über das Athleten-Interesse an diesen Meisterschaften. In Sindelfingen 2004 hatten mehr als 2500 Senioren teilgenommen und in Linz erwartet man die gleiche Anzahl Wettkämpfer. Bis zum heutigen Tag haben bereits drei Verbände gemeldet: Algerien, Mexiko und Nigeria. In Deutschland sind Meldungen bis zum 10. Januar beim DLV abzugeben. Pro Tag kann Percy Hirsch, der engagierte Linz-Manager, zahlreiche Nachfragen per Post und viele Besuche auf der Linz-Webseite verzeichnen. Während der Stadion-Meisterschaften in San Sebastian verteilten die österreichischen Organisatoren immerhin über 6000 WM-Broschüren. (Quelle: WMA,10.12.05)
Einen Tag vor dem Verbandstag des Leichtathletikverbandes Brandenburg (LVB) in Potsdam scheinen sich die Fronten zu klären. Die Tageszeitungen melden, der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche wolle neuer Präsident der Brandenburger Leichtathleten werden. Auf dem LVB-Verbandstag, der nach seinem Abbruch am 23. April dieses Jahres am Samstagvormittag im Potsdamer Luftschiffhafen fortgesetzt wird, will sich, so der Berliner Tagesspiegel, der 45-jährige Hobbyläufer des Potsdamer Lauf-Clubs der Wahl stellen; am Mittwoch informierte sich Reiche jedenfalls ausgiebig in der Geschäftsstelle des LVB. Ich sehe in ihm den einzigen Kandidaten, der wirklich Chancen hat, meinte inzwischen Rainer Friedrich. Der bisherige LVB-Präsident tritt nicht erneut an, weil ich mich mehr um meine Anwaltskanzlei kümmern muss, so der 57-Jährige zu den Potsdamer Neuesten Nachrichten. Auch der bisherige Schatzmeister Ullrich Eickelmann und der Vizepräsident Hans-Dieter Richter wollen sich nicht zur Wiederwahl stellen.
Im April musste bekanntlich der Verbandstag der rund 5000 brandenburgischen Leichtathleten abgebrochen werden, weil wiederum weder die Haushalte 2003 und 2004 noch der laufende Haushalt 2005 bestätigt wurden und das LVB-Präsidium aufgrund finanzieller Ungereimtheiten nicht entlastet wurde. Denn vom Land Brandenburg bereitgestellte Fördermittel waren nicht wie vorgesehen in die Jugendabteilungen von Vereinen geflossen, sondern wohl im Umfeld der Senioren-EM 2002 versickert. Deshalb war der LVB im Dezember 2004 in die Schlagzeilen geraten, als das brandenburgische Ministerium für Jugend, Bildung und Sport Rückforderungen an den Verband erhob. Gegen Friedrich, Eickelmann und den damaligen LVB-Geschäftsführer Hans-Ulrich Hannemann, dem zum 31. Dezember 2004 außerordentlich gekündigt wurde, ging bei der Staatsanwaltschaft Potsdam eine Anzeige wegen Betrugs mit Fördermitteln und Untreue eingegangen. Das daraufhin eingeleitete Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Inzwischen ist der LVB dabei, die aus dem Jahr 2003 vom Ministerium eingeforderten 11.354 Euro zu begleichen; 8000 Euro sind mittlerweile in zwei Raten gezahlt. Wir haben alles geklärt, so dass wir am Sonnabend auch die Entlastung erhalten werden, erklärte ein zuversichtlicher Noch- Präsident Friedrich gestern. Steffen Reiche sagte der Märkischen Oderzeitung, er sehe für die LVB-Zukunft trotz der Probleme "gute Chancen. Es liegt ein klares Sanierungskonzept vor".
Nebenbei: Nur 27 der 125 Leichtathletik-Vereine des Landes haben ihre Teilnahme am morgigen Verbandstag zugesagt. (Quellen: PNN, Märkische Oderzeitung, 09.12.05)
Der Fußballtrainer und Exnationalspieler Bernd Schuster schickte vor dem Trainingsauftakt des spanischen Erstligisten UD Levante alle 25 Profis zum Zahnarzt, um so etwaigen Verletzungen vorzubeugen. Kurios? Mitnichten!
Die Zähne und der Zahnhalteapparat sind Bestandteil unseres Körpers. Über Blutkreislauf und Stoffwechsel bestehen enge Beziehungen zwischen dem, was in der Mundhöhle und in anderen Bereichen des Körpers passiert. Neueste wissenschaftliche Studien belegen, dass die gleichen Bakterien, die Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) auslösen, auch andere Organe schädigen können. So fand man heraus, dass die in fast jeder Mundhöhle vorkommenden Karies auslösenden Bakterien (Streptokokken) nicht nur die Zahnhartsubstanz schädigen, sondern bei Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis) eine auslösende Rolle spielen. Dieser Streueffekt wird bei körperlicher Belastung wie laufender sportlicher Betätigung noch erheblich verstärkt. Selbst kleinste Zahnschäden sollten einer sofortigen Behandlung unterzogen werden. Mehr... (Quelle: www.scc-events.com, 08.12.05)
Die Metropolregion Rhein-Neckar als Leichtathletik-Hochburg! Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, haben die MTG Mannheim und der ABC Ludwigshafen das Projekt Gemeinsam an die Spitze gestartet. Durch die länderübergreifende Kooperation soll das an beiden Standorten vorhandene Potenzial besser genutzt und die Spitzen-Leichtathletik in der Region langfristig gestärkt werden. Das Projekt erfolgt auf Initiative des Vereins Sportregion Rhein-Neckar. Die Vereine verfügen über Spitzensportstätten, die Sportler werden von qualifizierten Trainern betreut und die Kooperationen mit den Bundes- und Olympiastützpunkten bieten soweit ein ideales Trainingsumfeld.
Der beiderseitige Wille, Kompetenz und Know-how sind die Basis, um die Leichtathletik im Rhein-Neckar-Dreieck an die deutsche Spitze zu führen, betonten die Projektleiter Rüdiger Harksen (MTG Mannheim) und Jürgen Henrich (ABC Ludwigshafen) jetzt bei der gemeinsamen Präsentation des Projekts.
Grundlage für das Projekt ist die intensive Vernetzung der Kommunikation zwischen den Vereinen, Fachverbänden, Kommunen und Olympiastützpunkten. Aktivitäten sind auf allen Ebenen geplant. Die Athleten werden gemeinsam an Trainingslagern sowie disziplinbezogenen Einheiten an den Stützpunkten teilnehmen. So können sie sich optimal auf die Saison vorbereiten und das Wir-Gefühl unter den Athleten soll gestärkt werden. Bei der Nachwuchsarbeit haben sich die Vereine auf einen Weg geeinigt. Sie werden gemeinschaftliche Talentsichtungskriterien festlegen und je einen Elite- und Nachwuchs-Kader bilden. Um die jungen Athleten umfassend zu fördern, werden Patenschaften übernommen und der Sport mit der schulischen oder beruflichen Ausbildung koordiniert.
Auch die Fort- und Weiterbildung der sechs hauptamtlichen Trainer der MTG Mannheim und des ABC Ludwigshafen ist zentraler Bestandteil des Konzepts Gemeinsam an die Spitze. In Seminaren werden sie qualifiziert und geben darüber hinaus ihr Fachwissen an Übungsleiter weiter.
Sowohl bei der DLV-Junioren-Gala in Mannheim, als auch bei einem möglichen Stabhochsprung-Meeting in Ludwigshafen möchten beide Vereine sich zukünftig unterstützen und damit die Synergien nutzen, die durch die Kooperation entstehen.
Langfristig haben die Initiatoren auch die momentan auf Eishockey, Handball und Konzerte ausgelegte SAP-Arena im Visier: Ein Indoor-Meeting auf Weltniveau wäre ein weiterer Meilenstein in der Etablierung der Leichtathletik in der Metropolregion, sagte Rüdiger Harksen.
Wichtige Messpunkte auf dem gemeinsamen Weg sind die Erfolge bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2009 bei den Weltmeisterschaften in Berlin. Zunächst ist die Zusammenarbeit auf Mannheim und Ludwigshafen ausgelegt, langfristig ist die Einbindung weiterer Leichtathletik-Standorte der Metropolregion Rhein-Neckar angedacht.
Der Startschuss ist jetzt gefallen und alle Beteiligten ziehen an einem Strang, freute sich Jürgen Henrich. Die Projektverantwortlichen sehen die Metropolregion Rhein-Neckar auf einem guten Weg, sich mit dem Projekt Gemeinsam an die Spitze als Leichtathletik-Region zu etablieren.
Dass auch die Senioren-Leichtathletik berücksichtigt werde, teilten die Initiatoren allerdings nicht mit. Dabei zeigen MTG Mannheim und ABC Ludwigshafen vor allem bei den Masters-Sprintern einen beeindruckenden Leistungsstandard. (08.12.05)
Die deutschen Straßenlaufveranstalter ("German Road Races") gehen nach eigenen Angaben "gut aufgestellt" in das Jahr 2006. Bei der ihrer Jahrestagung im österreichischen Krems (Wachau) erhielt das fünfköpfige Sprechergremium mit Horst Milde (Berlin), Derk Kogelheide (Berlin), Bernd Düngen (Duisburg), Wilfried Raatz (Darmstadt/ Mannheim) und Sascha Wiczynski (Paderborn) durchweg Zustimmung zu den zahlreichen Projekten, die die Organisation im kommenden Jahr angehen wird.
Dazu zählt auch ein Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband, der allerdings in den derzeitig vorliegenden Entwürfen von der jeweiligen Gegenseite keine Zustimmung findet.Unser Ziel muss sein, dass der DLV die German Road Races als Ansprechpartner akzeptiert, wenn es um die Laufwettbewerbe geht, umriss GRR-Sprecher Horst Milde den Kurs der Laufveranstalter und sagte an die Adresse des DLV. Der DLV hat die Laufbewegung verschlafen, versucht nun, mit eigenen Veranstaltungen Versäumtes aufzuholen. Das kann nicht im Sinne unserer Mitglieder sein, die über viele Jahre hinweg die Laufkultur in Deutschland entwickelt haben und nun außen vor bleiben sollen!
Neben den Arbeitsberichten stand bei der GRR-Jahrestagung in Krems vor allem ein Rückblick auf das zehnjährige Bestehen der Interessengemeinschaft, die sich innerhalb dieser Dekade zu einem Zusammenschluss von nunmehr 44 Veranstaltungen in Deutschland einschließlich der assoziierten Veranstaltungen in Krems/ Wachau und Neumarkt/ Südtirol entwickelt haben.
Als neue Mitglieder wurden Run am Ring (Nürburgring), Neumarkter Stadtlauf, Halbmarathon Altötting, Oberelbe-Marathon Dresden und der Mallorca-Marathon aufgenommen.
Die großen deutschen Laufveranstalter planen auch eine engere Zusammenarbeit mit Swiss Runners, dem Interessensverbund der Schweizer Laufveranstalter. Unter dem Motto Einschätzung der Laufszene und der Weiterentwicklung in Deutschland diskutierten die Veranstalter engagiert mit den Redakteuren Thomas Steffens und Martin Grüning von Runners World, dem größten deutschsprachigen Laufmagazin. (08.12.05)
Im kommenden Jahr finden am 30. April die ersten Senioren-Berglauf-Europameisterschaften in Zell am Harmersbach statt. Ab sofort können sich die Aktiven ab den Alterklassen W/M35 für die Meisterschaft online anmelden. Noch vor einigen Wochen hatte der DLV wegen dieser Meldemöglichkeit interveniert, weil sie auch direkt beim lokalen Veranstalter und damit am Deutschen Leichtathletikverband vorbei möglich ist - exakt so, wie es die EVAA plus WMRA und der TV Unterharmersbach vertraglich vereinbart Das entsprechende Schreiben von DLV-Generalsekretär Frank Hensel an EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen) soll in englischer Sprache abgefasst gewesen sein. Offenbar sind jetzt aber auf Seiten des DLV alle Probleme und Bedenken behoben.
Denn er meldet im Internet: "Auf der Homepage des Veranstalters www.brandenkopfberglauf.de sind bereits jetzt alle wichtigen Details zur Meisterschaft zu finden, und auch die Online-Meldung ist hier möglich. Auch ein Anmeldeformular in Papierform kann dort ausgedruckt werden." Im Menu links oben auf der Webseite ist tatsächlich die direkte Meldung möglich. Das papierne Formular, rechts oben auf der Seite anzuklicken, ist bis zum 8. April (Meldeschluss) entweder dem nationalen Verband oder Alfred Siegesmund, dem verantwortlichen Organistor des lokalen Veranstalters, zuzusenden. Die Ausschreibungen in sechs Sprachen werden in den kommenden Tagen in Druck gehen, so dass diese noch vor Weihnachten verfügbar sein können. (Quelle: eigene Recherchen und www.leichtathletik.de; 06.12.05)

In der neuen Streckenrekordzeit von 1:07:15 Stunden über die Halbmarathondistanz siegte vorgestern der inzwischen 40-jährige Dieter Baumann (LAV Asics Tübingen) beim 30. LBS-Nikolauslauf in Tübingen. Damit ließ der Tübinger seinen schärfsten Konkurrenten, den 10 Jahre jüngeren Daniel Lenz von der LG Weinstadt (1:11:56) deutlich hinter sich. Zum Vergleich, den sechs Jahre alten deutschen Halbmarathon-M40-Rekord hält Heiko Schinkitz (*1956, SG Adelsberg) in 1:05:02 Std.
Die Strecke war sehr anspruchsvoll., was die Leistung von Baumann besonders unterstreicht; denn die Strecke war in zwei Passagen im Wald schneebedeckt und hatte knackige 319 Höhenmeter.
Die gesamten Ergebnisse finden Sie hier (pdf). (Foto: copyright Manfred Bruttel, www.dein-lauf.de ) (06.12.05)
Kelly Holmes hat am Dienstag bekannt gegeben, dass sie ihren Commonwealth-Titel über die 1.500 Meter nicht verteidigen wird. Außerdem gab sie den Rücktritt von ihrer herausragenden Karriere bekannt. Die 35-jährige Doppel-Olympiasiegerin aus Großbritannien, die in Athen 2004 die 800 m sowie die 1500 m gewann, hatte schon länger geplant, bei den nächsten Commonwealth-Games, die in Melbourne im nächsten März stattfinden, ihre Karriere zu beenden.
Holmes hatte zuletzt fast ständig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, weshalb ihr am Ende, wie sie sagte, die Entscheidung, den leistungssport zu beenden, nicht sehr schwer gefallen sei: Ich habe in meinem Leben alles erreicht, was ich wollte, sagte Holmes. Ich möchte das nicht mehr weitermachen. Ich habe alles im Sport erreicht, und ich muss keinem mehr etwas beweisen, auch nicht mir. Ich habe das erreicht, wovon andere noch träumen. Es war eine harte Zeit, mit Höhen und Tiefen, sagte Holmes, die in den letzten zehn Jahren mit schweren Achillessehnen-Problemen zu kämpfen hatte. (06.12.05)
Erfolg macht selbstsicher. Als lebender Beweis für für diese Binsenwahrheit lässt sich Hans-Jürgen Frühauf anführen. Der 60-jährige Eberfinger hat Erfolg, und das daraus resultierende Selbstbewusstsein strahlt er, ohne überheblich zu wirken, in jedem seiner Sätze aus. Gleichzeitig ist der schlanke, drahtige Mann eher zurückhaltend und von ausgesuchter Höflichkeit - auch an diesem Vormittag in der Küche des großräumigen, im Landhaus-Stil eingerichteten Hauses, das er, seit die drei Kinder auf eigenen Füßen stehen, mit seiner Frau Heike allein bewohnt. Bei Kaffee mit braunem Zucker - der ist gesünder als weißer - und Croissants - die bleiben unangetastet, denn Frühauf will trotz seiner Größe von 1,80 Meter keinesfalls mehr als 74 Kilogramm auf die Waage bringen - erzählt er aus seinem Leben. Das entpuppt sich als stete Aufwärtsentwicklung, deren sportlicher Höhepunkt bislang der Gewinn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren in San Sebastian (Spanien) über die 300-Meter-Hürden-Distanz in der Klasse "Männer 60" ist. Siegeszeit: 46,20 Sekunden - eine Marke, die viele trainierte Mittzwanziger vor Neid erblassen lässt.
Um 300 Meter Hürden oder die von Frühauf ebenfalls gelaufenen 400 Meter erfolgreich bestehen zu können, muss man beißen können, wie es im Fachjargon heißt. Und diese Fähigkeit eignete sich Frühauf schon als Kind an. "Ich bin ohne Elternhaus aufgewachsen", sagt der 1945 in Murnau Geborene ohne emotionale Aufwallung. Der Vater sei "im Krieg geblieben", die Mutter musste "schauen, dass sie über die Runden kommt", deshalb kam der kleine Hans-Jürgen in ein Heim in Feldkirchen bei München und lernte dort früh, sich durchzusetzen. "Ich war das erste Kind im Heim, das eine weiterführende Schule besuchen durfte", erinnert er sich an den Beginn des sozialen Aufstiegs, dessen äußerst geraffte Version sich so liest: Abschluss der Realschule, zweijähriges Praktikum, Polytechnikum in München, Abschluss als Heizungsingenieur, das Studium der "Energie- und Kraftwerkstechnik" an der TU, wissenschaftliche Assistenz, fünfjährige Entwicklungsarbeit am rheinisch- westfälischen Elektrizitätswerk in Essen, 1980 Anstellung beim deutschen Patent- und Markenamt in München.
1996 rückte Frühauf, dem das Bekenntnis "Ich bin ehrgeizig" nicht schwerfällt und der es bis dahin schon zum Regierungsdirektor gebracht hatte, noch eine Stufe auf der Karriereleiter nach oben - als er mit seinem technischen Fachwissen als Richter zum Bundespatentgericht berufen wurde. Dort will er bis zu seiner Pensionierung bleiben, denn "die Arbeit macht mir enorm viel Spaß - und ist mir wichtiger als der Sport".
Den betrieb er, als er sich dazu entschloss, allerdings nicht weniger ambitioniert als die berufliche Karriere. Frühholz, ein "motorisch veranlagter Mensch, der zum Sitzen und Brüten einen Ausgleich braucht", suchte nach einer Alternative, als 1999 eine Hobbykickergruppe mangels Beteiligung einschlief. Dabei stieß er auf einen Bericht über die oberbayerischen Leichtathletik-Meisterschaften der Senioren, stellte seine Sportabzeichen-Leistungen dagegen und befand: "Da bin ich teils sogar besser". Noch im gleichen Jahr meldete er sich für die oberbayerischen Titelkämpfe 2000 an - bei denen er dann in allen Disziplinen gewann, in denen er antrat, bei der Bayerischen belegte er auf Anhieb den 3. Platz über 100 Meter. Das war die Ouvertüre zu einer überwältigenden Erfolgsserie - das Wort "Erfolg" lässt sich im Zusammenhang mit Frühauf schlecht vermeiden - in Sprung- und vor allem Sprintdisziplinen. Als "absolutes Highlight" bezeichnet er das Jahr 2005, in dem er zehn Titel einheimste: neben dem bei den Weltmeisterschaften (bei denen er in der 4x100- und 4x400-Meter-Staffel Rang 2 belegte) auch zwei bei den deutschen (200 Meter und 300 Meter Hürden), drei bei den bayerischen (100 Meter, 400 Meter, Hochsprung) und vier bei den oberbayerischen (100, 200 und 400 Meter, Hochsprung).
Die Erfolge - für den Weltmeister-Titel wurde Frühauf jüngst bei der Eberfinger Bürgerversammlung geehrt - speisen sich aus Talent sowie eisernem Willen und Trainingsfleiß. Mindestens zweimal, vor Wettkämpfen "drei- bis fünfmal" pro Woche trainiert Frühauf nach selbst ausgetüftelten Plänen, dazu joggt er und stärkt im Winter seine Muskulatur im Fitness-Studio. Frühauf ist von der "persönlichkeitsprägenden Funktion des Sports" überzeugt: "Entweder lernt man, sich in die Mannschaft einzufügen, oder im Kampf ,Mann gegen Mann` das Letzte zu geben." Allerdings haben ihn zwei Muskelfaserrisse auch gelehrt, Balance zwischen Belastung und Ruhepause zu wahren.
Viel Platz für weitere Hobbys bleibt nicht mehr. Mit seiner Frau, einer gelernten Graphikerin, teilt er das Faible für mediterranes Essen und für Reisen - früher öfter nach Südafrika, jetzt vor allem in die Toskana - und das Interesse an der Kunst. Und wie steht es mit der Leidenschaft für die Leichtathletik? Heike Frühauf, ehemals aktive Turnerin, räumt ein, dass sie sich, nach eigenem Bekunden "kein Typ, der sich in die Ecke stellen lässt", zeitweise gefragt habe: "Und wo bleibe ich?" Ein "Resümee im stillen Kämmerlein" habe sie jedoch davon überzeugt, "dass es eine hässliche Sache wäre, wenn ich ihm das nicht zugestehen würde".
Seither ist Heike Frühauf Frühauf-Fan, begleitet ihren Mann möglichst auf alle Wettkämpfe und beobachtet dessen Laufstil - laut Beobachtetem eine wichtige "visuelle Kontrolle, denn wenn man ästhetisch läuft, läuft man auch ökonomisch". Scheint so, als könne man von dem Gespann noch einige Erfolge erwarten.(Quelle: Gerhard Turba, in: Weilheimer Tagblatt, 06.12.05)
Am vergangenen Wochenende hat das Internationale Fair-Play-Komitee (CIFP) in einer eindrucksvollen Feier in Warschau die Fair-Play-Preise für das Jahr 2004 vergeben.Der russische Turn-Olympiasieger von Sydney 2000, Aleksey Nemov, erhielt die Coubertin-Trophäe für sein faires Verhalten beim Barren-Finale in Athen 2004. Er hatte die über seine Unterbewertung aufgebrachten Zuschauer des Turnfinals aufgefordert, die 20minütigen lautstarken Proteste zu beenden und die Wertung zu akzeptieren.
Mit ihm wurde der österreichische Schwimmstar Markus Roggan ausgezeichnet. Er hatte nach dem 200-Meter-Rückenfinale vor laufenden Kameras die später erfolgte Aufhebung der Disqualifikation seines Freundes und Trainingspartners, des Amerikaners Aaron Peirsol, gefordert, da er dessen sportliche Überlegenheit nicht in Frage stellen wollte. Dessen Disqualifikation war wegen eines Wendefehlers ausgesprochen und Roggan bereits als Olympiasieger auf der Anzeigetafel erschienen.
Für seine lebenslange sportliche Karriere und sein Eintreten gegen Doping im Radsport wurde der fünffache spanische Tour de France-Sieger (1991-95) Miguel Indurain mit der Borotra-Trophäe geehrt. Er gab in Warschau ein bewegendes öffentliches Zeugnis für Fairness gerade im Profi-Radsport ab.
In der Kategorie Förderung des Fair-Play-Gedankens durch Institutionen erhielt die Deutsche Behinderten-Sportjugend ein Ehrendiplom. Diese Organisation hat modellhaft seit 1992 Jugendlager bei den Paralympics durchgeführt, in Athen erstmals international unter anderem mit türkischen Sportlern. Der deutsche Vizepräsident des CIFP, Professor Norbert Müller (Mainz), der unter anderem die Ehrungen vornahm, betonte die außergewöhnlich vorbildhaften Leistungen der diesjährigen Preisträger. (Quelle: dsb.de; 06.12.05)
Der Finanzrahmen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin steht und wurde vom Aufsichtsrat des Berlin Organising Committee (BOC) genehmigt. "Er liegt bei 44 Millionen Euro", so BOC-Organisationsleiter Heinrich Clausen - als ehemaliger Senioren-Cheforganisator des DLV in der Mastersszene kein Unbekannter. Nun würden auch die Personalplanungen vorangetrieben. "In Kürze werden wir die ersten Stellen ausschreiben", kündigte Clausen an.
In der vergangenen Woche traf sich das BOC erstmals seit der WM-Vergabe nach Berlin im Dezember 2004 wieder mit Vertretern des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. "Jetzt ist sichergestellt, dass wir die gleiche Sprache sprechen", berichtete Clausen. Neben einem gemeinsamen Besuch der Sportstätten seien dem BOC noch einmal die Regularien der IAAF vorgestellt worden.
Die WM soll vom 15. bis 23. August 2009 in der deutschen Hauptstadt stattfinden. BOC-Präsident ist Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, geschäftsführender Präsident Clemens Prokop, Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Einziger BOC-Gesellschafter ist der DLV. (Quelle: sid, 06.12.05)
Sie liegen offenbar noch blank, die Nerven der Verantwortlichen im Landesverband Brandenburg des DLV. Denn niemand traut sich knapp eine Woche vor dem anstehenden Verbandstag aus der Deckung; offene, klare Worte fehlen. Gleichzeitig hat die Staatsanwaltschaft Potsdam ihre strafrechtlichen Ermittlungen wegen des ungeklärten Verbleibs der Fördermittel für die Leichtathletikjugend noch immer nicht abgeschlossen. Während also weiterhin die Staatsanwalt den Vorwurf aufzuklären sucht, dass im Zusammenhang mit undurchsichtigen Geschäften anlässlich der Senioren-EM im Jahr 2002 die Fördermittel aus dem Landeshaushalt veruntreut worden sind, soll am kommenden Wochenende ein Neuanfang im krisengeschüttelten Landesverband versucht werden.
Dazu treffen sich am 10. Dezember ab 9.30 Uhr die Delegierten der Brandenburgischen Leichtathletikvereine im Olympiastützpunkt Luftschiffhafen, um nach dem Abbruch vom 23. April endlich über die ungeklärten Finanzabrechnungen zu befinden eine Entlastung wurde mehrmals verweigert -, eine neue Landessatzung zu beschließen und einen neuen Landesvorstand zu wählen - all das pikanterweise unter den Augen der zuständigen Ermittlerin aus dem Betrugsdezernat der Potsdamer Polizei, die, wie es heißt, den Verbandstag als Zuschauerin besuchen will.
LVB-Präsident Rainer Friedrich tritt dabei dem Vernehmen nach nicht wieder an. Unklar ist, ob dies eine Voraussetzung für die Stundung von - nicht geringen - finanziellen Forderungen des DLV gegenüber dem Landesverband war, der inzwischen mühsam Monat für Monat mit 1000 Euro aufgelaufene Verbindlichkeiten eines Commerzbank-Kredits abstottert. Seine offizielle "Förderfähigkeit" hat er angeblich verloren. Staatliche Zuwendungen, sagen Insider, werden seit einiger Zeit über den Landessportbund abgewickelt, dessen Geschäftsführer Andreas Gerlach auch längst als Zeuge von den polizeilichen Ermittlern vernommen wurde.
Als Nachfolger des umstrittenen Rainer Friedrich war bisher der ehemalige Brandenburgische Kultusminister Steffen Reiche (SPD) im Gespräch, der offiziell allerdings erst am kommenden Mittwoch, drei Tage vor dem Verbandstag, über die schwierige Situation in Potsdam informiert werden soll. Ob er dann noch antritt, ist offen. Der jetzige SPD-Bundestagsabgeordnete wäre allerdings versiert genug, die schwierige Situationen zu lösen und die Herausforderung zu bewältigen. Immerhin zählte er am 7. Oktober 1989 zu den Gründungsmitgliedern der Sozialdemokratischen Partei in der DDR, und er verwand jüngst auch den unerwarteten Rauswurf aus dem Kabinett Platzeck nach der Landtagswahl 2004. Sein Handicap: Er war Potsdamer Kultus- und Sportminister just zu der Zeit, als es zu den Überweisungen von Jugendfördermitteln für die Leichtathletik kam, die dann ungeklärt in LVB-Kanälen versickerten und vom Ministerium reichlich spät zurückgefordert wurden. Der verantwortliche LVB-Schatzmeister Ulrich Eickelmann arbeitete derweil in Reiches Sportministerium. Steffen Reiche dürfte also ein Stück weit politische Verantwortung tragen, jedenfalls für den Langmut seines Ministeriums, den Verbleib der Fördermittel aufzuklären.
Neben Reiche ist auch, wie es heißt, "aus der Läuferfraktion", Jürgen Bruns als LVB-Präsident im Gespräch, der als Quereinsteiger ohne große Lobby in den Vereinen aber eher Außenseiterchancen hat. Er betreibt seit 15 Jahren zusammen mit seiner Frau, der ehem. Weltklasseläuferin und Bronzemedaillengewinnerin von Montreal 1976 Ulrike Bruns, ein Sportfachgeschäft in Potsdam, das sich längst zu einem anerkannten Spezialisten für den Laufsport entwickelt hat. (5.12.05)
In seiner Rubrik Läufer des Monats ehrt der SCC Berlin in diesem Monat einen der großen aktiven Masters-Mittelstreckenläufer Deutschlands, den Potsdamer Olaf Beyer, der mit 48 Jahren fast so fit ist wie seine heranwachsenden Top-Läufer.
Beyer ist seit dem Kindesalter dem Laufen verbunden. Zu dem Sport kam der Familienvater einst durch seinen eigenen Vater, der ebenfalls Mittelstreckler war. Sein Vater, der mit über 70 Jahren heute noch täglich läuft, verschaffte seinem talentierten Sohn einst das nötige Umfeld für den Leistungssport. Schon als Jugendlicher gewann Olaf Beyer sämtliche nationalen Meisterschaften, und auch seine Bestleistung konnte er Jahr für Jahr steigern. Nach seinem Abitur nahm er in Potsdam sein Lehramtsstudium auf. Damals, im DDR-Sportsystem, konnte er einen Sonderstudienplan in Zusammenarbeit mit der Hochschule aufstellen, um das Studium neben dem hohen Trainingsumfang zu schaffen.
Olaf Beyer studierte Mathematik und Physik und konzentrierte sich auf die Mittelstrecke. In Budapest feierte er 1978 seinen größten sportlichen Triumph. Mit 21 Jahren gewann er die 800-m-Europameisterschaft vor den legendären Briten Steve Ovett und Sebastian Coe in 1:43,84 Minuten. Mehr... (30.11.05)
Nachdem der Meldeschluss für die 2. WMA-Meisterschaften über 100 Kilometer in Bariloche (Argentinien) vorüber ist, haben sich 60 Seniorensportler (51 Männer, 9 Frauen) aus zehn verschiedenen Ländern gemeldet. Wie die WMA mitteilte, wird nach der Premiere vor zwei Jahren in Taiwan (Gesamtteilnehmer: 91) in Bariloche ein geringeres Interesse festgestellt. Die sehr engagierten Organisatoren von Bariloche (West-Argentinien, nahe der chilenischen Grenze) führen dieses geringere Interesse auf die Kürze der Meldezeit nach der Entscheidung während der Generalversammlung in San Sebastian im August 2005 zurück.
Folgende Nationen werden bei der 100-Kilometer-Meisterschaft am Start vertreten sein: Argentinien (33), Kanada (1), Chile (4), Kolumbien (6), Großbritannien/Nordirland (1), Spanien (1), Taiwan (1), USA (8), Uruguay (4), Venezuela (2).
Aus Deutschland wird, so der DLV, kein Seniorensportler an der Meisterschaft teilnehmen. (Quelle: www.leichtathletik.de, 30.11.05)
Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) ist weiterhin unangefochten der deutsche Langstreckenläufer. Bei den Deutschen Crossmeisterschaften am Samstag in Darmstadt demonstrierte der Regenburger seine Extraklasse und gewann nicht nur die M45 sondern besiegte dabei den starken Jürgen Theofel (*1958, FV Wallau, 20:29min) deutlich. Die vom Mann aus der Oberpfalz gelaufenen 20:11 min waren die schnellste Zeit aller "Ü40"-Läufer auf der 6600m langen Strecke.
Zum Vergleich: Theofels Zeit war exzellent, nämlich die drittschnellste Masterszeit, nur M40-Sieger Paul Guckelsberger (*1963, LC Mengerskirchen) schob sich in 20:19min noch vor den Hessen. Die Strecke war dabei bei strahlendem Sonnenschein durchaus anspruchsvoll. Nach den Schneefällen zwei Tage zuvor war sie überwiegend schneebedeckt und weichte im Verlauf der Veranstaltung zusehends auf, somit gab es vor allem in den abschließenden Läufen der Masters echte Cross-Bedingungen; und da starteten die Senioren der Altersklassen M40 bis M55.
Starker M50-Meister wurde Herbert Vogg (*1954, TG Viktoria Augsburg) in 21:20, sechs Sekunden vor dem guten Werner Bauknecht (*1953, LAV Asics Tübingen) und dem letztjährigen Meister Wilhelm Schüttler (*1954, TV Waldstraße Wiesbaden, 21:41min). In der M55 siegte unangefochten Favorit und Titelverteidiger Winfried Schmitt (*1948, TuS Köln rrh.) in 21:54min.
In den höheren Altersklassen, die 5300m zurückzulegen hatten, gewann Adolf Reinhart (*1944, 1.FC Kaiserslautern) in 19:13min die M60 und Walter Albert (*1939, LG Donau/Ilm) in 19:57 die M65, die ein besonders hohes Niveau zeigte. Titelverteidiger Karl WalterTrümper (*1939, LG Olympia Dortmund) blieb hier in 20:15min sogar nur der "undankbare" vierte Platz hinter dem dritten Horst Backes (*1939, SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken, 20:09min) und Silbermedaillengewinner Georg Groß (*1938, SVO Leichtathletik Germaringen, 20:08 min).
Deutscher Crossmeister 2005 in der M70 wurde überlegen Werner Schanné (*1935, LG Wetzlar) in 20:18min und Favorit und Titelverteidiger Walter Bittmann (*1930, LG Esslingen, 23:53min) siegte in der M75. Ein Sonder-Lob gebührt dem 90-jährigen (!) Albert-Georg Olbrechts (*1915, Ettlinger SV), dem 42:01min zu Bronze in der M75 reichten.
Bei den älteren Seniorinnen, die einmal mehr mit den Ü60-Männern auf die Strecke geschickt wurden, gab es in der W45 einen lange spannenden Dreikampf, den schließlich Waltraud Klostermann (*1960, SuS Schalke 96) knapp in 19:18min und damit nur 2 Sekunden vor Brigitte Rupp (*1960, SC Roth) und der Drittplatzierten Regina Dietz (*1957, LG Dorsten, 19:36 min) für sich entschied; die drei schnellen Frauen mussten in diesem Lauf nur dem M60-Sieger Reinhart den Vortritt lassen und unterstrichen mit diesem Zieleinlauf ihre Leistungsstärke. Anne Fischer (*1955, ATS Cuxhaven) siegte in der W50 (20:25min), Titelverteidigerin Marianne Spronk (*1948, SV Viktoria Goch, 21:47) in der W 55 und die W60 sah Gerlinde Schmittner (*1945, TV Ochsenfurt) in 22:58 min vorn.
Veronika Ulrich (*1968, LG Neu-Isenburg-Heusen) gewann ihren 5300m-Lauf in 17:41min und damit die W 35, deutlich vor Ellen Clemens (*1968, LG Domspitzmilch Regensburg,18:07). Schnellste W40-Mastersläuferin war die im Rennen der Frauen, Juniorinnen und W35/40 stark von hinten aufkommende Katharina Kaufmann (*1961, LG Domspitzmilch Regensburg) in 18:54 min, die am "Vorabend der W45" nach eigener Aussage zwar "nicht mehr so spritzig auftreten kann wie vor zehn Jahren" aber eben immer noch im vorderen Drittel eines Frauenhauptlaufes ankommt.
Mannschaftsmeister der W35/40 wurde unangefochten die favorisierte LG Domspitzmilch Regensburg (Ellen Clemens, Katharina Kaufmann, Susanne Falkenstein). In der Mannschaftswertung W45 und älter setzten sich denkbar knapp das dem heimischen Schneechaos entkommene Team des ESV Münster (Petra Schmiemann, Rala Steinkühler und Dr. Gudrun Großkopff, 32 Punkte) gegenüber dem SC Roth (Brigitte Rupp, Renate Grimm, Rita Schober, 33 Punkte) durch.
Die Teilnehmer dieser DM waren, zumal nach einer wegen des Wintereinbruchs teilweise recht schwierigen Anreise, von der guten Organisation und vom Drumherum in Darmstadt durchweg angetan, nicht zuletzt von der erstmals durchgeführten Laufpassage durch das Festzelt. Es war ein Gag für Läufer und Zuschauer, der aber keinen Einfluss auf das Rennen hatte und nicht überbewertet werden sollte, erklärte DLV-Bundestrainer Detlef Uhlemann. Trotz des relativ flachen Geländes bilanzierte er : Das war ein richtig schöner Cross.
Nicht allein angesichts des geringen Medienechos ist das Fazit dieser DM auf der Lichtwiese in Darmstadt schnell gezogen. Insgesamt waren es gute Meisterschaften, doch niemand braucht ihnen nachzuweinen. Die Cross-DM im November ist nun einmal mehr und hoffentlich endgültig vorbei, es lebe jene im Frühjahr, weil sie einfach dorthin, in's Frühjahr, gehört - und dort sollte sie nun auch bleiben.
Alle Resultate der Cross-DM 2005 (28.11.05)
Wieder da ist Lidia Zentner (*1953, Gazelle Pforzheim/Königsbach). Beim Basler Stadtlauf über 5,5 km am 26. November, bei dem 7.912 Teilnehmer/innen in elf Rennen am Start waren, gewann die Pforzheimer Weltmeisterin die Masterswertung; auf einen Start bei der Cross-DM in Darmstadt hatte sie zugunsten des stimmungsvollen Rennens in der Schweiz verzichtet. Als schnellste von 1.068 (!) Masters-Läuferinnen "Ü35" benötigte sie für den Gesamtsieg 20:32,3 min. Nach der WM im spanischen San Sebastian hatte die Mittelstrecklerin im Herbst aufgrund einer hartnäckigen Viruserkrankung zunächst alle Wettkämpfe absagen müssen. Ganz knapp hinter Lidia Zentner wurde Ulrike Hoeltz (*1961, LSK Karlsruhe) in 20:34,4 min Gesamtzweite aller Mastersläuferinnen in Basel. (26.11.05)
Prof. Dr. Michael Böhnke (50), bisheriger Vize-Präsident im Landesverband Nordrhein, wurde am Freitag auf der Sitzung des Verbandsrates in Mörfelden zum kommissarischen Vize-Präsidenten Wettkampf-, Breiten- und Freizeitsport des Deutschen Leichtathletik-Verbandes berufen. Der Verbandsrat folgte damit dem Vorschlag des Präsidiums einstimmig. Der Aachener ist an der Universität Wuppertal Professor für Fundamentaltheologie. Böhnke ist aktiver Langstreckenläufer. Sein Amt im Landesverband wird er niederlegen.
In weiteren Entscheidungen vergab der Verbandsrat auch mehrere Deutsche Meisterschaften für 2006 und 2007 zum Teil neu. Die Deutschen Jugend-Meisterschaften finden im nächsten Jahr in Wattenscheid, die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Wesel und die DSMM/DJMM-Endkämpfe in Lage statt. 2007 werden die nationalen Hallenmeister in Leipzig ermittelt, während die Deutschen Hallen-Meisterschaften der Jugendlichen in Sindelfingen anstehen.
DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop erörterte in Präsidium und Verbandsrat auch die geplante Fusion zwischen dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) und dem Deutschen Sportbund (DSB). Es bestand Einigkeit darin, dass man diese Fusion im DLV vollauf unterstützt, dabei allerdings eine schlagkräftige Struktur des Spitzensports und eine klare Position hin zum Leistungssport erwartet. Die Effizienz des Leistungssports könnte - ähnlich wie bei den Wintersportverbänden - gestärkt werden, indem man die Entscheidungsebene auf die hauptamtliche Ebene verlagert. Diese Position wird der DLV auch bei den am morgigen Samstag anstehenden Fusionsgesprächen beim NOK vertreten.
Ein weiteres Thema der Sitzung war die Arbeit der Prüfungskommission, die als Folge eines Antrages der ehemaligen DDR-Sprinterin Ines Geipel (früher Schmidt), ihren Namen aus dem 4x100 Meter-Staffelrekord aus dem Jahr 1984 zu streichen, im Oktober einberufen worden war. Rechtanwältin und Justiziarin Dr. Anne Jakob, selbst Mitglied der Prüfungskommission, prüft derzeit noch entsprechende Akten und Unterlagen. Mit Ergebnissen ist nicht vor Anfang nächsten Jahres zu rechnen. DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop bot inzwischen Ines Geipel in einem Brief ein persönliches Gespräch in Berlin an. Der DLV hatte am 12. Oktober überraschend angekündigt, im Zuge der Initiative der ehemaligen DDR- Weltklasseläuferin Ines Geipel sämtliche nationalen Rekorde aus Ost und West nachträglich auf "Sauberkeit" zu prüfen. (26.11.05)
Torsten Carlius, langjähriger Präsident der World-Masters-Association WMA ist tot. Dies bestätigte am DonnerstagIAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai. Der auf dem vergangenen WMA-Kongress in San Sebastian zum Generalsekretär gewählte Schwede wurde nur 66 Jahre alt. Er starb am Mittwoch in Schanghai (China), wo er Sohn und Schwiegertochter besuchte, an einem plötzlichen Herzinfarkt, der ihn auf offener Straße ereilte.
"Die IAAF hat die sehr traurige Nachricht erhalten, dass unser Freund und Mitstreiter, unser hochgeschätztes Mitglied im IAAF Masters-Komitee Torsten Carlius gestorben ist", sagte Gyulai und ergänzte: "Wir haben fassungslos die Nachricht aufgenommen. Torsten war ein wundervoller Kollege und Freund, der sein ganzes Leben unserem Sport gewidmet hat und den wir sehr vermissen werden. EVAA-Präsident Dieter Massin zeigte sich nach Erhalt der Nachricht "völlig geschockt. Torsten war mein bester Freund. Warum muss das sein?"
Der Schwede Torsten Carlius schloss eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung an der heimatlichen Universität Lund ab. Von 1985 bis zu seiner Pensionierung war er Leiter der Finanzabteilung der großen Städtischen Wohnungsbaugesellschaft im südschwedischen Helsingborg.
Sein ganzes Leben lang war Torsten Carlius für die Leichtathletik aktiv. Über 40 Jahre lang bekleidete er viele Ämter und Funktionen auf allen Ebenen des Schwedischen Leichtathletikverbandes. International war er Delegationsleiter der Schwedischen Jugendauswahl- und Juniorenteams und Delegierter seines Verbandes auf dem alljährlichen Europäischen Kalender Kongress ("European Calendar Congress") der Leichtathletikverbände. Nach seiner Tätigkeit im Präsidium des Europäischen Senioren-Leichtathletikverbandes diente er seit 1997 fast acht Jahre als Präsident der WMA (World Masters Association).
Torsten Carlius war zuletzt Generalsekretär der WMA, Präsidiumsmitglied der International Masters Games Association IMGA, beratendes Mitglied im Präsidum des EVAA (European Veterans Athletic Association) und Mitglied im IAAF Masters Committee. Sein Heimatverein war der IFK Helsingborg einer der größten Leichtathletikvereine Schwedens. Sein letztes großes Projekt, die ersten European Masters Games im Jahr 2008 in Malmö und der Region Schonen, konnte er nurmehr auf den Weg bringen. (24.11.05)
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will am Freitag im hessischen Mörfelden einen Nachfolger für den Mitte September ausgeschiedenen Vizepräsidenten Breitensport berufen. Auf Vorschlag des Präsidiums soll der Verbandsrat die Entscheidung darüber treffen, wer Anton Budde (Paderborn) bis Herbst 2009 folgt. Der 56-Jährige hatte nur fünf Monate nach der Wahl überraschend sein Amt "aus beruflichen und persönlichen Gründen" niedergelegt. (23.11.05)
Den fünften Wettkampftag der Senioren-WM in San Sebastian (Spanien) eröffnete sie mit einer Bestleistung, die offiziell keine sein wird. Melitta Czerwenka-Nagel (*1930) von der LAG Saarbrücken unterbot im 10.000-Meter-Lauf (W75) die bisherige Bestmarke der Russin Nina Naumenko aus dem Jahr 2000 (52:08,73 min) mit 50:00,93 Minuten um ganze 2:07,80 Minuten. Es irrte aber jeder, der nun aber, wie nicht nur der DLV, gedacht hatte, dies sei ein toller neuer Altersklassen-Weltrekord. Denn er hatte die Rechnung ohne die Rekordstatistiker der WMA gemacht.
Wie inzwischen bekannt wurde, versagt nämlich die WMA dem Weltrekord der Saarbrückerin die Anerkennung. Der Grund: Die Organisatoren in San Sebastian setzten Rundenzähler ein, die aber die einzelnen Rundenzeiten nicht notierten. Damit missachteten sie die IAAF-Regel 131.1. Die legt fest, dass bei einem Lauf über 5.000m und mehr die Rundenzähler nach jeder Runde die von einem offiziellen Zeitnehmer erhaltenen Rundenzeiten in ein Rundenzählblatt eintragen, das sie zuvor erhalten haben. Genau das unterblieb in San Sebastian. Weil auch kein Chipsystem eingesetzt wurde, wird es nichts mit dem Weltrekord.
Trösten wird die Saarbrückerin sicherrlich nicht der Umstand, dass ausgerechnet eine weitere Leidtragende jene Nina Naumenko (RUS, *1925) ist, deren Weltrekord sie verbesserte. Die Russin lief nämlich im selben 10.000m-Rennen in San Sebastian einen neuen W80-Rekord, der aber nun aus denselben Gründen ebenfalls nicht zählt; immerhin behält sie aber ihren W75-Rekord, weil eben die Bestmarke von Melitta Czerwenka-Nagel nicht als WR anerkannt wird. Nicht einmal unvollkommen tröstet bei alldem der eher zynisch wirkende Satz des bis zum September zuständigen WMA-Komiteevorsitzenden Brian Oxley (Kanada) auf der WMA-Webseite: "Wir können sicher sein, dass diese tollen Athleten schon sehr bald neue Rekorde aufstellen werden."
Bekannt wurde inzwischen, dass auch der in San Sebastian aufgestellte M 80-Weltrekord des Australiers Fred O'Connor im Zehnkampf (6130 Punkte, mit Altersfaktor) nicht gewertet wird. Der Grund ist hier eine fehlende Windmessung beim Weitsprung. WMA-Funktionär Brian Oxley reichlich treuherzig an den zuständigen Funktionär in Downunder: "Bitte übermittle Fred unser Bedauern." Bemerkenswert ist bei all dieser Schlamperei nur der Umstand, dass im Gegensatz zu früher die Dinge nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern offiziell auf der WMA-Webseite nachzulesen sind... (23.11.05)
Zwar hat Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) als Schirmherr die Deutschen Crossmeisterschaften am kommenden Samstag, den 26. November, in Darmstadt als Deutschen Cross-Tag bezeichnet und soll mit dieser Aussage, so der mit der Ausrichtung betraute ASC Darmstadt in einer Presseerklärung, "goldrichtig" liegen, "denn 1.800 Teilnehmer werden bei der Lauf-Leistungsschau unweit des ehrwürdigen Hochschulstadions erwartet, das 1923 mit den Studenten-Weltmeisterschaften feierlich eingeweiht wurde. Auch DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop bewertet die organisatorische Leistungsfähigkeit vor Ort schon im Vorfeld positiv und verknüpft damit hohe Erwartungen: Ich bin zuversichtlich, dass durch diese DM in Darmstadt der Crosslauf in Deutschland einen weiteren Aufschwung nehmen wird! Das jedenfalls ist auch das Ziel der Verantwortlichen des ASC Darmstadt. Cross total, nennt Veranstaltungsleiter Wilfried Raatz seine Konzeption, bei der erstmals in der langen Tradition alle Altersklassen vom Schüler über die Jugend und die Aktiven bis hin zu den Mastersläufern bei einem Anlass ihr Leistungsvermögen zeigen werden. Wir möchten den Teilnehmern und Zuschauern ein kompaktes Programm anbieten, bei dem es nie langweilig werden wird, weil es Schlag auf Schlag gehen soll!
Mit 1.174 Meldungen haben die Meisterschafts-Wettbewerbe denn auch insgesamt ein ordentliches Melderesultat erfahren. In den Masterswettbewerben sind aber nur 248 Senioren und lediglich 97 Seniorinnen gemeldet - ein schwaches Meldeergebnis; dies mag auch daran liegen, dass für viele Seniorenläufer die anstrengende Bahnsaison erst vor zwei Monaten zu Ende gegangen ist. Es treten in Darmstadt dann nach einer vorläufigen Auswertung auch nur wenige Titelverteidiger des Vorjahres an, nämlich bei den Männern Karl Walter Trümper (*1939, LG Olympia Dortmund, M65) und Werner Beecker (*1932, LC Wuppertal, M70), Winfried Schmidt (*1948, TuS Köln rrh, M55) und Wilhelm Schüttler (*1954, TV Waldstraße Wiesbaden, M50) sowie bei den Frauen allein Marianne Spronk (*1948, SV Viktoria Goch, W55). Die Renaissance des Crosslaufs lässt also jedenfalls in den Altersklassen, trotz aller Jubelmeldungen von DLV und Veranstalter, noch auf sich warten.
