Annettes Seite 2008:
Meine Informationen und Nachrichten für die deutsche Masters-Leichtathletik
Lokalmatador Sebastian Keiner (*1989, LC Erfurt) hat den 35. Erfurter Silvesterlauf über die 4-km-Distanz gewonnen. Bei klirrender Kälte von minus neun Grad Celsius siegte die 800-m-Hoffnung in 11:45,55 Minuten. Eine Premiere beim heimischen Silvesterlauf feierte der Thüringer Nils Schumann. Der 800-m-Olympiasieger von Sydney kam ebenso wie seine Frau Korinna Fink, die nach der Babypause wieder auf die 400-m-Strecke zurückkehrt, locker mitten im 10-km-Feld an. "Ich trainiere derzeit meine Ausdauer und laufe viel Ski in Oberhof. Ich werde nach etlichen Infekten in der Vorbereitung die Hallensaison wohl auslassen und im Sommer nochmal versuchen, mitzuhalten", sagte Schumann. Überlegener Gewinner des 10-km-Hauptlaufes wurde der mehrfache Rennsteiglaufsieger Christian Seiler (LC Erfurt). Bei den Frauen setzte sich über 4km Nachwuchs-Mittelstrecklerin Theresa Berles (Erfurter LAC) in 14:40,78 Minuten durch.
Der deutsche 10-km-Meister Falk Cierpinski aus Spergau und Marathon-Olympiastarterin Melanie Kraus aus Leverkusen sorgten derweil beim 28. Silvesterlauf im schwäbischen Bietigheim für Favoritensiege. Ex-Triathlet Cierpinski, Sohn des Hallenser Doppel-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, setzte sich auf der 11,2-km-Strecke in 32:45 Minuten gegen Vorjahressieger Sebastian Hallmann (München/32:51) und den Wattenscheider Christian Glatting (32:57) durch. Ein einsames Rennen bestritt Melanie Kraus (*1974, Bayer 04 Leverkusen), die nach 37:16 Minuten mehr als eine Minute Vorsprung vor der Zweitplatzieren Veronika Ullrich (*1968, LG telis finanz Regensburg/38:22) hatte. Bei Minusgraden auf der 11,2 Kilometer langen Strecke verbesserte die Siegerin die alte Strecken-Bestmarke der deutschen Marathon-Meisterin Susanne Hahn um sieben Sekunden. Rang drei erkämpfte sich Mira Glocker (Tübingen/38:56). Nach Veranstalterangaben säumten 20.000 Zuschauer die Strecke, fast 4000 Läufer waren am Start.
In Trier dominierten die Teilnehmer aus Kenia und Äthiopien und feierten jeweils Dreifach-Erfolge. Bei den Männern siegte der 10.000-m-Olympiadritte Micah Kogo aus Kenia über die 8-km-Strecke in 23:07,8 Minuten) vor seinen Landsmännern Shadrack Lagat (23,20,3) und Hosea Tuei (23:22,7). Bester Deutscher vor mehr als 15.000 Zuschauern war der Berliner Carsten Schlangen auf Platz vier (23:28,5). Bei den Frauen setzte sich die Äthiopierin Mimi Belete über die 5km in 16:07,0 Minuten vor ihrer Schwester Almensh (16:14,2) und Abebu Gelan (ebenfalls Äthiopien/16:19,1) durch. Antje Möldner (Potsdam), deutsche Meisterin über 3000-m-Hindernis, belegte in 16: 20,1 den vierten Rang.
Beim teilnehmerstärksten deutschen Silvesterlauf über 15km entlang der Bundesstraße 1 vom westfälischen Werl nach Soest.ging der Sieg an Lars Haferkamp und Heike Bienstein. Der Refrather Haferkamp erreichte das Ziel in 47:45 Minuten vor Tobias Severin (Bochum/48:38) und Christian Gehmke (Paderborn/49: 20). Die Dortmunderin Bienstein, die vor knapp drei Wochen Sechste der Cross-EM in der Altersklasse U23 geworden war, wiederholte ihren Vorjahressieg und war in 52:50 Minuten über eineinhalb Minuten schneller als 2007. Den Startschuss für die 7700 Teilnehmer hatte Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, gegeben. Auch bei der 27. Auflage der Veranstaltung ging es um den guten Zweck. 50.000 Euro kamen an Spendengeldern zusammen. Sie gehen an Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Soest. Insgesamt sammelten die Silvesterläufer seit 1982 damit schon 1,1 Million Euro für verschiedene Hilfsorganisationen.
Beim 33. Berliner Silvesterlauf im Grunewald setzten sich der Potsdamer Gregor Buchholz und die Berlinerin Elisabeth Haas durch. Auf der anspruchsvollen 9,9km langen Strecke benötigte Buchholz 31:34 Minuten, Haas war nach 38:57 im Ziel. 1732 Teilnehmer gingen an den Start. Beim 20. Silvesterlauf im oberösterreichischen Linz-Peuerbach wurde Vorjahres-Überraschungssiegerin Julia Viellehner Vierte. Die 23-Jährige von der LG Passau hatte nach 5,1km in 16:24 Minuten neun Sekunden Rückstand auf die Tagesschnellste Mare Dibaba-Hurssa (Äthiopien/16:15). Bei den Männern lief der Österreicher Günther Weidleringer über 6,8km zu seinem siebten Erfolg (19:18). Hatte sich Weidlinger in den vergangenen Jahren meist früh abgesetzt und souverän gewonnen, musste der Olympia-Teilnehmer diesmal bis zum Schluss kämpfen. Der Äthiopier Äthiopier Shumye-Tafere Alemayehu und der Marokkaos 10.000 Meter-Meister Najim El-Qady führten ab der Hälfte das Feld an, Weidlinger hielt aber Anschluss und ging mit 20 Meter Rückstand in die Schlussrunde. Mit einem starken Schlussspurt holte er noch seinen siebenten Erfolg, mit dem er nun alleiniger Rekordsieger vor dem deutschen Sechsfach-Sieger Carsten Eich ist. "Auf die letzten 500 m bin ich richtig stolz, die waren sehr schnell", sagte Weidlinger anschließend. (aus sportgate.de, 31.12.08)
Der 31. Dezember ist nicht nur ein lauter, sondern auch bewegender Tag: Allein in Deutschland gibt es rund 100 Silvesterläufe, zu denen mehr als 100 000 Teilnehmer erwartet werden. Der bedeutendste ist der Silvesterlauf in Trier, wo ab 14 Uhr unter anderem Kenias 10 000-Meter-Ass Micah Kogo und Europameisterin Ulrike Maisch über acht (Männer) und fünf Kilometer (Frauen) starten. Wegen einer fiebrigen Erkältung der ganzen Familie über die Weihnachtstage musste die Jahresweltbeste über die Marathon- und 10 000-Meter-Distanz Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) allerdings schweren Herzens absagen, nachdem zuvor schon Vorjahressiegerin Sabrina Mockenhaupt und Jan Fitschen verletzungs- und krankheitsbedingt hatten passen müssen. "Wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen", sagt dazu Triers Organisator Berthold Mertes. Doch Mikitenko sollte eigentlich sein Zugpferd sein.
Der größte deutsche Silvesterlauf steigt einmal mehr in Westfalen von Werl nach Soest entlang der Bundesstraße 1 über 15 Kilometer. Erwartet werden dort rund 8000 Teilnehmer. Rund 4000 Teilnehmer werden sich heute ab 14.30 Uhr am 28. Bietigheimer Silvesterlauf beteiligen. Viele tausend Zuschauer feiern einmal mehr diesen besonders stimmungsvollen Lauf. In Berlin werden auch in diesem Jahr wieder mehrere Silvesterläufe stattfinden. Die meisten Teilnehmer erwartet der SCC Running, der ab 12.00 Uhr bereits zum 33. Mal zum Silvesterlauf über den Teufelsberg einlädt. Die Veranstalter rechnen damit, dass etwa 2.000 Hobbysportler die 9,9 Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen werden. Bereits um 10.00 Uhr beginnt in Berlin der Viertelmarathon über gut zehn Kilometer um den Weißen See. Eine Stunde später startet der Grünauer Silvesterlauf am Karolinenhof. Die letzte Startmöglichkeit im alten Jahr gibt es um 14.00 Uhr ebenfalls über zehn Kilometer im Plänterwald.Auch in und um Hamburg gibt es diverse Läufe, etwa den "Rund um die Teichwiesen" in Volksdorf (Start: 12 Uhr). Etwa 1000 Sportler werden dort auf eine oder mehrere 2600-Meter-Runden gehen. Nachmeldungen sind möglich. Noch genügend Startplätze gibt es auch in München. Dort besteht ab 8 Uhr in der Arena hinter dem Olympiastadion in München die Möglichkeit, sich spontan für das 10-Kilometer-Rennen ab 12 Uhr (Kinder starten ab 11.15 Uhr) anzumelden. Die klimatische Vorhersage verspricht einen gelungenen Wettkampftag in der bayerischen Metropole. "Es ist trocken und kalt", sagt Alexa Eisner, die Vorsitzende des Veranstalters MRRC. "Das ist das perfekte Laufwetter."
Der Erfurter Silvesterlauf feiert in diesem Jahr Jubiläum. Die große Thüringer Lauffamilie ist zur 35. Auflage des breitensportlichen Spektakels eingeladen. Mit Pauken und Trompeten und 35 Böllern wird der "Tausendfüßler" rund um das Steigerwaldstadion ab 11 Uhr auf Kurs gehen. Jeder Teilnehmer erhält im Ziel eine Goldmedaille. Die 35. Auflage fiert auch der Silvesterlauf in Kiel-Ellerbek, bei dem ab 13 Uhr die Läuferinnen und Läufer auf dem Ellerbeker Rohdehoffplatz auf die 5,5km lange Strecke gehen.
In Köln kann zwischen zwei Läufen gewählt werden. Ambitionierte Läufer treffen sich zum Klassiker über 10km durch die Merheimer HeideDer Klassiker über zehn Kilometer durch die Merheimer Heide geht, der auch schon in die 33. Auflage geht. Start und Ziel befinden sich auf der Sportanlage des TuS Köln rrh. in Köln Höhenberg. Um den Läuferinnen und Läufern gerecht zu werden, wird das Rennen aufgeteilt. Um 12 Uhr gehen die Läufer an den Start, die für die Strecke mehr als 45 Minuten benötigen, die schnellen starten 75 Minuten später. Schon um 10 Uhr startet der Silvesterlauf - auch für ungeübte Läufer und Anfänger - durch den (Köln-)Dünnwalder Busch. Hier geht es auf einen 2,8 Kilometer langen Rundkurs, der auch für Walker geeignet ist. Die Laufzeit beträgt eine Stunde. Um elf Uhr wird mit einem Böllerschuss das Ende des Laufes angekündigt. Bei dieser Veranstaltung steht mehr das gemeinsame Laufen im Vordergrund.
Im oberösterreichischen Peuerbach geht es noch einmal ab 12.45 Uhr zur Sache. Vor bis zu 10.000 Zuschauern sind im „Lauf der Asse“ bei der 27. Auflage dieses Silvesterlaufes nicht weniger als 51 Spitzenathleten aus 20 Nationen auf der Jagd nach Preisgeld. 500 Euro gibt es für einen neuen Streckenrekord, je 600 Euro für die Sieger im Damen- und Herren-Bewerb. Zu schlagen gilt es dabei aber den sechsfachen Peuerbach-Sieger Günther Weidlinger, dem 15 nationale Meister aus Europa, Afrika und Amerika das Leben auf der 6800 Meter langen Laufstrecke schwer machen wollen.
Hier geht es zur Silvesterlauf-Liste von www.lauftreff.de und zu der von Klaus Michalski
(31.12.08, aufgefrischt 01.01.09)
Es war trocken, sonnig, aber eiskalt beim 30. Frankfurt Silvesterlauf am vergangenen Sonntag. Die Temperaturen lagen "nur" um den Gefrierpunkt, doch zusätzlich machte der eisige Wind den Läuferinnenn und Läufern zu schaffen. Die Frankfurter Rundschau sah Simret Restle, die Siegerin des 30. Silvesterlaufs von Spiridon Frankfurt, unterwegs gar "schier erstarren". Tatsächlich war die für Eintracht Frankfurt startende Favoritin bereits fast 100m hinter Mastersläuferin Veronika Ulrich (*1968, LG Regensburg) zurückgefallen. Doch die in Eritrea geborene Restle arbeitete sich dann auf dem zehn Kilometer langen Rundkurs im Frankfurter Stadtwald wieder an ihre Kontrahentin heran und hatte im Ziel in 35:12 Minuten die Nase vorne. Ulrich, die den Frankfurter Silvesterlauf zuvor schon dreimal gewonnen hatte, lag als Zweite zwei Sekunden dahinter. Sie wurde allerdings in der Hauptklasse gewertet und nicht als W40-Siegerin.
In Abwesenheit jeglicher afrikanischer Profis lagen bei den Männern auf den ersten 12 Plätzen Läufer aus der Hauptklasse; es siegte Heiko Baier (*1984, LG Fulda) in 30:41 Minuten vor Timo Zeiler (*1981, TSV Trochtelfingen), der nach 30:43 Minuten ins Ziel kam. Bei den Senioren lieferten sich Hakim Ouahioune (*1963, SC Blau-Gelb Marburg) und MarkusZerres (*1963, TV Waldstraße Wiesbaden) einen packenden Zweikampf, den der Marburger schließlich ganz knapp in 33:56min für sich entschied. Markus Zerres folgte mit zwei Sekunden Abstand. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt, zusätzlich strich ein eisiger Wind den Läufern um die Ohren. Ansonsten nutzten trotz der klirrenden Kälte insgesamt 2206 Läuferinnen und Läufer die Gelegenheit zum sportlichen Jahresausklang. Die Verlegung des Jubiläumsrennens auf den Sonntag vor Silvester hatte der Teilnehmerzahl damit keinen Abbruch getan, wobei es laut Thomas Rautenberg, Vorsitzender des veranstalenden Spiridon Frankfurt, auch Sinn und Zweck gewesen sei, den wochentags arbeitenden Sportlern eine Gelegenheit zum Mitmachen zu geben.
Noch eine neue Regelung gab es in Frankfurt. Wie bereits bei vielen anderen mittelgroßen Läufen gab es die ausgelobten Preisgelder von 300 , 200 und 100 € für die Plätze 1 bis 3 nur noch für Starter mit einem gültigem DLV oder DTU Startpass, "um die Athleten aus der Region zu stützen". Denn nicht nur in Hessen verzichten sie zunehmend auf Starts, wenn die Spitze nur noch aus Berufsläufern besteht. Die Regelung richte sich nicht gegen Ausländer, erklärte Thomas Rautenberg gegenüber laufreport.de. Aber man habe die Entwicklung der vergangenen Jahre verfolgt und sei diesen Schritt nun bewusst gegangen. Der Silvesterlauf sei ein regionaler Lauf und solle es auch bleiben. "Wir wollen mit dieser Regelung diejenigen ins Spiel bringen, die sich das gesamte Jahr über am Wettkampfbetrieb beteiligen, und nicht Vorbeireisende", sagte er. "Man soll auch in Zukunft merken, dass das ein Lauf ist, der es den Athleten aus der Region wert ist daran teilzunehmen." Über die Tatsache, dass damit vereinslose Läufer ausgeschlossen werden, habe man auch nachgedacht. Doch insgesamt lasse sich feststellen, dass diejenigen, die richtig vorn dabei seien, auch in einem Verein organisiert seien.
Alle Ergebnisse hier und mehr (Quellen: Frankfurter Rundschau, laufreport.de, 30.12.08)
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) trennt sich zum Jahresende von seinem Wurftrainer Werner Goldmann. Der 58-Jährige, der auch Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting betreut, wird nach einem Bericht des Deutschlandfunks von der Doping-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) unter Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Steiner nach abschließender Prüfung als "Dopingtäter in der früheren DDR" angesehen. "Der Arbeitsvertrag mit Werner Goldmann wird am 31. Dezember 2008 auslaufen", sagte Norbert Brenner, stellvertretender DLV-Generalsekretär, im Deutschlandfunk. Vor den Olympischen Spielen im August in Peking hatte Werner Goldmann in einer Anhörung gegenüber dem Kommissionsvorsitzenden Steiner eine offenbar wahrheitswidrig von ihm unterschriebene Ehrenerklärung bekräftigt, zu keiner Zeit in Doping-Praktiken verstrickt gewesen zu sein (mehr...). Daher drohen ihm jetzt möglicherweise weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen, u.a. die Rückzahlung der bei den Olympischen Spielen in Peking angefallenen Reise- und Aufenthaltskosten.
Anlass für die jetzige Entscheidung war ein Bericht der ZDF-Sendung "Frontal21" im Juli des Jahres. Darin hatte der frühere DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs gesagt, Anfang der 80er Jahre von Goldmann unter anderem mit dem Anabolikum Oral-Turinabol versorgt worden zu sein. Der 48-jährige Jacobs, ein vom Bundesverwaltungsamt staatlich anerkanntes Dopingopfer, musste sich vor wenigen Jahren wegen einer starken Schädigung des Herzens einer Herztransplantation unterziehen.
Die Unabhängige Antidoping-Kommission des DOSB hatte dann am 21. November Trainer Goldmann und Dopingopfer Jacobs angehört; den Wunsch der Kommission nach Gegenüberstellung hatte Goldmann abgelehnt. Gerd Jacobs war einst Trainingspartner des auch von Goldmann trainierten DDR-Kugelstoß-Olympiasiegers 1988, Ulf Timmermann. Seit langem ist er Leichtathletik-Trainer beim SCC Berlin. Bereits Ende der 90er Jahre hatten zwei ehemalige Athletinnen Goldmann vorgeworfen, ihnen als Minderjährige Dopingmittel gegeben zu haben. Ein Strafverfahren gegen ihn wurde damals gegen Zahlung von mehreren 4000 DM eingestellt.
DLV-Präsident Clemens Prokop sagte, die DOSB-Kommission habe sich auf DLV-Anfrage Anfang Dezember "gegen eine Weiterverwendung ausgesprochen, wir sind der Empfehlung gefolgt". Laut DLV-Präsident hat der Verband der DOSB-Kommission "auch die Verdachtsfälle der Trainer Klaus Schneider und Klaus Baarck explizit mit der Bitte um Prüfung vorgelegt". Es liefen nun Bemühungen, "weiteres Material zu kriegen", anders als im Fall Goldmann erhebe hier aber bislang niemand konkrete Vorwürfe.(Quelle: sid, süddeutsche 29.12.08)
In der Silvesternacht wird die Leichtathletik-WM 2009 das erste Mal ganz im Mittelpunkt Berlins stehen, umringt von einer Million feiernder Menschen. Dort nämlich, auf dem schmalen Mittelstreifen der Straße des 17. Juni, steht eine große Uhr, die die Zeit bis zum Start der WM herunterzählt. In der Silvesternacht wird die Zahl „226“ aufblinken – so viele Tage sind es noch bis zur WM in Berlin. Dann sollen auf beiden Seiten des Brandenburger Tores Stadien entstehen: Auf der Straße des 17. Juni, an der Ziellinie vieler Laufwettbewerbe, werden große Tribünen für bis zu 7000 Menschen aufgebaut, sagte Cem Herder, Sprecher der WM 2009. „Und auf dem Pariser Platz planen wir ein Kulturstadion.“ Dort könnten sich die teilnehmenden Nationen präsentieren, es sei auch an eine Bühne für Experten-Interviews und Musiker gedacht. Im Frühjahr werden die Details bekannt gegeben. Dann soll auch feststehen, ob die WM-Eröffnungsfeier – vermutlich einen Tag vor den ersten Wettkämpfen am 15. August im Olympiastadion – auch in der Innenstadt ausgetragen wird.
Die Planungen werden immer konkreter. Vor wenigen Tagen hatten die Veranstalter die Laufstrecke festgelegt: So wird der 10-Kilometer-Rundkurs des Marathons vorbei an Potsdamer Platz, Siegessäule, Schloss Bellevue, Museumsinsel und zurück zum Brandenburger Tor führen. Auf der vierten Runde – der Marathon ist schließlich exakt 42,195 Kilometer lang – werde eine Schleife über 2,195 Kilometer um den Alexanderplatz gelaufen, teilten die Veranstalter mit. Der Marathon der Frauen wird am Sonntag, dem 23. August, stattfinden und der letzte Straßenwettkampf sein; die Männer starten am Tag zuvor ebenfalls um 11 Uhr. Etwas langsamer wird es am ersten Tag der Leichtathletik-WM in der Innenstadt zugehen: Dann starten am Stadion auf der Straße des 17. Juni die Geher über 20 Kilometer. Ihr zwei Kilometer langer Rundkurs verläuft bis zum Wendepunkt am Reiterdenkmal Friedrichs II. – es geht also immer hin und her. Das mag sich eintönig anhören, ist aber noch lange nicht so monoton wie der Wettbewerb über 50 Kilometer auf derselben Strecke. Da muss den Zuschauern auch etwas geboten werden.
Für die Wettkämpfe im Olympiastadion wurden bisher 170 000 Tickets verkauft. Tageskarten sind ab 30 Euro zu haben, Dauerkarten ab 350 Euro. Auch die Quartierfrage ist gelöst: Die 2500 Athleten und Funktionäre werden im Hotel „Estrel“ an der Sonnenallee in Neukölln wohnen sowie im Hotel „Berlin, Berlin“ am Lützowplatz in Tiergarten. Eine weitere Angelegenheit wird in drei Wochen geklärt: Dann wird das Maskottchen der Leichtathletik-WM 2009 vorgestellt. So viel wird verraten: Es soll – anders als „Goleo“, der Löwe der Fußball-WM 2006 – eine Hose tragen.
Tickets und Details: www.berlin2009.org
(André Görke im Tagesspiegel vom 28.12.2008)
Fast drei Jahre lang war er von der Bildfläche komplett verschwunden: Schmerzende Bandscheiben sowie drei Operationen hatten den Seniorensportler Dr. Dieter Maisch außer Gefecht gesetzt. Die lange Zwangspause ohne jegliche Wettkampfpraxis machte dem Läufer aus Leidenschaft zwischendurch so zu schaffen, „dass ich Depressionen bekam“. Seine Leidenszeit hat ein Ende: Für 2009 erträumt sich der inzwischen auskurierte 91-Jährige eine Rückkehr auf die Laufstrecke. Mitten im 1500-m-Lauf passierte es damals. Plötzlich ein stechender Schmerz im rechten Oberschenkel, danach das schnelle Sinnieren über den möglichen Grad der Verletzung, kurz darauf die Entscheidung, sich aus Selbstschutz-Gründen aus dem Rennen zu nehmen. Das Malheur passierte im Februar 2006 bei den Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren im österreichischen Linz. Seither hat Dr. Dieter Maisch kein einziges Rennen mehr bestritten und das Training auf Laufband, Ergometer und im hauseigenen Hallenbad reduzieren müssen.
Sehnenanriss diagnostizierten die Ärzte seinerzeit nach gründlicher Untersuchung. Die Verletzung heilte, die Schmerzen in jenem verflixten Frühjahr blieben. „In Wirklichkeit waren meine Bandscheiben ursächlich für die Schmerzen“, sagt der Kirchheimer heute. Zwei Bandscheiben-Operationen an der Uniklinik Tübingen sowie eine Lendenwirbelsäulen-OP in einer orthopädischen Klinik in München folgten, letztere im vergangenen September. Die Operationen verliefen problemfrei, kosteten aber Kraft und zehrten an den Nerven – und gingen schließlich auf Kosten seines gewohnten Trainings. „Manchmal konnte ich nur jeden dritten Tag anstatt täglich meine Übungen machen“, erinnert sich Dieter Maisch.
Mit anderen Worten: Dem bewegungsverliebten Gesundheitssportler, für den nach den olympischen Sommerspielen
1936 alles begann („mein damaliger Stuttgarter Nachbar Alfred Dompert hatte über 3000 Meter Hindernis die Bronzemedaille gewonnen und ich wollte ihm nun nacheifern“), fehlte in den letzten drei Jahren der Konsultationen und ärztlichen Eingriffen etwas. Es fehlte das Lebenselixier – der Sport. „Zeitweise war es so schlimm, dass ich Depressionen bekam“, blendet er zurück. Mit Diagnosen kennt sich Dieter Maisch aus: Mehr als ein halbes Jahrhundert praktizierte er selbst als Nervenarzt, und die Türschilder an seinem Kirchheimer Anwesen erinnern noch heute an seinen Beruf. Längst fühlt sich Dieter Maisch, der im Vorjahr ein zweites Mal heiratete, wieder wohl in seiner Haut. Bandscheiben und Lendenwirbelsäule bereiten ihm Weihnachten 2008 keine Probleme mehr, und die Last des Sinnierens ist der neuen Lust am Sporteln gewichen. „Seit der OP in München bin ich wieder schmerzfrei“, sagt er und hat die Intensität seiner täglichen Trainingseinheiten schon wieder gesteigert. 20 Minuten Aquajogging, 200 Meter Schwimmen, bis zu fünf Kilometer Laufband-Jogging und gymnastische Übungen nach wissenschaftlicher Anleitung – das ist es, was Dieter Maisch „verteilt auf den ganzen Tag“ im 92. Lebensjahr seinem Körper abverlangt. Demnächst wird‘s ihn zu Übungszwecken erstmals nach Jahren auch wieder ins Freie ziehen: „Bleibe ich gesund, laufe ich ab dem Frühjahr wieder richtige 1500-m-Runden im Kirchheimer Stadion. Die Tartanbahn dort tut meinen Gelenken gut.“
Wer rastet, der rostet. Das ist das Leitmotto, dem sich Dieter Maisch schon immer untergeordnet hat, und nicht erst im fortgeschrittenen Stadium einer Sportkarriere, die ihm als höchste Meriten Gold, Silber und Bronze bei diversen Senioren-Weltmeisterschaften eingebracht hat sowie den mehrmaligen Gewinn der deutschen Ärztemeisterschaft im Skilanglauf. Stolz präsentiert Dieter Maisch seine gewonnenen Pokale und Trophäen in den Regalen des Wohnzimmerschranks – und doch blickt er am liebsten voraus. „Man muss sich Ziele setzen“, sagt er und erfreut sich an der seit kurzem wieder gewonnenen Fitness, die ihn weit über den Durchschnitt seiner Alterskameraden hebt. „Jeder Tag ist ein Geschenk für mich“, sagt er. Und so formuliert er, mit der Zukunfts-Frage konfrontiert, konkrete Ziele. Noch einmal wenigstens möchte er beim bekannten Stuttgart-Lauf starten, am liebsten schon 2009, und dann über die 7,5 Kilometer. Klappt‘s mit dem Unterfangen, wäre Dr. Maisch automatisch der Älteste im Feld – und damit neuer Rekordinhaber. „Die Teilnahme in Stuttgart ist ein absoluter Traum von mir.“ (aus Teckbote, Foto: © laufreport.de 28.12.08)
Mike Soule, M55-Stabhochspringer aus Minnesota (USA), gibt in diesem Jahr den Weihnachtsmann für Mastersathleten. Denn er hat eine Videoreihe im Internet veröffentlicht, wie Athleten und keineswegs nur Stabhochspringer, die wieder aktiv werden wollen, in der Vorbereitung auf die neue Saison Grundlagentraining absolvieren können. Auf seiner Myspace-Internetseite bezeichnet er sich selbst als "vaultingeezer", was mit "Stabhochverrückter" nur unzulänglich übersetzt ist. Allemal sind seine Videosequenzen ein zeitgemäßer Weg, anderen die eigenen Erfahrungen und Tipps ("Go slow!") zu vermitteln.
In der Einleitung zu den Videos, die er direkt vor den Feiertagen ins Internet stellte, schreibt Mike Soule: "Der Schwerpunkt sind die Videofilme, die ich für ein "Just coming back"-Training zusammengestellt habe. die Idee war, machbare Trainingseinheiten für Athleten mit einem Minium an Ausrüstung für Athleten zu zeigen. beispielsweiese habe ich für Gewichte und Liege keine 40 Dollar gezahlt und auch die anderen Dinge wie den Hometrainer kann man gebraucht für wenig Geld erstehen. Naja, die Beiträge sind vielleicht ein bisschen lang geworden, aber ich wollte eben, dass die Zuschauer sie in eins sehen können und verstehen, wie alles funktioniert."
Hier geht es zu den leider nicht untertitelten, englischsprachigen Videos. (28.12.08)
So vergeht die Zeit. Bereits zum dritten Mal wird es im Jahr 2009 den Prignitz-Cup geben, und der Auftakt dafür findet noch im alten Jahr statt. Denn wie bereits in den Vorjahren ist der Kyritzer Silvesterpokallauf der erste von sechs Wertungsläufen in der Region im Nordwesten Brandenburgs. Der Startschuss fällt an diesem Sonntag, 28. Dezember, um 10 Uhr am Kyritzer Sport- und Kulturzentrum. Beide gelaufenen Strecken über acht bzw. zwölf Kilometer gehen in die Wertung ein.
Dabei stand der Kyritzer Lauf in den vergangenen Jahren auf der Kippe. Doch ist jetzt eine Lösung gefunden worden, mit der es an der Knatter weitergehen kann. Vielleicht hat auch der Prignitz-Cup dazu beigetragen. Denn seit es ihn gibt, verzeichnen alle sechs darin zusammengefassten Läufe steigende Teilnehmerzahlen. Unterstützt wird der Lauf von der Märkischen Allgemeinen und der Sparkasse Prignitz sowie von allen Ausrichtern der einzelnen Läufe. Der Modus des vergangenen Jahres hat sich bewährt. Darum ist auch die Ausschreibung weitgehend unverändert geblieben. Wer in seiner Altersklasse ein Chance haben will, in der Gesamtwertung unter die ersten Drei zu kommen, muss an mindestens vier der Läufe teilgenommen haben, egal, welche der Wertungsstrecken er wählt. Denn pro Lauf kann sich jeder für einen kürzeren oder einen längeren Lauf entscheiden. Bis zu fünf Ergebnisse kommen in die Wertung. Die drei Erstplatzierten jeder Altersklasse erhalten Medaillen. Darüber hinaus gibt es für alle Urkunden, die am Ende in die Gesamtwertung kommen.
Übrigens: Nach dem Lauf in Kyritz ist erst einmal über vier Monate Pause bis zum nächsten Lauf.der Perleberger Roland-Lauf am Samstag, 9. Mai. Die Ausschreibung für den Prignitz-Cup ist hier zu finden. Zur Onlineanmeldung für den Silvesterpokalllauf in Kyritz geht es hier)
( Quelle: Bernd Atzenroth, Märkische Allgemeine, 27.12.08))
Einmal mehr "großer Bahnhof" für Wolfgang Ritte: Die Stadt Wesel würdigte am Montag mit einem Empfang im Rathaus seine Erfolge. Der Stabhochspringer des Weseler TV wurde Ende November in Monte Carlo als Senioren-Welt-Leichtathlet des Jahres ausgezeichnet. neben Ritte wurde auch die B-Jugendliche Inka Wesely geehrt, die mit der DFB-Auswahl den EM-Titel und WM-Bronze geholt hatte. „Die Stadt Wesel ist stolz darauf, zwei so erfolgreiche Sportler in ihren Reihen zu wissen. Diese herausragenden Leistungen sind nur möglich, wenn man sich einer Sache mit Leib und Seele verschrieben hat“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und überreichte Wolfgang Ritte ein Geschenk und einen Gutschein. Anschließend trug Wolfgang Ritte sich in das Goldene Buch der Stadt am Niederrhein ein.
„Diese Einladung ist eine große Ehre für mich. Sie gibt mir auch die Gelegenheit, mich dafür zu bedanken, dass ich in Wesel optimale Trainingsbedingungen und beim Weseler TV ein Umfeld vorfinde, das mich hervorragend unterstützt“, meinte Wolfgang Ritte. Er hatte für Ulrike Westkamp ein Geschenk mitgebracht und überreichte der Bürgermeisterin einen Kalender des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, der in limitierter Auflage erschienen ist und bei der Gala in Monte Carlo an die Gäste verteilt wurde.
Neben Ulrike Westkamp würdigten Gisela Hinnemann, Vize-Präsidentin des Landes-Sportbundes NRW, der stellvertretende Landrat Heinrich Heselmann und Franz-Josef Probst, Präsident des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN), die Erfolge der Weseler Aushängeschilder in Sachen Sport. Probst betonte dabei die Wichtigkeit der Stadt Wesel für den Verband. „Wesel ist für den LVN ein Leichtathletik-Zentrum, das er unter allen Umständen erhalten will“, sagte Probst. Er verbreitete beim Thema Ausbau des Auestadions großen Optimismus. „Ich bin zuversichtlich, dass die achte Bahn 2009 kommt“, meinte er. Eine Aussage, die er allerdings nicht zum ersten Mal gemacht hat. (Quelle: rp-online.de 26.12.08)
Glückwünsche an Christa Stedtler zum 65.Eine der erfolgreichsten westfälischen Sportlerinnen wird heute 65 Jahre alt. Einen Tag vor Heiligabend feierte Christa Stedtler, erfolgreiche Leichtathletin des TV 05 Neubeckum, zusammen mit zahlreich vertretenen Gästen ihren Geburtstag.
Wenn wir richtig gerechnet haben, hat die im schlesischen Neißbach unter ihrem Mädchennamen Katzer geborene Leichtathletin ein knappes Dutzend Europatitel erringen. 1990 wurde sie in Budapest (Ungarn) erstmals Europameisterin, 1996 holte sie im südschwedischen Malmö fünf Titel - ebenso wie vier Jahre später bei der EM in Jyväskylä in Finnland. 2009 plant sie den Start in ihrer neuen Altersklasse bei der Senioren-WM in Lahti. Ihrem Verein „TV 05 Neubeckum“ hat die Jubilarin übrigens immer die Treue gehalten. Dabei hat sie gerne und überzeugend ihre umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen auch an ihren Leichtathletik–Nachwuchs vom TV 05 Neubeckum und in der Familie weiter vermittelt. Inzwischen starten bereits ihre Enkelkinder bei regionalen Volksläufen. (23.12.08)
Aufgegriffen hat der DLV am Tag vor Heiligabend die aufgeregte Mitteilung der Organisatoren aus Lahti, dass es "entgegen anderslautender Gerüchte" noch Zimmer für die bevor stehende Senioren-WM gebe. Dabei war dies nie eine Frage, zählt doch auch die mit dem Zug eine Stunde entfernte finnische Hauptstadt zu den Orten, die die lokale Zimmervermittlung Lahtitravel anbietet.
Keine Position beziehen die DLV-Verantwortlichen wie auch die finnischen Organisatoren allerdings weiterhin zu den enormen Preisen, die für ein WM-Doppelzimmer verlangt werden. In der Stadt Lahti werden dafür immerhin mindestens 118 Euro (=166 $*) pro Nacht verlangt, wobei unklar ist, welche Kategorie das Hotel erfüllt. Selbst in einem Hostel sind es noch 66 Euro (92 $), in einer Schule 50 Euro (70 $*) und in Privatunterkünften mindestens 70 Euro (108 $*) pro Nacht für zwei Personen, wobei nicht gesagt wird, wo eigentlich sich diese preiswerteren Unterkünfte befinden. Aus dem Reservierungsformular ergibt sich auch nicht, dass in den Preisen jeweils auch ein Frühstück enthalten wäre.
Geradewegs abenteuerlich sind aus deutscher Sicht die vorgegebenen Zahlungs- und Reservierungsbedingungen. Während alle weltweiten Internet-Hotelbörsen längst kostenfreie Stornierungen bis kurz vor dem Anreisetag offerieren, verlangt Lahtitravel Vorkasse - 25 % sofort, den Rest am 1.Mai - also rund drei Monate vor WM-Start. Bei Gruppenbuchungen ab 30 Teilnehmer ist der Gesambetrag gleich sofort mit der Bestätigung zu zahlen.
Gänzlich wird auch verschwiegen, dass es den kostenlosen Bustransport zwischen Unterkunft und Stadion bisher nur direkt in der Innenstadt von Lahti geben soll. Athleten und Besucher, die vor den Stadttoren Lahtis unterkommen, müssen selbst für die tägliche Anreise sorgen. Wer beispielsweise in Helsinki übernachtet und mit dem Zug nach Lahti fährt, zahlt für die stündlichen Verbindungen täglich knapp 30 Euro (42 $*) pro Person. Das hebt den etwas günstigeren Zimmerpreis schnell auf. Ein 10-tägiges "all-inclusive"-Sonderangebot der finnischen Eisenbahnen für Ausländer ("Finnrailpass") summiert sich immer noch auf 232 Euro (324 $*). Die lokalen Organisatoren verhandeln zwar mit der Eisenbahngesellschaft über ein WM-Sonderangebot. Weitere Informationen dazu gibt es aber nicht.
Übrigens: Selbst sehr kleine Mietwagen vom 28. Juli bis 9. August kosten nach unseren Recherchen inakzeptable 500 Euro (700 $*). Die Anreise mit dem eigenen Wagen aus Mitteleuropa ist angesichts der Fährkosten von ca. 1000 Euro auch keine wirkliche Alternative zur Flugreise.
Besonders stark sind von den hohen Preisen übrigens die Athleten und ihre Begleiter aus dem Vereinigten Königreich betroffen, nachdem das britische Pfund erheblich an Wert verloren hat und jetzt nahezu ein Pfund etwa einem Euro entspricht. (* Umrechnungskurs, 1 Euro = 1,40 $; 24.12.08)
Nach einer aktuellen WMA-Meldung sind die Preise in Lahti in Ordnung
Straßenlauf-EM in Århus: ...und die "Eagles" sind auch daDie Organisatoren der Straßenlauf-Europameisterschaften der Senioren im dänischen Århus vom 29. bis 31. Mai 2009 empfehlen eine frühzeitige Buchung von Hotelbetten. Der Grund für die Bitte, das "Hotel (in) Aarhus" bald zu buchen: Am 30. Mai findet in der jütländischen Großstadt auch ein großes Konzert der US-Band The Eagles ("Hotel California") im Rahmen ihrer "Long Road Out Of Eden World Tour 2009" statt, für das heute bereits 22000 Eintrittskarten verkauft sind. Mindestens 40.000 Besucher insgesamt werden erwartet; Konzert-Eintrittskarten zum Preis ab ca 100 Euro (!) gibt es hier.
Meldeschluss für die Straßenlauf-EM ist übrigens der 20. März beim DLV, auf dessen Internetseite auch das Meldeformular zum Herunterladen vorrätig ist. Alle notwendigen Informationen über die 11. Auflage dieser EM, vor allem der Zeitplan, finden sich auf der Internetseite der Veranstalter. (23.12.08)

Auf einer eindrucksvollen Pressekonferenz in den Räumen des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) in Rom wurden am vergangenen Montag vor über 100 Gästen, Journalisten, Kamerateams und LOC-Mitgliedern die ersten Startnummern der bevorstehenden Hallen-EM der Seniorenleichtathleten in Ancona übergeben. Die ersten Startnummern erhielten der italienische Masters-Viertelmeiler und Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1948 in London Ottavio Missoni, W45-Hürdenspezialistin René Felton und auch Anconas Bürgermeister Fabio Sturani, der in seiner Heimatstadt -wie von ihm versprochen- teilnehmen wird. Sturani, wie der Präsident der italienischen Leichtathleten (FIDAL) Francesco Arese von der Mittelstrecke kommend, will im Crosslauf an den Start gehen.
EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen) und FIDAL-Präsident Francesco Arese hatten vor Übergabe der Startnummern in ihren Stellungnahmen auf die wachsende Bedeutung des Masterssports in Europa und insbesondere in Italien verwiesen. Francesco Arese, der für Ancona sein Kommen bereits fest zugesagt hat, erwartet mit der Senioren-EM einen weiteren Schub für den italienischen Masterssport, der bei der WM in Riccione vor etwas mehr als einem Jahr mit über 3000 Masters und auch im letzten Sommer in Ljubljana mit 630 Teilnehmern mehr als deutlich unterstrichen hatte, dass es in Italien mit der Seniorenleichtathletik kräftig aufwärts geht.. Übrigens: Der Meldeschluss beim DLV für die Hallen-EM in Ancona ist am Freitag, 9. Januar 2009! (mehr... Foto: © Dieter Massin, FIDAL Präsident Franco Arese, Bürgermeister Fabio Sturani, Ottavio Missoni und René Felton; .22.12.08)
Auch in diesem Jahr lädt Bernd Hübner, Berlins Marathonrekordler, zu seinem traditionellen „Gänsebratenverdauungslauf“ ein. Am 26.12.1999 gab es für Läufer in Berlin zum ersten Mal Gelegenheit, Gänsebraten, Marzipan, Stollen oder ähnliche kalorienreiche Gerichte des Festes gemeinsam abzuarbeiten. Seitdem ist dieser Lauf eine beachtete Traditionsveranstaltung in Berlin geworden und hat Nachahmer in der ganzen Bundesrepublik. Er zieht auch „Gästeläufer“ an, die in Berlin gerade im Urlaub sind. Allerdings wurde der „Gänsebratenvernichtungslauf“ -etwas gefälliger- inzwischen zum „Gänsebratenverdauungslauf“.
Das lockere Rennen ohne Wettkampfcharakter wird am Freitag, dem 26. Dezember 2008 um 10.00 Uhr am Mommsenstadion in der Waldschulallee 34 zum 10. Mal gestartet. Ziel ist die Försterei in der Saubucht, die weihnachtlich geschmückt sein wird. Dort gibt es heißen Glühwein und einige weihnachtliche Süssigkeiten. Die Dauer des Laufes beträgt etwa 60 - 90 Minuten, der Kilometerschnitt: 6:30 Minuten. Es ist keine Anmeldung vonnöten. Wer laufen will, soll einfach hinkommen und mitmachen. Das Mommsenstadion kann zum Umziehen genutzt werden, auch sind Duschmöglichkeiten vorhanden.
Initiator Bernd Hübner hat durch seine Lauf-Initiativen in Berlin viele Akzente gesetzt, meist abseits von den großen Läufen und insbesondere mit vielen wöchentlichen Trainingsläufen, so dass seine „Fans“ einen eigenen „Bernd Hübner-Lauftreff“ nach ihm benannt haben – und unter diesem Namen auch an offiziellen Läufen teilnehmen. Bernd Hübner hat Kultstatus als Berlin-Marathon-Rekordler; er erreichte bei allen 35 Auflagen das Ziel. Eine große Laufgemeinde wird ihn auch beim 10. Gänsebratenverdauungslauf am 26.12.2008 vergnügt begleiten. (Quelle grr.de 21.12.08)
Vanessa, süße drei, stellt sich auf die Zehenspitzen, als ihre Mutter die Laufschuhe schnürt. «Mami, ich will mit!», kräht sie. Irina Mikitenko, Deutschlands erfolgreichstes Marathon-Ass und die größte Hoffnung für die Leichtathletik-WM 2009 in Berlin, schüttelt den Kopf.
«Das geht nicht. Aber die Oma kommt gleich und passt auf dich auf», erklärt Mikitenko ihrer Tochter. Für die 36- Jährige sind nicht die 42,195 Kilometer die wahre Herausforderung, sondern der Alltag zu Hause im hessischen Freigericht.
Bis zu 230 Kilometer Training in der Woche, der Haushalt, die Kinder Vanessa und Alex (14), die PR-Termine, die Rennen und die Trainingslager außerhalb der Schulferien. «Alleine hätte ich keine Chance: Alexander ist Papa, Manager, Trainer, Koch und Masseur», sagt sie über ihren Mann, der als Metallarbeiter im Schichtdienst auch noch einen Acht-Stunden-Tag hat. Als die beiden 1996...
weiter auf der Internetseite von yahoo.de (21.12.08)
In der Golden-League-Serie 2009 des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF wird es jeweils fünf Disziplinen bei Männern und Frauen geben.
Bei den Männern sind 100, 400 und 3000 oder 5000 Meter sowie 110 Meter Hürden und Speerwurf vorgesehen. Aus den Frauen-Disziplinen wurden 100, 400, 100 Meter Hürden, Hochsprung und Stabhochsprung ausgewählt, teilte die IAAF mit. 2008 wurde in sechs Männer und nur vier Frauen-Disziplinen um den Jackpot von einer Millionen Euro gekämpft.
Im kommenden Jahr sind wieder Berlin (14. Juni), Oslo (3. Juli), Rom (10. Juli), Paris (17. Juli), Zürich (28. August) und Brüssel (4. September) die Schauplätze der Golden League. Für 2010 hat die IAAF eine Reform und Ausweitung der Meeting-Serie auch auf andere Kontinente angekündigt. (Quelle: dpa 19.12.08)
Der Weltverband der Seniorenleichtathletik WMA hat am Donnerstag die Zeitschrift SeniorenLeichtathletik (Kürzel "SeLa") angegriffen. In einer WMA-Presseerklärung wird SeLa zu Unrecht beschuldigt, sie verbreite das falsche Gerücht, in Lahti gebe es keine Unterkünfte mehr. Kein Wort äußert der geschäftsführende WMA-Präsident Monty Hacker allerdings zum eigentlichen Problem, den überteuerten Hotelpreisen.
Das im Aachener Meyer&Meyer-Verlag erscheinende, stets gut informierte Magazin hatte in seiner Dezember-Ausgabe das zurzeit aktuellste Thema der deutschen Mastersszene aufgegriffen: Die hohen WM-Hotelpreise in Lahti (FIN). Prominente deutsche Seniorenleichtathleten wie der Hamburger Reinhold Dahms oder der Berliner Klaus Neuendorf, aber auch die Seniorenleichtathletikvereinigung proMasters kritisieren seit geraumer Zeit die horrenden Übernachtungspreise, die in Finnland von den WM-Gastgebern verlangt werden. Inzwischen gibt es auch aus Frankreich kritische Stimmen.
Tatsächlich sind die Hotelpreise in Lahti gerade für die Zeit der WM ab Ende Juli 2009 deutlich angehoben und liegen bei weitem über dem Niveau früherer Meisterschaften und vor allem auch über dem, was in Lahti außerhalb der WM-Zeit zu zahlen ist. Nahezu alle Zimmer in der ganzen Lahti-Region können dabei nur über die mit den Organisatoren verbundene Buchungszentrale "Lahti Travel" reserviert werden. Die wenigen nicht "geblockten" Zimmer sind genauso überteuert wie diejenigen, die die Veranstalter anbieten. Pikant: Auch Lahti-Hotelangebote aus deutschen Sommer-Reisekatalogen können für die Zeit der WM nicht mehr gebucht werden, obwohl die Hotels noch Zimmer frei haben. Ein Beobachter kommentierte am Donnerstag: "Das ist ein richtiges Kartell! Man braucht kein Prophet zu sein, dass diese Preise viele Athleten abhalten werden, nach Lahti zu kommen."
Dieter Massin (Ahlen), Präsident des Europäischen Seniorenleichtathletiverbandes EVAA und einer der Macher von SeLa, war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht erreichbar. Er hält sich zu Gesprächen mit Nicola Maggio und anderen italienischen Leichtathletikexperten in Rom auf. In einem SeLa-Kommentar hatte Massin die Lahti-WM heftig kritisiert. Sie übertreffe "hinsichtlich Startgeld und Hotelkosten alles bisher Dagewesene. Das Startgeld für lediglich eine Disziplin ist erneut gestiegen und zwar gleich um 17%, die Hotelkosten vor Ort steigen - punktgenau und nur für die Zeit der WM - um 60% oder gleich 100% in die Höhe." Massin fragte: "Wer kann, wer will das noch bezahlen?" und er forderte: "Die Leichtathletikmeisterschaften der Senioren dürfen nicht zum Erlebnis einiger weniger Kapitalkräftiger werden."
Bereits vor Jahren hatte der Ahlener die überhöhten Unterkunftskosten bei internationalen Meisterschaften aufgegriffen und in Europa für deutliche Verbesserungen gesorgt. Die WMA-Verantwortlichen hatte das Thema hingegen nicht interessiert.
Hier gehts zum Kommentar im Blog (19.12.08)
Spanien interessiert sich dem Vernehmen nach für die Ausrichtung der 5. Hallen-WM der Seniorenleichtathleten im März 2012. Aus Kreisen, die dem Seniorenleichtathletik-Weltverband WMA nahe stehen, verlautete jetzt, dass das südspanische Valencia Interesse gezeigt habe.
Eine verindliche Bewerbung liegt aus Spanien aber offenbar noch nicht vor. Die offizielle, bereits verlängerte Bewerbungsfrist der WMA ist am 30. November abgelaufen. (18.12.08)
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will mit mehr zentraler Leistungssteuerung und einer besseren ökonomischen Absicherung der Topsportler bei der WM im August 2009 in Berlin in die Erfolgsspur zurückkehren. «Es geht darum, den sportlichen Leistungsstand bis zur Weltmeisterschaft und Olympia 2012 in London signifikant zu steigern», sagte DLV-Präsident Clemens Prokop, der sich im Oktober 2009 zur Wiederwahl stellen will, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
«Bei der WM 2005 haben wir fünf Medaillen gewonnen, 2007 waren es sieben, und nach dem Gesetz der Serie wären in Berlin neun fällig», meinte Prokop. «Damit wären wir zufrieden.» Bei den Spielen in Peking war nur einmal Bronze durch Speerwerferin Christina Obergföll herausgesprungen. Patenschaften mit Wirtschaftsunternehmen, die potenziellen Medaillenkandidaten Arbeitsverträge ohne Arbeitsverpflichtung anbieten, und das «Championsteam 2012» sollen zum angestrebten Aufschwung beitragen. Bei diesem Projekt sollen «Mittel in erheblicher Höhe» jährlich zur Förderung von trainingsbegleitenden Maßnahmen der Spitzenathleten bei der Wirtschaft akquiriert werden. «Wir sind bei unserem Vorhaben bereits an einem Punkt, der Anlass zu Optimismus gibt», berichtete Prokop.
Der 51 Jahre alte Amtsgerichtsdirektor aus Kelheim bei Regensburg hat nicht nur eine erfolgreiche WM in Berlin als Ziel, sondern will mit den in einem «Aktionsplan 2009/10» aufgelisteten Reformen und Vorhaben den DLV fit für die Zukunft machen. Dazu gehört auch eine Verbesserung des Images der Leichtathletik. Eine Werbeagentur soll beauftragt werden, ein Konzept zu entwickeln. «Leichtathletik kann weder über Lifestyle, Show oder Wellness positioniert werden», sagte Prokop. Vielmehr müsse man sich auf die Tradition der Sportart besinnen. «Ziel ist, mit dem Rückenwind der WM die Leichtathletik als moderne Sportart darzustellen. Modern kann auch heißen, dass man die klassischen Werte wieder in den Vordergrund rückt», so Prokop, der die Leichtathletik als «Urknall des Sports» ansieht.
Attraktivität und Aufmerksamkeit sollen auch durch ein neues Veranstaltungsmanagement gesteigert werden. Geprüft wird im DLV, ob schon bei den deutschen Meisterschaften im Juli 2009 in Ulm Vorkämpfe und Finals zeitlich getrennt werden können. Dadurch soll ein kompaktes, TV-gerechtes Programm mit größerem Unterhaltungswert geboten werden. Außerdem ist geplant, die technischen Disziplinen durch neue Formen der Ergebnispräsentation aufzuwerten. Der DLV will auch seine Führungsstrukturen modernisieren. «Wir wollen eine Verkürzung der Entscheidungswege und ein klare Kompetenzverteilung im Verband schaffen», sagte Prokop. Nicht durchsetzbar ist sein Vorhaben, den Hauptamtlichen mehr rechtliche und politische Verantwortung zu übertragen.
Der Effekt dieser Reformpläne hängt jedoch wesentlich vom Erfolg der WM und dem Auftreten der deutschen Leichtathleten in Berlin ab. Die Bundeshauptstadt wird für altgediente Sportler wie die frühere Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch Endstation der Karriere sein. «Die WM 2009 wird einen Generationswechsel markieren», weiß Prokop, der keinen Mangel an Talenten fürchtet: «Die Generation der U 20-WM- Starter steht bereits in den Fußstapfen ihrer Vorgänger.»
Zur Masters-Leichtathletik äußerte sich der DLV-Präsident in dem dpa-Gespräch nicht. (Quelle süddeutsche.de, 17.12.08)
W40: Birgit Schönherr-Hölscher wird DLV-Ass des Monats Es war, schreibt www.leichtathletik.de, ein langer Weg für Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV-Triathlon Witten) zur Wahl zum Ass des Monats November, aber er hat sich gelohnt. Bei den 100-Kilometer-Europameisterschaften lief die 40-jährige Wittenerin (Foto mit Sohn David) auf Platz sieben und gewann mit der Mannschaft Bronze. Dafür bekam die dreifach diplomierte Ausnahmeathletin mit eigener Internetseite knapp 43 Prozent aller Stimmen bei der Wahl zum Ass des Monats November 08.
Damit setzte sich die Mastersläuferin und zweifache Mutter deutlich gegen ihre Konkurrenten durch. Auf den zweiten Platz kam mit 28 % die Passauerin Julia Viellehner, die sich mit einem zweiten Platz beim Crosslauf in Pforzheim und einem Sieg in Darmstadt den Gesamtsieg im Deutschen Cross-Cup gesichert hatte. Die Plätze drei und vier gingen ebenfalls an Crossläufer. Sebastian Hallmann aus München und der Leverkusener Alexander Hahn erhielten für ihre Lauferfolge im November 15 % bzw. 13 % Prozent der abgegebenen Stimmen .
Mit der Wittenerin hat zum dritten Mal überhaupt nach IAAF-Masters of the Year 2008 Wolfgang Ritte (*1953, Weseler TV) im April und Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) im August ein Mastersathlet diese prestigeträchtige Abstimmung für sich entschieden. Bemerkenwert : Alle drei Seniorenleichtathleten wurden in diesem Jahr zum "Ass des Monats" gewählt.
Die Wattenscheiderin Irina Mikitenko ist neben Speerwerferin Steffi Nerius (*1972, Bayer 04 Leverkusen) übrigens auch eine von zwei Mastersathletinnen bei der laufenden Abstimmung zu "Deutschlands Leichtathletin des Jahres". Diese Wahl wird vom Online-Portal "leichtathletik.de" sowie der Fachzeitschrift "Leichtathletik" veranstaltet. Stimmen können hier noch bis zum 17.12. abgegeben werden. Unter allen Teilnehmern werden insgesamt 52 Preise verlost.
Mehr über Birgit Schönher-Hölscher im spiridon-Athletenproträt von Jörg Valentin (Foto: © Jörg Valentin 16.12.08)
Das Leichtathletik-Masters Team (40+) verlässt den 1.FC Kaiserslautern. Ab kommender Saison werden die Sprinter Markus Selinger, Frank Becker, Peter Höll und Robert Wagner sowie Diskus-Routinier Harald Lang für den LC Schifferstadt an den Start gehen. Auch Mehrkampf-Ass Stefan Gehrum wird in ein neues Trikot schlüpfen. Er wechselt ins Team des TV Nussdorf. Damit endet eine Dekade der erfolgreichsten Masters-Leichtathletik der Vereinsgeschichte.
Gut zwei Dutzend nationale und internationale Medaillen und einige DM-Titel konnten seit 1998 erkämpft werden. Exemplarisch hierfür stehen unter anderem die Titel bei den Deutschen Meisterschaften der beiden vergangenen Jahre in den Staffelrennen der Startgemeinschaft „Pfalz Team 40“ über 4x100 bzw. 4x200 Meter, wie auch die Einzel-DM-Sprintsiege von Frank Becker (M45) über 60, 100 und 200 Meter. Daneben warf Harald Lang (M45) die Diskusscheibe 2008 zum Sieg bei der Senioren-DM in Kevelaer. Als Mehrkampfmannschaft konnten Selinger, Höll und Wagner zusammen mit Stefan Gehrum zwei DM-Titel erringen (2005 und 2007).
International ließen in den Einzelsprints Frank Becker (Hallen-EM-Silber über 200m sowie Hallen-WM-Bronze über 400m) wie auch Markus Selinger (M40 / Hallen-EM-Bronze über 400m) aufhorchen. Zusammen mit Peter Höll und Robert Wagner sowie weiteren Staffelkameraden des DLV ließen sie in unterschiedlicher Besetzung mehrere EM- und WM-Medaillen folgen. Die Neu-Schifferstädter werden weiterhin zusammen mit den Sportkameraden des ABC Ludwigshafen und der Turnerschaft Germersheim das „Pfalz Team 40“ bilden. Stefan Gehrum hat künftig zusammen mit dem früheren FCKler Stephan Andres und weiteren Mehrkämpfern des TV Nußdorf wieder gute Karten bei der Medaillenvergabe im Rahmen der nächsten Mehrkampf-DM. (16.12.08)
Beim Berlin-Marathon hatte Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) die nationale Bestmarke über die klassische Distanz auf 2:19:19 Stunden geschraubt. Nun hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) aaber uch ihre beiden Durchgangszeiten bei 25 und 30 km als Rekorde anerkannt. Diese Punkte erreichte Irina Mikitenko am 28. September nach 1:23:07 beziehungsweise 1:39:34 Stunden.
Möglich wurde die Anerkennung der beiden Rekorde, weil der Berliner Organisationschef Mark Milde an beiden Punkten jeweils ein komplettes Kampfgericht positioniert hatte. Er hatte die Rekord-Möglichkeit vorher erkannt. Die Punkte erfüllen bezüglich ihrer Lage auf der Marathonstrecke auch die internationalen Regeln zur Anerkennung von Straßenlauf-Rekorden. Den bisherigen deutschen 25-km-Rekord hielt die Berlinerin Kathrin Weßel (Ullrich) mit 1:24:41 Stunden. Sie war diese Zeit 1992 bei den 25 km von Berlin gelaufen.
Über die 30-km-Strecke führt der DLV nun auf Antrag von Mark Milde erstmals einen deutschen Rekord. International ist dies schon seit einigen Jahren üblich. Gut möglich, dass Irina Mikitenko nach ihrem sensationellen Marathon-Jahr mit Siegen in London und Berlin in Kürze noch eine weitere Ehrung erfährt. Denn auf der Internetseite des DLV (leichtathletik.de) werden zurzeit die Leichtathleten des Jahres gewählt. (Quelle: race-news-service.com, 16.12.08)
Die 47-jährige Ausnahmeläuferin Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) hat am vergangenen n Samstag (13.12.) in Blitzenreute die Frauenwertung des Eröffnungslaufes der 32. Oberschwäbischen Crosslaufserie gewonnen. Sie setzte sich mit einem Vorsprung von 14 Sekunden gegen die 12 Jahre jüngere Mastersläuferin Jutta Brod (*1973, TV Konstanz) durch. Von Anfang an hatte Heilig-Duventäster die Initiative übernommen und damit Jutta Brod unter Druck gesetzt. Ihren Vorsprung konnte sie bis zur Ziellinie behaupten. Den dritten Gesamtrang erlief sich die für den SV Birkenhard startende Elvira Rölli (*1962).
Bei den Männern gewann wie im Vorjahr der Ehinger Peter Kotz (*1984). Mit fast einer Minute Rückstand, aber genauso überlegen vor dem Drittplatzierten Richard Oswald (*1977, TSG Ehingen), kam Thorsten Kriependorf (*1974, SSV Ulm 1846) mit dem wohl elegantesten Laufstil ins Ziel. Für die Hausherren konnte sich Andreas Müller (*1969, LG welfen) als Zehnter in diesem mit fast allen oberschwäbischen Spitzenläufern gespickten Feld gerade noch unter den besten Zehn platzieren.
Bei diesem Auftakt zur Crosslaufserie war übrigens der Name "Crosslauf" mehr als gerechtfertigt, weil die vom veranstaltenden SV Blitzenreute präparierte Rundstrecke den Anforderungen der insgesamt 179 Läuferinnen und Läufer nur bis zur dritten der insgesamt sechs Runden standhalten konnte. Danach entwickelte sich auf dem immer tiefer werdenden schneebedeckten Geläuf ein richtiger Crosslauf.
Alle Resultate (17.12.208)
Bei den Frauen war der Rennverlauf ähnlich wie bei dem starken Geschlecht. Die für den Veranstalter laufende Bergerin Marie-Luise Heilig-Duventäster übernahm von Anfang an die Initiative und schockte so die sehr starke Konkurrenz aus Konstanz, Jutta Brod. Diesen Vorsprung konnte sie überlegen bis zur Ziellinie behaupten. Den dritten Gesamtrang erlief sich die für den SV Birkenhard startende Elvira Rölli.
Zwei Tage lang zeigten 600 sächsisch-anhaltinischen Leichtathleten bei den Halleschen Bezirksmeisterschaften in der Leichtathletikhalle Brandberge in Halle (Saale) gute Leistungen. Auch die gut zwei Dutzend Mastersathleten zeigten zum Auftakt der Hallensaison gute Leistungen. So lieferte Manfred Koch (*1947, Turbine Halle) einen überzeugenden Einstand in 8,30sec über 60m. Schnell waren über 200m die beiden M40er Mirko Krohn, (*1968, USV Halle) in 24,75sec und Gerd Ahne (*1964, LT Merseburg, 24,93sec) -zwei Wochen vor seinem Altersklassenwechsel in die M45. Krohn gefiel auch über 400m in 55,61sec. In 9:05,00 min setzte sich in einem packenden Spurtrennen Holger Stoe (*1967, LAV Halensia) im 3000m-Lauf mit 67 Hunderstel gegen Juniorenläufer Oleg Siebert durch. Über 3000m Bahngehen unterstrich Steffen Borsch (*1973, ASV 1902 Sangerhausen) in schnellen 13:18,61min seine gute Hallen-Frühform.
Ab 1. Januar startet W75-Weltrekordlerin Christel Happ (*1929, Turbine Halle) national in der Altersklasse W80 und dafür hat sie sich viel vorgenommen. Ihre 12,09sec über 60m sind ebenso eine gute Grundlage für die kommende Hallensaison wie die 2,73m im Weitsprung (DR W80: 2,74m von Maragrete Lorenz, *1925, TSV Trittau). International muss Christel Happ allerdings noch bis Weihnachten 2009 warten, um in ihrer neuen W80 starten zu können. Denn nur hierzulande ist bekanntlich das Geburtsjahr maßgeblich für die Zugehörigkeit zu einer Altersklasse, international wird taggenau gewertet.
Alle Resultate hier (15.12.08)
Eine überragende Veronika Ulrich (*1968, LG Telis finanz Regensburg) präsentierte sich bei den Bayerischen Crossmeisterschaften am Sonnabend in Ingolstadt. Auf dem tiefen und schwierigen Kurs, auf dem in drei Monaten die Deutschen Crossmeisterschaften 2009 stattfinden, belegte sie zunächst über 3,1km Gesamtrang 2, gewann mit den in der Frauenklasse mit einer Sekunde Vorsprung siegenden Vereinskameradin Susi Lutz und Christiane Danner (3.) zusätzlich die Team-Goldmedaille. Noch erfolgreicher war es dann auf der fast doppelt so langen Frauen-Langstrecke, auf der Veronika Ulrich (24:51min) klar vor der 19 jahre jüngeren Susi Lutz (25:18min) ins Ziel lief. Zusammen mit Submasterin Melanie Hohenester (*1974) gewann sie auch hier die Teamwertung. Natürlich erlief sich Veronika Ulrich noch den W40-Titel. 31 von 41 Starterinnen über 6100m waren Seniorenläuferinnen.
Für den LLC Marathon Regensburg sprangen gleich drei Seniorentitel heraus: Favorit Hans Hopfner (*1957) dominierte die M50 erneut nach Belieben und lief mit 21:39min über 6100m die schnellste Seniorenzeit überhaupt. In der M55 lieferte Manfred Dormann (*1950, TV Bad Brückenau) mit 23:53min über 6100m ebenso eine reife Leistung ab wie M70-Sieger Georg Groß (*1938, SVO Leichtathletik Germaring, 27:24min). Dabei lag er mit 27:24 Minuten auch klar vor Albert Walter (*1939, MTV Ingolstadt, 27:56 min), dem Sieger der Klasse M65. Beachtlich, denn immer wieder hatte Groß in den Vorjahren gegen den Ingolstädter den Kürzeren gezogen.
Hier alle Ergebnisse aus Ingolstadt. (15.12.08, aufgefrischt 25.12.08)
Bei ungemütlich-kaltem Wind und minus 1 Grad gingen am Samstag knapp 300 Läufer zum 1. Adventslauf in Sarstedt an den Start. Im Hauptlauf über 5 Kilometer wurde das Rennen von Malte Brosig (Hannover 96) und Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) dominiert. Beide Läufer zogen 700 Meter vor dem Ziel den Endspurt an und boten den Zuschauern auf der Zielgeraden ein Kopf an Kopf Rennen, das Malte Brosig mit drei Sekunden Vorsprung vor dem 17 Jahre älteren Thomas Ruminski (17:03) gewann.
Bei den Frauen siegte Rachida Weber-Badili (*1966, LG Peiner Land) in 21:07 Minuten. (14.12.08)
Mit zehn Monaten Verspätung sind die Organisatoren des Hallenmeetings in Leipzig vom Dopingfall der 400-m-Siegerin Christy Ekpukhon überrascht worden.Die Organisatoren des Hallenmeetings der Leichtathleten in Leipzig sind zehn Monate nach ihrer Veranstaltung von einem Dopingfall überrascht worden. Der Weltverband IAAF teilte mit, dass die Leipziger 400-m-Siegerin Christy Ekpukhon während des Wettkampfes positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet worden ist und jetzt für zwei Jahre bis März 2010 gesperrt wurde. "Das höre ich zum ersten Mal", erklärte Meetingdirektor Knut Iwan auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes: "Wir werden jetzt prüfen, welche rechtlichen Mittel wir haben und ob wir Regressforderungen stellen können."
Zwölf Tage nach ihrem Sieg am 17. Februar 2008 in Leipzig hatte die Nigerianerin Ekpukhon auch das Rennen in Chemnitz gewonnen. Danach bestritt sie noch den Vorlauf bei der Hallen-WM in Valencia, ehe sie laut ihres damaligen Managers Oliver Topueth (München) von dem Dopingergebnis informiert wurde und nicht mehr antrat. Die 23-Jährige hatte sich beim ASC Düsseldorf auf die Wintersaison 2008 vorbereitet. Verwunderlich ist, dass die Leipziger Organisatoren bislang nicht offiziell von dem Dopingfall informiert worden sind, obwohl sie für die Finanzierung der Kontrollen zuständig waren. "Es gab keine Rückmeldung, das ist sehr undurchsichtig", kritisiert Iwan. (Quelle focus-online.de, 14.12.08)
Die Exekutive des International Olympic Committees (IOC) hat in Lausanne bekannt gegeben, dass die weißrussichen Hammerwerfer Wadim Dewjatowski (31) und Iwan Tichon (32) wegen Verstöße gegen die Antidoping-Regeln disqualifiziert wurden. Ihre erzielten Ergebnisse werden annuliert und sie müssen ihre Olympia-Medaillen von Peking zurückgeben. Zudem wurde Wadim Dewjatowski lebenslang von allen zukünftigen olympischen Spielen ausgeschlossen, da er bereits ein zweites Mal gegen die Antidoping-Regeln verstoße. Nach dem Finale im Hammerwerfen am 17. August waren sowohl Dewjatowski (Silbermedaille) als auch Tichon (Bronzemedaille) positiv auf Testosteron getestet worden. Das IOC forderte zugleich den Leichtathletik-Weltverband IAAF auf, die Ergebnisse der XXIX. Sommerspiele in Peking entsprechend anzupassen und weiterführende Sanktionen gegen die beiden Athleten zu verhängen.
Der dritte, ebenfalls am Donnerstag bekannt gewordene Dopingfall betraf einen olnischen Kanuten, der im olympischen Finale Rang 4 erreicht hatte. (12.12.08)
Mit deutlichen Worten forderten drei deutsche Funktionäre in einem Offenen Brief an das Präsidium, dass der DLV durch seine Athleten bei internationalen Langlauf-Meisterschaften wieder präsenter sein müsse. Der DLV führe seine Athleten durch diese «rigide Politik» nicht nur ins internationale Abseits, den Läufern werden «auch die zwingend erforderlichen Vergleichsmöglichkeiten verweigert». Für die Cross-EM in Brüssel habe der Verband überraschenderweise zwar ein komplettes Aufgebot nominiert, sich aber «jahrelang selbst bei Europameisterschaften in unmittelbaren Nachbarländern vor allem bei den Männern und Frauen stark zurückgehalten und vorrangig nur Nachwuchsmannschaften nominiert». Dieser Trend zeigte sich nach Meinung der Unterzeichner des Schreibens «in eklatanter Weise bei IAAF-Weltmeisterschaften im Crosslaufen und im Halbmarathon. Für einen der weltweit größten Leichtathletik-Verbände ist dies schlichtweg beschämend und ruiniert den Ruf der deutschen Leichtathletik.»
Der Brief ist von Otto Klappert, Horst Milde, dem Gründungsvater des Berlin-Marathons, und Wilfried Raatz unterzeichnet. Klappert ist im Weltverband IAAF im Bereich Straße/Cross engagiert, Raatz Cross- Beauftragter des DLV.«Wir werden immer damit leben müssen, dass uns Leute kritisieren. Dort, wo wir als DLV dem sportlichen Minimalanspruch gerecht werden, dort beteiligen wir uns», sagte DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wenn wir keine Läufer zu internationalen Meisterschaften schicken, werden wir dafür kritisiert. Wenn wir welche entsenden und sie dann der Konkurrenz hinterherlaufen, werden wir auch kritisiert», meinte der frühere Leitende Bundestrainer. Mallow: «Jede Entsendung kostet Geld, und wir sind finanziell am Ende der Fahnenstange.» (Quellen, süddeutsche.de, dpa, 11.12.08)
Die Deutschen Marathon-Meisterschaften (10. Mai 2009) werden im kommenden Jahr in Kooperation mit den neuen Titelsponsor Novo Nordisk ausgetragen. Dies wurde auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Mainz bekanntgegeben. Beim Novo Nordisk Gutenberg Marathon Mainz werden rund 1.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwartet, die um die Meisterehren kämpfen. Insgesamt haben sich schon jetzt 10 000 Aktive für den Marathon in Mainz angemeldet. „Wir freuen uns natürlich sehr, den Partner Novo Nordisk als Titelsponsor für den Gutenberg Marathon 2009 gewonnen zu haben“, sagte Frank Kowalski, Direktor Eventmanagement und Mitglied der Geschäftsleitung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
„Die strategische Ausrichtung von Novo Nordisk in der Diabetes-Prävention deckt sich ausnahmslos mit den Inhalten im DLV-Breitensport. Wir sind uns gemeinsam mit der Stadt Mainz sicher, dass wir viel Freude an der Kooperation haben werden. Zudem werden wir viele Menschen während der Marathonveranstaltung, aber auch darüber hinaus, Aufklärung über einen noch gesünderen Lebensstil geben können.“ Novo Nordisk ist ein international tätiges Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Dänemark und beschäftigt weltweit etwa 23.600 Mitarbeiter in 79 Ländern. „Mit unserem Engagement beim Novo Nordisk Gutenberg Marathon können wir gemeinsam mit der Stadt Mainz und dem Deutschen Leichtathletik-Verband unser Engagement in der Diabetes-Vorbeugung ausbauen. Noch immer wird die Bedrohung durch Diabetes unterschätzt. Diabetes ist mit rund 246 Millionen Erkrankten weltweit mittlerweile die Volkskrankheit Nummer eins, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“, sagte Dr. Franz Jürgen Schell, Manager Public Affairs bei Novo Nordisk. Die Vision des Unternehmens lautet: „Changing Diabetes – Diabetes verändern“.
Norbert Schüler, Sportdezernent und Bürgermeister der Stadt Mainz sagte: „Mit Novo Nordisk haben wir einen international bekannten Partner an unserer Seite, der inhaltlich bestens zu Ausrichtung und Philosophie des Gutenberg Marathons passt. Die Freude am Leichtathletik-Sport zu wecken und weiter zu fördern ist ein Ziel, das wir im kommenden Jahr gemeinsam mit unseren Partnern noch weiter stärken möchten.“ (11.12.08)
Tilman Northoff (*1969), seit fünf Jahren Leistungsträger und Aushängeschild, verlässt den Bielefelder VfB Fichte und wechselt zu Beginn seiner neuen Altersklasse M40 zur benachbarten TG Werste, dem Verein seines Trainers Alexander Holstein. "Es gab keinerlei Spannungen oder Querelen, Tilman hat im Blick auf sein Training eine Vernunftentscheidung getroffen", betont Heinz Klatt. "Ich bin gern für den VfB Fichte gestartet und habe mich hier sehr wohl gefühlt", unterstreicht auch Northoff: "Doch aus zeitlichen und organisatorischen Gründen konnte ich die Trainingschancen in der Seidensticker-Halle nicht nutzen." Um sich die für ihn günstigeren Möglichkeiten im Bad Oeynhausener Stadtteil Werste zu sichern, habe er Mitglied im dortigen Verein werden müssen. Chronische Wirbelprobleme hatten dem 39-Jährigen eine verkorkste Saison beschert; jetzt aber scheint es wieder aufwärts zu gehen.
"Zwar hat mich gerade die Hexe geschossen und ich sitze mit einer Wärmflasche am Arbeitsplatz: aber das wird vorübergehen." Nach guten Trainingswerten strahlt Northoff Optimismus aus, möchte schon bald den deutschen Hallenrekord für M40-Senioren (18,12 m) angreifen. 2007 zählte er mit 18,32 m als einziger Bielefelder Athlet zu den Top Ten in Deutschland. Das Highlight seiner Fichte-Zeit gelang ihm am 5. Juli 2005 im Stadion Rußheide, als er mit 19,02 ersten ostwestfälischen 19-Meter-Stoßer avancierte. Trotz des Verletzungshandicaps sorgte Northoff übrigens auch 2008 für die beste Bielefelder Hauptklassen-Platzierung in der deutschen Bestenliste, die Top 20 verfehlte er mit 16,90m um einen Rang. (Quelle: Claus-Werner Kreft in Neue Westfälische, 10.12.08)
1868 Läufer gingen am letzten Sonntag an den Start des Tübinger Nikolauslaufs. Bei den Männern hieß der Gewinner nach 21 Kilometern am Schönbuchrand entlang Eduard Scherer (*1966, LAV asics Tübingen); der ein Jahr ältere Mitfavorit Dieter Baumann wurde Vierter. In der Nacht zum Sonntag hatte es noch heftig geregnet, pünktlich zum Start des Nikolauslaufes klarte es auf. Auch der Wind, der in den vergangenen Tagen zeitweise heftig blies, war abgeflaut – fast ideale Bedingungen. Nur einige klitschige Stellen machten den Läufern zu schaffen.
Zu spüren bekam das der mehrfache deutsche Senioren-Meister Werner Bauknecht (*1953, LAV asics Tübingen). Auf Höhe der Waldorfschule, erzählte der 55-jährige nach dem Zieldurchlauf, war er auf schmalem Pfad beim Überholen ins Schleudern geraten und mit voller Breitseite auf den Boden geknallt. Die Folge: Schürfwunden vom Knöchel bis zu den Schultern und eine schmerzendes Hüftgelenk. „Es tat zunächst ganz schön weh, außerdem war mein Rhythmus dahin“, sagte Bauknecht, der in 1:19:56 Stunden aber immer noch Bester seiner Altersklasse M 55 war. Ansonsten verbrachten die Mediziner und Rot-Kreuz-Helfer entlang der Strecke einen stressfreien Vormittag.
Bei den Frauen schaffte Ute Philippi den erstrebten Platz auf dem Podium. Die 45-jährige LAV-Athletin, die in dieser Saison viel mit Verletzungen kämpfen musste, wurde hinter Friedrike Kallenberg (1:23:47) und Julia Wagner (1:26:23) Dritte in ordentlichen 1:28:17 Stunden. „Das hat richtig Spaß gemacht. Letztes Jahr musste ich mich viel mehr schinden“, zog Philippi positive Bilanz.
Gelassen nahm Seriensieger Dieter Baumann seinen vierten Platz hin: „Ich bin halt ein Jahr älter und sieben Minuten langsamer.“ Er habe schlichtweg im Sommer zu wenig trainiert, gestand der 5000-Meter-Olympiasieger von Barcelona. Außerdem, so nahm’s der enttrohnte Titelverteidiger mit Humor, wollte er den Kollegen als Motivator dienen. „Ich bin vor ihnen hergelaufen, und die haben sich gesagt, diesen Fußkranken kriegen wir noch.“ Diese These bestätigte auch der Dritte, Submaster Markus Ruopp (*1976, SV Ohmenhausen): „Als ich den Dieter vor mir sah, hat das nochmal Kräfte freigesetzt.“
In der abschließenden Pressekonferenz brach der diesjährige Nikolauslauf-Sieger Eduard Scherer ein Lanze fürs Laufen als Volkssport. „Wer läuft hat ein ganz anderes Lebensgefühl und fühlt sich gleich ein paar Jahre jünger“, sagte der 42-jährige Mediziner.
Alle Ergebnisse hier (Quelle: Tagblatt 10.12.08)
Dopingsünder, die bei den Olympischen Spielen in Peking nicht erwischt wurden, müssen weiter zittern. Im Januar beginnt das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit den angekündigten Nach-Tests von rund 500 Dopingproben. Diese Kontrollen sollen in den von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA akkreditierten Labors in Lausanne, Paris und Köln vorgenommen werden, teilte das IOC mit. Dabei wolle man sich vor allem auf die Ausdauer-Disziplinen im Radsport, Rudern, Schwimmen und in der Leichtathletik konzentrieren. Erste Ergebnisse werden zum Ende des ersten Quartals 2009 erwartet.
Rund 400 der eingefrorenen Proben sollen in Lausanne und Paris auf CERA (eine neue Version des Blutdopingmittels EPO), etwa 100 in Köln auf Insulin (Hormon mit anaboler Wirkung) nachkontrolliert werden. Auf diese beiden verbotenen Substanzen wurde bei den Sommerspielen in Peking noch nicht getestet. «Wir wollen das intelligent machen», hatte Patrick Schamasch, Medizinischer Direktor des IOC, bereits Ende November angekündigt. «Wir werden allem auf den Grund gehen, was uns relevant und realistisch erscheint.»
Bei den Spielen in Peking gab es bei 4770 Dopingtests - darunter 969 Blut-Analysen - sechs positive Fälle; danach wurden noch drei weitere Athleten erwischt. Bei den Urinkontrollen wurde in 817 Fällen auch auf das herkömmliche EPO getestet, unter den Blutanalysen waren auch 471 Tests auf Wachstumshormon (hGH). Das IOC bewahrt alle bei Olympischen Spielen abgegebenen Dopingproben acht Jahre lang für mögliche Nachkontrollen auf neue Substanzen bzw. Methoden auf. (Quelle dpa, 10.12.08)
Australiens Leichathletik ist kurz vor Weihnachten erschüttert über den Tod der Marathonläuferin Kerryn McCann (*1967), Mutter von 3 Kindern und nur 41 Jahre alt. Sie starb an Brustkrebs. Noch 2006 siegte die Audauerläuferin im Marathon bei den Commonwealth Games.