Umrahmt werden die Darmstädter Titelkämpfe von Starts der mehr als 600 Schülern aller Altersklassen, die sich in insgesamt acht Wettbewerben messen werden. Darunter befinden sich auch 200 Schüler der Jahrgänge 1990 und 1991 aus allen Landesverbänden, die im DLV-Talentecross aufeinander treffen.
Die DM-Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr mit einem Lauf der Zehnjährigen über 1.400 Meter und wird um 15.30 Uhr mit dem Lauf der Männer und Junioren über 9.200 Meter abgeschlossen. Die Mastersläufe sind um 11.15 Uhr mit Lauf 6, bei dem die Senioren ab M60 und die Seniorinnen ab W45 über 5300 m ihre Meister finden. Um 12.00 Uhr folgt die Entscheidung in den Altersklassen M40 bis M55, die über 6600m über fünf Runden führt. Zu den weiteren Höhepunkten zählt sicherlich der über 5300m führende Lauf der Frauen, der um 14.20 Uhr gestartet wird; hier sind auch die Altersklassen W35 und W40 mit von der Partie. Mehr auf der Webseite der Veranstaltung (22.11.05)
Einmal mehr wird die Senioren-Leichtathletik Thema in einem großen deutschen Massenmedium. RTL und Günther Jauch widmen sich ihr am 11. Dezember in ihrem Jahresrückblick 2005 - "Menschen, Bilder, Emotionen" den Menschen, die das Jahr 2005 geprägt haben - durch ihren Mut, ihre Entschlusskraft oder ihre herausragenden Leistungen. Die Sendung wird am dritten Adventssonntag ab 20.15 Uhr live über den Sender gehen. Bekannte und unbekannte Gesichter sind dann bei dem populären Moderator und Entertainer zu Gast.
Dabei wird auch der Erlanger Masterssportler Friedrich Mahlo von Günther Jauch interviewt. Der 93-Jährige Mahlo ("Ich bin seit eh und je ein Leichtathlet gewesen, vor allem ein Sprinter") wurde als 100m-Senioren-Weltmeister seiner Altersklasse in San Sebastian zur Sendung eingeladen, nachdem er im September bereits im Magazin focus eingehend gewürdigt worden war. Seit 1996 moderiert Günther Jauch die jährlich ausgestrahlte Sendung. 2004 verfolgten in der Spitze mehr als 11 Millionen Zuschauer den RTL-Jahresrückblick.
Hier gibt es Karten für die im rheinischen Hürth produzierte TV-Sendung. (21.11.05)
Peter Arms ist schwer verunglückt. Der Leichtathlet des TSV Lelm stürzte während einer nächtlichen Trainingsfahrt mit dem Rad und liegt auf der Intensivstation eines Hannoveraner Krankenhauses.
Der genaue Unfallhergang sei noch nicht geklärt, sagte Jürgen Uhde, Pressewart des Leichtathletik-Kreisverbandes in Braunschweig. Peter Arms habe wegen einer Schleimbeutelentzündung vermehrt auf dem Rad trainiert, um die betroffene Sehne weniger zu belasten. In der Dunkelheit sei er auf dem Radweg zwischen Bornum und Abbenrode gestürzt. Der Ausdauersportler soll keinen Helm getragen haben und sich den Kiefer und den Schädel im Bereich des Augenbrauenbogens gebrochen haben.
Arms, Jahrgang 1943, gehört bekanntlich zu den erfolgreichsten Seniorenleichtathleten Deutschlands. Der Niedersachse wurde unter anderem deutscher Meister im Crosslauf und auf der Halbmarathon-Strecke. Bei den Deutschen Meisterschaften dieses Jahres über 10 000 Meter belegte er den zweiten Platz und bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften stand er in diesem Jahr als Dritter auf dem Treppchen. Der 61-jährige wurde für seine Leistungen zu Helmstedts Sportler des Jahres 2005 gewählt. Wegen seines Sturzes konnte er die Auszeichnung aber am vergangenen Samstag nicht entgegen nehmen. Zuletzt hatte er Ende Oktober beim Braunschweig-Marathon seine Altersklasse M60 in 3:04:45 Stunden gewonnen. (16.11.05)
Mit einem zweiten Platz beim Dreistundenweglauf in Mödling nahm der Österreicher Norbert Busl (*1963, ULT Deutsch-Wagram) "das Unternehmen Crosslauf-WM 2006 in Angriff", wie die Niederösterreichischen Nachrichten schrieben. Busl war Ende September Österreichischer Vizemeister über 10km in der Altersklasse M40 geworden und hatte dabei nur dem zwei Jahre jüngeren Gerald Habison (*1965, LG Itter) den Vortritt lassen müssen. Hier das NÖN-Interview mit dem M40-Masters aus Wagram:
NÖN: Sind Sie mit diesem zweiten Platz zum Auftakt ihrer Vorbereitungen zufrieden?
Norbert Busl: Es war nicht so schlecht in Relation zum Aufwand. Ich fange ja jetzt erst an, so richtig Grundlagenausdauer mit einem großen Umfang zu trainieren. Und ab Dezember bin ich dann in der Halle.
NÖN: Ihr großes Ziel für die kommende Saison ist ja die Crosslauf-WM der Senioren in Linz?
Busl: Ich will dort in der Altersklasse M-40 eine gute Figur machen. In Österreich bin ich zuletzt Zweiter geworden, ich rechne mir durchaus Chancen aus, wenngleich ich keine Ahnung habe, wer da so mitrennen wird.
NÖN: Was ist dann Ihre persönliche Zielsetzung?
Busl: Unter die ersten Zehn zu kommen ist realistisch, aber ganz vorne dabei zu sein, das ist utopisch, da sind Zeiten dabei, die ich einfach nicht mehr laufen kann. Bester Österreicher zu werden, das wäre mein großes Ziel.
NÖN: Dabei ist diese Weltmeisterschaft ja ihre Premiere bei internationalen Titelkämpfen?
Busl: Mein erstes Mal, aber diese Chance musste ich nützen, da die WM in Österreich stattfindet. Ursprünglich wäre es ja Vancouver (Kanada) gewesen, und da wäre der Aufwand zu groß gewesen. Ich werde einfach locker loslaufen und kann eigentlich nur gewinnen.
NÖN: Abschließend, was werden Ihre Schwerpunkte in den kommenden Jahren sein?
Busl: Ich will mich mehr auf die Meisterschaften, wie etwa die Niederösterreichischen, konzentrieren und weniger auf die Straßenläufe. Deshalb ist auch der Weinviertel-Laufcup für mich nicht die erste Präferenz, da es sich auch nicht ausgehen würde. (Quelle: Peter Sonnenberg in NÖN-online, 16.11.05)
Heute wird Dieter Massin 65. Ihm gilt unser herzlicher Glückwunsch!
Der Präsident des europäischen Senioren
Leichtathletikverbandes EVAA und
langjährige Vizepräsident des DLV ist der große Mann der deutschen und europäischen Mastersleichtathletik. Der pensionierte Konrektor feiert seinen Ehrentag im Kreis seiner Familie im westfälischen Ahlen.
Zuletzt bei den Senioren-Weltmeisterschaften stellte er seine große Geschicklichkeit unter Beweis, die europäischen Interessen der Seniorenleichtathleten effizient zu bündeln. Der DLV ehrte Massin wegen seiner zahlreichen Verdienste Ende Oktober dem dem Ehrenschild des DLV, den Ehrenpräsident Theo Rous überreichte. Der Ehrenschild ist die höchste Auszeichnung des Deutschen Leichtathletikverbandes. In der bevor stehenden Dezember-Ausgabe werden auch die IAAF-News dem Jubilar und seiner Auszeichnung einen kurzen Bericht widmen.
Gehandicapt durch eine Fußsehnenverletzung konnte der Jubilar in den letzten Jahren seinem Sport nicht mehr aktiv fröhnen. Dabei hatte er beim Berlin-Marathon wie beim New York Marathon als Walker eine mehr als respektable Leistung geboten.
An ein Kürzertreten denkt der Westfale noch lange nicht. Zu viel gibt es zu tun, und mit der ihn auszeichnenden großen Offenheit greift er neue Ideen auf und entwickelt zukunftsweisende Initiativen - zuletzt die Gründung der Zeitschrift "Senioren-Leichtathletik" und die Vaterstettener Antidoping-Erklärung. Gerüchten zufolge ist er angesichts der Probleme des DLV mit dem Masterssport sogar wieder im Gespräch für eine maßgebliche Funktion für die Seniorenleichtathetik innerhalb der DLV-Spitze; auch wenn daraus nichts werden sollte, ist allein der Umstand, dass darüber ernsthaft gesprochen wird, ein beeindruckender Beleg, wie bedeutend Dieter Massin für den DLV und die Seniorenleichtathletik ist. ( Foto: Markus Leenen© . www.masters-sport.de dankt für die Zustimmung zur Veröffentlichung, 14.11.05)
Mit einer überwältigenden Stimmenmehrheit hat der Hauptausschuss des Landessportbundes Hessen ("lsb h") auf seiner außerordentlichen Sitzung in Frankfurt die geplante Fusion zwischen DSB und NOK unter den jetzigen Bedingungen abgelehnt. Neben Hessen kritisieren seit längerem auch weitere Landessportbünde, dass die DSB/NOK-Fusion zulasten des Breitensports gehen könnte. Der hessische Landessportbund ist die Dachorganisation des hessischen Sports und vertritt die Interessen von rund 7800 Sportvereinen mit 2,2 Mio Mitgliedern.
Zum Einen kritisierten die Delegierten bei Ihrem Nein das derzeit vorgesehene Stimmenverhältnis, das es den Olympischen Fachverbänden in dem neuen Konstrukt erlauben könnte, die Landessportbünde "auch in ihren originären Fragen" zu überstimmen. Zum Anderen hegten sie, wie es reichlich gedrechselt in einer Presseerklärung heißt, "massive Zweifel an einer perspektivisch soliden Finanzsituation" des neuen Verbandes. Gleichzeitig verabschiedeten die Mitglieder des Hauptausschusses aber eine Entschließung, die die positiven Aspekte der bislang geführten Fusions-Diskussion hervor hebt, aber auch deutlich macht, dass der Landessportbund Hessen beim DSB-Bundestag am 10. Dezember der Verschmelzung von DSB und NOK "nur unter deutlich nachgebesserten Bedingungen" zustimmen wird.
Die Entschließung des lsb-h-Hauptausschusses im Wortlaut
Die Mitglieder des Hauptausschusses des lsb h unterstützen das angestrebte Ziel des Zusammenschlusses von DSB und NOK mit der Perspektive einer gemeinsamen Dachorganisation des Deutschen Sports, die den organisierten Sport in Deutschland zu einem in seiner Geschlossenheit überzeugenden Partner für die Politik, die Wirtschaft und für die Wahrnehmung der Interessen des Sports im internationalen Bereich macht.
Die Mitglieder des Hauptausschusses begrüßen die auf Drängen der Landessportbünde erreichte Modifizierung des Zeitplanes zur Fusion mit der Durchführung eines DSB-Hauptausschusses im Vorfeld des über die Fusion entscheidenden DSB-Bundestages am 10. Dezember 2005.
Die Mitglieder des Hauptausschusses begrüßen die großen Fortschritte, die sich in den Beratungen seit der ersten Präsentation des Abschlussberichtes der gemeinsamen Strukturkommission am 28. Juni 2005 in Hanau bis heute in Ausrichtung, Struktur und Satzung der geplanten neuen Dachorganisation ergeben haben:
* Die Arbeit der Sportvereine wird als die wesentliche Aufgabe der neuen Dachorganisation und Basis des gesamten Sports gesehen.
* Die Anerkennung der Leistungen der Lsb´s in der Förderung der Nachwuchsathleten und athletinnen und die Bereitstellung der Rahmenbedingungen auf Landesebene für Spitzen- und Leistungssport - auch durch entsprechende Vertretung der Landessportbünde im neuen Präsidialausschuss - wird begrüßt.
* Die angemessene Berücksichtigung bzw. zukünftige Sicherung der Sportentwicklung, des Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssports sowie des Sports in der Schule auch durch die Besetzung des Präsidialausschusses Breitensport/ Sportentwicklung und die Nominierung für den Vorsitz aus dem Bereich der Landessportbünde wird begrüßt.
* Die Berücksichtigung von Bildung und Personalentwicklung als wesentliches Aufgabenfeld der Dachorganisation des Deutschen Sports wird begrüßt.
* Die Bewegung in der angemessenen Berücksichtigung der Landessportbünde in der Stimmverteilung wird begrüßt.
Die Mitglieder des Hauptausschusses stellen fest, dass es gerade in der Frage der Stimmverteilung zu positiver Bewegung gekommen ist. Sie fordern das Präsidium des lsb h aber auf darauf hinzuwirken, dass bei der Stimmverteilung die Landessportbünde deutlich mehr als ein Drittel der Stimmen erhalten und dies in der neuen Satzung festgeschrieben wird.
Diese Aufforderung resultiert aus der großen Sorge, dass ein Stimmenmodell in der Satzung festgeschrieben wird, welches in nicht olympischen Fragen Beschlüsse gegen ein deutliches Votum der Landessportbünde - beispielsweise in Haushalts- und Beitragsfragen - zulässt.
Die Mitglieder des Hauptausschusses schließen sich einer schon beantragten, weitergehenden Verschmelzungsprüfung an. Sie erwarten eine neue Finanzplanung für die Jahre 2005 bis 2008, in der die wirtschaftlichen Risiken und Notwendigkeiten der Fusion im Lichte belastbarer Zahlen aufgezeigt werden.
Damit eng verbunden soll ein verbindliches Konsolidierungsprogramm, in dem die Konsolidierungsschritte des DOSB in ihrer Höhe und zeitlichen Abfolge deutlich werden, für den genannten Zeitraum vorgelegt werden. Somit sollen die Risiken des Zusammenschlusses und möglicher anstehender Forderungen an die neue Dachorganisation ohne Beitragserhöhungen bzw. Veränderungen in der Haushaltssystematik abgesichert werden. (14.11.05)
Unbestritten ist der ASC Darmstadt mit dem Darmstadt-Cross auf der Lichtwiese über viele Jahre hinweg eine erste Adresse in Sachen Geländelauf beim Deutschen Leichtathletik-Verband. Nicht zuletzt deshalb ist es eine logische Folge, dass der Fachverband mit Sitz in Darmstadt dem südhessischen Renommierverein die Ausrichtung der Titelkämpfe am 26. November übertragen hat. Wir werden in vielfältiger Hinsicht neue Akzente setzen, betont Wilfried Raatz, der Veranstaltungsleiter des ASC Darmstadt. Vielleicht gelingt es uns, damit dem Crosslauf hierzulande einen neuen Stellenwert zu geben. Denn mittelfristig können wir nur über eine attraktive Cross-Saison dem international nur drittklassigen Langstreckenlauf auf die Sprünge helfen. Leider gibt es derzeit in Deutschland nur noch in Darmstadt eine hochwertige Veranstaltung, andere Organisatoren wie in Neuss, Waiblingen oder Köln haben längst aufgegeben, in Berlin gibt es ein Crossangebot ausschließlich noch für Hobbyläufer. Dass muss anders werden, wenn wir künftig auch auf der Langstrecke wieder eine Rolle spielen wollen!
Anstelle eines langatmigen Zeitplanes hat das Organisationsteam des ASC Darmstadt den Takt der Wettbewerbe einschneidend verändert. Aus einer ursprünglichen zweitägigen Meisterschaftsveranstaltung ist nunmehr ein Vier-Stunden-Programm mit ergänzenden Schülerläufen geworden. So sind die 22 Meisterschafts-Wettbewerbe in insgesamt acht Starts zusammengefasst. Durch unterschiedliche Startnummernfarben können dabei zum Beispiel die Frauen, Juniorinnen und Mastersläuferinnen der Kategorien W 35 und W 40 unterschieden werden, die gemeinsam auf den 1300 m langen Rundkurs geschickt werden.
Beim ASC Darmstadt setzt man auf attraktive und zahlenmäßig große Starterfelder. Langatmige Abläufe mit Startschuss auf Startschuss sollen dabei der Vergangenheit angehören. Die Zuschauer sollen eine peppige Veranstaltung erleben, bei der keine Langweile aufkommen darf! umreißt Raatz die Beweggründe für eine Umstrukturierung. Eine besondere Attraktion dürfte dabei ein 60 Meter langes Festzelt sein, in dem nicht nur ganztägig Speisen und Getränke angeboten werden, sondern durch das die Läufer in jeder Runde laufen müssen.
Zusätzliche Erschwernisse mit kleinen Hindernissen und Sandpassagen sowie zahlreiche Kehren sollen den Rhythmus unterbrechen und somit selbst dem flachen Terrain der Lichtwiese zu einen gewissen Schwierigkeitsgrad verhelfen. Die Zeitmessung erfolgt erstmals bei Crossmeisterschaften mit dem sogenannten ChampionChip, einem Transponderelement, das am Schuh getragen wird. Durch den Einsatz einer modernen Zeitregistrierung und Auswertung ist eine Siegerehrung unmittelbar nach dem Zieleinlauf möglich.
Erstmals wird bei den Deutschen Crossmeisterschaften auch der DLV-Talente-Cross für 14- und 15jährige Schüler integriert sein. Durch den Einbezug der Talentsichtung können wir vom Schüler bis zum Mastersläufer ein hochrangiges Lauf-Programm für alle Altersklassen anbieten, freut sich Hessens Leichtathletik-Präsident Wolfgang Schad über diesen Schachzug. Der ASC Darmstadt, der beim alljährlich im November stattfindenden Darmstadt-Cross stets auf große Schülerläufe verweisen kann, wird außerdem im Vorprogramm auch Läufe für Acht- bis Dreizehnjährige mit den Stadtmeisterschaften der Schulen Darmstadts und Schulwettkämpfen für den Landkreis Darmstadt-Dieburg anbieten.
Das dürfte sich zusätzlich auf die Zuschauerzahlen auswirken. Wir rechnen mit den Wettbewerben der Schüler somit nicht nur mit insgesamt 2000 Teilnehmern, sondern auch mit 4000 Zuschauern! so der HLV-Präsident weiter. Alle gemeldeten Teilnehmer werden in einer Sonderpublikation des Darmstädter Echo veröffentlicht, die am Freitag (25.) der Tageszeitung beiliegt und am Samstag zusätzlich auf der Lichtwiese verteilt wird.
Insgesamt 170 Helfer sind erforderlich, um diese Deutschen Meisterschaften auf der Lichtwiese reibungslos abzuwickeln. Die Helfer des ASC Darmstadt und des Darmstädter Lauftreffs werden dabei in der Vorbereitung und Durchführung durch Mitarbeiter der TU Darmstadt und des Sportamtes der Stadt Darmstadt tatkräftig unterstützt.
Der erste Startschuss wird um 10.00 Uhr mit dem Lauf der Schülerinnen C über 1400 m fallen, der erste Meisterschaftslauf wird um 11.15 Uhr für die Mastersläufer der M 60-75 sowie W 45 und älter gestartet. Als Höhepunkte der Crossmeisterschaften gelten die Läufe der Frauen über 5 300 m um 14.20 Uhr und der abschließenden Männer-Langstrecke über 9 200 m um 15.25 Uhr. Zu den Höhepunkten haben sich Hessens Sportminister Volker Bouffier und Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann angekündigt.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.asc-darmstadt.de.
Für spezielle Fragen steht Ihnen auch der Sportorganisatorische Leiter der Deutschen Cross-Meisterschaften Wilfried Raatz unter Telefon 06166-60216 bzw. per E-Mail "gerne zur Verfügung".
Mit rund 170 Läufern aus 30 Vereinen ist der Crosscup Nordhessen in seine zweite Saison gestartet. Zum Auftakt der Serie in Wirmighausen räumte die LG Baunatal-Fuldabrück groß ab: Markus Jahn siegte bei den Männern über 800 m vor seinen beiden Mannschaftskameraden Johannes Wennemacher und Paul Skalski. Bei den Frauen trug sich Yvonne Conrad (TSV Obervorschütz) in die Siegerliste ein.
Die Eröffnungsveranstaltung der zweiten Auflage dieser in den vergangenen Jahren in Deutschlands sehr vernachlässigten Disziplin entwickelte sich zu einer echten Werbung für den Crosslauf. Die LG Diemelsee hatte beste Organisationsarbeit geleistet, nur wenige Minuten nach dem Zieleinlauf der einzelnen Altersklassen wurden die Akteure bereits mit Urkunden ausgezeichnet. Viele Ausdauerenthusiasten starteten erstmals in einer neuen Altersklasse, galt doch bereits die Klassenzugehörigkeit des Jahres 2006. Konnten im vergangenen Jahr während der ersten Auflage bei vier Veranstaltungen insgesamt 450 Starter registriert werden, so wurden am Samstag mit 170 Startern alle Erwartungen von "Cupchef" Hermann Kilian (Wolfhagen) übertroffen.Die Laufstrecke mit Start und Ziel auf dem Wirmighäuser Sportplatz stellte an alle Teilnehmer hohe Anforderungen, musste doch unmittelbar nach Verlassen des Sportplatzes eine mehrere hundert Meter lange Steigung auf einem unebenen Wiesengelände bewältigt werden. Diese Aufgabe wurde von den Läufern mit unterschiedlichen Krafteinsatz aber bestens gemeistert. Viele nordhessischen Crossläufer nutzten diese Veranstaltung als letzten Test für die in zwei Wochen in Darmstadt anstehenden deutschen Meisterschaften. Dementsprechend hoch war auch das Niveau der einzelnen Rennen. Bei den Männern setzte sich nach dem 8000-m-Start das Trio der LG Baunatal-Fuldabrück an die Spitze des Feldes und sorgte für ein hohes Tempo. Schon nach der ersten von vier Runden war das Läuferfeld weit auseinander gerissen. Am Ende siegte Markus Jahn (24:20). In der Altersklasse M 40 lief der Berndorfer Wilhelm Hofmann im Trikot des TSV Korbach in 27:45 Minuten einen souveränen Sieg nach Hause.
4000 m hatten das 20 Läuferinnen starke Starterfeld der Frauen zu bewältigen. Und dabei fiel die Entscheidung noch knapper aus. W-20-Siegerin Yvonne Conrad vom TSV Obervorschütz siegte in 14:16 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung auf W-35-Siegerin Tanja Ruppert (*1967, SG Cattengau) und der zeitgleichen W-40-Siegerin Vera Siebert-Kilian (TSV Obervorschütz). Annette Briel vom TSV Frankenberg lief nach längerer Wettkampfpause als Bahn- und Straßenläuferin auf dem für sie ungewohnten Geläuf in 15:59 Minuten als Gesamtvierte auf Rang zwei der W-40. In guter Form präsentierte sich auch Anke Rhode von der ausrichtenden LG Diemelsee. Sie kam hinter Briel in 16:33 Minuten auf den zweiten Platz der W-35. (Quelle: Landeszeitung Frankenberg, 14.11.05)
Am 04. und 05. November 2005 fand in Grünberg (Hessen) der erste Lauftreff-Workshop des DLV und seinen Partnern Nike und dem Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) statt. Lauftreff-Leiter, -Betreuer und auch Laufbegeisterte aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen teil. Zum Abschluss am Samstag gab es sogar Standing-Ovation, was die Organisatoren in ihrer Arbeit bestärkte.
Ein gemeinsamer Warm-Up Run mit Top Triathletin Nicole Leder schaffte einen lockeren und aktiven Einstieg in den Workshop. Tipps von der Profisportlerin, die gerade noch in Hawaii beim Ironman teilnahm, fanden bei den Läufern großen Anklang. Auch Edgar Itt, der als Moderator durch das gesamte Workshop-Wochenende führte, bereicherte das Workshop-Angebot noch zusätzlich mit seinen eigenen Erfahrungen und Tipps.
Das Eröffnungsreferat von Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer Prävention und Gesundheit durch Laufen Laufen als Gesundheitsdroge traf genau das Interesse der Teilnehmer. Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die Lauftreffs der Bevölkerung ein präventives Angebot bieten, das seinesgleichen sucht. Anhand von Dosis-Wirkungsbeziehungen körperlicher Aktivität veranschaulichte er den positiven Effekt des Sporttreibens im gesamten menschlichen Körper. Doch auch hier gilt gerade für Anfänger und Widereinsteiger immer die Devise vor dem Sport Gesundheitsprüfung. Klar wurde in der Diskussion, dass in den Lauftreffs auch mehr und mehr nach medizinischen Ratschlägen gefragt wird, was den Eindruck vermittelt Sport ersetzt den Mediziner. Auf die Frage aus dem Plenum hin, woran man eigentlich einen guten Sportmediziner erkennen kann, gab Banzer eine ganz einfache Antwort: Der Arzt muss Sie als Läufer mindestens nach Ihrem Laufschuh fragen und diesen auch sehen wollen. Ein kleiner Tipp, der für den ein oder anderen in Zukunft hilfreich sein kann.
Schon die erste Workshoprunde am Freitagabend, mit 10 unterschiedlichen Themen, geleitet von hochkarätigen Referenten machte das Interesse und den großen Wissensdurst der Teilnehmer deutlich. Vor allem beim Thema Marketing im Lauftreff geleitet von Frank Kowalski, Geschäftsführer der DLP wurde deutlich, dass das Hauptgewicht im Lauftreff nicht nur mehr im Laufen, Walking und Nordic Walking an sich liegt, sondern auch in der Vermarktung und Abgrenzung gegenüber anderer kommerzieller Anbieter immer weiter in den Vordergrund treten.
Nach zwei interessanten, informativen und innovativen Tagen referierte Prof. Michael Böhnke, Vizepräsident des Leichtathletik-Landesverbandes Nordhrein über die Zukunft des Lauftreffs. Böhnke, der mit seinen Ausführungen das Plenum begeisterte, machte nach einer aktuellen Situationsanalyse deutlich, dass mit dem Anbieten von Mehrwerten im Lauftreff, den Wünschen an der Basis entsprochen wird. Ein umfangreiches Angebot (z. B. Laufen, Walken und Nordic Walking, Kursangebote, Frauen-Lauftreffs, Events, Trainingsplanerstellung etc.) mit dem man sich nach außen profilieren kann ist u. a. das, was in Zukunft die Teilnehmer an die Lauftreffs binden wird. (13.11.05)
SeniorenMit dem heute erschienenen Heft 11/12 schließt die Senioren-Leichtathletik ihr erstes, sehr erfolgreiches Jahr ab. Auch in diesem Heft bringt das Magazin viel Material und Informationen. Kernthema des aktuellen Heftes ist neben den Ergebnisteil eine Analyse von Willi Maurer zur Entwicklung der Mitgliederzahlen im DLV. Der Knaller: Die Senioren nehmen weiter zu, die "U40-Jährigen" nehmen ab. Natürlich steht die "Wahl zum Seniorensportler" 2005 im Mittelpunkt des Heftes. Dem Vernehmen nach haben sich bisher jeweils drei Mastersathletinnen und -athleten herauskristallisiert: Rona Frederiks, Elfriede Hodapp und Ingrid Meier bei den Frauen und bei den Männern Hermann Albrecht, Felix Mohr und Wolfgang Reuter.
Und schließlich gibt es wieder die neuesten Unterzeichner der "Vaterstetter Erklärung".
Diese, aus dem Kreis um Arno Hamaekers, Dieter Massin, Guido Müller und Rüdiger Nickel stammende Antidoping-Erklärung hat inzwischen weltweit große Resonanz gefunden und ist zum Gegenstand der Diskussion und Verbreitung in Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Österreich und in Skandiniavien, einschließlich der entsprechenden Übersetzungen, geworden... (11.11.05)
Der deutsche "Virtuelle Lauftreff" www.lauftreff.de feiert in diesen Tagen sein 10-jähriges Jubiläum! Es ist nicht mehr bekannt, an welchem Tag genau Internetpionier Helge Schroeter-Janßen mit seiner Homepage erstmalig online gegangen ist. Schroeter-Janßen: "Es war irgendwann Anfang November 1995. Ich habe in meinen Unterlagen einen Ausdruck einer schrecklich primitiven Homepage vom 13.11.1995. Begonnen habe ich damals mit zwei oder drei Links und einer kleinen Marathonliste. Mein Ziel war: Ca. 100 Besucher pro Monat sollte die Seite schon habe, sonst würde sich der Aufwand nicht lohnen."
Aus kleinsten Anfängen wurde eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen verzeichnen Lauftreff.de und seine Abkömmlinge Marathon.de und Halb-Marathon.de ca. 350.000 Besuche allmonatlich. Der Initiator: "Ich staune immer wieder, was aus meiner "kleinen Homepage" mit der Zeit geworden ist. Sie hat sich tatsächlich zu so etwas wie einem Treffpunkt für Läufer im Internet entwickelt. Läufer berichten mir, dass sie ihre nette "Mitläuferin" übers Kontakte-Forum kennen gelernt haben. Die Lauftreffs bekommen ihre neuen Teilnehmer durch das Lauf-Treff-Verzeichnis von Lauftreff.de. und so weiter."
Das vielleicht Bemerkenswerteste ist: Der Betrieb der Laufsport-Seiten ist immer noch ein Privat-Projekt, das Helge Schroeter-Janßen vor und nach seiner regulären Arbeit betreibt. Allerdings hat er seine Arbeitszeit inzwischen auf 80% reduziert. Seit ein paar Jahren hilft auch Ehefrau Tina aktiv mit. In jüngster Zeit hat Tochter Melanie die Logos für die "Marathon Spezial"-Seiten gestaltet. Lauftreff.de ist heute also ein "Familienbetrieb", dessen Hardware aus drei PCs, drei Laptops, alle miteinandervernetzt, 2 MBit DSL, stapelweise Laufzeitschriften und vielen Ordner voller Ausschreibungen. besteht.
"Kommst du eigentlich noch zum Laufen?", wird der Lauftreff-Vater oft gefragt. Seine Antwort: "Aber ja! Irgendwie schaffe ich es, beinahe täglich zu laufen. Vier Marathons in diesem Jahr, 3:06:29 in Berlin. Tina kann leider seit einiger Zeit nicht laufen (Fersensporn) und macht jetzt Nordic Walking."
Zum Feiern des Jubiläums bleibt der Internetfamilie übrigens keine Zeit; denn kaum ist die Herbst-Lauf-Saison vorbei, beginnt die Aktualisierung des Laufkalenders für das kommende Jahr. Mehr als 4000 Lauftermine müssen bearbeitet werden. "Das dauert erfahrungsgemäß bis Ende Februar."
www.masters-sport beglückwünscht das große Vorbild in Berlin! (11.11.05)
Bereits vor einigen Tagen hat Dieter Massin die höchste Auszeichung des Deutschen Leichtathletikverbandes, den Ehrenschild des DLV, erhalten. Am Rande der Sitzung der "European Masters Sports Association" (EMSA) in Rüsselsheim bei Frankfurt überreichte DLV-Ehrenpräsident Theo Rous dem EVAA/EMSA-Präsidenten Dieter Massin die Auszeichnung. Dieter Massin wurde für seine herausragende Arbeit für die deutsche Leichtathletik geehrt. Vertreter des DLV-Präsidiums waren bei der Ehrung nicht anwesend. Weil sie auch nicht auf der offiziellen Internetseits des DLV mitgeteilt wurde, wurde sie erst jetzt bekannt. Die Rede von Theo Rous an die Adresse des Geehrten hier im Wortlaut...
Während der EMSA-Tagung wurden die ersten "European Masters Games" an das südschwedische Malmö und die umgebende Provinz Schonen vergeben. Sie finden im Spätsommer 2008 statt. Es werden zu den Wettkämpfen voraussichtlich 10.000 Masterssportler erwartet. Auf dem Meiterschaftsprogramm stehen voraussichtlich u.a. Badminton, Tischtennis, Bogenschießen, Radfahren, Fußball, Leichtathletik, Fechten, Handball, Schießen, Ringen, Schwimmen, Gewichtheben, Softball, Squash, Basketball, Boule/Petanque, Judo/Budo, Kanu, Schach, Volleyball, Segeln, Billard, Curling, Turnen, Reiten, Eishockey, Tennis und Golf. (11.11.05)
Dass sich die Laufserie des Sparkassen-Eifelcups im Kreis Euskirchen mittlerweile zu einer Top-Veranstaltung gemausert hat, steht außer Frage. Auch die 14. Auflage, unterstützt von der Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen, machte da keine Ausnahme. In seinen zwölf Wertungsläufen waren 140 Frauen und 535 Männer mit von der Partie. Es gab sogar einen Läufer und zwei Läuferinnen, die nicht einmal fehlten. Dass letztendlich nur 32 Frauen und 51 Männer in die Endwertung kamen, lag daran, dass der Modus an die Vorgaben des Schüler-Eifelcups angepasst wurde. Das heißt: Es kamen nur die Athleten in die Wertung, die mindestens an sechs Läufen teilgenommen haben. Bei den Schülern, deren Serie zum vierten Mal ausgetragen wurde, erfüllten insgesamt 40 Läufer dieses Kriterium.
Am stärksten war das Teilnehmerfeld in der Altersklasse M 45. Hier gaben über 100 Läufer ihr Bestes. Für Furore sorgte wieder Willy Meyer aus Stadtkyll, der mit stolzen 84 Jahren in seiner Altersklasse konkurrenzlos war. Bei den Damen kämpfte Hildegard Nikolay von der SG Oleftal in der Altersklasse F 70 als älteste Läuferin gegen die Uhr.
Die Serie hat gezeigt, dass die Laufbereitschaft in der Region nach wie vor sehr hoch ist. Die Teilnehmerzahlen sind ein deutlicher Beleg dafür, stellte Euskirchens Landrat Günter Rosenke, der als Schirmherr der Laufveranstaltung fungierte, erfreut fest. Er lobte während der Abschlussveranstaltung gleichzeitig den Einsatz der Aktiven beim Schüler-Eifelcup.
Eingeladen hatte diesmal der SV Schwarz-Weiß Nierfeld, um alle Beteiligten in der Bergbuirer Jugendhalle für ihre Leistungen auszuzeichnen. Die Platzierungen der Läuferinnen und Läufer standen zwar im Vordergrund, aber auch das Engagement der eifrigen Helfer wurde ausdrücklich gewürdigt, nicht nur von Landrat Rosenke, sondern auch von Josef Hagedorn, Gebietsleiter der Kreissparkasse, Schleidens Bürgermeister Ralf Hergarten und Alois Drach, Geschäftsführer des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein. Ohne das Eifelcup-Organisationsteam, das für einen reibungslosen Ablauf sorgte, wäre ein derartiges Großereignis nicht durchführbar. Am Ende der Abschlussveranstaltung standen die Ehrungen der erfolgreichsten Läuferinnen und Läufer auf dem Programm.
Dem Organisationsteam gehören künftig nicht mehr Helmut Jonas und Matthias Knelke an, die ihren Rücktritt erklärten. Jonas war zwölf Jahre bei der emsigen Truppe dabei und trug somit maßgeblich dazu bei, dass sich die Laufserie in der Region etablieren konnte. Als Nachfolger konnte das Organisationsteam Peter Doebel vom LC Weilerswist gewinnen.
Die Eifelcup-Sieger 2005:
Männer: 1. Siegfried Krischer (*1968, TSV Bayer Leverkusen / 219 Punkte), 2. Norbert Schneider (*1968, LG Eifel-Runners / 184), 3. Jürgen Budtke (*1963, TuS Kreuzweingarten-Rheder / 182).
Frauen: 1. Tanja Pesch (*1977, TuS Kreuzweingarten-Rheder / 215 Punkte), 2. Astrid Schmitz (*1962, TuS Schleiden / 211), 3. Hiltrud Trippe (*1957, SV 47 Mutscheid / 186). (Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 11.11.05)
Wäre er früher Schüler in einer deutschen Grundschule gewesen, hätte er nicht nur ein Fleißkärtchen bekommen. Der US-Journalist Ken Stone aus San Diego (Kalifornien), einer der Protagonisten der Darstellung der Masters-Leichtathletik im Internet, veröffentlicht nach und nach Resultate früherer Masters-Weltmeisterschaften im Internet als pdf-Dateien. "Das sind zwar Riesendateien und man sollte schon einen DSL-Anschluss haben. Aber sie sind es allemal wert, heruntergeladen zu werden", meinte Stone. Bisher hatte Ken Stone, selbst aktiver M50-Masterssprinter, auf seiner Internetseite die WM-Resultate der ersten WM im kanadischen Toronto (1975) (plus Original-Ergebnislisten) und der zweiten im schwedischen Göteborg (1977) veröffentlicht. Jetzt folgten Buffalo (1995), Gateshead (1999) und Brisbane (2001).Stone: "Ich bin dabei, weitere Weltmeisterschaftsresultate aufzuarbeiten. Freundlicherweise hat mir der "Unter-drei-Stunden-M70-Marathonmann" Ed Whitlock aus Kanada dazu Listen zur Verfügung gestellt. Mein großes Ziel ist und bleibt es, die Ergebnisse aller bisherigen Masters-Weltmeisterschaften zu veröffentlichen, die noch nicht im Internet zu finden sind." (10.11.05)
Die Cross-Saison hat begonnen und damit der Winterbetrieb der Leichtathletik. Drei Wochen vor den Deutschen Meisterschaften in Darmstadt fanden am Wochenende im brandenburgischen Luckenwalde, 50km südlich von Berlin, die Norddeutschen Crossmeisterschaften statt. Durchweg setzten sich dabei am Sonntag die Favoriten durch.
Gesamtschnellster der Senioren war Olaf Böttge (*1962, LTC Berlin) und wurde über 6600m M40-Sieger in 23:07,18min. Kein geringerer als Olaf Beyer (*1967, Postdamer LC) folgte als M45-Sieger auf Rang 2 in 23:28,57min auf der anspruchsvollen Strecke, bei der drei Runden zu 2200 Meter zu absolvieren waren und die durch sandiges Waldgelände mit kurzen steilen Anstiegen führte. In der M55 zeigte Johannes Walter (*1949, LTC Berlin) in 24:52,55min seine Leistungsstärke und war mit dieser Leistung sogar schneller als der Erste der M50 Gerald Schulz (*1952, Neuköllner SF, 24:58,54). In der Altersklasse M 60ging der Sieg an den Niedersachsen Heinz Dieter Cordes (*1945, LG Lüneburg) in 26:50.22 Minuten, und bei den Senioren der M 65 war Favorit Manfred Bublitz (*1939, LG Weserbergland) in 27:27,96 Minuten nicht zu schlagen und fügte seinen Erfolgen in diesem Jahr einen weiteren Titel hinzun. Beschließen will Manfred Bublitz das Sportjahr mit einem Start bei der DM auf der Darmstädter Lichtwiese. Bei der letzten Cross-DM war Bublitz auf der Bremer Galopprennbahn Vizemeister geworden und einen Platz auf dem Treppchen habe ich mir auch für dieses Jahr fest vorgenommen, gibt er sich zuversichtlich.
Nur 25 Seniorinnen gingen übrigens in Luckenwalde an den Start über 4400m (2 Runden). Die schnellste Zeit erreichte Manuela Edler (*1963, OSC Berlin) in ordentlichen 18:10,20min; sie gewann unangefochten die W40 vor Sylvia Kuhlenkamp (*1962, LG Nienburg) in 18:43,96 min. Dazwischen war W45-Siegerin Katrin Mikolajski (*1960, VfL Tegel) in 18:34:84min in's Ziel gekommen. Weltrekordlerin Rona Frederiks (*1940, OSC Berlin) wurde W65-Erste und wusste in 19:55,15min zu gefallen. Alle Einzelresultate aus Luckenwalde (pdf)... (09.11.05)
Nichts Neues gibt es zur drängendsten und dringendsten Personalie aus der Darmstädter DLV-Zentrale zu melden. Im April gab es bekanntlich Neuwahlen zum DLV-Präsidium, doch schon nach rund 4 Monaten warf der dabei neu gewählte Anton Budde, als DLV-Vize zuständig für Breitensprort und Senioren, das Handtuch und trat zurück. Das war Anfang September, also vor sage und schreibe zwei Monaten. Doch bis heute ist kein Nachfolger in Sicht. Daran hat auch eine "außerordentliche" Präsidiumssitzung der DLV am vergangenen Freitag nichts geändert, bei der die Nachfolgeregelung für den zurückgetretenen Vizepräsidenten auf der Tagesordnung stand. Denn die Debatte wurde ergebnislos vertagt, zunächst bis zum Ende dieses Monats.
Wie fragte anschließend ein Insider: "Sollte es dem Deutschen Leichtathletik-Verband gleichgültig sein, was mit den Senioren passiert, also dem größten Teil der eigenen Mitgliedschaft und der im Wettkampfsport mit Abstand erfolgreichsten Altersgruppe?" (08.11.05)
Die Interessenveranstalter der großen deutschen Straßenläufe "German Road Races", kurz GRR genannt, besteht in diesen Tagen seit 10 Jahren, und sie zieht Bilanz. Unsere Ziele sind die Darstellung des Straßenlaufes in der Öffentlichkeit zu verbessern und gemeinsame Anliegen des Laufsports zu koordinieren umreißt Horst Milde, Sprecher im fünfköpfigen Vorstandsgremium der German Road Races (GRR) und als Chef des Berlin-Marathon zugleich einer der Gründungsväter der Veranstalter-Gemeinschaft.
Viele der 1995 angesprochenen Probleme wie die Anerkennung des Chip-Zeitmess-Systems, die genaue Vermessung der Laufstrecken durch Vorgaben der AIMS/ IAAF und die Durchsetzung von Qualitätsstandards sind inzwischen eingeführt und haben sich längst bewährt! Horst Milde, der am 30. Oktober 1995 zusammen mit den Organisatoren der attraktiven Stadtmarathon-Veranstaltungen in Hamburg (Wolfgang Kucklick), Frankfurt (Irmgard Heckelsberger) und München (Michael Schulz-Tholen) die Interessensgemeinschaft der Straßenläufe in Frankfurt ins Leben rief, verhehlt aber auch die Sorgen der Organisation nicht.
Trotz der Erfolge sind viele der 1995 bereits angegangenen Probleme wie auch das Verhältnis zum Deutschen Leichtathletik-Verband und dessen Landesverbände noch immer nicht gelöst. Dabei muss es gerade für den DLV ein wichtiges Anliegen sein, die vierzig Veranstalter ins Boot zu holen, die mit über 390 000 Teilnehmern ein Drittel der Gesamtbeteiligung aller Straßenläufe in Deutschland ausmachen! Das Sprechergremium der GRR beklagt vornehmlich die Tatsache, dass die Straßenläufe in der Öffentlichkeit, den Medien, bei den Teilnehmern und der Bevölkerung eine riesige Resonanz und Anerkennung erfahren, weit mehr als dies für die Stadion-Leichtathletik gilt, aber bei den Fachverbänden auf nationaler und regionaler Ebene fast immer noch nicht zur Kenntnis genommen wird.
Zu den Gründungsmitgliedern zählten 1995 die renommierten Marathonläufe in Berlin, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, München sowie die namhaften Straßenläufe wie der Berliner Halbmarathon, der Nürburgringlauf und der Paderborner Osterlauf. Inzwischen sind 41 Veranstaltungen Mitglied in der Vereinigung mit stark wachsender Tendenz, mit dem Wachau-Marathon und dem Südtirol-Marathon sogar zwei Veranstalter aus Österreich und Italien.
Bei der Jahres-Mitgliederversammlung am 19./ 20. November 2005 in Krems (Österreich) wird das im Vorjahr in Mainz für eine zweijährige Amtszeit gewählte Sprechergremium mit Horst Milde (Berlin), Derk Kogelheide (Berlin), Bernd Düngen (Duisburg), Wilfried Raatz (Darmstadt) und Sascha Wiczynski (Paderborn) eine Halbzeitbilanz ihrer Tätigkeit vorlegen.
Derzeit gehören nach Angaben der GRR die folgenden Mitglieder der Interessengemeinschaft an: Berlin Marathon und Belriner Halbmarathon, Run Berlin (25 km), Bietigheimer Silvesterlauf, Marathon Deutsche Weinstraße Bockenheim, 3-Länder-Marathon Bodensee, Die Nacht von Borgholzhausen, Schwarzwald-Marathon Bräunlingen, Darmstädter Stadtlauf Cup da Franco, Dresden-Marathon, Rhein-Ruhr-Marathon Duisburg, Marathon Düsseldorf, Essen-Marathon, Frankfurter City-Halbmarathon, Frankfurt Marathon, Freiburg-Marathon, Marathon Hamburg, Hamburg Marathon, Alsterlauf Hamburg, Marathon Hannover, Heilbronner Trollinger Marathon, Marathon Karlsruhe, Kasseler Citylauf, Köln Marathon, Wachau-Marathon, Leipzig-Marathon, Marathon Mainz, Marathon Mannheim Rhein-Neckar, Monschau-Marathon, Marathon München, Münster-Marathon, Neumarkter Stadtlauf, Run am Ring Nürburg, Paderborner Osterlauf, Regensburg-Marathon, Rostocker Marathon-Nacht, GutsMuths Rennsteiglauf, Südtirol-Marathon Neumarkt, Stuttgarter Zeitung-Lauf, Marathon-Würzburg, Würzburger Residenzlauf.
Angesichts der offenen Ablehnung, den Gernot Weigl als erfolgreicher "Macher" der Marathonläufe in Freiburg und München dem DLV entgegenbringt, wundert es, dass beide Veranstaltungen noch Mitglied bei den GRR sind. Weigl hatte seinen Sitz im Sprechergremium aus Anlass der Auseinandersetzungen mit dem DLV um den "Pflichtbeitrag" von 0,50 Euro pro Teilnehmer , die er nicht zu zahlen bereit war, zur Verfügung gestellt. (07.11.05)
Mit einem beeindruckenden Auftritt haben die deutschen Marathon-Masters beim diesjährigen New York Marathon auf sich aufmerksam gemacht. In der M65 belegten sie die Plätze eins bis vier und Walter Koch (*1939, TF Feuerbach) gewann überlegen diese Altersklasse. In exzellenten 2:56:45 h lag er fast eine halbe Stunde vor dem Zweitplatzierten Günter Ochsenfeld (*1940, LT Kettwig 2000, 3:23:35h). Hinter Koch und Ochsenfeld kamen mit Eckhard Vogel (*1940, LG Offenbach) in 3:24:08 h (Nettozeit) und Dieter Hempel (*1940) in 3:36:47h zwei weitere deutsche Starter auf die Plätze drei und vier.
Koch errang mit seinem Sieg am gestrigen Tag seinen fünften Altersklassenerfolg beim New York Marathon. Je zwei Mal hatte er die M 55 (1998, 1999) und die M 60 (2001, 2003) gewonnen. Seine absolute Bestzeit lief er übrigens 1986 als 46-jähriger in 2:31:49h.
Jubeln konnte auch Brigitte Ziegler (*1950, LSF Münster). Die Münsteranerin kam bei ihrer New York-Premiere als W55-Zweite nach 3:24:01 h ins Ziel. W65-Dritte in 4:37:29h wurde die im kalifornischen Millbrae lebende Gertrud "Trudi" Hofmann (*1939), die Vorjahressiegerin dieser Altersgruppe .
Schnellster Deutscher in New York war der 36-Jährige Duathlet Bernd Weis (*1968, SG Dettingen) in 2:37:42h, schnellste deutsche Frau war die aus Jülich stammende 29-Jährige Svenja Jutte (*1976) in 3:13:44 h (netto). Auch Ex-Europameister Thomas Wessinghage (*1952) lief in New York und kam in starken 2:55:37 h (netto) auf Platz 367 bzw. Rang 8 seiner Altersgruppe M50 in's Ziel im Central Park. Ich will nur ankommen, lautete die Parole von Rekordolympionikin Birgit Fischer vor dem gestrigen New York City-Marathon. Die erfolgreichste Kanusportlerin der Geschichte hat es auch gepackt. Mit der Startnummer 19851 ins Rennen gegangen, lief sie nach 5:20:18 h im Ziel ein. Damit wurde sie unter den rund 35.000 Teilnehmern insgesamt auf Platz 28.871 gewertet.
Hier zusammengestellt die Resultate der Altersklassen des berühmtesten Städtemarathons der Welt:
Männer
AK 40 - 44 1.Jose Ramon Torres (41) ESP 2:24:55 2.Manuel Anta (40) ESP 2:26:51 3.Peder Troldborg (42) DEN 2:26:58
AK 45 - 49 1.Alan Ruben (48) CPTC, NY 2:37:10 2.Dominique Chauvelier (49) FRA 2:37:35 3.Jan Ottosson (45) SWE 2:39:20
AK 50 - 54 1.Gaetano Sifanno (50) ITA 2:45:27 2.Joseph Haynes (51) IA 2:49:55 3.David Truepenny (50) GBR 2:50:50
AK 55 - 59 1.Joseph Navas (55) MA 2:46:56 2.Ragnar Mjelstad (58) NOR 2:49:51 3.Sergio Federico Robbiati (57) ITA 2:58:49
AK 60 - 64 1.Feliciano Pereira (60) SHSS, NJ 3:11:29 2.Gerard Gravel (64) CAN 3:14:19
AK 65 - 69 1.Walter Koch (65) GER 2:56:45 2.Guenter Ochsenfeld (65) GER 3:23:35 3. Eckhard Vogel (65) GER 3:24:08 n
AK 70 - 74 1.Philippe Pinon (72) FRA 3:45:11
AK 75 - 79 1.Francesco Benelli (76) ITA 3:33:59
Frauen
AK 40 - 44 1.Olena Plastinina (42) WS, NY 2:40:10 2.Nathalie Vasseur (40) FRA 2:45:58 3.Susan Loken (42) FILA, AZ 2:49:32
AK 45 - 49 1.Dorian Meyer (45) NJ 3:00:46 2.Ella Witjes (48) NED 3:01:42 3.Carol Baker (46) IA 3:06:53
AK 50 - 54 1.Sharon Vos (51) CT 3:10:37 2.Clara Mina Jargy (50) SUI 3:12:23 3.Laurence Coufourier (51) FRA 3:12:39
AK 55 - 59 1.M.Francoise Decoray (58) FRA 3:08:51 2.Brigitte Ziegler (55) GER 3:24:01 3.Viviane Borel (56) FRA 3:25:58
AK 60 - 64 1.Chieko Tanaka (61) JPN 3:45:03 2.Susan Lambert (64) GBR 3:56:40
AK 65 - 69 1.Eileen Pue (65) CA 4:24:17 2.Patty Lee Parmalee (65) NY 4:24:22, 3.Trudi Hofmann (66) GER 4:37:29
AK 70 - 74 1.Ginette Bedard (72) NY 3:46:34
AK 75 - 79 1.Bertha McGruder (77) NY 5:56:56
Der Marathon in New York City war natürlich auch ein Treffpunkt der "Macher" der großen Läufe aus aller Welt. Seit der IAAF-WM in Helsinki im August 2005 haben sich die großen Marathonläufe von Berlin, Boston, Chicago, London und New York City zu den den "Big Five" zusammengeschlossen und Mary Wittenberg, die neue Race Directorin des New-York-City-Marathon, war Gastgeberin des Treffens der "Big Five" mit Guy Morse ( Boston Marathon), Carey Pinkowski (Chicago Marathon), Dave Bedford (London Marathon) und Mark Milde (Berlin Marathon). In einem internationalen Pressegespräch wurden die Initiativen des neu formierten "Grand Slam" des Marathonlaufes der Öffentlichkeit vorgestellt.
(06.11.05, update 07.11.05)
Es gibt Dinge, auf die der Deutsche Leichtathletikverband noch nicht mal zu Zeiten von 111-Tage-Senioren-Prinz Toni B. aus Paderborn gekommen ist, was natürlich auch daran liegen mag, dass der DLV ohnehin auf nichts kommt, wenn es um die Seniorenleichtathletik geht. Aber was nicht ist, kann bestimmt noch werden. Zum Beispiel diese Idee, die aus unserem großen Bruderland jenseits des großen Wassers herüber dringt. Da müssen sich nämlich die Masters-Athletinnen und -Athleten, die an der 2. Hallen-WM im kommenden März in Linz teilnehmen, zunächst mit einem Treueschwur zur Teilnahme anmelden, sonst dürfen sie gar nicht erst an den Start in "good old Europe". Die ersten beiden Punkte des bei der Meldung zu unterzeichnenden Ergänzungsformulars, das am Schluss immerhin auch eine zarte Antidoping-Erklärung enthält, bringen die Dinge auf den notwendigen Punkt:
1. Ich werde ununterbrochen ein Botschafter des guten Willens für den (nationalen Leichtathletikverband) USATF und die Vereinigten Staaten von Amerika sein und ich werde jede Handlung unterlassen, die ein ungünstiges Licht auf mich, meine Mannschaftskameraden, die Leichtathletik, USATF und die Vereinigten Staaten von Amerika werfen könnte.
2. Ich werde weder absichtlich noch freiwillig an einer Handlung teilnehmen, die die amerikanische Flagge entweiht oder respektlos behandelt.
Tja, liest sich wie eine Verpflichtungserklärung für den freiwilligen Militärdienst. Zur Klarstellung: Mit Entweihen der Flagge ist nicht das zorroartige Hochhalten der US-Flagge über die Schulter gemeint, nachdem man sich bei Olympischen Spielen gerade mit Dopingmitteln eine Staffel-Goldmedaille erschwindelt hat. (07.11.05)
Bei einem Unfall ist US-Mittelstreckler Roberto Castillo aus Miami tödlich verunglückt. Er wurde angefahren, als er mit seinem Rennrad auf eine Gruppe Radfahrer wartete, mit denen er trainieren wollte. Der Unfall ereignete sich bereits am 23. Oktober, die Meldung ging aber mitten im Chaos des Hurrican 'Wilma' unter. Castillo zählte zu den führenden US-Mittelstrecklern. 1998 gewann er erstmals die US-Titel in der M40 über 800m und 1500m . Bei der WM in Puerto Rico vor zwei Jahren gewann er über 800m die Silbermedaille in der M45 in 2:03,09 min. Mehr (in englischer Sprache)...(06.11.05)
11./12.02 Deutsche Senioren-Halle mit Senioren-Winterwurf (Erfurt / Thüringen)
11.03. Deutsche Crossmeisterschaften (Regensburg / Bayern)
26.03. Deutsche Halbmarathonmeisterschaften (Herten / Westfalen)
29.04. Deutsche 100km-Meisterschaften (Hanau-Rodenbach / Hessen)
10./11.06. Deutsche Seniorenmehrkampfmeisterschaften (Ahlen / Westfalen)
11.06. Deutsche Senioren-Berglaufmeisterschaften (Beuren / Württemberg)
07.-09.07. Deutsche Seniorenmeisterschaften I (Erfurt / Thüringen)
04.-06.08. Deutsche Seniorenmeisterschaften II (Aachen / Nordrhein)
02./03.09. Deutsche Seniorenmeisterschaften Werfer-Mehrkampf (Waiblingen / Württemberg)
09.09. Deutsche Seniorenmeisterschaften Bahngehen (Erfurt / Thüringen)
10.09. Deutsche 10km-Meisterschaften (Regensburg / Bayern)
16.09. DLV DAMM-Endkampf (Köngen / Württemberg)
23.09. Deutsche Seniorenmeisterschaften Straßengehen (Gleina / Sachsen-Anhalt)
Hotel-Börsen im Internet:
www.hotel.de - www.hrs.de - www.expedia.de
(Stand 02.11.05; 06.11.05
Der Termin für den nächsten Senioren-Vergleichskampf steht bereits fest: Am 23. September 2006 treffen in Hösbach (Bayern) die Seniorinnen und Senioren der Altersklassen M/W 30/35 und M/W 40/45 aufeinander. Am Vergleichskampf werden die Mannschaften von Bayern, Hessen, Sachsen, Thüringen und Württemberg teilnehmen. Auch die Schweiz ist wieder mit dabei, nachdem sie in diesem Jahr kurzfristig absagen musste. (06.11.2005)
Die ursprünglich für 2006 angestrebten gemeinsamen Baden-Württembergischen Seniorenmeisterschaften kommen auf Wunsch des Badischen Verbandes nicht zum Tragen! Allerdings werden die Württembergischen Seniorenmeisterschaften 2006 offen für Teilnehmer/innen aus dem Badischen Leichtathletik-Verband ausgeschrieben. Es erfolgt jedoch keine Meisterschaftswertung für BLV-Athleten. (06.11.05)
Am Samstag, 19. November veranstaltet der Nieders.Leichtathletikverband (NLV) eine Fortbildung zum Thema "Unterstützung des Trainings und der Wettkampfvorbereitung mit angepasster kontrollierter Ernährung". Schwerpunkt-Themen sind Grundlagen der Ernährung, Veränderungen im Training bei gezielter Ernährung, Wettkampfvor- und nachbereitung durch "normale" Nahrungskomponenten, Getränke. Der Lehrgang wird mit 8 Unterrichtseinheiten zur Lizenzverlängerung (C-Trainer Grundlagentraining und Breitensport, Übungsleiter-P) angerechnet. Es sind noch wenige Plätze frei!
Um 10 Uhr beginnt der Lehrgang im Haus des Sports in Hannover. Die Teilnahmegebühr beträgt 20,00 €. Interessenten können sich in der NLV Geschäftsstelle melden (C. Temme, 0511-33 89 0 44, temme@nlv-la.de). (06.11.2005)
Ist der Antidoping-Test auf das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) zuverlässig? Gegenwärtig beschäftigt diese Frage zunehmend Naturwissenschaftler, Sportjuristen, Verbände und vor allem betroffene Sportler.
So verständigten sich in einem Zivilprozess vor dem Landgericht Köln um immerhin 500.000 Euro Schadensersatz wegen falscher Blutdoping-Anschuldigungen der 1500-m-Olympiazweite Bernard Lagat und der Leichtathletik-Weltverband IAAF auf einen Vergleich. Der in Kenia geborene Lagat, der mittlerweile für die USA startet, hatte wegen des Doping-Verdachts vor zwei Jahren nicht an den Weltmeisterschaften in Paris und mehreren internationalen Sportfesten teilnehmen können. In der A-Probe einer Trainingskontrolle vom August 2003 hatte das Kölner Antidoping-Labor EPO nachgewiesen. Die Analyse bestätigte sich in der B-Probe jedoch nicht. Die IAAF sah auf ihrer Seite keine Schuld an den Einnahmeausfällen von Lagat.
Wesentliche Bestandteile der landgerichtlichen Vereinbarung sind eine Erklärung der IAAF, wonach Lagat auf Grund des Untersuchungsergebnisses nicht des Dopings schuldig ist und dass die IAAF die Veröffentlichung der Ergebnisse bedauert. Die Lagat-Seite verzichtet allerdings auf seine hohen Schadenersatzforderungen, sobald der Vergleich in Kraft tritt. Beide Seiten verständigten sich darauf, die Gerichtskosten zu teilen.Mein Mandant ist damit rehabilitiert, bewertete Lagats Rechtsanwalt Michael Lehner (Heidelberg) den Vergleich. Weil Bernard Lagat als Kläger nicht vor dem Kölner Landgericht erschien, kann Lagat die Übereinkunft noch bis zum 30. November 2005 widerrufen lassen.
Spiegel-Online meldete ergänzend am Wochenende, das vor fünf Jahren entwickelte EPO-Testverfahren sei möglicherweise nicht zuverlässig, weshalb verschiedene Sportfachverbände wegen drohender Schadensersatzansprüche sich inzwischen Sorgen machten. Zuletzt hatte eine australische Studie den Test angezweifelt. Vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS vertritt Lehner auch den italienischen Radprofi Fabrizio Guidi, dessen Urin im sächsischen Kreischa auf EPO zunächst positiv, dann negativ getestet worden war. Der Anwalt meinte jetzt, in diesem Verfahren werde es "zur Zerreißprobe" für den EPO-Test kommen. Mehr... (Quellen: www.sportgericht.de, www.spiegel.de, 05.11.05)
Wie bereits bei der WM in San Sebastian im vergangenen Sommer ist auch das Datum der nächsten WM geändert worden. Das italienische Riccione wird die XVII. WMA Stadiaweltmeisterschaften der Senioren vom 4. bis zum 15. September 2007 durchführen sind. Die Eröffnungszeremonie soll am Abend des 3. September stattfinden. Das um rund eine Woche weiter in den Herbst verschobene neue Datum teilte jetzt WMA-Generalsekretär Torsten Carlius (Schweden) mit.
Mit dem neuen Datum liegt die WM jetzt auch für die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg ausgesprochen familienunfreundlich, nämlich außerhalb der Sommerferien, nachdem bereits vorher feststand, dass die Sommerschulferien in allen anderen Bundesländern beendet sein würden. Den Hoteliers in und um Riccione beschert die Terminverschiebung allerdings eine geradezu goldene Nachsaison. (03.11.05)
Was auf "Annettes Seite" von Anfang an schon salonfähig war, wird nun auch bei Europas Seniorenleichtathleten passieren: die EVAA wird ihren Namen ändern. Die "Veterans" haben ausgedient. Der Begriff "Masters" hat sich durchgesetzt.
Das muss zwar offiziell noch die EVAA-Generalversammlung bei der bevor stehenden EM im polnischen Posen im nächsten Sommer beschließen, aber das Präsidium der EVAA hat auf seiner Tagung am Wochenende an gleicher Stelle dazu den entscheidenden Schritt getan. Initiatitor war übrigens die IAAF, die im Gegensatz zu einzelnen nationalen Verbänden zunehmend die Bedeutung der Senioren innerhalb der Leichtathletik erkennt. IAAF-Generalsekretär Istvan Guylai hatte die Umbenennung in einem Gespräch mit EVAA-Verantwortlichen nahe gelegt.
Mit überwältigender Mehrheit hat das Council der EVAA jedenfalls der Idee der Namensänderung zugestimmt: das "V" für "Veterans" wird ausgetauscht gegen "M" für Masters. Diskutiert wird noch die Abkürzung. EUMA ist dabei nur eine von mehreren Möglichkeiten. Damit wird es künftig weltweit - vom Weltverband, der WMA, bis hin zu den Regionalverbänden - einheitlich "Masters" heißen, bis auf den südamerikanischen Verband, der weiter an den "Veteranos" festhält. (01.11.05)
Martin Wahl und Karin Risch und damit die Altersklasse der 55-59-Jährigen Leichtathleten standen aus Sicht der deutschen Leichtathletikmasters im Mittelpunkt des diesjährigen Frankfurt-Marathons. Mit einem ganz starken Aufritt unterstrich dabei Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof 05) seine M55-Ausnahmestellung in Deutschland. Der Ausdauerläufer gewann in der Nettozeit von 2:38:59 h überlegen die M55 und war dabei nur 11 Sekunden langsamer als im vergangenen Jahr, als er noch in der M50 gestartet war. Seit 1999 war kein deutscher Marathoni in der M 55 mehr schneller als 2:40 h gelaufen. Auch in der M60 zeigte Bertram Barth (*1945, MTV Kronberg) in netto 2:58:17 h eine ansprechende Leistung in seinem ersten M60-Jahr und gewann ebenso seine Altersklasse wie Gerold Seiffert (*1940, SSV Ulm), der in der M65 in guten 3:06:01 h (netto) vorn lag. Die M40 gewann der letztjährige Ranglistenerste und Favorit Guido Hermes (*1964, PSV Grün-Weiß Kassel) klar in 2:28:38 h.
Vor ihm lagen allerdings als bester Masterssportler der M35-Russe Leonid Shvetsov in 2:10:05 h und der belgische "Superveteran" Filip Vanhaecke in beeindruckenden 2:26:26h auf Platz 1 der M45. Shvetsov konnte sich lange Zeit als einziger weißer Läufer in der Spitzengruppe halten, machte meist das Tempo verschärfte bei der 30km-Marke sogar das Tempo, musste aber einige Kilometer später die immer schneller werdenden Kenianer ziehen lassen. Der 36-Jährige kam als bester Europäer auf Rang 5 und ließ unter anderem Europameister Janne Holmen (Finnland) in 2:14:58 Stunden klar hinter sich.
Die beste Mastersläuferin kam ebenfalls aus Belgien. Top-Favoritin Marlene Renders (*1968) erreichte nach 2:26:26 h als Gesamtzweite das Ziel, hatte aber die 23-jährige Russin Alevtina Biktimirova vorbeiziehen lassen müssen. Dabei hatte die Belgierin lange schon wie die sichere Siegerin ausgesehen. Mit zwischenzeitlich eineinhalb Minuten Vorsprung auf die Verfolgerinnen lag sie sogar auf Kurs für einen neuen Streckenrekord. Doch schon bei Kilometer 35 war die Russin bis auf 20 Sekunden an sie herangekommen. Während Marleen Renders nicht mehr zulegen konnte, drehte die junge Russin erst richtig auf. Schließlich überquerte sie nach 2:25:12 Stunden (PB) die Ziellinie und verbesserte damit auch den Streckenrekord der Braunschweigerin Luminita Zaituc (2:26:01 h).
Martina Groß (*1960, MTV Kronberg) siegte in der W45 mit sehr guten 2:58:58 h (netto) und Karin Risch (*1946, TSV Eschollbrücken-Eich) lag einmal mehr in der W55 vorn. Nur sieben Wochen nach dem schweren WM-Marathon im heißen San Sebastian betrug ihre Zeit 3:15:48 h (netto). Damit dürfte sie im kommenden Frühjahr in der W60 Jagd auf den dann 9 Jahre alten deutschen W60-Marathonrekord machen, der nur eine knappe Minute besser ist. Glänzend präsentierte sich auch Marita Volland (*1939, TV 1863 Dieburg eV), die mit dem riesigem Vorsprung von fast 22 Minuten in 3:40:19 h (netto) die W65 gewann.
Es gab in Frankfurt nur zufriedene Gesichter. Das war ein perfekter Tag, ein perfektes Rennen, waren sich Bürgermeister Achim Vandreike und Renndirektor Jo Schindler einig. Für die Jubiläumsveranstaltung im nächsten Jahr will man sich noch etwas Besonderes einfallen lassen. Vielleicht geht die Strecke dann über den Römerberg. Das war jedenfalls heute die beste Werbung für das nächste Jahr, sagte der Sportliche Leiter Christoph Kopp. Das hervorragende Wetter hatte bedeutend mehr Zuschauer als in den vergangenen Jahren zum Jubeln und Anfeuern der 17.195 Athleten an die Strecke gelockt. (Quelle: eigene Recherchen und www.leichtathletik.de, 31.10.05)
Auch so kann man Geburtstag feiern: Der Augsburger Laufpionier Wilfried Matzke, der am heutigen Samstag sein 50. Lebensjahr vollendet, veranstaltet einen Benefizlauf, dessen Erlös zu 100 Prozent wohltätigen Zwecken zugeführt wird. Die Mindestteilnahmegebühr an dem Lauf über 5,1 km auf dem Augsburger Max-Gutmann-Laufpfad beträgt 10 Euro (Grenze nach oben offen), das Geld bekommt das Leserhilfswerk der "Augsburger Allgemeinen".
Der am 29. Oktober 1955 in Frankfurt geborene Wilfried Matzke gründete in seiner Heimatstadt bereits 1974 einen der ersten Lauftreffs in Deutschland. Als er vor 20 Jahren nach Augsburg zog, widmete sich der Vermessungsingenieur mit großem Engagement zunächst bei der TG Viktoria dem Lauftreff sowie der Pressearbeit des Vereins, später auch der Öffentlichkeitsarbeit des BLV-Bezirks und -Kreises. Mit vielen Beiträgen über Lauf- und Breitensportthemen in diversen Medien wurde er auch über Schwaben hinaus bekannt.
Ein weiteres Betätigungsfeld fand er in der Ansage und Moderation von Laufveranstaltungen nicht nur seines Vereins TG Viktoria Augsburg, sondern auch in der Region. Mit 50 Jahren ist Wilfried Matzke auch als Läufer immer noch aktiv. (Quelle: BLV-online, 29.10.05)
Stark besetzt waren die Baden-Württembergischen Meisterschaften der Aktiven und Senioren am Sonntag auf der Halbmarathon-Distanz über 21,1 Kilometer in Neuhengstett bei Calw. Dabei präsentierte der Gastgeber den Teilnehmern eine schwere Strecke mit vielen Höhenunterschieden, was für eine Meisterschaft außergewöhnlich ist.
Fünf Mal musste die etwas über vier Kilometer lange Runde bergauf und bergab bewältigt werden und dies drückte sich natürlich in den Laufzeiten aus. Unter den 48 im Ziel registrierten Frauen diktierten die Seniorinnen völlig das Geschehen. Es war das Rennen von Britta Müller (*1962, VfL Freudenstadt) und Silvia Fröhlich (*1960, TG Nürtingen). Sie lagen im Ziel Minuten vor der Drittplatzierten Ursula Walter (*1960, SC Neubulach, 1:33,17h). Das Gesamtrennen gewann Britta Müller in 1:24,28 Stunden. Silvia Fröhlich kam dahinter auf Rang zwei nach 1:27,52 Stunden in's Ziel und wurde W45-Erste. Besonders überzeugte Gudrun Vogl (*1949, SpVgg Renningen). Denn sie gewann als Gesamtvierte (!) überlegen die W55 in 1:33,54 Stunden mit persönlicher Altersklassenbestleistung.
Bei den Senioren kamen immerhin fast 200 Läufer ins Ziel. Schnellster Mastersläufer war Dr. Bertold Wörner (*1968, LG Baar) in 1:15,07h. Glänzend präsentierte sich Werner Bauknecht ( *1953, LAV Asics Tübingen) als Gesamtfünfter in 1:15:41h, damit lag er 8 Sekunden vor Dr. Michael Erdlenbruch (*1959, LG Leinfelden), der in der M 45 nach guten 1:15,49 Stunden siegte. In M 75 war der Esslinger Walter Bittmann (*1930, LG Esslingen) mit exzellenten 1:42,38 Stunden erfolgreich - die stärkste Leistung dieser anspruchsvollen Meisterschaft.
Alle Ergebnisse als pdf-Datei und Bilder (26.10.05)
Bisher ist keine endgültige Entscheidung über die Nachfolge des zurückgetretenen DLV-Vize Anton "Toni" Budde gefallen oder bekannt geworden. Der Realschulrektor aus Brakel bei Paderborn war Anfang September nach nur 150 Tagen überraschend von allen Ämtern zurückgetreten. Nachvollziehbare Gründe für seinen Schritt sind bis heute nicht bekannt geworden. Seither befindet sich DLV-Präsident Prokop auf der Suche nach einem Nachfolger, der bereit ist, die hohe Arbeitsbelastung dieses Ehrenamtes auf sich zu nehmen. Allgemein wird damit gerechnet, dass Prokop erst auf der DLV-Präsidiumssitzung am 4. November einen Nachfolger präsentieren wird. (24.10.05)
Deutschlands IAAF-Masters of the Year 2004 Guido Müller (*1938, TSV Vaterstetten) trainiert nach seiner Achillessehnenoperation wieder intensiv und will im Frühjahr bei der Hallen-DM in Erfurt wie der Hallen-WM im österreichischen Linz dabei sein. Vorher steht der Bayer im Mittelpunkt einer Sendung von focus TV Gesundheit, für die er in der kommenden Woche in München interviewt wird. Die halbstündige Reportage wird am 28. November von 'Premiere' ausgestrahlt. (24.10.05)
Dieter Massin (Ahlen) und der finnische Wissenschaftler Prof. Dr. Kari Wichmann haben künftig Sitz und Stimme im Anti-Doping-Komitee des Seniorenleichtathletik-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA). Dies gab jetzt der Europäische Leichtathletikverband EVAA bekannt. Massin hatte in den vergangenen Monaten zusammen mit den Seniorenleichtathleten Guido Müller und Arno Hamaerkers eine Antidoping-Erklärung auf den Weg gebracht. Vorsitzender des Gremiums ist übrigens der Australier Stan Perkins.
Auf europäischer Ebene wird wohl recht bald eine Idee von Arno Hamaerkers umgesetzt werden, künftig von jedem für eine EM gemeldeten Athlet zusätzlich 1 € für den Kampf gegen das Doping zu erheben. Auch innerhalb des DLV wird über einen ähnlichen Vorschlag diskutiert. (23.10.05)
Doping-Aufklärer Werner Franke in einem Interview mit der Berliner Tageszeitung ("taz") über das Ethos des Wissenschaftlers, allein der Wahrheit verpflichtet zu sein, und das kollektive Versagen im Kampf gegen Doping. "Der Staat hat eine Sehnsucht, die Leute doofgläubig zu halten", sagt der Zellbiologe aus Heidelberg.
taz: Herr Franke, Sie sind ein langjähriger Kämpfer gegen Doping. Warum machen Sie sich jetzt auch für positiv getestete Athleten wie den kenianischen Mittelstreckler Bernard Lagat stark?
Werner Franke: Weil nur das glaubwürdig ist. Ich kann doch nicht als Naturwissenschaftler angesichts schlechter Tests oder falscher Ergebnisse unschuldige Menschen in ihr Lebensunglück stürzen lassen. Das wäre ja vergleichbar einem Gottesurteil und dem Verbrennen von Hexen auf dem Marktplatz.
Und woher weiß man, dass das Testergebnis falsch ist?
Ich weiß es, wenn ich es mir angekuckt habe. Mein Mitarbeiter Hans Heid hat den Fall Lagat untersucht, der 2003 angeblich positiv auf Epo getestet wurde (von der schwedischen Dopingkontrollfirma IDTM, d. Red.). Im Verfahren, das zu diesem Ergebnis kam, stecken elementare biochemische Böcke drin. Die B-Probe von Lagat wurde im Dopingkontroll-Labor in Köln untersucht und war negativ. Das ist leider kein Einzelfall.
Auch Sportler, die positiv sind, können Opfer sein?
Einige ja. Kenner können das sehen. Ich kann niemals als Naturwissenschaftler ein für mich erkennbar falsches Ergebnis aus so genannten erzieherischen Gründen und zur Abschreckung der Welt stehen lassen. Wenn ich als Wissenschaftler urteile, geht es um reine Wahrheit, um die Ehre.
Wenn Sie das richtig beurteilen können, wieso können es die Verbände und Dopingkontroll-Labore offenbar nicht?
In den Verbänden ist keiner, der Ahnung hat. Was die Labors betrifft, sind zum Beispiel der Fall Armstrong und die alten Proben von 1999 aufschlussreich. Manche meinen wirklich, das Doping-Labor in Chatenay-Malabry hätte das nicht messen und schon gar nicht mitteilen dürfen. Umgekehrt ist es richtig: Wenn sie Wissen haben, müssen sie es öffentlich machen. Dazu haben Wissenschaftler die verdammte Pflicht.
Sie rufen die Kontrolleure also dazu auf, ihre neutrale Rolle aufzugeben?
Sie haben keine neutrale Rolle. Sie sind nicht ausführende Organe oder Dienstleister irgendwelcher Sportverbände. Sie müssen aufklären. Sportverbände haben überhaupt keinen eigentlich Status, sie sind durch nichts kontrolliert. Sie wählen sich und sind manchmal korrupt.
Haben wir es also mit einem Alibi-Kontrollsystem zu tun, nur damit die Öffentlichkeit beruhigt wird?
Ich zitiere das Beispiel des kubanischen Hochspringers Javier Sotomayor: Er wurde zweimal positiv getestet, und dann hat die IAAF beschlossen, ihn nicht zu bestrafen wegen "seiner Verdienste um die internationale Leichtathletik". Geht's noch korrupter? Der Balco-Prozess zeigt doch, wie verrottet das System in Wirklichkeit ist.
Können Wissenschaftler in solch einem System als Aufklärer wirken?
Wenn sie als Wissenschaftler tätig sind, dann haben sie den Gesetzen der wissenschaftlichen Ethik Folge zu leisten. Da gibt es keine Geheimnisse. Das ist manchmal eine schlimme Pflicht. Doch allein der Wissenschaftler kann die Opfer schützen - vor Fehldiagnosen, Fehlbefunden im Doping, vor Kontamination mit HIV durch Blutprodukte oder vor Nebenwirkungen bei Medikamenten.
An welchen Stellen muss angesetzt werden, damit das Kontrollsystem effizienter wird?
Es wäre am besten, wenn es völlig aus dem Sport heraus in die Unabhängigkeit der reinen Wissenschaft geführt würde. Es wäre logisch, Wissenschaftler für Dopingkontrollen in das gleiche ethisch verpflichtende Gerüst zu nehmen wie Wissenschaftler in anderen Bereichen auch - wie etwa in der medizinischen Diagnostik und der Arbeit für Gerichte. Sport ist für viele Leute existenzbestimmend oder -bedrohend. Aber es geht nicht, dass ein Wissenschaftler sich nach einer positiven Dopingkontrolle auf die Lippen beißt, nur weil seine technische Assistentin von irgendeinem Radsportverband bezahlt wird.
Ist das ein Plädoyer dafür, dass der Staat sich in den Dopingkampf einschalten muss?
In gewisser Weise schon. Das Arzneimittelgesetz fordert das ja auch bereits. Der Staat kann nicht tolerieren, dass es einen Bereich gibt, in dem ein wesentlicher Teil seiner Jugend sich betätigt, in dem Menschenschicksale entschieden werden und in dem Korruption und Fehler passieren. Der Staat ist seiner Natur nach verpflichtet, Unschuldige zu schützen.
Könnte der Staat das besser als Sportverbände?
Ja, sicher. Wenn man einen Wissenschaftler als Professor des Staates mit der Urinkontrolle von Sportlern beauftragt, dann hat er nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Aber wenn die Sportverbände das nicht zulassen: In den Orkus mit ihnen! Würden Sie Ihre Tochter irgendwo hinschicken, wo sie deutscher Medaillen wegen androgene Hormone nehmen müsste?
Die Verbände lassen sich nicht so leicht in den Orkus stecken.
Ach was, ganz leicht. Wenn endlich einige Dinge rauskämen - aber man ist noch weit davon entfernt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband und die IAAF (Internationaler Leichtathletik-Verband, d. Red.) wussten seit 2002 um den ungarischen Doping-Betrug mit sauberem Fremdurin, der über eine Plastik-Penis-Konstruktion abgeben wird (siehe Foto!). Man tut aber nichts. Das halte ich für korrupt. Wie kann ich als Funktionär zulassen, dass eine ganze Generation verscheißert wird, und noch sagen: "Ihr seid nicht gut genug! Ihr müsst mehr trainieren! Ihr müsst mehr im Kraftraum arbeiten!" Oder nehmen wir diese Vaginalsäckchen, mit denen Katrin Krabbe damals betrog, die sind immer noch in Gebrauch. Lange Fingernägel - und ritz.
Diese Dinge sind doch bekannt.
Aber sie werden nur ganz selten im Klartext veröffentlicht. Auf den Sportseiten und im TV ganz selten.
Ein Versagen der Presse?
Ja, das ist Ihr Versagen. Das Versagen der Journalisten, der Öffentlichkeit. Machen Sie doch mal was Provozierendes, wenn Sie sich schon taz nennen! Zeigen Sie mal, wie der ungarische Diskuswerfer Fazekas bei den Olympischen Spielen in Athen betrogen hat. Zeigen Sie mal den Arsch und wie er das da reinmacht und vorne den Hodensack, wie er das festgeklebt hat und wo er rauspullert. Und alle wussten es: Der deutsche Trainer Günther Eisinger hatte es 2002 dem DLV haarklein mitgeteilt. Es ist unappetitlich, aber das ist der Sport, den das Innenministerium fördert. Auch die Medien haben doch diese abendländische Hemmung vor der Wahrheit.
Die Öffentlichkeit muss schockiert werden?
Absolut. Alles Drumherumreden können Sie vergessen. Es kann sich doch niemand etwas darunter vorstellen, wenn es heißt, die Sportler hätten da irgendetwas gemacht mit künstlichem Urin und so.
Wenn wir schon bei Medienschelte sind: Sie kritisieren auch die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen über die Tour de France?
Ich kritisiere, dass aus eigenem Interesse verfälschend über die Tour de France berichtet wird. Verfälschung der Wahrheit aus eigenem Interesse ist klassische Korruption. Wie kann es denn sein, dass ein Staat, der vorgibt, auf Reinheit des Sports zu achten, Teilhaber eines großen Konzerns - nämlich Telekom bzw. T-Mobile - ist, der einen Rennstall unterhält, der die Tour de France mitfährt, und ein anderer Teil desselben Staates, das öffentlich-rechtliche Fernsehen, darüber berichtet? Das Ganze kulminiert in der Person von Hagen Boßdorf von der ARD, der vom Staat bezahlt wird, der über einen anderen Teil des finanzierten Systems, das Radfahren, berichtet, und bei dem er auch noch privat, als Co-Autor von Jan Ullrichs Buch, finanziell beteiligt ist. Gibt's mehr Korruptionskonstruktionen? Und die einzige Zeitung, die adäquat berichtet, ist ausgerechnet eine Mitveranstalter-Zeitung: L'Equipe. Da finden sie Seiten über Doping - groteskerweise. Der Radsport ist irreversibel korrumpiert.
Die Welt will offenbar betrogen werden? "Mundus vult decipi, ergo decipiatur" steht ja schon im Buch "Doping", das sie mit Ihrer Frau Brigitte Berendonk veröffentlichten.
Weil der Staat eine Sehnsucht hat, die Leute doofgläubig zu halten und ihnen nationale Erfolgsmärchen zu verkaufen! Meine Frau hat in ihrem Buch alles offen gelegt. Es war alles auf dem Tisch, zack, und hat zu über 20 Prozessen geführt.
Hieße das für uns Journalisten, dass wir uns bestimmte Sportarten rauspicken sollten, die unverdächtig sind, und nur noch darüber berichten?
Absolut! Sie müssten zum Beispiel sagen: Aus die Maus für den professionellen Radsport. Wer sich durch Doping einen Vorteil verschafft und gegen das Arzneimittelgesetz verstößt und Körperverletzung riskiert, ist kriminell. Das sagt übrigens auch der Bundesgerichtshof. Wer diesen Fakt bestreitet, müsste das Arzneimittelgesetz aufgeben, müsste den Paragrafen über Körperverletzung streichen. Rechtlich ist das in Deutschland klar, als Konsequenz der Prozesse, die meine Frau und ich erzwungen haben - gegen eine damals herrschende juristische Richtung in unserem Land.
Wie konnte ein einzelnes Ehepaar gegen eine solche Phalanx erfolgreich sein?
Ich bin Ostwestfale. Wir haben schon 9 nach Christus die Römer nicht durchgelassen.
Ganz aktuell beschäftigt Sie das Ansinnen von Ines Geipel, ihren Namen aus dem deutschen Vereinsrekord der 4-x-100-m-DDR-Staffel wegen Dopings löschen zu lassen. Warum exponiert sich derzeit nur Ines Geipel bezüglich der Dopingpraxis der DDR?
Weil alle anderen ehemaligen Sportler um ihre so genannte Lebensleistung fürchten. Die ehemalige 800-m-Läuferin Sigrun Grau-Wodars zum Beispiel ist Physiotherapeutin in Neubrandenburg. Aber der Höhepunkt ihres Lebens war 1988 in Seoul, damit identifiziert sie sich. Sie würde sich eher die Zunge abschneiden, als etwas zu sagen.
Marita Koch, die noch immer den Weltrekord über 400 Meter hält, behauptet, man habe die ihr zugeteilten Dopingdosierungen zwar entgegengenommen, aber nicht unbedingt geschluckt (siehe taz vom 6. 10.).
Das stimmt natürlich nicht. In den Trainingslagern mussten die Pillen vor den Augen der Trainer genommen werden. Außerdem wurde die Einnahme kontrolliert, weil ja immer wieder Urinproben entnommen wurden. Die Verantwortlichen wussten, wann eine Athletin positiv und wann sie nicht mehr positiv war, weil im Labor in Kreischa getestet wurde. Und ihr Trainer hat für sie ja noch zusätzlich bulgarisches Zeug besorgt.
Aber wie kann jemand so unverfroren lügen?
Das kann ich Ihnen sagen: Das kennzeichnet Kader. Der Kader-Mensch versucht in einem Gespräch immer herauszukriegen, was der andere weiß. Das wird er dann zugeben. Aber dann wird er sich wieder abschotten. Marita Koch hatte angekündigt, gegen meine Frau zu klagen, hat es dann aber doch gelassen, nachdem andere Sportler ihre Prozesse gegen uns reihenweise verloren hatten.
Trotzdem: Ist es nicht komisch, dass neben Ines Geipel sich derzeit niemand engagiert?
Es haben viel mehr gesprochen, als jemals in der Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Es wurden dann aber diese unterschriebenen Aussagen gezielt von außen reduziert. Beim Berliner Doping-Prozess sind von 144 Fällen nur die 20, die einen Rechtsanwalt als Vertreter hatten, übrig geblieben. Die anderen sind aus Gründen der "Prozessökonomie", wie es so schön heißt, unerwähnt geblieben. Wir sind zunehmend in den letzten Jahrzehnten hier zu einer Vertuschungsrepublik geworden. Alle diese Akten sind in irgendwelchen Tresoren der Staatsanwaltschaft verschwunden. Sie stehen nur noch in der Anklageschrift. Man sollte grundsätzlich mehr zitieren dürfen. Wir haben alle unsere Dokumente als Stiftung der "Lyndon B. Johnson Library of Contemporary History" der Universität in Austin, Texas, geschenkt. Dort ist alles zugänglich. Und in Bälde auch im Internet (www.lib.utexas.edu) abrufbar.
Im Fall Geipel hat der DLV jetzt eine Kommission zur Prüfung eingesetzt.
Darüber kann ich nur lachen. Die Dokumente kennt der DLV doch schon seit 1991.
Wie geht es weiter in diesem Fall?
Das ist eine große ironische Problematik. Marlies Göhr hat nach Aussage ihres Trainers vor der Staatsanwaltschaft auch Oral-Turanibol (anaboles Steroid, die berüchtigten blauen Pillen; d. Red.) genommen. Göhr hält immer noch den deutschen 100-m-Rekord, der muss dann auch weg sein. Der Fall Heike Drechsler - ist alles dokumentiert. Da kommt eins nach dem anderen, die Mehrzahl der deutschen Rekorde wird dann weg sein. Der Bundesgerichtshof hat gesagt: "Diese Rekorde sind die Frucht krimineller Tätigkeit." Und der DLV will als Vorbild für die Jugend Rekorde führen, die Ergebnisse krimineller Taten sind. Wo sind wir denn? Wir feiern kriminelle Taten. Es wird eine harte Diskussion kommen, auch durch die bevorstehenden Prozesse gegen Jenapharm. Ach, das ist eine einzige Satire.
Herr Franke, hatten Sie nicht neulich angekündigt, sich zurückzuziehen?
Das wird wohl nicht so schnell möglich sein. Sagen Sie mir, weshalb in diesem Land kein anderer Mediziner oder Wissenschaftler die Arbeit für die Opfer und für die Jugend macht?
(Quelle: taz Nr. 7796 vom 18.10.2005, Interview von Jutta Hees und Markus Völkerm 18.10.05)
Ein paar Sportschuhe mit Klettverschluss halfen Helmut Meier im fortgeschrittenem Alter aufs "Pferd", um intensiv für die Kurzstrecke zu trainieren und zu laufen. Der 54-Jährige, der zuvor im TuS Heeslingen aktiv war, wechselte vor neun Jahren zur Leichtathletikabteilung nach Zeven. Den späten Wechsel hat der gebürtige Steddorfer, der mittlerweile auf große Erfolge zurückschaut und schon heute einen Ausblick auf die Europameisterschaft 2008 in Helsinki wagt, nicht bereut.
"Der Vereinswechsel kam eher zufällig zustande. Damals begleitete ich meine Tochter Miriam zu den Leichtathletik-Kreismeisterschaften nach Zeven. Als ich auf der Anlage ankam, entschied ich mich, über 100 Meter an den Start zu gehen. In dem Rennen trat ich gegen die Gruppe um Jürgen Umann vom TuS Zeven an und lief mit 13 Sekunden eine recht gute Zeit", erzählt Helmut Meier, der zu dem Zeitpunkt im TuS Heeslingen aktiv war. Das war der Start in eine neue "Zeitrechnung", denn anschließend wurde in einem Gespräch der Vereinswechsel perfekt gemacht.
Der erste große Wettkampf war allerdings nicht der "große Brüller", da der Sprinter bei den Deutschen Meisterschaften in Potsdam in der 4 x 100-Meter-Staffel als Schlussläufer völlig verkrampfte. "Wir wurden dadurch nur Vierter. Für mich war es ein Erfolg, doch der Rest der Truppe war recht enttäuscht", so Meier. Doch mit gezieltem Training, das er auch heute noch zwei bis drei Mal auf der Anlage an der Kanalstraße oder im großen Holz absolviert, stellten sich auch die Erfolge ein.
Die "Palette" ist ellenlang und geht vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der vereinsinternen Staffel über die Vize-Senioreneuropameisterschaft bis hin zur Teilnahme an der Seniorenweltmeisterschaft im Nationalteam, wo das Quartett Bronze holte. "Die Weltmeisterschaft 1999, mit dem Gewinn der Bronze-Medaille im berühmten Leichathletik-Stadion in Gateshead in Großbritannien hat absolut bleibende Erinnerung. Wenn ich heute Übertragungen aus der Arena mit Weltstars sehe, bekomme ich feuchte Augen", so der 54-Jährige.
Nicht nur die Töchter Ariela (27) und Miriam (24), die selbst lange beim Schwimmen und in der Leichtathletik aktiv waren, sind stolz auf den Papa. "Natürlich freut sich auch meine Frau Rita über die schönen Erfolge", so Meier. Allerdings könne diese auch gut mal ohne den Sport auskommen: "Gerne würde sie mit mir nach Italien reisen. Nur unter der Bedingung, dass wir einen weiten Bogen um alle Leichtathletikstadien machen", so der ehrgeizige Leichtathlet, der sich ab und an im Training auch zu viel zumutet. "Es passiert schon, dass ich die 100, 200, 400 und die Staffel in einer Einheit trainiere. Dann sagt mein Köper ,Helmut, es reicht´. Doch in der Richtung wird man irgendwann vernünftig."
In seiner Jugend war eher Fußball auf den Wiesen rund um Steddorf angesagt. Doch irgendwie wurde der Ball nicht zu seinem "Freund". "Ich war immer schneller als der Ball und das funktionierte oft nicht", so Helmut Meier, der sich als verlässlich, ehrlich, ruhig, technisch völlig unbegabt ("den Eierkocher und die Kaffeemaschine kann ich schon bedienen") und ehrgeizig im Sport bezeichnet. Also: Ein Familientyp und kein Partygänger.
Dennoch mag er es auch fetzig. Ist häufig mit seiner Frau Rita in der Worpsweder Music Hall anzutreffen, wenn dort etwa Manfred Mann´s Earthband oder die Spencer Davis Group in die Tasten hauen. Dass er ein bodenständiger Mensch ist, beweist seine 33-jährige Tätigkeit beim Arbeitsamt (heute Arbeitsagentur). Nach der Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann riss er zwei Jahre beim Bund ab. Danach tauschte er die Uniform wieder gegen Jacke und Krawatte. Mit der zweiten Angestelltenprüfung machte er letztlich den Sprung in den gehobenen Dienst und landete auf einem Sessel im Arbeitsamt in Zeven. "Dort bin ich in der Arbeitsvermittlung tätig", so Meier, der den täglichen Weg von seinem Wohnort Heeslingen in die Rhalandstraße mit dem Fahrrad zurücklegt. "Natürlich auch bei schlechtem Wetter", so der 54-Jährige.
Auf der Anlage der LAV packt er mit an, wo er gebraucht wird - stellt Hürden auf oder harkt die Weitsprunggrube. Und hat festgestellt, dass er sich dort in einem tollen Umfeld mit vielen hoffnungsvollen Talenten befindet. Wäre Helmut Meier bereits in jungen Jahren zu den Zevener Leichathleten gewechselt, vielleicht wäre er ein ganz Großer geworden. "Das hätte ich Helmut auf alle Fälle zugetraut", so LAV-Boss Hans-Hermann Neblung. "Wichtig ist doch, dass man gesund bleibt", sagt Helmut Meier, der für 2006 große sportliche Ziele vor Augen hat. "Mit unserer Staffel sind wir in der neuen Altersklasse M 55 national fast unschlagbar." (Quelle: Manfred Krause in Zevener Zeitung, 14.10.05)
Herwig Leiter feiert am 16. Oktober in seiner Heimatstadt Bobingen südlich von Augsburg den 65. Geburtstag. Schon in jungen Jahren engagierte sich der Breitensport-Pionier in der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bobingen. Der mittlerweile pensionierte Angestellte war maßgeblich an der Idee und Durchführung des ersten Volkslaufs in Deutschland beteiligt. So entwickelte er für diese Premiere am 13. Oktober 1963 in Bobingen das Programm und zeichnete für den Zieleinlauf verantwortlich.
Noch keiner zuvor hatte sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie man Platzierungen und Zeiten von vielen Läufern und Gehern zuverlässig registrieren kann. Sein erfolgreiches Konzept mit Zieleinlauf-Kanälen und selbst konstruierten Stempeluhren vermittelte er dann den zahlreichen Vereinen, die sich der Volkslauf-Bewegung anschließen wollten. Herwig Leiter wurde so zusammen mit seinem Bobinger Vereinskameraden Otto Hosse, der bereits verstorben ist, zum Motor der Laufbewegung in Deutschland.
Über viele Jahre hinweg oblag Herwig Leiter in seiner Funktion als stellvertretender Volkslaufwart des Deutschen Leichtathletik-Verbandes die Koordination sämtlicher Volkslauftermine. Mit heuer fast 4.000 Veranstaltungen und mehr als 1,5 Millionen Teilnahmen hat sich die in Bobingen entstandene Volkslauf-Idee in ihren 42 Jahren prächtig entwickelt.
Der Schwerpunkt des sportlichen Engagements von Herwig Leiter liegt aber in Bayern. Bereits 1966 wurde er als Mitarbeiter im Bayerischen Leichtathletik-Verband (BLV) verpflichtet und bald in die Vorstandschaft gewählt. In dieser Funktion ist er bis heute für den gesamten BLV-Breitensport verantwortlich. In den ersten Jahren galt es vorwiegend die Volksläufe im Freistaat zu forcieren, danach wurde sein Aufgabenspektrum immer größer.
Als zweiter Landesverband in Deutschland war der BLV mit Herwig Leiter im Jahre 1973 bei der Einführung der Senioren-Leichtathletik federführend. Um diese Zeit entwickelte sich gleichzeitig der Lauftreff-Gedanke. Hier galt es für ihn, ein dichtes Netz von Treffpunkten im Flächenstaat Bayern aufzubauen. Er erkannte als einer der Ersten, dass auch im Breitensport eine qualifizierte Ausbildung von Übungsleitern notwendig ist.
Mittlerweile ist Herwig Leiter das dienstälteste Vorstandsmitglied des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes. Sein Aufgabenspektrum umfasst nunmehr den Seniorensport innerhalb der Stadien, sowie die gesamte Leichtathletik außerhalb der Stadien, wie Straßen-, Volks- und Bergläufe, Lauf- und Walking-Treffs. Im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) war er etliche Jahre in den Gremien Freizeit- und Breitensport, sowie Gesundheitssport vertreten.
Trotz dieser umfangreichen Tätigkeiten auf deutscher und bayerischer Verbandsebene fühlte sich Leiter stets der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bobingen zugehörig. So wurden in Bobingen unter seiner Regie diverse bayerische Meisterschaften durchgeführt. Im Jahre 1977 richtete Herwig Leiter im Bobinger Stadtteil Straßberg einen Lauftreff ein, der sich bis heute eines regen Zuspruchs erfreut. Dort trifft man den ehemaligen Angestellten der Hoechst AG auch selber beim langsamen Dauerlauf oder Walking. Seine enormen Verdienste um den deutschen und bayerischen Breitensport wurden unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. (Quelle: www.leichtathletik.de, 14.10.05)
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat eine Kommission eingesetzt, die alle nationalen Rekorde überprüfen soll. Dieser Schritt ist eine Reaktion des Verbandes auf den Antrag der ehemaligen DDR-Sprinterin und Weitspringerin Ines Geipel, die ihren Namen aus der Rekordliste streichen lassen möchte.
DDR-Dopingopfer Geipel wird seit 1984 unter ihrem Mädchennamen Schmidt mit der Staffel des SC Motor Jena (Schmidt, Wöckel, Auerswald, Göhr) als 4x100-Meter-Vereinsrekordlerin geführt). Am 28. Juli 2005 schrieb sie einen Brief an den DLV, um die Streichung ihres "Ziel der Kommission ist es, zu prüfen, ob unter Berücksichtigung aller in der Zwischenzeit zur Verfügung stehenden Erkenntnisquellen Beweise vorliegen, nach denen bisher gültige Leichtathletik-Rekorde in Ost und West aufgrund von Doping nicht aufrecht erhalten werden können", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Dabei gehe es nicht nur um den Fall Geipel, "sondern um eine umfassende Prüfung aller Leichtathletik-Rekorde in Ost und West aus der Vergangenheit".