Weil jede Woche im Kampf um die tödliche Krankheit zählte, wurde nach der Tumor-Operation am 5. September 2007 die Geburt des dritten Kindes sechs Wochen vor dem geplanten Ende der Schwangerschaft eingeleitet. Kerryn McCann brachte einen gesunden Jungen zur Welt, begann mit der Chemotherapie, aber es gab für sie keine Rettung mehr.
Mehr (09.12.08)
Freuen können sich einmal mehr die amerikanischen Masters-Spitzenläufer über die Anerkennung, die ihnen ganz offiziell der US-Leichtathletikverband USATF entgegen bringt. Denn die "Masters exhibitions" bleiben auf dem Programm der US-Meisterschaften. In Europa hat sich derlei noch nicht etabliert.
Im nächsten Jahr starten die Mastersläufer bei den US-Hallenmeisterschaften in Boston (Mass.) in Einlagewettkämpfen über 1500m (Männer) und 400m (Frauen). Anders herum ist dies bei den Trials genannten US-Meisterschaften, die 2009 in Eugene (Oregon) stattfinden: 1500m (Frauen) und 400m (Männer) stehen auf dem Programm.
Mehr in englischer Sprache (08.12.08)
Am 16. Mai nächsten Jahres findet auf dem Thüringer Rennsteig Europas größter Crosslauf statt. Rennsteiglauf-Neulinge und Marathon-Umsteiger können sich zuvor kostenlos von Sportmedizinern untersuchen lassen. Die Aktion ist Teil des Projekts „Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung in Kompetenzpraxen“, das der Rennsteiglaufvereins und sein Gesundheitspartner AOK Plus ins Leben gerufen haben. Die Untersuchungen werden in so genannten medizinischen Kompetenzpraxen in Thüringen und Sachsen angeboten. In der Pressemitteilung heißt es, die AOK biete diesen Service exklusiv „ihren Läufern“ an. Offenbar können Versicherte anderer Kassen diesen Service nicht nutzen.
Bei der Untersuchung wird unter anderem ein neuartiges Sport-EKG erprobt, das an der TU Ilmenau entwickelt wurde. Zur Untersuchung gehört weiterhin die Teilnahme an einem geprüften Laufkurs. Das Projekt wird am kommenden Montag auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Nach Angaben des Veranstalters hebt sich der Rennsteiglauf unter den großen deutschen Läufen durch eine niedrige Ausfallquote und gute medizinische Betreuung hervor.(von Alexander Fritsch aufLaufszene-Thueringen.de, 08.12.08)
Der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat auf seiner letzten Tagung in Darmstadt eine neue Mehrkampfwertung für Senioren beschlossen. Der von DLV-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke eingebrachte Antrag war zuvor im Bundesfachausschuss Senioren zustimmend beraten worden. Die neue Mehrkampfwertung schafft mehr Gerechtigkeit in der Bewertung der einzelnen Teildisziplinen und sorgt für eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen über die Lebensspanne. Sie wurde von Bernd Rehpenning (Garbsen) in Kooperation mit Rex Harvey (USA) für den Weltverband WMA entwickelt und soll für die internationale Ebene durch die WMA-Vollversammlung während der Senioren-Weltmeisterschaft in Lahti (Finnland) beschlossen werden.
Die neue Wertung wird bereits 2009 im DLV-Verbandsgebiet eingeführt. Damit übernimmt der DLV eine Vorreiterrolle. Sie löst die bisherige, wenig seniorengerechte nationale Wertung ab.(Quelle: LV Rheinland, 08.12.08)
Am Wochenende tagte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in der Hansestadt Rostock. Hier eine Zusammenstellung der Tagungsergebnisse aus der Süddeutschen Zeitung:
FINANZEN: Von 2010 an müssen Verbände und Landessportbünde etwa 1,7 Millionen Euro mehr an den DOSB abgeben. Basis dafür ist eine Beitragserhöhung pro Mitglied in 91 000 Vereinen von 11 auf 18 Cent pro Jahr. In den Jahren 2006 und 2007 machte der Dachverband vier Millionen Euro Verlust. Die liquide Reserve ist auf 3,6 Millionen Euro geschmolzen. Der Abschluss 2008 endete mit einer schwarzen Null, der Wirtschaftsplan 2009 sieht bei Gesamtausgaben von 33 Millionen Euro einen Verlust von etwa 800 000 Euro vor.
OLYMPIA-BILANZ: Eine 260-seitige DOSB-Analyse der Peking-Spiele bewertet das Abschneiden des deutschen Teams mit Platz fünf durch den Gewinn von 16 Goldmedaillen als Erfolg, spricht jedoch auch von erheblichen Einschränkungen. So hat die Zahl der Medaillen seit den Spielen der deutschen Vereinigung 1992 in Barcelona ständig abgenommen. Sie sank über 83 auf 65 in Atlanta 1996, 56 in Sydney 2000 und 49 in Athen 2004 auf nunmehr 41. Bei den Finalplätzen eins bis 10 lautet die Abwärtstendenz seit Barcelona: 206, 211, 194, 162, 143.
NEUER WADA-CODE: Die verschärfte Regel der Welt-Antidoping-Agentur WADA wird am 1. Januar 2009 gültig. Er sieht unter anderem eine Vier-Jahres-Strafe beim Erstverstoß vor, wenn systematisches Doping nachgewiesen wird. Die Verbände sind gefordert, den Code bis zum Jahresanfang in ihre Satzung aufzunehmen. Wer das bis dahin nicht schafft, kann ein vom DOSB erarbeitetes Übergangsmodell in Kraft setzen. Der Dachverband will sich bis zum Jahresende eine Übersicht über das Vorgehen der Verbände verschaffen. Säumigen Organisationen droht die Sperre von staatlichen Zuwendungen.
MITGLIEDER: 2008 ist die Zahl der Mitgliedschaften in 91 000 Vereinen um knapp 200 000 auf 27 526 768 gewachsen. Das entspricht einem Organisationsrekord des Sports von 33,46 Prozent, gemessen an der Gesamtzahl der deutschen Bevölkerung. An der Spitze steht weiterhin der Deutsche Fußball-Bund mit 6 563 977 Mitgliedern, das sind 73 969 mehr als im Vorjahr.
EHRUNGEN: Rolf-Dieter Amend ist zum Trainer des Jahres 2008 gekürt worden. Der 59 Jahre alte Experte des Kanurennsports aus Potsdam wurde damit Nachfolger von Handball-Bundestrainer Heiner Brand (2007) und Bob-Bundestrainer Raimund Bethge (2006). Die von dem gebürtigen Magdeburger betreuten Renn-Kanuten errangen bei Olympischen Spielen acht Medaillen, je eine goldene, silberne und bronzene bei den Spielen in Peking. Amend selbst war im DDR-Team bei den Spielen 1972 in München Olympiasieger im Kanu-Slalom geworden. Bundespräsident Horst Köhler wurde mit der erstmals vom DOSB vergebenen «Ehrenmedaille des deutschen Sports» ausgezeichnet. Köhler wird die von dem Künstler Markus Lüpertz gestaltete Medaille später in Empfang nehmen. Zur «Hochschule des Spitzensports» kürte der Dachverband die Fachhochschule Ansbach. Sie ermöglicht Spitzensportlern in hervorragender Weise eine «duale Karriere» als Verbindung von Hochleistungssport und wissenschaftlicher Ausbildung. (aus Süddeutsche, 08.12.08)
Einen besonders hochwertigen deutschen Altersklassenrekord hat Petra Herrmann (*1959, DJK Frankenberg) am Sonntag aufgestellt. Bei den 13. Offenen Chemnitzer Seniorenspielen in der Leichtathletik im Sportforum der sächsischen Großstadt übersprang sie mit dem Stab 3,10m, genau so hoch wie ihre persönliche Altersklassenbestleistung 11 Jahre zuvor. Das Bemerkenswerte: In etwas mehr als drei Wochen zählt die Frankenbergerin national zur Altersklasse W50. In der W40 sprintete Silvia .Klimpfinger (*1966, LG Neiße) 8,30 sec üüber 60m und 27,87 über 200m; auch im Weitsprung (5,02m) und Dreisprung (10,37m) überzeugte die Mastersathletin. In der W50 zeigte Sigrid Böse (Weit 4,56, Hoch, 135m, Drei 9,36) ihr Potential. Dasselbe demonstrierte auch Ulrike Hiltscher (*1952, LG Neiße) in ihrer W55 (60m: 9,15sec ;200m: 30,94 sec; 400m: 70,71sec; Weit: 4,15m).
Auch bei den Senioren gab es zu diesem frühen Zeitpunkt der Hallensaison einige herausragende Resultate. Norbert Eichler (*1959, TSG Markkleeberg von 1903) -ebenfalls 2009 bereits Angehöriger der AK M50 sprintete als M45-Sieger ie 60m in 7,82 sec und sprang 5,58m weit. Lutz Herrmann (*1960, SG Vorwärts Frankenberg) übersprang mit dem Stab 3,90 m. Den Hochsprung der M70 gewann der Tscheche Josef Vonasek (*1937, Bohemians Praha) mit 1,30 m, den Weitsprung mit 4,31m. Der aus Oberfranken angreiste Manfred Konopka (*1931, LG Hof) lief in der M75 über 60m 9,52 sec, die 200m in 34,19sec und auch seine 87,52sec über 400m konnten sich angesichts seines Tagesprogramms sehen lassen. Im 3kg-Kugelstoßen der M80 ließen die 11,69m von Horst Fuhrmann (*1928, TuS Dippoldiswalde) aufhorchen.
Alle Resultate aus Chemnitzb gibt es hier (08.12.08)
Einen Vereinswechsel der besonderen Art vollzieht die vielfache Deutsche Seniorenmeisterin im Kugelstoßen Sigrun Kofink. Die 73-jährige Athletin verlässt nach genau 50-jähriger (!) Vereinszugehörigkeit - ihre sportliche Laufbahn hat sie 1956 bei den Stuttgarter Kickers begonnen - den LAV asics Tübingen und startet künftig für den TV Rottenburg. "Der Wettkampfsport ist mein Lebenselexier" sagt die Welt- und Europameisterin der Seniorinnen und "hat bereits die Senioren-WM in Lahti (Finnland) im Auge", wie es in der lokalen Zeitung hieß.
Von Bayern nach Württemberg wechselt Josef "Sepp" Bolsinger (*1941). Statt bisher für die LG Westallgäu startet er künftig für MTG Wangen. einzelkämpfer wird künftig Arno Hamaekers sein. Ganz unspektakulär wechselte er von der LAG Obere Murg zu seinem Heimatverein TSG Germania Dossenheim, sehr zur Freude der Dossenheimer Schülergruppe, die Arno Hamaekers und Lebensgefährtin Gerda Seibert seit einigen Jahren betreuen. (07.12.08, update 09.12.08)
Beim LCC Wien, Österreichs größtem Leichtathletikverein, herrscht dicke Luft. Der Grund: Wilhelm Lilge, Sportkoordinator des Vereins. Der staatlich geprüfte Trainer, der sich dem Kampf gegen Doping verschrieben hat, hätte zunächst mit Stichtag 31. Dezember gekündigt werden sollen. Doch das Dienstverhältnis wurde am Dienstag mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Begründung von Vereinsobmann Peter Pfannl findet sich auf der Homepage: „Dem LCC Wien wurde eben bekannt, dass Wilhelm Lilge während seines aufrechten Dienstverhältnisses mit dem LCC für einen anderen Laufverein tätig ist und auch als dessen vertretungsbefugtes Organ auftritt. Auf Grund dieses treuwidrigen und schädigenden Verhaltens blieb dem LCC nichts anderes übrig, als das Dienstverhältnis sofort zu beenden.“ So unzufrieden dürfte der Verein mit seinem Trainer gar nicht gewesen sein, denn noch am Mittwoch nach der Entlassung wurde Lilge auf der Homepage als einer der führenden Experten für Ausdauertraining in Österreich gefeiert. „Seine eigene Trainingsgruppe hat bisher mehr als 100 Medaillen bei österreichischen Meisterschaften errungen“, ist zu lesen.Schlösser ausgetauscht
Tatsächlich hatte Lilge, nachdem der LCC Ende September gegen ihn die Kündigung ausgesprochen hatte, den Laufverein „Team 2012.at“ gegründet. Zahlreiche Laufsportler aus seiner Trainingsgruppe waren ihm gefolgt und hatten aus Protest dem LCC den Rücken gekehrt. Bei den Wiener Crossmeisterschaften vergangenen Sonntag war der neue Laufverein erstmals und sehr erfolgreich angetreten. „Die fristlose Entlassung hat mich überrascht. Ich war meinem Dienstgeber gegenüber auch immer loyal“, sagte Lilge im SN-Gespräch. „Als ich gestern ins Büro gehen wollte, hatte ich keinen Zutritt mehr, weil die Schlösser ausgetauscht worden waren. Ich fand nur einen Zettel vor mit dem Hinweis, wie ich mir nach Vereinbarung und unter Aufsicht meine privaten Sachen abholen könnte.“ Dabei habe er, Lilge, Mitte November noch mit Pfannl vereinbart, alle Vorarbeiten für den Silvesterlauf zu erledigen und für eine geregelte Übergabe zu sorgen.
Der Präsident des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV), Johann Gloggnitzer, zeigte sich von der Vorgangsweise des Vereins verblüfft: „Es schaut aus, als hätte der LCC einen Vorwand gesucht. Aber ich kann mich in Dienstverhältnisse nicht einmischen.“ Schließlich hätte es kein gutes Bild für den Verein gemacht, wenn man einen Mitarbeiter kündige, weil sich dieser dem Kampf gegen Doping verschrieben habe.
Offiziell war die Beendigung des Dienstverhältnisses mit Lilge zunächst mit „Einsparungsmaßnahmen“ begründet worden. Auch Lilges Gattin, der Langstreckenläuferin und 18-fachen Staatsmeisterin Carina Lilge-Leutner, war ihre Teilzeitbeschäftigung im Büro des LCC Wien aufgekündigt worden. „Mit mir ist nie ein Gespräch geführt worden, in dem man die Gründe offen ausgesprochen hätte“, betonte Wilhelm Lilge. Der wahre Grund für den Bruch des Vertrauensverhältnisses zwischen dem LCC und seinem erfolgreichen Trainer dürfte, wie von ÖLV-Präsident Gloggnitzer bestätigt, in Lilges Engagement gegen Doping gelegen sein. Denn er hatte dafür gesorgt, dass im Frühjahr bei einem LCC-Halbmarathon bei einer unangemeldeten Dopingkontrolle das LCC-Aushängeschild Susanne Pumper sowie die für den LCC laufende Slowenin Helena Javornik des Dopings überführt worden waren. Pumper wurde Ende Oktober von der Nationalen Anti-Doping Agentur NADA für zwei Jahre gesperrt. Sie bekämpft die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) und reichte gegen Lilge Unterlassungsklage wegen Kreditschädigung ein.
Während Lilge beim LCC abserviert wurde, wird Pumper vereinsintern aufgewertet. Die prominente Läuferin soll künftig Sponsoren für LCC-Veranstaltungen gewinnen. „Ich goutiere nicht, dass Lilge rausgeworfen und zeitgleich die des Dopings überführte Pumper eingestellt wird. Aber ich habe keine rechtliche Handhabe, das zu beeinflussen “, sagte Gloggnitzer. Und weiter: „Das Problem ist, dass es in verschiedenen Bereichen eine gewisse Scheinheiligkeit gibt.“ In der Vergangenheit sei Doping bagatellisiert worden – „da muss man sich schon anders positionieren“, so Gloggnitzer. LCC-Obmann Pfannl wollte keine (weitere) Stellungnahme abgeben. (aus www.salzburg.com, 06.12.08)
Bob Fine, Mitbegründer der weltweiten Masters-Leichtathletikbewegung, ist tot.
Der aktive Geher, - 6. bei der WM vor Jahresfrist in Riccione über 10km- starb am Mittwoch bei einem tragischen Verkehrsunfall am Rande des Jahrestagung des US-Leichtathletikverbandes USATF in Reno (Nevada). Er wurde 77 Jahre alt. Bob Fine war in den verschiedensten Funktionen in der US-Leichtathletik aktiv, u.a. als Vorsitzender der Leichtathleten des Bundesstaats Florida.
Aber vor allem für die Mastersbewegung war er ein großer Glücksfall. Schon Ende der 60er Jahre startete er bei Masterswettkämpfen in San Diego, der Keimzelle der US-Mastersbewegung. Bei der ersten Masters-WM 1975 in Toronto (Kanada) wählte man ihn in das geschäftsführende Präsidium, zwei Jahre darauf schrieb der Rechtsanwalt für den Weltverband WAVA, der heute World Masters Athletics heißt, die erste Satzung. Sie wurde bei der 2. Masters-WM in Göteborg verabschiedet.
Bob Fine vor ein paa Jahren: "Ich formulierte diese erste WAVA-Satzung aus einer Kombination von Vereinssatzungen, Diskussionsergebnissen im Council und gesundem Menschenverstand. Stolz bin ich bis heute darauf , dass Frauen und Männer in allen Wettbewerben gleich behandelt wurden." Sein simpler Kunstgriff: Er ließ in der Satzung den damals üblichen Frauenartikel einfach weg.
Nach 1977 war Fine Vertreter Nordamerikas im WAVA-Präsidium. 1993 organisierte er als Vizepräsident verantwortlich die erfolgreichen Senioren-WM in Miyazaki (Japan), die bis heute größte Masters-WM. Selbst nahm er aktiv an fast allen Weltmeisterschaften und an 38 von 39 US-Meisterschaften der Seniorenleichtathleten teil. Zeitlebens hatte er klare Vorstellungen von dem, was in der Seniorenleichtathletik notwendig war und ist.
Der 1931 in New York geborene Mastersathlet genoss weltweit Anerkennung. Ein betroffener Dieter Massin (Ahlen) sagte zum Tod des US-Amerikaners: "Bob Fine war für mich die personifizierte Gradlinigkeit und der Rechtskompetenz. Ich habe ihn sehr geschätzt. " Der Verstorbene hinterlässt seine Frau Gloria und vier Kinder. (mehr) (noch mehr, engl.) (Das Foto zeigt Bob Fine -vorn- 2004 am Rande eines Leichtathletikkongresses in den USA, 06.12.08)
Die Präsidien des Deutschen und Französischen Leichtathletik-Verbandes haben auf ihrer gemeinsamen Sitzung eine Resolution im Kampf gegen Doping beschlossen. In einem gemeinsamen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sowie an den Präsidenten der französischen Republik, Nicolas Sarkozy, haben die beiden Leichtathletik-Präsidenten Dr. Clemens Prokop und Bernard Amsalem im Namen ihrer Organisationen am heutigen Mittwoch die Politiker um Unterstützung bei der Harmonisierung im Dopingkampf auf europäischer Ebene in qualitativer und quantitativer Hinsicht gebeten.
Sie weisen darauf hin, dass selbst auf europäischer Ebene noch erhebliche Unterschiede in den Standards der Dopingbekämpfung bestehen. Chancengleichheit im Wettkampf erfordere vergleichbare Rahmenbedingungen bei der Dopingbekämpfung. Vorrangig werden die Bundeskanzlerin und der französische Präsident gebeten, folgende Ziele zu unterstützen:
- In allen europäischen Staaten muss die Dopingbekämpfung durch eine vom Sport unabhängige Anti-Doping-Agentur organisiert werden.
- Der kontrollierte Personenkreis sowie Anzahl und Qualität der Kontrollen muss vergleichbar werden.
- Das staatliche Recht zur Bekämpfung des Dopings muss auf europäischer Ebene harmonisiert werden. (05.12.08)
Ein weiteres Mal veranstaltet das Magazin SeniorenLeichtathletik die Wahl zum Seniorensportler und zur Seniorensportlerin Deutschlands des Jahres. Je vier Seniorensportlerinnen und Seniorensportler stehen zur Wahl. Bei den Männern sind dies Rolf Geese (LG Göttingen), Johann Hopfner (LLC Marathon Regensburg, Guido Müller (TSV Vaterstetten) und Wolfgang Ritte (Weseler TV). Nominiert zur Seniorensportlerin des Jahres 2008 sind Ulrike Hiltscher (LG Neiße), Ingrid Meier (TSV Zirndorf), Lydia Ritter (Rot Weiß Koblenz) und Anne-Chatrine Rühlow (SV Burgsteinfurt). Die beiden gewählten Athleten werden aus Anlass der deutschen Seniorenhallenmeisterschaften Ende Februar 2008 geehrt.
Die Sportlerwahl endet am 5. Januar 2009, und es gibt interessante Preise zu gewinnen! Wenn Sie mitmachen wollen: Hier geht es zum Herunterladen des pdf-Dokuments "Sportler_des_Jahres_2008".
Das pdf-Formular weist übrigens Eingabefelder aus, die man am heimischen PC ausfüllen kann, danach bitte speichern und als Dateianhang an Andreas Mann vom Aachener Meyer&Meyer Verlag senden. Ein Ausdruck ist also nicht notwendig, (05.12.08)
Die Würfel sind gefallen. Auch die DM I haben jetzt einen Ausrichter. Die auf zwei Tage verkürzten Meisterschaften der Altersklassen M/W 30 bis 45 finden am 27. und 28. Juni im Stadion im Sportzentrum der "Sportstadt" St. Wendel statt. Dies entschieden am Mittwoch die DLV-Verantwortlichen mit Margit Jungmann und Manfred Mamontow an der Spitze nach einer Bereisung - "bei Schnee und Glätte", wie es hinter den Kulissen hieß.
Bereit gestanden hatte dem Vernehmen nach auch Zittau (Sachsen), allerdings nicht für den vorgesehenen Termin am letzten Juni-Wochenende. Die Vorsitzende des Bundesfachausschusses Senioren Margit Jungmann sagte nach der Entscheidung am Donnerstag: "Ich bin erleichtert, dass die Senioren I nun unter Dach und Fach sind und freue mich natürlich besonders, die Senioren in meiner Heimat empfangen können." (04.12.08)
Mit unveränderter Führungsspitze geht die Interessengemeinschaft der deutschen Straßenläufe "German Road Races" in die beiden nächsten Jahre. Am vergangenen Wochenende gab es im Rathaus der Hansestadt Rostock ein einmütiges Votum der Delegierten für Horst Milde (Berlin), Derk Kogelheide (Berlin), Bernd Düngen (Duisburg), Wilfried Raatz (Darmstadt) und Sascha Wiczynski (Paderborn). Das Sprechergremium von insgesamt 50 deutschen Straßenläufen wurde um den Münsteraner Sportmediziner Dr. Ralph Schomaker erweitert, dessen Aufgaben die Themen Gesundheit und Fitness sind. Im Mittelpunkt standen in Rostock neben den Neuwahlen und den Berichten der GRR-Sprecher vor allem drei Arbeitsgruppen, die unter den Themen „Zukunftsorientierte Laufveranstaltungen“, „Jahr Eins nach derEinführung des Gesundheits-Checks“ und „Bedeutung der Medien bei Laufveranstaltungen“ standen und in denen ohne Zeitdruck intensiv debattiert werden konnte.
In ihrer Bilanz hatten die GRR-Verantwortlichen zuvor zwei erfolgreiche Jahre dargestellt. So wurde der Gesundheits-Check als verbindliche Erklärung bei der Anmeldung zu den Läufen eingeführt, und zwei Symposien in Berlin und Münster fanden großen Zuspruch und stellten eine „Weiterbildung“ für Veranstalter, Mediziner und im Rettungswesen Tätige bei Laufveranstaltungen dar. Auch im nächsten Jahr sollen Symposien stattfinden - wieder in Berlin und Münster. Die weiter verbesserte Internetseite der GRR konnte noch stärker läufergerecht aufbereitet werden und genießt genauso hohes Ansehen wie auch das im Verbund mit dem Laufmagazin „aktiv laufen“ erschienene Sonderheft „Road Races“. „Wir haben sehr konzentriert und höchst effektiv gearbeitet“, zog Horst Milde, der langjährige Verantwortliche des Berlin-Marathon, ein überaus zufrieden stellendes Fazit.I
Im Rahmen der GRR-Jahrestagung wurde GRR-Gründungsmitglied Horst Wiczynski, der 34 Jahre lang (!) die Geschicke des Paderborner Osterlaufes gelenkt hatte, für sein verdienstvolles Engagement um die Entwicklung des Straßenlaufes iin Deutschland und der Interessengemeinschaft German Road Races geehrt. (Quelle Wilfried Raatz auf GRR, 03.12.08)
Niemand konnte sich erinnern, dass die äußeren Bedingungen so perfekt beim Nikolaus-Crosslauf in Horgenzell bei Ravensburg stimmten. Es lag Schnee und war zugleich warm und windstill - ideal, wie auch Männer-Sieger Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) fand. In 24:34 Minuten nach vier Runden und etwa acht Kilometern lag er 46 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Jens Ziganke (TG Stockach) und weit über eine Minute vor dem Dritten Kim Bauermeister (*1970, TSV Riedlingen, 25:56).
Anders waren die Vorzeichen beim Duell der Frauen zwischen der Berglauf-Nationalkaderathletin Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) und Margit Adelwarth (TV Erkheim), die auf der Straße die bessere Läuferin ist. Mit Adelwarth im Nacken lief Marie-Luise Heilig-Duventäster Runde für Runde und rettete schließlich mit Unterstützung ihres Vereinskollegen Lothar Burkhardt (*1956) -so der Südkurier anschließend- einen Vorsprung von fünf Sekunden ins Ziel. Es war ihr 10. Sieg in Folge bei dem traditionsreichen Crosslauf. Dabei sah sich Adelwarth, nachdem einmal eine kleine Lücke entstanden war, nicht mehr in der Lage, im Schlussspurt noch mal anzugreifen, wie sie nach dem Lauf sagte. (03.12.08)
Große Aufregung in den USA. Da sprang die US-Meisterin und Hallenweltrekordlerin Kay Glynn (W55) im vergangenen Juni 3,08m und verbesserte den seit sechs Jahren bestehenden 3,05m-Weltrekord von Phil Raschker um 3cm . Aber jetzt gibt es lange Gesichter. Denn Sandy Pashkin, im WMA-Präsidium verantwortlich für die Anerkennung von Weltrekorden, akzeptiert die neue Besthöhe nicht.
Zwar startete die 3,08m-Springerin bei ihrem Rekord bei dem offiziell als "Northern California USATF Meeting" in der Los Gatos High School Masters angekündigten Leichtathletik-Sportfest. Aber das war wegen eines großen Durcheinanders der Verantwortlichen nicht offiziell angemeldet und daher nicht anerkannt. Die Konsequenz: Kein neuer Weltrekord in der W55. Sandy Pashkin informierte Kay Glynn über ihre Entscheidung bereits vor einigen Wochen. (03.12.08)
Das Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hat bei seiner Sitzung am Wochenende in Darmstadt Jens-Jörg Rieck (SWR) mit dem diesjährigen DLV-Medienpreis ausgezeichnet. Der Preis geht an Medienvertreter, die sich sportjournalistisch über viele Jahre hinweg um die Leichtathletik verdient gemacht haben. Jens-Jörg Rieck ist seit 1991 bei der ARD und hat 1993 bei der WM in Stuttgart erstmals im Hörfunk über die Leichtathletik berichtet. Seitdem hat der 45jährige kein Leichtathletik-Großereignis mehr verpasst und wurde bereits mehrmals für seine Hörfunkreportagen ausgezeichnet. Unvergesslich bleibt unter anderem seine Reportage über den Goldlauf von Nils Schumann bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney („Schumann du Goldmann“).
In den vergangenen Jahren erhielten den DLV-Medienpreis:
Klaus-Dieter Kullmann (2007/Die Rheinpfalz), Dieter Adler (ARD/Premiere 2006), Volker Kottkamp (ARD,2005), Hajo Waldbröl (2004/FAZ) sowie Gerd Rubenbauer (ARD/2002). Die eigens für den DLV-Medienpreis entworfene Skultpur des hessischen Künstlers Hans Borchert wird bei den Deutschen Meisterschaften 2009 am 4. und 5. Juli in Ulm von DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop an Jens-Jörg Rieck überreicht. (02.12.2008)
Michael Böhnke, Vizepräsident des Deutschen Leichtahletikverbandes (DLV) für den Breiten- und Freizeitsport, kandidiert nicht bei den im kommenden Herbst anstehenden Wahlen für das DLV-Präsidium. Dies bestätigte der Wuppertaler Hochschullehrer jetzt gegenüber www.masters-sport.de. Zugleich teilte er seine Entscheidung auch in einem persönlichen Schreiben den Mitgliedern des DLV-Bundesfachausschusses "Senioren" mit.
Böhnke zu seinem Schritt: "Der Schlüssel zum Verständnis für meine Entscheidung liegt in der Frage: 'Was mache ich mit meiner Lebenszeit?' Diese Frage habe ich mir gestellt. Und da kann ich mir neben und nach dem Engagement im DLV auch anderes vorstellen. Mir hat es viel Freude gemacht und es macht mir nach wie vor viel Freude, mich im DLV für die Leichtathletik, die Leichtathletinnen und Leichtathleten zu engagieren; die Gegenwart und Zukunft der Leichtathletik mit zu gestalten. Das wird aller Voraussicht nach auch bis zum Ende der Amtszeit so bleiben. Ich blicke gern auf die letzten Jahre zurück, in denen es gelungen ist, Strukturen zu etablieren, die es ermöglichen, dass sich die Athleten und Athletinnen bei der Ausübung ihrer Sportart gut in Szene setzen können. Um nichts anderes geht es mir und darauf lässt sich m.E. auch ohne mich aufbauen."
Für den Seniorenbereich fordert der scheidende DLV-Vize, dass sich auch die Seniorenleichtathletik weiterentwickeln müsse. "Wenn der DLV international seine führende Position behaupten will, muss die Seniorenleichtathletik vermehrt die jüngeren Altersklassen ansprechen und für ihr Wettkampfprogramm gewinnen. Da gibt es noch viel zu tun." Michael Böhnke betonte, international müsse "eine Angebotsdifferenzierung" stattfinden. Sein Credo: "Meisterschaften müssen sich mehr an Spitzenleistungen orientieren,für Mastergames müssen neue Zielgruppen erschlossen werden." Wenn wir diesen Herausforderungen mit guten Konzepten und adäquaten Strategien begegnen und uns dabei gegenseitig unterstützen, ist mir um die Zukunft nicht bang." Ein optimistischer Michael Böhnke: "Das Präsidium und der Verbandsrat des DLV erkennen jedenfalls zunehmend die Bedeutung des Seniorensports angesichts des demographischen Wandels. Beiden Gremien ist bewusst, dass in diesem Sektor Deutschland international eine führende Rolle einnimmt, die es weiter zu entwicken und zu sichern gilt." (02.12.08)
Der Antrag des Bundesfachausschusses (BFA) lautete auf Streichung aller Gebühren für die Betreuung der Mastersathleten bei internationalen Meisterschaften. Der BFA wollte, dass künftig der DLV-Haushalt alle Kosten für die DLV-Betreuung der Seniorenathleten bei allen internationalen Meisterschaften (Halle, Stadion, Berglauf, Straße) trägt. Aus diesem Weihnachtsgeschenk ist zwar nichts geworden. Aber der DLV-Verbandsrat beschloss am Samstag in Darmstadt immerhin einen Kompromiss. Ab 2009 müssen Athleten bei internationalen Berglauf- und Straßenmeisterschaften keine Extragebühr mehr zahlen. Der DLV trägt die Betreuerkosten aus seinem Haushalt. Die ersten, die sich freuen können, sind die Straßenläufer bei der EM im kommenden Mai in Aarhus. Für die Betreuung bei "Stadia"- und Hallenmeiterschaften zahlen die Athleten allerdings weiterhin 10 Euro.
Unsere Meinung: Zwar kein richtiges Weihnachtsgeschenk, aber eine ordentliche Nikolaustüte... (01.12.08)
Bei einem prominent besetzten Treffen in Frankfurt am Main haben sich die vier größten deutschen Marathonveranstalter auf einen gemeinsamen Initiativplan '09 in der Gesundheitsvororge und im Antidoping-Kampf verständigt. "Unsere Lauf-Events stehen mit insgesamt 95.000 Teilnehmern ganz besonders in der Verantwortung, und dieser bundesweiten Leitfunktion wollen wir künftig mehr denn je gerecht werden", sagte dazu Renndirektor Jo Schindler (Frankfurt Marathon). Schindlers Einladung waren seine Kollegen Rüdiger Otto (Berlin), Wolfram Götz (Marathon Hamburg) sowie Harald Rösch (Köln-Marathon) gefolgt. Mit dabei waren auch Mark Milde, Jürgen Lock, Christian Jost, Lutz Derkow (alle Berlin), Holger Rähse (Hamburg) und Markus Frisch (Köln). Weitere Teilnehmer der Zusammenkunft waren Dr. Jutta Müller-Reul sowie Kerstin Neumann von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vertrat Dr. Anne Jakob von der Anti-Doping-Koordinierungsstelle sowie Dr. Dirk-Reiner Martens (München), der als Rechtsanwalt unter anderem als Richter am Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne tätig ist. Die Moderation des Treffens übernahm Sylvia Schenk, Anti-Doping-Beauftragte des Frankfurter Titelsponsors Dresdner Kleinwort.
Alle vier Veranstalter wollen ihre Gesundheitskampagnen erweitern. So sollen auffällige Informationen zu gesundheitlichen Themen auf den Internetseiten der vier Veranstaltungen zu finden sein. Außerdem enthalten künftig alle Starterbeutel Materialien, die über versteckte Gefahren bei unprofessioneller Vorbereitung sowie Medikamenteneinnahme aufklären. Angelehnt an den neuen Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, der 2009 in Kraft tritt und flexiblere Sanktionsmaßnahmen, aber auch wesentlich mehr spezifische Substanzen enthält, wird das Informationsblatt erstmals zum Marathon in Hamburg am 26. April 2009 in Abstimmung mit der NADA und dem DLV verbotene Wirkstoffe auflisten, aber auch Beispiele für erlaubte Medikamente geben. Tipps und Leitfäden zum verantwortlichen Handeln in Training und Wettkampf werden das Informationsblatt ergänzen. "Insbesondere bei den vielen zehntausend Hobby- und Breitensportlern ist die Verunsicherung groß, was erlaubt ist und was nicht", sagt Sylvia Schenk. "Wir wollen mit dem Infoblatt auch verhindern, dass Marathonläuferinnen und - läufer unwissentlich gedopt an den Start gehen."
Neue Wege wollen Deutschlands führende Marathonveranstalter darüber hinaus bei den Antidoping-Kontrollen gehen. Ab 2009 werden die vom Leichtathletik-Weltverband IAAF festgelegten Urinkontrollen nach dem Wettkampf um sogenannte Vor-Wettkampf-Kontrollen erweitert . Die genaue Zahl der jeweiligen Vor- Wettkampf-Kontrollen wird noch abgestimmt . "Wir wollen und werden eine gemeinsame Linie finden. Da bin ich sehr zuversichtlich", meinte Harald Rösch aus Köln. Und Wolfram Götz (Hamburg) ergänzte: "Sauberen, dopingfreien Leistungssport kann niemand garantieren. Aber wir wollen als Veranstalter ein Höchstmaß an Kontrolle bieten." Dazu könnten auch Bluttest zählen. Allerdings ist noch offen, ob in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt auch Blutkontrollen vor dem Marathon genommen werden. Das hängt maßgeblich von der IAAF und vom DLV ab. Denn nur wenn die IAAF die Proben von den vier größten deutschen Marathonveranstaltungen zur Ergänzung ihrer Blutdatenbank verwendet, um Langzeitprofile von Athleten zu erstellen, halten die Veranstalter diese nicht ganz billigen Tests für sinnvoll. Bisher aber gibt es im Gegensatz zu Skilanglauf, Biathlon und Radsport in der Leichtathletik noch keine Schutzsperren bei auffälligen Hämoglobin- und Hämatokritwerten im Blut . "Hier ist zunächst der DLV in Absprache mit der IAAF gefordert, für eine zweckgerichtete Verwendung der Blutproben zu sorgen", betonte Jürgen Lock (Direktor für Sportmedizin des SCC Running, Berlin).
Die IAAF erstellt nach eigenen Angaben seit 2004 Blutprofile, die jedoch juristisch noch nicht so sicher seien, als dass man auf ihrer Grundlage Verfahren eröffnen könne. Spätestens Anfang 2009 soll jedoch der Blutpass eingeführt werden, sagte ein IAAF-Sprecher am Freitag. Mit ihm würden die Erkenntnisse aus den Blutprofile justiziabel. (01.12.08)
Nach uns vorliegenden Informationen verzichtet überraschend der Vizepräsident im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) Michael Böhnke auf eine Kandidatur für das DLV-Führungsgremium. Das neue Präsidium des DLV wird im Herbst 2009 -zwei Monate nach der WM in Berlin- gewählt. Am Wochenende hatte DLV-Präsident Clemens Prokop auf einer Präsidiums- und Verbandsratsitzung in Darmstadt angekündigt, erneut als Präsident des DLV zu kandidieren.
Böhnke war im Herbst 2005 nach dem überraschenden Rückzug von Anton Budde (Paderborn) kommissarisch zum Vizepräsident für den Breiten- und Freizeitsport berufen worden. Nur fünf Monate nach seiner Wahl als DLV-Vize hatte Budde das Amt "aus beruflichen und persönlichen Gründen" niedergelegt. Der 53 Jahre alte Theologie-Professor der Uni Wuppertal war daraufhin kurz entschlossen eingesprungen. Er brachte mit neuen Impulsen frischen Wind in den DLV-Breiten- und Freizeitsport. Unter anderem wurde auf seine Initiative hin 2006 der neue "Bundesausschuss Senioren" gegründet.
Bisher liegt www.masters-sport.de keine offizielle Stellungnahme von Michael Böhnke vor. (01.12.08)
Für 40 Mio Euro wollen die Erfurter Fußballer ein neues Stadion bauen. Geld dafür hat weder der lokale, in der dritten Liga kickende Fußballclub (FC) Rot-Weiß Erfurt noch die thüringische Landeshauptstadt. Sie kann nur 5 Mio Euro aufbringen. Es kommt also darauf an, ob das Land Thüringen rund 35 Millionen Euro für ein neues Stadion zahlen will. Mitte der Woche stellten der FC Rot-Weiß Erfurt und das von ihm beauftragte (und bezahlte) Architekturbüro eine "Studie" für das neue Stadion vor, einschließlich zweier bevorzugter Varianten, beide am jetzigen Standort im Steigerwald. Die eine sieht vor, berichtet die lokale Presse, so wörtlich "das Stadion in eine Multifunktionsarena umzubauen, also in ein reines Fußballstadion" (!) für maximal 29 000 Zuschauer. Es soll sich auch für andere Großveranstaltungen wie etwa Konzerte eignet. Die leichtathletischen Anlagen werden dabei auf einen Platz „ausgelagert“, der hinter der Gegentribüne (Wurfplatz/Schalenhalle) entstehen soll. Das Projekt kostet 39,4 Millionen.
Bei der zweiten Variante bleibt die Leichtathletik zwar im Stadion , wird aber regelrecht zusammengestaucht. Kugelstoß-, Weitsprung- und Stabhochsprunganlagen sind dann nur noch eingeschränkt vorhanden; bei diesem Plan sollen die Zuschauerränge näher ans Spielfeld rücken und werden mit einem „Rang“ aufgestockt. Maximale Zuschauerzahl: 25.400, von denen "nur etwa die Hälfte" in jenem 90-m-Kreis sitzen, der als „Best-View-Radius“ gilt, auf deutsch: in dem Zuschauer einen erstklassigen Blick aufs Spielfeld haben. Kosten der Variante zwei: 41,7 Millionen.