Prokop gehört neben Weltverbands-Vizepräsident Helmut Digel, Mediziner Wilfried Kindermann sowie Anne Jakob, der Vorsitzenden der Anti-Doping-Kommission des Verbandes, dem Gremium an. Die Führung soll ein externer Experte übernehmen.
"Ich finde, es ist ein guter Schritt, dass der Verband davon abrückt, mein Ansinnen zu vereinzeln und das Problem stattdessen generell angeht", sagte Ines Geipel dem Sport-Informations-Dienst. Prokop betonte jedoch noch einmal, dass "ein Rekord grundsätzlich nur aberkannt werden kann, wenn ein Kausalnachweis zwischen der Einnahme von Dopingmitteln und dem bestehenden Rekord geführt wird".
Der Verband hat im Jahr 2000 beschlossen, dass kein Dopinggeständnis mehr notwendig ist, um einen Rekord abzuerkennen. Erforderlich sind auch "rechtsstaatliche Nachweismethoden" wie Zeugenaussagen, Urkunden und Gutachten von Sachverständigen. (Quelle: sid, 12.10.2005)
Der Chicago-Marathon war auch in diesemJahr das erwartete schnelle Rennen. Bei den Frauen hatte sich bei guten Wetterbedingungen mit der US-Amerikanerin Deena Kastor (32), Constantina Tomescu-Dita (*1970, Rumänien) und Masako Chiba (Japan) früh ein Trio abgesetzt. Die 29-jährige Japanerin, WM-Dritte im Marathon 2003, musste allerdings schon bald abreißen lassen, rettete den dritten Platz aber bis ins Ziel (2:25:59 h). Platz 4 erreichte die ehemalige Südafrikanerin und jetzige US-Starterin Colleen de Reuck. Die 41-Jährige kam in glänzenden 2:28:40 h ins Ziel und war damit nur knapp 2 Minuten langsamer als der bereits 1987 von der Britin Priscilla Welch gelaufene WR (2:26:51h).
Deena Kastor, Olympia-Dritte im Marathon und Medienliebling, und Constantina Tomescu-Dita, frischgebackene Halbmarathon-Weltmeisterin des vergangenen Wochenendes, liefen meist Seite an Seite, lagen lange Zeit auf einem Kurs für eine Endzeit um 2:18 Stunden. Bei Kilometer 30 suchte Deena Kastor eine Vorentscheidung und setzte sich etwa 250 Meter von ihrer Konkurrentin ab.
Titelverteidigerin Constantina Tomescu-Dita hatte die 32-Jährige aber stets noch im Blick, konnte den Abstand jedoch lange Zeit nicht entscheidend verringern. Erst kurz vor dem Ziel wurde die WM-Dritte immer schneller, während die Schritte der US-Amerikanerin immer schwerer wurden. Ihr Vorsprung war aber groß genug, und sie konnte fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel retten. In 2:21:24 Stunden feierte sie ihren ersten großen Marathon-Sieg. Das Preisgeld von 125000 Dollar ließ sie verschmerzen, dass sie acht Sekunden über dem von ihr gehaltenen nationalen Rekord blieb und auch ihr Ziel verfehlte, als erste US-Amerikanerin unter 2:20 Stunden zu bleiben. Die Siegerin anschließend: Es ist ein tolles Gefühl, hier gewonnen zu haben. Constantina lief ein großes Rennen, und es war ein harter Kampf. Die letzten 10 km waren schwer. Ich wäre gerne schneller gelaufen, aber das Ergebnis ist okay für mich.
Bei den Männern belegten Kenianer die ersten 10 (!) Plätze. Felix Limo gewann in schnellen 2:07:04 Stunden, vor den Landsleuten Benjamin Maiyo (2:07:11) und Daniel Njenga (2:07:14). Vierter wurde Evans Rutto (Kenia), der es damit verpasste, als erster Läufer einen Hattrick beim Chicago-Marathon zu erreichen. Rutto hatte in den vergangenen zwei Jahren gewonnen, war dabei 2003 mit 2:05:50 Stunden das schnellste Marathon-Debüt aller Zeiten gelaufen und benötigte nun 2:07:30 Stunden.
Die deutschen Starterinnen und Starter, gemeldet hatten 61 Ausdauersportler, konnten keine hervorstechenden Zeiten vorweisen. In 3:31:36h wurde Marita Ritter (48) 28. ihrer W45-Altersklasse. In der M50 belegte der im texanischen Houston lebende Rainer Potthast (51) in exakt 3:10:00h Platz 33, Gerhard Fischer (53) wurde 39. in 3:11:36 h. (Quelle: eiegene Recherchen und www.leichtathletik.de; 10.10.05)
Gleich fünf Läuferinnen unter den Top-Zehn der 21. Deutschen Berglaufmeisterschaft unterstrichen am Sonntag in Unterharmersbach die Leistungsstärke der deutschen W35 und W40-Mastersläuferinnen in dieser Disziplin. Die beste, Romy Lindner (*1967, LG Vogtland), kam als dritte Deutsche nach 45:26 min ins Ziel des Frauen-Wettbewerbs über neun Kilometer und eine Höhendifferenz von +620 Meter/-530 Meter. Das waren 32 Sekunden hinter der Siegerin und nur zehn Sekunden hinter Berglaufnovizin Susanne Ritter (*1978, SV schlau.com Saar 05 )die vor allem beim Bergablauf ihre Probleme hatte; die Saarbrückerin lag noch eingangs der Schlussrunde an der Spitze, musste aber die überragend bergab laufende Titelverteidigerin und Submasterin Stefanie Buss (*1975, ASC Rosellen / Neus) noch vorbei ziehen lassen.
Weiter platzierten sich auf Rang vier Ellen Clemens (*1968, LG Domspitzmilch Regensburg, 45:39) vor Britta Müller (*1962, VfLFreudenstad,t 46:07). Auf Platz 7 folgten Sylke Schmitz (*1967, TSV Kiebingen, 47:04) vor Barbara Imgraben (*1961, TV Britzingen, 47:37).
Die DM wurde im Rahmen des 6. Berglauf-Grandprixrennens der WMRA ausgetragen, bei dem noch deutlicher die Ausdauerkraft und Erfahrung der Mastersläuferinnen in den Mittelpunkt rückte. Denn die Gesamtwertung gewann nämlich die italienische Favoritin Vittoria Salvini (*1965, Atletica Valle Brembana) in 43:24 min gefolgt von der Polin Izabela Zatorska (*1962) in 44:35min und der neuen deutschen Meisterin Stefanie Buss.
Deutlich anders dagegen die Männer, deren Strecke am Samstag über zwölf Kilometer und eine Höhendifferenz von +710 Meter/-620 Meter führte. Hier gewann Helmut Schiessl, und der beste (M35-)Senior kam erst auf Platz 14 ein: Dr. Matthias Körner (*1968, SC DHfK Leipzig) in 51:37, auf Platz 18 folgte der zweite Mastersläufer Philipp Kehl (*1965, SVO LA Germaringen) in 52:29 vor dem Nächstplatzierten, Siegfried Krischer (*1968, TSV Bayer 04 Leverkusen e.V.) in 00:52:44. In der internationalen WMRA-Grandprix-Wertung lief Marco Gaiardo (*1970, Atletica Trento) in 46:23 auf den dritten Platz.
"Das war eine absolute Werbung für den internationalen Berglauf, freute sich Alfred Siegesmund, der Organisationsleiter des TV Unterharmersbach, nach dem Ende der Veranstaltung im gleichnamigen Stadtteil von Zell, wo im kommenden Frühjahr die Masters-Berglauf-EM stattfindet. Dann wird allerdings auf einer reinen "Bergauf"-Strecke gelaufen, die am Wochenende auch ein zufriedener Lamberto Vacchi (EVAA Nonstadia-Präsidiumsmitglied) inspizierte. Begleitet wurde er dabei vom EVAA-Präsidenten Dieter Massin, dem anlässlich der sehr stimmungsvollen Siegerehrung die Ehre zuteil wurde, die Ehrenkompanie der Zeller Stadtwache - 156 Mann hoch - abschreiten zu dürfen; es soll ihm gefallen haben.
Alle Resultate aus Unterharmersbach... und mehr (10.10.05)
Zwischen 1. Oktober und 30. November ist die Wechselfrist in der Leichtathletik. In dieser Zeit können Athleten ohne Wettkampfsperre den Verein wechseln. Der Bayerische Leichtathletikverband hat auf seiner Webseite dargestellt, worauf zu achten ist, damit es keine Probleme gibt. Mehr...
Und uns interessiert natürlich, wer wechselt und warum. Wir freuen uns auf informative E-Mails. (09.10.05)
Erstmalig in dieser Form findet am 04. und 05. November 2005 in der Sportschule Grünberg/Hessen ein bundesweiter "Lauf-Treff"-Workshop statt, den der DLV gemeinsam mit dem Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) und dem Partner NIKE organisiert. "Lauf-Treff"-Leiter, -Betreuer und auch alle Laufinteressierten erhalten von hochkarätigen Referenten, u.a. aus der Praxis Marathontrainer Wolfgang Heinig, der ehem. deutsche Marathonmeister Ralf Salzmann und DLV-Physiotherapeut Norbert Rother, umfangreiche Informationen. Prof. Dr. Banzer (Universität Frankfurt) spricht zu Prävention durch Laufen Laufen als Gesundheitsdroge und stellt dabei auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse dar. Insgesamt finden rund um die drei Hauptreferate 10 Workshops statt, die für jeden Interessierten etwas Neues beinhalten. Neben Referaten und Workshops (pdf) bietet sich den Teilnehmern natürlich auch die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs untereinander.
Folgende Themen erwarten die Teilnehmer:
- Prävention und Gesundheit durch Laufen Laufen als Gesundheitsdroge
- Der Einfluss von Laufschuhen auf die Biomechanik beim Laufen
- Zukunft des Lauf-Treffs
- Laufverletzungen erkennen und behandeln
- Anpassungserscheinungen des Körpers beim Ausdauersport
- Der Aufbau des Körpers. Anatomie für Läufer
- Laufgerechte Ernährung
- Fußmassage
- Verbesserung der Lauftechnik und koordination
- Wie fit bin ich? Tests zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit
- Auf zum Runners High von Motivationslöchern und -gipfeln und was Sie dazu beitragen können
- Leistungssteigerung für leistungsorientierte Läufer
- Marketing im Lauf-Treff
Neben qualifizierten Referenten werden auch deutsche Topathleten in Grünberg sein. Workshopbeginn ist Freitag, 4. November 2005 gegen 15 Uhr und -ende am Samstag, 5. November gegen 16 Uhr. Die Workshopteilnahme kostet zwischen € 50,- und € 100,-, abhängig von der Art der Unterbringung. Die Anmeldeformulare können unter www.leichtathletik.de herunter geladen werden oder werden per Post vom DLV . DLV, Alsfelder Str. 27, 64289 Darmstadt, Tel: 06151-770852 zugeschickt.(09.10.05)
Der DLV will Ines Geipel nicht aus den Rekordlisten streichen. Im Sommer 1984 hatten Sie unter anderem als Startläuferin, damals noch unter ihrem früheren Namen Ines Schmidt, zusammen mit Bärbel Wöckel, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr in Erfurt in 42,20 Sekunden den bis heute gültigen Weltrekord sowie deutschen Rekord für Vereins-Staffeln über 4x100 Meter aufgestellt. Die einstige Weltklassesprinterin ist aber hoffnungsfroh, dass ihrem Wunsch doch noch entsprochen wird, wie sie der Netzeitung sagte. Ines Geipel hatte Ende Juli den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vor dem Hintergrund des flächenmäßigen Dopings in der ehemaligen DDR aufgefordert, ihren Namen aus den Rekordlisten zu entfernen. Bis auf einen negativen Zwischenbescheid war bisher aber nichts geschehen. "Keine Ahnung, was die Entscheidung im DLV derart erschwert. Es ist doch eigentlich alles klar", sagte Geipel im Interview mit der Netzeitung. Ihren Schritt begründet Geipel unter anderem damit, dass "junge Athleten, die heute anfangen, die faire Chance haben, saubere Rekorde zu laufen".
Der DLV will ihren Rekord jedoch nicht streichen, wie er gerade mitteilte. Die Begründung dafür sei bereits vorbereitet und müsse nur noch auf der Präsidiumssitzung am 25./26. November genehmigt werden. «Ich bin hoffnungsfroh, dass es nicht dazu kommt. Es wäre schön, wenn man mich zu dieser Sitzung einlädt, damit ich mein Ansinnen erklären kann», sagte Geipel.
Für Geipel, die an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Berlin Deutsche Verssprache lehrt, wäre eine Neutralisierung der Rekorde "ohne Frage die gelenkigste Lösung gewesen". Dass dieser Schritt verpasst wurde, "heißt ja nicht, dass das für immer so bleiben muss. Der Verband wird - es geht ja nicht anders - endlich zu seiner Verantwortung finden und damit zu einem kreativen Agreement zwischen dem öffentlich deklarierten Bruch der DDR-Doping-Ära und den Leistungen der Athleten, die zwar durch Systemzwang entstanden, aber ja trotzdem immer auch Höchstleistungen waren", stellte Geipel fest.
"Wir brauchen jetzt eine glückliche Vermittlung, damit sich ehemalige Top-Athleten in nicht immer krudere Interpretationen verbeißen. Es kann nicht so bleiben, dass nur Dopinggeschädigte und einige engagierte Journalisten die gerichtlich anerkannten Fakten zur Kenntnis nehmen, und ansonsten der Verband an der Ruhmeshalle des Sports ungebrochen weiterbastelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Weg der Klärung auch einen Schritt in Richtung Prävention bedeutet", so Geipel. Auch der DLV befinde sich schließlich nicht in einem geschichtsfreien Raum, fügte sie hinzu. Das Interview im Wortlaut:
Netzeitung: Frau Geipel, Sie haben am 28. Juli den Deutschen Leichtathletikverband in einem Brief darum gebeten, Ihren Namen aus den Rekordlisten zu streichen. Nun wurde bekannt, dass der DLV ihren Rekord nicht streichen will, die vorbereitete Begründung muss jedoch noch am 25./26. November genehmigt werden. Was sagen Sie dazu?
Ines Geipel: Ich bin hoffnungsfroh, dass es nicht dazu kommt. Es wäre schön, wenn man mich zu dieser Sitzung einlädt, damit ich mein Ansinnen erklären kann.
Netzeitung: Sie erfahren nun von den Medien, dass der DLV Ihr Ansinnen ablehnt. Wie hatte denn der DLV bisher auf ihren Brief reagiert?
Ines Geipel: Ich erhielt zehn Tage nach meinem Brief einen Zwischenbescheid, dass die Verbandsleitung Ende August 2005 reagieren wird. Seitdem hatte ich nichts mehr aus Darmstadt gehört. Keine Ahnung, was die Entscheidung im DLV derart erschwert hat. Es ist doch eigentlich alles klar.
Netzeitung: Warum haben Sie sich erst im Jahr 2005, also fünf Jahre nach Abschluss der Gerichtsverfahren zum DDR-Staatsdoping, für diesen Schritt entschieden ?
Geipel: In einer Staffel laufen vier Frauen. Ich hatte im Berliner Prozess gegen den DDR-Sportchef Manfred Ewald und den führenden Sportmediziner Manfred Höppner öffentlich zum DDR-Doping ausgesagt. Jeder hat seine Geschichte und muss sie für sich selbst klären. Nun ist viel Zeit vergangen, nach der es nicht danach aussieht, dass die anderen etwas klären wollen. Nun nehme ich mir das Recht, dies für mich selbst zu entscheiden. Ein Leben ist bekanntlich eine begrenzte Ressource. Außerdem sollen junge Athleten, die heute anfangen, die faire Chance haben, saubere Rekorde zu laufen.
Netzeitung: Der ehemalige DLV-Präsident Helmut Digel hatte vor dem Jahr 2000 die Neutralisierung von Weltrekorden des anabolen Zeitalters gefordert, scheiterte aber, dies im Leichtathletik-Weltverband IAAF durchzusetzen. Heute ist Digel Vizepräsident der IAAF sowie DLV-Ehrenpräsident und steht dem Neutralisierungsvorhaben noch immer positiv gegenüber. Ein Hoffnungsschimmer?
Geipel: Diese Neutralisierung der Rekorde wäre ohne Frage die gelenkigste Lösung gewesen, eben genau an der Stelle einen Schnitt zu machen und einen Neuanfang zu wagen. Das ist verpasst worden, aber das heißt ja nicht, dass das für immer so bleiben muss. Der Verband wird es geht ja nicht anders - endlich zu seiner Verantwortung finden und damit zu einem kreativen Agreement zwischen dem öffentlich deklarierten Bruch der DDR-Doping-Ära und den Leistungen der Athleten, die zwar durch Systemzwang entstanden, aber ja trotzdem immer auch Höchstleistungen waren. Wir brauchen jetzt eine glückliche Vermittlung, damit sich ehemalige Top-Athleten in nicht immer krudere Interpretationen verbeißen. Es kann nicht so bleiben, dass nur Dopinggeschädigte und einige engagierte Journalisten die gerichtlich anerkannten Fakten zur Kenntnis nehmen, und ansonsten der Verband an der Ruhmeshalle des Sports ungebrochen weiterbastelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Weg der Klärung auch einen Schritt in Richtung Prävention bedeutet.
Netzeitung: Der Deutsche Leichtathletikverband wartet auf ein konkretes Doping-Geständnis von Ihnen ?
Geipel: Ich bin optimistisch, dass der DLV mir den Weg der nochmaligen Selbstbezichtigung nicht noch einmal aufbürdet. Ich habe mich dazu mehrfach konkret geäußert und halte nichts von einer solchen Verschiebung von Verantwortlichkeiten. Die Gerichtsakten zum DDR-Doping sind unmissverständlich. Für die Frauen, die monatelang vor dem Gericht standen, war das ein harter, auch von seelischem Schmerz geprägter Weg. Es gibt auch Grenzen. Wenn es dem Verband an Kompetenz und Einfühlung fehlt, bin ich nicht dafür zuständig. Es hätte ja auch mal jemand vom DLV aus Darmstadt zu so einem Gerichtstag kommen können, dann kämen heute womöglich nicht solch absurde Ansinnen. Auch der DLV befindet sich nicht in einem geschichtsfreien Raum.
Netzeitung: Die bis heute amtierende 400 Meter-Weltrekordlerin, Marita Koch aus Rostock, die genau vor 20 Jahren im australischen Canberra 47,60 Sekunden lief, behauptet ganz aktuell, nie gedopt zu haben. Obwohl einstige wissenschaftliche Geheimdokumente aus der DDR eindeutig belegen, dass Koch bereits im Jahr 1982 ganze 1460 Milligramm des Anabolikums Oral-Turinabol erhalten hat. Wie bewerten Sie dies?
Geipel: Marita Koch war eine besondere Athletin. Jeder wird nachvollziehen können, wie schwer die Emanzipation von einer solch vergifteten Geschichte wie dem DDR-Doping ist. Der Verband muss hier endlich ernsthaft über sein Selbstverständnis nachdenken. Es geht wie oft in der deutschen Geschichte eben darum, die gebrochene Geschichte kenntlich zu machen und dann einen einfühlsamen Weg zu finden, jene Verwerfungen zu integrieren. Aber den Bruch wie stets einfach nur überlaufen und weiter die Mär vom tollen DDR-Sport zu stricken, das wird zum Hohn für die, die es nicht oder kaum überlebt haben.
Netzeitung: Auch in Westdeutschland hat es, wenn auch nicht flächendeckend und nicht staatlich organisiert wie in der DDR, Dopingbetrug gegeben...
Geipel: Ja, auch im Westen hat es großflächiges Doping gegeben, so wie es heute höchstens individueller geworden, aber natürlich nicht verschwunden ist. Kann es auch nicht, wenn die Sportverbände so bigott agieren, wie sie eben agieren. Und da sind die Ex-DDR-Sportler auch zu verstehen, die sagen, nur wir sollen uns allein das Hemd von der Brust reißen. Wieso denn? Der DLV könnte sicher einiges gewinnen, wenn er mal aus der öden Gut- und Böse-Konstellation herauskäme und auch die anhören würde, die so ihre eigenen Erfahrungen gemacht haben, was Aufarbeitung des deutschen Effizienzsports bedeutet.
Netzeitung: Bekommen Sie Zuspruch, etwa von anderen Athleten?
Geipel: In der letzten Zeit bekam ich häufiger Post aus Litauen und Polen etwa. Dort steht die Aufarbeitung des einstigen Staatsdopings noch völlig am Anfang. Zum anderen gibt es dort heute massive kriminelle Doping- und Drogen-Kartelle, deren Zielgruppe verstärkt die Jugend in den Fitness-Studios ist. Das Problem ist also ein globales und Deutschland muss im Umgang damit ein gutes Stück moderner werden. Denn die Sache ist ernst die Zahl der Opfer wird ja nicht weniger.
Zur Person
Ines Geipel wurde 1960 in Dresden geboren. Von 1977 bis 1985 war sie als Leichtathletin im DDR-Sportclub Motor Jena aktiv und Mitglied des DDR-Nationalteams. Bis zu ihrer Flucht aus der DDR im Jahr 1989 studierte sie Germanistik in Jena, danach Philosophie in Darmstadt. Seit 1996 ist sie Schriftstellerin und seit 2000 lehrt sie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, wo sie seit 2001 Professorin für Deutsche Verssprache ist. Bücher u.a.: Verlorene Spiele. Journal eines Dopingprozesses, Transit-2001; Für heute reichts, Rowohlt-2004, über den Amoklauf von Erfurt; Ihr aktueller Roman heißt Das Heft, Rowohlt.(Quelle: Das Interview mit Ines Geipel führte Thomas Purschke für www.netzeitung.de, 08.10.05)
Update: taz-Interview vom 06.10.2005.
Bei hervorragenden äußeren Bedingungen traten am 19. September rund 250 Mehrkämpfer aus Niedersachsen und Bremen auf der Osnabrücker Illoshöhe zur diesjährigen letzten Landesmeisterschaft auf der Bahn an. In der M50 kam es erneut zum Aufeinandertreffen von Joachim Hickisch und dem starken Auricher Ingo Kaun. Dabei ließ sioch der Zevener ließ sich durch mehrere Bestleistungen seines starken Konkurrenten nicht verunsichern und wurde am Ende erneut mit großem Vorsprung Sieger. Trotz eines erheblichen Punkterückstandes vor dem abschließenden 1.500-Meterlauf gewannen auch Bernd Bredehöft, Jens Dohrmann und Debütant Klaus Krieglsteiner zum dritten Mal in Folge den Mannschaftstitel der Jungmasters M30/35 für die LAV Zeven.
Kaun und Hickisch lieferten sich einen tollen Zweikampf. Der Ostfriese startete gleich mit der Bestleistung von 5,17 Meter im Weitsprung, erst im dritten Versuch zog Joachim Hickisch mit 5,36 Metern an ihm vorbei. Nervensache dann im Diskuswurf. Während Kaun mit 32,69 Metern seine zweite Bestleistung aufstellte, hatte Hickisch nur 27,00 Meter aufzuweisen. Aber im dritten Versuch schleuderte er dann doch noch die 1,5 kg-Scheibe auf 31,70 Meter. Eindeutig waren dann die Kräfteverhältnisse in den folgenden Disziplinen.
alte Über die 200 Meter lag der LAV-er mit 26,09 Sekunden deutlich vor Kaun (26,47sec), bei dem sich eine Fußverletzung bemerkbar machte. Trotz dieses Handicaps überzeugte er im anschließenden Speerwurf mit 41,86 Metern und übernahm vor dem abschließenden 1.500 Meterlauf mit rund siebzig Punkten (umgerechnet 14 Sekunden) Vorsprung erstmals die Führung. Aber jede Spekulation über einen erneuten Titelgewinn nach 2002 für Kaun erteilte Joachim Hickisch mit einer siebziger Runde sofort eine Absage. Am Ende lag er fast eine Minute vor dem Auricher und gewann so seinen dritten Titel in Folge auf Landesebene, gleichzeitig war dies auch der zehnte Einzelmehrkampftitel seit 1991 auch ein niedersächsischer Landesrekord!
Hans-Jürgen Kolbow (*1944, MTV Aurich) war amtierender Titelverteidiger im Fünfkampf der Altersklasse M60, musste sich in Osnabrück aber schließlich mit Rang drei zufrieden geben. Der Mehrkampf begann mit dem Diskuswerfen. Mit 34,54m kam Kolbow zwar bis auf wenige Zentimeter an seine Saisonbestleistung heran; nach dem Weitsprung 4,19m) meldete sich aber wieder die gereizte Achillessehne, die ihm dann vor allem bei den 200 m zu (30,50sec) schaffen machte. Er blieb zwar noch auf Rang zwei hatte aber zum führenden Manfred Arnd (*1942, TSV Burgdorf) schon einigen Abstand. Im Speerwurf musste er mit 31,48 m zufrieden sein. Im abschließenden 1500-m-Lauf, sonst die Stärke von Kolbow, blieb er auf Grund der Achillessehnebeschwerden mit 6:00,83 min doch mehr als eine halbe Minute hinter seiner Bestzeit zurück und musste auch noch Gerhard Flachowski (*1944, LG Braunschweig) vorbeiziehen lassen.
Nach der frühzeitigen Absage von Ulf Neblung und der Verletzung von Rainer Dohrmann rechnete sich das Zevener M30/35 -Trio mit Bernd Bredehöft, Jens Dohrmann und Klaus Krieglsteiner, der noch nie einen Fünfkampf bestritten hatte, nur minimale Chancen für die Mannschaftswertung aus, zumal die größten Konkurrenten aus Wirdum (bei Leer) gleich mit vier starken Aktiven auftrat. Und die Wirdumer wurden ihrer Favoritenrolle zunächst gerecht, lagen sie doch nach der ersten Disziplin, dem Speerwurf, knapp vorn.
Recht gut in der Einzelwertung aber noch Jens Dohrmann mit 37,00 Metern und Bernd Bredehöft (39, M35) mit 36,59 Metern. Und auch nach dem Weitsprung lag Jens Dohrmann (32) nach guten 5,61 auf Platz zwei der M30, während die Wirdumer ihre Führung leicht ausbauten.
Fast hoffnungslos dann der Rückstand mit über 360 Punkten nach den 200 Metern. Bernd Bredehöft (26,69 sec.) und Klaus Krieglsteiner (27,63 sec.) in der M35 sowie der noch an seiner Vorjahresverletzung laborierende Dohrmann (27,59 sec.) wurden auch in der Einzelwertung weiter nach hinten durchgereicht. Aber auch beim TSV Wirdum lief nicht alles nach Wunsch. Im Diskuswurf machte vor allem Bredehöft (29,96 Meter) Punkte gut. Durch die unerwartete Schwäche des Konkurrenten verkürzte die Mannschaft ihren Rückstand auf umgerechnet 32 Sekunden oder 190 Punkte. In der Einzelwertung lag Jens Dohrmann auf Rang fünf, Bernd Bredehöft auf Rang vier und Klaus Krieglsteiner auf Rang acht.
Nach dem Startschuss über die 1.500 Meter ging im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Der Sittenser Bredehöft setzte sich sofort in der Spitzengruppe fest und auch Jens Dohrmann lief ein gutes Rennen. An seiner äußersten Leistungsgrenze lief aber auch Klaus Krieglsteiner. Der 39-jährige Schülertrainer versuchte mit aller Macht, den Abstand an zwei Wirdumer Läufer nicht zu groß werden zu lassen. Mit Spannung beobachte die kleine Zevener Fangruppe den Zieleinlauf. Mit der Spitzenzeit von 4:54 Minuten verbesserte sich Bernd Bredehöft, nur mit 15 Punkten Endrückstand, auf Platz zwei der M35 und machte mächtig Punkte gut.
Auch Jens Dohrmann kämpfte bis zum umfallen und lag nach 5:07 Minuten am Ende auf Rang vier der M30 und ebenso deutlich vor den Konkurrenten aus Wirdum. Nun lag alles am Laufergebnis von Klaus Krieglsteiner. Aber dieser schien sich kräftemäßig überfordert zu haben, in der letzten Runde vergrößerte sich der Rückstand zu den Konkurrenten immer mehr. Doch der Zevener nahm den Mehrkampf wörtlich. Unter Aufbietung aller Reserven kämpfte er sich mit einem tollen Schlussspurt ins Ziel. Und diese Leistung wurde mehr als belohnt. Der achte Platz beim Debüt in der Einzelwertung und der nicht mehr für möglich gehaltene Titelgewinn in der Mannschaft. Mit 6.202 Punkten und 29 Punkten Vorsprung (4 1&Mac218;2 Sekunden) lagen die Zevener am Ende doch wieder vorn.
Bei den Frauen sicherten sich die Seniorinnen der LG Osnabrück drei Fünfkampf-Landestitel. In der W35 siegte Weltmeisterin Dagmar Imme, ihre Punktzahl hätte in der Frauen Hauptklasse zu Bronze gereicht. Iin der W40 dominierte Renate Keller überraschend deutlich. Auch Corinne Gröne lag in der W30 vorne, gilt aber - da keine drei Aktiven am Start waren - nicht als Landesmeisterin. Den Titel holte sie sich aber mit Dagmar Imme und Renate Keller in der Mannschaftswertung.(jo, Quelle: eigene Recherchen und la-altersklasse.de, 04.10.05)
Erich Müllender (*1945, LAC Eupen) ist in Naimette belgischer M60-Seniorenmeister im Diskuswurf geworden. Er startete mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, nachdem er vom belgischen Leichtathletik-Verband durch einen Schreibfehler von der Hammerwurf-Konkurrenz des Kampfrichters zu Unrecht von den Landesmeisterschaften ausgeschlossen worden war. Der Grund: ein Schreibfehler. Bei einem Abendmeeting in Naimette im August hatte der Mastersathlet aus Eupen im ersten Wurf 38,38 m und im Zweiten über 37 m erzielt. Weil es in Strömen regnete, brach Erich Müllender den Wettkampf im guten Glauben, die notwendige Qualifikationsweite von 28m für die belgische Meisterschaft erreicht zu haben, ab und fuhr nach Hause.
In den offiziellen Resultaten wurden vom Kampfrichter jedoch nur 27,21 m notiert. Eine Intervention beim Hauptkampfrichter und selbst beim belgischen Leichtathletikverband hatten keinen Erfolg. Der mehrmalige Landesmeister im Hammerwerfen fand sich damit nicht in der Liste der Vorselektionierten wieder und wurde somit um seine Medaille »betrogen«.
Im Diskuswurf legte sich der zur in Ostbelgien ansässigen deutschen Bevölkerungsgruppe gehörende Masters-Athlet Erich Müllender in der Altersklasse M60 richtig ins Zeug. Obwohl er diesmal nicht die beste Weite der gemeldeten Teilnehmer aufgewiesen hatte, war er im Wettkampf wieder der Stärkste und schleuderte den Diskus auf die neue Rekordweite von 41,70m. Damit gewann Müllender erneut die belgische Diskusmeisterschaft und ist jetzt seit dem Jahre 2001 ungeschlagener Meister, zunächst in der Altersklasse M55 und nunmehr in der Kategorie M60.
Anfang Oktober warf Erich Müllender dann mit enormer Energie beim Abschlusswettkampf in Spa den Hammer auf seine neue Rekordmarke von 41,49 m (vorher 39,19m). Er nimmt mit dieser Leistung in der ewigen belgischen Landesbestenliste den dritten Rang ein. Erich Müllender übertraf mit dieser Weite eindeutig den in seiner Abwesenheit durch Emiel Symons (Looi) mit 37,38 m gewonnenen Landestitel.
(03.10.05)
Vertreter der 16 Landessportbünde haben das Verhalten der Spitzen von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) nach dem Fusions-Gipfel am vergangenen Wochenende in Frankfurt am Main scharf attackiert. "Das war der Höhepunkt einer offenbar von langer Hand geplanten Täuschung", sagte Peter Hanisch, der Präsident des Berliner Landessportbundes (LSB). Hanisch kritisierte, die Ergebnisse des Gipfels seien vor allem von NOK-Seite im Nachhinein bis zur Unkenntlichkeit umgedeutet worden, ein sportlich-fairer Interessenausgleich mit Landessportbünden wie nichtolympischen Verbänden sei offenbar nie geplant gewesen. Hanisch bezeichnete die auf dem Tisch liegenden Konditionen als eine "Kampfansage an Landessportbünde, nichtolympische Sparten und den Breitensport", die dem Abschluss des Fusionsprojekts nicht förderlich sei.
LSB-Verhandlungsführer Ekkehard Wienholtz aus Kiel ist mit Blick auf die Abstimmung über die Zusammenführung von DSB und NOK auf einem am 10. Dezember in Köln geplanten DSB-Bundestag eher skeptisch: "Das Risiko ist im Augenblick nicht abzuschätzen", sagte der Präsident des LSB Schleswig-Holstein und kritisierte, dass es von DSB und NOK auch in Sachen Zeitplan kein Entgegenkommen gegeben habe. "Der unnötig erzeugte Zeitdruck steht einer tragfähigen Gestaltung der Fusion prinzipiell im Wege", sagte Hanisch.
Der Berliner LSB-Vizepräsident Dietrich Gerber, der als einer von vier Funktionären die Interessen der Landessportbünde vertrat, schilderte, man sei aus dem Gespräch mit der Gewissheit gegangen, dass den Landessportbünden ein Stimmanteil von 37 Prozent im künftigen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zugebilligt werde. Zudem sollten die LSB-Interessen in den Beiräten für Leistungs- und Breitensport stärker berücksichtigt werden. "Danach trat zu später Stunde die Satzungskommission zusammen und machte alle Zusagen wieder rückgängig. Das ist kein Stil, von dieser Verfahrensweise sind wir alle sehr enttäuscht", sagte Gerber. Unter anderem sei der Stimmanteil der LSB nachträglich wieder auf 33,3 Prozent reduziert worden.
Die Stimmverteilung in einem künftigen DOSB ist in der Tat heftig umstritten. "Die Landessportbünde haben im DSB einen Anteil von 42 Prozent. Im ersten Entwurf für den DOSB waren es nur 20,4 Prozent. Jetzt sind 33 Prozent angeboten und man bessert ständig nach. Das zeigt, wie willkürlich Manches festgelegt wird", kritisierte der hessische LSB-Präsident Rolf Müller in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau und ergänzte "Wir haben vorgeschlagen, am 10. Dezember keinen DSB-Bundestag zu veranstalten, sondern den Hauptausschuss noch einmal alles diskutieren zu lassen und über die Modifikation zu reden. Das ist alles abgelehnt worden."
"Wenn die Vertreter die Interessen des Breitensports ernst nehmen, kann eine Fusion nicht gelingen", sagt auch der rheinland-pfälzische LSB-Chef Egon Heberger, der bereit ist, den Spitzensport weitgehend den olympischen Verbänden zu überlassen. Heberger wirft dem NOK aber vor, sich mit der Forderung nach einer Stimmenmehrheit für die olympischen Verbände hinter der Charta des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu verschanzen. "Es ist nicht angemessen, dass die eingebaute Vorfahrt des NOK strikt und unnachgiebig eingefordert wird. Das NOK will damit den kompletten Sport in Deutschland in die Hand bekommen." Zugleich befürchtet Heberger internationale Einflussnahme. "Das NOK ist ein Wurmfortsatz des IOC. Da telefoniert der IOC-Generalsekretär mit dem DOSB-Präsidenten und erledigt strittige Fragen per Anruf." Der Rheinland-Pfälzer fordert deshalb, dass der Breitensport auch im DOSB ein größeres Gewicht hat. Es drohten "eminent wichtige Aufgabenfelder" wie Schul- oder Gesundheitssport in einem vom Leistungssport dominierten Verband zu kurz zu kommen.
Müller stört, dass die Vorschläge der LSB nicht ausreichend beachtet worden seien. "Wir haben einen Katalog von acht Voraussetzungen vorgelegt, davon sind bis auf einen alle anderen einfach vom Tisch gewischt worden." Überdies sei ein nicht realistischer Zeitplan aufgestellt worden, woraufhin nun versucht werde, die Fusion im Eilverfahren durchzubringen.
Als "abwegig und nicht nachvollziehbar" bezeichneten die Präsidenten Manfred von Richthofen (DSB) und Klaus Steinbach (NOK) in einer gemeinsamen Erklärung die Kritik der Landessportbünde (LSBs). Das Präsidium des NOK bot am Donnerstag den Landessportbünde weitere Gespräche an. "Wir wollen damit in enger Abstimmung mit dem DSB ein konstruktives Signal senden", sagte NOK-Präsident Klaus Steinbach. Er sei zuversichtlich, "dass wir zu einem Konsens kommen können." Am 14./15. Oktober tagen die 16 Landessportbünde in Mainz, um den umstrittenen Satzungsentwurf für den künftigen Deutschen Olympischen Sportbund zu diskutieren.(Quelle: Frankfurter Rundschau, dpa/sid, 04 - 07.10.05)
"SENIORENDas Oktoberheft der Seniorenleichtathletik aus dem Meyer&Meyer-Verlag ist voll gepackt. Natürlich stehen im Mittelpunkt der Ausgabe die Berichte von Jörg Reckemeier über die XVI. Senioren-Weltmeisterschaft in San Sebastian. Gespannt darf man sein, ob auch die kleinen verbandspolitischen Highlights zu finden sind, etwa wie die DLV-Delegierten auf der WMA-Generalversammlung gegen den eigenen Antrag stimmten, die Athleten künftig jahrgangsweise und nicht mehr nach dem individuellen Geburtsdatum den Altersklassen zuzuordnen...
Gut, dass auch die WM-Resultate gedruckt zu finden sind. Denn die conersys.com-WM-Ergebnisseite im Internet schwächelt gegenwärtig und ist nicht erreichbar. Spannend ist die Fortsetzung der Trainingstipps für Leichtathletiksenioren - diesmal von Sportwissenschaftler Rolf Geese (Göttingen), der zuletzt in San Sebastian mit einem Weltrekord im Zehnkampf der M60 seine Ausnahmestellung unterstrich.
Neues wird von der Antidoping-Initiative der Aktiven Arno Hamaekers und Guido Müller berichtet, die mitgetragen von EVAA-Präsident Dieter Massin und Rechtsanwalt Rüdiger Nickel (Hanau) schlicht vorbildlich ist.
Im Heft findet sich auch der Stimmzettel für die Wahl der deutschen Leichtathetik-Seniorin und des deutschen Leichtathletik-Seniors dieses Jahres. Das Votum muss übrigens bereits bis zum 15. Oktober zurückgeschickt oder gefaxt werden, um noch in die Wertung zu gelangen. (03.10.05)
Nur schwer finden sich im Internet die Ergebnisse der Süddeutschen Mehrkampfmeisterschaften, die am Samstag (1.10.) in Nieder-Olm (Landesverband Rheinhessen) stattfanden. Während die Resultate der hessischen Meisterschaften, die gleichzeitig ausgetragen wurden, vorbildlich gepostet sind, sind auf der Ergebnisseite jedenfalls beim Einsatz so manchen Browsers die Resultate der Süddeutschen Meisterschaft in den Hintergrund grafischer Elemente gerückt und daher erst auf den zweiten Blick zu finden. Unfreiwillig scheint die Webseite des Süddeutschen Leichtathletikverbandes Aufklärung über den Grund zu geben, heißt es dort doch: "Der Südd. Leichtathletik-Verband ... versteht sich als Gemeinschaft der Leichtathletik-Verbände im Süddeutschen Raum. Ziel ist u.a. die Organisation und Durchführung von Meisterschaften für die Aktiven, die Junioren, die B-Jugend und die Schüler M/W15." - eben, die Senioren spielen im SLV offenbar nur im Hintergrund eine Rolle .
Die Meisterschaften selbst wurden, so die Lokalpresse, zu einer "Wasserschlacht", nachdem es in Nieder-Olm den ganzen Tag pausenlos geregnet hatte. Nur 156 der rund 200 gemeldeten Athleten starteten bei den ganz und gar leistungswidrigen Bedingungen in die Drei- und Fünfkampf-Entscheidungen. Für sie wurden die Wettkämpfe zu einem seltenen Härtetest. Auch für die Kampfrichter des Leichtathletik-Verbands Rheinhessen (LVR) auf der Wettkampfstätte galt dieses.Trotz dieser widrigen Witterungsbedingungen gab es aber durchaus ansprechende Leistungen.
Bei den Frauen absolvierte Waltraud Kraehe (*1948, TSV Penzberg) mit 1936 Punkte einen starken W55-Mehrkampf (15,17(+1,0 ) 100m / 1,24m Hoch / 8,51 Kugel / 4,04m(W: +0,2 ) Weit / 2:56,04 800m). Auch W40-Siegerin Ulrike Julien (*1965, LAC Saarlouis) leistete sich mit 2733 Punkte (13,49(+0,5 ) / 1,54 / 8,77 / 4,70(+0,2 ) / 2:51,04) keinen Aussetzer, wurde sie doch stark gefordert von der zweitplatzierten Anke Noack (*1964, TSV Höchstadt/Aisch), die auf 2677 Punkte kam (13,63 (+0,5 ) / 1,36 / 8,85 / 4,61(+0,3 ) / 2:34,76). In der M 50 gewann Ludwig Hölzlberger (*1949, SV-DJK Schwarzenau) den Fünfkampf mit 2008 Punkten (4,65m Weit / 37,67m Speer / 28,90 sec (W:+0,7 ) 200m / 30,03m Diskus / 5:10,61min 1500m); Gregor Strasshofer (*1940, LG München) gewann die M65 mit 1366 Punkte (3,98 / 30,03 / 29,79 (W:+1,8 ) / 29,79 / 6:34,72). Arno Hamaekers (*1940, LAG Obere Murg) siegte im M65-Dreikampf (100m, Weit, Kugel) mit starken 1280 Punkte (13,46(W: +2,5 ) / 4,61(+0,4 ) /11,52). Alle Punktwertungen erfolgten ohne den international vorgeschriebenen Altersklassenfaktor.
Noch bemerkenswerter als die erzielten Leistungen, so die Teilnehmer, waren die sehr spät im Jahr durchgeführten Meisterschaften vor allem aus einem Grund: Denn mit ausgesprochen fröhlicher Stimmung und einer guten Portion Galgenhumor trotzten Athleten und Kampfrichter dem strömenden Dauerregen und der Kälte. Arno Hamaekers anschließend: "So was habe ich noch nicht erlebt."
"Anfangs hatten wir noch die Hoffnung, dass die Veranstaltung wegen der nahezu unzumutbaren Witterungsbedingungen abgesagt wird, doch leider konnten sich die Verbandsoffiziellen nicht dazu durchringen", ergänzte Eckart Nündel (LG Hochtaunus) (03.10.2005, updates 04.10. und 8.10.2005)
Im Portal des Deutschen Sportbundes ist demnächst ein eigener Internet-Auftritt für Frauen im Sport integriert. Unter www.frauen-im-sport.de gelangen Interessierte direkt zu den gewünschten Informationen.
Unter Verantwortung der Vorsitzenden im entsprechenden DSB Bundesausschuss, Ilse Ridder-Melchers, wurde unter dem Dach von www.dsb.de ein Portal geschaffen, das über Strukturen, Gremien, Gender Mainstreaming und alles Wichtige informiert, was Frauen im Sport interessiert. DSB-Präsident Manfred von Richthofen stellte den neuen Internetauftritt auf der Vollversammlung des Bundesausschuss Frauen im Deutschen Sportbund (DSB) am Wochenende in Schwerin der Öffentlichkeit vor. Die Seite ist bisher allerdings nicht freigeschaltet. (02.10.2005)
Gegen die einseitge Ausrichtung auf den Spitzensport haben sich in der Endphase der Diskussion über die Verschmelzung von Deutschem Sportbund (DSB und Nationalen Olympischen Kommitee (NOK) die Landessportbünde ausgesprochen. Ihre "Ständige Konferenz" begrüßte die gegenüber den ursprünglichen Plänen bereits erheblichen Modifizierungen. "Diese berühren insbesondere die in der Satzungspräambel formulierten, deutlich über die bisher im Vordergrund stehende Leistungssportsteuerung hinausgehenden, erweiterten Zielstellungen des künftigen DOSB."
Die Landessportbünde unterstützen auch weiterhin das angestrebte Ziel des Zusammenschlusses beider Verbände zu einer gemeinsamen Dachorganisation des deutschen Sports. Die Landessportbünde sind für eine Fusion, die schlankere Gremienstrukturen und damit auch effektivere Entscheidungsprozesse ermöglicht. Beides kann zu Kosteneinsparungen führen, die dem Sport insgesamt zugute kommen. Die Landessportbünde sind auch für eine Fusion, die den organisierten Sport in Deutschland zu einem in seiner Geschlossenheit überzeugenden Partner für die Politik, die Wirtschaft und für die Wahrnehmung unserer Interessen im internationalen Bereich macht.
Aber sie sagen auch: "Gleichwohl hat die Ständige Konferenz in ihrer Sitzung am 23.9.2005 ihre Erwartungen hinsichtlich des weiteren Fusionsprozesses unterstrichen. Dabei standen Überlegungen im Vordergrund, die den Breitensport in den Blickpunkt rücken. Schlüsselaussage der Landessportbünde ist, dass der Hochleistungssport zwar wichtig aber für die tägliche Vereinsarbeit nachrangiger Punkt ist. Die Presseerklärung legt sich insoweit fest:
"1. Die in den Landessportbünden organisierten Vereine halten für 25 Millionen Mitglieder Angebote vor, die von der Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche, vom Gesundheits-, Familien- und Seniorensport bis zum Sport für die Integration von Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund reichen. Die Vereine tragen damit in hohem Maße den gesellschaftlichen Herausforderungen Rechnung, die ihnen gestellt sind. Die Förderung des Hochleistungssports ist ein wichtiger, aber ein im Vergleich zum umfassenden Breitensportangebot nachrangiger Bereich der täglichen Vereinsarbeit.
In der Wahrnehmung auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung muss der neue DOSB den traditionellen Leitgedanken des Sport für Alle aufnehmen und dem Breitensport eine deutlichere strategische Schwerpunktsetzung geben. Dies muss sich auch in den Stimmenverhältnissen in den entscheidenden Verbandsgremien widerspiegeln. Die stattdessen bisher unter Verweis auf die IOC-Charta vorgesehene deutliche Schwächung der Einflussmöglichkeiten der Landessportbünde im neuen DOSB wird dem gesellschaftlichen Stellenwert des neuen Verbandes nicht gerecht.
Die Ständige Konferenz erwartet daher hinsichtlich der Stimmenverhältnisse in der Mitgliederversammlung - entgegen den bisherigen Entwürfen - in allen Fragen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang zu den Olympischen Fragen stehen, wie bisher eine den tatsächlichen Verhältnissen der Mitgliederstärke der Mitgliedsorganisationen entsprechende Verteilung. Diese Lösung muss erforderlichenfalls auf dem Verhandlungswege der Spitzen des deutschen Sports unter Einbeziehung der Landessportbünde mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) erreicht werden. Auch andere Länder haben entsprechende Positionen für ihre nationalen Dachorganisationen erreichen können."
Tatsächlich sollen die Landessportbünde und damit der Breitensport nur ein Drittel der Stimmen erhalten. Insbesondere damit sind die Landessportbünde nicht zufrieden und wollen die Fusion nicht übers Knie brechen. Sie wehren sich gegen das eingesclagene Tempo und sagen: " Der historischen Bedeutung des Fusionsprozesses angemessen hält die Ständige Konferenz der Landessportbünde eine umfassende, transparente, konstruktive und zeitlich realistische Beteiligung aller Mitgliedsorganisationen weiterhin für dringend erforderlich. Ein solches Verfahren sei aber erst nach Vorlage aller erforderlichen Unterlagen sinnvoll." Das NOK hingegen zieht sich offenbar zunehmend darauf zurück, dass die nationale Satzung vom IOC zu genehmigen sei, das naturgemäß eigene Anforderungen habe und andere Schwerpunkte setze. (01.10.05)
Die Deutschen Crossmeisterschaften, die am 26.11.2005 in Darmstadt stattfinden, werden erstmals mit einer elektronischen Zeitmessung durch den sogenannten Champion-Chip durchgeführt.
Cheforganisator Wilfried Raatz: "Wir bitten alle meldenden Vereine, bei allen Teilnehmern, die einen eigenen Chip (gelber Chip) besitzen, die Chip-Nummer bei der Anmeldung anzugeben. Da eine Teilnahme nur mit Chip möglich ist, wird Läufern, die keinen eigenen Chip besitzen, ein Leihchip (schwarzer Chip) zugewiesen, der mit den Startunterlagen ausgegeben wird. Pro Leihchip wird eine Leihgebühr von 2,00 Euro erhoben, die bei Abholung der Startunterlagen zusätzlich in bar zu entrichten ist.
Im Zieleinlauf werden diese (schwarzen) Leihchips wieder eingesammelt. Falls ein Läufer den Wettkampf nicht bestreiten kann oder vorzeitig den Wettkampf beenden muss, ist dieser Leihchip im Wettkampfbüro (Startnummernausgabe) zurückzugeben. Bei einer Nicht-Rückgabe müssen wir dem meldenden Verein pro Chip eine Gebühr von 10,00 Euro berechnen.", so Wilfried Raatz.
Änderungen gegenüber dem Vorjahr gibt es in den Masters-Klassen. So starten die Altersklassen W35 und W40, offiziell als Seniorinnen tituliert, in diesem Jahr zusammen mit den Frauen und Juniorinnen, während die älteren Frauenklassen, offiziell wie auch die Männer-Altersklassen, erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft als "Masters" tituliert, zusammen mit den Altersklassen M60 und älter auf die 5,3km lange Strecke gehen. Die Altersklassen M30 bis M55 haben in ihrem Lauf 6,6km zurückzulegen.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte auf seiner Verbandsratssitzung in Dortmund die deutschen Crossmeisterschaften 2005 nach Darmstadt vergeben. Die Veranstaltung wird auf der für derartige Veranstaltungen ideal gelegenen Lichtwiese ausgetragen, die seit nunmehr 19 Jahren Austragungsort des Darmstadt-Cross ist und auf der bereits eine Reihe von hochkarätigen Rennen ausgetragen werden konnten, darunter auch 1996 die legendäre inoffizielle DM-Alternative", als der ASC Darmstadt kurzfristig einsprang und aus dem Stand heraus eine attraktive Ersatzveranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Die in Hamburg wegen Eisregen vorgesehenen deutschen Titelkämpfe waren seinerzeit kurzfristig abgesagt worden. (01.10.05)
Das Magazin focus berichtet bin seiner neuen Ausgabe auf gleich auf sechs Seiten über die XVI.Senioren-WM in San Sebastian. Mein Fazit:
Mir gefallen die wirklich grandiosen Fotos von Rainer Martini sehr, und auch der Text der Reportage (von Katrin Wilkens) ist klar, fair und sympatisch. Mich spricht vor allem die offene und ehrliche Botschaft an: "Wettlauf gegen die Zeit".
Endlich einmal lese ich hier über uns kein arrogantes, respektloses Geschreibsel von Leuten, die nur neidisch auf die Leistungen der Senioren sind, die sie selbst nicht bringen, oder publizistisch-gönnerisches Aufdieschulterklopfen von der anderen Sorte Zeitgenossen, die den Senioren-Wettkampfsport pflichtschuldigst zur Kenntnis nehmen.
Ja, ein auflagenstarkes deutsches Magazin äußert offenen Respekt vor den Seniorenleichtathleten. Darüber düfen wir uns wirklich freuen und hoffen, dass dies keine Eintagsfliege ist.
Einzig hätte ich mir ein paar jüngere Athleten im Bild gewünscht. "Ü60" ist viel, aber wirklich nicht alles, obwohl das Bild mit Wolfgang Reuter auf S. 128 schon ein wirklicher Knaller ist.
Ich halte sonst nichts vom focus - aber diese Ausgabe ist ein Muss!
Annette
(28.09.05)
Ken Stone: Wie wars in San Sebastian? Die 400m waren natürlich ein Muss, aber du hast auch die 300m Hürden mit 7 Sekunden und die 800m mit 8 Sekunden Vorsprung gewonnen. Warst du insgesamt sehr zufrieden mit deinen Erfolgen oder hast du es bedauert, nicht häufiger am Start gewesen zu sein?
Earl Fee: Bei allen drei Starts hatte ich das Gefühl, es wäre eine bessere Zeit drin gewesen, besonders über 400m. Aber in diesem Rennen musste ich gegen die Sprinter Wolfgang Reuter und Don Cheeks antreten, die über 100m und 200m Erster und Zweiter geworden waren. Sie gingen dann zu schnell die ersten 200m an und das wäre mir auch fast passiert. Das war für mich hart an der Grenze. Ich hätte eigentlich in die Nähe meines Weltrekordes laufen können. Ich denke mal, die Reise, der Stress, das unterschiedliche Essen, das Herumlaufen und schlchter Schlaf - alle das hat dies verhindert.
Wie es ist dazu gekommen, dass Meyer & Meyer Sport die 2. Auflage deines Buches "How to be a Champion" herausgibt? Wurde die erste Ausgabe nicht gut genug verkauft?
Eigentlich sollten Meyer und Meyer schon die erste Ausgabe herausgeben. Aber dann habe ich mich angesichts der Kommunikationsschwierigkeiten entschieden, keinen deutschen Verlag zu nehmen, Damals im Jahr 2000 habe ich auch in einem der Bücher von Arthur Lydiard, das Meyer und Meyer herausgaben, eine Reihe von Fehlern entdeckt. Ich habe mein Buch dann also im Selbstverlag vertrieben und immerhin 1400 Exemplare der ersten Ausgabe verkauft. Aber schließlich wollte ich doch, dass mein Buch weltweit erhältlich ist, und habe mich deshalb für einen professionellen Verlag als beste Möglichkeit entschieden.
Wie hast du davon erfahren, dass dich die WMA als Masters Athlete of the Year 2005 gewählt hat? Warst du überrascht?
Nach der WMA-Sitzung sagte mir mein Teamkapitän Brain Keaveney, dass ich mit 6:4 gegen Wolfgang Reuter aus Deutschland gewählt worden sei. Ich war ja immer ganz gut in Form, aber doch ganz überrascht, weil ich in diesem Jahr wegen diverser Verletzungen gleich bei einer ganzen Anzahl wichtiger Meetings nicht antreten konnte. Das fing schon im Januar mit einem ausgerenkten Zeh an. Fünf Monate heilte meine Wadenverletzung nicht. Tatsächlich habe ich gar nicht mehr dran gedacht, dass es diese Ehrung gibt. Dann hieß es, dass ich schon im letzten Jahr von Kanada nominiert worden sei, nachdem ich drei Hallenweltrekorde aufgestellt hatte. Jedes Land kann eine Frau und einen Mann für diese Auszeichnung vorschlagen.
Wie war die Reise nach Monaco. Wie hat man dich behandelt? Hat die IAAF oder die WMA die Reise bezahlt?
Es war eine wirkliche Traumreise. Flug und 400-Euro- Hotelzimmer gehörten ebenso dazu wie tolle Empfänge und Essen. Ich musste sozusagen nur die Flasche Wasser bezahlen und wurde wirklich königlich behandelt. Alle Kosten trug die IAAF.
Deine sportliche Vielseitigkeit ist beeindruckend von den Hürden, über die kurzen Distanzen bis zur Mittelstrecke. Wo sind deine Stärken und gibt es etwas Neues, das du dir noch vorgenommen hast?
Am Besten bin ich eigentlich über 600m. Aber jetzt denke ich ernsthaft darüber nach, auf die 200m zu trainieren. Im letzten Jahr bin ich mit wenig Training in meinem ersten 200m-Rennen eine 30,02sec gelaufen. Das ist Weltspitze, soweit ich weiß. Ich möchte auch gern die 80m Hürden trainieren. In Spanien hätte ich da sicherlich eine Medaille gewinnen können. Aber ich hab das nie trainiert.
Du kannst noch drei Jahre in der M75 starten. Welche Rekorde willst du noch angreifen ?
Ich meine, ich kann meine Weltrekorde über 300m und 800m verbessern. Denn in diesem Jahr war wegen der vielen Verletzungen die Vorbereitung nicht optimal
Jeder Athlet über 70 hat körperliche oder andere Probleme, die er überwinden muss. Welche besonderen Herausforderungen hattest du in den letzten Jahren?
Ich hatte tatsächlich gerade in jüngster Zeit vermehrt Verletzungen, glaube aber, dass ich das mit einem optimierten Krafttraining in den Griff bekommen kann.
Hast du dich bei deinem Talent mit 76 Jahren eigentlich einmal gefragt, was du vor 50 Jahren hättest erreichen können sagen wir mal, 1952 oder 1956 bei den Olympischen Spielen? Sag mal, was wärst du dann gelaufen, was hättest du leisten können?
Auf der Uni bin ich 51 Sekunden über 400m gelaufen meine beste Zeit. Aber das Training war völlig falsch. Mein Coach wollte damals kein Sprinttraining. Also bin ich die 400m während einer Trainingseinheit gelaufen. Interessant ist, dass ich viele Athleten getroffen habe, die in ihrer Jugend viel schneller als ich waren, mich aber jetzt ziehen lassen müssen. Das hat viel zu tun mit Veranlagung und was man so in den letzten 40, 50 Jahren gemacht hat.
Rekorde motivieren dich offenbar. Aber wie ist das eigentlich, wenn man weiß, dass einen nur ganz wenige Menschen auf der Welt in den Spezialdisziplinen herausfordern können. Warum versuchst du nicht mal einen Sprint oder läufst 5000m?
Ich bin mir sicher, dass die langen Strecken nichts für meinen Körper sind. Ein Srpint macht mehr Spaß, als eine Meile zu laufen und ist auch nicht so zeitaufwändig. Wenn sich meine Ärzte nicht täuschen, dann ist der Sprint auch das richtige für meine etwas verstopften Arterien in meinem Bein und viel besser als Langlauf..
Gibt es ganz persönliche Ziele? Vielleicht in den fünf Disziplinen alle Weltrekorde bis 100 Jahre aufstellen?
Man muss immer ein Ziel haben. Ja, ich möchte schon weitere Weltrekorde aufstellen und laufen bis ich, sagen wir, 95 bin. Vielleicht schreib ich auch ein neues Buch über die besonderen Probleme langen Lebens.
(Quelle: www.masterstrack.com, Ken Stone, 25.09.05)
Wohl fünf Tage später als bisher geplant wird in zwei Jahren die XVII. Masters-WM im italienischen Riccione stattfinden. Bisher sollte sie vom 28. August bis zum 9. September über die Bühne gehen. Allerdings besteht mit der IAAF die Vereinbarung, dass es während Olympischer Spiele oder Weltmeisterschaften keine "Konkurrenzveranstaltung" geben darf. Weil aber die IAAF-WM im japanischen Osaka vom 25. August bis 02. September 2007 festgelegt ist, wird die Masters-WM in Italien folgerichtig um mindestens fünf Tage in den September verschoben. Das genaue Datum steht allerdings noch nicht fest. Eine Vorverlegung dürfte jedoch nicht in Frage kommen, weil an der Adriaküste während der Hochsaison im August keine Hotelkapazitäten für die erwarteten 14000 Masters-Athleten und Begleiter vorhanden sind
Am Wochenende hat EVAA-Präsident Dieter Massin auch "erneut darauf verwiesen, dass sich der Termin der Senioren-EM 2008 in Ljubljana geändert hat". Da die Olympischen Spiele am 8. August 2008 in Peking beginnen, findet die EM nicht, wie bisher geplant, etwa zeitgleich statt sondern bereits vom 23. Juli bis zum 3. August.
Gleichzeitig sucht die EVAA mit einem öffentlichen Aufruf noch "Bewerber für die Stadion-Meisterschaften 2010 und die Hallen-/Straßenmeisterschaften 2009". Dabei deutet die von den Offiziellen gewählte Formulierung "Hallen-/Straßenmeisterschaften" darauf hin, dass es künftig in Europa keine eigene Straßenlauf-EM mehr geben wird. Sie dürfte statt dessen in die jeweilige Hallen-EM integriert werden. Für 2007 sind allerdings noch selbständige Europameisterschaften im Straßenlauf vorgesehen, die in den Regensburg-Marathon integriert werden. Die Hallen-EM findet zwei Monate zuvor in Helsinki statt. Die EM 2009 und 2010 sollen möglichst bereits auf der EVAA-Generalversammlung im kommenden Juli in Posen vergeben werden. (25.09.05)
Hochspringer Thomas Zacharias (*1947, USC Mainz) ist wieder da, und er hat nichts verlernt. Beim Abendsportfest in Pfungstadt überquerte er jetzt 1,73m und blieb damit nur einen Zentimeter unter dem deutschen M55-Rekord. Vor einigen Jahren hatte der Masterssportler in einem offenen Brief seinen Rückzug aus der Leichtathletik verkündet. Die Seniorenleichtathletik sei nicht seine Sache, erklärte er damals. Das hat sich offenbar und zur Freude der Athleten inzwischen geändert.
Bernd Bächle ( LT Freigericht) setzte sich über 1000m an die Spitze der deutschen M50-Bestenliste in 2:40,87min. (23.09.2005)
Der Berlin-Marathon, jährlicher Höhepunkt der deutschen Laufszene, steht am Sonntag auf der Agenda. Schon am Vorabend gehen die Skater auf die Strecke. Was allgemein wenig bekannt ist: Mit 8098 Inline-Skatern sind wir weltweit mit Abstand die Nummer 1 der Marathon-Skate-Rennen, sagte Alexander Uphues, verantwortlich beim Veranstalter scc-running für den Bereich Skating. Die Skater sind übrigens schon am Samstagabend auf der Strecke.
Insgeamt gehen am kommenden Wochenende so viele Sportler wie noch nie auf die 42,195 Kilometer lange Strecke. Alle können übrigens auf ideale äußere Bedingungen hoffen; gutes Läuferwetter ist angesagt. Allein rund 40.000 Läuferinnen und Läufern starten beim 32. Berlin-Marathon am Sonntagmorgen Unter den Linden.
Für die Zukunft planen die Organisatoren noch mehr. "Eigentlich hätten wir das mit den "Big Five" schon vor Jahren machen sollen", meint Horst Milde, Organisationschef und Initiator des Berlin-Marathons. Schließlich hätten die großen Marathon-Veranstalter sich schon lange gegenseitig beobachtet, dabei das eine oder andere kopiert und immer wieder festgestellt, dass die Konkurrenz die gleichen Probleme hat. Milde spricht von den fünf großen Marathons: Boston, New York, Chicago, London und eben Berlin. Vor ein paar Tagen haben Milde und seine Amtskollegen die "Big Five" offiziell ins Leben gerufen, obwohl es die Idee dazu schon länger gab. Im nächsten, spätestens aber im übernächsten Jahr treten die fünf wichtigsten Marathonläufe dann als eine Rennserie auf.
"Mit den anderen vier Läufen können wir künftig aber zum Beispiel stärker beim Internationalen Leichtathletik Verband auftreten", erklärt Horst Milde. Nicht, dass sie sich gegen die IAAF stellen wollten. Aber als "Big Five" könnten sie eventuell auch über Termine und Qualifikationsnormen mitentscheiden.
Da sei zum Beispiel die Sache mit dem Boston-Marathon, dem Klassiker unter den Cityläufen, der bereits 1897 zum ersten Mal ausgerichtet wurde. Weil das Streckenprofil des Bostoner Laufes praktisch nur bergab geht, werden die dort gelaufenen Zeiten vom Weltverband nicht anerkannt. Die "Big Five" wollen nun erreichen, dass dennoch auch die schnellsten fünfzehn Teilnehmer des Bostoner Laufes automatisch qualifiziert sind für die Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele des jeweiligen Jahres. Hier würde Boston von der Fünferkooperation profitieren.
Beim Thema Geld hieße der Gewinner der Kooperation Berlin, denn bei den Preisgeldern konnten die Veranstalter in der deutschen Hauptstadt nie mit der angelsächsischen Konkurrenz mithalten. Im letzten Jahr etwa zahlte London den Stars der Marathonszene zwei Millionen Dollar. Chicago kam auf 1,5 Millionen, New York und Boston immerhin noch auf rund eine Million Dollar.
Berlin ist beim Etat für die Stars das Schlusslicht: 700.000 Euro hatte der Veranstalter im vergangenen Jahr zur Verfügung. Anders gesagt: Während der jeweilige Sieger in Berlin 30.000 Dollar kassiert, reist die Nummer Eins aus Chicago mit 100.000 Dollar ab.
Hoffnung auf mehr Stars an der Spree zieht Milde jetzt aus der geplanten "Big Five"-Gesamtwertung. Ähnlich wie im Golfsport soll es künftig neben den Siegprämien für die einzelnen Veranstaltungen einen Jackpot für die Besten der Gesamtserie geben. Milde ist sich sicher, dass viele Topstars es sich dann überlegen würden, ob sie Berlin oder einen der anderen Läufe auslassen oder nicht. Die Stars wiederum locken Sponsoren und die Medien.
Doch nur aufs Geld haben die Berliner Organisatoren ohnehin nie gesetzt. Ihr größtes Kapital war stets die Strecke. Die gilt in der Szene als einzigartig eben und damit rekordverdächtig. Wegen des Streckenprofils kamen Spitzenläufer auch in der Vergangenheit für vergleichsweise wenig Geld nach Berlin. Etwa der Kenianer Paul Tergat. Der lief vor zwei Jahren Weltrekord in Berlin, steigerte so seinen Marktwert enorm und verdient bei den "reichen" Marathons nun viel mehr als zuvor.
Und dann sei da noch das Berliner Publikum, so Milde. Da habe er ja den Vergleich: Die Begeisterung an der Strecke sei absolute Weltspitze. Das würden ihm auch seine Kollegen aus den vier anderen Städten immer wieder bestätigen.
Wer diese Stimmung und die Leistungen der Spitzenathleten und der Freizeitläufer miterleben möchte, kann das entweder entlang der Strecke tun - oder live im Fernsehen: am 25. September von 8.30 11.30 Uhr in der ARD und von 11.30 14.00 Uhr im rbb Fernsehen. Ab 0.50 zeigt RBB in der Nacht zum Montag eine 5-stündige Zusammenfassung des 32. Berlin-Marathons.
Noch ein Tipp: Auch in diesem Jahr werden die jeweiligen Laufstrecken sowie der Start- und der Zielbereich mit Haltverboten versehen. Dort verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge werden in jedem Fall und in der Nacht zum Sonntag auch schon "nachts beginnend", so die Polizei, kostenpflichtig abgeschleppt. Jeder Abschleppvorgang kostet den Verantwortlichen 206,- €. Tipps, dem vor allem am Samstag erwarteten Verkehrschaos zu entgehen, veröffentlichte inzwischen der Berliner Tagesspiegel... (Quelle: Andreas Ulrich, rbb, 23.09.05)
Die Deutschen laufen gerne und viel Marathon, aber nicht schnell genug. Deshalb hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in diesem Jahr auch keinen Läufer nach Helsinki zur Weltmeisterschaft geschickt. Der Verband hatte Angst vor der Medienhäme, wenn einer hinterherläuft. Vier Jahre vor der WM im eigenen Land haben wir keine lokalen Helden mehr, sagt Horst Milde, der ehemalige Renndirektor des Berlin-Marathons und Sprecher der Straßenlaufvereinigung German Road Races. In der Krise der deutschen Langlaufszene hat Milde ein besonderes Ärgernis ausgemacht: die deutsche Marathon-Meisterschaft. Sie werde immer provinzieller.
Die deutsche Meisterschaft fand schon dreimal in Berlin statt und auch schon dreimal in Hamburg. In diesem Jahr wurden die Deutschen Meister in Regensburg ermittelt. Zur Veranstaltung kam nicht einmal ein Vertreter des DLV-Präsidiums. Die Leistungen und die Popularität der Meisterschaft wären doch viel höher, wenn sie im Rahmen eines großen Marathons stattfinden würde, sagt Milde. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Denn der DLV hat einen umfangreichen Vertrag mit Nike geschlossen, der dem Sportartikelhersteller zusagt, bei allen deutschen Meisterschaften exklusiver Sponsor zu sein. Nun haben die großen Marathons jedoch andere Ausrüster, Berlin etwa Adidas oder Hamburg Asics, und alle müssen ihre Verträge einhalten.
Frank Lebert, der sich bei Nike um die Leichtathletik kümmert, sagt: Die Befürchtungen der Berliner sind legitim. Eine Meisterschaft als Dorffest liegt auch nicht in unserem Interesse. Gemeinsam mit dem DLV wolle Nike daher im nächsten Jahr die Meisterschaft in einen größeren Lauf integrieren. Die größten deutschen Marathons haben zurzeit alle andere Ausrüster als Nike.
Der Hamburger Renndirektor Wolfram Götz sieht allerdings auch Vorteile für eine Meisterschaft bei einer mittelgroßen Veranstaltung. Wenn die Regensburger die Meisterschaft haben, machen 500 bis 1000 Läufer zusätzlich mit, bei uns dagegen nicht. Auch die Qualität der Veranstaltung würde in einer Metropole nicht automatisch steigen. In Hamburg würde eine deutsche Meisterschaft in den Medien untergehen, glaubt Götz. Und ob die besten deutschen Läufer starten, hänge manchmal einfach vom Antrittsgeld ab. (Quelle: Friedhard Teuffel in www.tagesspiegel.de, 23.09.05)
Zwei Wochen nach den XVI. Senioren-Weltmeisterschaften in San Sebastian (Spanien) präsentiert der DLV eine Liste mit den Ergebnissen aller deutschen Athletinnen und Athleten, die DLV-Teamchefin Heidi Pratsch aus den offiziellen Ergebnisse zusammengestellt hat. Die nach Altersklasse und Disziplinen gegliederte Zusammenstellung basiert auf den offiziellen Ergebnislisten. Weil diese nicht immer stimmen, bittet der DLV um Mitteilung, wenn im Einzelfall solche Fehler auffallen. Sollte auch die jetzt vorgelegte Datei Unkorrektheiten enthalten, "so bitten wir, diese an den DLV weiterzuleiten, so dass diese verbessert und die Korrektheit der Ergebnisse gewährleistet werden kann", sagte am Dienstag Meike Hübler vom DLV..
Ergebnisse Männer (pdf)
Ergebnisse Frauen (pdf)
(Quelle: leichtathletik.de; 21.09.05)
DLV-Vizepräsidentin Dagmar Freitag ist am Sonntag erneut in den Bundestag gewählt worden. Die SPD-Sportpolitikerin gewann den Bundestagswahlkreis "Märkischer Kreis II" um das sauerländische Iserlohn direkt mit 47,5 %. (18.09.05)
In diesem Jahr waren die Senioren ab 50 im Sport- und Freizeitpark Falkenstein, Kreisverband Vogtland, mit ihrem traditionellen Länderkampf zu Gast. Die teilnehmenden Länder waren Sachsen, Bayern, Thüringen, Württemberg, und, statt der ("aus terminlichen Gründen") nicht teilnehmenden Schweiz, die Hessen. Und die Hessen hatten auch gleich einen ausgezeichneten Start bei dieser traditionsreichen Veranstaltung; sie belegten mit nur 10 Punkten Rückstand hinter den mit 530 Zählern siegenden Bayern den zweiten Platz, unsere Sachsen kamen mit 425 Punkten auf Rang drei.
Es war recht kalt im Vogtland. Während des 5000-m-Laufes der Männer hagelte es sogar! Die Organisation seitens des Veranstalters LVS, und des Ausrichters, Kreisverband Vogtland, war sehr gut. In den Wochen vor dem Wettkampf war auch diesmal wieder die Organisation der Frauen- und Männermannschaft sehr aufwändig. Aber das sind wir ja gewöhnt. Die Ursachen dafür sind meist verletzungsbedingte Absagen. So waren auch in diesem Jahr bei einigen Disziplinen nicht immer die Aktiven am Start, die die jeweilige Bestenliste anführen.
Die Teilnahme an mehreren Wettkämpfen ist für alle Athleten selbstverständlich, auch wenn man von einer Disziplin zur anderen rennen muss, oder, wenn ein Wettkämpfer an einer Disziplin teilnimmt, bei der er noch nie gestartet ist. Wie z.B. Langstrecklerin Liane Muschler aus Leipzig. Die meisten Punkte für Sachsen gab es bei den Disziplinen W 50 3000 m, W 60 Kugel und Diskus und M 60 Kugel durch Liane Muschler, Karin Illgen, Bernd Rosemeier und Hartmut Behrend.
Die sächsische Frauenmannschaft erkämpfte 219 und die Männermannschaft 206 Punkte. Die Siegerehrung erfolgte am Abend bei einem gemütlichem Beisammensein. Leider waren hier die Sachsen schwach vertreten das liegt sicher am nicht so langen Reisewegen. (Quelle: www.lvs-sachsen.de, 18.09.05)
Der Marathon-Herbst könnte einmal mehr ein stürmischer werden. Drei der fünf Big Five-Marathonrennen stehen auf dem Programm: Den Beginn macht traditionell der Berlin-Marathon am 25. September. Zwei Wochen später wird der Chicago-Marathon am 9. Oktober gestartet, und am 6. November findet der New York City-Marathon statt. Über 120.000 Läufer werden bei diesen drei Klassikern an den Start gehen, darunter natürlich die Topstars des Marathons.
Mit der Rekordzahl von 40.000 Läufern, Walkern, Rollstuhlfahrern und Handbikern etabliert sich der Berlin-Marathon als viertgrößtes Rennen seiner Art weltweit hinter New York, London und Chicago. Spitzensportlich wird das Interesse stark auf eine Person gerichtet sein. Japan Olympiasiegerin Mizuki Noguchi wird in Berlin ihr erstes Rennen über die klassische Distanz seit ihrem Triumph von Athen vor gut einem Jahr laufen. Es ist vier Jahre her, als der Berlin-Marathon zum ersten Mal eine "amtierende" Olympiasiegerin am Start hatte. Damals war es die Japanerin Naoki Takahashi, die in Sydney 2000 gewonnen hatte und dann in Berlin als erste Frau die 2:20-Stunden-Barriere durchbrach (2:19:46).
In den letzten fünf Jahren kam die Berlin-Siegerin übrigens immer aus Japan. 2005 spricht alles dafür, dass Mizuki Noguchi diese Serie fortsetzt. Die 27-Jährige möchte ihre persönliche Bestzeit von 2:21:18 Stunden, die sie vor zwei Jahren in Osaka gelaufen ist, deutlich unterbieten. Sie kann die dritte Frau werden kann, die in Berlin die 2:20-Stunden-Barriere durchbricht. Im vergangenen Jahr hatte Japans Yoko Shibui den Streckenrekord auf 2:19:41 Stunden verbessert und dabei den Asien-Rekord der Chinesin Yingjie Sun (2:19:39) um nur zwei Sekunden verpasst. Diese Zeit sollte für Mizuki Noguchi auf jeden Fall möglich sein.
Auch die beste deutsche Marathonläuferin rennt den Berlin-Marathon: Luminita Zaituc.(*1969, LG Braunschweig) Ihr Ziel ist ebenfalls eine neue Bestzeit, und auch sie müsste in der Lage sein, ihre bisherige Leistung von 2:26:01 Stunden deutlich zu unterbieten. Hinter Olympiasiegerin Mizuki Noguchi ist alles möglich. Ich freue mich, den Marathon In Berlin zu laufen. Es ist eine große Chance für mich, sagt Luminita Zaituc.
Bei den Männern haben die Kenianer zuletzt sechsmal in Folge in Berlin gewonnen. Auch in diesem Jahr stellen sie die Favoriten, darunter zwei Läufer, die den Berlin-Marathon bereits gewonnen haben: Joseph Ngolepus siegte 2001, Raymond Kipkoech ein Jahr darauf. Mit der schnellsten Bestzeit reist Michael Rotich nach Berlin. Der erst 22-jährige Kenianer gewann 2003 den Paris-Marathon mit der Kursrekordzeit von 2:06:33 Stunden. Mindestens drei weitere Kenianer haben enormes Potenzial: Jackson Koech lief sein Marathon-Debüt als Zweiter in Rotterdam in diesem Frühjahr in 2:08:02. Philip Manyim war Zweiter in Rom in 2:08:07. Und Peter Chebet war beim Chicago-Marathon 2003 bereits Vierter mit 2:08:43.
Beim wieder einmal hochklassigenChicago-Marathon werden unter 40.000 Läufern beide Vorjahressieger am Start sein. Zweimal ist Evans Rutto bisher bei diesem Rennen an den Start gegangen, beide Male hat er gewonnen. Der Kenianer, der zum KIMbia-Team von Dieter Hogen gehört, könnte nun den Hattrick schaffen. Ich hoffe, dass ich meine Siegserie fortsetzen kann, sagte Evans Rutto, der übrigens drei seiner bisher vier Marathonrennen gewonnen hat und dabei nie langsamer als 2:06:18 Stunden war.
Bei den Frauen startet die Vorjahressiegerin Constantina Tomescu-Dita am Lake Michigan. Für die Rumänin wird die Titelverteidigung ein hartes Stück Arbeit, denn sie lief Anfang August noch in Helsinki den Weltmeisterschafts-Marathon. In einem schweren Rennen gewann sie dabei die Bronzemedaille.
Das Marathon-Spektakel schlechthin findet jedes Jahr in New York statt. Im vergangenen Jahr löste der New York City-Marathon sogar den Boston-Marathon als größtes Marathonrennen aller Zeiten ab. In Boston hatten 1996 beim 100. Jubiläum 35.868 Läufer das Ziel erreicht, in New York waren es acht Jahre später 36.562. Und wiederum ist mit einer ähnlich hohen Zahl zu rechnen, denn 52.000 Anmeldungen wurden in New York angenommen. (Quelle: SCC-News, 18.09.05)
Die Leichtathletikabteilung im "Fußball-und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat eine offizielle Erklärung zum Rücktritt von Anton "Toni" Budde abgegeben. Sie lautet:
"Anton Budde, Vizepräsident Leichtathletik und Vorsitzender des Verbands-Leichtathletik-Ausschusses im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen, ist aus beruflichen und persönlichen Gründen von seinen Ämtern mit Wirkung vom 1. September 2005 zurückgetreten.
Ferner hat Herr Budde alle Ämter beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verband sowie beim Deutschen Leichtathletik-Verband niedergelegt. Bezüglich des Rücktritts beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) verweisen wir auf die beiliegende Presseerklärung (pdf) des DLV.
Am 10. September 2005 haben der Beirat und das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen Hans G. Schulz, den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands-Leichtathletik-Ausschusses und Mitglied des Präsidiums, kommissarisch bis zum nächsten ordentlichen Verbandstag 2007 Vizepräsidenten Leichtathletik sowie zum Vorsitzenden des Verbands-Leichtathletik-Ausschusses berufen." (12.09.05)
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat anlässlich eines Informationsgespräches mit DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop die Geschäftsstelle des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt besucht. Im Mittelpunkt des einstündigen Gesprächs standen die Themen Vereinsrecht sowie der Bericht der Rechtskommission des Sports gegen Doping.
Wir sind dankbar, dass die Übungsleiterpauschale derzeit bei 1800 Euro liegt. Hier darf es keine Kürzungen geben, forderte Dr. Clemens Prokop. Dringend erforderlich sei aus seiner Sicht eine Reform des Vereinsrechtes, denn dies wurde seit 1900 so gut wie nicht mehr verändert. Unter anderem sollte das Vereinsrecht zwischen großen Vereinen mit wirtschaftlicher Bedeutung und kleinen Vereinen differenzieren. Außerdem sollte die Haftung der ehrenamtlichen Vorstände von kleineren Vereinen auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt werden.
Laut Aussage der Bundesjustizministerin sei derzeit eine Novellierung des Vereinsrechts in Vorbereitung. Mit konkreten Ergebnissen könne man allerdings nicht vor dem Frühjahr 2006 rechnen. Vereine müssen sich wirtschaftlich stärker betätigen können. Es wird zwar schwierig, die steuerliche Freistellungsgrenze von 38.000 Euro zu erhöhen, doch es ist unser Ziel, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Vereine deutlich zu verbessern, sagte Brigitte Zypries.
Zum Kampf gegen Doping verdeutlichte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, dass eine staatliche Unterstützung unerlässlich sei. Wir benötigen zwar nicht unbedingt ein eigenes Anti-Doping-Gesetz, jedoch wäre eine Ergänzung staatlicher Vorschriften notwendig.
Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Doping sei es zum Beispiel, den Besitz von anabolen Steroiden unter Strafe zu stellen. Erreicht werden könnte dies durch eine Ergänzung des Betäubungsmittel- bzw. Arzneimittelgesetzes. Ein Verbot, das der Staat ausspricht, hat mehr Gewicht als ein Verbot eines Sportverbandes und verbessert die Aufklärungsmöglichkeiten, betonte Dr. Clemens Prokop.
Unerlässlich sei auch eine Kennzeichnungspflicht für dopingrelevante Arzneimittel. Außerdem müsse der Versandhandel für dopingrelevante Arzneimittel drastisch eingeschränkt werden. Ferner sollte in Deutschland analog zum Internationalen Schiedsgericht CAS ein Nationales Schiedsgericht für den Sport eingeführt werden.
Dr. Clemens Prokops Anregung, den Besitz bestimmter Dopingmitteln unter Strafe zu stellen, bezeichnete die Bundesjustizministerin als einen diskussionswürdigen Vorschlag. Insgesamt beurteilte Brigitte Zypries das Gespräch als sehr konstruktiv. Der Dialog zwischen Sport und Politik ist von großer Bedeutung. Es ist immer wichtig, über die Probleme zu reden und einen gemeinsamen Lösungsansatz zu finden. (13.09.05)
Der für den TSV Zehla-Mehlis startende Mittelstrecken- und Hindernisläufer Steffen Meyer (*1966) ist der 100.000 Besucher auf unserer Webseite. Der verheiratete Vater von zwei Mädchen kommi aus dem thüringischen Suhl, unweit der Wintersporthochburg Oberhof und war bis zum 18. Lebnensjahr engagierter Mittelstrecken- und Hindernisläufer. Nachdem der Sport dann zunächst nur noch Nebensache war, ist er vor vier Jahren wieder mit dem Laufen angefangen. Meier: "Schnell hat mich der alte Ehrgeiz gepackt." Seit 2002 bestreitet der Maschinenbaukonstrukteur wieder Wettkämpfe, zunächst nur in Thüringen, inzwischen auch national und international und zwar durchaus mit beachtlichem Erfolg. Am letzten. Tag der XVI. Masters-WM in Spanien gewann er über 3000m Hindernis Silber der M35. Wir haben uns dem Steffen Meier für ein Abendessen in Linz verabredet - im nächsten März bei der 2. Hallen-WM. Allerdings: "Leider habe ich immer wieder mit meiner Achillessehne Probleme und muß, seit ich aus Spanien zurück bin, auf Lauftraining verzichten. Das kann sich auch noch einige Wochen so hinziehen. Aber wenn es in Linz nicht klappt, dann bestimmt in Posen.!" meint Steffen Meier. (13.09.05)
DLV-Mediendirektor Peter Schmitt hat am Sonntagabend den von www.masters-sport gemeldeten Rücktritt des bisherigen DLV-Vize Anton ("Toni") Budde bestätigt. Er kündigte an, der DLV werde zu der Personalie am heutigen Montag eine offizielle Erklärung abgeben. "Heute mussten erst die Gremien informiert werden." (12.09.05)
Entgegen früherer Erklärungen ist DLV-Vize Anton ("Toni") Budde Ende vergangener Woche doch als Vizepräsident des Deutschen Leichtathletikverbandes zurückgetreten. Eine offizielle Bestätigung liegt allerdings noch nicht vor. Budde selbst war nicht zu erreichen.
Anton Budde war erst im April und nur knapp vom DLV-Verbandstag in Kevelaer in sein DLV-Amt gewählt worden. Vor zwei Wochen hatte er dann überraschend seine Ämter im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen und im Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband zur Verfügung gestellt. Ob gesundheitliche oder sonstige Gründe für die Schritte Buddes ausschlaggebend sind, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. Entgegen seiner Ankündigung erschien der Paderborner Realschulrektor aber weder bei der DAMM am Samstag in Ahlen noch heute bei der deutschen 10km-Meisterschaft in Otterndorf. (11.09.05)
Bei der 34. DAMM-Endrunde wurde am Spätnachmittag für zehn Frauen aus Weißwasser, Niesky und Görlitz ein Traum wahr. Mit einem überlegenen Sieg über 4 x 100 Meter vergrößerten sie einen minimalen Fünf-Punktevorsprung zu einem sicheren Sieg nach acht Einzeldisziplinen. Am Ende gewannen die LG-Neiße Frauen mit 8 557 Punkten vor Bayer Leverkusen (8 474) und der LG Landkreis Aschaffenburg (7 731). Die Frauen der LG Neiße sorgten damit am Sonnabend im westfälischen Ahlen für den größten Mannschaftserfolg seit Bestehen der Leichtathletikgemeinschaft Neiße. Seit 1999 sind die Leichtathletikseniorinnen aus Ostsachsen bei der Endrunde der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) immer auf den Plätzen zwei und drei erfolgreich dabei gewesen. Niemals aber kam der Gedanke auf, dass man auch einmal den umfangreichen Mannschaftsvergleich als Sieger beenden könnte. Zu überlegen waren die Frauen aus Leverkusen die elfmal hintereinander souverän gewannen und zahlreiche ehemalige Spitzenathletinnen in den Reihen ihrer Mannschaft hatten.
So erlebte unsere Mannschaft den aufregenden Wettkampf:
Speerwurf: In der ersten Einzelentscheidung brachten Christina Amboß (38,69 m) und Cornelia Walter (31,45 m) vom LSV Niesky unsere Mannschaft in Führung und holten zu den Leverkusenern bereits 100 Punkte Vorsprung.
Hochsprung: Die erwartete Spitzenleistung durch Birgit Kählert, die noch immer zu den Besten im deutschen Frauenhochsprung (BL 1,90 m) gehört, kostete zwischenzeitlich die Führung. Aber Jana Riedel (1,50 m) und Steffi Wagner (1,40 m) lagen im erwarteten Leistungsbereich. Pech für Jana Riedel, die den Flug von London nicht gescheut hatte, dass die bereits sicher übersprungene Kreisrekordhöhe von 1,55 m noch mit den Waden mitgenommen wurde.
100 Meter: Hochfavorisiert gewannen die LG Neiße-Starterinnen alle drei Läufe: Simone Noack in 13,02 Sekunden, Silvia Klimpfinger (beide Weißwasser) in 12,58 Sekunden und Jana Weise (Görlitz) in 14,66 Sekunden. Damit war der Rückstand von 111 Punkten in ein Plus von 34 Punkten umgewandelt.
Kugelstoßen: Christina Amboß (11,66 m) und Silvia Schmidt (9,85 m) erreichten zwar nicht das gewohnte Leistungsziel, konnten aber den Vorsprung noch ausbauen.
800 Meter: Unsere Deutsche Meisterin Simone Noack musste den Lauf vom Start weg allein an der Spitze gestalten und gewann mit großem Vorsprung in 2:19,38 Min. Dahinter brachte auch Jana Riedel (2:35,36 Min.) eine unerwartet hohe Punktzahl in die Wertung, so dass der Vorsprung wieder auf 102 Punkte angewachsen war.
Weitsprung: Bereits im ersten Durchgang konnten Silvia Klimpfinger (5,17 m) und Sigrid Böse (5,07 m) beruhigt aufatmen. In einer Zitterdisziplin war ein Superergebnis bereits gesichert und am Ende der Vorsprung auf 127 Zähler angewachsen.
Diskuswurf: Hier zeigten die Nieskyer Damen plötzlich Nerven, weil ein erstmaliger Sieg möglich schien. Nachdem Anke Kalbaß mit 29,92 m eine normale Weite erzielt hatte, strapazierte Christina Amboß die Nerven aller Mannschaftskolleginnen aufs äußerste. Erst im allerletzten Wurf gelang ihr ein gültiger Versuch, der mit 34,56 Metern gerade noch einen Fünf-Punktevorsprung rettete.
4 x 100 Meter: Dass die LG Neiße mit dem Doppelsieg im Einzelrennen haushoher Favorit war, konnte kein Garant dafür sein, dass der mit drei risikoreichen Wechseln versehene Mannschaftslauf auch erfolgreich enden würde. Mit Zitterwechselabläufen aber überlegener Laufleistung schickten Jana Riedel, Silvia Klimpfinger und Sigrid Böse die Schlussläuferinnen Simone Noack mit Vorsprung auf das letzte Teilstück und damit stand fest: Die LG Neiße ist Deutscher Mannschaftsmeister in der Frauenklasse W30/35. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Leichtathletikabteilungen des LV Neißekreis erntete den bisher größten Triumph! (Quelle: Gerd Scholz in sz-online, 12.09.05)
Einen Saisonabschluss nach Maß feierten die Leichtathletik-Oldies des Pulheimer SC bei den Deutschen Altersklassen-Mannschafts-Meisterschaften (DAMM) in Ahlen. Allein die Tatsache, sich in vier Altersklassen (W 40, M 40, M 50 und M 60) zu qualifizieren, ist einmalig im Deutschen Seniorensport. Aber damit allein gaben sich die Teams um den Seniorenchef Horst Bödeker nicht zufrieden.
Am erfolgreichsten war dabei die M 50-Mannschaft, die sich überlegen mit 8713 Punkten den Meistertitel holte. Ulrich Dübbert über 800 m (2:14,64 Minuten) und 3000 m (10:27,60), Joachim Pahl im Kugelstoßen (13,53 m) und Diskuswurf (45,82) und auch Jacov Fridman im Hochsprung (1,74) zählten hier zu den Aktivposten. Alfred Hermes, der in seinem letzten Jahr in dieser Altersklasse über die 3000 m (10:29,34) glänzte, freute sich doppelt, war es doch bereits sein dritter Mannschaftstitel mit dem Pulheimer SC.
Die 40er Männer als Titelverteidiger mussten sich nach hartem Kampf mit 9374 Punkten dem TV Bürstadt (9349) geschlagen geben. Aber auch die Vizemeisterschaft vor der LAC Quelle Fürth (8981) wurde ausgiebig gefeiert. Olaf Többen im Kugelstoßen (13,17) und Diskuswurf (49,71), Karl-Heinz Bartsch über 800 m (2:05,12), Ralf Schwarzbach über 100 m (11,78 Sekunden) sowie in der 4 x 100 m-Staffel gemeinsam mit Jörg Sicora, Uwe van Egdom und Uli Dirking (46,36) gehörten hier zu den besten Punktelieferanten.
Einen großartigen Erfolg verbuchte die 40er Frauen, die sich bei ihrem ersten Auftritt bei Deutschen Meisterschaften auf Anhieb mit 5650 Punkten den dritten Platz sicherten und damit das sieggewohnte Team vom TSV Bayer 04 Leverkusen hinter sich ließen. Hier überragten Daniela Wüst über 800 m (2:29,42), Birgit Falkenhagen über 100 m (13,72) und im Weitsprung (4,71) sowie Claudia Pahl im Diskuswurf (33,19). (Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 12.09.2005)
Eigentlich wollte Alfred Engfer das 40-jährige Jubiläum als Übungsleiter erleben. Nun aber hat sich der 68-Jährige doch zwei Jahre früher zurückgezogen. Bei seinem Caputher SV gab er den Staffelstab an einen seiner einstigen Schüler und Inhaber eines Reisebüros, Bernd Thurley, sowie Sportstudentin Michaela Klothen weiter. "Hier sind so einige Dinge vorgefallen, die mir die Freude an meiner ehrenamtlichen Tätigkeit genommen haben", sagt der gelernte Chemiker, der 1968 durch die Arbeit im Gummiwerk von Magdeburg an der Elbe nach Caputh an der Havel gekommen war.
Staub aufwirbeln wolle Alfred Engfer nicht, denn die Dinge, die ihn ärgerten, sind längst gelaufen. Das aus seiner Sicht bedauerlichste Fazit ist, dass durch den Umbau des Sportplatzes an der Schule die Bedingungen für seine geliebte Leichtathletik schlechter geworden sind. "Jetzt haben die Hobby-Fußballer zwar einen tollen Bolzplatz, doch Leichtathleten können keine für den Mehrkampf wichtige Wurfdisziplin mehr ausüben", bedauert Engfer. Auch die Weitsprunggrube sei kaum mehr in einem ordentlichen Zustand zu halten. Ganz zu schweigen von der Aschenbahn, die bei der Modernisierung ausgespart blieb. Alfred Engfer hatte sich wie immer auch vor dem Umbau jenes Platzes an der Friedrich-Ebert-Straße engagiert, sogar eigene Projektskizzen eingereicht. Doch seine Bemühungen fanden keine Berücksichtigung.
Nun also soll Schluss sein. Doch wer Alfred Engfer kennt, mag dem nicht so recht Glauben schenken. Zulange hing sein Herz an der Leichtathletik und den mittlerweile Hunderten junger Menschen, die bei ihm gelernt haben. Wenn er also von einst erzählt, ist dennoch klar, dass die Engfer-Zukunft weiter mit dem Sport verbunden bleibt.
"Den Wechsel nach Caputh hatte mir 1968 auch das Versprechen erleichtert, eine Wohnung zu bekommen. Das war seinerzeit ein Zugmittel", erinnert sich Alfred Engfer, der sich zuvor in Magdeburg bereits elf Jahre um leichtathletischen Nachwuchs gekümmert hatte. Im Havel-Kurort baute er zusammen mit Jürgen Becker, Walter Bertram, Erich Richter und Achim Frede eine tolle Sektion auf. Frede war stellvertretender Schuldirektor, so dass die Nachwuchsarbeit auf einer guten Grundlage stand. Schon 1969 waren erste Erfolge bei der Kreisspartakiade zu verzeichnen. Engfer, der auch begeisterter Tischtennisspieler war, machte vor allem das Laufen in Caputh populär. Der Seenlauf, stets am Jahresanfang im Plan, ist längst eine Hausnummer weit über den zum Amt Schwielowsee gehörenden Ort hinaus und führte in diesem Jahr zum 13. Male Sportler und Prominenz aus Politik und Kultur zusammen.
Alfred Engfer lebt die Leichtathletik. Als Mittelstreckenläufer hat der zweifache Vater - Ehefrau Irmtraut ist im Verein als Gymnastin aktiv - und zweifache Opa keine Europameisterschaft der Senioren seit 1990 ausgelassen. Fünf internationale Medaillen liegen daheim in der Vitrine, zumeist über 800 m erlaufen. Auch wenn Engfer sagt, dass nun langsam Schluss sei, wird er ganz sicher weiter laufen und sich einmischen.
(Quelle: Märkische Allgemeine, 12.09.05)
Eine erfolgreiche Revanche ist am Samstag die M40-Mannschaft des TV Bürstadt gegenüber der nicht eingeplanten Vorjahresniederlage beim DAMM-Endkampf gelungen. Das Team besiegte im Ahlener Sportstadion Nord unerwartet deutlich den Rivalen Pulheimer SC, der im letzten Jahr gewonnen hatte. Schlüsseldisziplin war dabei der Hochsprung. Dort holten Roland Grätsch (*1965) und Christopher Kollmar (*1963) mit jeweils übersprungenen 1,65 m für die Bürstädter exakt 100 Punkte mehr als vor Jahresfrist. Am Schluss addierten sich 9349 Punkte auf dem Bürstadter und 9274 Punkte auf dem Pulheimer Tableau. Platz 3 ging an das Team von LAC Quelle Fürth/München/Würzburg, dass allein 180 Punkte in der Sprintstaffel einbüßte.
Keine Chance hatte der TSV Stelle, seinen im vergangenen Jahr gewonnenen W40-Titel zu verteidigen. Mit einer nicht gesunden Brigitte Heidrich (*1961) musste das Unternehmen Titelverteidigung scheitern. Heraus sprangen 716 Punkte weniger (=5354) und nur Platz 6. Es gewannen die erstmals in der W40 teilnehmenden Frauen der Sportfreunde Neukieritzsch 21 mit starken 5899 Punkte .
Platz 2 belegte in der W50 der Büdesldorfer TSV, der in den letzten Jahren einen Aderlass an Aktiven ohne gleichen zu verkraften hatte, aber den Inge Dech (*1953) vorbildlich zu Silber führte. Unangefochten gewann der TSV Zirndorf diese Altersklasse. Eine glänzend aufgelegte Ingrid Meier (*1947) sammelte die meisten Punkte.
Nicht anwesend waren in Ahlen übrigens die erwartete Prominenz: Weder DLV-Präsident Prokop noch sein bisheriger Vize Toni Budde noch prof. Dr. Werner Franke wurden gesehen. Aber der ehemalige DLV-Vize Rüdiger Nickel, der engagiert die Antidoping-Initiative von Guido Müller, Arno Hamaekers und Dieter Massin koordiniert, wurden in einer ganzen Reihe angeregter Gesprächen mit Senioren gesehen. Auch er hat sich sich offenbar in Ahlen wohl gefühlt.