Da die Stadt Erfurt den ihr maximal möglichen Beitrag bereits auf gut fünf Millionen beschränkt hat und private Finanzierungsbeteiligungen, so FC-Chef Rolf Rombach, nicht wahrscheinlich seien, blieben also rund 35 Millionen Euro übrig, zu tragen vom Land. Das Architekturbüro hatte auch andere Standorte untersucht, die aber zu weit draußen liegen. Rombach hat auch schon einen „Kampfplan“: Bis Ende Januar Grundsatzentscheidung im Stadtrat, dann Bildung einer „Finanzierungskommission“, Ende März Entscheidung im Landtag, Planung bis Ende 2009, Baubeginn März 2010, Einweihung zum Saisonbeginn 2011/12. (Quelle: Freies Wort 30.11.08)
Pressekonferenz im Bild (MDR-Beitrag)
Dr. Clemens Prokop kandidiert auf dem Verbandstag Ende Oktober 2009 in Berlin erneut als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Dies gab er am Wochenende auf der Präsidiums- und Verbandsratsitzung in Darmstadt bekannt. Die Entscheidung wurde nach Mitteilung des DLV von den Mitgliedern des Verbandsrates, dem alle Präsidenten der DLV-Landesverbände und das Präsidium angehören, "mit großem Beifall" aufgenommen.
"Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen dazu entschieden, 2009 noch einmal zu kandidieren. Ich möchte Leichtathletik gestalten und nicht verwalten. Auch künftig werde ich um die Bedeutung der Leichtathletik kämpfen", sagte Dr. Clemens Prokop, der im März 2001 auf den Tübinger Sportprofessor Helmut Digel als DLV-Chef folgte. Der Amtsgerichtsdirektor aus Kelheim stellte auf der Sitzung am Samstag in Darmstadt auch seinen "Aktionsplan 2009/2010" vor, der eine "Mobilisierung der Leichtathletik auf allen Ebenen über die WM 2009 in Berlin hinaus" gewährleisten soll. Ziel für den Leistungssport der kommenden Jahre sei es vor allem, "in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen zusätzliche Mittel für die individuelle Förderung der Athleten/innen zu akquirieren". Im Gegenzug werde eine "zentralere Steuerung der Athleten/innen als bisher" angestrebt. Die Mastersleichtathletik spielt in den Vorstellungen Prokops weiterhin keine Rolle. (30.11.08)
Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg) ist schon wieder voll ins Wettkampfgeschehen eingetaucht: Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Crosslauf in Pfungstadt belegte die Regensburgerin hinter der mehrmaligen deutschen Juniorenmeisterin Heike Bienstein über 6240 m in 22:51 Platz zwei und konnte damit - natürlich außerhalb der Hochschulwertung startend - Rhea Richter (Itzehoe) sicher in Schach halten. Die Siegerin aus Dortmund war ihr um 26 Sekunden enteilt.(Webseite LG Regensburg, 30.11.08)
Nur wenige Marathons sind noch zu laufen, dann ist das Jahr zu Ende. Die Internetseite Marathon4you hat im "Laufe des Jahres" über fast 200 Stadtmarathons und herrliche Landschafts- und Bergläufe in Wort und Bild berichtet. Jetzt fordert sie auf, den Marathon des Jahres 2008 zu wählen. Mitmachen ist ganz einfach: aus der Vorschlagsliste können drei Veranstaltungen ausgewählt werden. Wer die meisten Punkte erhält, ist Marathon des Jahres. Es werden aber auch die Landessieger Schweiz und Österreich ermittelt, viele Regionalsieger und der Bergmarathon und Newcomer des Jahres.
Mitmachen lohnt sich allemal. Über 100 Preise gibt es zu gewinnen. Hauptpreis ist eine Reise nach New York mit Teilnahme am New York City Marathon 2009. Eine weitere Gewinnerreise führt nach Antalya zum Runtalya 2009. Außerdem gibt es wertvolle Sachpreise und viele Bücher zum Thema Laufen. Gewählt werden kann bis zum 31.12.2008. Hier geht's zur Abstimmung (29.11.08)
Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) ist vom DLV erstmals in den B-Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen worden. Zuvor hatte die 47 Jahre alte Ausdauerläuferin eine glänzende Saison absolviert. Höhepunkt war dabei der Gewinn der Deutschen Berglaufmeisterschaft im südbadischen Hochblauen, als sie sich gegen die gesamte jüngere Konkurrenz durchsetzte und mit beeindruckender Willenskraft trotz einer schweren Beinverletzung über die letzten 400m den Titel ins Ziel rettete. Marie-Luise Heilig-Duventäster dürfte die älteste Leichtathletin sein, die jemals in den B-Kader des DLV aufrückte.
Am Sonntag startet die welfenerin übrigens zum 10. Mal in Horgenzell (Landkreis Ravensburg) beim 16. Nikolaus-Crosslauf und zum zehnten Mal will sie einen Siegerpokal mit nach Hause nehmen. Nicht nur der Schnee auf der Laufstrecke deutet es übrigns an: Crosslauf ist eine Wintersportart und der Internationale Leichtathletikverband IAAF hat jüngst beantragt, diese Disziplin bei den Olympischen Winterspielen aufzunehmen. Nachmeldungen können übrigens bis eine Stunde vor dem Start abgegeben werden. (Quelle: Südkurier, 29.11.08)
Nicht nur geographisch, auch sportlich rückt Ingolstadt Mitte Dezember ins Zentrum der bayerischen Leichtathletik. Da im Frühjahr die Veranstalter aufgrund der extremen Witterungsbedingungen zwar ungern, aber verantwortungsvoll die bayerischen Crosslaufmeisterschaften abgesagt haben, wird nun der Wettbewerb am 13. Dezember ab 11.00 Uhr im "Hindenburgpark" nachgeholt. Der 125 Jahre alte MTV Ingolstadt freut sich natürlich auf diese Meisterschaften und bittet die bayerischen Leichtathleten, sich bis spätestens 01.12. beim BLV anzumelden.
Die Spitzenläufer Bayerns sollten sich die Anfahrt zum Austragungsort gut merken. Im kommenden Frühjahr wird der Hindenburgpark nämlich in den Fokus der deutschen Leichtathletik rücken: Der DLV hat dem MTV Ingolstadt die deutschen Crosslaufmeisterschaften 2009 übertragen. Sie finden am 14. März nächsten Jahres statt. Die Veranstalter und die bayerischen Läufer können die Meisterschaften am 13. Dezember also zugleich als Generalprobe einstufen. (Quelle blv-sport.de, 28.11.08)
Die Massenproteste gegen die Regierung in Thailand haben sich jetzt auch auf die Masters-Leichtathletik ausgewirkt. Eigentlich sollten im nordthailändischen Chiang Mai vom 1. bis 5. Dezember die Asienmeisterschaften der Masters-Leichtathletik stattfinden, bei denen Athleten aus 16 asiatischen Ländern antreten wollten. Aber Tausende von Demonstranten halten seit Tagen die beiden Flughäfen in Bangkok besetzt, über die die Regierung am Donnerstag den Ausnahmezustand verhängte. Sie bereitet offenbar eine gewaltsame Räumung vor. Gleichzeitig machen Putschgerüchte die Runde.
Die lokalen Organisatoren waren zunächst noch zuversichtlich, haben aber angesichts der aktuellen Situation in Bangkok am Donnerstag die 15. Asienmeisterschaften abgesagt. Die Wettkämpfe sollen jetzt vom 13. bis 17. Januar 2009 stattfinden, eventuell auch noch später, falls sich die Situation in Thailand nicht beruhigen sollte. (28.11.08)
In Zukunft sollen mehr Welt- und Europameisterschaften in Deutschland stattfinden. Darauf zielt eine Änderung des Jahressteuergesetzes 2009, die der Sportausschuss des Bundestages am Dienstag mehrheitlich begrüßte. Laut Paragraph 50 (4) verzichtet der Gesetzgeber künftig auf den bisher notwendigen Nachweis eines volkswirtschaftlichen Nutzens, um eine Veranstaltung von der Einkommenssteuer zu befreien. Künftig genügt, dass die Veranstaltung im besonderen Interesse der Öffentlichkeit liege. Dieses sei insbesondere daran zu erkennen, dass um die Veranstaltung ein internationaler Wettbewerb stattfinde.
Die sportpolitische Sprecherin der SPD, Dagmar Freitag, sagte, das besondere öffentliche Interesse in diesem sportbegeisterten Land liege auf der Hand. Auch der Staat habe ein Interesse, Deutschland im Ausland zu präsentieren. Klaus Riegert von den Unionsfraktionen nahm die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Beispiel; ihr volkswirtschaftlicher Nutzen sei mit Händen zu greifen. Dem gegenüber machten die Vertreter des Finanzministeriums deutlich, dass nicht einmal für dieses Ereignis ein solcher Nutzen belegbar sei. Um nicht Recht brechen zu müssen für die Unterstützung von Sportveranstaltungen, habe man neue Regeln gefasst. „Eigentlich ist es eine Sauerei, dass viele Leute Geld verdienen und der Staat auf Steuern verzichtet“, sagte Winfried Hermann von den Grünen.
Die Mehrheit der obersten Finanzbehörden der Länder und der Bundesfinanzminister müssen einer solchen Ausnahme zustimmen. Die Steuerbefreiung wird zur Unterstützung einer Bewerbung, nicht aber für bereits vergebene Meisterschaften gewährt. Generell entfällt die bisher übliche Besteuerung von Hotel- und Reisekosten, die der Gastgeber übernimmt. Anlass zur Änderung des Gesetzes waren die erfolglosen Bewerbungen von Berlin und Hamburg um das Endspiel der Champions League. Die Leichtathletik-WM, die 2009 in Berlin stattfinden, profitiert nicht von einer Steuerbefreiung, wohl aber die Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011. (von Michael Reinsch in Frankfuter Allgemeinen Zeitung, Quelle, 27.11.08)
Der schwedische Sportwissenschaftler Bengt Saltin hat im Kampf gegen Doping ein radikales Umdenken und deutlich mehr Trainings- statt Wettkampfkontrollen gefordert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei "dumm", wenn es glaube, dass es die 1000 Tests mehr während der Olympischen Spiele in Peking im Vergleich zu Athen 2004 als Erfolg verkaufen kann. "Hätte man diese Kontrollen zwischen den Saisons gemacht, hätten wir 1000 positive Fälle gehabt", sagte der renommierte Physiologe und Doping-Fahnder am Donnerstag auf einem internationalen Anti-Doping-Forum in Berlin.
Während der "heißen" Wettkampfphase zu testen, sei naiv, vergeblich und vergeude Ressourcen. "Da werden ja höchstens noch Amphetamine und Diuretika zur Verschleierung genommen. Die Leichtathleten musst du vor allem im Winter kontrollieren, die Skiläufer im Sommertraining", forderte Saltin, der in Deutschland vor allem durch sein Gutachten im Fall der Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle (November 2006) bekannt wurde. Der in Kopenhagen lebende Forscher hatte nach der Schutzsperre Sachenbachers die Blutstudie für den Weltverband FIS mit erarbeitet.
Saltin kritisierte den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für deren "unzureichende und wenig effektive" Methoden bei der Fahndung nach Dopingsündern. Die Zukunft im Testsystem liege in der Kombination von Biologischem Pass (Blutprofile) und "zeitlich intelligenten Trainingskontrollen". Die WADA-Labors dürften sich nicht isolieren, sondern müssten sich öffnen und mit internationalen Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, forderte Saltin. Allerdings sei die WADA überfordert, den höheren Bedarf an Trainingskontrollen zu decken. Das Blutdopingmittel EPO, anabole Steroide sowie Wachstumshormone (HGH) und künftig auch Gendoping seien die "effektivsten" Dopingmittel- und -Methoden. Das Berliner Anti-Doping-Forum wird bereits zum dritten Mal von der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Beiten Burkhardt veranstaltet. In diesem Jahr stand es unter dem Motto "Wie nah sind die Jäger an den Gejagten". (Süddeutsche.de 27.11.08)

Mittendrin und nicht nur dabei. So verheißt uns vollmundig ein Spartensender. Diesen Slogan kann der Moerser Stabhochspringer Wolfgang Ritte getrost für sich in Anspruch nehmen. Der 55-Jährige, der seit 2007 für den Weseler TV startet, empfing beim Stelldichein der Weltklasse-Leichtathleten von einst und jetzt am Sonntagabend im „Salle des Etoiles“ (Sternensaal) des alt-ehrwürdigen Monte Carlo Sporting Club anlässlich der Welt-Leichtathletik-Gala die höchsten außerhalb der Stadien zu vergebenden Weihen.
Ganz der Disziplin angemessen, wurde Wolfgang Ritte von Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa (Russland), die bei der Gala als Welt-Leichtathletin des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie der Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka (Ukraine) als Welt-Senioren-Leichtathlet 2008 ausgezeichnet. Eine Ehrung, die ein Ritterschlag ist. Vermutlich wird Ritte das davon zeugende Bilddokument daheim in Postergröße an exponierter Stelle aufhängen.
Bereits am Vormittag hatte er auf einem Empfang im Casino von Monte Carlo die fotografisch festgehaltenen Glückwünsche von Fürst Albert von Monaco entgegennehmen dürfen. So ganz nebenbei fiel bei dieser Gelegenheit noch ein gemeinsames Foto mit Olympiasieger und Weltrekordler Usain Bolt (Jamaika) ab, der bei den Spielen in Peking in neue Dimensionen gesprintet war und abends erwartungsgemäß als Welt-Leichtathlet des Jahres geehrt wurde. Ritte war von den Erlebnissen förmlich überwältigt. „Das ist der helle Wahnsinn“, meinte er. „Das kommt mir alles so unwirklich vor, als wäre es ein Hollywood-Film. Irgendwann knipst einer das Licht aus, und der Spuk ist vorbei.“
Allein der Schauplatz der feie
rlichen Gala war ein echter Hingucker. Festliches Ambiente und eine gleichermaßen gewandete Gäste-Schar verstehen sich nahezu von selbst. Doch die Kuppel der extravaganten Stätte ist ein Glanzlicht im doppelten Sinn des Wortes. Sie besteht aus tausenden kleinen Leuchtkörpern, die einen künstlichen Sternenhimmel erzeugen. Das Dach lässt sich wie bei der „Arena Auf Schalke“ öffnen und schließen. Mehr als sehen lassen konnte sich zudem die illustre Gesellschaft der 730 geladenen Gäste. Kurzum: Ein „Who is who“ der Leichtathletik-Szene mit Jelena Isinbajewa und Usain Bolt an der Spitze.
Fürst Albert stand trotz der geballten Ladung an aktuellen und früheren Sportgrößen nach dem rund einstündigen offiziellen Teil im Mittelpunkt des Interesses. Dabei erwies er sich buchstäblich als Fürst zum Anfassen, erfüllte jeden an ihn heran getragenen Wunsch für ein Foto mit ihm. Müßig zu erwähnen, dass mit erlesenen Speisen und Getränken das leibliche Wohl nicht zu kurz kam. Anschließend herrschte auf der Tanzfläche eine drangvolle Enge. Wolfgang Ritte übte sich auf diesem Terrain freilich in vornehmer Zurückhaltung, machte aber dennoch im eigens für dieses Ereignis angeschafften Smoking eine blendende Figur. Da hatte sich seine ihn begleitende Ehefrau Ute, die ein langes schwarzes Abendkleid trug, in der Kleiderfrage durchgesetzt.
Fotos: Stabhochspringer Wolfgang Ritte (re.) vom Weseler TV wurde in Monte Carlo von der russischen Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa und Sergej Bubka aus der Ukraine als Welt-Senioren-Leichtathlet 2008 ausgezeichnet; dem Gespräch lauscht Christine Müller, IAAF-Mastersleichtathletin 2008.
Auch Gastgeber Fürst Albert von Monaco gratulierte dem Moerser, zwischen beiden IAAF-Präsident Lamine Diack (von Axel Hermanns auf rp-online, 25.11.08)
SeniorenLeichtathletik: Wer wird Deutschlands Seniorensportler des Jahres?Mit einer Doppelausgabe beschließt das Fachmagazin SeniorenLeichtathletik den 4. Jahrgang. Auf dem Titelbild und in einem größeren Beitrag wird Wolfgang Ritte vorgestellt, dem in diesem ablaufenden Jahr alles gelang und der zu Europas Seniorenleichtahlet 2008 und zum IAAF-Master of the Year 2008 gewählt wurde. Weitere Schwerpunkte im aktuellen Heft sind neben den traditionellen Reportagen aus den Bundesländern die Berichte über die drei letzten deutschen Meisterschaften des Jahres und die Berglauf-WM in Tschechien.
Kein Geringerer als EVAA-Präsident Dieter Massin prangert in seinem Kommentar einmal mehr die hohen Preise an, die für die Teilnahme an internationalen Meisterschaften aufzuwenden sind. Hochaktuell sein Bezug zur weltweiten Finanzkrise. Daneben schließt ein umfangreicher Artikel über den neuen Antidoping-WADA-Code Wissenslücken, und schließlich enthält die aktuelle SeLa-Ausgabe auch den Stimmzettel für die Wahl zum deutschen Seniorensportler des Jahres 2008. Teilnehmer an der Wahl können attraktive Preise gewinnen. (24.11.08)
Das deutsche IAAF-Councilmitglied Helmut Digel hat den offiziellen Antrag des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, den Crosslauf in das Programm Olympischer Winterspiele aufzunehmen, kritisiert. «Die Winterspiele sind Spiele für Eis- und Schnee-Sportarten», sagte der Tübinger Sportsoziologe nach der IAAF-Councilsitzung am Wochenende in Monte Carlo. Auch eine Aufnahme der Crossläufe als 48. Disziplin bei den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben im Sommer lehnt er ab. «Jede Ausweitung der Olympischen Spiele verbietet sich nach Peking von selbst», meinte Digel angesichts der Rekordteilnehmerzahl von fast 11 000 Athleten.
Unzufrieden ist er auch damit, dass die IAAF die Entscheidung über eine Reform der Weltmeisterschaften bis zur nächsten Council-Tagung im März 2009 in Berlin vertagt hat. «Es wäre besser gewesen, jetzt schon Klarheit gehabt zu haben», sagte Digel. Schließlich müssten die südkoreanischen Ausrichter der WM 2011 in Daegu nun weiter warten, auf welches WM-Format sie sich einstellen können. Bei den Welttitelkämpfen 2009 in Berlin kommt noch das herkömmliche Programm-Schema zur Anwendung.
Geplant ist, dass das WM-Hauptprogramm von neun auf sechs Tage reduziert wird. Damit würde die Zahl der Finals pro Tag und damit die Attraktivität erhöht. Die langwierigen Qualifikations-Wettkämpfe sollen nach dem Reformplan der IAAF drei Tage vor der Kern-WM am Ort der Titelkämpfe ausgetragen werden. «Dann hätten wir bei der WM nur noch Halbfinals und Finals sowie Abendveranstaltungen mit einer Länge von zwei bis drei Stunden», sagte Digel. Keine Entscheidung ist auch über eine geplante Ausweitung der Golden-League-Serie, die bisher sechs Meetings umfasste, auf Veranstaltungen außerhalb Europas gefallen.
Offen blieb auch, ob die IAAF beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Einspruch gegen den Beginn der Doping-Sperren für sechs von sieben russischen Weltklasseathletinnen erheben wird. Sie wurden von der IAAF mit Hilfe von DNA-Analysen der Urin-Manipulation überführt. Die Untersuchungen hatten sich über eineinhalb Jahre hingezogen. Die Proben stammten vom April und Mai 2007, deshalb geht der russische Verband davon aus, dass die Sportlerinnen bei den WM im August 2009 in Berlin wieder starten können. Die IAAF hingegen will sie vom Zeitpunkt der Suspendierung an im Juli dieses Jahres für zwei Jahre sperren. Die IAAF will bis zum 26. November entscheiden, ob der CAS angerufen wird. Nur eine Verwarnung hat übrigens der russische Hochspringer Iwan Ulich erhalten, teilte die IAAF mit. Der Athlet war in betrunkenem Zustand beim Grand-Prix-Meeting im Juli in Lausanne angetreten. (aus sueddeutsche.de, 23.11.08)
Aufgefrischt: IAAF geht gegen russische Kurzsperren vor (auf www.leichtathletik.de, 28.11.08)
Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke (mehr...) hat "Strafanzeige gegen Thomas Springstein" gestellt. Frankes Rechtsanwalt Michael Lehner übermittelte der Magdeburger Generalstaatsanwaltschaft ein Schreiben Frankes, der dem inzwischen 50-jährigen Sprinttrainer Beihilfe zur Körperverletzung und versuchte Körperverletzung vorwirft, "besonders bei minderjährigen Sportlerinnen in Zusammenhang mit den im Verfahren 176 Js 26450/04 genannten Taten". Dieses Aktenzeichen der Statsanwaltschat Magdeburg berge, so die Süddeutsche in ihrer heutigen Ausgabe, "Pikanterie. Es steht für den 2006 abgewickelten Prozess gegen Springstein, den der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) angestrengt und der mit der Verurteilung des Lauftrainers zu 16 Monaten Haft auf Bewährung wegen versuchten Minderjährigen-Dopings geendet hatte."
Nun will Franke aber, so die Zeitung, "Verfahrensfehler und den laxen Umgang der Justiz mit der Dopingproblematik entlarven". Denn "absurderweise", so Franke, sei Springstein damals für etwas verurteilt worden, das ihm in just diesem Fall nicht gelungen war: Die von ihm mit Dopingmitteln versorgte 16-jährige Nachwuchssprinterin Anne-Kathrin Elbe hatte die Wirkstoffe nicht genommen, sondern an den DLV weitergereicht, der die Affäre ins Rollen brachte. Im Verfahren sei aber auch vollendetes Doping an anderen Mädchen aus Springsteins damaliger Läufergruppe aufgeklärt worden. Diese Fälle aber wurden eingestellt.
In dem Anfang 2006 geführten Strafprozess vor dem Amtsgericht Magdeburg war Springstein wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in besonders schwerem Fall verurteilt worden. Frankes neue Anzeige zielt nun auf eine weitere Strafverfolgung wegen Körperverletzung. Sieben Sportlerinnen benennt Werner Franke in seiner Strafanzeige als Springsteins Opfer. Darunter ist auch die 17-jährigen Athletin Julia Lesse. Ihr habe Springstein im Mai/Juni 2003 während der Trainingsphase das Dopingmittel Andriol ausgehändigt. "Diese Kapsel nahm Julia Lesse ein", soll aber schon die damalige Anklageschrift gegen Springstein formuliert haben haben.
Der Bundesgerichtshof hatte tatsächlich im Zuge der Dopingaufarbeitung die Vergabe von Anabolika als Körperverletzung definiert. In Frankes Anzeige heißt es: "Während die im Urteil als einziges Opfer genannte Elbe diese Mittel nicht eingenommen hatte, haben andere Minderjährige bzw. junge Frauen diese Präparate auftragsgemäß eingenommen (siehe Ermittlungsakten und Anklageschrift)." Hier sollen nun nach dem Willen Frankes und Lehners die neuen Ermittlungen ansetzen.
Frankes Anwalt Lehner spricht allerdings davon, der damaligen Verurteilung und Einstellung habe eine Absprache ("Deal") zwischen Staatsanwaltschaft und Angeklagtem bzw. dessen Strafverteidigern zugrunde gelegen. Den Tatbestand der Körperverletzung habe aber dieser damalige "Deal" zwischen Springsteins Verteidigern und der Staatsanwaltschaft nicht kassieren können, meint Lehner und kommentiert dann: "Wie man sowas 2006 in Deutschland noch einstellen konnte, ist nur politisch erklärbar."
Ein Jurist zu masters-sport: "Trifft Lehners Aussage zu, es habe 2006 eine Absprache gegeben, das Strafverfahren gegen Springstein mit einer Bewährungsstrafe insgesamt zu beenden und weitere Punkte einzustellen, kann heute die Doping-Körperverletzung nicht mehr verfolgt werden. Wenn sich die Verfahrensbeteiligten nämlich damals einigten, wäre eine neue Strafverfolgung Springsteins wegen des Komplexes nur möglich, wenn die Staatsanwaltschaft ihre gegebenen Zusagen bräche - ein rechtsstaatlich nicht denkbarer Vorgang." (Quelle: Süddeutsche, 22.11.08)
Deutschlands Parade-Hochspringer der 80er Jahre, Dietmar Mögenburg (*1961) und Carlo Thränhardt (*1957) haben Anfang des Monats im schwedischen Göteborg gezeigt, dass sie immer noch heiß auf ihren Sport sind. Unglücklich verlief dabei allerdings das geplante "Comeback" von Carlo Thränhardt, der sich am Tag vor einem offiziellen, vom Autobauer Volvo gesponserten Hochsprung-Wettkampf am 6. November im Leichtathletikzentrum der westschwedischen Hafenstadt verletzte und kurzfristig absagen musste. Eigentlich hatte Thränhardt den M50-Weltrekord von 2,00m verbessern wollen; diese Rekordmarke hält seit der 1. Senioren-Halleneuropameisterschaft in Birmingham 1997 der große Thomas Zacharias (*1947, USC Mainz), die dritte deutsche Männer-Hochsprunglegende
Aus der kalten Hose übersprang der inzwischen 47-jährige Dietmar Mögenburg in Göteborg zunächst 1,80m und zwar - wie es auf der IAAF-Internetseite heißt- "mit derselben Technik wie 1984 bei seinem Olympiasieg in Los Angeles". Seine nächste Höhe von 1,96m riss er drei Mal nur äußerst knapp. Am Ende eines unterhaltsamen Wettkampfes vor 500 Fans belegte Mögenburg in dem laut IAAF offiziell anerkannten Wettkampf Rand 4. Es gewann der Norweger Håkon Särnblom (*1966), der 1,90m übersprang; seine Bestleistung als Aktiver in der Halle stellte er übrigens mit 2,34m im Jahr 1995 auf. Mehr (engl.)... (Quelle: IAAF 21.11.08)
Anfang November trafen sich in Darmstadt Vertreter des Bundesausschusses Wettkampforganisation, des Bundesfachausschusses Senioren und des Gehsportes beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), um über die zukünftige Wettkampfstruktur des Gehens zu diskutieren und Konsequenzen zu ziehen.
Alle Teilnehmer des Treffens vertraten die Auffassung, die Deutschen Geher-Meisterschaften 2009 gemäß Vergabe und Ausschreibung gemeinsam in allen Altersklassen - von der Jugend bis zu den Senioren- durchzuführen. Austragungsort ist am am 25. April 2009 das sächsische Zittau. Rahmenwettbewerbe im Schülerbereich werden die Meisterschaftsveranstaltung ergänzen.
Grundsätzlich konnten sich alle Gesprächsteilnehmer vorstellen, Gehveranstaltungen aus den Hallen- und Stadion-Meisterschaften in Spezialmeetings auszulagern und im Rahmen bereits bestehender Gehveranstaltungen zu integrieren. Vorschläge hierfür sowie eine Auswertung der Deutschen Geher-Meisterschaften 2008 sollen beim nächsten Treffen im Mai kommenden Jahres im Mittelpunkt stehen. (Quelle: www.leichtathletik.de, 20.11.08)
Neun Monate vor dem Beginn der Leichtahtletik-WM in Berlin stehen die Organisatoren noch vor großen Problemen: Die Verträge der IAAF erschweren die Sponsorensuche, außerdem fehlen erfolgreiche deutsche Athleten, mit denen man werben kann. Immerhin wurde jetzt ein Maskottchen gefunden.
Die Hoffnung der deutschen Leichtathletik heißt Berlin. Die Weltmeisterschaft im Olympiastadion (15. bis 23. August 2009) muss den dringend notwendigen Schub geben nach dem Tiefpunkt in Peking: nur eine Bronzemedaille, das schlechteste Ergebnis bei Olympischen Spielen seit 1904. Sicherlich wäre es für Michael Mronz einfacher, mit umjubelten Helden werben zu können. Von Mronz, im Organisationskomitee für die WM unter anderem für die Bereiche Vermarktung, Sponsoren und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bekommt in diesen Tagen etwa ein Dutzend deutscher Athleten Nachricht; verbunden mit der Bitte, sich doch für die kommenden neun Monate als Gesicht der WM zur Verfügung zu stellen. Mronz nennt keine Namen, aber Aufstrebende wie Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Hochspringer Raul Spank dürften ebenso dabei sein wie die Grande Dame des Diskuswerfens, Franka Dietzsch.
Präsent ist die WM in der Hauptstadt bisher kaum. In Zukunft wollen die WM-Organisatoren jedoch richtig durchstarten: Anzeigen in Sonntagszeitungen werden geschaltet, Plakataktionen folgen. Wenigstens ist man seit Dienstag einer Sorge ledig: Für Nachbesserungen, die im Stadion vorgenommen werden müssen, um es WM-tauglich zu machen, gibt der Berliner Senat zusätzlich 5,6 Millionen Euro. Sowieso übernimmt die Hauptstadt schon 20 Millionen des Etats in Höhe von 44 Millionen Euro. Ein anderes Problem bleibt der Bereich Vermarktung/Sponsoren, der sieben Millionen Euro einbringen soll. Es gibt bisher aber nur einen nationalen Partner (Deutsche Post AG).
Ausschlussklauseln lassen zum Beispiel als nationalen WM-Partner keine deutsche Autofirma zu, weil der IAAF-Partner Toyota heißt. Der Weltverband hat seine Vermarktungsrechte an die japanische Firma Dentsu verkauft, die entsprechend mit den Berlinern verhandelt. Gar nicht gut kam in der IAAF-Zentrale in Monaco an, dass Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit Co-Präsident des Berliner OK, sich in den Medien über „Knebelbedingungen“ beklagte, „unfair gegenüber den Veranstaltern“. Beim IAAF-Präsidenten Lamine Diack (Senegal) ist Prokop eh wegen Äußerungen zu mangelhaften Dopingkontrollsystemen in vielen Ländern unten durch.
Nick Davies, der Mediendirektor der IAAF, drückt sich in Sachen „Knebelverträge“ diplomatisch aus: „Manche Dinge muss man einfach akzeptieren.“ Helmut Digel, Mitglied in der IAAF-Exekutive und Vorsitzender der IAAF-Marketingkommission, verweist darauf, dass von vornherein „die Bedingungen für jeden ganz klar waren“. Für ihn steht fest: „Keiner wird von der IAAF über den Tisch gezogen.“ Offenbar sind den Berlinern erst zu spät die Augen aufgegangen. Mronz erklärt, dass es mit nationalen Partnern bereits „ausverhandelte Verträge“ gebe. Man warte nur auf das Okay von Dentsu. Zwischen dem OK und dem Vermarkter wird darum geschachert, die eine oder andere Kategorie ein wenig aufzuweichen. „Flexibler als es in den Verträgen eigentlich vorgesehen ist“, habe man bereits reagiert, bestätigt Stephen Brubacher, Generaldirektor von AMS, das für Dentsu die Geschäfte mit Vertragspartner IAAF abwickelt. Nach Informationen von WELT ONLINE drehen sich die Verhandlungen momentan um die Kategorie Energieunternehmen: Beißt sich das von den Berlinern schon festgezurrte Engagement von Vattenfall mit dem von Gazprom bei der IAAF?
Ein anderer umstrittener Punkt ist dagegen abschließend behandelt. Man konnte sich auf das Maskottchen einigen, das in Kürze vorgestellt wird: Es wird ein Bär in blauer Hose sein. Ein anderes Modell war einst durchgefallen, weil das Tier dem Regierenden Bürgermeister zu plüschig erschien. Zumindest ein Problem(bär) weniger. (VON SEBASTIAN ARLT UND JENS HUNGERMANN in welt.de, 20.11.08)
Olympia hat sie heulend im Fernsehsessel verfolgt und vor Frust fast in den Tisch gebissen, bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften will Franka Dietzsch (*1968, SC Neubrandenburg) am Abend des 21. August 2009 noch ein letztes Mal die Chefin im Ring sein. "Anfang Dezember beginnt das gezielte Wintertraining. Dann starte ich meine Vorbereitung auf die vierte Goldmedaille", sagte die dreimalige Diskuswurf-Weltmeisterin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Typisch Franka Dietzsch. Vom völlig verkorksten Sommer und dem geplatzten Olympia-Traum lässt sich die 40-Jährige nicht entmutigen. Ihre Devise gilt: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. "Olympia 2008 ist vorbei. Ich blicke nicht mehr zurück, nur noch nach vorn." Ein großes, ein letztes Ziel hat sie noch: Bei der Heim-WM in Berlin eine Medaille holen. Es darf auch Gold sein. Und wer sie kennt, weiß: Das ist kein Traum. Dafür quält sich die zehnfache deutsche Meisterin schon wieder, obwohl sie immer noch nicht richtig fit ist. Vor allem der linke "Problemfuß" macht ihr zu schaffen. Seit Mai hat sie Schmerzen beim Werfen, die Ärzte sind ratlos, in einer Woche muss sie aus dem Ring noch einmal in die "Röhre". Vielleicht wissen die Spezialisten nach der Computertomographie mehr. Der Fuß "ist meine Schwachstelle", doch Stärken bleiben der Welklasse-Diskuswerferin noch genug: Selbstvertrauen, Trainingsfleiß, Zielstrebigkeit und auch ein gesundes Maß Mecklenburg'scher Sturheit. Sie ist ein Kämpfertyp. In dieser Sommersaison hat sie sich seit Mai ganze fünf Tage Urlaub auf Mallorca gegönnt. Die «Leichtathletin des Jahres» 2007 will in Schwung bleiben. "Eine Pause ist genau der falsche Weg. Ich kann mich nicht faul auf den Sack legen. Mein Trainer sagt immer, ich muss etwas für mein Herz tun", verrät Franka Dietzsch.
Und sie tut etwas. Nach drei Wochen Reha im August in Altenberg hat sich die «Frau der Ringe» wieder in Schwung gebracht. Auf die 40-Kilometer-Radrunden um den heimischen Tollensesee nimmt sie gern mal ihren Trainer Dieter Kollark oder Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels mit. "Sonst wäre mir das zu langweilig." Doch in Begleitung schaltet sie schon mal einen Gang zurück. "Ich will ja nicht zur Tour de France", erklärt Franka Dietzsch schmunzelnd. "Meine Kräfte brauche ich bei der WM in Berlin." Wird das Diskuswurf-Finale am 21. August nach WM-Gold in Sevilla (1999), Helsinki (2005) und Osaka (2007) noch einmal der Abend der Franka Dietzsch?
Der neue Chef-Bundestrainer Herbert Czingon glaubt an das Comeback der 69,51-Meter-Werferin. "Ich rechne fest mit dem Duo Dietzsch/Kollark in Berlin", meint der für die technischen Disziplinen verantwortliche Coach. Franka Dietzsch zählt zum WM-Team, obwohl sie das Olympia-Jahr wegen Krankheit und Verletzung abschreiben musste und den Diskus nicht einmal über die 60-Meter- Marke bugsieren konnte. Im WM-Finale soll die Ein-Kilo-Scheibe noch einmal in Medaillenregionen segeln. (aus FTD, 20.11.08)
Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Berlin wird teurer als geplant. Der Berliner Senat beschloss am Dienstag, weitere 5,6 Millionen Euro bereit zu stellen, um erforderliche Umbauten am Olympiastadion vorzunehmen. Dazu gehören der Ausbau der Flutlichtanlage, die Sicherstellung eines zweiten Stromkreises und die Belüftung eines 120 Meter langen Verbindungstunnels in das Stadion. "Das sind alles Maßnahmen, damit wir dauerhaft für sportliche Großveranstaltungen gerüstet sind", sagte Sportsenator Ehrhart Körting (SPD) gestern. Berlin habe sich gegenüber dem Internationalen Leichtathletikverband (IAAF) verpflichtet, das Stadion nach dessen Vorgaben umzubauen. Bislang hatte das Land 8,9 Millionen Euro für die Leichtathletik-WM bereitgestellt.
Nach Angaben Körtings muss das Flutlicht im gesamten Innenbereich des Stadions eine Helligkeit von 1400 Lux herstellen, um alle Wettbewerbe fernsehtauglich durchführen zu können. Außerdem muss eine durchgehende Fernsehübertragung auch bei einem Stromausfall gewährleistet sein. Bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz war es beim Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei in Basel zu einem minutenlangen und weltweiten totalen Bildausfall gekommen. Um einen derartigen Zwischenfall mit anschließenden Schadenersatzforderungen zu vermeiden, muss ein Notstromsystem vorhanden sein, das innerhalb von 0,4 Sekunden einspringt.
Umbauten sind auch in einem Tunnel nötig, der mit einer Belüftungsanlage versehen werden muss. Schließlich muss die Tartanbahn geglättet werden, damit die Zeiten auch vom Leichtathletik-Weltverband anerkannt werden können.
Auch wenn die zusätzlichen Ausgaben ärgerlich seien, lohne sich die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft für die Stadt, sagte Körting. "Das Olympiastadion wird international noch konkurrenzfähiger als Veranstaltungsort großer Sport- und Show-Veranstaltungen", sagte der Sportsenator. Die internationale öffentliche Aufmerksamkeit durch die Leichtathletik-Weltmeisterschaft sei nicht zu bezahlen. "Wir wollen eine strahlende WM veranstalten." (Quelle Jens Anker, Welt.de, 19.11.08)
Im vergangenen Hochschul-Sommersemester fand in Heidelberg die interdisziplinäre Ringvorlesung von Universität Heidelberg und Pädagogischer Hochschule Heidelberg zum Thema Doping statt (mehr dazu auch hier). Die Veranstaltungsreihe unter Leitung der Hochschullehrer Prof. Rüdiger Heim, Prof. Wolfgang Knörzer und Prof. Gerhard Treutlein passte in die Hochschulstadt am Neckar; denn schon seit Jahrzehnten ist Heidelberg eines der deutschen Zentren der wissenschaflichen Auseinandersetzung mit Doping und Dopingprävention und der Heidelberger Zell- und Molekularbiologe Prof. Dr. Werner Franke ist der engagierteste deutsche Protagonist im Kampf gegen Doping.
Jeweils aus ihrer Perspektive äußerten sich zum Thema Doping führende Persönlichkeiten aus den Bereichen der Dopingprävention (Prof. Wolfgang Knörzer, Prof. Gerhard Treutlein), des organisierten Sports (Hanns Michael Hölz, NADA), des Rechts (Prof. Dr. Rössner, Dr. Michael Lehner), der Sportwissenschaft (Prof. Karl-Heinrich Bette, Prof. Dr. Helmut Digel, Dr. Heiko Striegel), der Politik (Dr. Peter Danckert, MdB, SPD), der Dopingkritik (Prof. Dr. W. Franke, Ines Geipel), des Kontrollverfahrens (Dr. med. Helmut Pabst von PWC) und der Medien (Spiegel-Redakteur Udo Ludwig).
Auf der Internetseite www.contradoping.de des Zentrums für Dopingprävention in Heidelberg, das im vergangenen Herbst dank der Unterstützung der Manfred-Lautenschläger-Stiftung und der Dietmar-Hopp-Stiftung offiziell eröffnete, finden sich dazu ausführliche Berichte über die einzelnen Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung. Weitere Informationen: contradoping.de (Quelle sportrecht.wordpress.com, 19.11.08)
Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging am Sonntag die Waldlaufmeisterschaft des Bezirks Oberrhein am Bad Säckinger Bergsee über die Bühne. 154 Frauen, Männer, Jugendliche und Schüler gingen an den Start. Ein Meldeergebnis, das es -so Beobachter- lange nicht mehr gab.Während es bei den Männern mit David Kiefer (TV Bad Säckingen ) den erwartetenWaldlauf-Bezirksmeister auf der kurzen Strecke gab, siegte bei den Frauen in 18:20 min Kathrin Stutz (*1988, TS Langenau) vor der Hohenfelserin Sabine Rimmele (19:48) sowie den fast gleichschnellen Submasterin Diana Heise (*1975, LC Marathon Rheinfelden, 19:52) und ihrer überzeugenden Vereinskollegin W-60-Starterin Roswitha Schäffler (*1946, LC Marathon Rheinfelden).