Hier alle Ergebnisse aus Ahlen
An Einzelleistungen (Wind jeweils im zulässigen Rahmen) sind hervorzuheben
M40: Ralf Kunz (*1963, LG Schleswig-Fahrdorf) Hochsprung 1,90 m (AK-PB); Olaf Többen (*1962, Pulheimer SC) Diskus 49,71 m;
M45: Rainer Molitor (*1959, TV 1891 Bürstadt) 5000m in 17:55,50 min;
M50: Jörg Lorenz (*1955, LAC Quelle Fü/Mü/Wü) Hochsprung 1,65 m; Jakov Fridman (*1954, Pulheimer SC) Hochsprung 1,74 m; Johann Stein (*1951, LG Bielefeld) Kugel 13,54 m, Diskus 45,42 m und Joachim Pahl (*1954, Pulheimer SC) Kugel 13,53 m, Diskus 45,82 m;
M55:
M60: Klaus Gailus (*1944, LG Alsternord Hamburg) 100m 12,80 sec; Gerold Schmitt (*1941, LAC Quelle Fü/Mü/Wü) 100m in 13,12 sec; Ulrich Grönhardt (*1945, LAC Quelle Fü/Mü/Wü) 3000m in 10:42,62 min; Hans Peters (*1943, Polizei SV Hamburg) Weitsprung 5,07 m; Jost Müller (*1941, Polizei SV Hamburg) Kugel 14,12 m;
M65: Arno Hamaekers (*1940, LAG Obere Murg) 100m in 13,26 sec; Dieter Bartzsch (*1939, LAG Obere Murg) 13,36 sec; LAG Obere Murg 4 x 100m in 51,38 sec (Hamaekers, A *40 - Bartzsch, D *39 - Gasper, H *36 - Radke, J *37); Roland Heiler (*1938, LAG Obere Murg) Kugel 13,33 m und Diskus 48,47 m;
M75: Herbert E. Müller (*1929, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 3000m in 13:39,10 min
W40: Dagmar Galler (*1961, TSV Bayer 04 Leverkusen) Diskus 40,74 m; Carmen Grell (*1962, Sportfreunde Neukieritzsch 21) Kugel 12,30m, Diskus 35,01;
W45: Sigrid Böse (*1958, LG Neiße) Weitsprung 5,07 m; Claudia Pahl (*1957, Pulheimer SC) Diskus 33,19 m;
W50: Gisela Seifert, Gisela (*1955, USV Halle) 800m in 2:38,74 min; TSV Zirndorf 4 x 100m in 59,02 sec ( Lehner, K *55 - Meier, I *47 - Hundhammer, H *52 - Weniger, C *45); Inge Dech (*1953, Büdelsdorfer TSV) Weitsprung 4,78 m; Astrid Reinhold (*1955, Büdelsdorfer TSV) Kugel 11,73 m;
W55: Gertrud Heinrich (*1946, LG Landkreis Aschaffenburg) Diskus 36,71 m; Ingrid Meier (*1947, TSV Zirndorf) 100m in 13,82 sec;
W60: LG Nord-West Hamburg 4x100m in 61,20 sec (Herrndorf, G *42 - Gramse, G *45 - Stelling, U *41 - Breul, D *42); Dorit Breul (*1942, LG Nord-West Hamburg) Weitsprung 4,10 m; Hannelore Venn (*1942, TS Frechen) Weitsprung 3,83 m; Brigitte Franke-Berendonk (*1942, TSG 78 Heidelberg) Kugelstoß 10,07 m
W65: Gerti Reichert (*1938, TSG 78 Heidelberg) 100m in 15,20 sec; Rona Frederiks (*1940, OSC Berlin) 3000m in 12:27,80 min.
(12.09.05)
Mit starken Zeiten haben die Altersklassenstarter "Ü 60" die sportlich anspruchsvollsten Seniorenergebnisse beim diesjährigen Köln-Marathon abgeliefert, zu dem 11.500 aus 50 Nationen antraten. Roland Brandenburger (*1941, Marathonteam Ketsch) gewann die M60-Altersklasse beim 9. Köln-Marathon am Sonntag mit 2:55:31 h (ACHTUNG: HINWEIS) . Rita Heuel (*1942, LG Mützenich) kam nach 3:46:45h ins rechtsrheinisch gelegene Ziel. Beide Resultate liegen nach vorläufiger Auswertung unter den Top Drei der diesjährigen Bestenliste.
Frauengesamtsiegerin wurde Favoritin Claudia Dreher (*1971, Gänsefurther Sportbewegung), die den Köln-Marathon bereits 2002 und 2004 gewonnen hatte. "Das war hier mein schwerster, aber auch der schönste Sieg", sagte Dreher im TV-Interview, für die 2:31:36 Stunden gestoppt wurden. Richtig schwierig wurde es für die 34-Jährige aus Gänsefurth bei Magdeburg, als schon nach sieben Kilometern heftiger Regen einsetzte. Aber die Sub-Masterin hatte vorgesorgt: "Ich habe mir lange überlegt, welche Schuhe ich auswählen soll und mich dann für solche entschieden, die drunter den richtigen Gripp haben. Das war richtig." Auf rutschigem Belag konnte sich so die frühere deutsche Meisterin, die bis Kilometer 39 von Tempoläufern begleitet wurde, bei Kilometer 25 von ihren Konkurrentinnen aus Zimbabwe absetzen und den insgesamt siebten Marathon-Sieg ihrer Karriere perfekt machen, in der sie insgesamt 17 Marathons bestritten hat. "Angesichts der Wetterverhältnisse bin ich mit meiner Zeit absolut zufrieden", sagte Dreher im Ziel nach letzten Streckenpassagen über das Kopfsteinpflaster rund um den Kölner Dom. Bundestrainer Detlef Uhlemann hat vorgeschlagen, die in diesem Herbst erzielten Zeiten schon als Norm für die Leichtathletik-Europameisterschaften gelten zu lassen, die vom 6. bis 13. August 2006 in Göteborg stattfinden.
Bei den Männern machten die favorisierten Afrikaner den Sieg unter sich aus. Es gewann M35-Läufer Joseph Kadon (*1970) aus Kenia in 2:11:55 Stunden vor seinem Landsmann Peter Chenei (*1972, 2:12:44 h). Kardon wirkte nach dem Zieleinlauf deutlich erschöpfter als die überglückliche Claudia Dreher, die übrigens als Gesamtzehnte des Köln-Marathons einlief und sich ebenso wie Joseph Kadon als Siegprämie über einen Ford-Galaxy des Hauptsponsors freuen konnte.
Platz 6068 erlief sich Ex-Radprofi Marcel Wüst, vom WDR als "rasender Reporter" eingesetzt. Seine Herzfrequenz- und Pulswerte wurden drahtlos ins TV übermitteln. Nach flotter Halbmarathondurchgangszeit (1:44:43 h) musste Wüst seiner mangelnden Vorbereitung heftig Tribut zollen. Die Fernsehzuschauer wurden Zeugen wie er sich, von Krämpfen geplagt, übergeben musste. Aber Wüst hielt letztlich durch und überquerte nach 4:31:05h über die Ziellinie.
Keine Probleme werden von RTL-Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben berichtet. Sie kam als 48. ihrer Altersklasse W45 in mehr als ordentlichen 3:57:23 h ins Ziel und war damit nur unwesentlich langsamer als Ex-Profiboxer Sven Ottke, der in 3:43:29 h finishte und damit sein persönliches Ziel erreichte, seine Zeit aus dem Vorjahr (3:47:53 h) zu verbessern. (11.09.05)
Keine Überraschungen gab es auch aus Seniorensicht bei den Deutschen Meisterschaften im 10km Straßenlauf am Sonntag in Otterndorf. In der offenen Frauenklasse gewann die Favoritin Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig), die ein gleichmäßiges Rennen lief und den fünften Erfolg bei dieser Meisterschaft in Serie erstritt. Den deutschen Rekord (31:28 min) verpasste die 35-Jährige nur um 17 Sekunden.
Bei angenehmen 17 Grad, etwas Wind und bedeckter Witterung liefen auch die Senioren durchweg gute Zeiten, und die Favoriten setzten sich auch dort durch. Die stärkste Seniorenleistung lieferte einmal mehr Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) ab, dem man die Anstrengungen der WM in San Sebastian nicht anmerkte und der als schnellster Mastersläufer in 31:50 die M45 und mit seinen Mannschaftskollegen Hans Lang (*1960) und Georg Schuderer (*1957) auch Teamgold gewann.
Dramatisch war die M40-Mannschaftswertung. Hier setzten sich mit einer einzigen Sekunde Vorsprung in 1:40:16 h die Läufer der LG Wedel/Pinneberg (Jens Gauger *1965, Klaus Prieske *1964, Lutz Wolfram *1958) gegen die LG Bremen Nord (Torsten Naue, *1965, Jens-Uwe Krage *1965, Frank Mäusner *1965) in 1:40:17 h durch.
Bei den Seniorinnen lieferten W50-Läuferin Anne Fischer (*1955, ATS Cuxhaven) und in der W45 Waltraud Klostermann (*1960, SuS Schalke 96) in 38:10min die überzeugendsten Vorstellungen.
Seniorinnen W35
1.Jakobs, Marion SV. Schlau. Com Saar 05 36:07
2. Renz, Sylvia OSC Berlin 36:44
3. Martens,Vera TV WaldstraßeWiesbaden 37:41
Seniorinnen W40
1.Kuhlenkamp, Sylvia LG Nienburg 40:09
2. Welp, Angela LC Hansa Stuhr 41:02
3. Edler, Manuela OSC Berlin 41:03
Seniorinnen W45
1.Klostermann, Waltraud SuS Schalke 96 38:10
2.Dietz, Regina LG Dorsten 38:36
3.Grimm, Renate SC Roth 38:55
Seniorinnen W50
1.Fischer, Anne ATS Cuxhaven 38:57
2.Knobeloch, Edith TG Werste 40:49
3.Belau, Monika Harburger-Sport-Club 42:23
Seniorinnen W55
1.Muschler, Liane SC DhfK Leipzig 40:50
2.Schäffler, Roswitha LC Marathon Rheinfelden 42:40
3. Bezold, Hannelore LG Göttingen 44:41
Seniorinnen W60
1. Wolf, Barbara TG Viktoria Augsburg 44:38
2. Bauer,Leni LC Aichach 44:40
3. Schneider, Anita TV Waldstraße Wiesbaden 46:00
Seniorinnen W65
1. Schneider, Emmi LC Eschenburg 46:42
2. Bayer, Waltraud LG Bremen-Nord 47:19
Senioren M40
1. Werner, Michael LAV Bayer Uerdingen/Dom. 32:31
2. Hesselmann, Jürgen LG Hünxe 33:00
3. Gauger, Jens LG Wedel/Pinneberg 33:01
Senioren M45
1. Hopfner, Johann LLC Marathon Regensburg 31:50
2. Theofel, Jürgen FV Wallau 32:29
3. Strobl, Helmut SVO LA Germaringen 32:47
Senioren M50
1.Schüttler, Wilhelm TV Waldstraße Wiesbaden 33:49
2.Grabowsky, Klaus-Dieter SC Spelle-Venhaus 34:34
3.Graeber, Dr. Wilhelm LC Göttingen 35:01
Senioren M55
1.Urbschat, Klaus LAV Essen 34:59
2.Augustin, Klaus Triathlon-TEAM-Witten 35:11
3. Dormann, Manfred TV 1884 Bad Brückenau 35:24
Senioren M60
1.Ciszewski, Herbert DJK SC Altenrheine 37:16
2. Schäfer, Dietmar TV Waldstraße Wiesbaden 37:25
3.Arms, Peter TSV Lelm 38:16
Senioren M65
1.Backes, Horst SV Schlau. Com Saar 05 39:25
2.Bublitz, Manfred LG Weserbergland 39:37
3.Rücker, Heinrich TSG Bergedorf 40:43
Senioren M70
1.Schanné, Werner LG Wetzlar 39:56
2.Wehrmann, Wilhelm Post-SV Holzminden 46:02
3.Genennig, Heinz TSV Wanna 47:06
Senioren M75 und älter
1.D'Erbee, Leo Marathon Soest 49:19
2.Wittmeier, Helmut TVV Neu Wulmstorf 50:14
3. Radtke, Manfred LC Solbad Ravensberg 52:52
Zu Ende ist die Saison für Lidia Zentner (*1953, Gazelle Pforzheim/Königsbach), frischgebackene Doppel-Weltmeisterin über 5000m und 1500m. Schon bei ihrem 1500m-WM-Finale am 2. September im baskischen San Sebastian hatte sich die Seniorenläuferin "körperlich nicht so gut" gefühlt. Der Grund: Die Vorboten einer fiebrigen Virusinfektion, die dann drei Tage später nach ihrer Rückkehr nach Deutschland vollends aufbrach. Die notwendige Konsequenz war zunächst die Absage des Ländervergleichskampfes Baden/Elsass im elsässischen Lingolsheim, wo sie für den BLV über 3000m antreten sollte und "eine tolle Zeit" laufen wollte. Nach den 5000m-Zwischenzeiten von San Sebastian (3000m: 10:24min) lag sogar eine neue W50-Weltbestzeit im Bereich des Möglichen. Jetzt hat der baskische Virus einen Strich durch diese Pläne gemacht; die Badenerin will ihre Erkrankung gründlich auskurieren und hat deshalb die Sommersaison beendet. (11.09.05)
50 Senioren und 23 Seniorinnen der Altersklassen W35/M40 und älter nahmen am Samstag an den diesjährigen deutschen Seniorenmeisterschaften im Bahngehen teil, die im thüringischen Worbis im Eichsfeld stattfanden. Es war, so die Aktiven, eine tolle Veranstaltung bei bestem Sommerwetter. Sie bescheinigten dem traditionsreichen örtlichen Ausrichter SV Einheit 1875 Worbis eine einwandfreie Organisation und Durchführung der Meisterschaften.
Die besten Leistungen bei den Männern zeigten Sub-Master Steffen Borsch (*1973, LAC Dessau) in 21:10,4 und der immer stärker werdende Wiedereinsteiger Manfred Kreuz (*1965, LG Ahlen) mit 22:41,9 min, der Michael Schneider (*1965, SG Ronnenberg) in 22:591 min klar auf den zweiten Platz verwies. Dritter wurde doch bereits mit deutlichem Abstand in 24:02,4min Dick Gnauck (*1963, 1. LAC Dessau). Ansprechend war auch die M50-Zeit von 24:33,7 min durch Helmut Prieler (*1955, Niedereichbach). bei den Seniorinnen lieferte einmal mehr Babara Brandenburg (*1967, LG Osnabrück) in 23:57,5 min ein W35-Meisterstück ab. Alle DM-Resultate finden sich hier (pdf)... (11.09.05)
Der frisch gebackene Senioren-Weltmeister von San Sebastian Arno Küppers (13,16m, W: *2,2m) beschreitet keinen alltäglichen, aber einen zeitgemäßen Weg, einen neuen Sponsor zu finden. Über die Internetplattform ebay sucht er Firmen, die mit einem Werbeaufdruck dabei sein wollen:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=7181315192&ssPageName=ADME:L:LCA:DE:31
Nach eigenen Angaben von Arno Küppers (*1954, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) war seine Initiative durchaus erfolgreich; denn das noch knapp fünf Tage gültige Angebot fand bisher bei drei Firmen Interesse. Küppers: "Ein Vertrag ist bereits schon entstanden, ein zweiter so gut wie". Das dritte Unternehmen will er aus persönlichen Gründen "eher nicht". (12.09.05)
Zwei Mal Gold, einmal Silber gab es am Samstag für die kleine Gruppe deutscher Athleten bei der 5. Berglauf-WM der Senioren im britischen Kewswick . Reinhart Vogler (*1950, TV Bad Brückenau), der mit breiter Brust nach England gereist war ("Will eine gute Rolle spielen") wurde neuer Berglauf-Weltmeister in der Altersklasse M55. Er gewann seine Altersklasse in 44:38 min und hatte im Ziel 37 Sekunden Vorsprung vor dem Briten Mike Walsh.
Einen feinen deutschen Doppelerfolg gab es bei den Frauen in der W60. Hier gewann Gerlinde Schmittner (*1945, TV Ochsenfurt) in 58:30 min vor der starkenn, fast 65-jährigen Bärbel Berghaus (*1940, Solinger LC), die nach 60:29 min in's Ziel lief; Platz 7 belegte Anni Kraus (*1941, TG Viktoria Augsburg, 66:32 min). In der W65 verpasste Annemarie Reng (*1938, SV Fischbach 1912 eV) als Vierte in 83:22 min eine Medaille.
Schnellster Masters-Bergläufer war der Italiener Franco Torresani (M40, Atletica Trento Cavit), der seine Strecke in 50:39 min zurücklegte Die schnellste Fraue war W35-erin Angela Mudge aus Schottland, die als einzige Läuferin auf der Frauenlangstrecke in 59:27 min unter einer Stunde blieb. Alle WM-Ergebnisse hier... (11.09.05)
Spannenden Laufsport gibt es bei den Deutschen 10km-Meisterschaften am Sonntag im Nordseebad Otterndorf ("Die grüne Stadt am Meer"). Nach der Generalprobe, den Niedersächsischen und Bremer Landesmeisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf, die im März dieses Jahres in Otterndorf stattfanden, folgt nun das Finale: Die DM findet an gleicher Stelle statt und ganz Otterndorf macht mit.
Erst zum fünften Mal (seit 2001) werden diese Meisterschaften ausgetragen und doch stehen diese Titelkämpfe auf dem Prüfstand, da der DLV-Leistungssport die 10 000 Meter auf der Bahn mehr fördern will. "Wir werden mit unserer Veranstaltung in Otterndorf ein Signal für den Fortbestand dieser Meisterschaft setzen", verspricht Heinz Hüsselmann, Koordinator zwischen den Verbänden und dem ausrichtenden Verein, "Ich bin für die Fortführung dieser Meisterschaft ab der Juniorenklasse, da hier der leistungsmäßige und erfolgreiche Einstieg in die bedeutende Sparte Straßenlauf in der Leichtathletik gelegt werden muss. Aber auch die Läufer der zweiten Reihe sowie der Senioren- und der Breitensport brauchen diese Veranstaltung, da sonst den Vereinen und Verbänden diese Läufer als Mitglieder verloren gehen. Unser flacher Innenstadtkurs garantiert schnelle und spannende Meisterschaftsläufe", so Manfred Ahrens vom örtlichen Ausrichter TSV Otterndorf. Ein Reihe von Läufern nutzt die DM auch als willkommenen Aufbaulauf für den in zwei Wochen anstehenden Berlin-Marathon.
Favoritin Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig) beispielsweise, die seit 2001 alle 10km-Meisterschaften gewann und mit 32:40 Minuten auch den Meisterschaftsrekord hält, sagt. "Ich befinde mich zur Zeit in der letzten Vorbereitung auf den Berlin-Marathon am 25. September und bin mir nicht sicher, ob ich nach den großen Umfängen im Trainingslager in St. Moritz (Schweiz) so schnell sein werde, um in Otterndorf meinen Titel verteidigen zu können. Die Konkurrenz ist in diesem Jahr sehr stark." Aussichtsreiche Teilnehmer in der Frauenklasse sind außerdem Susanne Ritter (*1974, Schlau. Com Saar 05), Melanie Kraus (*1974, TSV Bayer Leverkusen), Ulrike Maisch (*1977, 1. LAV Rostock). In der Mannschaftswertung der Frauen geht der Titelverteidiger LG Domspitzmilch Regensburg an den Start und trifft auf die starken Teams der LG Braunschweig und des 1. LAV Rostock.
196 Männer und 78 Frauen haben für die Altersklassen gemeldet. Bei den Seniorinnen dürften Veronika Ulrich (*1968, LG Neu-Isenburg - Heusenstamm) und Sylvia Renz (*1969, OSC Berlin) in der W35 vorn mitlaufen. In der W40 trifft die starke Bettina Treibert-Wiesner (*1961, Ohligser TV) auf Favoritin Claudia Lokar (*1964, TuS Sythen) und Katharina Kaufmann (*1961, LG Domspitzmilch Regensburg).
Spannend wird es in der W45. Hier kann nur gewinnen, wer Renate Grimm (*1956, SC Roth) schlägt. Dafür kommen in erster Linie drei Läuferinnen in Frage: Regina Dietz (*1957, LG Dorsten), Rita Lanwer (*1956, LSF Münster) und Waltraud Klostermann (*1960 SuS Schalke 96).
Die W50 dürfte einen harten Zweikampf zwischen Lokalmatadorin Anne Fischer (*1955, ATS Cuxhaven) und Edith Knobeloch (*1951, TG Werste) sehen; nur Außenseiterchancen werden dabei Monika Dreyer (*1954, LG Hannover) eingeräumt. Auch die W55 steht vor einer spannenden Auseinandersetzung zwischen den beiden "alten" Kontrahentinnen Liane Muschler (*1950, SC DHfK Leipzig) und Brigitte Ziegler (*1950, LSF Münster). Barbara Wolf (*1941, TG Viktoria Augsburg) will es im letzten W60-Jahr noch einmal wissen. Favoritin der W65 ist die aufgerückte Emmi Schneider (*1940, LC Eschenburg), und für die höchste Senioren-Altersklasse haben nur zwei Läuferinnen gemeldet: Kati Eickhorst (*1932, LG Bremen-Nord) und Annemarie Stiegmann (*1935, LG Lage-Detmold).
Spannung gibt es auch vor dem Meisterschaftsrennen der Männer. Hier trifft der zweimalige Titelträger und Titel-Verteidiger Carsten Eich (*1970, Rhein-Marathon Düsseldorf) auf starke Wattenscheider, den 21-jährigen Stephan Koch (Deutscher Meister im Halbmarathon 2005) und Jan Fitschen (*1977, Deutscher Meister über 5000 m/2005), den mit 29:19 min DLV-Jahresbesten Andrè Green (*1973, LG Wedel/Pinneberg) und außerdem auf Oliver Dietz (*1977, LG Braunschweig). In der Mannschaftswertung kämpft der dreimalige Meister TV Wattenscheid 01 gegen den Titelverteidiger LG Braunschweig um die Meisterschaft.
Bei den Senioren treffen viele altbekannte Läufer aufeinander. Klarer Favorit in der M 40 ist Markus Pingpank (*1964, TSV Kirchdorf), Außenseiterchancen haben Ralf Kropp (*1962, Enspurt OWL) und Torsten Naue (*1965, LG Bremen-Nord).
In der M45 hat der frisch gebackene 10.000m-Weltmeister von San Sebastian Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) gemeldet. Aber die Antrengungen der erst vor Wochenfrist zu Ende gegangenen Senioren-WM waren erheblich, so dass sich auch Jürgen Theofel (*1958, FV Wallau) Chancen ausrechnen kann. Schwierig ist die Vorschau auf die M50: Klaus-Dieter Grabowsky (*1953, SC Spelle-Venhaus) hat das Zeug dazu, hier vorn zu landen. Klaus Urbschat (*1950, LAV Essen) ist einer der Favoriten der M55. Klaus Augustin (*1948, Triathlon-TEAM-Witten) kann an einem guten Tag aufs Treppchen laufen.
Wer die M60 gewinnen will, muss vor allem schneller als Peter Arms (*1943, TSV Lelm) sein und in der M65 ist Manfred Bublitz (*1939, LG Weserbergland) Titelaspirant, in der M70 Werner Beecker (*1932, LC Wuppertal), an dessen Leistung der aufgerückte Werner Schanné (*1935, LG Wetzlar) nicht heranlaufen dürfte. Leo d'Erbee (*1930, Marathon Soest) dürfte gegenüber Manfred Radtke (*1929, LC Solbad Ravensberg) in der M75 leicht im Vorteil sein.
Den aktuellen Zeitplan sowie alle weiteren Informationen rund um die Veranstaltung am 11. September in Otterndorf gibt es auf der Veranstaltungswebseite. (10.09.09)
An diesem Samstag finden in Keswick (Großbritannien), einem beliebten britischen Urlaubsort im "Lake District" die 5. Senioren Berglauf-Weltmeisterschaften statt. Die WMRA (World Mountain Running Association) kann hierbei mit 1.111 Teilnehmern einen neuen WM-Teilnehmerrekord verzeichnen.
Senioren-Bergläufer und Bergläuferinnen aus 27 Nationen haben zu der Meisterschaft gemeldet. Die mit Abstand stärkste Nation ist das Gastgeberland Großbritannien, das an die neunzig Prozent der Teilnehmer stellt. Aber auch Italien (24), Irland (15), die Tschechische Republik (14) oder die Schweiz (4) werden bei der Meisterschaft vertreten sein. Auch 17 Läuferinnen und Läufer aus Deutschland wollen vorn dabei sein.
Das Ungewöhnliche bei dieser WM für "gestande" Bergläufer vom Kontinent ist die Rundstrecke, die über 11,6km und 684 Höhenmeter führt. Rundstrecken entsprechen britischer Tradition, wo es bei praktisch jedem Bergrennen auf und ab geht. Es wurde eine traditionelle, englisch-hügelige Strecke gewählt, die nicht nur die reinen Spezialisten für das Aufwärtslaufen fordert sondern auch den Experten für das Auf- und Abwärtslaufen die Chance bietet, ihr Talent unter Beweis zu stellen.
Folgende deutsche Athleten haben sich für die Berglauf-Weltmeisterschaft gemeldet :
Lothar Bathe, M65, Stahl Henningsdorf
Bärbel Berghaus, W60, Solinger LC
Karl Freund, M65, TSV-Lautlingen
Georg Gross, M65, LA Germaringen
Heiko Vogler, M55, TV Bad Brückenau
Ina Heyn, W65, 1. FC Kaiserslautern
Charles Kendall, M50, Trisport Erding
Anni Kraus, W60, TG Viktoria Augsburg
Reinhart Vogler, M55, TV Bad Brückenau
Annemarie Reng, W65, SV Fischbach 1912 eV
Alwin Reng, M65, SV Fischbach 1912 ev
Gerlinde Schmittner, W60, TV Ochsenfurt
Werner Schmittner, M65, TV Ochsenfurt
Marianne Spronk, W55, SV Viktoria Goch
Hallmer Wilhem, M50, LLC Marathon Regensburg
Luise Winkler, W50, TSV Gersthofen
Karl Winkler, M55, TSV Gersthofen
2006 werden die Senioren Berglauf-Weltmeisterschaften am 23./24. September in der Schweiz ausgetragen. Aufgrund der inzwischen institutionalisierten und fest vereinbarten Kooperation zwischen WMRA und WMA wird dann die Meisterschaft als offizielle WMA-Weltmeisterschaft durchgeführt. So hat es die WMA-Generalversammlung am 30. August 2005 in San Sebastian beschlossen. (Quelle: eigene Recherchen und Meike Hübler auf www.leichtathletik.de, 10.09.05)
Ein Sportmuseum ist eine Institution, in der die Historie von Turnen, Sport und Spiel bewahrt und präsentiert wird, kurzum ein Sportmuseum befasst sich mit der Geschichte der Bewegungskultur. Das Sportmuseum Berlin ist seit 15 Jahren selbst Objekt einer ganz besonderen Bewegungskultur gewesen: Es war an 14 Standorten in Berlin-Brandenburg mal kürzer, mal länger angesiedelt! Der 15. Standort ist der so genannten Schwimmhallenflügel am Jahnplatz im Deutschen Sportforum (Olympiapark Berlin). Dort hat das Sportmuseum Berlin seit dem Frühsommer 2005 auf ca. 1 .500 qm seinen endgültigen Standort für seine vielfältigen Sammlungen und Archive bezogen.
Seit dem Herbst 2005 ist das lnnenleben zweier Etagen des Schwimmhallenflügels nach den Umbauplänen des Architektenbüros Brenne entkernt und entsprechend heutiger Museumsanforderungen für das Sportmuseum wieder aufgebaut worden. Dazu gehört auch die Errichtung von klimatisierten Räumen für das Fotoarchiv und die Gemäldesammlung, Die ursprüngliche Ansicht des Gebäudes ist denkmalgerecht durch neu gefertigte Fenster wiederhergestellt. Gleichzeitig sind die Fenster so konstruiert dass die Sicherheits- and Lichtschutzanforderungen gemäss den geltenden Richtlinien für Museumsgebäude erfüllt sind. Brandschutz- und Einbruchsicherungsanlagen im Innern des Gebäudes sorgen für einen angemessenen Schutz der Sammlungen.
Die Mitarbeiter des Sportmuseums können erstmals ohne Zeitverlust und hinderliche Fahrten zu unterschiedlichen Depots die Sammlungen katalogisieren und bearbeiten. Gleichfalls ist es möglich in einem Seminarraum sporthistorische Veranstaltungen für bis zu 30 Personen anzubieten, der nahe gelegene Hörsaal im Haus des Deutschen Sports bietet sogar Platz für ca. 200 Personen.
Vollständige Sportmuseumsbibliothek
Die umfangreiche Sportmuseumsbibliothek ist hier zum erster Mal vollständig aufgestellt, sie befindet sich an der gleichen Stelle, an der bereits von 1956 bis ca. Mai/Juni 1945 umfangreiche Buchbestände der damaligen Sportorganisationen und der Reichsakademie für Leibesübungen magaziniert waren. Der jetzt vom Sportmuseum genutzte Gebäudeteil wurde im gleichen Zeitraum vom Fachamt für Turnen fürVerwaltungsaufgaben genutzt.
Beispiellose Kooperation zwischen Sport-, Bau- und Kulturverwaltung
Das Sportmuseum Berlin hat 80 Jahre nach Gründung des Museums für Leibesübungen und 15 Jahre nach seiner Etablierung im geeinten Berlin für 4/5 seiner Museumsaufgaben, nämlich Sammeln, Bewahren, Erschliessen und Forschen einen angemessenen und endgültigen Standort gefunden. Mit einer für Berliner Verhältnisse fast beispiellosen Kooperation zwischen Sport-, Bau- und Kulturverwaltung ist es gelungen, fachgerechte Depot- und Arbeitsräume im Olympiapark Berlin herzurichten.
Es fehlen aber noch Ausstellungsflächen. Bereits 1925 und 1930, also noch in der Weimarer Republik, sind sowohl vom Museum für Leibesübungen als auch von Werner March, Architekt des Berliner Olympiastadions, im heutigen Olympiapark ein Sportmuseum geplant worden - jetzt ist es an der Zeit, an einem in Deutschland einmaligen sport- und zeithistorisch wichtigen Standort die längst überfälligen Ausstellungsflächen einzurichten. Damit kann auch das Ietzte Fünftel, das Präsentieren und Vermitteln, das die Öffentlichkeit als die eigentlichen Museumsaufgaben ansieht, erfüllt werden.
Die Ausstellungsflächen sind am Ieichtesten und am preiswertesten in den Räumen der Deutschen Turnschule einzurichten, die nur 100m vom Arbeits- und Sammlungsstandort entfernt ist. Dieser Vorschlag Iiegt seit etlichen Jahren den verantwortlichen Senatverwaltungen vor und wartet dringendst darauf endlich verwirklicht zu werden - die Leichtathletik WM 2009 ist hierfür ein hervorragender Eröffnungstermin!
Kontakt: Sportmuseum Berlin - AIMS Marathon-Museum of Running - Deutsches Sportforum im Olympiapark Berlin -
Hanns-Braun-Strasse, 14055 Berlin
Tel. : 030 - 3 05 85 00 - Fax: 030 - 3 05 85 40 - E-Mail: Sportmuseum.Berlin@t-online.de
(Quelle: Gerd Steins auf scc-events.com, 10.09.05)
Am Samstag, geht das westfälische Ahlen mit dem DAMM-Endkampf in die Geschichte des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ein. Denn zum zwanzigsten Mal wird dann in Ahlen eine Meisterschaft des DLV ausgerichtet. Zwanzig Meisterschaften in einer Stadt, das gab es noch nie in Deutschland, freut sich Dieter Massin, Präsident des Europäischen Senioren-Leichtathletik-Verbandes und ehemaliger DLV-Vize. Der Ahlener ist maßgeblich auch an diesen Jubiläums-Titelkämpfen in Ahlen beteiligt.
Begonnen hatte alles am 3. Oktober 1982, als die Deutschen Geher-Meisterschaften in Ahlen stattfanden, mit einer Ehrenrunde durch das gerade frisch gebaute Stadion Sportpark Nord. Nach 1982 fanden in regelmäßigen Abständen deutsche Leichtathletik-Meisterschaften statt, 1986 und 1989 gar zwei Meisterschaften in einem Jahr.
Zehnmal waren die Mehrkämpfer im Ahlener Stadion zu Gast. Der Grund war ersichtlich, verfügt dieses Stadion mit Werferfeld über zahlreiche Nebenanlagen, die es 1996 gar möglich machten, einen Jedermann-Zehnkampf mit 436 Teilnehmern sicher über die Bühne zu bekommen. Fünfmal gab es Mannschaftskämpfe zu sehen, drei Einzelmeisterschaften, ein Crosslauf und eine Gehermeisterschaft erlebten Ahlen als Ausrichter.Was die Senioren angeht, so war diese Altersgruppe 1986 zum ersten Mal in Ahlen, bei den Senioren-Bestenkämpfen (so der offizielle Titel der Veranstaltung). 1987, 1989, 1991 und 2005 ermittelten die Mannschaften in der DAMM ihren Meister. Eine Premiere gab es 1995 mit den Senioren-Mehrkämpfen, die 1998 eine Wiederholung fanden, ehe 2004 die Werfer gleichfalls ihren Mehrkampf im Ahlener Stadion austrugen.
Weltweit bekannt wurde das Ahlener Stadion 1984 mit den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften, als es nach dem Olympiaboykott zum ersten Aufeinandertreffen Ost und West im gleichzeitig stattfindenden Länderkampf Deutschland gegen UdSSR kam. Wegen Dauerregens musste die Veranstaltung aber nach der siebten Zehnkampf-Disziplin abgebrochen werden.
Anlässlich dieser Meisterschaft wurde auch das Maskottchen der Ahlener Leichtathletik-Veranstaltungen geboren: der Deumel, ein sportliches Mammut.
Morgen wird dieser Deumel wieder mit dabei sein, zum Daumendrücken und zur Siegerehrung. Miriam Hermes hat das Kostüm des Mammuts, das anlässlich der dritten Ahlener DM entstand, restauriert, das sportliche Maskottchen der Ahlener Leichtathleten wird wieder beim Überreichen der Preise behilflich sein. Die Siegerehrungen werden, wie zu alten Zeiten, mit Fanfaren angekündigt, verspricht Anne Ronig, Kampfrichterwartin des Leichtathletikkreises, außerdem.
Ihren Besuch bei der DAMM angekündigt haben DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop und DLV-Vize Toni Budde. Zwischen dem DLV-Präsidenten, zugleich Vorsitzender des nicht sonderlich in Erscheinung tretenden Antidopingkommitees des Europäischen Leichtathletikverbandes EAA, könnte es am Rande der Meisterschaft zu einem interessanten Zusammentreffen kommen: Denn im W60-Team der TSG 78 Heidelberg tritt Brigitte Franke-Berendonk an. Sie wird nach Ahlen wohl begleitet von ihrem Ehemann Prof. Dr. Werner Franke, der erst jüngst nach der IAAF-WM in Helsinki heftige Dopingvorwürfe an die Adresse der IAAF gerichtet hatte.
Zur Erinnerung: Die Olympiateilnehmerin von Mexiko und vielfache deutsche Meisterin im Diskuswurf und Kugelstoßen hatte 1968 nach ihrer Olympiateilnahme erstmals auf die anabole Verseuchung des Sports hingewiesen. Brigitte Berendonk prangerte damals in der ZEIT die unter erfolgreichen Athleten übliche "exzessive hormonale Muskelmast" an und wies auf gefährliche Nebenwirkungen der Anabolikaeinnahme hin.
Die Folge war eine erste große Antidopingdebatte 1969, weitere folgten 1977 und 1992, dem Jahr, in dem Berendonk die Ergebnisse ihrer Recherchen in dem Buch "Doping - Von der Forschung zum Betrug" veröffentlichte. Darin entlarvte sie Trainer, Ärzte und Funktionäre der ehemaligen DDR, die jugendliche Sportler ohne deren Wissen sowie erwachsene Athleten systematisch mit androgenen Steroiden voll gepumpt hatten.
Die DAMM dieses Jahres hat bereits im Vorfeld für entsprechende Furore gesorgt. Denn kurzfristig hat das M50-Team des Ahrensburger TSV seine Teilnahme zurückgezogen; zuvor war ATSV-Werfer Jan Voigt wegen Doping suspendiert worden.
Ebenfalls nicht am Start ist die M50 der LAC Quelle/Fürth/München, aus deren Team in der DAMM-Qualifikation einige M50-Athleten zusätzlich in der M40-Mannschaft gestartet waren. Auf Hinweis der Konkurrenz, dass dies unzulässig sei und ein Athlet immer nur in einer Altersklasse gewertet werden kann, wurde das M50-Team nicht zugelassen. Das Ergebnis: In der Altersklasse M50 treten insgesamt nur vier Vereine an.
Bei der Abreise aus Ahlen in Richtung Süden und Westen sollten Teilnehmer darauf achten, dass das Kamener Kreuz im Verlauf A1/A2 am Samstag ab 19.00 Uhr wegen eines Brückenabrisses vollständig gesperrt wird. (Quelle: eigene Recherchen und www.leichtathletik.de 09.09.05)
Seit der WMA Council Sitzung am vergangenen Samstag ist es offiziell: Anlässlich der 2. Hallen-WM im kommenden März findet die Non Stadia WM 2007 im österreichischen Linz statt, allerdings in etwas abgespeckter Form. Insgesamt werden in den Donauauen drei Meisterschaftswettbewerbe durchgeführt, nämlich
* 8km Crosslauf (am Freitag, 17. März 2006)
* 10km Straßengehen (am Sonntag, 19. März 2006)
* Halbmarathon (am Sonntag, 19. März 2006)
Nach dem Fehlschlag der Nonstadia-WM vor Jahresfrist in Neuseeland hatte das WMA-Präsidium der Generalversammlung in San Sebastian vorgeschlagen, künftig ganz auf die Nonstadia-WM zu verzichten, zu deren Programm die langen Laufstrecken und das Straßengehen zählen. Zur allgemeinen Überraschung erhielt diese Initiative aber in der WMA-Generalversammlung nicht die erforderliche 2/3-Mehrheit.
Da es im Jahr 2007 durch den nach dem Neuseeland-Fiasko erklärten Verzicht von Vancouver (CAN) keinen Ausrichter für eine eigenständige Non Stadia WM gab, fand die WMA mit ihrem Beschluss und einem abgespeckten Nonstadia-Programm eine akzeptable Lösung, die bei drei Wettbewerben die Vergabe des WM-Titels mit jeweiliger Teamwertung in Linz ermöglicht.
Allein: Glücklich werden die Läufer über den Wegfall des beliebten 10km-Straßenlauf und die Geher über die gestrichenen langen Strecken - 30km (M) bzw 20 km (W) - nicht sein. (10.09.05)
Die Senioren-Leichtathletik rückt in das Licht der gro§en deutschen Medien. Während eine Journalistin und ein Fotograf des Focus bei den XVI. WM der Leichtathletik-Senioren im spanischen San Sebastian Eindrücke für einen umfangreichen Bericht sammelten, berichtete gestern die Süddeutsche Zeitung dies über den Seniorensport:
"Wunsch nach Anerkennung Der Seniorensport besitzt viel Potenzial - unterschiedliche Interessen sorgen jedoch für Unar">mut Guido Müller hat vor ein paar Tagen eine Postkarte in seinem Briefkasten gefunden, und er hat sich sehr gefreut. "Es ist schade, dass Du nicht hier sein kannst", stand darauf, und ein paar Zeilen weiter: "Leider bin ich enttäuscht, da ich in meiner Altersklasse keine guten Mitstreiter hatte. Da hat der 1. Platz keine richtige Wertigkeit." Abgeschickt hatte diese Karte Fritz Mahlo von den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in San Sebastian. Bemerkenswert ist nun, dass Mahlo 93 Jahre alt ist und als einer von mehr als 6000 Athleten jüngst an der Senioren-WM teilgenommen hat. 20,3 Sekunden hat er für die 100 Meter gebraucht, und dass er leistungsorientiert Sport treibt, verdeutlichen die Zeit und die Postkarte.
Für seinen Freund Müller gilt das erst recht. Sagenhafte 126 Titel hat der 66-jährige Athlet vom TSV Vaterstetten als Senior gesammelt, und dass der Anteil seiner Weltmeisterschaften mit 15 vergleichsweise gering ausfällt, liegt daran, dass Müller selten an den gro§en internationalen Meetings teilgenommen hat. Meist aus Zeitmangel, manchmal auch wegen einer Verletzung, so wie dieses Mal. Seine Achillessehne war angerissen und musste operiert werden, die WM in San Sebastian hat Müller schweren Herzens nur via Internet verfolgt. Wäre er gesund gewesen, hätte er vermutlich weitere Medaillen und Titel mit nach Hause gebracht. Denn Müller ist seit Jahren gewisserma§en die Jelena Isinbajewa der Senioren, Weltrekorde stellt der Münchner auf den Sprintstrecken über 60 bis 400 Meter mit und ohne Hürden gleich reihenweise auf. In seiner jeweiligen Altersklasse, versteht sich.
Eigentlich könnte so einer zufrieden seine vielen Medaillen polieren und sich in Ruhe überlegen, wo er beim nächsten Mal der Konkurrenz enteilen soll. Doch Müller treiben einige Probleme um, von denen die Senioren-Leichtathletik betroffen ist. "Grundsätzlich vermisse ich die Anerkennung für die Senioren", sagt Müller etwa, und er meint zum Beispiel, dass die finanzielle Unterstützung der Athleten gegen Null geht. Fahrtkosten, Startgebühren, Unterkunft müssen sie selber tragen - "manch ein Spitzenathlet fährt deshalb gar nicht zu einer WM oder EM, weil er sich das nicht leisten kann", sagt Müller. Dagegen seien viele Hobbysportler dabei, die allenfalls das Niveau des Sportabzeichens hätten.
Diese Meinung ist verbreitet unter den ambitionierten Leichtathletik-Senioren, und viele derjenigen, die ihrem Sport leistungsorientiert nachgehen, fordern deshalb Qualifikationsnormen für die internationalen Veranstaltungen, um das zuweilen enorme Gefälle zu beheben. Unterschiedliche Interessen prallen da aufeinander, die Veranstalter brauchen die hohe Anzahl an Sportlern, um eine WM oder EM finanzieren zu können, die Tourismusindustrie freut sich über die zahlungskräftigen Gäste aus dem Ausland.
Und schlie§lich plagen sich die Senioren auch mit dem Dopingproblem herum. Als 2004 bei der Mannschaftsmeisterschaft in Lübeck drei von sechs Proben positiv ausfielen, erschrak man in der Szene. "Deprimierend" sei eine solche Quote, sagt Müller. Gemeinsam mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und dem Europäischen Senioren-Leichtathletik Verband (EVAA) hat Müller nun eine Aufklärungskampagne gestartet, zusätzliche Kontrollen sollen eingeführt werden. Dieter Massin, Präsident des EVAA und ehemaliger Vize-Präsident des DLV, verweist allerdings auf die Sondersituation im Seniorensport: "Viele müssen altersbedingt Medikamente nehmen, teilweise werden diese Sportler wirklich aus Unwissenheit zu Dopingsündern." Allerdings sind einige Athleten in der Szene durchaus bekannt für unsaubere Methoden, so wie der in Lübeck positiv getestete Diskuswerfer Klaus Liedtke. Erstaunlich ist dieses Phänomen auch deshalb, weil es bislang keine Preisgelder gibt.
Unterschiedlich fallen die Meinungen ebenfalls über die finanzielle Unterstützung der Athleten aus. Massin findet, dass der Seniorensport "von unten" unterstützt werden müsse, sprich: dass die Vereine ihren Sportlern Geld zukommen lassen sollten. Und Qualifikationen für internationale Meisterschaften hält er ebenso für unpraktikabel. "Das wäre der Tod für diese Veranstaltungen", sagt Massin. "Wir sind eine Familie, dazu gehören die Starken und die Schwachen."
Müller freut sich derweil über die Prognosen der Marktforscher, die dem Seniorensport ein enormes Potenzial bescheinigen. Und er freut sich über kleine Gesten der Funktionäre. 2004 wurde erstmals der weltbeste Seniorensportler gewählt. Sieger Müller hat danach einen Glückwunschbrief von DLV-Präsident Clemens Prokop erhalten. "Das war das erste Mal in 22 Jahren Seniorensport, dass mir jemand vom DLV gratuliert hat, aber immerhin", sagt Müller." (Quelle: S"eddeutsche Zeitung, 08.09.05)
Mit einem glänzenden Endergebnis haben die deutschen Leichtathletikmasters auch die XVI. Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren in San Sebastian abgeschlossen. Sie unterstrichen damit ihre weltweit führende Stellung - und dies trotz einer langen Liste verletzter Topathleten unter den Senioren - angeführt von den Weltrekordlern und Weltmeistern Guido Müller und Anke Moritz; die Oktoberausgabe der "Seniorenleichtathletik" wird über die Verletzungsmisere berichten. Die Auswertung der Medaillenränge ergab folgende Rangliste:
| 1. Deutschland: | 113 Gold | 108 Silber | 92 Bronze |
| 2. USA: | 65 Gold | 50 Silber | 44 Bronze |
| 3. Gro§britannien: | 47 Gold | 54 Silber | 42 Bronze |
| 4. Spanien: | 35 Gold | 25 Silber | 32 Bronze |
Der Senioren-Leichtathlet Jan Voigt vom Ahrensburger TSV hat auf den gegen ihn erhobenen Dopingverdacht reagiert. "Ich räume einen Fehler im Umgang mit den Bestimmungen ein. Zu diesem Fehler stehe ich, und die Konsequenzen trage ich", ließ der 51jährige über die Internetseite des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletik-Verbands (www.shlv.de) verbreiten. Jan Voigt, in dessen Urin ein unerlaubt hoher Testosteron/Epitestosteron-Quotient sowie das verbotene Stimulanzmittel Ephedrin nachgewiesen worden waren, hatte zuvor bereits auf die Öffnung der B-Probe verzichtet (wir berichteten). Nach dem Schuldeingeständnis dürfte er den deutschen Meistertitel im Hammerwurf der Altersklasse W 50 verlieren, den er am 16. Juli, dem Tag des Dopingtests, in Vaterstetten gewonnen hatte. Außerdem droht ihm eine zweijährige Sperre.
Nach Bekanntwerden des Dopingverdachts zeigten sich Stormarner Sportler und Funktionäre schockiert über den zweiten derartigen Fall im ATSV innerhalb von zehn Monaten. Im November 2004 war Josef Muschinski (53) wegen zu hoher Testosteron-Werte suspendiert und später für zwei Jahre gesperrt worden. So wie damals der Sprinter verweist auch Voigt darauf, die betreffenden Substanzen aus medizinischen Gründen eingenommen zu haben. "Ich hätte vorab zur Medikamenteneinnahme die Zustimmung der nationale Anti-Doping-Agentur Nada einholen beziehungsweise ohne Zustimmung auf einen Start verzichten müssen", heißt es auf der Internetseite weiter.
Würde heißen, dass Voigt aus dem "Fall Muschinski" nicht gelernt hat, und genau das mag ihm niemand so recht glauben. "Es ist unverständlich, dass er daraus nicht seine Lehren gezogen haben sollte", sagte Michael Brackenwagen, Leichtathletik-Abteilungsleiter des ATSV. "Spätestens seit Muschinski muß jedem klar sein, dass die Einnahme von Medikamenten ordnungsgemäß anzumelden ist."
Auch für Manfred Hamann, den Vorsitzenden des Kreis-Leichtathletik-Verbands (KLV), bleibt zumindest ein fader Beigeschmack. "Seine Leistungen erscheinen jetzt in einem anderen Licht", sagte er. "Wenn er etwas genommen hat, ist es wahrscheinlich, dass er es häufiger getan hat, denn der Muskelaufbau ist ein langer Prozess. Aber letztendlich weiß immer nur der Athlet selbst, was er gemacht hat und ob es Absicht war."
Voigt sollte eigentlich an diesem Wochenende mit dem ATSV bei den deutschen Mannschafts-Mehrkampfmeisterschaften starten. Die Ahrensburger galten als heißer Anwärter auf eine Medaille, sagten ihre Teilnahme jedoch inzwischen ab. "Wir sind alle wütend und traurig", so Teamsprecher Rainer Gabius. Auch Muschinski hatte der erfolgreichen Mannschaft angehört, die deshalb im vergangenen Jahr ihre Silbermedaille wieder verlor. "Solche schwarzen Schafe reißen ein ganzes Team rein", sagte Brackenwagen, der es begrüßte, dass Voigt inzwischen den Austritt aus dem ATSV erklärte.