Auf der langen Strecke waren die Männer unter sich. Die Jüngsten (!) starteten dabei in der Altersklasse M 35. Volker Teubler (*1969, LG Hohenfels) ließ sich den Sieg nicht nehmen. Nach neun Runden und 9450 Metern wurde er in 33:58 Minuten gestoppt. Dahinter folgten die beiden TV-Inzlinger Bernd Röse (*1966, 34:44) und Marc Müller (*1970, 36:37). (Quelle: Badische Zeitung, 18.11.08)
Michael Schramm (links) läuft David Kiefer davon – Kathrin Stutz war bei den Frauen nicht aufzuhalten. | Foto: gerald edinger
...and the winner is: Thomas Heck, TuS Köln rrh., Baujahr 1962 und natürlich ein Mittelstreckler ...
Herzlichen Glückwunsch!
Unsere Zählmaschine zählt keine Hits oder Klicks, sondern den Besucher unserer Internetseite nur einmal am Tag. Gestern Abend erreichte sie die 200.000-Grenze .
Falls Sie der oder die Glückliche sind, schicken Sie uns ein Bildschirmfoto mit dem Zählerstand. Sie haben dann ein Jahresabonnement von SeniorenLeichtathletik, dem deutschen Magazin zur SeniorenLeichtathletik, gewonnen. (17.11.08)
"Helden 2008": Runner's World zeichnet Lidia Zentner ausDoppeleuropameisterin Lidia Zentner (*1953, Gazelle Pforzheim/Königsbach) ist von der Deutschlandausgabe des weltweit größten Laufmagazins Runner's World ausgezeichnet worden. In ihrer aktuellen Dezemberausgabe benennt die Zeitschrift fünf Läuferinnen und Läufer, die "2008 Heldenhaftes geleistet" haben. "Wir haben sie deshalb zu unseren 'Laufhelden 2008' ernannt" heißt es. In den Kategorien Masters, Handicapped, Nachwuchs, Charity und Elite vergab Runner's World jeweils eine 2008-Auszeichnung.
In der Eliteklasse siegte dabei erwartungsgemäß Marathonkönigin Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) - übrigens auch bereits Mastersläuferin. In der Masters-Kategorie aber wurde mit Lidia Zentner die achtmalige Weltmeisterin aus Baden ausgezeichnet und das nicht überraschend: Nach einem verletzungsbedingt für sie sehr schwierigen Jahr 2007 stellte sie in diesem Sommer zwei neue Altersklassenrekorde auf, gewann diverse deutsche Meistertitel und dann bei der Masters-EM in Lujbljana souverän die Titel über 1500m und 800m ihrer Altersklasse. "Ich habe unglaublich viel Spaß am Laufen, und das will ich auch weitergeben," freute sich die W55-Athletin, die jüngst ihre eigene Laufschule gegründet hat. (16.11.08)
Vier Monate nach dem schrecklichen Geschehen hat die für Garmisch-Partenkirchen zuständige Staatsanwaltschaft München II beim Amtsgericht Garmisch beantragt, einen Strafbefehl gegen den Geschäftsführer des Zugspitzlauf-Veranstalters zu erlassen. Peter Krinninger, dem Besitzer einer Sportagentur in Garmisch, werde zweifache fahrlässige Tötung und neunfache fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwältin Regina Sieh. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von 90 Tagessätzen, was drei Nettomonatseinkommen des Unternehmers entspreche.
Damit gilt Krinninger nicht als vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er unzureichend bekleidete Sportler beim Start nicht vom Lauf ausgeschlossen hat. Außerdem habe er, obwohl das Wetter schlechter wurde, das Ziel vom Gipfel der Zugspitze nicht weiter nach unten verlegt. Für Staatsanwältin Sieh kam eine Anklage nicht in Frage, da "der Veranstalter darauf hingewiesen hat, dass das Wetter gefährlich ist und die Teilnehmer eine Eigenverantwortung haben". Bei dem Extremlauf zur Zugspitze waren im Juli zwei 41 bzw. 45 Jahre alte Männer aus Witten (Ruhr) und Ellwangen zusammengebrochen und an Unterkühlung gestorben. (15.11.08)
Mit dem neuen WADA-Code (und auf ihm aufbauend der NADA-Code) sind jetzt endlich die letzten Dämme gebrochen: Die „strict liability“, zutreffend wohl übersetzt mit uneingeschränkter Haftung für den eigenen Körper, ist aufgehoben und in den Mülleimer der „Doping-Geschichte“ gelegt worden. Das sagt der 1991 erste Antidopingbeauftragte des Deutschen Leichtathletikverbandes und Fachbuchautor Rüdiger Nickel. Der Hanauer Rechtsanwalt kommentiert die jüngste Entwicklung in einem Beitrag für German Road Races so:
Sie war die „heilige Kuh“ der Dopingbekämpfung: die „strict liability“. Sie haben sich immer vehement geweigert, von ihr abzurücken, sie, die Verbände, internationale Fachverbände oder die WADA. Sie wurde als der unverzichtbare Inbegriff einer ernst zu nehmenden Dopingbekämpfung in den Mittelpunkt eines jeden Regelwerkes gestellt. Auch heute noch propagieren sie diese Regel, wonach es, um einen Dopingverstoß anzunehmen, nur darauf ankommt, was „im Körper drin“ ist, nicht, ob und in welchem Maße der Athlet dafür verantwortlich ist. Grund hierfür war, dass einem erwischten Athleten immer eine Ausrede einfällt, warum gerade in seinem Fall er nichts dafür kann....Weiter gehts auf der Internetseite von GRR (14.11.08)
Vater Wolfgang ist der Kopf des vierköpfigen Familien-Unternehmens „Ritte Air“. Vater, Mutter, Sohn und Tochter haben sich dem Stabhochsprung verschrieben und bringen gemeinsam stolze 1706 Zentimeter in die Rekordlisten. Wolfgang Ritte ist der Flottenchef des... weiter auf der Internetseite von rp-online (13.11.08)
Wieder versammelten sich viele Läuferinnen und Läufer vor dem Weiher-Stadion in Hechingen, um die 8,1 Kilometer lange Strecke mit 365 Höhenmetern bis in den Burghof des Hohenzollern zu absolvieren. Der diesmal 24. Hohenzollern-Berglauf ist traditionsgemäß det Abschluss der Berglauf-Saison. Der letztjährige Sieger Heiko Baier von der LG Fulda war wiederum dabei und lieferte sich ein packendes Duell mit Josef Beha vom FC Unterkirnach. 500 Meter vor dem Ziel liefen beide noch Seite an Seite, doch dann zog Baier unwiderstehlich davon und siegte souverän in 30:44 Minuten mit 28 Sekunden Vorsprung.
Schon als Dritter lief Daniel Kittel (LAV asics Tübingen) in 33:30 Minuten ein und war von sich selbst überrascht. »Ich bin doch gar kein Bergläufer«, war sein Kommentar. Ihm folgte als Sechster und Erster der Junioren Claudio Schwarz (TG Gönningen) in 34:15 Minuten. Der 55-jährige Werner Steinhilber von der neu gegründeten LG Steinlach (hervorgegangen aus dem TV Belsen und dem LT Mössingen) erreichte das Ziel neben der Kanone bereits als Zehnter in 34:40 Minuten und platzierte sich hinter Meinrad Beha (FC Unterkirnach) in der Klassenwertung M 55 um sieben Sekunden geschlagen als Zweiter.
Bei den Frauen siegte zum dritten Mal in Folge Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) in 35:56 Minuten, die in diesem Jahr einen tollen Erfolg verbuchte, indem sie als 47-Jährige deutsche Berglaufmeisterin wurde. Sie zeigte sich von ihrer schweren Oberschenkelverletzung erholt, die sie sich bei der DM zugezogen hatte. Erst auf dem Schlusskilometer, der mit seinem Licht- und Schattenspiel spiralförmig zum Burghof führe und eine absolute Rarität bei den Bergläufen darstellt, setzte sie sich gegen die über 20 Jahre jüngere Sabine Oesterle von der LAV Asics Tübingen durch, die sich erst bei einer Tempoverschärfung der LG Welfen- Läuferin abschütteln ließ. Am Schluss lag die Welfenerin 20 Sekunden vorn.
Der Lohn: Nach ihrer Leistung, dem Deutschen Meistertitel in diesem Jahr und vielen weiteren Erfolgen bei nationalen und internationalen Berglaufwettkämpfen wurde die Läuferin der LG Welfen, trotz ihrer 47 Jahre, vom Bundestrainer Berglauf für 2009 in die Nationalmannschaft nominiert. Ob sie diese Herausforderung annehmen wird, will Marie-Luise Heilig-Duventäster aber erst in den nächsten Tagen entscheiden. (aus Reutlinger Generalanzeiger, 13.11.08, update mit Quelle szon.de 18.11.08)
Er brennt immer noch vor Ehrgeiz: Dr. Gerhard Tilmann (LG Olympia Dortmund/TSC Eintracht 48/95), der am Donnerstag (13. November) seinen 70. Geburtstag feiert, stellte in diesem Jahr in seiner Alterskategorie noch einen deutschen Seniorenrekord im Zehnkampf auf. Dr. Gerhard Tilmann sammelte erste sportliche Erfahrungen mit 13 Jahren als Turner unter der Anleitung von Sportlehrer Rudolf Kobs, der Großvater von Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs ist. Zwei Jahre später entdeckte das Multi-Talent sein Herz für die Leichtathletik. Aufgrund seiner Vielseitigkeit feierte Dr. Gerhard Tilmann seine größten Erfolge im Mehrkampf. 1972 zählte der Orthopäde zum Olympia-Kader und erzielte mit 7.601 Punkten seine persönliche Bestleistung im Zehnkampf.
Während seiner 55 Jahre langen Karriere startete der fünffache Familienvater fünfmal im Nationaldress, bestritt 65 Zehnkämpfe und stellte 1994 einen neuen Zehnkampf-Weltrekord in der Klasse M55 auf. „Ich habe nie so aufwändig trainiert, wie es heutzutage üblich ist. Daher bin ich weitgehend von Verletzungen verschont geblieben“, nennt Dr. Gerd Tilmann als Erfolgsgeheimnis für seine lange Karriere. (von Peter Middel auf www.leichtathletik.de, 12.11.08)
Wohl selten gilt für eine Saisonbilanz zur Laufszene das einprägsame Wort: „Wo Höhen sind, sind auch Tiefen....“. Hier die überragenden Erfolge der mit größtmöglichem Erfolg zur Straße gewechselten Irina Mikitenko in London und Berlin, das achtbare Abschneiden ihrer Dauerkonkurrentin Sabrina Mockenhaupt im olympischen 10.000 m-Lauf und das starke Auftreten über die Halbmarathondistanz in Köln und durchaus auch der zur Weltklasse aufgestiegene Timo Zeiler in der Berglaufszene oder die Ultralangstreckenläuferinnen mit dem Bronzerang bei der 24-Stunden-Challenge, dort das ernüchternde Abschneiden der Marathonläufer auf nationalem und internationalem Parkett, der Crossläufer bei den Europameisterschaften, der Bergläufer bei Welt- und Europameisterschaften....
Hier geht es weiter auf den Seiten von grr (12.11.08)
Gute Resultate erzielte das deutsche 100 Kilometer-Nationalteam bei dem am Samstag in Tarquinia (Italien) ausgetragenen Weltcup mit gleichzeitiger Europameisterschaft. Bei der EM lief die Frauenmannschaft unter der Führung von zwei Mastersläuferinnen in der Besetzung Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV Triathlon Witten), Tanja Hooß (*1967, LTF Marpingen) und der 1984 geborenen Branka Hajek (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) hinter den Teams von Russland und Italien auf Rang drei, beim Weltcup kamen die Frauen auf Platz fünf; USA und Japan belegten hier die Ränge zwei und drei.
In der Weltcup-Einzelwertung belegte Birgit Schönherr-Hölscher mit 8:14:59 Stunden Rang 14 (EM: 7.) vor ihren Teamkameradinnen Tanja Hooß (17. in 8:27:32 h; EM 10.), Branka Hajek (19. in 8:28:03 h; EM 12.), Simone Stöppler (*1964, SSC Hanau-Rodenbach, 25. in 8:38:24 h; EM 17.), Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid, 18. in 8:38:29 h; EM 18.) und Antje Schuhaj (*1968, TV Jahn Kempten, 31. in 8:48:43 h; EM 19.). Barbara Mallmann (*1971, LG Ahlen) musste das Rennen vorzeitig beenden.
Die DLV-Männer kamen sowohl in der EM-Wertung als auch im Weltcup hinter den Teams von Italien, Frankreich und Spanien in der Besetzung Michael Sommer (*1964, EK Schwaikheim), Helmut Dehaut (*1961, VT Zweibrücken) und Jörg Hooß (*1964, LTF Marpingen) auf Platz vier. In der Einzelwertung belegte Michael Sommer mit 7:10:47 Stunden Rang 11 (EM 10.) vor seinen Teamkameraden Helmut Dehaut (17. in 7:21:26 h; EM 13.), Jörg Hooß (24. in 7:27:40 h., 19. EM), Karlheinz Wild (*1956, TLV Rangsdorf; 34. in 7:41:44 h; EM 25.) und Rainer Koch (*1980, LG Würzburg, 63. in 8:38:26 h; EM 49.). Hier beendete Thomas König (*1965, SuL Lößnitz) den Wettkampf vorzeitig. Die vollständige Ergebnisliste findet sich hier (Quelle: www.leichtathletik.de, 11.11.08)
Nach einer zähen Marathonsitzung bis in die frühen Abendstunden hat die Deutsche Triathlon Union den verbandsinternen Machtkampf beendet. In seiner Stichwahl setzte sich Claudia Wisser (Staufenberg) gegen Carsten Bieler (Emkendorf) und 190 zu 84 Stimmen deutlich durch. Die Staufenbergerin, die auf Dr. med. Klaus Müller-Ott folgt, bringt mit Dr. jur. Ralf Eckardt (Finanzen), Bernd Rennies (Breitensport) und Ute Mückel (Leistungssport) eine junge Mannschaft in Stellung. Das Amt des zuvor von Gerd Lücker anvisierten Vizepräsidenten Veranstaltungen wurde vorerst nicht wieder besetzt. Sandra Weber bleibt Jugendwartin.
Der frühere Leistungsschwimmer Michael Kraus, von Insidern für die beste Präsidenten-Lösung gehalten, hatte zuvor seine Kandidatur im Zuge der turbulenten Sitzung zurück gezogen. Claudia Wisser ist die erste Frau an der Spitze des Verbands, der sich in jüngster Vergangenheit zerstritten und provinziell, dazu höchst unprofessionell gegeben hat. Die erste Frau der DTU-Geschichte ist angetreten, um auf allen Ebenen aufräumen. Dazu gehörte die überfällige Verabschiedung eines Antidoping-Codes, der sich streng an den NADA-Vorgaben und DLV-Regeln orientiert. Demnach können auch Triathleten künftig mit Schutzsperren bei auffälligen Blutwerten belegt werden. Allerdings konnte sich die neue DTU-Führung als Lehre aus dem Fall Lothar Leder nicht dazu durchringen, allein aus eindeutigen Gutachten eine Dopingsperre auszusprechen. Das sei, so Claudia Wisser, aber ja immerhin kontrovers diskutiert worden.
Wie tief die Gräben in der DTU sind, zeigte dies: Der scheidende Sportdirektor Rolf Ebeling, der wie die anderen anwesenden Gäste im nichtöffentlichen Teil den Raum verlassen musste, erlebte weder die vom ehemaligen Präsidenten Rainer Düro (Trier) angedachte Ehrung mittels Weinflasche, noch den Umstand, dass der Bereich Leistungssport in den geschäftsführenden Vorstand aufgenommen wurde. Gleichzeitig wurde dem alten Präsidium die Entlastung verweigert. Gegen den Ex-Präsidenten Müller-Ott hat die DTU Strafanzeige erstattet. Nach Angaben Wissers wird ihm die Veruntreuung von Beträgen in sechsstelliger Höhe vorgeworfen ... Mehr... und noch mehr (Quellen: fr-online, Kai Baumgartner, auf www.3athlon.de, 10.11.08)
Die lebenslange Dopingsperre gegen den früheren österreichischen Leichtathleten Elmar Lichtenegger ist von der Unabhängigen Schiedskommission Österreichs bestätigt worden. Das teilte die österreichische Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) am Montag in einer Aussendung mit. Demnach schloss sich das fünfköpfige Gremium unter Vorsitz des Rechtsanwalts Peter Döller in einer mehrstündigen Verhandlung am Montag dem Disziplinarspruch des Österreichischen Leichathletikverbands (ÖLV) vom 27. August an. Die Sperre erfolgte rechtzeitig vor dem Eintritt des im Mai 1974 geborenen Lichteneggers in die Mastersklasse M35.
Der Hürdensprinter war im Vorjahr in zwei Trainingskontrollen am 20. und 22. November positiv auf die verbotene Substanz Norandrosteron getestet worden. Weil das bereits sein zweites Vergehen war - 2003 wurde ebenfalls Nandrolon nachgewiesen - wurde er vom ÖLV lebenslang gesperrt. Lichtenegger, der 2005 er im Österreichischen Leichtathletikverband den Bereich "Eventmarketing" übernomnen hatte, hatte im August erklärt, er nehme die Entscheidung des ÖLV zur Kenntnis. Diese habe keine Relevanz mehr, weil er seine aktive Sportkarriere im Dezember 2007 beendet habe, sagte der aus dem Bundesland Kärnten stammende Doper damals. Dennoch rief er später die höchste österreichische Instanz an. Nach der für ihn negativen Entscheidung bleibt Lichtenegger noch der Gang vor das oberste Sportgericht CAS in Lausanne. (Quelle: sport.orf.at, 10.11.08)
IOC-Präsident Jacques Rogge hat angekündigt, dass sich die Zahl der positiven Dopingfälle bei den Olympischen Spielen in Peking fast verdoppeln könnte. "Es gab 39 Fälle vor den Spielen in Peking, bei den Spielen selbst acht und sieben sind noch in der Pipeline", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in einem Exklusiv-Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA, "es könnten also insgesamt 15 werden. Wir gehen da aber gerade sehr genau vor. Ich erwarte Ergebnisse in vier bis sechs Wochen."
Lebenslange Sperren nach Doping-Erstvergehen schloss der 66-Jährige allerdings trotz seiner ambitionierten "Null-Toleranz"-Politik im Kampf gegen Doping aus. "Das hält vor keinem Gericht der Welt. Jeder Athlet gewinnt da vor jedem Zivilgericht", erklärte Rogge, "ich persönlich bin dafür, Anabolika- und EPO-Doping mit vier Jahren zu bestrafen, aber lebenslang für Erstvergehen geht nie durch. Auch als Krimineller wird man nicht beim ersten Mal erschossen."
Die weltweite Finanzkrise habe unterdessen keinen negativen Einfluss auf das IOC. „Wir haben extrem konservativ investiert, deshalb wirkt sich die Finanzkrise derzeit bei uns nicht aus. Und laut Gesprächen mit den Organisationskomitees der kommenden Spiele in Vancouver, London und Sotschi ist die Situation unter Kontrolle. Es gibt keinen negativen Effekt", meinte Rogge. (aus Süddeutsche, 10.11.08)
In scharfer Form hat sich Lamine Diack, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), über IOC-Chef Jacques Rogge beklagt. Der Senegalese, der ebenfalls dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angehört, wirft dem Belgier in einer Erklärung "einen Mangel an Respekt" gegenüber der Leichtathletik vor. Diack will am 17. November Rogge in Lausanne treffen und ihn "daran erinnern, welchen Beitrag die Athleten in der Geschichte der Olympischen Spiele geleistet haben".
Der Streit geht auf die Spiele in Peking zurück. Damals hatte Rogge den dreimaligen Sprint-Goldmedaillengewinner Usain Bolt für dessen ausufernde Jubeleinlagen gerügt. Diack hatte den Jamaikaner in Schutz genommen, jetzt meint er: "Wir leben in einer Zeit, in der der olympische Sport darum kämpft, für junge Leute attraktiv zu sein. Wenn wir Helden schaffen wollen, mit denen sich junge Menschen identifizieren können, wieso kritisieren wir dann einen jungen Mann, der sie total anzieht?" Zudem greift Diack Rogge an, weil der nicht ausgeschlossen hatte, dass die Laufbahn im Olympiastadion von London nach den Spielen 2012 herausgerissen wird. Zudem greift Diack Rogge an, weil der IOC-Präsident nicht ausgeschlossen hatte, dass die Laufbahn im Olympiastadion von London nach den Spielen 2012 herausgerissen wird. Dies hatte der IOC-Chef in einem BBC-Interview verlauten lassen. Die 85.000 Besucher fassende Arena, in der die Leichtathletik-Wettkämpfe sowie die Eröffnungs- und Abschlussfeier stattfinden, soll nach den Sommerspielen in ein 25.000-Zuschauer-Fußballstadion zurückgebaut werden.
Rogge verwies dabei auch auf Atlanta 1996, wo die Arena nach dem Erlöschen der Flamme in ein Baseball-Stadion umgebaut wurden. "Dafür haben wir heute in den USA keine einzige Wettkampf-Stätte, wo man eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft austragen kann", erwiderte Diack. (Quelle dpa 08.11.08)
Der Kassel Marathon hat einen weiteren „Marathon-Botschafter“. Nach Dieter Baumann, Konrad Dobler, Heidi Hillebrecht, Angelika Stephan, Ralf Salzmann, Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Astrid Bardenheuer, Jürgen Austin-Kerl, Katrin Dörre-Heinig und Udo Engelbrecht ernannte Marathon-Veranstalter Winfried Aufenanger nun mit Reinhard Leibold den insgesamt elften Botschafter für den vom Energieversorger E.ON Mitte gesponserten Kassel Marathon (8. – 10. Mai 2009). Reinhard Leibold (61) zählte Ende der 70er- und in den 80er-Jahren zu den besten deutschen Mittel-, und Langstrecklern und Marathonläufer. Der Deutsche Marathon-Meister von 1978 (2:17:29) hat dabei auch mit anderen Kasseler Botschafter eine Reihe Wettkämpfe bestritten: Ralf Salzmann, Konrad Dobler und Udo Engelbrecht. Interessant: Mit seiner Bestzeit von 2:13:24 hätte Reinhard Leibold den E.ON Mitte Kassel Marathon in diesem Jahr gewonnen. 28 Jahre ist es her, dass er diese Zeit, von der deutsche Läufer heute zumeist nur träumen, lief. Doch diese Bestmarke bedeutete auch gleichzeitig die größte Enttäuschung in seiner langen Laufbahn. Qualifiziert für die Olympischen Spiele in Moskau 1980, wurde er durch den Boykott um die Teilnahme gebracht.
Auch die anderen persönlichen Bestzeiten von Reinhard Leibold sind echte „Hausnummern“:
800 m: 1:52,0 Min.(1971) (1971)
1000 m: 2:27,7 Min. (1970),
1500 m: 3:46,2 Min. (1973)
3000 m: 8:00,6 Min. (1975)
5000 m: 13:54,6 Min. (1975)
10000 m: 28:39,75 Min. (1980)
3000 m Hindernis: 8:44,0 Min. (1973)
Stundenlauf: 19287 m (1976)
Halbmarathon: 1:10:31 Std. (mit 50 Jahren)
Eindrucksvoll ist die Titelsammlung des „Dauerläufers“, der für den TSV Thüngersheim startet und heute in seiner Altersklasse zu den besten Deutschen zählt: 2 x Pfalz-Meister , 9 x Saarlandmeister , 5 x Hessischer Meister, 41 x Bayrischer Meister , 9 x Süddeutscher Meister, 24 Deutsche Meistertitel im Cross- und Straßenlauf, Intern. Österreichischer Meister über 10.000 m (1983), 16 Deutsche Senioren-Meistertitel. Neben dem Marathontitel 1978 waren die Teilnahmen an internationalen Meisterschaften die größten Erfolge für Leibold. Fünf Mal war er bei den Cross-Weltmeisterschaften dabei, startete bei der Europameisterschaft in Prag 1978 im Marathon und 1983 in Laredo/Spanien beim Europa-Cup. Insgesamt bestritt er 20 Länderkämpfe für Deutschland. 1993 wurde Reinhard Leibold in Upice Vize-Europameister der Senioren im Halbmarathon, 1997 in Rotterdam Europameister der Senioren im 10 km-Straßenlauf.
Mit Kassel verbindet den neuen Marathon-Botschafter ebenfalls ein Sieg. „1974 wurde ich im Auestadion Hessischer Meister über 5.000 m in 14:08,0 Minuten im Trikot des ASC Wella Darmstadt“, erinnert sich Reinhard Leibold. Gegen Marathon-Veranstalter Winfried Aufenanger hat er schon Wettkämpfe in seinen Jugend-Jahren bestritten. „Schon bei 1964 bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Fulda haben sich meine und Winfrieds Wege gekreuzt – damals noch unbekannterweise. Ich lief über 3.000 m in 9:03 Minuten auf Platz acht, Winfried eine andere Strecke“, erzählt er. „1979 bei den Deutschen Cross-Meisterschaften in Baunatal sind wir gegeneinander gelaufen. Ich wurde auf der Mittelstrecke Einzel Vierter und mit der Mannschaft LAC Quelle Fürth Erster. Dann auf die Langstrecke trotz Fehlstart, nachdem ich schon einen Kilometer gelaufen war und zurückgeholt wurde, nochmals 18. und wieder Deutscher Meister mit der Mannschaft.“ Ein weiterer Berührungspunkt mit Kassel: Sohn Michael hat als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Chemiker eine Stelle an der Universität Kassel.
„Ich freue mich, dass wir mit Reinhard Leibold einen Mann als Botschafter für den E.ON Mitte Kassel Marathon und den PSV Grün-Weiß Kassel gewinnen konnten, der mit Leib und Seele für das Laufen steht“, sagt Winfried Aufenanger. Die PSV-Läufer kennt Reinhard auch aus vielen Wettkämpfen und hat schon gemeinsam mit einigen von ihnen Trainingseinheiten bestritten und im PSV-Clubhaus das „Weizen danach“ getrunken.
Reinhard Leibold, der 31 Jahre bei Quelle arbeitete und heute Rentner ist, fasst seine lange Karriere kurz und trocken bayerisch (obwohl er als gebürtiger Würzburger ein waschechter Franke ist) und frei nach Kabarettist Georg Ringsgwandl zusammen: „Wia de Johr vorbeigehn, fast ohne Spur. Man siegt eahm gor nix oh, a boor Kratza nur.“ Ein paar Kratzer kriegt jeder mal ab – aber besser kann man ein Läuferleben wohl kaum beschreiben. (06.11.08)
Drei weitere Leichtathleten des TuS Sythen folgen ihrem Freund und Mentor Franz-Josef Sträter zum SuS Olfen. Uwe Ernst, Detlef Pfeiffer und Matthias Lange haben sicht in Sythen ab- und in Olfen wieder angemeldet. Im Gepäck: eine Vielzahl von nationalen und internationalen Erfolgen. Der gebürtige Dortmunder Uwe Ernst, der bei der LG Olympia Dortmund seine ersten Erfolge über 5 und 10 km-Strecken errang, kam Mitte der 90er-Jahre nach Sythen. Er lief seinen ersten Marathon 2002 und überraschte mit einer Bestzeit von 2:35 Stunden. Mittlerweile läuft der 43-jährige Chemieingenieur, der in Marl lebt, die Marathondistanz immer noch in 2:45 Stunden. Er gehört zu den schnellsten Läufern in der Umgebung. Über 50 km wurde Uwe Ernst in 3:16:38 Stunden 2006 sogar deutscher Vizemeister der Altersklasse M 40.
Mit dem 800 m-Spezialisten Detlef Pfeiffer bekommt der SuS einen internationalen Klasseläufer. Der 42-jährige Senior wurde in der M 40 bereits Europameister – vor drei Jahren wurde er sogar in Sindelfingen Senioren-Hallenweltmeister. Über den Recklinghäuser LC kam Pfeiffer vor einigen Jahren zum TuS Sythen. Er gehört heute noch zu den besten deutschen Läufern seiner Altersklasse. Mit dem amtierenden Westfalenmeister der Senioren über 800m werden die SuSler in der nächsten Saison dann eine enorme Verstärkung ihrer 3x1000 m-Staffel haben.
Mitglied dieser Staffel dürfte dann auch der 45-jährige Matthias Lange sein. Der Oberstudienrat hat seine Liebe für die 800 m und 1500 m entdeckt. Allerdings ist auch er die längeren Strecken schon mehrfach gelaufen – zweimal ist Lange beim Rom-Marathon am Start gewesen. Über den TuS Erkenschwick und die LG Gevelsberg kam er 1990 zum TuS Sythen, wo er zahlreiche Westfalentitel über die Mittelstrecken in den Altersklassen holte. Derzeit ist Matthias Lange Westfalenmeister über die 1500 m (M 40). In Olfen wird Lange wieder an der Seite seines Freundes Dr. Peter Frye starten. Frye wechselte vor einigen Jahren ebenfalls von Sythen nach Olfen. (aus: Halterner Zeitung, 06.11.2008)
Für die einen war es der Ausklang der Sommersaison, für die anderen schon der Beginn der Winterlauf-Serien. Egal, seit 33 Jahren gehört es für die vertraute Gemeinschaft der Langlauf-Freaks nun schon zur Tradition, sich am ersten Sonntag im November noch einmal in Neugraben zu messen. Vor allem der Süderelbe-Halbmarathon, der übrigens in den ersten 15 Jahren ein Vollmarathon war, lockt noch einmal die Ehrgeizigsten unter den Laufenthusiasten. Das dabei diesmal auch die Hamburger Meistertitel vergeben wurden, wertete Organisator Mark Schepanski von der Leichtathletik-Gemeinschaft Hausbruch/Neugraben/Fischbek (LG HNF) allerdings "eher als Farce" ab. "Im letzten Dezember hatten wir dem Hamburger Leichtathletik-Verband zugesagt, im Rahmen unserer Traditionsveranstaltung auch die Landesmeisterschaft im Halbmarathon auszurichten. Im Frühjahr hatte der Verband sich das anders überlegt. Im Oktober kam er überraschend doch wieder auf uns zu, ob wir nicht doch könnten. Am Ende waren von den 240 Teilnehmern auf der 21-Kilometer-Strecke nur 30 für diese Hamburger Meisterschaft gemeldet. Und davon wiederum waren etwa 20 Mitglieder der LG HNF."
Einer allerdings hat sich souverän über das Verbands-Chaos hinweggesetzt. Und der ist inzwischen auch in Neugraben schon Abonnements-Sieger. Mourad Bekacha, ein just 30 gewordener tunesischer Kurier-Fahrer aus Hamburg, der inzwischen für den Bahrenfelder SV startet, lief auch in diesem Jahr wieder allen davon. Der stets lächelnde schnelle Mann machte nach einer Stunde, 14 Minuten und acht Sekunden den Schritt über die Ziellinie. Damit gehört ihm auch der Hamburger Meistertitel. Diesmal allerdings hatte er einen Verfolger im Nacken, den keiner aus der Läufer-Clique kannte. "Ein paar Tage vor dem Start meldete sich bei mir ein Ehepaar", erzählte Mark Schepanski über den Überraschungs-Gast. "Die hatten Besuch aus Moskau. Ob der nicht bei uns starten dürfe."
Der Russe Wjatscheslaw Degtyarenko (*1971) aus der kleinen Moskauer Langlauf-Gemeinschaft kam in Neugraben nach 1:15:44 Stunden gleich als Zweiter ins Ziel. Als Dritter wurde Benjamin Ehlers von der TH Eilbeck (1:17;32) wenigstens noch Hamburger Vizemeister. es folgten die Mastersläufer Ralf Härle (*1963, VfL Börnsen,1:17:34h), der vereinslose Rainer Sell (*1973, Hamburg, 1:18:59) und Mohammed Chahed (*1953, Laufwerk Hamburg) in guten 1:20:17h. Der Schnellste im Trikot der LG HNF war wieder einmal Senior Wieslaw Slawinski (*1955). Hinter Hans-Christian Mügge (*1967, Sittensen) in 1:21:08 wurde er mit einer Zeit von 1:20:23 Siebter in der Gesamtwertung. In der Altersklasse M 45 sicherte sich Michael Neitzke, ebenfalls LG HNF, in 1:21:57 den Titel.
Die erste von insgesamt 47 startenden Frauen im Ziel war wahrscheinlich bereits unter der Dusche, als die Zweite eintraf. Manuela Sporleder (*1971, 100 Marathon Club) siegte in 1:26:35. Sabine Heidmann (*1968, MTV Obermarschacht) konnte erst mehr als 12 Minuten später (1:38:56) Feierabend machen. Ein Titel in der Altersklasse W-40 nahm Petra Cords, die schnellste Frau der LG HNF mit nach Hause. Ihre Zeit: 1:47:47 Stunden.
Alle Resultate (Quelle: Norbert Scheid im Hamburger Abendblatt, 05.11.08)
Wolfgang Ritte (*1953), Stabhochspringer des Weseler TV, und die Schweizer Hürdenläuferin und Mehrkämpferin Christine Müller (*1958, LCZ Zürich) sind jetzt auch die besten Leichtathletiksenioren Europas 2008. Ihre Auszeichnung zu "European Best Veterans" beschloss das Präsidium des Europäischen Senioren-Leichtathletikverbands (EVAA) einstimmig am vergangenen Samstag und folgte damit der ebenfalls einstimmigen Empfehlung seiner "EBV-commission". Die beiden Athleten werden bereits Ende dieses Monats auf Vorschlag des Masters-Weltverbandes WMA mit dem Titel "IAAF Masters of the year 2008" auf der Gala des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF in Monaco geehrt. Die EVAA-Auszeichnung wird dann Ende Januar 2009 im griechischen Marathon verliehen.
Künftig, beschloss die EVAA, müssen sich "European Best Veterans" der Vaterstettener Antidoping-Erklärung angeschlossen haben; sonst werden sie erst gar nicht nominiert, geschweige denn ausgezeichnet. Sowohl Christine Müller als auch Wolfgang Ritte haben "Vaterstetten" übrigens schon vor einigen Jahren unterzeichnet. (04.11.08)
Während der 22jährige Kenianer Samuel Kosgei als überlegener Sieger in 1:02:29h am Sonntag beim 16. Internationalen Verler Halbmarathonlauf nahe Gütersloh den elf Jahre alten Streckenrekord um 44 Sekunden verbesserte, kam der vereinslose Konrad Schulz (*1966) als schnellster Deutscher und Sieger der Altersklasse M 40 in 1:16:32 Stunden auf Rang acht. Direkt hinter ihm lief Olaf Krenzberg (*1963, TuS Eintracht Bielefeld) als Bester der M45 in 1:17:22h ins Ziel. Mit seiner Zeit von 1:34:20h zufrieden sein konnte auch Siegfried Vosshenrich (*1941, LC Solbad Ravensberg), der Erste der M 65.
Bei den Frauen siegte die Kenianerin Emily Chemutai (1:14:27 h). Schnellste Masterathletin war Gisela Steinbeck (*1968, DJK Gütersloh, 1:24:43 h), die in unmittelbarer Nähe der Strecke wohnt. Mit der Halbmarathonzeit von 1:36:36h gewann die Gesamtneunte Edith Knobeloch (*1951 TG Werste) die W55 und die ihr direkt olgende Elfie Hüther (*1954, VfB Salzkotten) kam als Erste der W50 auf 1:40:19h. Beide Läuferinnen konnten aber mit ihren erzielten Zeiten kaum zufrieden sein; sie lagen jeweils rund 8 Minuten über ihren Bestzeiten aus 2007.
Mit 700 Läuferinnen und Läufern erfreute sich der Verler Halbmarathon erneut großer Beliebtheit. „Damit konnten wir unsere Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern“, erklärte Hans-Jürgen Böhme, der dem Organisationsteam von Peter Oesterhelweg angehört. Aufgrund der schnellen Strecke, der 800 Meter langen Startgeraden und der optimalen Infrastruktur hoffen die eifrigen Gütersloher Organisatoren, demnächst einmal die Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften übertragen zu bekommen.
Alle Resultate aus Verl (Quelle Peter Middel auf www.leichtahletik.de, 04.11.08)
Zwei deutsche Seniorenläuferinnen siegten am Sonntag beim prestigeträchtigen New York Marathon in ihren Altersklassen. In der W45 gewann trotz kalten und windigen Wetters in persönlicher Bestzeit von 3:04:32h Antje Hehn (*1963, SCC Berlin), Dritte wurde ihre Vereinskameradin Karsta Parsiegla (*1963, 3:06:53h). Mit der deutschen W65-Marathonmeisterin dieses Jahres Helga Miketta (*1941, TV Birkesdorf) gewann die Favoritin ihre Altersklasse. In 3:39:57h lag sie am Ende ganz deutlich in der W65 vorn. Freude gab es auch bei den österreichischen Seniorenläufern; denn die W50 gewann ihre Masters-Europameisterin von Ljubljana Karoline Dohr (*1958) in 3:05:07h.
Weltrekordhalterin Paula Radcliffe hatte da schon längst die Frauenkonkurrenz gewonnen. Die 34-jährige Britin, die bei den Olympischen Spielen in Peking wie vier Jahre zuvor in Athen die Erwartungen nicht erfüllt hatte, gewann nach überzeugender Vorstellung in 2:23:56 Stunden vor der Ludmila Petrowa (*1968, RUS, 2:25:43h) und der 30jährigen US-Marathondebütantin aus dem New Yorker Stadtteil Queens, Kara Goucher (2:25:53h). Die Russin verbesserte die über 20 Jahre alte W40-Weltbestzeit von Priscilla Welch (GBR, 2.26.51h) um fast eine Minute. Die russische Rekordhalterin im Marathon ist Mutter von zwei 18 bzw. 15 Jahre alten Töchtern und verlor vor drei Jahren bei einem Autounfall ihren Ehemann.
Das Herren-Rennen entschied der 31jährige Brasilianer Marilson Gomes dos Santos in 2:08:43h für sich und triumphierte auf der anspruchsvollen Strecke im "Big Apple" nach 2006 zum zweiten Mal. Gomes dos Santos lief auf dem letzten Kilometer am bis dahin führenden Marokkaner Abderrahim Goumri (*1976) vorbei, dem wie im Vorjahr nur Platz zwei blieb. Grund für den Einbruch des Marokkaners war wahrscheinlich, dass er bei einigen Verpflegungsstationen sein Getränk verpasst hatte. Goumri kam nach 2:09:07 Stunden ins Ziel, Dritter wurde der Kenianer Daniel Rono (30) in 2:11:22h. Ex-Weltrekordhalter Paul Tergat (*1969, Kenia, 2:13:10h) hatte als Vierter mit der Entscheidung nichts zu tun. Die M45 gewann der Marathonweltmeister von Riccione, Juan Vazquez Sanchez (*1961, Spanien) in 2:28:12h.
Überzeugen konnte auch M60-Sieger Ermes Luppi (ITA) in 2:39:53h; seine Zeit wird allerdings von italienischen Masterssportlern kritisch gesehen. Denn der exzentrische Inhaber eines eigenen Sportgeschäftes in Modena lief im vergangenen Jahr lediglich einen einzigen Marathon - in der Zeit von 5:24.41h.