Mittel, weitere Fälle für die Zukunft auszuschließen, gibt es auf Vereins- und Kreisebene kaum. "Die Unterzeichnung eines Ehrenkodex' wäre nur ein weiteres Stück Papier", sagte Brackenwagen. Auch in Vaterstetten, wo Voigt ertappt wurde, hatten die Teilnehmer eine entsprechende Athletenvereinbarung unterschrieben. Trainingskontrollen sind für die Klubs nicht bezahlbar. "Im Seniorenbereich müssen Stichproben bei Wettkämpfen reichen", meint Hamann. "Die Strafen sind ja hart genug." Dass der neuerliche Dopingfall beim ATSV ein schlechtes Licht speziell auf die Stormarner Seniorenleichtathletik wirft, glaubt der Kreisvorsitzende Hamann nicht. "Das sind ja Leute, die sich als starkes Team zusammengetan haben, aber auf Kreisebene gar nicht in Erscheinung traten. Die gehörten nie richtig zu uns." Voigt wohnt in Itzehoe, Muschinski in Hamburg.
Der ATSV könnte nach seinem nach Leverkusen abgewanderten Olympia-Starter Stefan Drews nun auch sein Erfolgsteam verlieren, das seit 1989 alljährlich für Positiv-Schlagzeilen sorgte. Brackenwagen: "Noch ist nicht absehbar, ob dieser Vorfall die Mannschaft sprengen wird."
(Quelle: Sören Bachmann im Hamburger Abendblatt, 10.09.2005 )
Ein außerordentlich knappes Statement veröffentlicht der Schleswig-Holsteinische Leichtathletikverband heute auf seiner Internetseite zum "Fall Jan Voigt". Sie lautet lediglich:
"Jan Voigt (Ahrensburger TSV) wurde vom DLV wegen Dopings suspendiert. Dies teilte der DLV heute in einer Pressemitteilung mit. Jan Voigt erklärte dazu: "Ich räume einen Fehler im Umgang mit den Bestimmungen ein. Zu diesem Fehler stehe ich und die Konsequenzen trage ich. Ich hätte vorab zur Medikamenteneinnahme die Zustimmung der NADA einholen müssen bzw. ohne vorliegende Zustimmung auf einen Start verzichten müssen. Jan Voigt hatte sein Amt als Senioren-Wettkampfwart bereits im Juli niedergelegt."
Insider zeigten sich über diese "unvollständige Erklärung" verwundert; denn Voigt hatte sein Amt im SHLV erst nach der Dopingprobe von Vaterstetten und überdies mit, im Nachhinein betrachtet, fadenscheinigen gesundheitlichen und familiären Gründen zur Verfügung gestellt. Außerdem war er noch bei den World Masters Games im kanadischen Edmonton angetreten und hatte dort mehrere Medaillen gewonnen. Inzwischen soll Jan Voigt aus dem Ahrensburger TSV ausgetreten sein. (07.09.05)
Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat den Seniorenwart des DLV-Landesverbandes Schleswig-Holstein Jan Voigt wegen Verdachts auf Dopingmissbrauch suspendiert. Dr. Anne Jakob LL.M, die Rechtsanwältin des DLV, teilte dazu am Mittwoch mit: "Der Athlet Jan Voigt (Ahrensburger TSV / Altersklasse M50) ist wegen des Verdachts eines Dopingversto§es am 5. September 2005 suspendiert worden. Die Analyse der am 16. Juli 2005 bei einer Dopingkontrolle anlässlich der Deutschen Seniorenmeisterschaften II in Vaterstetten entnommenen Urinprobe des Athleten ergab einen Testosteron/Epitestosteron-Quotienten > 4. Die zusätzlich durchge-führte Kohlenstoff-Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie (GC/C/ IRMS) wies auf eine exogene Zufuhr von Testosteron oder Testosteron-Prohormonen hin. Testosteron zählt zu der Gruppe der verbotenen anabol-androgenen Steroide. Weiterhin wurde in der Probe das Vorhandensein von Ephedrin nachgewiesen, das zu der Gruppe der im Wettkampf verbotenen Stimulanzien gehört. Auf die Durchführung der B-Analyse verzichtete der Athlet." Voigt ist inzwischen von seinem Amt als Seniorenwart des Landesverbandes Schleswig-Holstein zurückgetreten. (07.09.05)
Der Kanadier Earl Fee und die Niederländerin Rietje Dijkman (W65) werden IAAF-Masters of the Year 2005. Das Präsidium des Masters-Weltverbandes WMA beschloss auf seiner Sitzung am Samstagnachmittag im Amara Plaza Hotel im norspansischen San Sebastian, die beiden Mastersathleten dem IAAF-Council vorzuschlagen. Beide Athleten werden am kommenden Wochenende in Monaco die Auszeichnung entgegen nehmen. Insgesamt 900 Gäste werden zur World Athletics Gala erwartet, die im unmittelbaren Anschluss an das &Mac179;World Athletics Finalã in Monaco stattfindet, erwartet. Höhepunkt der Gala ist die Ehrung der Athleten des Jahres. Erster World-Masters-Athlet des Jahres war im vergangenen Jahr der Bayer Guido Müller. Diesmal waren auch dem Schleswig-Holsteiner Wolfgang Reuter (M 75) im Vorfeld Chancen eingeräumt worden. (03.09.05)
Allein schon, um die Erfolge von Astrid Kumbernuss alle aufzuzählen, braucht man ein paar Minuten Zeit. Die inzwischen 35-Jährige ist der Inbegriff des Frauen-Kugelsto§ens in Deutschland. Aber doch hat sie jetzt eine Entscheidung getroffen. Sie wird sich am kommenden ISTAF-Wochenende in Berlin von der gro§en Sportbühne verabschieden. Im Olympischen Dorf von 1936 bestreitet sie ihren letzten Wettkampf an historischer Stätte. Die deutsche Szene wird sich dann noch einmal gemeinsam mit vielen Freunden zu Ehren von Astrid Kumbernuss versammeln und sich vor ihr verneigen. Darunter sind auch zwei Athletinnen, mit denen sie etwas Besonderes verbindet. Gemeinsam mit Nadine Kleinert, der Olympia-Zweiten, hat Astrid Kumbernuss in den letzten Jahren der zumeist osteuropäischen Konkurrenz Paroli geboten. Die Magdeburgerin wollte Astrid Kumbernuss sogar noch zum Weiterreden überreden, aber vergebens. Mit der U23-Europameisterin Petra Lammert wird eine erst 21-Jährige als mögliche Nachfolgerin gehandelt. Die Vierte der Hallen-EM in Madrid hat sich sogar der Trainingsgruppe von Dieter Kollark, dem Erfolgsgaranten aus Neubrandenburg, angeschlossen, um sich unmittelbar etwas von Astrid Kumbernuss abschauen zu können. Aber vor allem schaut die Athletin des VfB Stuttgart auf: &Mac179;Astrid ist in allem ein gutes Beispiel.ã Sportlich ist Astrid Kumbernuss gerade zu ein Paradebeispiel. 1996 war sie Olympiasiegerin, dazu kamen drei Weltmeistertitel 1995, 1997 und 1999 als weitere herausragende Erfolge ihrer Laufbahn. Für viele Beobachter stach Astrid Kumbernuss, deren persönliche Bestleistung bei 21,22 Metern steht, aber nicht nur leistungsmä§ig aus der Masse der Kugelsto§erinnen heraus, sondern sie verlieh ihrer Disziplin auch einen besonderen Glanz und sogar ein wenig Glamour, indem sie weit eleganter wirkte und auftrat, als ihre oft schwergewichtigen Kolleginnen. Doch die letzten beiden Jahre bescherten Astrid Kumbernuss auch ein Tief, durch das sie gehen musste. Die Zeit nach ihrer Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Athen, wo sie das Finale verpasste, bezeichnete sie als &Mac179;fast wie ein kleines Sterbenã. Astrid Kumbernuss, die Mutter eines siebenjährigen Sohnes (Philip) ist, hat nicht nur ihren Abschied geplant, sondern auch die Weichen in Richtung Zukunft, für die Karriere nach der Karriere, gestellt. Sie unternahm bereits erste Schritte, um im Pflegemanagement Fu§ zu fassen, will ein Studium in Angriff nehmen und sich auf anderen, neuen Feldern etablieren. &Mac179;Nebenbei muss ich natürlich noch abtrainieren. Das läuft dann nach Hausfrauenprogramm Bauch, Beine, Po, damit ich mich im Bikini sehen lassen kannã, schilderte sie vor kurzem, wie es jetzt nach ihrem offiziellen Karriereende weitergeht. (Quelle: www.Leichtathletik.de, 03.09.05)
Die Organisation der vierzig gro§en deutschen Stra§enlaufveranstalter, German Road Races (GRR), und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wollen ihre Zusammenarbeit verstärken, "um den Laufsport in Deutschland für den Breiten- und Leistungssportbereich zu stärken und weitere Teile der Bevölkerung zum Laufen zu bewegen" Dies verlautbarte nach einer "Gesprächsrunde des GRR-Sprechergremiums mit DLV-Vize Anton Budde in Paderborn. &Mac179;Ich habe die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen dem DLV und German Road Races erkannt. In den nächsten Wochen muss diese Zusammenarbeit nun inhaltlich konkretisiert werdenã, sagte Budde. Grundlage der künftigen Zusammenarbeit soll eine Vereinbarung sein, die die GRR dem Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bereits vorgelegt haben. &Mac179;Unserer Auffassung nach muss GRR den DLV im Wettkampf-, Breiten- und Freizeitsport beraten und unterstützen. Wir denken dabei an ein gemeinsames Serviceangebot für organisierte und nicht organisierte Läufer. Die für eine Aufnahme in die German Road Races erforderlichen Qualitätsanforderungen sollen beispielsweise auch bei der Vergabe von Deutschen Meisterschaften gelten.ã sagte Horst Milde (Berlin), Sprecher im GRR-Gremium, ohne dies konkreter zu fassen. Allerdings will GRR auch mit Sitz und Stimme in den Ausschuss-Sitzungen des DLV vertreten sein. Der DLV wird es als eine der wichtigen Aufgaben ansehen, durch eine intensive Zusammenarbeit mit German Road Races viele Nichtvereinsläufer und öwalker zu erreichen. Gemeinsame Projekte sollen au§erdem dazu beitragen, einen Teil der bislang noch nicht sporttreibenden Bevölkerung zum Laufen zu bringenã, äu§erte sich DLV-Vizepräsident Budde eher vage. (03.09.05)
Die M50-Mannschaft des Ahrensburger TSV wird nicht beim DAMM-Endkampf antreten, der in einer Woche in Ahlen (Westfalen) stattfindet. Dies erklärte am Freitag ATSV-Mannschaftskapitän Rainer Gabius gegenüber www.masters-sport.de. In der DAMM-Qualifikation hatte der ATSV Platz 2 belegt. Nachdem mit Jan Voigt nach seiner positiven A-Probe bei der deutschen Meisterschaft in Vaterstetten einer der Leistungsträger nicht zur Verfuegung steht und au§erdem Verletzungspech hinzu kommt, verzichten die Schleswig-Holsteiner, " obwohl wir eigentlich uns nicht verstecken sollten" (Gabius). Nachrücken koennte damit die LG Hannover, die bisher den neuntbesten DAMM-Rang erreicht hatte. M50-Favorit der DAMM ist der Pulheimer SC. (02.09.05)
DLV-Vize Anton ("Toni") Budde ist mit heutigem Datum von seinen Ämtern im Fussball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) sowie im Westdeutschen Fussball- und Leichtathletikverband zurückgetreten. Dies bestätigte auf Anfrage von www.masters-sport.de am Donnerstag FLVW-Verwaltungsdirektor Carsten Jaksch-Nink. Gerüchte über diesen Rücktritt hatten bereits seit Anfang der Woche am Rande der Masters-Weltmeisterschaft in San Sebastian für Aufregung gesorgt.
Jaksch-Nink machte zugleich klar, dass ein Rücktritt Buddes von seinen Aufgaben und Tätigkeiten im DLV "uneingeschränkt ausgeschlossen" sei. Vielmehr werde sich der erst im April in Kevelaer neu in das Präsidium des DLV gewählte Paderborner Realschuldirektor "intensiv um die anstehenden wichtigen Themen im DLV kümmern!" Eine schriftliche Stellungnahme Buddes liege den Verbänden noch nicht vor, sei aber, so Jaksch-Nink, "auf dem Postweg nach Kaiserau". (01.09.05)
Die Generallversammlung der WMA hat am Dienstag Nachmittag in San Sebastian den Italiener Cesare Beccalli zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf den Schweden Torsten Carlius, der nach 2 Amtsperioden aufgrund der Satzung der WMA nicht wieder kandidieren durfte. Beccalli erhielt 66 Stimmen. Auf seinen Gegenkandidaten Stan Perkins, Reiseagenturinhaber aus Australien, entfielen 55 Stimmen.(30.08.05)
Ein neuer Dopingfall trifft die deutsche Senioren-Leichtathletikszene. Nicht einmal ein Jahr nach den drei Dopingfällen bei der Deutschen DAMM in Lübeck war der Stormarner Werfer Jan Voigt (*1954, Ahrensburger TSV) bei der Deutschen Meisterschaft II in Vaterstetten gedopt. Dies ergab ein Dopingtest nach dem Gewinn der Hammerwurfkonkurrenz durch den Schleswig-Holsteiner. Voigt hatte in Vaterstetten zuerst mit 12,37m Platz 8 im Kugelstoßen belegt. Anschließend gewann er das Hammerwerfen mit 51,16m und verdrängte damit Gerhard Sextl (*1953, LG Fichtelgebirge), der auf 49,83 m kam, auf den zweiten Rang. Anschließend wurde Voigt zur Dopingkontrolle gebeten und zog offenbar sofort die Konsequenzen: Denn zur Diskuskonkurrenz am nächsten Tag trat er nicht mehr an. Schon bei der DM II 2004 in Zittau hatte Voigt nach einem Leistungssprung mit 50,51m die Hammerwurfkonkurrenz und damit seinen ersten nationalen Einzeltitel gewonnen. Auch damals übertraf er als einziger Werfer die 50 m Marke. In den Jahren zuvor hatten seine Bestweiten allerdings meist deutlich darunter gelegen, nämlich bei 46,39m (2003), 46,32m (2002) 45,24m (2001), 47,11m (2000), 49,32m (1999), 50,88m (1998) 48,60m (1997) und 48,00m (1996). Offenbar war auch die Auswertung der trotz des ab der M50 auf 6 kg reduzierten Hammergewichts ungewähnlihnlichen Leistungsentwicklung von Jan Voigt jetzt ein Grund für die Dopingprobe (28.08.05)
Mit einem Kunstgriff will WMA-Präsident Torsten Carlius eine weitere Amtszeit im Präsidium ("Council") des Seniorenleichtathletik-Weltverband WMA möglich machen. Nach der WMA-Satzung würde er jedoch automatisch Altpräsident werden, hätte er zwei volle Perioden als WMA-Präsident amtiert. Bekanntlich kandidiert der Schwede aber für die Position des WMA-Generalsekretärs. Um in diesem Amt größeren Einfluss zu haben als als Altpräsident, ist der Schwede am Samstagmittag in San Sebastian als WMA-Präsident zurückgetreten - rechtzeitig vor Ablauf der zweiten Amtszeit am kommenden Dienstag. Interimspräsident der WMA ist bis dahin der US-Amerikaner Tom Jordan (Oregon). (27.08.05)
Der Niederländer Simon Vroemen ist am Freitag beim Van Damme Memorial in Brüssel einen neuen Europarekord über 3000m Hindernis gelaufen. Die Zeit ist zugleich neuer M35-Weltrekord. Der 36-jährige Vroemen verbesserte seine eigene Bestleistung von 8:13,08min, die er jüngst bei der WM in Helsinki aufgestellt hatte, deutlich. Vroemen hatte in 8:13,25min bei den Olympischen Spielen Platz 6 im endlauf erreicht. (27.08.05)
Heute neu: "Senioren-Leichtathletik" Nr. 9:Heute erscheint Ausgabe 9/05 der Senioren-Leichtathletik aus dem Meyer&Meyer-Verlag. Das Magazin enthält den Aufruf zur Wahl des Seniorensportlers und der Seniorensportlerin des Jahres 2005, Trainingstips zum Tiefstart, die Vaterstettener Antidoping-Erklärung mit den Namen der Erstunterzeichner und wie immer eine große Fülle aktueller Nachrichten und interessanter Informationen. Die SeLa wird im gut sortierten Zeitschriftenhandel geführt und kann außerdem als Einzelheft oder im Abo beim Meyer&Meyer-Verlag bestellt werden. (26.08.05)
Der 32. Berlin Marathon ist mit inzwischen fast 40.000 Teilnehmern beim Hauptlauf der größte Marathon in Deutschland und der drittgrößte weltweit. Für viele Sportler ist die Teilnahme an diesem Marathon ein Highlight. Für alle, die noch auf eine der begehrten Startnummern hoffen, haben wir noch eine letzte Chance, sagt Annika Schramm, "Leiterin Event-Marketing" bei Sponsor real,-. Wer am 25. September 2005 mitlaufen will, kann mit Glück eine von insgesamt 100 Läufer-Startnummern gewinnen, die real,- noch kurzfristig zur Verfügung stellt. Das Handelsunternehmen ermöglicht somit noch 100 Lauf-Begeisterten die Teilnahme und übernimmt die Startgebühr. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist online unter www.real.de möglich. Einsende- bzw. Teilnahmeschluss ist der 2. September 2005. (25.08.05)
Wolfgang Reuter ist nicht nur auf der Laufbahn in bestechender Form. Der 76-Jährige vom TSV Klausdorf wird inzwischen auch als einer der Favoriten für die Wahl zum "IAAF Best Masters 2005" gehandelt, der Anfang September in Monaco gekürt werden soll. Der Europäische Senioren-Leichtathletikverband EVAA hat Wolfgang Reuter und die Niederländerin Rietje Dijkmann (W65) dem Weltverband WMA als Kandidaten für die IAAF-Auszeichnung vogeschlagen.
Am Schlusstag der gestern eröffneten XVI. Masters-WM in San Sebastian wird WMA-Präsident Torsten Carlius (Schweden) als seinen letzten Amtsakt dann die Wahl bekannt machen.(24.08.05)
Am heutigen Abend ist in San Sebastian im Velódromo de Anoeta in einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier der Startschuss für die XVI. Weltmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren offiziell gefallen.
www.masters-sport.de berichtet über die Wettkämpfe auf einer Sonderseite. Der Seniorenwart des Berliner Leichtathletikverbandes und vor Ort als Betreuer für den DLV engagierte Karl-Heinz Flucke wird regelmäßig für www.leichtathletik.de die Neuigkeiten zusammenfassen, die sich rund um die WM ereignen, und für die leichtathletik.de-Rubrik Senioren zur Verfügung stellen. Eine erste Kostprobe von fc gibt es heute gleich zum Auftakt: Senioren-WM-News 1 (22.08.; pdf) (22.08.05)
Fünf Tage, nachdem die Seniorensportler im Olympiastadion von Helsinki während der WM angetreten waren, stehen jetzt die Ergebnisse im Internet zur Verfügung. Der Lahden Ahkera Club, der in Lahti die Qualifikationswettkämpfe organisiert hatte, veröffentlichte die Resultate auf seiner Webseite. Der dort zitierte M50-Speerwurfweltrekord durch den bärenstarken Finnen Jorma Markus ist allerdings keiner. Zwar kann sich der Finne über 70,33m und damit einen neuen Europarekord freuen. Aber im April dieses Jahres warf laut WMA-Rekordliste der US-Amerikaner Michael J. Brown (M50) den Speer auf 70,71m. Jorma Markus hält bereits verschiedene Seniorenrekord. Seine Bestweite warf er 1969 mit 92,70m. Hier einige Ergebnisse des Athletics Through Generations Results Helsinki 13.08.2005:
100m M 60; W: 0,3 m / s
1. Jorma Manninen Finland 12,69
2. Toivo Hietanen Finland 13,27
3. Raimo Pätäri Finland 13,31
4. Juhani Olliainen Finland 13,41
100m M 65; W: 0,4 m/s
1. Aimo Mikkola Finland 13,24
2. Sakari Hallila Finland 13,55
3. Urpo Mikkonen Finland 13,57
4. Manfred Eddelbüddel Germany 13,73
5. Paul Büsse Germany 14,63
Jorma Mänttäri Finland DNS
Speerwurf M50
1. Jorma Markus Finland 70,33 (M50 ER)
2. Veini Holopainen Finland 50,20
3. Hannu Kortesluoma Finland 47,90
4. Esko Ahonen Finland 43,48
5. Lembit Talpsepp Estonia 43,29
6. Jaak Turro Estonia 41,30
7. Arto Kemppainen Finland 40,00
8. Markku Rautasalo Finland 39,47
400m M45
1. Francis Scott Great Britain 53,60
2. Peter Hickey Great Britain 54,57
3. Rolf Winberg Finland 54,80
4. Jukka Mononen Finland 55,19
5. Jorma Hietamäki Finland 55,69
6. Valentino Coco Italy 56,32
7. Juhani Ryynänen Finland 58,95
8. Viljo Kirjavainen Finland 59,58
(18.08.05)
Nur wenige Mastersportler haben am Wochenende an den diesjährigen Süddeutschen Meisterschaften der Männer und Frauen im Stadion von Wetzlar teilgenommen. Überwiegend waren Masters der Altersklassen M/W 35 am Start. Einmal mehr unterstrich aber Lidia Zentner (*1953 Gazelle Pforzheim/Königsbach) ihre exzellente Form in diesem Jahr und lief über 1500m ausgezeichnete 4:44,75 min. Mit dieser Zeit lag sie nur etwa eine Sekunde über dem von ihr im Juni aufgestellten neuen W50-Rekord über diese Distanz und erreichte die zweitbeste jemals in Deutschland gelaufene W50-Zeit über 1500m. Aus Seniorensicht sind folgende weitere Resultate dieser Meisterschaften erwähnenswert:
Männer
1500m 8. Freund, Maximilian 67 TV Waldstraße Wiesbaden 3:59,32 min
400m Hürden 11.Schulze, Andreas 69 Rastatter TV 56,23 sec
3000m Hindernis 8.Meyer, Steffen 66 TSV Zella-Mehlis 10:10,22 min
3x1000m 2.TV Waldstraße Wiesbaden 8:04,48 min
Schell, M 68 - Seidel, M 62 - Freund, M 67
Dreisprung 2.Verzi, Hrvoje 70 LAC Quelle Fü/Mü/Wü 15,47 m (W: -0,8m)
Diskuswurf 6.Maryniak, Helmut 68 1. FC Passau 46,28 m
Frauen
1500m 6.Zentner, Lidia 53 Gazelle Pforzheim/Königsbach 4:44,75 min
5000m 2.Jakobs, Marion 70 SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrüc17:37,67 min
Diskuswurf 6.Stolt, Silke 67 LAZ Bruchköbel 41,81 m
12.Scheffler, Sabine 69 MTG Mannheim 34,20 m
(17.08.05)
In ungewöhnlich scharfer Form hat der Vizepräsident des Internationalen Seniorenleichtathletikverbandes WMA, Ron Bell, jetzt WMA-Councilmitglied Dieter Massin (Ahlen) attackiert. Bell sprach von einem "E-Mail Krieg" ("email war"), den er nicht gegen Massin beginnen wolle; er,so Bell, möchte die von Massin aufgeworfenen offenen Fragen im "WMA Council" erörtern, "wo sie hingehören". Der E-Mail-Wechsel wurde jetzt auf der Internetseite masterstrack.com des US-Sportjournalisten Ken Stone im Original veröffentlicht.
Zunächst hatte Dieter Massin intern in einer E-Mail den Rechenschaftsbericht von WMA-Vize Ron Bell zur Non-Stadia-WM des letzten Jahres kritisiert, den dieser vorgelegt hatte und der, so Massin, alle offenen Fragen unbeantwortet lasse. Massin ("So geht das nicht!") formulierte seine Enttäuschung und forderte Nachbesserung und Antworten auf offene Fragen. Bell ("Dear Dieter") reagierte darauf mit der schroffen Bemerkung, Massins reitei bloß eine weitere persönliche Attacke auf ihn, was wiederum Massin dazu veranlasste, sein Bedauern über die Reaktion auszudrücken ("I regret your reaction") und die Erwartung zu formulieren, dass die Dinge in San Sebastian im WMA-Council geklärt werden, in dem Massin den Europäischen Senioren-Leichtathletikverband EVAA vertritt.
Tatsächlich will die WMA wegen des finanziellen Fiaskos der Non-Stadia-WM künftig ganz auf diese WM verzichten. Das hat das Präsidium in einem Antrag an die Generalversammlung vorgeschlagen. Dazu heißt es im Bericht des Weltverbandes, der den Delegierten der Vollversammlung in San Sebastian vorliegt: "Die VII. Non-Stadia-WM in Manukau/Auckland, Neuseeland, vom 18. bis 24. April 2004 waren eine große Enttäuschung, was die Zahl Athleten betrifft. Nur 448 Athleten aus 27 Ländern, davon 196 aus Neuseeland, nahmen an diesen Meisterschaften teil, die eigentlich ein großer Erfolg werden sollten. Das neuseeländische LOC hatte zwar bei vielen Meisterschaften für die WM geworben, aber aus irgendeinem Grund blieben die Athleten aus. Das WMA-Präsidium hat daraus geschlussfolgert, dass die Non-Stadiameisterschaft Gefahr laufe, bloße "lokale Weltmeisterschaften" zu sein und deshalb der WMA-Generalversammlung in San Sebastian einen Antrag vorgelegt, die Non-Stadia-WM ganz aus dem Programm zu nehmen und die einzelnen Non-Stadia-Wettkämpfe auf die Stadion- und die Hallenmeisterschaften aufzuteilen. Vancouver, das 2006 die Non-Stadia-Wettkämpfe veranstalten sollte, hat die Ausrichtung inzwischen zurück gegeben, nachdem das geringe Interesse an diesen Meisterschaften deutlich wurde."
Im Hintergrund der Auseinandersetzung steht, dass Ron Bell um eine erneute Amtszeit fürchten muss. Denn im Vorfeld der mit großer Spannung erwarteten WMA-Generalversammlung am 30. August wird zunehmend deutlich, dass Bell kaum eine Chance hat, wieder gewählt zu werden. Für seinen Posten kandidieren auch Monty Hacker (Südafrika), Vadim Marshev (Russland) und Winston Thomas (Großbritannien). Spätestens seit der gescheiterten Straßenlauf-WM 2004 in Neuseeland steht der Engländer als Vorsitzender des verantwortlichen "Non-Stadia-Commitee" in der Kritik. Noch in Neuseeland sollen ihn sechs führende Mitglieder der WMA schriftlich (!) aufgefordert haben, die persönlichen Konsequenzen aus dem desaströsen Ablauf dieser WM zu ziehen - ein einmaliger Vorgang in der WMA-Geschichte.
Auch deshalb wohl reagierte Ron Bell auf die Fragen von Dieter Massin so empfindlich. Dabei sind die aufgeworfenen Fragen mehr als berechtigt - schon angesichts des großen finanziellen Lochs, das die WM in Neuseeland im Etat der WMA verursacht hat, und einmal ganz abgesehen vom geringen sportlichen Wert dieser Weltmeisterschaft.
Der WMA-Vize Ron Bell hat national keinen Rückhalt mehr. Beispielsweise hat "sein" britischer Mastersverband BMAF beschlossen, statt Ron Bell den allseits beliebten Winston Thomas zu nominieren. Bell wird inzwischen zwar vom puertoricanischen Verband vorgeschlagen. Der hat allerdings für die WMA-Generalversammlung keine Delegierten gemeldet und - pikant,pikant - bis Mitte August noch nicht einmal die Gelder für die gemeldeten Athleten an die lokalen Organisatoren gezahlt hat, wie die Internetseite des lokalen Organisationskommitees meldet. (16.08.05)
Auch vier Tage nach Ende des ersten Masters-Grandprix sind die Resultate der Finalkämpfe im Olympiastadion von Helsinki noch nicht im Internet veröffentlicht. Die Webseite der Veranstalter spricht nur noch einer "Athletics through Generations show".
In den USA wird bereits mit Recht von fehlendem Respekt vor den Leistungen der Masters-Athleten gesprochen. masters-sport.de ist bekannt, dass der Finne Jorma Markus in Helsinki einen neuen internationalen M50-Rekord im Speerwurf aufstellte - die Weite ist aber nicht zu finden. Der Hochsprungmeister der Masters-WM von 1995 Jim Barrineau meinte, zurückgekehrt in die USA, inzwischen: "Der "Grand Prix" in Lahti/Helsinki war eigentlich ganz in Ordnung, bloß nicht so gut besucht. Man meinte dort, der Termin sei wohl zu kurz vor den World Masters Championships in San Sebastian. Wie auch immer, ich war der einzige M50-Hochspringer und gewann mit 1,80m bei 15-16° und windigem und nassem Wetter. Mein Anlauf war schlapp und die Versuche über 1,86m waren ziemlich trübe." (16.08.05, update: 19.08.)
Weit nach Mitternacht fand Franka Dietzsch zum ersten Mal ein wenig Ruhe. Sie saß im Sponsorenklub des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vor dem prasselnden Kamin, die Wangen gerötet. Die 37jährige Diskuswerferin aus Neubrandenburg blickte ungläubig drein, "weil ich es so richtig immer noch nicht glauben kann". Dass sie Regen, Wind und abendlicher Kühle getrotzt, die Konkurrenz im ersten Versuch mit einer großen Weite (64,89 m) geschockt und am Ende souverän mit 66,56 Metern den WM-Titel in Helsinki geholt hatte.
Die Stunden danach waren an ihr vorbeigerauscht, Fragen über Fragen, Pressekonferenz, Doping-Kontrolle, Auftritt im DLV-Klub - und dazwischen unzählige Anrufe. "Mutti, ich muß Schluß machen, aber du bist ja sicher noch eine Weile auf", beschied sie über Handy ihre Mutter Henni (62), die im Inselörtchen Koserow auf Usedom vor dem Fernsehapparat mitgelitten hatte. Dabei hätte sie sich gar nicht sorgen müssen, denn Franka Dietzsch trat mit einer Souveränität auf, die ihr niemand zugetraut hätte. Sie selbst auch nicht.
Nach dem ersten Versuch bereits hüpfte sie herum. "Das hat die anderen wohl noch nervöser gemacht", erzählte sie lachend. Keine der Konkurrentinnen war in der Lage zu kontern. Mit fünf ihrer sechs Würfe hätte Dietzsch Gold gewonnen. "Bei schönem Wetter kann jeder werfen", meinte sie mit Blick auf die widrigen Witterungsverhältnisse. "Von mir aus kann's jetzt hier jeden Tag regnen."
Die erste WM-Goldmedaille für den DLV seit den Siegen des Diskuswerfers Lars Riedel und des Hochspringers Martin Buß bei den Titelkämpfen 2001 in Edmonton war gleichzeitig der Triumph eines Duos, das sich vom Verband ausgemustert fühlte, wie es Dietzsch-Trainer Dieter Kollark ausdrückte.
Bereits 1999 hatte sie den WM-Titel gewonnen, doch in den vergangenen Jahren ging wenig. Bei der WM 2003 und bei den Olympischen Spielen 2004 überstand sie nicht einmal die Qualifikation. Entsprechend zurückgeschraubt wurde vom Verband ihr Förderstatus. "Es geht nicht ums Materielle, sondern um die Anerkennung", ereiferte sich Kollark. Der 60jährige betreut Dietzsch seit 15 Jahren. "Man kann eine solche Athletin nicht in die Ecke stellen", sagte er.
DLV-Generalsekretär Frank Hensel will diese Kritik nicht gelten lassen. Im Fall Dietzsch seien eben gewisse Erfolgs-Kriterien nicht erfüllt worden "Wenn sie nicht mehr im A-Kader war, hieß das ja nicht, daß sie keine Förderung mehr bekommen hat", meinte Hensel. In den Augen des stellungslosen Kollark ("Ich bin beim Arbeitsamt angestellt") sei dies "Formalismus, der Leistungssport aber lebt von der Ausnahme". Und schon einmal in Fahrt erklärte Kollark: "Im Bereich Spitzensport herrschte zu DDR-Zeiten Marktwirtschaft, heute bei uns herrscht Planwirtschaft." Er habe beide Systeme erlebt, sein Fazit: "Beide sind nicht perfekt."
Perfekt war hingegen der Auftritt von Franka Dietzsch, die ankündigte, mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking weitermachen zu wollen. "Ich habe meinem Trainer versprochen, daß wir gemeinsam auf die Chinesische Mauer gehen."
(Quelle: Berliner Morgenpost, 16.08.05)
Kritisiert haben die dänischen Bewerber für die WM-Ausrichtung 2009 die www.masters-sport.de-Meldung, dass der finnische Mitbewerber Lahti im Vergleich mit Aarhus und San Sebstian auch mit günstigen Preisen für die Vergabe der WM nach Finnland werben könne. Der Vergleich der Übernachtungs- und Restaurantpreise von Lahti, San Sebastian und Aarhus sei nicht fair, weil "gar nicht bekannt sei, welche Vereinbarung die Dänen mit Hotels und Restaurants in Aarhus habe treffen können", erklärte dazu Egon Poulsen, Präsident des dänischen Bewerberkommitees gegenüber www.masters-sport.de. Die Informationen über die erwarteten und garantierten Preise in 2009 seien in den Bewerbungsunterlagen enthalten, die dem WMA-Präsidium vorlägen und auch allen Delegierten der WMA-Generalversammlung in San Sebastian ausgehändigt würden. Sie würden außerdem allgemein ab 20. August auf der Internetseite der Bewerberstadt zu lesen sein.
Man werde, so Egon Poulsen, bei der Präsentation in zwei Wochen auch garantierte Preisbeispiele vorstellen. Tatsächlich erklären die Dänen in ihren Bewerbungsunterlagen unter anderem, nicht die Absicht zu haben, bei Hotelreservierungen eine Mindestaufenthaltsdauer vorzuschreiben - etwas, das bei der bevor stehenden WM in San Sebastian ganz besonders für ebenso viel Kritik wie Unverständnis gesorgt hat; die Hotelzimmer dort mussten für mindestens sieben Tage gebucht werden. Das Aarhus-Bewerberkommitee erwartet, so sein Bewerbungsprospekt, auch sonst sehr moderate Übernachtungspreise von 12 Euro/Person auf dem Campingplatz bis 165 Euro für ein Doppelzimmer in den besten Hotels. (16.08.05)
Die 2005 WMA-Weltmeisterschaften der Senioren im 100km-Ultramarathon werden aller Voraussicht nach am 10. Dezember in Bariloche, in der südlichsten argentinischen Provinz Patagonien gelegen, im Rahmen des Laufs "The Ultramarathon of the 5 lakes and the forest" ausgetragen werden. Start ist in Hampa del Toro, das Ziel in Bariloche. Endgütig entscheidet die WMA die Vergabe nach Argentinien in der nächsten Woche in San Sebastian. Südamerika ist damit als Ausrichter im internationalen "Geschäft" zurück. Noch vor zwei Jahren hatte das damals von einer heftigen wirtschaftlichen Krise geschüttelte Argentinien die Straßenlauf-WM an die WMA zurückgegeben. Damals sprang das italienische Riccione ein.
Die 100km-Weltmeisterschaft 2005 sollte übrigens eigentlich in Japan stattfinden. Dort aber hatten sich die Verantwortlichen des Masters-Verbandes und des nationalen Leichtathletikverbandes längst heillos zerstritten, so dass dieser Plan nicht realisiert werden konnte. (16.08.05)
Mit wesentlich mehr Teilnehmern aus Deutschland hatten die Finnen bei ihrem Masters Grand Prix in Lahti und Helsinki gerechnet. Immerhin will das westfinnische Lahti im Jahr 2009 die XVIII. Masters WM ausrichten, und die Deutschen hätten sich frühzeitig einen Eindruck von den bereits heute hervorragenden Wettkampfstätten und Unterkunftsmöglichkeiten machen können. Die Finnen können mit Recht selbstbewusst für diese WM werben. Ihre Hotelpreise beispielsweise sind günstig und unterscheiden sich damit wohltuend von denen im dänischen Aarhus und dem baskischen San Sebastian.
Dazu kommen "zivile" Preise in den Restaurants der Stadt und der Vorteil, dass die Wettkampfstätten nah beieinander liegen. Vor allem dieses große Plus gegnüber dem dänischen Bewerberduo Aarhus und Silkeborg, das sich am Rande der bevor stehenden WM in Spanien vorstellen will, macht Lahti zum Favoriten für die Vergabe der WM 2009.
Aus Deutschland waren in Lahti trotzdem nur ganze drei Athleten am Start, die M65-Sprinter Paul Busse (*1938, LG Alsternord Hamburg) und Manfred Eddelbüddel (*1939, SV Polizei Hamburg) und Hermine Staubermann (*1940, Recklinghäuser LC).
Peinlicher Hintergrund: Im DLV Seite hatte der damals scheidende DLV-Vize Dieter Massin (Ahlen) zwar alles für die Unterstützung des Masters-Grandprix auf den Weg gebracht. Dann verschwand aber alles in den Schreibtischschubladen der DLV-Zentrale in Darmstadt. Die Einstellung war offenbar, es lohne sich nicht (O-Ton:"Das ist für uns nicht interessant"). Nicht einmal Auskünfte gab es in Darmstadt, trotz bestehenden Interesses und Anfragen.
Eine Chance ist vertan und der DLV hat die eigenen Seniorenathleten, auf die sich Lahti so freute, einmal mehr nicht ernst genommen sondern nur verwaltet und dies auch noch schlecht. So macht man sich keine Freunde - weder im eigenen noch im fremden Lande.
Der erste Masters Grand Prix im finnischen Lahti ist vorüber. Sicherlich: Die Finnen hatten wesentlich mehr Teilnahmer erwartet. Nur 166 Männer und 42 Frauen kamen zwei Wochen vor der Masters-WM in San Sebastian nach Finnland. Insgesamt waren Teilnehmer aus 12 Nationen vertreten, darunter nur drei Deutsche. Und dennoch. Für Torsten Carlius und Rex Harvey von der WMA war es ein Erfolg, genauso wie für Dieter Massin als EVAA-Präsident. Denn erstmals kamen bei einer IAAF Weltmeisterschaft die Mastersathleten zum Wettkampf und nicht zum Zuschauen ins Stadion und damit in die Öffentlichkeit," betonten alle drei unisono. "Der erste Schritt ist getan", so die Vertreter der Masters-Leichtathletik. "Finnland hat Pionierarbeit geleistet!" Die Vorkämpfe fanden in Lahti statt (Ergebnisspiegel), die Finalkämpfe dann am Samstag im Olympiastadion. Eine besondere Geste: Alle Grandprix-Teilnehmer bekamen eine Freikarte für die WM! Im kommenden Jahr wird es eine Fortsetzung bei der EM im schwedischen Göteborg geben. Das haben Carlius und Massin bereits geklärt...
Bilder und ein ausführlicher Bericht vom Masters Grandprix stehen bald im Fachmagazin " Senioren Leichtathletik" aus dem Meyer&Meyer Verlag, Aachen. (15.08.05, update 19.8.)
Luminita Zaituc (*1968, LC Braunschweig), die derzeit schnellste deutsche Straßenläuferin, nimmt nach ihrem Sieg beim Düsseldorf-Marathon im Mai jetzt Kurs auf Berlin. Mit einer Zeit von 2:26:44 Stunden gewann die Vize-Europameisterin in Düsseldorf überlegen und lieferte gleichzeitig bei widrigen Wetterverhältnissen eine Weltklasseleistung ab, die nicht weit von ihrer Bestzeit von 2:26:01 Stunden liegt.
In Berlin will die Braunschweigerin diese nun angreifen und hält, wenn alles gut verläuft, bei der schnellen Strecke eine Zeit zwischen 2:24 und 2:26 Stunden für realistisch. Damit wäre ihr eine vordere Platzierung in dem bekannt hochkarätig besetzten Frauen-Feld des Berlin-Marathons sicher, schätzt auch Mark Milde, "Race Director" des Hauptstadt-Marathons, der zu den Top-Veranstaltungen auf der Welt zählt.
Auf die WM-Teilnahme in Helsinki hatte Luminita Zaituc verzichtet, weil sie nach ihrem Rennen in Düsseldorf länger als geplant pausieren musste und der Trainingsrückstand eine erfolgreiche WM-Teilnahme nicht zugelassen hätte. In Berlin trifft sie nun voraussichtlich auf die japanische Olympiasiegerin von Athen, Mizuki Noguchi, und die Irin Sonia OSullivan. (Quelle: www.leichtathletik.de; 14.08.05)
US-Ausdauerläuferin Gerry Davidson hat bei den US-Meisterschaften auf Hawaii keinen neuen Weltrekord über 5000m in der Altersklasse W80 aufgestellt. Dies wurde jetzt offiziell bestätigt. Der 5000m-Lauf war als erster Wettbewerb der diesjährigen US-Mastersmeisterschaften ausgeschrieben worden. Die zunächst veröffentlichte Ergebnisliste lautete dann:
W80 5000 Meter Run
=======================================================================
80 USATF: * 29:30.02
80 Meet: # 30:21.85 1987
Name Age Team Finals Points
=======================================================================
1 Davidson, Gerry W84 Unattached 26:13.09*
2 Lachman, Helen W80 Unattached 44:46.43 6
Das wäre neuer Weltrekord gewesen. Die endgültige Ergebnisliste sah aber ganz anders aus:
Event 102 W80 5000 Meter Run
=======================================================================
Name Age Team Finals Points
=======================================================================
1 Lachman, Helen W80 Unattached 44:46.43
-- Davidson, Gerry W84 Unattached NT
NT bedeutet "no time". Warum "no time" ? Erst am Samstag stellten die Offiziellen fest, dass Gerry Davidson eine Runde zu wenig gelaufen war. Gerry Davidson sagte dazu am vergangenen Wochenende, sie habe das auch gemerkt, aber nicht die Energie gehabt, dem Stopp der Kampfrichter zu widersprechen. Sie war deshalb sauer über sich selbst.
Hätte Davidson auf den letzten 400m ihr Rundentempo von 2:20 min gehalten, hätte sie ihren eigenen US-Rekord verbessert, den sie bei der WM in Brisbane 2001 aufgestellt hatte. Vielleicht wäre dann auch Johanna Luthers Weltrekord aus dem Jahr 1993 noch in Gefahr geraten. (14.08.05)
Die Rekordzahl von 8.937 Läufern, Skatern, Walkern und Rollstuhlfahrern ist am vergangenen Wocenende bei der 14. Bewag City-Nacht auf dem Kurfürstendamm an den Start gegangen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Plus von gut 1000 Läufern. Pünktlich zum Veranstaltungsbeginn beruhigte sich auch das bis dahin schlechte Wetter.
Sportlicher Höhepunkt war auch in diesem Jahr das 10-km-Rennen, bei dem alleine 6.193 Starter gezählt wurden. Zum dritten Mal nach 1999 und 2000 gewann Claudia Dreher (*1971, Gänsefurther SB) die City-Nacht. Sie lief 33:16 Minuten. Als Zweite kam die Leverkusenerin Melanie Kraus (*1974, TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 33:54 ins Ziel. Ich hatte wirklich ein super Rennen. Ich bin mein Tempo gelaufen, und ich habe mich die ganze Zeit gut gefühlt, sagte Claudia Dreher nach dem Rennen.
Doch zum Highlight wurde die Läuferin auf Rang sechs: Uta Pippig (*1965), die dreifache Siegerin des Berlin-Marathons. Ich habe noch nie so viel in einem Rennen gewunken. Es war wieder einmal ein super Lauf, und ich freue mich vor so einem gigantischen Publikum gelaufen zu sein, sagte Uta Pippig strahlend. Sie lief starke 35:22 Minuten - knapp 1 Minute langsamer als der deutsche W40-Rekord - und hat ihr Ziel, unter 36 Minuten zu laufen, mehr als erfüllt. Ihre Eltern waren unter den Zuschauern der in den USA lebenden Lauflegende mit Zweitwohnsitz in Steglitz.
In diesem Sommer 2005 will Uta Pippig entscheiden, ob "es sinnvoll ist, weiterhin an internationalen Läufen teilzunehmen. Für die Zukunft gibt es die Überlegung, als Masters-Läuferin an den Start zu gehen", heißt es auf ihrer Webseite.
Für den erfahrenen Veranstalter SCC gab es übrigens in Berlin viel Kritik. Zahlreiche Inlineskater mussten sich an der Joachimsthaler Straße zwischen den Pkws hindurch schlängeln; es fehlte fast jede Unterstützung der Polizei, mit Ausnahme der Beamten eines Einsatzwagens, der vor Beginn des Laufes auf dem Kurfürstendamm eine Abschleppaktion anordneten; auf der Kantstraße griffen drei Beamte ein, die zufällig während des Rennens vorbeifuhren und die Schwierigkeiten erkannten, und stoppten die Autos. (11.08.05)
EVAA-Sekretärin Marina Hoernecke-Gil ist vom WMA-Vizepräsidenten Exekutive Tom Jordan über den Einmarsch der Masterathleten in San Sebastian wie folgt informiert worden: Beim Stadioneinmarsch der Athleten bei der Eröffnungsfeier wird es keine Einschränkungen geben." Die Regelung der Veranstalter, wonach nur vier Teilnehmer pro Nation bei der Eröffnungsfeier einmarschieren können, ist damit überholt. Die EVAA "bittet alle teilnehmenden Verbände um Kenntnisnahme".
EVAA-Präsident Massin hat inzwischen in einer E-Mail an die europäischen Mitgliedsverbände die aus Europa stammenden WMA-Delegierten der Mitgliedsverbände zu einer Versammlung für den 27. August um 9 Uhr morgens in das Anoeta Stadion eingeladen, um die Council-Wahl der WMA vorzubereiten. 57 europäischen Delegierten stehen in San Sebastian übrigens 55 aus anderen Kontinenten gegenüber. (11.08.05)
Der Versand der Urkunden und der Ergebnis CD des Metro Group-Marathon Düsseldorf wird sich in diesem Jahr etwas verzögern. Das teilten in dieser Woche die veranstalter mit. Man habe "noch einen kleinen Film von etwa 8 Minuten für die Ergebnis CD produziert". Dies sei der Grund für die Verzögerung.
Auf der CD finden sich dann alle Finisher der Läufer, Skater, Handbiker, Einradfahrer, Staffeln getrennt nach Firmen und Schülern sowie die komplette Rheinlandwertung des Marathon Düsseldorf und des Rhein-Ruhr Marathon Duisburg. Die speziellen Urkunden der Rheinlandwertung wird es erst zu einem späteren Zeitpunkt geben. Die Aussendung erfolgt am 30. September 2005. Sollte in der ersten Woche im Oktober noch nichts da sein, sollen sich die Läuferinnen und Läufer bitte so schnell wie möglich beim Veranstalter melden. (10.08.05)
Sonia OSullivan wird beim Berlin-Marathon am 25. September an den Start gehen. Diese zweite spektakuläre Verpflichtung für das Frauenfeld gab Renndirektor Mark Milde heute bekannt. Die irische Weltklasseläuferin möchte die schnelle Berliner Strecke für eine deutliche Verbesserung ihrer Marathon-Bestzeit von bisher 2:29:01 Stunden nutzen. Sie trifft beim Berlin-Marathon 2005 mit seiner Rekordzahl von 40.000 Läufern unter anderen auf die favorisierte Olympiasiegerin Mizuki Noguchi (Japan).
Ihre Marathon-Bestzeit von 2:29:01 Stunden lief Sonia OSullivan im April als Achte des London-Marathons. Doch dieses Ergebnis entspricht längst nicht ihrem eigentlichen Potenzial. Die 35-jährige Mutter zweier Mädchen erzielte beim Great-North-Halbmarathon in Newcastle (England) 2002 die Weltklassezeit von 1:07:19 Std.
Mizuki Noguchi erscheint allerdings kaum zu schlagen. In sensationeller Manier hatte die Japanerin im August 2004 in Athen bei brütender Hitze den olympischen Marathon in 2:26:20 Stunden gewonnen und dabei sowohl die hoch favorisierte Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe (GB/ 2:15:25) als auch Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) geschlagen.