Schnellster Deutscher war in New York wie schon im letzten Jahr der 40jährige Bernd Weis (*1968, SG Dettingen/Erms) mit einer Zeit von 2:37:57h und damit auf dem 90. Platz. "Ich bin einigermaßen zufrieden," meinte er, nachdem ihn bis in die letzten Tage eine Oberschenkelverletzung behindert hatte. Bis zum Abend war der von Erich Jud trainierte Weis noch nicht in den Ergebnislisten aufgeführt und befürchtete gar, dass sein Chip nicht funktioniert haben könnte. Dann aber wurde die Liste korrigiert und Weise berichtete: "Wie auch im letzten Jahr konnte ich mich sukzessiv nach vorn arbeiten. Die letzten 10km fielen mir dann aber auf Grund der fehlenden Laufkilometer sehr schwer und wurden zu einer reinen Willensaufgabe."
Zweitbester Deutscher wurde Kay Kretzschmar in 2:39:36h. Der vereinslose Sportlehrer war auch bereits als Langdistanz-Triathlet (Bestzeit 9:35h) erfolgreich. Im Oktober 2007 lief er in Frankfurt seine bisherige persönliche Marathonbestzeit von 2:44:10h, die er jetzt trotz der schwierigen Bedingungen in New York deutlich verbesserte.
In 2:55:34h kam Eva Trost (*1968, LG Rupertiwinkel ) als 40. Frau in 2:55:34h (6. AK W40) und beste deutsche Starterin ins Ziel im New Yorker Centralpark. Es war ihr sechster Marathonlauf, und vielleicht war es der letzte. Die in Piding, nahe der deutsch-österreichischen Grenze bei Salzburg lebende Läuferin, begann als Mittelstrecklerin (800m-Bestzeit 2:04 min) und lief erst vor fünf Jahren ihren ersten Marathon; bei diesem Debüt gewann sie den 3-Länder-Marathon in Bregenz. 2004 lief sie an gleicher Stelle auf Rang zwei. 2005 gewann sie den Salzburg-Marathon. Nach dem Wien-Marathon 2006 stellte sie vor einem Jahr im Berlin ihre persönliche Marathon-Bestzeit von 2:44:54 h auf (weitere Bestzeiten: 10 km 34:57, Halbmarathon 1:17 h). Nach Verletzungen verlor sie etwas an Leistungsstärke und sah vor dem Rennen am Sonntag die Einladung der Amerikaner, im Eliteblock zu starten, als gelungenen Abschluss ihrer Karriere, berichtete laufreport.de.
Insgesamt 112.000 Teilnehmer hatten an der 39. Auflage des New-York-Marathons teilnehmen wollen. 38.000 erhielten schließlich die begehrte Startnummer. Hier alle Resultate aus NYC (Quellen dpa, FAZ, Kleine Zeitung.at, 03.11.2008)
Ein 60-Jähriger ist am Sonntag beim NedBank Soweto-Marathon in Südafrika ums Leben gekommen. Bei Kilometer 32 war er mit Herzproblemen zusammengebrochen und konnte auch mit Wiederbelebungsmaßnahmen nicht am Leben erhalten werden. Der Präsident des Südafrikanischen Leichtathletikverbandes ASA Leonard Chuene kondolierte der Familie und den Angehörigen des verstorbenen Marathonläufers. Insgesamt 14.000 Läuferinnen und Läufer nahmen in diesem Jahr am Marathon und den Rahmenwettbewerben teil. (03.11.2008)
Paula Radcliffe, der nach 2007 und 2004 ihr dritter New-York-Sieg gelang, hat mit ihrem Lauf Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) zu 500.000 US-Dollar Preisgeld verholfen. Dank des Sieges von Radcliffe gewann die Berlin-Siegerin die Gesamtwertung der World-Marathon-Majors-Serie 2007/08. Mikitenkos Konkurrentinnen - die Äthiopierin Gete Wami aus Äthiopien, der Rang zwei zum Gesamtsieg gereicht hätte, und die Kenianerin Catherine Ndebera, die hätte gewinnen müssen - belegten die Ränge sechs bzw. fünf. „Es war immer mein Traum, einen schönen Marathon zu laufen. Jetzt bin ich drei Marathons gelaufen, aber dass ich damit diese Serie gewinnen konnte, ist einfach unglaublich“, sagte Mikitenko.
Allerdings mussten erst die Renndirektoren der World-Marathon-Series-Läufe von Boston, London, Chicago, Berlin und New York die Wattenscheiderin per Abstimmung zur Gesamtsiegerin der World Marathon-Majors-Serie 2007/08 erklären.Somit ist die 36-Jährige vom TV Wattenscheid um 500.000 Dollar reicher. Die Abstimmung war notwendig, weil Mikitenko und Gete Wami aus Äthiopien in der Gesamtwertung punktgleich mit 65 Zählern vorn lagen. „Es war eine einstimmige Entscheidung. Letztlich war ausschlaggebend, dass Irina ihre 65 Punkte in drei Rennen erlaufen hat und Gete in vier und dass Irinas Durchschnittszeit schneller war“, betonte Mark Milde, Direktor des Berlin-Marathons. Um in Zukunft Klarheit zu haben und solch harte Entscheidungen zu vermeiden, wolle man die Regularien überarbeiten, so Milde. „Das ist ein Drama, dass wir auf diese Weise entscheiden müssen, wer nach diesen großartigen Leistungen letztlich die Siegerin ist und 500.000 Dollar bekommt“, meinte New-York-Renndirektorin Mary Wittenberg.
Bei den Männern erhielt Martin Lel (Kenia) die Siegprämie von 500.000 Dollar. Sein Gesamtsieg stand schon vor dem New York City Marathon fest.
Interview mit Irina Mikitenko auf sportgate.de (Quellen dpa, FAZ, 02.11.2008, update 04.11.08)
Der Fall der slowenischen Läuferin Helena Javornik (*1966, Betnava Maribor, früher LCC Wien) wird am 11. Dezember vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne verhandelt. Die ehemalige Crosslauf-Europameisterin wurde wie die Österreicherin Susanne Pumper am 9. März beim Eisenbärenlauf im Wiener Prater positiv auf das Dopingmittel EPO getestet. Die 42-jährige Javornik war jedoch vom slowenischen Leichtathletik-Verband wegen angeblich fehlerhafter Analysen im Labor Seibersdorf vom Dopingverdacht freigesprochen worden. Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hob diese Entscheidung aber auf und leitete das Verfahren an den CAS weiter.
Auch Susanne Pumper (*1970, LCC Wien), die mittlerweile von der österreichischen Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) mit einer Sperre von zwei Jahren belegt wurde, hat angekündigt, gegen das Urteil bei der Unabhängigen Schiedskommission der NADA berufen und falls nötig auch beim CAS Einspruch erheben zu wollen. (Quelle sport.orf.at, 02.11.08)
Bei wenig angenehmen Bedingungen fanden am 1. November die sächsisch-anhaltinischen Crossmeisterschaften statt: Bei diesigem Wetter, nassem Rassen und frischen Temperaturen um 6 Grad ging es für die Läufer auf zum mittlerweile 42. Herbstwaldlauf durch die Brandberge in Halle (Saale). Unter den Startern waren auch unter den Seniorinnen und Senioren Laufasse, die in der vergangenen Saison erfolgreich waren.
Über 4,5km gewann Anne Handrich (*1966, TSV Rot-Weiß Zerbst e.V.,16:41min) als Gesamtzweite die W40; zehn Sekunden hinter ihr kam Steffi Bernstein (*1966, SG Spergau, 16:51min) als Gesamtdritte auf den zweiten Platz dieser Altersklasse. Meisterin in der W45 wurde Dr. Kerstin Oemus (*1961, ESV Lokomotive Dessau, 17:23min) und nur eine Sekunde dahinter unterstrich W50-Favoritin Gisela Seifert (*1955, USV Halle, 17:24min) ihre Extraklasse. Bei den M40-Senioren siegte überlegen der Gesamtsechste Holger Stoek (*1967 LAV Halensia Halle) in 16:15min.
Bemerkenswert die Siegerzeit von Günter Bartl (*1951, TV Askania Bernburg), der in 18:19min in der M55 dominierte. M70-Sieger Bernd Krüger (*1942, USC O.v.Guericke Magdeburg) in 21:10min und M75er Friedel Oemus (*1937, Dessauer Sportverein 97) in 21:29 min gefielen ebenfalls. Allerdings wurden Zweifel laut, ob die Streckenlänge mit 5,6km nicht etwas großzügig nach oben aufgerundet worden sei.
Alle Resultate (pdf) aus Halle (02.11.08)
Das Heidelberger Zentrum für Dopingprävention hat einen neuen Internetauftritt erstellt, der weiterentwickelt werden soll. Die Internetadresse der Seite ist www.contra-doping.de. Dort finden sich Informationen über Termine, an denen das Zentrum Präventionsveranstaltungen durchführt oder bei Tagungen auftritt sowie Informationen zu diesen Veranstaltungen selbst. Ein wesentliche Ziel der Seite soll es sein, dass sich die Teilnehmer der Veranstaltungen untereinander austauschen und Rückmeldungen geben können. (Quelle: DLV, 02.11.08)
Die Bundestagswahl 2009 verändert den Wettkampfkalender. Sie findet -ebenso wie mehrere Landtagswahlen- am 27. September 2009 statt. Bereits vor einigen Wochen wurde bereits bekannt, dass daher der 36. Berlin Marathon nicht am letzten Septemberwochenende, sondern bereits am 19./20. September 2009 gestartet wird. Auf Wunsch von vielen Athleten werden auch die DAMM-Endkämpfe um eine Woche vorgezogen. Nach Rücksprache mit dem ausrichtenden Hamburger Leichtathletik-Verband gibt es keine Probleme, diese Veranstaltung auf Samstag, den 12. 09. 2009 vorzuverlegen.
Das Datum wird im Terminkalender und der DLV-Ausschreibungsbroschüre 2009 geändert und man berücksichtigt so die Wünsche vieler Seniorinnen und Senioren. Vielleicht profitieren von dieser Terminveränderung auch einige Vereinskameradinnen und –kameradinnen, da am gleichen Tage - unweit von Hamburg – die Deutschen Straßenlaufmeisterschaften über 10 km im niedersächsischen Otterndorf stattfinden. Da lassen sich möglicherweise Fahrtgemeinschaften bilden, um die Vereinskasse zu entlasten, wenn die einen beim DAMM Endkampf starten und die anderen auf der Straße um Titel kämpfen.
(Quelle Karl-Heinz Flucke auf grr.de, 01.11.2008)
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) dementiert die Aussage des niederländischen Leichtathletik-Managers Jos Hermens, der am Mittwoch in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) behauptet hatte, der DLV habe nie gegen ihn Strafanzeige wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetzt erstattet.
Der DLV hat am 20. November 2006 beim Leitenden Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Magdeburg Strafanzeige gegen Jos Hermens erstattet. Die Staatsanwaltschaft teilte am 4. Dezember 2006 mit, dass gegen den niederländischen Manager ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Von Seiten der Staatsanwaltschaft sei ein Rechtshilfeersuchen an die Strafverfolgungsbehörden der Niederlande gestellt worden. Da der DLV kein Verfahrensbeteiligter ist, liegen ihm derzeit keine weiteren Details vor.
Rückblick: DLV erstattet Strafanzeige (Quelle www.leichtathletik.de, 01.11.2008)
Beim Berlin-Marathon wollte er sich einen Platz in der Kanadischen Nationalmannschaft für die nächsten Weltmeisterschaften in Berlin 2009 sichern. Es kam anders. Der Athlet brach in der Nähe des 5 Kilometer Punktes beim Berlin-Marathon zusammen und wurde nur durch die schnelle Hilfe von Sanitätern gerettet. Die Kameraden des im Kongo geborenen, jetzt kanadischen Marathonläufers Danny Kassap der Universität Toronto haben dazu aufgerufen durch Spenden die Kosten der medizinischen Behandlung durch eine Sammlung zu bezahlen. Denn die Kosten in Berlin belaufen sich auf rd. 18.000 Dollar.
Ursache des Zusammenbruchs von Kassap war „Kammerflimmern“/"ventricular fibrillation". Der Läufer wurde für mehrere Tage in ein medizinisches Koma versetzt und blieb über zwei Wochen in einem Berliner Krankenhaus. Die Ärzte sind allerdings optimistisch, dass er sich voll erholen wird. 2001 beantragte Danny Kassap Asyl bei den "Frankophon Games" in Ottawa und wurde erst im August kanadischer Staatsbürger. Sein Debüt im Marathon machte er 2004 in 2:14:50 als Sieger des Toronto Waterfront-Marathon – 2008 wurde er Fünfzehnter beim London Marathon in 2:15:20, seinem ersten Auslandstart, wobei er im vollen Berufleben steht. Beim Berlin-Marathon wollte er sich einen Platz in der kanadischen Nationalmannschaft für die nächsten Weltmeisterschaften in Berlin 2009 sichern. (31.10.08)
Monty Hacker, geschäftsführender Präsident des Weltverbandes World Masters Athletics (WMA), hat gestern darüber informiert, dass bisher -trotz der Verlängerung der Bieterfrist bis Ende November dieses Jahres- noch niemand eine Bewerbung als Veranstalter für die Hallen-Masters-WM im Jahr 2012 abgegeben hat. Bereits für die Hallen-WM 2010, die im kanadischen Kamloops ausgerichtet wird, hatte es erst in letzter Minute eine Bewerbung gegeben.
Auch von den drei Städten, die bisher für die Stadion-WM 2013 ihr Interesse öffentlich angemeldet haben, liegen der WMA keine offiziellen Bewerbungen vor: Porto Alegre (Brasilien), Turin (Italien) und Kuala Lumpur (Malaysia). Dabei scheint das malaysische Interesse auf tönernen Füßen zu stehen, nachdem es zu Zwistigkeiten zwischen dem malaysischen Seniorenleichtathletikverband und der Gruppe gekommen ist, die die Bewerbung forciert.
Kommentar im Blog(30.10.08)
Der ehemalige Langstreckenläufer Jos Hermens ist einer der einflussreichsten Manager der Leichtathletik oder, wies es noch jüngst die Frankfurter Rundschau schrieb, "einer der zwielichtigsten Strippenzieher der Leichtathletik". Mit seinem Unternehmen Global Sports Communications vertritt der 58 Jahre alte Niederländer fast 100 Athleten, unter ihnen sechs Olympiasieger von Peking. In einem Interview mit Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach Jos Hermens jetzt über seine Zusammenarbeit mit verurteilten und verdächtigen Trainern und Wissenschaftlern und wies Verdächtigungen über seine angebliche Beteiligung an organisiertem Doping von Sportlern zurück.
«Ich war nicht und ich bin nicht Teil eines Doping-Rings», erklärte Hermens. Nach eigenen Angaben hatte der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) vor zwei Jahren Strafanzeige gegen den Niederländer erstattet, weil er Dopingmittel in Verkehr gebracht haben soll. Damit konfrontiert sagte Hermens jetzt in dem FAZ-Interview: "Diese Strafanzeige ist nie erstattet worden. Mein Rechtsanwalt Reinhard Rauball sagt immer, dass er nichts Neues höre. Da kommt nichts mehr, sagt er. Es gibt ja auch nichts."
Die im Zuge des Strafverfahrens gegen Springstein aufgedeckte E-Mail-Korrespondenz mit Ex-DLV-Trainer des Jahres Thomas Springstein, der wegen Dopings von Minderjährigen verurteilt wurde, und die auch auf eine Verbindung des Niederländers zum spanischen Arzt Miguel Peraita schließen lässt, erklärte Hermens so: «Ich kenne ihn», sagte er zu Pereita. 1998 sei er von Peraita bei den Hallen-Europameisterschaften in Valencia angesprochen worden; Peraita habe ihm eine Leistungsdiagnostik auf der Basis von Blut, Speichel und Urin angeboten. Hermens habe daraufhin Springstein mit dem Mediziner bekanntgemacht.
«Ob es bei dieser Diagnostik und alternativer Medizin mit Homöopathie und mit Kräutern geblieben ist oder er die Grenze zum Doping überschritten hat, liegt nicht in meiner Verantwortung», betonte Hermens. «Ich habe zu Thomas immer gesagt: Vergiss die DDR, vergiss Doping; die Zeiten sind vorbei.»
Mehr hier... (29.10.08)
Am Sonntag wird Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) auf der Ehrentribüne des ING New York City Marathons sitzen und sich den Marathonlauf ihrer Konkurrentinnen und der 40.000 Mitstarter ansehen, bei dem sich nicht nur entscheidet, wer die 39. Auflage dieses bekanntesten Marathons weltweit gewinnt. Hier geht es auch um den Gesamtsieg der Serienwertung 2007-2008 der World Marathon Majors, der Vereinigung der weltweit bedeutendsten Marathonläufe. Der Sieger und die Siegerin erhalten jeder 500.000 Dollar. Weiter... (29.10.08)
Harold Gähr ist totAm vergangenen Samstag ist nach schwerer Krankheit der frühere Seniorenwart des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Harold Gähr, im Alter von 75 Jahren verstorben. Harold Gähr kam über den Volkslauf zur ehrenamtlichen Mitarbeit in den Leichtathletik-Organisationen. Zunächst als Volkslaufwart und dann acht Jahre lang als Vizepräsident Breitensport des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes (WLV) war der Prokurist einer Werkzeugfirma im württembergischen Frickenhausen im Landesverband aktiv. Im DLV engagierte er sich in dieser Zeit immer stärker für den Senioren-Wettkampfsport. 1978 wurde er als zum Senioren-Wettkampfwart des DLV berufen und hatte seitdem entscheidenden Anteil am Ausbau der Wettkampf-Leichtathletik der Älteren. Noch heute gehen die Zeitpläne der verschiedenen Senioren-Titelkämpfe des DLV auf die akribische Arbeit von Harold Gähr zurück.
Ein zweites „Standbein“ hatte er im Bereich Wettkampforganisation als Leiter des Wettkampfbüros bei unzähligen nationalen und internationalen Meisterschaften. Bei der EM 1986 und der WM 1993 in Stuttgart erwarb sich Harold Gähr in dieser Funktion große Anerkennung. Bevor ihn seine Krankheit zum Rückzug zwang, lieferte er mit der schwierigen Organisation des Wettkampfbüros bei der erstmaligen Austragung einer Senioren-Hallen-Weltmeisterschaft 2004 in Sindelfingen noch einmal ein Meisterstück. Die Bereiche Senioren und Wettkampforganisation im DLV haben mit Harold Gähr einen ihrer eifrigsten und kompetentesten Mitarbeiter verloren. In Erinnerung wird aber auch der Satz bleiben, den die nicht-schwäbischen Leichtathleten prägten: „Harold kann alles außer Hochdeutsch.“
Die Beisetzung von Harold Gähr findet am Donnerstag, den 30.10.2008 um 13.00 Uhr auf dem Friedhof in 72636 Frickenhausen (Kreis Esslingen) statt. (Nachruf auf www.leichtathletik.de, 28.10.08)
Pius Hunold (*1968, SG Benken) heisst der Sieger des zweiten Luzern-Marathons. Der St.Galler erreichte 2:31.35h und schlug Vorjahressieger Urs Christen (*1963, Rotkreuz) um 47 Sekunden. Bei den Frauen gewann Stefanie Schillig (*1967, Altdorf) in 3:00.10 ganz knapp vor der zehn Jahre jüngeren Solothurnerin Sandra Wyss. M50-Sieger Jean-Pierre Wahli (*1957, Malleray-Bévilard) lief 2:45.37,6h.
Insgesamt hat sich in Luzern der Teilnehmerschwerpunkt etwas verschoben: Im Marathon starteten mit 2300 Aktiven 400 weniger als im Vorjahr, aber im Halbmarathon erhöhte sich die Teilnehmerzahl von knapp 2300 auf jetzt 3900. Nachdem schon bei der Premiere 35 000 Zuschauer am Strassenrand mitgefiebert hatten, waren es diesmal deutlich mehr. Zur Steigerung beigetragen haben dürfte das neue Musik-Konzept: Gleich 21 Formationen sorgten auf den 21 Kilometern rund um die Horwer Halbinsel nicht nur für eine rhythmische Begleitung der Laufenden, sie unterhielten auch das Publikum mit einem Programm aus allen möglichen Stilrichtungen.
Alle Resultate (27.10.08)
Mit Debütanten ist das so eine Sache: Man weiß nie, wozu sie fähig sind. Beim Frankfurt-Marathon am Sonntag zum Beispiel hat ein Kenianer namens Robert Kiprono Cheruiyot die Fachwelt in Erstaunen versetzt. In 2:07:21 Stunden gewann der große Unbekannte mit Streckenrekord am Main und ließ den Rest der riesigen kenianischen Läufer-Armada mit namhaften Kollegen hinter sich. Darunter William Kiplagat, auf dessen Empfehlung der junge Kenianer, der sein Alter mit 20 Jahren angibt, seine erste Flugreise überhaupt angetreten hatte. Cheruiyot, der bislang nur zwei Halb-Marathons zu Hause in Kenia bestritten hat, kehrt als reicher Mann zurück. 50.000 Euro hat ihm seine Marathon-Premiere eingetragen, und er kommentierte den Geldsegen in der kenianischen Zurückhaltung mit einem dünnen Lächeln. „Ich bin sehr zufrieden.“
Da war Sabrina Mockenhaupt schon wesentlich auskunftsfreudiger.... Weiter auf den Seiten der FAZ. Und ein "Es-geht-voran-Kommentar hier (27.10.08)
Gute Seniorenzeiten auf einer schnellen Strecke bei schönem Marathonwetter gab es ebenfalls in Frankfurt. Dabei überragten die 2:09:24h des 39-jährigen Kenianers Japhet Kosgei (*1968) alles; er kam als Gesamtsechster ins Ziel. In außerordentlich guten 2:29:44h lief M45-Sieger Hakim Ouahioun (*1963, SF Blau-Gelb Marburg). Er lief in persönlicher Bestzeit die schnellste M45er-Zeit eines Deutschen seit vier Jahren. In der M50 lag der Spanier Gerardo Gomez Sanz (Atletas Populares) unangefochten in 2:31:44h vorn. Ähnlich überlegen beherrschte Egbert Merkel (*1953, TSV Cappel) die M55 in 2:42:01 die M55. In 3:03:58h gewann Manfred Hartung (*1947, LC Michelstadt) die Altersklasse M60. Klaus Wagner (*1942, LG Bad Soden/Neuenhain) beindruckte in 2:53:30h (AK-PB) die M65. Dr. Ingo Heiskel (*1938, LLC Regensburg) war in 3:43:25h schnellster M70-er, Gerd-Rudi Papcke (*1933, Spiridon Frankfurt) in 4:42:31h bester M75-er.
Bernadette Pichlmaier ( (*1969, LAG Mittlere Isar) wurde in neuer persönlicher Bestzeit von 2:38:00 h Gesamtzehnte und drittbeste Deutsche. "Möglichst unter 2:40 h bleiben" war das erklärte Ziel der Dritten der Deutschen Marathon-Meisterschaften, die ihre bisherige Bestzeit (2:43:38) um mehr als fünf Minuten verbesserte. Schnellste Frau in der Altersklasse W40 war die Italienerin Ornelia Ferrara (*1968) in 2:32:13h. In netto 2:59:50h blieb Ute Philippi (*1963, LAV asics Tübingen) noch unter der 3-Stunden.-Marke und gewann die W45-Altersklassenwertung. Die Schwedin Jaana Jobe (*1957, Solvikingarna) siegte in der W50 in 3:10:45h und 3:21:20h war die Siegerzeit von Irene Hofmann (*1950, LSG Karlsruhe) in der Altersklasse W55. Damit lag sie nur 10 Sekunden vor der großen W60-Ausdauerläuferin Karin Risch (*1946, LG Biebeshausen/Eschollbrücken/Crumstadt, 3:21:30h). In 3:44:37h (AK-PB) gewann Nadine Höss (*1941, SC Steinberg) die die W65. Die schnellste Läuferin der W70 war Alice Baumgart (*1938, SG Frankfurt-Nied) in 4:28:38h.
Alle Ergebnisse hier (27.10.08)
Erschöpft und durchnässt haben mehrere hundert Sportler in England vergangene Nacht in Zelten und hastig errichteten Notunterkünften verbringen müssen, nachdem beim „Original Mountain Marathon“ im Lake District durch ein heftiges Unwetter nahezu alle Verbindungen zwischen überflutet worden waren. Rund 2.500 Freizeitsportler kehrten nach dem Extremlauf in England mehr oder weniger wohlbehalten zurück. Der ursprünglich über 80 Kilometer geplante Lauf musste zum ersten Mal in seiner 40jährigen Geschichte wegen eines Unwetters abgebrochen werden.
Rund ein Dutzend Teilnehmer mussten mit leichten Verletzungen oder wegen Unterkühlung behandelt werden. Völlig erschöpft und durchnässt verbrachten die Sportler die Nacht zum Sonntag in Zelten und hastig errichteten Notunterkünften. 44 Teilnehmer galten am Sonntagmittag laut Polizei noch als vermisst, kehrten aber schließlich unversehrt zurück; dies bestätigte ein Sprecher der Cumbria Police.
Der auf zwei Tage angelegte „Original Mountain Marathon“ im Lake District, rund 500 Kilometer nordwestlich von London, fiel nach dem Start buchstäblich ins Wasser. Innerhalb von 24 Stunden fielen 65 Zentimeter Regen. Zu den Regeln des Laufs gehört es, dass ein Zelt und andere Ausrüstung ebenso mitgeführt werden wie Nahrungsmittel. Mobiltelefone oder GPS-Empfänger für die Navigation darf man jedoch nicht dabei haben. Der Lauf für Outdoor-Freaks wurde 1968 erstmals ausgetragen. Die Teilnehmer bewältigen die Strecke paarweise. Die Aufgabe führt durch die landschaftlich besonders reizvolle Gegend der „Fells“, die bis zu 900 Meter hoch sind.
Im Juli war ein Extremberglauf auf die deutsche Zugspitze wegen eines unerwarteten Wettersturzes zur Katastrophe geworden. Zwei Läufer aus Ellwangen und Witten kamen ums Leben, sechs weitere Sportler wurden mit Unterkühlungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Mehr und Videos auf der Webseite der BBC (26.10.08)
Die rund 80 Teilnehmer beim vierten Igersheimer Werfertag zeigten durchweg gute Leistungen. Bei gutem Wurfwetter flogen die Wurfgeräte mehrfach an bzw. über die 50 Meter Marke. Dies ist auch ein Zeichen für den guten Zustand der Igersheimer Wurfanlagen. Nachdem die Mehrkämpfe in Igersheim bereits seit Jahren einen festen Platz im Terminkalender der Leichtathleten gefunden haben, scheint sich mit dem Werfertag eine hochkarätige Veranstaltung zu etablieren. Schaut man auf die Teilnehmerliste, waren auch diesmal wieder Topathleten mit nationalen und internationalen Erfolgen am Start. Teilnehmer bis 70 Jahren zeigten ihr Können und ließen rund 1100 Mal in neun Stunden die Geräte fliegen.
Bei den Senioren standen mit Wilfried Hack, Willi Verstegen, Otto und Günther Braun und Hermann Albrecht manche WM und EM-Teilnehmer der letzten Jahre im Ring im zeigten gekonnte Drehungen und Würfe. Beeindruckend hier die Leistung in der Klasse M 65, Hermann Albrecht (*1940, SpVg Satteldorf) schleudert den Hammer auf gute 44,71 m. Wilfried Hack (*1938, LG Hohenlohe) steigerte sich im Diskuswurf gegenüber den letzten Wettkämpfen noch einmal und erreihte 44,40m.
Nachfolgend ein Blick auf die Resultate des Werfertags:
Senioren M35, Kugelstoß: 1. Helmut Seher, LG Hohenlohe, 9,92 m, Diskus: 1. Helmut Seher, LG Hohenlohe, 36,11 m. Senioren M45, Kugelstoß: 1. Harald Michel, LG Hohenlohe, 8,65 m. Senioren M50, Speerwurf: 1. Lothar Weis, ETSV Lauda, 45,37 m. Senioren M55, Kugelstoß: 1. Otto Braun, TSV Crailsheim, 10,19 m, Diskus: 1. Otto Braun, TSV Crailsheim 33,97 m, Hammer: 1. Friedebert Reble, LAZ Obernburg/Miltenberg, 33,57 m. Senioren M60, Kugelstoß: 1. Klaus Breimaier, TSV Crailsheim, 11,29 m, Diskus: 1. Klaus Breimaier, TSV Crailsheim, 34,21 m, Hammer: 1. Klaus Breimaier, TSV Crailsheim, 22,04 m. Senioren M65, Kugelstoß: 1. Willi Verstegen, TSV Crailsheim, 12,02 m, Diskus: 1. Theo Ripp, DJK Stuttgart-Süd, 41,46 m, Hammer: 1. Hermann Albrecht, Sport-Vereinigung Satteldorf, 44,71 m, Speer: 1. Hermann Albrecht, Sport-Vereinigung Satteldorf, 35,81 m. Senioren M70, Kugelstoß: 1. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 12,47 m, Diskus: 1. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 44,40 m, Hammer: 1. Günter Braun, TSV Crailsheim, 39,85 m, 2. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 36,92 m, Speer: 1. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 32,58 m.
Seniorinnen W35, Kugelstoß: 1. Annette Lehr, LG Hohenlohe, 8,10 m, Speer: 1. Annette Lehr, 19,85 m. Seniorinnen W45, Kugelstoß: 1. Martina Kröner, LG Hohenlohe, 7,72 m. (Quelle: fnweb.de, 25.10.08)
Am vergangenen Wochenende traf sich der Bundesfachausschuss (BFA) Senioren zu seiner Herbsttagung in Darmstadt. BFA-Vorsitzende Margit Jungmann (Saarlouis) konnte auf ein erfolgreiches Jahr der DLV-Senioren zurückblicken. Bei allen großen Senioren-Sportereignissen des Jahres 2008 (Hallen-WM Clermont-Ferrand, EM Berglauf Lenzerheide, EM Ljubljana) konnte sich das deutsche Team an die Spitze der Medaillenwertung setzen und vertrat den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) damit in hervorragender Weise. Auch auf nationaler Ebene konnte Margit Jungmann ein positives Fazit ziehen: Die Deutschen Meisterschaften fanden in harmonischer Atmosphäre mit guten Ergebnissen statt und wurden mustergültig von den verantwortlichen Ausrichtern und der Wettkampfleitung abgewickelt. Besonderer Dank wurde hierbei Heidi Pratsch als DLV-Verantwortliche für die Wettkampforganisation der Seniorenwettbewerbe ausgesprochen. Sorgen bereiten ein wenig die Meldezahlen zu den DM Senioren I. Hier muss sich der Ausschuss weitere Gedanken machen, wie die Attraktivität der Veranstaltung erhöht werden kann. Erfreut konnte Margit Jungmann von der Wahl von Wolfgang Ritte zum Welt-Seniorensportler des Jahres 2008 berichten. Nach Guido Müller (2004 ) und Melitta Czerwenka-Nagel (2006) erhielt der Stabhochspringer als dritter deutscher Sportler diese höchste Auszeichnung des Weltverbandes IAAF.
Sportliche und organisatorische Überlegungen lagen den Beschlüssen zur Auslagerung von Disziplinen zu Grunde. Einerseits sollen die Seniorenmeisterschaften I durch Straffung auf zwei Tage attraktiver gestaltet werden, andererseits sollen die ausgelagerten Disziplinen durch eine größere Aufmerksamkeit gestärkt werden. Entsprechend hat der BFA Seniorenbeschlossen, das Bahngehen von den Deutschen Hallen-Meisterschaften der Senioren zu den Deutschen Hallen-Meisterschaften Mehrkampf am 31. Januar/1. Februar 2009 nach Hamburg und die 10.000 Meter der DM Senioren I zu den DM 10.000 Meter am 02. Mai 2009 nach Bremen zu verlagern. Die neue Wettkampfkonzeption gilt zunächst für ein Jahr. Es sollen Erfahrungen gesammelt werden. Bestätigt wurden im BFA die bereits 2007 beschlossenen Erweiterungen der Wettbewerbe in der Halle und beim Winterwurf: In der W 70 gibt es die 800 Meter und den Weitsprung, in der W 75 den Hammerwurf. Im DLV-Verbandsrat wird beantragt, beim DAMM-Wettbewerb der M 70 eine Langstrecke (3.000 m) aufzunehmen. 2009 steht in Abstimmung mit den Seniorenwarten und dem Bundesausschuss Wettkampforganisation eine Überprüfung des Wettkampfangebotes auf der Tageesordnung.
Volker Wollschläger informierte den Ausschuss darüber, dass künftig die Meldefristen für Deutsche Meisterschaften von zwei auf drei Wochen verlängert werden sollen, nachdem sich in diesem Jahr die zwei Wochenfrist als zu kurz herausgestellt hat. es gab Schwierigkeiten mit der Überspielung der EDV-Daten und er Fertigstellung des Programmheftes. Für den ausgeschriebenen Fotowettbewerb „Faszination Senioren-Leichtathletik“ legte das Gremium die Besetzung der Jury fest, die unter dem Vorsitz des DLV-Vizepräsidenten Prof. Dr. Michael Böhnke die eingereichten Fotos bewerten und prämieren soll. Gegenwärtig gehen nach Angaben des DLV noch täglich weitere Aufnahmen ein; Fotos können aber nur noch bis zum Monatsende eingereicht werden.
Ein Thema, das den Ausschuss seit Beginn seiner Tätigkeit beschäftigt, ist der Anti-Doping-Kampf. Hier wird erfreulicherweise im nächsten Jahr mit Dr. Gerd-Erich Pfeiffer (Gelnhausen) ein äußerst erfahrener Arzt bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften und bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften I + II für die Anti-Doping- und Gesundheitsberatung bereit stehen. Der seit 1979 aktive und damit dienstälteste Dopingbekämpfer des DLV, der auch international tätig ist, wird auf Anforderung auch für Fachvorträge zur Verfügung stehen. In Kürze soll es hierfür ein Angebot an die Landesverbände geben.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 24.10.08)
Horst („Hotti") Milde wird heute siebzig. Er bezeichnet sich selbst als einen der letzten „Verrückten" der Laufszene, dies freilich im positiven Sinne. Der langjährige Chef des Berlin-Marathon hat diesen mit einem engagierten Team von Mitstreitern von den ersten zaghaften Anfängen im Grunewald zu einem der weltweit höchst beachteten Marathonläufe auf einer stets weiter optimierten Weltrekord reifen Strecke entwickelt. Seiner Hartnäckigkeit und seines ungezügelten Ideenreichtums jedenfalls ist so mancher Coup gelungen, inzwischen längst Standards nicht nur beim Berlin-Marathon, sondern bei vielen Marathonläufen in Deutschland. So war es anfangs undenkbar, dass an einem Sonntagvormittag die touristisch hoch im Kurs stehenden Berliner Prachtstraßen für den Individualverkehr gesperrt werden und stattdessen Ausdauersportler uneingeschränkte Vorfahrt haben würden.
Aber nicht nur den Marathon hat der frühere Mittelstreckenläufer salonfähig gemacht, sondern auch mit dem „Teufelsberg-Cross" eine legendäre Veranstaltung aufgemöbelt und zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Läufer und Zuschauer am einstigen Schuttberg im Grunewald gleichermaßen gemacht. Die vom ihm kreierte „Wildsau" für die Tagesschnellsten mag durchaus die außergewöhnliche Belastung für den Organismus und den Sehnen- und Bänderapparat charakterisieren und diese im Gelände errungenen Eigenschaften sind für den einstigen Klasse-Mittelstreckler (im Verbund mit Bodo Tümmler zweifacher deutscher Meister über 3 x 1000 m) der Schlüssel zum Erfolg eines Läufers.
Als Sprecher von German Road Races (GRR) hat Horst Milde schon während seiner Zeit als Chef des Berlin-Marathon die Fäden vor und hinter den Kulissen gezogen, nach seinem Ausstieg aus der Organisation des weltweit geachteten Marathonspektakels widmet sich Horst Milde verstärkt seinen Aufgaben als Vizepräsident von AIMS, der Internationalen Vereinigung der Straßenlaufveranstalter, und German Road Races.
In der Betreuung der höchst informativen Internetseite www.germanroadraces.de hat Horst Milde ein neues Betätigungsfeld gefunden und ist damit nahe an den Bedürfnissen der Läufer geblieben. Seminare und Symposien zur „Gesundheit des Läufers" (Gesundheits-Check) und zur erforderlichen „Vernetzung von Rettungsorganisationen bei Laufveranstaltungen" sind weitere Resultate der Aktivitäten im Unruhe-Zustand des reisefreudigen früheren Konditormeisters, der am 24. Oktober Siebzig wird. (von GRR, 24.10.08)
In Frankfurt geht es aufwärts – nicht unbedingt an der Börse, dafür aber beim Frankfurt-Marathon. Der älteste deutsche Stadtmarathon, der am kommenden Sonntag zum 27. Mal gestartet wird, erreichte in den vergangenen Jahren bei den Männern hochklassige Zeiten und konnte im Gegensatz zu fast allen deutschen Rennen über die 42,195 km auch bei den Teilnehmerzahlen deutlich zulegen. Die Rekordzahl von rund 12.500 Marathonläufern wird am Sonntag erwartet. Das sind rund zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Zählt man die anderen Lauf-Wettbewerbe hinzu, dürfte die Veranstaltung zum ersten Mal die 20.000-Teilnehmer-Barriere durchbrechen.
Mit einer hochklassigen Besetzung wird das Rennen am Sonntag gestartet. Dabei stellen die Kenianer einmal mehr die Favoriten. Sechsmal in Folge haben die Athleten aus dem ostafrikanischen Läuferland Nummer eins am Main zuletzt triumphiert. Und alles andere als ein erneuter kenianischer Triumph wäre eine dicke Überraschung.... weiter auf den Seiten von GRR.de (24.10.08)
Der Pulheimer Philipp Frech ist bis ins hohe Alter sportlich aktiv. In der Deutschen Sporthochschule hält Frech Vorlesungen und Seminare über Sport und Philipp Frech sammelt Titel und Medaillen. Der Pulheimer ist Europameister, deutscher Meister und Weltmeister. Zehn Kilogramm bringen die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die er in einem Jutebeutel hütet, auf die Waage. Zuletzt stand Frech im August in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana auf dem Siegertreppchen. Die Freude über den Sieg bei den XVI. Senioren-Europameisterschaften (European Veterans Athletic Championships) im Diskus-Wurf und Werfer-Fünfkampf (Hammer-, Gewichts-, Speer- und Diskuswurf, Kugelstoßen) war dem Leichtathleten im Pulheimer Sport-Club (PSC) deutlich anzusehen.
„Es ist ein großes Glück, dass ich das noch kann“, sagt Frech, der mit 88 Jahren der Viertälteste im Teilnehmerfeld mit 3693 Sportlern aus 41 Ländern war, gut gelaunt. Ganz so selbstverständlich ist das für den agilen Mann nicht. Vor Jahren machte das rechte Knie dem Sportler, der bis zum 74. Lebensjahr als selbständiger Spediteur gearbeitet hat, Probleme. 2005 war eine Operation unvermeidbar, die Ärzte setzten Frech eine Knieprothese ein. „Ich habe erst gedacht, ich müsste aufhören“, erinnert er sich. Doch das war gar nicht nötig. „Ich habe die Technik umgestellt, nun geht es wieder.“
Und wie: Zweimal in der Woche trainiert Frech jeweils zwei Stunden auf dem Gelände des Pulheimer SC die Technik in den Disziplinen Speer-, Diskus- und Hammerwurf, Kugelstoßen und Gewichtwerfen (Hammerwurf mit kürzerer Kette). Eine Stunde pro Woche steht Krafttraining in der Sporthochschule Köln auf dem Programm. „Ich mache das in angemessener Form, denn ich muss mich ein bisschen bremsen, um mich nicht zu übernehmen“, erklärt Frech, der das Trainingspensum mit einer halben Stunde Gymnastik und Dehnen - täglich - abrundet. In die Sporthochschule zieht es Frech aber nicht nur für das Training. Häufig hält der gebürtige Kölner dort Vorlesungen und Seminare über Sport von der Jugend bis ins Alter. Frech weiß, wovon er redet. Zeit seines Lebens war er sportlich aktiv, ist geschwommen und hat sich im Zehnkampf geübt. Mit 66 Jahren schließlich hat er - durch den PSC - den Seniorensport für sich entdeckt und ist mit 72 Jahren bei seiner ersten Europameisterschaft gestartet.
Seine Begeisterung für den Sport, den „natürlichen Fitmacher für Leib und Seele“, der ihn in viele Länder dieser Welt geführt hat, bringt Frech auch gerne außerhalb der Sporthochschule zum Ausdruck. „Aufstehen und sich bewegen“ lautet seine Botschaft für Jung und Alt. Es sei bequem, zu sitzen, aber unbequem aufzustehen und sich zu bewegen. Aufgrund der physiologischen Einwirkungen auf den Menschen sei der Sport wichtig. „Das weiß ich aus eigener Lebenserfahrung.“ Der Seniorensport belebe das Alter in vielfältiger Weise und bewirke Gutes. „Er ist mein Favorit unter den Freizeitaktivitäten. (von Maria Machnik in KStA, 23.10.08; Foto: © Karl-Heinz Flucke, Berlin)

"Gesund (durch) den Marathon?" ist der Titel eines von drei wissenschaftlichen Vorträgen auf dem 3. Mainzer Lauf-Kongress im SWR Funkhaus auf dem Hartenberg. Referenten sind Dr. Ronald Burger vom Institut für Sportwissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität, Dr. Klaus Gerlach, Mannschaftsarzt Mainz 05 und Wolfgang Heinig, ehemaliger Marathon Bundestrainer.
Der Kongress richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an passionierte Marathonis. Eine Podiumsdiskussion mit Marathon-Experten und eine Ausstellung rund um Fitness und Gesundheit im Foyer des Südwestrundfunks (ab 9 Uhr) runden das Angebot des Lauf-Kongresses ab. Er findet am Samstag, 8. November 2008 von 9.30 bis 15.30 Uhr statt. Mehr... (23.10.08)
Bei der am vergangenen Wochenende in Seoul (Korea) ausgetragenen 6. Auflage der IAU-24-Stunden-World Challenge errang das deutsche Frauenteam den bislang größten Erfolg seit Einführung dieser halboffiziellen Weltmeisterschaft, die seit 2003 unter dem Patronat der IAAF veranstaltet wird: Die Ausdauerläuferinnen kamen auf den Bronzerang und mussten nur die Teams aus Frankreich und Japan vorbei ziehen lassen. Die DLV-Männermannschaft erzielte im Feld der weltbesten Teams hinter Japan, Frankreich, Russland und Italien einen mehr als respektablen fünften Platz.
In der Einzelwertung lief die nach kluger Renneinteilung die älteste deutsche Starterin Monika Belau (*1954, Harburger SC) mit 217,386 Kilometer auf den siebten Platz. Anja Samse (*1966, MC Menden) kam zwei Ränge zurück auf 211,144 Kilometer, Sabine Strotkamp (*1965, LG Kreis Ahrweiler)vervollständigte das Frauenteam mit 198,569 Kilometern auf Rang 16. Außerhalb der Mannschaftswertung erreichte Silke Gielen (*1957, Harburger SC) mit einem gleichmäßigen Rennen Platz 21 (191,066 km), Grit Seidel (*1970, LG Nord Berlin) kam trotz großer muskulärer Probleme am Ende noch auf 186,091 Kilometer und belegte damit Rang 25 von 55 gestarteten Athletinnen.
Bei den Männern lief als bester Deutscher Andreas Baier (*1969, TSV Kusterdingen) mit persönlicher Bestleistung von 241,983 Kilometern auf Rang 11. Jens Lukas (*1966, LSG Karlsruhe) erreichte einen Platz dahinter ausgzeichnete 240,814 Kilometer. Friedemann Hecke (*1961, VfL Ostelsheim) lag mit 210,594 km am Ende knapp vor Oliver Leu (209,061 km; (*1974, LG Bremen Nord)), gleichbedeutend mit den Plätzen 41 und 43 in der Einzelwertung. Michael Irrgang (*1964, Troisdorfer LG)kam mit 190,666 Kilometern auf Rang 64. Ralf Steisslinger (*1965, TSV Kusterdingen) stieg nach 15 Stunden erschöpft aus; er hatte die Foölgen einer fersenverletzung unterschätzt, die ihn im Sommer drei wochen training gekostet hatte.
(Mehr... und Quelle auf www.leichtathletik.de, 23.10.08)
Der russische Leichtathletik-Verband hat im Kampf gegen Doping insgesamt sieben Weltklasse-Athletinnen wegen Manipulation von Dopingproben für zwei Jahre gesperrt. Unter den betroffenen Sportlerinnen befinden sich die zweimalige 1500m-Weltmeisterin Tatjana Tomaschowa (*1975), Diskus-Europameisterin Darija Pischtschalnikowa (*1985), 1500m-Hallenweltrekordlerin Jelena Sobolewa (*1982), die frühere Hammer-Weltrekordlerin Gulfija Chanafejewa (*1982) und die ehemalige 5000m-Weltmeisterin Olga Jegorowa (*1972, W35). Beim DNA-Vergleich von Proben der betroffenen Athletinnen von 2007 mit solchen von 2008 waren Unregelmässigkeiten festgestellt worden. Deshalb wurden die Athletinnen vom Internationalen Leichtathletikverband bereits vor den Olympischen Spielen in Peking suspendiert.
Die zweijährigen Sperren sollen seltsamerweise rückwirkend ab April bzw. Mai 2007 gelten, als die Dopingproben abgegeben wurden. Deshalb, so wird berichtet, können die Sünderinnen damit rechnen, schon bei der WM 2009 in Berlin wieder startberechtigt zu sein. Deswegen erwägt die IAAF dem Vernehmen nach einen Gang vor das internationale Sportschiedsgericht in Lausanne. »Wir warten die schriftlichen Urteile aus Russland ab und entscheiden uns dann«, erklärte ein IAAF-Sprecher am Dienstag. In jedem Fall dürfte es zur Umschreibung der WM-Ergebnisse von Osaka 2007 sowie der Hallen-WM 2008 in Valencia und der Rückforderung von Prämien im sechsstelligen Bereich kommen. Jelena Sobolewa würde 1500-m-Gold und Weltrekord von Valencia sowie 1500-m-Silber von Osaka verlieren, Julia Fomenko 1500-m-Silber von Valencia und Darija Pischtschalnikowa Diskussilber von Osaka.
Pikant: Die1500-m-Bronze von Osaka und Valencia würden an die Bulgarin Daniela Jordanowa gehen, die vor kurzem wegen Testosterondopings für zwei Jahre gesperrt wurde. Ihr Test stammte aber erst von Juni 2008. Brisant ist, dass Jegorowa zu den Sünderinnen zählt. Sie war 2001 in der A-Probe positiv auf das Ausdauerdopingmittel Epo getestet, wegen Unzuverlässigkeit des Tests aber nicht gesperrt worden. Kurze Zeit später stürmte sie unter Protest von Athleten wie der damaligen WM-Fünften Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) in Edmonton zum 5000-m-Titel. (Quelle: Schweizer TV, 22.10.08)
Aufgefrischt: IAAF geht gegen Kurzsperren vor (auf www.leichtathletik.de. 28.11.08)
Die LG Telis Finanz Regensburg ist in Feierlaune: Vereinschef Kurt Ring wird heute 60 Jahre alt. Susi Lutz (21) beschreibt im MZ-Gespräch ihren Trainer. Sie schätzt seine Geradlinigkeit. Für die erfolgreiche Junioren-Läuferin ist Kurt Ring schon fast so etwas „wie ein zweiter Vater“. Susi Lutz, können Sie sich noch an die erste Begegnung mit Kurt Ring erinnern?
Susi Lutz: Susi Lutz: Oh je, jetzt wird es schwierig. Ich glaube 2000 oder 2001, bei meinem ersten 800-m-Lauf. Kurt hat mich gesehen, sagte, ich hätte das ganz gut gemacht, und meinte, ich solle das öfter machen. Dann habe ich angefangen, bei ihm zu trainieren, zusammen mit den Erwachsenen. Ich war die Kleinste, quasi das Nesthäkchen in der Gruppe. Hier geht's weiter auf den Seiten der Mittelbayerischen Zeitung ...(22.10.08)
WM Berlin 2009: Olympiastadion ist nicht fit für die Leichtathletik-WM - 6 Mio Nachschlag ?Für die Fußball-WM wurde das Berliner Olympiastadion runderneuert. Nun sollen für die Leichtathletik-WM 2009 erneut Umbauten vorgenommen werden. Die Laufbahn sei nicht gut genug ausgeleuchtet, meint das Organisationskomitee. Es fordert sechs Millionen Euro zusätzlich vom Senat. Die Leichtathletik-WM im kommenden Jahr wird möglicherweise teurer als geplant. Das Berliner Organisationskomitee (BOC) hat dem Senat eine Nachschiebeliste vorgelegt, in der es für zusätzliche Umbaumaßnahmen sechs Millionen Euro fordert. Das Geld soll vor allem für den Ausbau... Hier geht's weiter auf der Seite der Berliner Morgenpost (Foto: © Simon Wüllhorst, pixelio 22.10.08)
Die Bildung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Doping-Straftaten hat DOSB-Präsident Thomas Bach gefordert und sich besorgt über die Finanzlage der Dachorganisation gezeigt. Insgesamt zog Bach zwei Jahre nach der Gründung des DOSB ein positives Zwischenfazit und schloss darin die Anti-Doping-Politik des DOSB mit ein. «Der DOSB ist schneller zusammengewachsen, als wir es uns erträumt haben», resümierte Bach. «Wir haben gute Fortschritte gemacht.» Dazu zählte er auch die Umsetzung des Zehn-Punkte-Planes gegen Doping. Die Zahl der Doping-Kontrollen sei erhöht und die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA besser ausgestattet worden. «Wir haben bisher nicht gesehen, dass die Strafverfolgungsbehörden Verfahren gegen die Hintermänner angeordnet haben», kritisierte Bach nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Hennef. «Da sehe ich großen Nachholbedarf.» Vor allem nach dem Doping-Skandal um Radprofi Stefan Schumacher, der positiv auf das EPO-Präparat CERA getestet wurde. «Ich glaube nicht, dass CERA vom Himmel gefallen ist. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es Hintermänner gibt.»
Positiv fiel auch die vorläufige Analyse der Olympischen Spiele in Peking aus, in der sich aber auch kritische Töne mischten. «Das Abschneiden der Olympia-Mannschaft als Ganzes ist als Erfolg anerkannt worden», meinte Bach, der eine endgültige Peking-Bilanz auf dem DOSB-Bundestag am 6. Dezember in Rostock vorlegen will. Daran ändere auch nicht, dass Sportarten wie Boxen, Leichtathletik, Rudern oder Schwimmen hinter den Erwartungen zurück blieben. Die daraus von den betroffenen Verbänden gezogenen personellen Konsequenzen werden vom DOSB mit Wohlwollen, aber ohne Euphorie begrüßt. «Es sind neue Sportdirektoren und Cheftrainer bestellt worden. Das sind in allen Fällen richtige Entscheidungen», stellte DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank fest, ergänzte aber vielsagend: «Wir würden uns schon wünschen, dass alle Stellen in den Verbänden offen und weltweit ausgeschrieben würden.»
Sorgen bereitet Bach unterdessen der Haushalt der Dachorganisation des deutschen Sports. «Die finanzielle Situation ist von neuem angespannt», berichtete Bach. Grund ist der rapide gesunkene Ertrag aus der Glücksspirale. Während die Lotterie 2005 noch 6,8 Millionen Euro in die DOSB-Kasse brachte, werden es 2009 nur noch 4,2 Millionen sein. Für die kommenden zwei Jahren hat der DOSB eine Reihe von Schwerpunkten gesetzt. Erste Priorität hat dabei die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018 mit München. «Es ist wichtig, sie so vorzubereiten, dass wir 2011 bei der Vergabe erfolgreich sind», sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Denn mehr als alles andere, hätten Olympische Spiele eine Schubkraft für den Spitzensport: «Was Olympia 2012 in London für England gebracht hat, konnte man in Peking sehen.» Zu den weiteren Aufgaben gehören auch die Fortsetzung des Anti-Doping-Kampfes, eine Erhöhung der Spitzensportförderung oder ein Programm zur Weiterentwicklung der Vereinsarbeit. (aus süddeutsche.de, Quelle dpa, 22.10.08)
Konstant gute Leistungen auch im Oktober zeigt weiterhin M70-Werfer Wilfried Hack (*1938, LG Hohenlohe). Beim landesoffenen Werfertag des TV Jahn 1985 eV, kleinster der vier in Schweinfurt Leichtathletik betreibenden Vereine, stieß Hack am vergangenen Sonntag (19.10.) die Kugel auf 12,86m und siegte im Diskuswurf mit 42,63m.
Der 80-jährige Walter Alberth (*1928, TSV Poppenhausen) freute sich im Diskuswurf über sehr ordentliche 22,21m.
(22.10.08)
Das Sportgespräch ist längst zu einer Traditon geworden beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon. Immer samstags gegen 13 Uhr betreten die Interessierten das Foyer des Hotels Maritim, gehen weiter zur Rolltreppe, fahren in den ersten Stock, halten sich rechts und dann sind sie auch schon da. Sylvia Schenk, ehemalige Spitzenleichtathletin, Frankfurter Sportdezernentin und Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer, moderiert am kommenden Samstag das Sportgespräch im Hotel Maritim: Diskussionsteilnehmer sind Dr. Gerd Pfeiffer, Verbandsarzt des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, und Martin Grüning, stellv. Chefredakteur des Laufmagazins „Runner’s World“ .
Der Saal ist für 200 Personen bestuhlt, und der Andrang war in den vergangenen Jahren gewaltig. In diesem Jahr wird es genauso sein, denn es geht um „Unwissenheit schützt vor Doping nicht“, und das Gespräch hat präventiven Charakter. Die Diskussionsrunde hat nicht die Spitze im Blick, sondern beschäftigt sich mit Doping- und Gesundheitsgefahren im Breitensport.
Eine besondere Risikogruppe sind die über 40-Jährigen, wobei Dr. Gerd Pfeiffer und Martin Grüning, sich auf durchaus unterschiedliche Art und Weise der Frage „Wer mit 40, 50, 60 oder 70 Jahren Marathon läuft, macht das nur zum Spaß und für die eigene Fitness - Doping ist kein Problem?“ nähern. Dr. Pfeiffer aus medizinischer Sicht und mit der Erfahrung als langjähriger „Dopingfahnder“ und der frühere Marathonläufer Grüning (Bestzeit 2:14 Stunden, gelaufen in Frankfurt) erläutert, wie seine Redaktion in Hamburg mit dieser Problematik journalistisch umgeht. Mehr...
Für die Teilnahme am Frankfurt-Marathon sind übrigens noch am 24. und 25. Oktober Nachmeldungen möglich. Das hr fernsehen, überträgt in der Sendung "sport am samstag" bereits am Samstag, 25. Oktober, von 17:00 bis 17.30 Uhr live aus der Frankfurter Festhalle, wo die Nudelparty stattfindet. Am Sonntag beginnt die Live-Sendung um 9.45 Uhr und endet um 13:15 Uhr. Als Co-Kommentator wird der dreimalige Frankfurt Marathon Sieger Herbert Steffny am Mikrofon sitzen. (21.10.08)
Den 10. Dresden Marathon hat am Sonntag Phaustin Baha aus Tansania gewonnen. Der Ostafrikaner als erster von 1179 Läuferinnen und Läufern lief die neue Streckenrekordzeit von 2:13:03 Stunden. Ganz zufrieden war der Sieger jedoch nicht: "Ich hatte mit einer Zeit um 2:11 Stunden geliebäugelt, doch dafür war die Strecke durch viel Wind auf den Brücken und durch die vielen Läufer, die man überholen musste, etwas zu schwierig", so der 26-Jährige.
Einige feine Leistungen gab es in den Altersklassen. So kam der Sieger der Altersklasse M60, Theo Baumann (*1948, RCG Weißenburg), nach netto 2:54:48h ins Ziel und unterbot die 3-Stunden-Grenze deutlich. Bei den Frauen kam Mastersläuferin Antje Ratzmer (*1969, SV Grünbach) in persönlicher Bestzeit von netto 3:10:23 Stunden auf Rang 3. Es siegte in Dresden die Litauerin Remalda Kergyte (WHK) in 2:38:48 Stunden vor Fabiola John (WHK, 2:40:53) aus Kenia, die bei der Hälfte bereits zwei Minuten Vorsprung herausgelaufen hatte aber bei KM 36 die Baltin ziehen lassen musste. Alle Dresden-Resultate... (20.10.08)
Neulich brach sich das Misstrauen in einer Plauderei Bahn, erinnert sich Fritz Sörgel. Ein Gesprächspartner meldete Bedenken an, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkündet hatte, alle 4770 Dopingproben von den Sommerspielen aus Peking noch einmal öffnen und nachkontrollieren zu wollen. "Ich glaube, das IOC will gar nicht, dass es die Proben so lange gibt", unkte der Mann. Sörgel findet: "Das ist ein bissl zynisch - aber manchmal kommt man schon ins Zweifeln." Damit ist der Pharmakologe aus Nürnberg nicht allein. Seit das IOC seine Pläne kundtat und vor gut einer Woche still und fast unbemerkt der Peking-Bericht einer unabhängigen Beobachterkommission der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) veröffentlicht wurde, sind Fehler und Versäumnisse in der Dopingverfolgung einmal mehr augenscheinlich geworden. Über allem steht die Frage: Wie viel ist Fahrlässigkeit, wie viel womöglich gar Vorsatz?
Der aufsehenerregende Wada-Bericht deckte mehrere eklatante Mängel im Umfeld des Rekordfestivals um Usain Bolt und Michael Phelps in China auf: Da versäumten es 102 von 204 Nationalen Olympischen Komitees, der Meldepflicht für ihre Athleten nachzukommen. Ein Positivtest wurde vermisst. Zum Abschluss des Reports fehlten 300 Testergebnisse. Ein valider Test zum Nachweis von Insulin - einem groß in Mode geratenen Dopingmittel - wurde gar nicht angewandt. Und, und, und.
"Die wissenschaftliche Akzeptanz liegt vor, das habe ich in den Vorgesprächen klargemacht", sagt Mario Thevis, Professor für Präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hatte den Insulintest vor den Spielen entwickelt, pikanterweise mit 300 000 Euro Wada-Mitteln. Thevis: "Die Begründung, warum der Test nicht eingesetzt wurde, ist im Bericht nachzulesen: Kommunikationsprobleme zwischen IOC, Wada und Pekinger Labor. Ich lasse das mal so stehen." Angeblich soll das Nachweisverfahren nun bei den Nachkontrollen im Labor in Lausanne eingesetzt werden. Mängel in der Dopingverfolgung wie diese wundern den Lübecker Physiologie-Professor Horst Pagel nicht. "Die Wada und die IOC-Spitzen fahren aus meiner Sicht eine Politik, dass nur Einzelne erwischt werden sollen. Die Erwischten werden sofort isoliert, man kann mit dem nackten Finger auf die bösen Buben zeigen - und der Rest macht weiter wie bisher. Business as usual", kritisiert Pagel. Der Epo-Experte unkt: "Zu gute Tests stören wohl den olympischen Frieden."
Sieben Dopingfälle der diesjährigen Tour de France haben das IOC nun aufgescheucht. Während in Peking gerade mal neun von mehr als 10 000 Athleten positiv getestet wurden, waren in Frankreich mehrere Fahrer nachträglich mit dem Ausdauer fördernden Mittel Cera aufgeflogen, darunter die Gerolsteiner-Radprofis Stefan Schumacher und Bernhard Kohl. Alle mehr als 4000 Pekinger Dopingproben sollen nun auf Cera nachgetestet werden. Experten wie Fritz Sörgel halten das für Aktionismus. "Ein Teil des Materials wird, aus meiner Sicht, verschwendet", kritisiert der Pharmakologe. Infolge von Auftau- und Einfrierprozessen und durch die Lagerung der Proben bei minus 20 statt minus 80 Grad befürchtet Sörgel, dass heute noch nicht nachweisbare Dopingpräparate nie mehr auffindbar sein werden. "Gerade die interessanten Stoffe der Zukunft, die aus der biotechnologischen Schiene stammen, sind temperaturempfindlich", sagt Sörgel. "Aber wenn Substanzen über die Jahre schlecht werden, ist das auch eine Möglichkeit, negative Proben zu bekommen ..." Die Diskussion darüber, wie viel Dopingbekämpfung gut ist und wie viel mehr dem Geschäft schadet, spielt auch im Zusammenhang mit der Entscheidung der ARD eine Rolle. Deren Intendanten stimmten am Donnerstag für einen Verzicht auf die Liveberichterstattung von der Tour 2009. Deren Organisatoren geben sich verwundert: "Die ARD hat einen Antidopingkampf verlangt und empört sich, wenn gedopte Fahrer entlarvt werden." Es solle wohl "gesucht und nichts gefunden" werden, mokierte sich die Amaury Sport Organisation. Diese Unterstellung ist ein bisschen gemein. Null Doping-fälle stören den schönen Schein großer Sportereignisse inzwischen schließlich auch: Niemand glaubt mehr daran. (Jens Heuermann auf Welt.de, 20.10.08)
Zehn Athleten, darunter der mehrfache österreichische EM-Teilnehmer Martin Steinbauer, sind als Reaktion auf die Entlassung des bisherigen LCC-Sportkoordinator Wilhelm Lilge und der gleichzeitigen Hofierung der wegen positiver Dopingproben suspendierten Susanne Pumper (*1970, LCC Wien) aus dem Leichtathletik-Verein LCC Wien ausgetreten. Die Nachwuchsläufergruppe, die Lilge bisher betreut hatte, verließ geschlossen den Verein. Die betreffenden Athleten gewannen im Jahr 2008 mehr als zwei Drittel aller Medaillen des Wiener Clubs bei österreichischen Meisterschaften. Lilge, der im März beim LCC-Eisbärenlauf im Wiener Prater Dopingkontrollen in Auftrag gegeben hatte, bei denen bei LCC-Läuferin Susanne Pumper (*1970) positiv aufgefallen war, hatte von der Vereinsführung unter Führung von Präsident Peter Pfannl Ende September die Kündigung zum Jahresende erhalten. Pumper, die auf ein Urteil im Doping-Disziplinarverfahren wartet, wurde zugleich mit der Organisation des vereinseigenen Herbst-Marathons Ende Oktober beauftragt.
"Es ist generell eine Frage von Vernunft und Sensibilität, ob sich ein Ex-Athlet wieder im Sport engagiert bzw. ihm ein Betätigungsfeld gegeben wird, während ein Verfahren gegen ihn noch läuft oder eine Sperre noch aufrecht ist", hatte sich zu dem Geschehen der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) geäußert. Der ÖLV wies darauf hin, dass er "keine Personen mit evidenter Dopingvergangenheit für sportliche oder organisatorische Aufgaben in seinem Einflussbereich berufen und diese Kriterien auch von Kooperationspartnern bei der Vergabe von Österreichischen Meisterschaften einfordern" werde. Auch die Veranstalter des traditionsreichen Wien-Marathons äußerten sich kritisch zum LCC-Vorgehen. Es stelle sich die Frage, ob "es das richtige Signal für den Laufsport ist, eine zweimal positiv getestete und derzeit suspendierte Läuferin in die Organisation einer Breitensportveranstaltung für Hunderte Hobbysportler einzubauen, für die sie selbst nicht mehr startberechtigt ist", ließ Marathon-Organisator Wolfgang Konrad, verlauten. (Quelle standard.at, 17.10.08)
Hier mehr aus der FAZ zum Doping in Österreich (aufgefrisch am 20.10.08)
Vor 36 Jahren sahen sie sich nur per Distanz, am letzten Wochenende saßen sie gemeinsam in einem Seminar zur Entwicklung des Seniorensports und der Seniorenleichtathletik. Gemeint sind Valerij Borsov und Dieter Massin. 1972 sah Dieter Massin diesen Valerij Borsov als überragenden Sprinter bei den Olympischen Spielen in München von der Tribüne aus. Borsov gewann damals den 100 m und 200 m Sprint.
In der Zwischenzeit sind beide, Borsov wie auch Massin Präsidenten. Borsov in seiner Heimat, in der Ukraine, wo er den Vorsitz des Leichtathletik-Verbandes inne hat. Massin ist seit sechs Jahren Präsident des Europäischen Senioren Leichtathletikverbandes (EVAA) und hat sich für die Amtszeit 2008-2012 vor allem die Förderung und auch den Wiederaufbau des Seniorensports im Osten Europas vorgenommen. "Dort schlummert noch so viel Potenzial", so Massin, der derzeit dabei ist, die Infrastruktur des Sports und der Leichtathletik im Osten mitzugestalten.
Valerij Borsov hatte bei den Europameisterschaften in Ljubljana über seinen Generalsekretär Oleg Khotenyuk Massin und EVAA-Sekretär Kurt Kaschke nach Kiew zu einem Seminar eingeladen. Zu diesem Seminar kamen denn auch über 40 Senioren-Vertreter aus den Regionen der Ukraine, um gemeinsam mit den beiden EVAA-Vertretern die Zukunft des Seniorensports in der Ukraine zu planen. Während Massin über die Struktur des Seniorensports in Europa und in der EVAA referierte, erklärte Kaschke die Initiativen und Aktivitäten der EVAA Akademie.
Selbst der Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Volodnja Briznak, war zu diesem Seminar gekommen und unterstrich damit die hohe Bedeutung dieser Veranstaltung. Die Ukrainer haben auch schon die ersten Pläne zur Förderung der Seniorenleichtathletik im eigenen Land wie auch in der Region. Bereits 2009 wird es die ersten "Schwarzmeer-Meisterschaften" geben, zu denen dann die Nachbarländer wie Aserbaidschan, Georgien, Moldawien und Armenien eingeladen werden. "In diesen Ländern beginnt die Seniorenleichtathletik sich zu entwickeln, und wir wollen unseren Beitrag zur weiteren Förderung dazu liefern", so Präsident Borsov, der auch stolz den Delegierten bekannt gab, dass das Seminar im Kiewer Olympiazentrum von keinem Geringeren als von Landsmann Sergej Bubka, dem Weltrekordler im Stabhochsprung und jetzigen IAAF-Vizepräsidenten, gesponsert worden war.
(von grr.de, 17.10.08)
Tim Lobinger liebt drastische Ausdrucksformen. Vor fünf Jahren überflog der Stabhochspringer beim Finale der Leichtathletiksaison in Monte Carlo erst 5,91 Meter, dann unterschritt er das Niveau der Veranstaltung, indem er im Jubel seine Hose runterzog. Bei den Olympischen Spielen in Peking in diesem Sommer kam er in der Qualifikation nicht so recht vom Boden weg, machte aber Schlagzeilen auf dem Boulevard mit Erzählungen von „Nur-Sportlern“ und „Hormonmenschen“, die im Olympischen Dorf mit offener Hose herumliefen. Wenn Lobinger nun sagt, er ertrage seine Rolle als stiller Beobachter nicht mehr, darf man gespannt sein. Was hat Lobinger je ohne Kommentar beobachtet? Diesmal hat er erfahren müssen, dass der Verband ihn aus dem Top-Team in den B-Kader zurückstuft.
Das ist schmerzhaft, aber selbst für Leute, die weniger vom Stabhochsprung verstehen als Lobinger, weder Sensation noch himmelschreiendes Unrecht. Der deutsche Meister ist 36 Jahre alt und hat beim Höhepunkt der Saison das Finale verpasst. Die Weltmeisterschaft 2009 in Berlin steht bevor, und Stabhochsprung ist eine der raren leichtathletischen Disziplinen, in denen sich Nachwuchs drängt, noch dazu erfolgreicher.
Lobinger ruft allen Ernstes zur Revolution auf: „Wir sind die Athleten!“ Dabei beruft er sich auf eine Vielzahl von Sportlern, insbesondere jungen. Sie bleiben allerdings anonym – angeblich wegen ihrer Abhängigkeit vom Verband. Umso deutlicher übt Lobinger Kritik am DLV und seiner Führung: Den einstigen Cheftrainer Jürgen Mallow beschreibt er als unfähig zur Kommunikation, dessen Nachfolger Herbert Czingon und Rüdiger Harksen als brave Mitläufer.
So gehe die Leichtathletik in Deutschland in Rekordzeit zu Boden, prognostiziert Lobinger auf seiner Website. Dabei ist die Sportart ausweislich des Ergebnisses von Peking – einer einzigen Bronzemedaille – schon auf dem Tiefpunkt. Es ist nicht wirklich ersichtlich, dass Tim Lobinger als Verstärker einer breiten Stimmung oder gar vieler Stimmen wirkt. Vielmehr bestätigt der Wutausbruch den Eindruck, den Lobinger immer wieder mit großer Lust erweckt: den des ungezügelten Lautsprechers.
Wenn er doch auch im Wettkampf so in die Luft ginge!
(Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 15.10.2008)
Stabhochspringer Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) ist vom DLV für die kommende Saison in den B-Kader abgestuft worden. Das im Besonderen und die Situation im DLV im Allgemeinen kritisiert der Masters-Athlet auf seiner Internetseite und schreibt dies:
"14. Oktober 2008
Nun sind viele Tage vergangen. Viele Tage seit der Spitzensporttagung in Kienbaum. In diesen Tagen habe ich viele Gespräche geführt, Reaktionen gesammelt, Meinungen gehört und sowohl Athleten als auch Trainer getroffen. Und das Fazit bezüglich der beschlossenen Änderungen im DLV ist vernichtend. Viele hatten sich eine strukturelle und personelle Veränderung erhofft. Viele wünschten sich einen ähnlich konsequenten Personalwechsel wie in den USA und in England nach einem schlechten Abschneiden bei den Olympischen Spielen.
Doch es ist nichts passiert. Zumindest nichts sinnvolles oder athletenfreundliches. Und so haben sich viele enttäuschte Athleten an mich gewendet. Dies ist durchaus verständlich, denn die Angst und Abhängigkeit vom Verband war noch nie so erdrückend wie jetzt. Der Verband übt über die Athletenvereinbarung enormen Druck auf die Athleten aus. Diese Vereinbarung muss jeder Athlet unterzeichnen, sonst verliert man in einer Kettenreaktion jegliche Möglichkeit der Berufsausübung als Leichtathlet. Keine Unterschrift bedeutet keine Startmöglichkeit in der Nationalmannschaft, keine Einteilung in die Kader, keine Verbandsförderung und keine Unterstützung an den Leistungsstützpunkten innerhalb Deutschlands. Ausserden stehen auch viele Trainer in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Verband und nehmen so Abstand von jeglicher Kritik. Jeder bangt hier um seinen Beruf und fürchtet den Entzug der Einstufung als Landes- oder Bundestrainer. Denn dies wäre gleichbedeutend mit der Streichung der finanziellen Unterstützung. Und einhergehend mit dem Verlust der Zusammenarbeit mit den Topathleten. Also übt man sich in Stillschweigen.
Da ich in den langen Jahren meiner Karriere recht selbstständig und eigenverantwortlich gearbeitet habe, gab es nie eine wirkliche Abhängigkeit vom Verband. Gemeinsame Schnittstellen wurden ertragen und teilweise auch sinnvoll genutzt. Zum Beispiel die gemeinsame Pressearbeit bei nationalen und internationalen Grossereignissen oder meine Wahl zum Mannschaftssprecher. Mit all den Eindrücken und Erfahrungen habe ich die Änderungen nach den Weltmeisterschaften 2003 und den Olympischen Spielen 2004 innerhalb des Verbandes miterlebt. Gewissermassen habe ich mich die letzten 4 Jahre in die Rolle des Zuschauers gezwungen und öffentliche Kritik so gut es ging gemieden. Stattdessen gab es Gespräche und einen vermehrten Austausch zwischen dem Verband und mir.
Doch nach den neusten Entscheidungen und der letzten 12 Monate Verbandsführung ist die Rolle des stillen Beobachters einfach nicht mehr zu ertragen. Denn so geht die Leichtathletik Deutschlands in Rekordzeit zu Boden. Es muss einfach Bewegung in die Sache kommen. Aber was soll denn schon passieren, wenn sich die Spitze des Verbandes in Kienbaum fernab der leichtathletischen Realität trifft. Das erscheint eher als eine Zeitreise in die gute, alte Zeit der erfogreichen Leichtathletik. Und so schaut auch das Ergebnis aus:
Jürgen Mallow, Hauptverantwortlicher der Umstrukturierung der letzten 4 Jahre, bekommt nach dem schlechtesten Abschneiden einer Deutschen Mannschaft seit den ersten Olympischen Spielen 1896 direkt eine Beförderung vom Cheftrainer zum Sportdirektor. Und für den frischen Wind im Verband sorgen zwei „junge, wilde“, genannt Cheftrainer Track und Cheftrainer Field, die schon vor mir, quasi in der Antike der Leichtathketik, dem Verband treue Dienste geleistet haben. Und was soll plötzlich die moderne Sprachweise: Track und Field. Klingt schon fast nach Revolution. Vielleicht ist dies der Trick und führt zurück zum Erfolg. Ansonsten wohl eher ein Stilbruch, denn hier wäre eine klassisch, deutsche Namensgebung besser gewesen. Und dies sowohl inhaltlich als auch strukturell. Die Leichtathletik unterteilt sich in Lauf, Sprint, Sprung, Wurf und Mehrkampf. Das wäre doch schon ein Anfang für eine kluge Aufteilung der Führung. Aber was ist momentan noch klug und sachlich an der Führung der Spitze. Eventuell ja der Umgang mit den Athleten, denn der findet schlichtweg einfach nicht mehr statt.
Beispiel: Meine Kommunikation mit dem Sportdirektor Herr Mallow im gesamten Sommer 2008 begrenzt sich auf die folgenden zwei Sätze: „Tim, Du musst noch zur Einkleidung“ (anlässlich der DM in Nürnberg) und „Tim, Du musst dich noch von unserem Verbandsarzt untersuchen lassen“ (anlässlich der DLV Gala in Wattenscheid und einer bestehenden Verhärtung). Und nach meinem Wettkampf bei den Olympischen Spielen gab es weder ein Gespräch mit meinem Trainer oder mir, obwohl es gemeinsame Busfahrten zum Olympiastadion, einige Begegnungen im Dorf und einen gemeinsamen Rückflug nach Deutschland gab. Einen Redebedarf gab es anscheinend nicht. Diesen Bedarf scheint es bis zum heutigen Zeitpunkt nicht zu geben. Stattdessen hat die Post allen Athleten einen Brief des Verbandes zugestellt. Dieser Brief beinhaltet die Bekanntgabe der Kadernominierung und die schon frühzeitige Aufforderung zur rechtzeitigen Unterzeichnung der Athlenvereinbarung für das kommende Jahr.
Mein Brief gratuliert mir zur Aufnahme in den B-Kader. Eine Gratulation zur Abstufung aus dem Top-Kader in den B-Kader. Als Deutscher Hallenmeister (Teilnehmer der Hallen Weltmeisterschaften) und Deutscher Freiluftmeister (Olympiateilnehmer) des Jahres 2008 ist diese Abstufung seltsam. Vielleicht zählt der Gewinn einer Deutschen Meisterschaft nichts mehr, was bei den rückgängigen Zuschauerzahlen verständlich wäre. Oder ich bin zu alt. Das wäre ein Argument. Übrigens ein Argument, das nicht für die Arbeit als Cheftrainer oder Sportdirektor zählt. Da scheint weder Alter noch Leistung eine Rolle zu spielen. Für die Abstufung in den B-Kader gab es keine Erklärung, keinen Anruf oder individulles Schreiben. Leider auch keine Aufschlüsselung durch meinen Bundestrainer, trotz meiner Bemühungen ihn anzurufen und einer Nachricht auf seiner Mailbox. Nun wurde mir aber der wohl entscheidende Grund meines Top-Kader Rauswurfes zugetragen.
Und zwar liegt es an meinem Nicht-Erscheinen bei der sogenannten „Stillen Stunde“ am vorletzten Tag der Olympischen Spiele in Peking. Die „Stillen Stunde“ nennt sich die Mannschaftsbesprechung nach der jeweiligen Meisterschaft innerhalb der Leichtathletik. Der Name „Stillen Stunde“ wurde schon vor längerer Zeit auf Drängen der Athleten abgeschaftt, aber leider durch die Verantwortlichen erneut eingeführt. Nun hatte ich mich zu besagter Mannschaftsbesprechung nicht eingefunden, weil ich die Hockey-Nationalmannschaft in ihrem Endspiel der Olympischen Spiele unterstützen wollte. Meine Anwesenheit als Zuschauer erfolgte auf Einladung. Dies teilte ich per Kurzmitteilung Herrn Mallow mit und verwies sogar auf den sonst so erwünschten disziplinübergreifenden Mannschaftsgeist. Denn natürlich wollte ich unsere Mannschaft lautstark unterstützen. Zudem können wir Leichathleten auf Grund des Olympischen Zeitplanes nur selten andere Sportarten besuchen, so freute ich mich über die Einladung und einmalige Chance. Abgesehen davon verpasst kein Athlet in der „Stillen Stunde“ wirkliche Neuigkeiten. Und der Sieg im Endspiel der Hockey-Mannschaft zählt wohl mehr als meine Berufung in den Top-Kader. Also bleibt mir der Aufruf zur Revolution, denn dies habe ich gerade den jüngeren Athleten versprochen. Vielleicht verwirklichen wir uns ja den Traum einer Athleten-Gewerkschaft.
Und dann heisst es nicht nur „Wir sind das Volk“, sondern auch „Wir sind die Athleten“."
(gefunden auf www.timlobinger.de, 16.10.08)
Winterlaufserien bieten auch in der wettkampfarmen Zeit Startmöglichkeiten für Ausdauersportler. Als älteste Veranstaltung dieser Art in Bayern gilt die Rieser Jedermannslaufserie, in diesem Jahr mit ihrer 33. Ausgabe. An verschiedenen Orten im Landkreis Donau-Ries gehen fünf Volksläufe über jeweils zehn Kilometer über die Bühne. Am meisten Zuspruch verzeichnet sicherlich erneut die Ismaninger Winterlaufserie, die zum 18.ten Male vor den Toren der Landeshauptstadt durchgeführt wird. Die drei Rennen über 13, 17 und 21 Kilometer entlang der Isar verbuchen teilweise vierstellige Teilnehmerzahlen. Auch München selbst kann mittlerweile mit einer Winterlaufserie aufwarten. Als Austragungsort der drei Wettkämpfe über 10, 15 und 20 Kilometer dient der Olympiapark.
Hier die traditionsreichen bayerischen Winterlaufserien im Überblick:
4. Waldlaufserie im Landkreis Augsburg (ab 19.10.): www.rcpfeil.info
33. Jedermannslaufserie im Landkreis Donau-Ries (ab 26.10.): www.lg-donau-ries.de
26. Winter-Crosslaufserie in Goldbach (ab 9.11.): www.wintercross.de
31. Winterlaufserie in Augsburg-Bergheim (ab 15.11.): www.tgva.de
3. Winterlaufserie in München-Olympiapark (ab 6.12.): www.laufwinter.de
18. Winterlaufserie in Ismaning (ab 14.12.): www.tsv-ismaning.de
(Quelle: blv-sport.de, 16.10.08)
"141 Sportlerinnen und Sportler aus 52 Vereinen, die den DLV-Landesverbänden Westfalen, Nordrhein und Rheinland angehören, haben für die Westdeutschen Meisterschaften im Berglauf, die am Samstag, 18. Oktober 2008, in Hausen/Wied bei Waldbreitbach ausgetragen werden, ihre Meldung abgegeben.