In den 90er Jahren war Sonia OSullivan eine der besten Bahn-Langstreckenläuferinnen der Welt. Ihre Grundschnelligkeit, also die Geschwindigkeit über kürzere Strecken, ist wesentlich besser als die von Mizuki Noguchi. 1995 wurde Sonia OSullivan Weltmeisterin über 5.000 Meter. Drei Jahre später schaffte sie bei den Europameisterschaften einen Doppel-Triumph über 5.000 und 10.000 m. Im gleichen Jahr gewann sie auch bei den Cross-Weltmeisterschaften sowohl die Kurz- als auch die Langstrecke.
(10.08.05)
Noch einmal zeigten die US-Masters, was sie können. Am letzten Tag der US-Meisterschaften auf Hawaii gab es noch einmal zwei Weltrekorde. Edward Burke verbesserte den Hammerwurf-WR der M65 auf 53,91m (seit 1996 53,32m durch Karl-Heinz Wendel, *1930, LG Düsseldorf) und über die Langhürden der M75 verbesserte James Stookey (Potomac Valley) den WR auf 53,15sec. Hier die Resultate von Tag 4.
(09.08.05)
11./12.02.2006 DM Senioren Halle + Winterwurf in Erfurt
15.- 20.03.2006 WM Halle Senioren Linz/Österreich
18.03.2006 DM Cross alle Klassen in Regensburg
26.03.2006 DM Straße / Halbmarathon in Herten
April DM 100km + Senioren in Hanau-Rodenbach
10./11.06.1006 DM Senioren Mehrkampf in Ahlen
11.06.2006 DM Senioren Berglauf in Beuren
07.-09.07.2006 DM Senioren I in Erfurt
19.-30.07.2006 EM Stadia Senioren Posen/Polen
04.-06.08.2006 DM Senioren II in Aachen
02./03.09.2006 DM Senioren Werfer-Mehrkampf in Waiblingen
09.09.2006 DAMM Endkampf in ?
10.09.2006 10km Straße in Regensburg
23.09.2006 DM Senioren Gehen in Gleina
September DM Senioren Bahngehen in Erfurt
(09.08.05, update 10.08.)
Wir müssen uns berichtigen: Denn wie in der Ricola-Reklame ist es auch im Hammerwurf der W45. Also: Wer hat den Weltrekord geworfen? Die Schweizerin!
Werferin Margrit "Mägy" Duss (*1958, LC Luzern) ist und bleibt W45-Weltrekordlerin im Hammerwurf. www.masters-sport-Leser Pino Pilotto - er selbst tituliert sich bescheiden als "M50-Durchschnittsathlet" - schickte heute morgen sofort eine E-Mail, als wir die 52,89m von Oneithea Lewis bei den US-Mastersmeisterschaften als neuen Weltrekord gemeldet hatten, und wies daraufhin, dass seine Vereinskameradin Mägy Duss sich im Jahr 2004 über die Stationen 48,23m - 49,50 m - 50,75 m - 50,95 m - 51,30 m - 51,70 m - 52,45 m bis auf 53,15 m gesteigert hat. Pino Pilotto: "Somit ist Lewis' Rekord keiner!" Er hat recht. Der Beleg ist die ewige Bestenliste des Schweizerischen Leichtathletikverbandes, die sich hier findet. Mägy Duss hat die Weltrekordweite im eigenen Stadion von Luzern am 2. Oktober 2004 geworfen.
Auch in diesem Jahr hat die Luzernerin bereits wieder 52,68 m im Hammerwurf erreicht und steht damit auf Platz zwei der Schweizer Bestenliste dieses Jahres. Außerdem gewann sie Anfang Juli in Bern zum zweiten Mal die offene Schweizerische Leichtathletikmeisterschaft. Es war ihre siebte Hammerwurfmedaille bei Schweizerischen Meisterschaften. Anschließend wurde sie das erste Mal in ihrer Laufbahn zur Dopingkontrolle gebeten. Pino Pilotto: "Die Dopingkontrolle war negativ, was ja im sportlichen Sinne positiv ist!"
Mägy Duss ist auch die Favoritin für die Masters-WM in San Sebastian. Die Zuschauer werden nämlich auf ein spannendes WM-Duell mit der US-Meisterin Oneithea Lewis verzichten müssen. Denn die US-Amerikanerin hat für San Sebastian nicht gemeldet. (08.08.05)
Bei den US-amerikanischen Meisterschaften hat Oneithea Lewis in der Altersklasse W 45 einen neuen Hammerwurfweltrekord aufgestellt. Am dritten Wettkampftag der Meisterschaften auf dem Campus der Universität von Hawaii warf die Athletin den Hammer auf 52,89m. Damit übertraf sie den alten Weltrekord von 50,75m der Schweizerin Margrit "Mägy" Druss aus dem Vorjahr deutlich und wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Immerhin hatte die US-Amerikanerin noch vor zwei jahren die Kugelstoßkonkurrenz bei den Millrose Games im New Yorker Madison Square Garden gewonnen. Lewis hält auch den W40-Hammerwurfweltrekord mit 56,39m
Die Deutsche Hillen von Maltzahn (*1949, LG Alte Salzstraße) gewann am Samstag mit 2,70m unangefochten den Stabhochsprung dieser US-Meisterschaften in der Altersklasse W55. (08.08.05)
Der DLV hat die Altersklassenwertung bei den Deutschen Meisterschaften im 10 km-Straßenlauf am 11.09.2005 im Nordseebad Otterndorf um die Klasse W70 erweitert. Die neue Ausschreibung finden Sie unter diesem pdf-Link. Meldeschluss ist am 23. August beim eigenen Landesverband. Mehr... (06.08.05)
Einen neuen Startrekord können die Veranstalter der 100 Kilometer von Leipzig vermelden. "Mit 222 Meldungen liegt die Teilnehmerzahl schon jetzt deutlich über dem Vorjahresniveau", sagt Lothar Fricke, Gesamtleiter des Rennens, das am 13. August zum 16. Mal rund um den Auensee führen wird.
Die Zunahme ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Lauf zum zweiten Mal nach 1997 als Deutsche Meisterschaften im 100-Kilometer-Straßenlauf gewertet wird. Aber auch die familiäre Atmosphäre und die flache und gute Strecke mit hohem Schattenanteil haben sich in der Läuferszene herumgesprochen.
Zu den gemeldeten Startern gehört Robert Wimmer (*1965, SC Roth), der im Jahr 2003 den Transeuropalauf über 5100 Kilometer von Lissabon nach Moskau gewonnen hat und 2002 deutscher 100km-Meister war. Ebenfalls angekündigt haben sich die Inhaberin der Weltbestleistung in der Altersklasse W60 im 24 Stunden-Lauf, Marianne Dahl (*1943, TS Burgwedel), und der amtierende Deutscher Meister im 100-Kilometer-Lauf, Lokalmatador Erhold Lorwin (*1956, Laufclub Auensee Leipzig).
Für die Wertschätzung, die die Veranstaltung genießt, spricht auch das bunte Teilnehmerfeld, zu dem neben Ultraläufern aus Deutschland auch Sportler aus Italien, Polen, Östereich, Belgien, Australien und den USA gehören. Start ist um 6 Uhr an der August-Bebel-Kampfbahn. Die ersten Läufer werden nach knapp sieben Stunden im Ziel erwartet.
Extra für das Rennen hat der asphaltierte Teil des zehn Kilometer langen Rundkurses zwischen der August-Bebel-Kampfbahn und der Luppenbrücke jüngst eine glatte Oberfläche erhalten, so dass beste Bedingungen für die Ausdauersportler garantiert sind. (Quelle: Christian Suhrbier in Leipziger Volkszeitung, 07.08.05)
Sie lässt sich nicht einmal durch die etwas verunglückte Metapher ihres Vereinschefs Herbert Jähtzen irrtieren, sie sei "das beste Pferd im Stall der Gazellen": Lidia Zentner (*1953, Gazelle Pforzheim/Königsbach) ist in Topform und ist in diesem Sommer Deutschlands Seniorenleichtathletin Nr. 1. Dies unterstrich sie eindrucksvoll am Mittwochabend beim 2. Veranstaltungstag der diesjährigen Fleiner Abendsportfest-Serie im Stadion von Flein. In 17:22,80 min erzielte sie bei optimalen Bedingungen, insbesondere völliger Windstille einen feinen neuen deutschen W50-Rekord über 5000m - nach 1500m und 3000m die dritte deutsche Bestmarke durch die Königsbacherin binnen weniger Wochen. Zentners jüngster Paukenschlag verbesserte den alten, vor 17 Jahren aufgestellten W50-Rekord, gelaufen von keiner geringeren als Edeltraud Pohl (*1936, SF Ennepetal) um nicht weniger als 23,4 Sekunden! Dazu ein virtueller Vergleich: Wären beide Athletinnen mit ihren Bestzeiten gegeneinander angetreten, hätte die Badenserin mit einem Vorsprung von rund 110m gewonnen. Die Seniorenweltmeisterin des Jahres 2003 nähert sich, wie bereits über 1500m und 3000m, auch über die 5000m der Weltrekordzeit; die steht seit acht Jahren bei beeindruckenden 17:17,02 min und wurde gelaufen von der Schwedin Jutta Pedersen (*1946). (07.08.05)
Gleich eine ganze Handvoll neuer nationaler und internationaler Rekorde brachten die ersten beiden Tage der diesjährigen US-Meisterschaften auf Hawaii. Traditionell sind die US-Mastersmeisterschaften auch fürTeilnehmer aus anderen Nationen offen. Aus deutscher Sicht am Bemerkenswertesten: Der neue 2000m-Hindernis-Europarekord von Hillen von Maltzahn (*1949, LG Alte Salzstraße) am zweiten Tag der Meisterschaften. Die in Troy im US-Bundesstaat New York lebende Norddeutsche unterbot am Freitag bei guten äußeren Bedingungen erstmals in 8:59,60 min die 9-Minuten-Grenze. Den alten Europarekord hatte die Tschechin Anezka Janeckova mit 9:02,37 min vor drei Jahren bei der EM in Potsdam aufgestellt. Wie gut die früher unter ihrem Namen Hillen Stubendorff antretende Mastersathletin drei Wochen vor der WM in Form ist, unterstrich sie auch mit ihrem Erfolg im Weitsprung: 4,08m (W: -0.8) war ihre Siegesweite.
Mehr als 800 US-Seniorenleichtathleten haben für die Meisterschaften gemeldet. Unerwartet deutlich weniger als bei den Meisterschaften in den Jahren zuvor, obwohl nur zum Gucken die Insel Hawaii mit Honolulu und Waikiki-Beach ein "einmaliges Erlebnis" ist (US-Mastersjournalist Ken Stone). Viele US-Athleten hatten die World Masters Games im kanadischen Edmonton vorgezogen und manche kommen auch nach San Sebastian. Darunter leiden die diesjährigen US-Titelkämpfe. Unter den gemeldeten Athleten treten gleichwohl zahlreiche ehemalige Leistungssportler an den vier Meisterschaftstagen auf dem "Cooke Field's Rainbow Track" an, das auf dem Campus der University of Hawaii in Honolulu liegt. Die Ergebnisse der ersten beiden Tage zeigen, dass die US-Athleten in den traditionell eher schwachen technischen Disziplinen viel dazu gelernt haben.
Die Höhepunkte bisher: Karen Steen gewann mit der neuen Weltrekordzeit von 7:05,06 min das Rennen über 2000m Hindernis und verbesserte ihren alten Rekord (7:11,94min) um fast sieben Sekunden, den sie bei der US-Meisterschaften in Decatour aufgestellt hatte, der aber bisher noch nicht den Weg in die internationalen Rekordlisten gefunden hat. Die 41-jährige Mittelstrecklerin aus dem US-Bundesstaat Washington ist auch hohe Favoritin über 1500m.
Über 5000m lief die 84-jährige Gerry Davidson in 26:13.09 min einen großartigen neuen W80-Weltrekord. Bei ihrem Sieg verbesserte die Läuferin aus dem kalifornischen Fallbrook den 12 Jahre alten Weltrekord von 28:32,67 min der unvergessenen Johanna Luther (*1913, OSC Höchst).
Der 95-jährige Trent Lane aus Baker (Louisiana) stellte im Kugelstoßen mit 6,14m einen neuen Weltrekord der Altersklasse M95 auf (bisher 5.11m, gestoßen von dem Japaner Masami Okazaki im Jahr 2000).
Weitere US-Rekorde erzielten:
M90: Leland McPhie 7.01m im Kugelstoßen (4 kg); seit 1990 6.97m von Buell Crane
M90: Leland McPhie 1,05m im Hochsprung; bisher 1,04m
M80: Melvin Larsen über 80m Hürden in 16,22 sec (W:+1,3m)
M70: Phil Shipp mit 42,53m im Speerwurf (500g); bisher 42,17m von ihm selbst bei den US-Meisterschaften 2004.
M60: Larry Norris (Oregon Track) in 8:26,87 min über 2000m Hindernis; bisher 9:00,59 min.
W45: Carol Finsrud 50,85m im Diskuswurf (1 kg); Verbesserung des eigene US-Rekords aus 2004 um 23cm
W45: Oneithea Lewies mit 13,55 m im Kugelstoßen; bisher: 13,05m
W35: Clare Look-Jaeger 3.560 Punkte im Fünfkampf; bisher 2.565 Punkte von Regina Richardson in 2004
Erwähnenswert sind die 13,99 sec (W: -0,4) der in Kalifornien lebenden, früheren polnischen Olympiateilnehmerin Anna Wlodarczyk (Platz 4 im Hürdenfinale 1980 in Moskau) über die 80m Hürden. Vom Winde verweht (+ 3,0m) wurden die tollen 17,67 sec der 71-jährigen Flo Meiler über dieselbe Strecke. Mit 10,80sec (W: +1,7) über 100m beherrschte M40-Sprinter Aaron Thigpen klar die Konkurrenz. Der Kalifornier schaffte es aber nicht, den US-M40-Rekord von Willie Gault (10,73sec) zu knacken.
Hier die Resultate der US-Mastersmeisterschaften 2005. (06.08.05)
Es gibt erste Diskussionen über den von den Veranstaltern veröffentlichten Zeitplan der bevor stehenden XVI. Senioren-WM im baskischen San Sebastian. Aber, so die WMA, es ist keine Panik vonnöten. Die Mitteilung, es werde noch zu "einigen Änderungen" kommen, trifft nicht zu. Die Basken arbeiten zwar noch am endgültigen Zeitplan. Er wird aber fast keine Änderungen gegenüber der offiziellen Ausschreibung im "Entry Booklet" beinhalten. Dies teilte jetzt Rex Harvey (USA) mit, der im WMA-Council für die WM verantwortlich ist. Einige Wettbewerbe sind gegenüber dem Entry Booklet hinzu gekommen, nämlich diese:
Am Donnerstag, 25. August finden statt
alle 5.000m-Frauenläufe und der 5000m-Lauf der Männer-Altersklasse M65 und älter und das
5km-Gehen der Männer-Altersklassen M35 bis M 60.
Am Freitag, 26. August finden statt
die 5.000m-Läufe der Männer-Altersklassen M35 bis M 60
und alle Entscheidungen der Frauen im 5km-Gehen und bei den Männern die Altersklasse M65 und älter.
Am Sonntag, 28. August findet die Entscheidung über 10.000m bei den Frauen und in der Männer-Altzersklassen M75 und älter statt.
Am Montag, 29. August finden die 10.000m-Läufe der Männer-Altersklassen M55-70 statt und am
Mittwoch 31. August starten die Männer-Altersklassen M35 bis M50 über 10.000m.
Über 800m finden drei oder weniger Runden statt. Ausnahme ist die M45, in der, einschließlich Endlauf, wegen der großen Zahl der Meldungen vier Runden gelaufen werden. Am Freitag, 26. August finden daher in der M45 morgens der Vorlauf und abends der Zwischenlauf statt; die Semifinalläufe sind am Sonntag, den 26. August, der Endlauf dann tags darauf, am Montag den 29. August.
DLV-Mitarbeiterin Meike Hübler erklärte inzwischen auf www.leichtathleik.de: "Sobald das endgültige OK für die Richtigkeit des Zeitplans vorliegt, wird dies auf der DLV-Homepage veröffentlicht. Der endgültige Zeitplan wird ebenfalls mit den Meldebestätigungen an alle Athleten verschickt, sobald dieser definitiv ist." Das wird noch einige Tage dauern.
Noch nicht klar ist auch, ob bei der Eröffnungsfeier lediglich und maximal vier Teilnehmer jedes teilnehmenden Verbandes oder unbegrenzt alle die in das Stadion einmarschieren können, die dabei sein möchten. (05.08.05)
Mag sein , dass die Teilnehmerzahl - 1136 Läuferinnen und Läufer kamen ins Ziel - die Organisatoren der World Masters Games überfordert hat; mag sein, dass die Organsitoren die Sache ein wenig unterschätzt hatten.
Tatsache ist auf jeden Fall, dass vier Tage nach Ende des Halbmarathons bei den World Masters Games im kanadischen Toronto noch immer keine Auswertung in Altersklassen vorliegt. Etliche Läuferinnen und Läufer werden noch als "unknown" geführt. Aus deutscher Sicht gibt es folgendes -auf Sparflamme, versteht sich- zu vermelden:
Reginald Rudd (*1952, ASC Konstanz) lief die 21 km Strecke in 1:35:21 Std und war damit bester Deutscher; dann folgen Gerhard Mensel ( (*1937, LC Jüterbog) 1:42:51 Std., der Geher Rolf Fischer (*1946, SC Buichenhöhe Horrem) in 1:59:06 Std., Valentin Bündgens (*1947, Alemannia Aachen) und Ursula Redenz (*1959, DJK Frankenberg Aachen) in 2:20:40 Std.
Aber bei aller Kritik ist festzuhalten: Die Teilnehmerzahl allein dieses Halbmarathons in Edmonton war dreimal größer als die Gesamtteilnehmerzahl der WMA-Nonstadia-WM im vergangenen Jahr in Neuseeland. (03.08.05)
Mit 89 Ja-Stimmen bei 77 Gegenstimmen hat es heute die IAAF-Generalversammlung am Rande der WM in Helsinki beschlossen: Künftig treten auch die Männer bereits ab 35 Jahren bei internationalen Mastersmeisterschaften an - wie bisher schon die Frauen. Die Altersklasse M35 ist damit jetzt etabliert und wird bereits bei der bevor stehenden WM in San Sebastian offiziell gewertet.
Seit Beginn der Seniorenleichtathletikbewegung waren nur Frauen ab 35 Jahren, Männer aber erst ab 40 Jahren bei internationalen Meisterschaften teilnahmeberechtigt. Der Grund hierfür lag darin, wie US-Legende David Pain stets zu berichten wusste, dass im ersten großen Masters-Leichtathletikverein, dem kalifornischen San Diego Track Club, "die meisten der Frauen und Freundinnen der Seniorenathleten eben fünf Jahre jünger als die Männer waren." Pain selbst verhinderte anschließend jahrelang jede Änderung dieser Regel. Seit der heutigen "Entscheidung von Helsinki für den Masterssport" ist dies alles nur noch eine schöne Episode.
Das Ja für die jüngste Masters-Altersklasse M35 auf dem 45. IAAF-Kongress war hinter den Kulissen seit Jahren vorbereitet worden. Noch auf seiner Zusammenkunft im Senegal vor zwei Jahren hatte aber das IAAF-Council die M35 nur "probeweise" zugelassen. Kein Verantwortlicher wusste genau, was das sein sollte. Aber kurzerhand initiierte Dieter Massin diese "Proben", und sie fanden binnen weniger Monate sowohl bei der 1. Hallen-WM in Sindelfingen 2004 als auch bei der EM im selben Jahr in Aarhus statt.
Entscheidend für das aktuelle Votum waren jetzt offenbar die in Sindelfingen und Aarhus gewonnenen Erfahrungen und die persönlichen Eindrücke, die IAAF-Präsident Lamine Diack ("Wir sind eine Leichtathletikfamilie") bei seinem zweitägigen Besuch der Masters-Hallen-WM in Sindelfingen gewonnen hatte. Deshalb unterstützten in einer spannenden Diskussion am heutigen Tag sowohl das IAAF-Council unter der Führung des Präsidenten als auch der Vorsitzende des IAAF-Masters-Kommitee, der einflussreiche Mexikaner Cesar Moreno Bravo, den Antrag, die Altersklasse M35 zuzulassen. Unerwartet großer Widerstand kam hingegen aus dem französischen Lager. Wie weiland einzelne Landesfürsten in deutschen Landen machte sich in Helsinki der Präsident des französischen Leichtathletikverbandes für eine Ablehnung der M35-Altersklasse stark. Überraschenderweise nicht nur das: Die Franzosen wollten das Rad sogar zurückdrehen und auch die Frauen künftig erst ab Altersklasse W 40 zulassen. IAAF-Council und Moreno fochten dagegen für den M35-Antrag, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen und überzeugten mit ihrer Position die Mehrheit des IAAF-Kongresses, der bereits am Vorabend in der Dipoli-Halle des Athletendorfes von Helsinki eröffnet worden war.
Beobachter werten die heutige Entscheidung von Helsinki als "Entscheidung für die ganze Seniorenleichtathletik", aber vor allem als großen persönlichen Erfolg für den scheidenden WMA-Präsidenten Torsten Carlius (SWE) und nicht minder für EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen). In einem ersten Kommentar sagte ein glücklicher Dieter Massin zu www.masters-sport.de: "Ich bin mächtig stolz. Damit hat ein jahrelanger "Kampf" einen erfolgreichen Abschluss gefunden." Und Carlius kommentierte:"Ich bin wirklich glücklich. Es ist eine tolle Entscheidung."
Carlius wird für seine jahrzehntelange Arbeit für die Senioren-Leichtathletik übrigens morgen mit der IAAF-Seniorenmedaille ausgezeichnet. (03.08.05)
Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) will weltweit die Sperren für Doping-Vergehen drastisch verschärfen. In einer auf dem 45. IAAF-Kongress in der Dipoli-Halle des WM-Athletendorfes in Helsinki verabschiedeten Resolution wird für eine Verdoppelung der Sperren für Erstvergehen auf vier Jahre plädiert.
"Es ist ein Appell an die Politik, dass das Kulturgut Sport nicht ausreichend geschützt ist", sagte IAAF-Vizepräsident Helmut Digel. Die IAAF wird sich nun beim Kongress der Welt-Anti-Doping- Agentur (WADA) 2007 dafür einsetzen, die in ihrem Doping-Kodex festgelegte und von allen olympischen Sportverbänden akzeptierte Zwei-Jahres-Sperre zu verdoppeln.
Zurückgenommen hatte der US-Verband USATF im Zuge der Diskussion über Doping-Sperren einen Antrag, der einen lebenslangen Bann bei einem Erstverstoß mit Anabolika vorsah.
Überraschend konnte dagegen der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit 96:66 Stimmen durchsetzen, dass alle Doping-Kontrollen von IAAF-Athleten einmal pro Jahr im Internet veröffentlicht werden. "Damit ist eine neue Epoche der Doping-Bekämpfung eingeleitet worden", kommentierte DLV-Präsident Clemens Prokop, "durch diese Transparenz besteht nun die Aussicht auf mehr Chancengleichheit." Spitzenleistungen und Siege seien damit viel besser einzuschätzen. "Nun sieht man, was Medaillen für einen Wert haben", meinte er. Eigentlich galt dieser Antrag als chancenlos, da das IAAF-Council ihn abgelehnt hatte. "Das ist einmalig", so Prokop.
Das IAAF-Gremium zog seinen Antrag auf Verschärfung der Fehlstartregel selbst zurück und vertagte die Entscheidung auf den nächsten Kongress 2007 in Osaka (Japan). So wird weiterhin der erste Verursacher eines Fehlstarts nur verwarnt und nicht wie vorgesehen gleich disqualifiziert.
Reagiert hat die IAAF auch auf den "Sportler-Einkauf" von reichen Ländern mit einer Verschärfung der Regel für Nationalitätenwechsel. Künftig, so ein Beschluss, werden Athleten, die für ein anderes Land starten wollen, für drei Jahre vom Tag des Erwerbs der neuen Staatsbürgerschaft gesperrt. Vorher galt der letzte Wettkampf, den ein Sportler für sein bisheriges Land bestritt, als Ausgangsdatum der dreijährigen Sperre. Im Falle einer gütlichen Einigung zweier Länder erhält der Athlet ein Wettkampfverbot für ein Jahr. Abgelehnt wurde der Antrag von Eritrea, im Streitfall eine sechsjährige Sperre zu verhängen. In jüngster Zeit hatten arabische Staaten wie Katar und Bahrain für Unmut gesorgt. So wechselte der Kenianer Stephan Cherono nach Katar und gewann für den Öl-Staat unter dem Namen Saif Saaeed Shaheen bei der WM 2003 den Titel über 3000 Meter Hindernis.
Die frühere polnische Weltklasseläuferin Irena Szewinska (59) ist in das Council des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) gewählt worden. Szewinska, die in ihrer Karriere sieben olympische Medaillen und zehn Weltrekorde aufstellte, ist die dritte Frau im IAAF-Council nach Aby Hoffmann (Kanada) und Nawal El Moutawakel (Marokko). (Quelle: Sportgate, 03.08.05)

In diesen Tagen erscheint bereits die achte Ausgabe des seit Jahresbeginn im Aachener Meyer&Meyer-Verlag erscheinenden Magazins Seniorenleichtathletik. Sie ist inzwischen in der Szene unverzichtbar und ein Muss. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe der "SeLa" steht dabei ein großes Interview von Jörg Schieferdecker mit dem Präsidenten der Europ. Seniorenleichtathleten Dieter Massin, das Schieferdecker am Rande der EVAA-Straßenlauf-EM in Portugal führte. Kernaussage des EVAA-Präsidenten aus Westfalen: "Es macht eine Menge Spaß, das kann ich ihnen sagen, für die Senioren zu arbeiten, handelt es sich doch um engagierte und dankbare Menschen." Na also!
Einmal mehr ein Leckerbissen ist die ständige Rubrik des ehemaligen DLV-Vizepräsidenten Rüdiger Nickel, der sich - durchaus selbstkritisch zu seinen eigenen früheren Positionen - pointiert mit der Frage befasst, ob ein unbewusst wegen eines altersbedingten leidens "medikamentierender Athlet" genauso zu behandeln ist wie ein bewusster Betrüger. Und was eigentlich Christa Stedtler vom TV 05 Neubeckum macht, erfährt man auch in "SeLA" 8/05, also alles über die Athletin, die im 4x200m Staffelrennen der Hallen-WM in Sindelfingen so schwer stürzte. Daneben können auch die Athleten der LAC Quelle Fürth/München/Würzburg herausfinden, warum sie eigentlich diesmal nur mit einem Team beim DAMM-Finale antreten dürfen, obwohl sich "eigentlich" die M40- wie die M50-Mannschaft qualifiziert hatten. Inzwischen enthält die SeLA auch fundierte Trainingstipps für Senioren. Schließlich kompliziert ein Strauß bunter Meldungen und Informationen diese SeLa-Ausgabe, die die offiziöse Zeitschrift "leichtathletik" vergessen lässt, die augenscheinlich den Wettkampfsport der Senioren nicht wahr- und wahrnimmt. Wir jedenfalls haben deren Abo inzwischen gekündigt... (02.08.05)
Zu den erfolgreichsten deutschen Leichtathleten bei den World Masters Games (WMG) in Kanada zählen die "Alten", nämlich Wolfgang Reuter (*1929, TSV Klausdorf) und Peter Speckens (*1935, SV Rot-Weiß Schlafhorst). Während der Schlafhorster Speckens 4 x Gold (Diskus, Hammer, Gewichtwurf, Werfermehrkampf) und einmal Silber (Kugel) erreichte, kam der Klausdorfer Reuter auf 4 x Gold (100 m, 200 m, 400 m, Weit) und einmal Bronze (Hoch, bei geicher Höhe -1,25 m- wie der Sieger).
Am Schlusstag der WMG gab es noch einmal fünf Medaillen für das deutsche Team, das mit insgesamt 48 Medaillen in der Leichtathletik nach Hause kehrte. Peter Speckens, Jan Luckmann (*1965, TG Winkel) und Ursula Förster (*1926, SV Motor Großenhain) kamen im Werfer-Mehrkampf auf den ersten Platz. Ursula Förster gewann in Kanada dreimal Gold. Heike Klaue (*1966, Berliner SC) im Werfermehrkampf und Ingeborg Siegers (W65) über 800m erkämpften sich in ihren Disziplinen jeweils die Silbermedaille.
Ebenfalls über 800m erlief sich Ursula Redenz (*1959, DJK Frankenberg Aachen) eine weitere Bronzemdaille.
Alle Leichtathletik-Ergebnisse der World Masters Games 2005 im Überblick...(02.08.05)
Die Leichtathletik kehrt ins modernisierte Gottlieb-Daimler-Stadion zurück. Das Council des Weltverbandes IAAF hat am Montag das World Athletics Final für drei Jahre nach Stuttgart vergeben. Von 2006 bis 2008 werden sich die Stars der internationalen Leichtathletik-Szene bei ihrem großen Saisonabschluss in der WM-Stadt von 1993 präsentieren. Die erste Entscheidung bei den Weltmeisterschaften in Helsinki ist zugunsten von Deutschland gefallen, sagte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, damit erhält Deutschland eine der hochkarätigsten Leichtathletik-Veranstaltungen überhaupt.
Auch beim Württembergischen Leichtathletik-Verband (WLV) ist der Beschluss des IAAF-Councils auf positive Resonanz gestoßen. Das ist eine ganze tolle Chance für die Leichtathletik in Baden-Württemberg, die wir nutzen müssen. Das gilt natürlich auch im Hinblick auf die Leichtathletik-WM 2009 in Berlin, erklärte WLV-Präsident Jürgen Scholz.
In diesem Jahr wird das World Athletics Final letztmals ins Monaco ausgetragen, danach folgt der Wechsel nach Stuttgart. An zwei Wettkampftagen stehen 36 Finals auf dem Zeitplan, das ab der Saison 2006 den krönenden Abschluss einer neuen IAAF Meeting-Serie bilden soll.
Da es keine Qualifikationen oder Vorläufe gibt, jagt dabei ein Höhepunkt den anderen. Als erster Termin für das IAAF World Athletics Final wurde der bereits der 9. und 10. September 2006 festgelegt. Mit der Zusage durch das IAAF-Council können nun die Detailplanungen und die weiteren Abstimmungen mit allen beteiligten Partnern beginnen. (01.08.05)
Sein drittes Gold holte Wolfgang Reuter (*1929, TSV Klausdorf) bei den World Masters Games in Kanada, die heute zu Ende gehen. Im 400 m Lauf siegte er in 66,75sec unangefochten und mit mehr als 5 Sekunden Vorsprung gegenüber dem zweitplatzierten Norman Windred (AUS), sicherlich noch beflügelt von seinem 4,75 m weiten Sprung, der übrigens neuer Europarekord ist, nachdem Reuter zuletzt Mitte des Monats in Hofgeismar bei den DM-Mehrkampf 4,67 m eine neue Kontinentalmarke gesetzt hatte; wegen der unterschiedlichen Stichtage gilt sein am 3. Juli letzten Jahres aufgestellter deutscher M75-Weitsprungrekord nicht als internationale M75-Bestmarke; denn der Schleswig-Holsteiner hatte sein 75. Lebensjahr am 12.08.2004 vollendet.
Neben Reuters Gold gab es noch einmal Silber für deutsche Masters mit Heike Klaue (*1966, Berliner SC) im Weitsprung (4,40m, W: +2,7) und dreimal Bronze mit der aus Köln stammenden Ingeborg Siegers (W 65, 1500m), Gerhard Mensel (*1937, LC Jüterbog, 1500 m) und Ursula Redenz (*1959, DJK Frankenberg Aachen, 400m in 74,91sec). (31.07.05)
Das Medaillensammeln deutscher Masterssportler bei den World Masters Games im kanadischen Edmonton geht weiter. Am 6. Wettkampftag der Leichtathleten waren es vor allem die Diskus-Werfer, die allein auf insgesamt fünf Goldmedaillen kamen. Das deutsche Medaillenpaket ist nun auf 34 angewachsenen, wobei sich Wolfgang Reuter zum zweiten Mal als WMG-Sieger feiern lassen konnte. Seine in der Altersklasse M75 erreichten 4,75 m im Weitsprung fanden allerorts höchste Beachtung!
Gold ging an: Peter Speckens (*1935, SV Rot-Weiß Schlafhorst), Roland Heiler (*1938, LAG Obere Murg), Jan Voigt (*1955, Ahrensburger TSV), Ursula Förster (*1926, SV Motor Großenhain), Ruth Baumann (*1931, SuS 09 Dinslaken) -alle Diskus-, Wolfgang Reuter (*1929, TSV Klausdorf) -Weit-, Ursula Herrendörfer (*1942, LT Diezer TSK/LG Einrich) -5000 m Bahngehen-; Silber an: Angelika Holder (*1955, LG Filder) - Diskus; Bronze an das Ehepaar Kessner: Adelheid K. (*1943, LG Hamm) im 5000 m Lauf, Ehegatte Gerhard (*1936, LG Hamm) im Bahngehen über 5000 m. (30.07.05)
Einen Versuch startete der finnische Masters-Sportverband und organisierte eine "Masters Challenge" in Lahti mit Endkämpfen im Helsinki-Olympiastadion während der IAAF-Weltmeisterschaften. Der Versuch hat sich gelohnt: 327 Meldungen gingen bei den Organisatoren ein. Die Endkämpfe werden dann am Samstagnachmittag, dem 13. August in einem Stundenprogramm absolviert. Es beginnt um 14:40 Uhr mit dem Hochsprung M55, 14:50 Uhr folgt der M60-100m-Sprint. Der Weitsprungkonkurrenz der W40 beginnt um 14:52 Uhr, der Speerwurf der M50 fünf Minuten später. Die Kugelstoßkonkurrenz der M 75 fängt um 15:30 Uhr an. Der Höhepunkt werden die 400m-Finals der M45 (15:32 Uhr) und W35 (15:42 Uhr)sein..
Interessant bei den Meldungen sind die Nennungen von Jim Barrineau (USA), der noch bei den WM in Buffalo keinen Geringeren als Dwight Stones im Hochsprung schlug, und von Prof. Dr. Kari Wichmann (Finnland), dem WMA-Antidoping-Chef, der im Kugelstoßen startet. Neben Startern aus dem Gastgeberland kommen Teilnehmer aus Deutschland, Estland, Italien, Schweden, der Türkei und den USA.
Anlässlich der bevor stehenden Leichtathletik EM im kommenden Jahr in Göteborg (SWE) werden ebenfalls Einlagewettkämpfe der Senioren stattfinden. Dies bestätigte inzwischen EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen). (30.07.05)
Zum zweiten Mal stand Peter Speckens (*1935, SV Rot-Weiß Schlafhorst) "ganz oben" bei den World Masters Games in Edmonton, Kanada. Im Gewichtwurf war er nicht zu schlagen und holte sich -nach seinem Erfolg im Hammerwurf- unangefochten seine zweite Goldmedaille. Hinter ihm platzierte sich der US-Amerikaner Ray Feick, der derzeit mit seiner Idee, eine Mannschaftswertung für die Werfer einzuführen, viele Fürsprecher findet. Wie die aktuelle "Senioren-Leichtathletik" zu berichten weiss, hatte EVAA-Vize Christian Segers (Frankreich) diese Idee bereits in die EVAA-Gremien eingebracht. Er soll bei der nächsten Council-Sitzung des Europäischen Seniorenleichtathletik-Verbandes diskutiert wird.
Zweimal Silber (gleichfalls im Gewichtwurf) gab es für Manfred Rittweger (*1927, Team Erfurt) und Jan Voigt (*1955, Ahrensburger TSV), derweil Gerhard Mensel (*1937, LC Jüterbog) sich im Crosslauf über 8 km die Bronzemedaille und damit die 24. Medaille bei den WMG für die deutsche Mannschaft holte. (29.07.05)
Organisationschef-Chef Alfred Siegesmund aus dem Schwarzwaldverein TV Unterharmersbach, gelegen in der kleinen Stadt Zell am Harmersbach, nutzt die noch knapp verbleibende Zeit und macht mächtig Reklame für die 1. Berglauf-Europameisterschaften der Masters, die am kommenden 30. April in Unterharmersbach stattfinden wird. Der DLV hatte die Bewerbung am 1. Juli "abgesegnet".
Im österreichischen Heiligenblut lagen bei den kürzlich ausgetragenen 4. Europameisterschaften der World Mountain Running Association (WMRA) bereits die ersten Flyer des deutschen Veranstalters aus.
Wichtig und interessant ist für alle Masters, die vielleicht an den Start gehen möchten, dass bei dieser 1. Masters-EM im Berglauf die Meldungen sowohl über die Nationalverbände aber auch direkt an den Veranstalter gehen können. Auf diesen Kompromiss hatten sich die WMRA und die EVAA geeignet. Der DLV hatte mitgeteilt, Meldungen könnten nur über ihn erfolgen. Diese Information trifft allerdings nicht zu, wie jetzt ein EVAA-Sprecher gegenüber masters-sport.de bestätigte. (29.07.05)
Selten waren die Aktivitäten vor einer Wahl so groß wie in diesen Tagen: Die bevor stehende WMA-Generalversammlung in San Sebastian wählt ein neues Präsidium des Weltverbandes World-Masters-Athletics (WMA). Im Mittelpunkt der Versammlung am Rande der diesjährigen Senioren-WM steht dabei, ob auf den bisherigen Präsidenten Torsten Carlius (SWE) der Italiener Cesare Becalli oder der Australier Stan Perkins folgt - eine Abstimmung, bei der die Europäer natürlich "ihren" Mann aus Italien unterstützen. Am morgigen Samstag läuft nun die Meldefrist für die Delegierten der einzelnen Verbände für die WMA-Generalversammlung ab. Bis dahin muss also jeder Nationalverband seine Delegierten namentlich beim Generalsekretär der WMA, dem Südafrikaner Monty Hacker, gemeldet haben.
Insgesamt 87 Nationen kommen zu den Masters-Weltmeisterschaften ins Baskenland; kaum zuvor gab es eine größere Anzahl teilnehmender Nationen. 39 kommen allein aus Europa. Bislang haben die Europäer allein schon eine Stimmenmehrheit, dennoch werben die EVAA-Vertreter um jede einzelne Stimme.
Eine Episode am Rande der Stimmenwerbung: aus Belgien, das zwei Delegierte stellen kann, lag noch keine Nominierung vor. In den letzten Jahren war immer der bekannte Läufer Omer van Noten der Vertreter des Königreichs und der startet zur Zeit bei den World Masters Games in Edmonton. Was lag also näher, als über die Veranstalter in Edmonton Kontakt aufzunehmen, um eine Delegiertennennung der Belgier noch zu erreichen? Und das ist auch erfolgreich geschehen.
Die deutschen Farben in der Generalversammlung vertreten in San Sebastian übrigens Heidi Pratsch, Anita Bahya-Zaiser, Angelika Grißmer, Karl-Heinz Flucke und Friedel Schunk; der Verdener Friedel Schunk ist auch als einziger Kandidat für das Amt des WMA-Schatzmeisters nominiert.
Erstmals bei einer Senioren-WM wird der Deutsche Leichtathletikverband in San Sebastian also ohne ein Präsidiumsmitglied oder einen Vertreter aus der DLV-Zentrale auftreten; bei anderen internationalen Auftritten ihrer Athleten lassen es sich die DLV-Spitzen regelmäßig nicht nehmen, dabei zu sein, meist sehr zahlreich natürlich. Offenbar ist aber das Interesse der DLV-Spitze am Seniorensport in der "Zeit nach Dieter Massin" doch sehr begrenzt.
Das zeigt wohl auch ein anderer Punkt: Obwohl rund 600 deutsche Seniorenleichtathleten für San Sebastian gemeldet haben, hat der DLV den Betreuerstab für das eigene Team bei der Senioren-WM in Spanien erheblich verkleinert. Trotz Extrazahlbeitrag der Senioren an den DLV und bei vier verschiedenen Wettkampfstätten fahren lediglich drei "Teammanager" ins Baskenland: Die unverwüstliche Heidi Pratsch und die Seniorenwarte Anita Bahya-Zaiser (Württemberg) und Karl-Heinz Flucke (Berlin). Sie erhalten übrigens dabei nur ihren Aufwand ersetzt und arbeiten ansonsten vom frühen Morgen bis zum späten Abend ehrenamtlich. Der Oldenburger Jörg Reckemeier, der bei den letzten internationalen Meisterschaften als Teambetreuer dazu gehörte, bestätigte auf Anfrage von masters-sport.de, er sei nicht gefragt worden, ob er Lust und Zeit hätte. Auch Dieter Massin, der bisher die Mannschaftsleitung anführte, ist nicht mehr als DLV-Mann dabei. Den hauptamtlichen Mitarbeitern in der DLV-Zentrale in Darmstadt ist die Organisationsarbeit und Betreuung der Masters bei internationalen Meisterschaften schon seit einiger Zeit nicht mehr gestattet. Es bleibe sonst zu viel Arbeit liegen, soll es geheißen haben. (29.07.05)
249 deutsche Masterssportler tummeln sich zur Zeit im kanadischen Edmonton bei den World Masters Games und vertreten die schwarz-rot-goldenen Farben in 16 Sportarten. In der Leichtathletik gab es bislang 20 Medaillenplätze zu verzeichnen, davon acht mal Gold (Peter Speckens (M70), Jan Voigt (M50), Manfred Rittweger(M75), Ursula Förster (W75) und Gudrun Mellmann (W60) -alle Hammerwurf-, Roland Heiler (M65) -Kugel-, Ursula Herrendörfer (W60) -10 km Gehen- und - fast möchte man sagen "natürlich"- Wolfgang Reuter (M75) - 200 m in 28.62sec (W: -1.2)-; 11 mal gab es Silber zu bejubeln bei Ruth Baumann (W70), Angelika Holder (W45), Peter Speckens (M70) -Kugel-, Jan Luckmann (M40) -Speer-, Ursula Redenz (W45) -2000 m Hindernis-, Rolf Fischer (M55) und Gerhard Kessner (M65) -20km Gehen-, Hildebrand Geis (M50) -Hochsprung-, Gudrun Mellmann (W60) und Heike Klaue (W35) -Speer- und Reinhard Michelchen (M60) -100m-. Die einzige Bronzemedaille holte bislang Leo Hohmann (M70) im 10000 m Lauf. Die Leichtathletik-Wettkämpfe gehen noch bis zum Wochenende. (27.07.05)
In der Mainzer Läuferszene geht ein Gerücht um. Demnach ist die Strecke des Drei-Brücken-Laufs nicht - wie angegeben - 8,4 Kilometer lang, sondern mindestens 200 Meter kürzer. Sportdezernent Norbert Schüler erfuhr davon eher zufällig bei einer Verlosung mit Kerstin Hoffmann, der fünffachen Siegerin des Drei-Brücken-Laufs.
"Das Gerücht gibt es bestimmt schon seit zwei oder drei Jahren", macht Hoffmann im AZ-Gespräch deutlich. "Als Läufer rechnet man sich ja seinen Schnitt aus und weiß, was man für eine Zeit laufen kann. Aber beim Drei-Brücken-Lauf stimmt irgendwas nicht." Die 33-Jährige erreichte das Ziel diesmal nach 30:10 Minuten - dabei braucht sie für 8,4 Kilometer normalerweise fast zwei Minuten mehr.
Beim Drei-Brücken-Lauf zur Johannisnacht wunderten sich noch mehr der 620 Läufer über ihre famose Zeit. Auch Hoffmanns Kollege Carlos Verez vom USC Mainz, der 2004 reüssierte, war ganz baff, heißt es. "Entweder haben wir alle einen supertollen Tag gehabt", grübelt Hoffmann. "Oder die Strecke ist zu kurz." Wahrscheinlicher sei eher Letzteres, auch wenn das den Organisatoren in keiner Weise negativ auszulegen sei.
"Von den meisten Läufern wird der Drei-Brücken-Lauf sehr geschätzt", macht die drahtige Grundschullehrerin aus Bretzenheim deutlich, die zu ihrer Glanzzeit Fünfte über 1500 Meter bei den Deutschen Meisterschaften war und von der Senioren-DM in Schweinfurt als Vizemeisterin über 1500 Meter heimkehrte. "Dass es mit der Streckenlänge nicht so genau stimmt, ist nicht schlimm. Wenn es nach mir geht, müsste gar nicht nachgemessen werden."
Genau damit aber hat Norbert Schüler seinen Sportamtsleiter Günter Pfeifer umgehend beauftragt. "In den nächsten Wochen werden wir das nachmessen", verspricht Pfeifer. "Wenn die Strecke nur auf dem Mainzer Stadtgebiet verlaufen würde, könnten wir die genaue Länge mit Hilfe unseres geografischen Informationssystems per Mausklicks ermitteln. Aber die rechtsrheinischen Teile der Strecke gehören zu Wiesbaden und sind deswegen nicht in unserem GIS enthalten." Man überlege, die Strecke entweder mit einem geeichten Fahrrad abzumessen - "oder wir setzen uns mit dem Vermessungsamt Wiesbaden in Verbindung und ermitteln die genaue Länge über deren GIS."
Pfeifer versichert, man sei "immer von der Streckenlänge 8,4 Kilometer ausgegangen, das ist nie in Zweifel gezogen worden". Fakt sei, dass es sich um keine normierte Strecke handele, wie sie etwa bei Veranstaltungen eines Leichtathletik-Verbands notwendig ist. "Der Drei-Brücken-Lauf ist ja nur ein Landschaftslauf mit wunderschöner Szenerie, der zur Johannisnacht Tradition hat", meint Pfeifer. "Da kommt es nicht drauf an, ob die Strecke statt 8,4 vielleicht nur 8,2 oder 8,1 Kilometer lang ist."
Die Läufer müssen sich also keine Sorgen machen. An der beliebten Strecke wird sich nichts ändern. Nur in der Ausschreibung wird in Zukunft wohl eine etwas geringere Länge angegeben sein. (Quelle: Michael Heinze in Main-Rheiner-Regionalnachrichten, 27.07.05)
Gute leistungen zeigten die Starter aus den Mastersklassen bei den Bayerischen Meisterschaften der Männer und Frauen am vergangenen Wochenende in Regensburg. Über 1500m lief bei sehr guten Bedingungen der M35-Ranglistenerste des Vorjahres German Hehn (*1969, LG Domspitzmilch Regensburg) in 3:57,79 min auf Silber; Jean-Jaques Faurie (*1966, LG Erlangen) kam in Saisonbestzeit von 4:02,70 auf Platz 6.
15:14,83 min über 5000m brachten Meisterschaftssenior Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) Rang 9. 14. in 15:54,84 min wurde im selben Lauf Georg Kinadeter (*1969, TV Hauzenberg).
Über 110m Hürden steigerte sich Bernhard Schäfers (*1969, LAZ Obernb.-Miltenberg) im Endlauf auf 15,65sec (Platz 4). Peter Rabenseifner (*1969, LG Amper-Würm) belegte über die Langhürden in 58,04 Rang 7.
In den technischen Disziplinen machte Neu-M35er Hrvoje Verzi (*1970, LAC Quelle Fürth/München/Würburg) mit 16,01m im Dreisprung auf sich aufmerksam. Norbert Demmel (*1963, TSV Unterhaching) gewann mit 52,29m den Diskuswurf und wurde im Kugelstoßen mit 15,77m Vizemeister, 14,35m brachten hier Thomas Weber (*1969, TV Faulbach) Rang 6. Helmut Maryniak (*1968, 1. FC Passau) belgte im Diskuswurf mit 45,78m Platz 4. Im Hammerwurf der Männer gab es die Plätze vier und sechs für Helmut Metschl, (*1958, LG München, 47,60m) und Sebastian Staudacher, (*1960, SV Achenmühle, 42,68m). Walter Kühndel (*1952, TV Dingolfing) konnte mit seiner Leistung von 53,31m im Speerwurf mehr als zufrieden sein.
Bei den Frauen lief Anja Schramm (*1969, TSV Schongau) 12,73sec über 100m (W: 2,9m), sprang 5,33m (W.-0,1) weit und und belegte tags darauf über 200m in 26,28sec (W:-0,2) Rang 5 im Endlauf. Über 5000m lief Inga Manneck (*1964 LC Aichach) 18:56,58min. Iris Hill (*1969, LG Domspitzmilch Regensburg) übersprang mit dem Stab 3,80m; sie hatte sich vor heimischer Kulisse mehr ausgerechnet. 11,33m bedeuteten im Kugelstoßen Rang 6 für Michaela Eichhorn (*1968 LG 09 Landshut); im Diskuswurf kam sie mit 37,35m auf Platz 4 der Konkurrenz. (27.07.05)
"Horst Schrader ist einer der schnellsten Senioren Deutschlands. Der 70-Jährige, der für den TuS Celle