Die örtlichen Ausrichter vom VfL Waldbreitbach in der LG Rhein-Wied können mit diesem Meldeergebnis zufrieden sein, haben doch in den letzten drei Jahren bei diesen Meisterschaften stets weniger Bergläufer das Ziel erreicht. Die Berglaufmeisterschaften werden auf der neuen Malberglaufstrecke ausgetragen. 6 km mit +370 und -100 Höhenmetern sind zu bewältigen. Mit den Mastersläufern Torsten Schneider (*1972, LAZ Puma Troisdorf/Siegburg) und Birgit Lennartz (*1965, LLG St. Augustin), stehen auch die Sieger des Malberglaufes diesen Jahres auf der Starterliste.
Es ist davon auszugehen, dass..." (Hier geht's weiter auf der Internetseite des LV Rheinland) (16.10.08)
Kurzfristig haben sich die Leichtathleten der DJK Ellwangen-SG Virngrund entschlossen, ihre Saison am kommenden Donnerstag (16.10.) ab 18 Uhr mit einem Läufer-Wettbewerb abzuschließen. Gestartet wird im Waldstadion in Ellwangen (Jagst) auch in den Altersklassen der Frauen, Männer sowie Seniorinnen und Senioren über alle Strecken von 400 bis 5000 Meter. Die Läufe werden dabei nach Strecken aufsteigend gestartet. Anmeldungen sind zu richten an: Josef-Knecht, Karl-Stirner-Str. 41, 73479 Ellwangen, Tel.: 07961/4607. Letzte Meldungen können noch am Wettkampftag entgegen genommen werden.(15.10.08)
Wolfgang Ritte, Stabhochspringer des Weseler TV, ist der beste Senior der Welt im Jahr 2008. Er wird am 23. November bei der „World Athletics Gala“ in Monaco ausgezeichnet. „Das ist unglaublich“, sagt der Moerser. „Unglaublich“. Wolfgang Ritte sagt dieses Wort direkt zu Beginn des Gesprächs. Und dann wieder und wieder. Der Stabhochspringer aus Moers, der seit 2007 für den Weseler TV startet, kann immer noch nicht fassen, was er seit einigen Tagen schwarz auf weiß vorliegen hat. Der 55-Jährige wird am Sonntag, 23. November, im Fürstentum Monaco bei der „World Athletics Gala“ der International Athletic Foundation (IAF) als Welt-Senioren-Leichtathlet des Jahres geehrt.
„Diese Auszeichnung ist für mich mehr wert als alle Meisterschaften, die ich gewonnen habe, und alle Weltrekorde, die ich aufgestellt habe“, sagt Wolfgang Ritte. Derzeit wird bei ihm zu Hause die Kleiderfrage heftig diskutiert. Wolfgang Ritte ist noch der Meinung, dass er im schwarzen Anzug bei seinem großen Auftritt vor Hunderten von geladenen Gästen im Fürstentum eine gute Figur machen wird. Seine Frau Ute, ebenfalls eine überaus erfolgreiche Senioren-Stabhochsspringerin und auch zur Gala geladen, drängt aber darauf, dass ihr Mann im Smoking auf die große Sportbühne geht.
Schließlich wird dem WTV-Athleten die Auszeichnung von keinem Geringeren als Fürst Albert von Monaco überreicht, der Präsident der IAF ist. Gut möglich, dass auch Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka als Vize-Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes dem Moerser zu seinem Erfolg gratulieren wird. Beim obligatorischen Gruppenbild der Preisträger wird Wolfgang Ritte dann mit den Welt-Leichtathleten des Jahres vor die Fotografenschar treten. Favorit auf die Wahl bei den Männer ist Usain Bolt aus Jamaika, der bei den Olympischen Spielen in Peking in neue Dimensionen sprintete. „Unglaublich. Ich kann es noch nicht fassen, dass ich mit diesen Größen auf einer Bühne stehen werde“, meint Ritte, der jetzt gespannt ist, „was mich in Monaco noch alles erwartet“. Flug und Unterkunft hat der Verband für ihn bereits gebucht.
Der Stabhochspringer wurde vom Weltverband der Senioren-Leichtathletik zum besten Sportler des Jahres 2008 ernannt. Drei Voraussetzungen musste er erfüllen, um überhaupt zur Wahl vorgeschlagen zu werden. Erstens: Ritte war 2007 Senioren-Leichtathlet des Jahres in Deutschland. Zweitens: Er wurde in diesem Jahr Weltmeister, da er bei der Hallen-WM in Clermont-Ferrand (Frankreich) den Titel gewann. Drittens: Er musste in dieser Saison einen Weltrekord aufgestellt haben. Das gelang dem Moerser gleich mehrfach. Er steigerte die Bestmarke in der Altersklasse M 55 insgesamt sieben Mal – über 4,27 Meter hinauf auf 4,60 Meter. „Ich habe mich im Winter sehr gut auf die Saison vorbereitet“, sagt Ritte, der täglich trainiert. Jetzt gibt’s „unglaublichen“ Lohn dafür. Den Wechsel zum Weseler TV hat Wolfgang Ritte nie bereut. Er ist begeistert von den Bedingungen bei dem Club, dessen Trikot er seit zwei Jahren trägt. „Die Halle ist traumhaft und die Anlagen im Stadion exzellent. Und es gibt beim WTV ein Super-Team um Leichtathletik-Abteilungsleiter Manfred Frach“, lobt Ritte. (von Joachim Schwenk in rp-online, 15.10.08)
Die Zukunft des Internationalen Stadionfestes der Leichtathleten (ISTAF) in Berlin ist allein von der Fernseh-Präsenz abhängig. Das erklärte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Es ist leider so, aber wir befinden uns in sehr starker Abhängigkeit vom Fernsehen», sagte Prokop. Er versicherte: «Natürlich versuchen wir alles, um das ISTAF zu retten.»
Das ISTAF ist das älteste deutsche Leichtathletik-Sportfest. Zugleich drückte Prokop mit drastischen Worten sein Unverständnis über Sport-Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. «Es ist ein Skandal, dass die ARD-Sportschau am Samstag nur Fußball zeigt. Ich erwarte einfach, dass der Sport nicht als Einbahnstraße begriffen wird», äußerte der DLV-Chef. In der Vorwoche hatte ISTAF-Chef Gerhard Janetzky auf die Gefahren für das größte deutsche Leichtathletik-Meeting hingewiesen. 2009 würden alle Verträge auslaufen, auch der mit dem Hauptsponsor. Für Golden-League-Meetings würden vom Internationalen Leichtathletik- Verband IAAF künftig zwingend TV-Übertragungen gefordert. Eine Entscheidung über die Zukunft des ISTAF wird Anfang 2009 erwartet. (aus Süddeutsche, 14.10.08)
Ein weiteres Gespräch mit dem DLV-Präsidenten findet sich hier
"Politik ist die Kunst des Möglichen", philosophierte vor vielen Jahren Otto von Bismarck. Und hätte der erste Reichskanzler des Deutschen Reiches ahnen können, welche Debatte schon Pläne für eine Machbarkeitsstudie eines neuen Stadions in Berlin auslösen können, dann hätte er wohl ergänzt: "Und Fußball auch." Am letzten Mittwoch hat sich nun erstmals der Regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zu dem Gedankenspiel geäußert, das die Verantwortlichen des Berliner Fußballclubs Hertha BSC derzeit umtreibt. "Wenn Hertha genügend Geld hat, weil sie sportlich so erfolgreich sind, können sie sich gern ein eigenes Stadion bauen. Staatliches Geld wird es dafür aber nicht geben", sagte der Politiker bei einer Podiumsdiskussion vor Mitgliedern des Wirtschaftsklubs VBKI. Auch einen Umbau des Olympiastadions zu einem reinen Fußballstadion werde es nicht geben: "Wir bekennen uns zur Leichtathletik und werden, obwohl wir Hertha lieben, die schöne blaue Laufbahn nicht rausreißen."
Überrascht ist man bei dem Bundesligisten angesichts solcher Äußerungen nicht. Es sei klar, dass sich der Regierende Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt so äußere, sagte Manager Dieter Hoeneß. Es gebe aus der Politik "aber auch andere Stimmen". Und die kommen aus Brandenburg: "Dort würde man uns mit offenen Armen empfangen." Offenbar erwägt der Verein, der in den kommenden Monaten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben möchte, auch einen Standort vor den Toren Berlins. Doch mehr als eine Drohkulisse ist das wohl kaum, schließlich ist die bessere Erreichbarkeit eines der zentralen Argumente für einen Stadionneubau. Und so betont Hoeneß, dass man nach Abschluss der Machbarkeitsstudie sehr wohl das Gespräch mit Senat und Regierendem Bürgermeister suchen werde, "dann haben wir schließlich eine Entscheidungsgrundlage". Denn auch wenn der Verein mithilfe eines Investors ein solch großes Projekt tragen und die Baukosten allein finanzieren könnte, können je nach Standort Investitionen für die umliegende Infrastruktur fällig werden. Nicht umsonst lobt Hoeneß bei diesem Thema unermüdlich die "sehr guten Beziehungen" zum Senat...
(Von Christian Putsch in Berliner Morgenpost, 14.10.08)
Für Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sind die von der Welt-Anti-Doping- Agentur WADA aufgedeckten Mängel bei den Doping-Kontrollen bei den Olympischen Spielen in Peking keine Überraschung. «Wenn man weiß, dass nicht einmal 30 Länder nationale Anti-Doping-Agenturen haben und in vielen Verbänden gar keine Trainingskontrollen stattfinden, dann weiß man: Es besteht keine Chancengleichheit», erklärte Prokop in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die WADA hatte aufgedeckt, dass von 300 Tests immer noch die Ergebnisse fehlten und 102 von 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die Meldeangaben für ihre Olympia-Teilnehmer vor Peking nicht angegeben hatten.
«Das Mittel CERA..."weiter auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung (14.10.08)
Normalerweise lassen sie andere jubeln und beschreiben deren Glücksmomente von der Kommentatorentribüne aus. Bei den Olympischen Spielen im August in Peking waren das zum Beispiel der Supersprinter Usain Bolt aus Jamaika oder der äthiopische Langstreckler Kenenisa Bekele. Am Sonnabend in Köln bei der Verleihung des „Deutschen Fernsehpreises“ durften Dirk Thiele und Sigi Heinrich selbst ausgelassen jubeln, als sie in der Kategorie „Beste Sportsendung“ auf die Bühne gerufen wurden. „In dem Moment fehlten auch mir fast die Worte. Ich hörte nur Eurosport, alles andere ging im Glücksrausch unter“, beschrieb Thiele jenen Moment. „Vorher war wirklich nichts durchgesickert. Ich war wie Sigi überwältigt.“
Die querschnittsgelähmte Schwimmerin und Paralympicssiegerin Kirsten Bruhn gab das Votum bekannt, bei dem sich die Eurosportkommentatoren gegen Katrin Müller-Hohenstein und Johannes B. Kerner vom ZDF, Tom Bartels von der ARD, Kai Dittmann von Premiere/Sat1 und Florian König, Tobias Drews sowie Kai Ebel von RTL durchsetzten. Obwohl Thiele/Heinrich – im Gegensatz zur „sportlichen Konkurrenz“ der Kerner und Co. – kaum selbst im Bild zu sehen sind, überzeugten sie diesmal die Jury. „Wir haben hinterher bei der Feier viele Sympathiebekundungen erhalten, gerade auch von vielen Schauspielern“, staunte Thiele, der mit seinem Kompagnon damit in Sachen Fernsehpreis Ausdauerqualitäten wie beim Marathonlauf bewies. Denn 2001 war das Duo schon einmal für den „Deutschen Fernsehpreis“ nominiert.
Seit 15 Jahren begeistern der Potsdamer und der Bayer die Leichtathletik-Zuschauer bei Eurosport. Wenngleich die Meinungen über ihre Kommentare mitunter auseinandergehen, beide verstehen es vor allem, mit wortwitzigem Schlagabtausch zu unterhalten und die Fans stundenlang an den Bildschirm zu bannen. Gerade während der Leichtathletik-Übertragungen aus Peking kam dem 65-jährigen Thiele und dem 56-jährigen Heinrich diese Stärke zugute. Denn auch bei den sogenannten Vor- und Qualifikationsrunden galt es, die Zuschauer sachkundig zu informieren. Neben jahrelanger Kenntnis der Szene kam ihnen bei ihren Hintergrundinformationen zu Hilfe, dass sie die Athleten seit Saisonbeginn auf ihrem Weg nach Peking bei den Meetings begleitet haben.
„Das Echo auf unsere Olympia-Berichterstattung war sicher auch deshalb so positiv, weil wir nicht vordergründig über Doping oder Menschenrechtsverletzungen debattiert haben, sondern der Sport im Mittelpunkt stand“, konnte sich Thiele einen verbalen Seitenhieb in Richtung öffentlich-rechtliche Sender nicht verkneifen. Einziger Wermutstropfen im Freudenbecher war für ihn, dass Ehefrau Karin nach einem Treppensturz daheim in Potsdam das Bett hüten musste und ihren Mann nicht zur Preisverleihung begleiten konnte. „Aber ich habe sie hinterher sofort angerufen“, so Thiele, für den auch im Rentenalter noch nicht Schluss ist. „Der Fernsehpreis ist ja eine Motivation zum Weitermachen“, so der Havelstädter, der bereits am heutigen Montag wieder zu den Skispringern nach Liberec reist – allerdings ohne Heinrich. (Von Peter Stein in Märkische Allgemeine, 14.10.08)
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Während in Spanien ein zweites Mal das Ermittlungsverfahren gegen den des Doping verdächtigen Arzt Eufemiano Fuentes eingestellt ist, ermittelt die Göttinger Staatsanwaltschaft weiter gegen den ehemaligen Thüringer Chefarzt Markus Choina. Wie Behördensprecher Andreas Buick zu Radio Thüringen sagte, haben die Ermittler zwei Rechtshilfeersuchen in Spanien gestellt und warten nun geduldig auf Antwort und Ergebnis.
Die Ermittler werden dem jetzt im Harz lebenden Arzt vor, für das Dopingnetzwerk des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes Präparate geliefert zu haben. Das Netzwerk hatte bis zum Jahr 2006 zahlreiche Sportler, darunter vor allem Rad-Profis mit Dopingmitteln versorgt. In der vergangenen Woche hatte die spanische Justiz ihre Ermittlungen gegen Fuentes eingestellt. Begründet wurde das mit der schlichten, aber auch mutigen Feststellung, dass die verabreichten Mittel für die Gesundheit der Profis unbedenklich gewesen seien. Göttingens StA-Sprecher Buick sagte, das deutsche und das spanische Recht würden sich unterscheiden. Insofern hätte die Einstellung der Ermittlungen keine automatischen Folgen für das deutsche Verfahren. In Deutschland wird jedenfalls auch wegen Betruges und Beihilfe dazu ermittelt. (14.10.08)

IAAF-Masters of the Year 2008: Wolfgang Ritte (Wesel) und Christine Müller (SUI)Große Freude im Lager der deutschen Seniorenleichtathleten. Nach Guido Müller vor vier Jahren und Melitta Czerwenka-Nagel vor einem Jahr hat die WMA jetzt einen weiteren deutschen Seniorenleichtathleten zum IAAF-Masters of The Year nominiert. Stabhochspringer Wolfgang Ritte (*1953, Weseler TV), der in diesem Jahr bei der Hallen-WM in Clermont-Ferrand und später im EM-Regen von Ljubljana souverän die Titel gewann und außerdem in der Saison die Hallen- und Freiluftrekorde seiner Spezialdisziplin gleich mehrfach verbesserte, empfängt die einmalige Auszeichnung am 23. November bei der IAAF-Gala in Monte Carlo aus der Hand keines Geringeren als Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka (UKR). Der seit der EM mit einer Achillessehnenverletzung laborierende Weltrekordler zeigte sich am Montag überglücklich: "Es gibt doch so viele Super-Oldies, die gleich mehrere internationale Titel erringen und Rekorde aufstellen konnten. Und nun hat man mich ausgewählt? Da hat man mich im letzten Jahr zum Deutschen Seniorenleichtathleten gewählt. Das hat mich schon fast umgehauen. Und nun so etwas! Ich springe fast seit 50 Jahren Stabhoch, aber so eine Ehre ist mir bisher noch nicht einmal ansatzweise widerfahren. Ich freue mich riesig und kann es immer noch nicht glauben."
Bei den Frauen setzte sich mit ihrer makellosen Bilanz die Schweizer Hürdenläuferin und Mehrkämpferin Christine Müller (*1958, LCZ Zürich) durch. Auch sie siegte -damals noch in der Altersklasse W45- in einem technisch fehlerlosen, einzigartigen Hürdensprint in Clermont-Ferrand, stellte dann bei ihren drei EM-Erfolgen in Ljubljana neue W50-Weltbestleistungen auf und verbesserte noch am 20./21. September einen W50-Siebenkampf-Europarekord, wo sie nur wegen Kälte und Wind nicht ganz eine neue W50-Weltbestleistung ihrer Altersklasse erreichte. Bis heute findet kein Hürdensprintfinale der (offenen !) Schweizer Meisterschaften ohne sie statt. Christine Müller erhält ebenfalls auf der IAAF-Gala ihre einzigartige Masters-Ehrung aus der Hand von IAAF-Präsident Lamine Diack.
Keine Randnotiz: Sowohl Christine Müller als auch Wolfgang Ritte haben die Vaterstettener-Antidoping-Verpflichtung unterzeichnet. Der Ppräsident des europäischen Seniorenleichtathletikverbandes EVAA Dieter Massin gratulierte den beiden Ausgezeichneten am Montag: "Ihr habt eine höchst erfolgreiche Saison hinter Euch, habt bei den Hallen- wie auch Stadionmeisterschaften mit Euren Siegen und den Rekorden eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass Ihr mit Abstand zu den Weltbesten gehört. Zudem hat Euer Bekenntnis zum sauberen und fairen Sport mit der Unterzeichnung der "Vaterstettener Erklärung" eine große Bedeutung für unseren Seniorensport schlechthin. Hierfür danke ich euch ganz besonders. Ihr seid würdige Nachfolger der bisherigen Weltbesten aus Europa, wie Guido Müller, Rietje Dijkman und Melitta Czerwenka-Nagel!"
Auch Masters-sport.de zieht den Hut vor beiden Geehrten und sagt: Herzlichen Glückwunsch!
(Fotos: privat, 13.10.08)
Während der Olympischen Spiele in Peking gab es zahlreiche Ungereimtheiten bei der Durchführung von Dopingkontrollen und Analysen. Der Bericht einer zwölfköpfigen Beobachtergruppe, die von der Engländerin Sarah Lewis geleitet wurde, der Generalsekretärin des Welt-Skiverbandes (Fis), weist dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) etliche Versäumnisse nach. So sind zwischen dem 27. Juli und 24. August, der Phase, in der das IOC die Hoheit über die Dopingkontrollen hatte, 102 Nationale Olympiakomitees (NOK) ihrer Meldepflicht nicht nachgekommen. Sie haben keine oder nur unzureichende Angaben über die Aufenthaltsorte ihrer Athleten gemacht. Die Hälfte der 205 NOKs hat also eklatant gegen die Antidoping-Richtlinien verstoßen.
Die Beobachter mahnten die fehlenden Informationen schon vor Beginn der Spiele an, erhielten aber nur von acht NOKs Rückmeldungen. Im Bericht, der dem IOC am 19. September zugestellt wurde, heißt es: "Während der Olympischen Spiele hat das IOC nichts gegen jene NOKs unternommen, die diese Informationen nicht lieferten." IOC-Medizindirektor Patrick Schamasch habe die Kontrolleure um Sarah Lewis lediglich beschwichtigt und erklärt, den NOKs werde "nach den Spielen" schriftlich mitgeteilt, dass sie gegen die Richtlinien verstoßen haben. Während der Spiele aber, und darauf kommt es an, blieben die Vergehen ungeahndet. Überaus merkwürdig ist auch die Feststellung der Beobachter, dass sie keinerlei Befugnisse zur Überprüfung des olympischen Dopingkontrolllabors hatten. Verantwortliche der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und des IOC hatten dies in Peking ganz anders dargestellt. Sie vermittelten den Eindruck, die Beobachter würden sämtliche Dopingkontrollmaßnahmen überprüfen, also auch die Labortätigkeit.
Die Beobachter halten überraschend fest: "Die Überprüfung des Labors gehörte nicht zu unseren Aufgaben. Der Grund dafür liegt in der Unabhängigkeit des Labors gegenüber den Besitzern der Olympischen Spiele, dem IOC und dem Organisationskomitee Bocog." Diese Argumentation ist schwer nachzuvollziehen. Die Beobachter um Lewis erklären, da im Labor Mitarbeiter 17 anderer akkreditierter Labors beschäftigt waren und Mitglieder der IOC-Medizinkommission ständigen Zutritt hatten, sei eine gewisse Überprüfung gewährleistet gewesen. Bei etlichen Meetings der IOC-Medizinkommission mit den Dopinganalytikern war die Beobachtergruppe nicht zugelassen, was beanstandet wird. Die Observer stellen auch den olympischen Sportverbänden kein überzeugendes Zeugnis aus. So haben nur vier von insgesamt 28 Weltverbänden vorolympische Bluttests und damit ein Blut-Screening durchgeführt: Leichtathletik, Rudern, Radsport und Moderner Fünfkampf. Dies hätte zu Zielkontrollen während der Spiele führen können, doch nur der kleinste dieser Verbände, die Fünfkampf-Föderation, nutzte die Ergebnisse des Screenings auch in Peking.
Im 50 Seiten umfassenden Prüfbericht wird das Resultatsmanagement des olympischen Analyselabors und des IOC kritisiert. Aufgrund offensichtlicher Datenpannen seien den Observern die Ergebnisse von 300 der insgesamt 4770 analysierten Dopingproben nicht übermittelt worden. Der Bericht wurde am 19. September abgeschlossen - zu diesem Zeitpunkt waren noch immer nicht alle Testergebnisse vom Labor gemeldet worden: "Es sind zu viele Berichte ausgeblieben." Außerdem kritisieren die Beobachter, dass das Pekinger Labor rund 140 auffällige Proben als "unauffällig" deklarierte. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die internationalen Richtlinien für Dopingtests. Es handelt sich dabei um 100 Proben, bei denen der Quotient von Testosteron und Epitestosteron höher als vier gewesen ist, was auf eine Manipulation hinweist. In 40 anderen Fällen ging es, obgleich die Tests negativ ausfielen, um eine verdächtig hohe Konzentration anderer Substanzen, die eine Nachprüfung oder Zielkontrollen gerechtfertigt hätten. Geschehen ist auch hier nichts. IOC-Medizinchef Schamasch hat den Observern lediglich versprochen, die betreffenden Weltverbände über die Werte zu informieren.
Mit Unverständnis nahmen die Beobachter auch zur Kenntnis, dass der im Kölner Labor entwickelte Insulintest nicht durchgeführt wurde. Offenbar hatten die Fachleute damit gerechnet, zumal der Antrag auf Zulassung dieses Testes seit Monaten vorlag. Doch WADA und IOC setzten das Verfahren nicht ein - mit der wundersamen Begründung, der Test sei wissenschaftlich nicht valide. Insofern muss es verwundern, dass IOC-Vizepräsident Thomas Bach an diesem Wochenende behauptet, das "neue, validierte Verfahren" zum Insulinnachweis werde nun bei der Nach-Analyse der olympischen Blutproben in Lausanne angewandt. Die Wahrheit ist: Das Verfahren liegt seit dem Frühjahr vor, entwickelt sogar in Köln. Man hätte es in Peking einsetzen können. (von Jens Weinreich in Süddeutsche Zeitung, 13.10.08)
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10. Gutenberg Marathon in Mainz schließt MeldelisteNach der Nominierung des Aufgebots für die 24-Stunden-World Challenge am 18. Oktober in Seoul (Südkorea) vor zwei Wochen hat der Vorsitzende des Bundesfachausschusses Laufen, Harald Rösch, nun auch die Zusammensetzung der DLV-Nationalmannschaft für die Teilnahme am 100-Kilometer-World Cup bestimmt, der am 8. November ca. 80 Kilometer nördlich von Rom ausgetragen wird. Mit insgesamt 15 Athletinnen und Athleten wird in Tarquinia (Italien( das bislang zahlenmäßig größte DLV-100-Kilometer-Nationalteam unter der Mannschaftsführung von DLV-Ultramarathonberater Volkmar Mühl an den Start gehen. Mit zwei Ausnahmen starten dabei nur Mastersläufer, darunter mit Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid) und Karlheinz Wild (*1956, TLV Rangsdorf) auch zwei Topläufer, die bereits zur Altersklasse M/W 50 gehören.
Vor zwei Jahren beschloss die IAU (International Association of Ultrarunners) eine Regelung, wonach die beiden internationalen Meisterschaften im 100-Kilometer-Lauf, Weltcup und Europameisterschaft, in einer Veranstaltung durchgeführt werden, sofern der Weltcup in Europa ausgetragen wird. Nachdem dies im vergangenen Jahr im niederländischen Winschoten erfolgreich praktiziert wurde, finden auch in diesem Jahr beide Wettbewerbe im Rahmen einer Veranstaltung statt. Anders als in Winschoten wird der Wettkampf in Italien nicht auf einem klassischen mehrfach zu durchlaufenden Rundkurs ausgetragen. Stattdessen handelt es sich um eine Punkt-zu-Punkt-Strecke mit Start in Tuscania und Ziel in Tarquinia, erst nach 37 Kilometern begeben sich die Läufer/innen auf eine viermal zu durchlaufende 14-Kilometer-Runde, bevor ein separates Schlussstück von 7 Kilometern in Angriff zu nehmen ist.
Aufgrund der außergewöhnlich hohen Leistungsdichte im 100-Kilometer-Frauenkader macht der DLV erstmals von der Möglichkeit Gebrauch, neben den maximal sechs Athleten/innen in den Mannschaften zusätzlich bis zu drei Einzelstartern/innen einzusetzen. „Wir haben in den letzten Jahren sowohl bei den Männern als auch den Frauen in den Teamwertungen oftmals Platzierungen in den Medaillenrängen erzielt. Mit einer Frauenmannschaft in Bestbesetzung sowie einem leistungsmäßig voraussichtlich recht ausgeglichenen Männerteam bin ich zuversichtlich, dass wir uns mit guten Leistungen auch diesmal wieder im vorderen Bereich werden platzieren können“, sagt DLV-Teamleiter Volkmar Mühl. „Ob wir die Erfolge des vergangenen Jahres mit dem Erringen von einer Silber- und zwei Bronzemedaillen wiederholen können, hängt allerdings nicht zuletzt maßgeblich vom Auftreten der starken internationalen Konkurrenz vor allem aus Japan, Frankreich, Russland und Italien mit herausragenden Einzelathleten/innen ab“, gibt er zu bedenken. Das DLV-Aufgebot:
Frauen
Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid)
Dorothea Frey (*1973, EK Schwaikheim)
Martina Groß (*1960, MTV Kronberg)
Branka Hajek (*1984, LAZ Salamander Ludwigsburg)
Tanja Hooß (*1967, LTF Marpingen)
Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV Triathlon Witten)
Einzelstarterinnen
Barbara Mallmann (*1971, LG Ahlen)
Antje Schuhaj (*1968, TV Jahn Kempten)
Simone Stöppler (*1964, SSC Hanau-Rodenbach)
MÄNNER
Helmut Dehaut (*1961, VT Zweibrücken)
Jörg Hooß (*1964, LTF Marpingen)
Rainer Koch (*1980, LG Würzburg)
Thomas König (*1965, SuL Lößnitz)
Michael Sommer (*1964, EK Schwaikheim)
Karlheinz Wild (*1956, TLV Rangsdorf)
( Quelle leichtathletik.de, 12.10.08)
Eine bemerkenswerte Wendung nimmt die Dopingauseinandersetzung in Wien. Leichtathletin Susanne Pumper (*1970, LCC Wien) scheint beim Chef ihres Vereins LCC Wien trotz eines anhängigen Dopingverfahrens weiter gut angeschrieben zu sein. Die 38-Jährige darf nämlich den vereinseigenen Herbstmarathon am österreichschen Nationalfeiertag 26. Oktober mitorganisieren. Aber LCC-Sportkoordinator Wilhelm Lilge, auf dessen Initiative hin Pumper im März beim LCC-Halbmarathon im Wiener Prater getestet worden war, wurde Ende September von LCC-Präsident Peter Pfannl gekündigt. "Eigentlich unglaublich, bei uns ist das ungefähr so, als ob man den anständigen Polizisten und nicht den Bankräuber fasst", konstatierte Lilge.
Lilge befürwortet einen strikten Anti-Doping-Kurs und wollte mit Pumper, die in den nächsten Wochen ein Urteil im Disziplinarverfahren der NADA Austria erwartet, nicht zusammenarbeiten. "Ich habe bei Pfannl unmissverständlich deponiert, dass ich für doppelte Spielchen nicht zu haben bin und er sich entscheiden muss, wie er grundsätzlich zu Doping steht", sagte Lilge am Mittwoch. Pfannl selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der sportliche Leiter wurde von Pfannl laut eigenen Angaben per 30. September gekündigt. "Offiziell aus Einsparungsgründen", so Lilge, dessen ebenfalls beim Verein teilzeitbeschäftigte Ehefrau Carina Lilge-Leutner (ehemalige ÖLV-Marathonrekordhalterin und dutzendfache Staatsmeisterin) ebenfalls die Kündigung erhielt. Persönlich vorwerfen wolle er dem Clubchef jedoch nichts, dieser lasse sich vielmehr von den falschen Leuten beraten. "Er hat so viel in die Leichtathletik investiert wie kein anderer, großteils unbedankt", sagte der mit Jahresende scheidende Sportkoordinator.
Die als Doperin entlarvte Susanne Pumper soll nach Angaben des Österreichischen Rundfunks ORF von ihrem Vereinspräsidenten mit der Organisation des Wiener Marathons beauftragt worden sein; darunter fällt auch die Sponsorensuche. Die Niederösterreicherin darf wegen positiver Dopingtests keine Wettkämpfe bestreiten, sie werde nun stattdessen von den Sponsorengeldern profitieren, mutmaßte Lilge.
Die Einbeziehung einer wegen Dopingverdachts suspendierten Läuferin rückt den Wiener Traditionsverein, dem auch 800-m-Aushängeschild Stephanie Graf angehörte, nach dem Fall der wegen EPO-Dopings für zwei Jahre gesperrten Jolanda Ceplak (SLO) ein weiteres Mal in ein schiefes Licht. Neben Pumper und Ceplak sind laut Lilge auch Helena Javornik (SLO), wie Pumper im März im Prater positiv getestet, und Lisa Hütthaler "auf dem Papier" weiterhin LCC-Mitglieder. Triathletin Hütthaler sieht wie Pumper wegen mutmaßlichen EPO-Dopings einer drohenden Sanktion durch die NADA entgegen. Die gebürtige Deutsche Bettina Müller-Weissina, die eine Dopingsperre abgesessen hat, geht ebenfalls für den LCC an den Start.
Auch Werbepartner und andere Veranstalter scheinen bisher keinen Anstoß daran zu nehmen, dass eine in ein Dopingverfahren verwickelte Spitzenleichtathletin weiter an vorderster Front in Erscheinung tritt. Schon Anfang September hatte Pumper einen Volkslauf im Schlosspark Schönbrunn mitorganisiert und ihre Teilnahme ankündigen lassen. Daraufhin sah sich der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) genötigt, seine Athleten wegen drohender Konsequenzen vor einem Start zu warnen. Von einigen Hobbyläufern habe er hinsichtlich des Engagements von Pumper negative Rückmeldungen erhalten, Spitzenathleten würden einen Vereinswechsel in Erwägung ziehen, so Lilge. Er selbst möchte sein sportwissenschaftliches Know-how zukünftig an Hobby- und Leistungssportler weitergeben. "Es gibt mehrere Optionen, mit einem ganz konkreten Projekt möchte ich die österreichische Leichtathletik wieder erfolgreicher machen, und das ohne Dopingklotz am Bein", betonte Lilge. (Quelle orf.at, 12.10.08)
Mehr: Interview mit Wilhelm Lilge auf standard.at (aufgefrischt am 16.10.08)
Österreichs Anti-Doping-Agentur führt bisher keine Blutkontrollen durch. Dies meldet die Wiener zeitung Kurier. Blutkontrollen sind das A und O im Kampf gegen Doping. Ohne Bluttest lassen sich das EPO-Derivat CERA, Wachstumshormone sogenannte hämoglobin-basierende Sauerstoffträger oder auch Eigen- und Fremdblutdoping nicht nachweisen.
Da erstaunt es doch, dass Österreichs Nationale Anti-Doping-Agentur NADA, die am 1. August ihre Arbeit aufnahm, auf solche Tests bisher gänzlich verzichtet. "Es war gesetzlich nicht hundertprozentig geklärt, zu welchem Zweck Dopingtests in Form von Blutkontrollen durchgeführt werden dürfen", begründete NADA-Geschäftsführer Andreas Schwabdas bisherige Ausbleiben der Tests. Das österreichische Anti-Doping-Gesetz aus dem Jahr 2007 führt allerdings die Möglichkeit von Harn und Blutproben an und hebt Blutdoping als besonders schwerwiegenden Verstoß hervor. Mehr... (kurier.at, 12.10.08)
Vor einem Ende für das traditionelle Berliner Leichtathletik-Sportfest Istaf nach 2009 hat dessen Chef Gerhard Janetzky gewarnt. "Die Veranstalter sehen durchaus diese Gefahr. Darauf habe ich nur rechtzeitig hingewiesen", sagte Janetzky der Nachrichtenagentur dpa und verwies darauf, dass die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sei. Das Meeting findet im kommenden Jahr am 14. Juni im Olympiastadion statt, zwei Monate vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften an gleicher Stelle. "Die WM wird ihren Weg machen", sagte Janetzky, bezweifelte aber mit Blick auf das schlechte Olympia-Abschneiden, dass anschließend ein Leichtathletik-Boom in Deutschland zu erwarten sei. "Das hat natürlich etwas mit der deutschen Leichtathletik zu tun. Es fehlen die deutschen Helden", betonte Janetzky, der Anfang des kommenden Jahres eine Entscheidung über die Zukunft des ISTAF erwartet. Er verwies darauf, dass 2009 alle Verträge für das Sportfest auslaufen, darunter auch der mit dem derzeitigen Hauptsponsor, einer Bank.
Wichtigster Punkt sei die Frage, ob das öffentlich-rechtliche Fernsehen übertrage und auch TV-Bilder von den übrigen Golden-League-Meetings in Europa in Deutschland zu sehen seien. Dies werde eine Forderung des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF sein. "Den tollen Sprung von Ariane Friedrich in Brüssel konnte man in Deutschland nicht sehen", sagte Janetzky mit Blick auf den prestigeträchtigen Sieg der Hochspringerin Anfang September.
Zudem müsse man auf die Zuschauerresonanz beim Istaf schauen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hatte sich am Mittwochabend überzeugt gezeigt, dass die WM 2009 "ein herausragendes Ereignis wird". Für eine gute Atmosphäre sei es notwendig, jeden Abend mindestens 50.000 Zuschauer im Olympiastadion zu haben. "Dafür brauchen wir aber auch eine Bewegung in der Stadt, damit die Leute kommen", sagte Wowereit weiter. (aus Tagesspiegel, 11.10.08)
Es gibt Ärger in Berlin um den am Sonntag anstehenden "ASICS Grand 10 Berlin" - ein mit großem publizistischen Aufwand und großen Namen in Szene gesetztes Rennen über 10km. Mit wirtschaftlicher Kraft, so Berliner Leichtathletikmacher gegenüber masters-sport.de, wurde dieser Lauf von einen kommerziellen Veranstalter unter Führung von Gerhard Janetzky, geschäftsführender Gesellschafter des Berliner Istaf, und dem kleinen LAC Olympia '88 Berlin ins Leben gerufen und auf den Tag des seit über einem Jahr bekannten und DLV-genehmigten 47. Volkslauf der LG Süd Berlin gestülpt. Der von der LG Süd Berlin organisierte Volkslauf ist Bestandteil des traditionsreichen Berlin-Cups.
Der Berliner Leichtathletikverband und der DLV sollen den "Grand 10"- Lauf vom BLV/DLV dem Vernehmen nach nicht genehmigt haben. Andererseits heißt es auf der Internetseite: "Die Asics Grand 10 Berlin wird nach den Bestimmungen (IWB) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und der IAAF unter Aufsicht des Berliner Leichtathletik Verbandes (BLV) durchgeführt. Veranstalter ist der LAC Olympia 88 e.V., der sich Partnern bei der Umsetzung bedient." Falls der Lauf nicht genehmigt ist, werden alle gelaufenen Leistungen keinen Eingang in die Bestenlisten finden.
In ihrer Sitzung am 26. September befassten sich die Volkslaufwarte der Berliner Vereine mit der Situation und waren sich einig, so Berlins Breitensportwart Karl-Heinz Flucke, dass "es nicht der Weg sein kann, wenn kommerzielle Veranstalter sich über Termine anderer Veranstalter hinweg setzen". Mit Sorge beobachten die Verantwortlichen in der Berliner Leichtathletik auch, dass die wirtschaftliche Kraft kommerzieller Veranstalter längst direkt auf die ehrenamtlichen Aktivitäten der Leichtathletikvereine durchschlägt. Inzwischen sind die Anmeldungen von Volksläufen in Berlin deutlich zurück - innerhalb von drei Jahren von 117 auf 95 Läufe zurückgegangen - immerhin rund 20%.
(10.10.08)
Die Nationale Anti Doping Agentur NADA hat den ab 1. Januar 2009 gültigen NADA-Code 2009 inklusive der Kommentierungen auf ihrer Internetseite www.nada-bonn.de zum Herunterladen bereitgestellt.
Die dazugehörende Umsetzung der darin enthaltenen Ziffer 11 "International Standards for Testing" resultierenden maßgeblichen Standard für Meldepflichten stehen ebenfalls zum Abruf zur Verfügung. Zu beachten ist, dass beide Regelwerke erst ab dem 1. Januar 2009 gelten. Bis dahin behält der derzeit aktuelle NADA-Code seine Gültigkeit. Alle Regelwerke finden sich hier. (10.10.08)
Dieter Baumann wird bei der Premiere der "ASICS Grand 10 Berlin" am kommenden Sonntag an den Start gehen. Der Olympiasieger beginnt das 10-km-Rennen dabei mit einer Gruppe von Breitensportlern bereits fünf Minuten vor dem Hauptfeld. Je nachdem wie engagiert Baumann laufen wird, könnte es für die Topathleten gar nicht so einfach sein, den 43-Jährigen einzuholen. Auch Stephan Freigang, der olympische Marathon-Bronzemedaillengewinner von Barcelona 1992, wird am Start sein. Der inzwischen 41-jährige Cottbuser rennt gemeinsam mit dem zweifachen Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski in der 2x5-km-Staffel, die parallel zum 10-km-Lauf gestartet wird. Das Rennen beginnt am Sonntag um 12.30 Uhr vor dem Schloß Charlottenburg, wo auch das Ziel ist.
„Gleich bei der Premiere vier deutsche Athleten am Start zu haben, die bei Olympischen Spielen Medaillen gewonnen haben, das ist beachtlich und macht uns stolz – besser kann es nicht losgehen“, erklärte BERLIN LAEUFT-Organisationschef Gerhard Janetzky. Neben Stephan Freigang und Dieter Baumann werden der einzige deutsche Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski (1976 und 1980) und der aktuelle Triathlon-Olympiasieger von Peking, Jan Frodeno (Tri Sport Saarhochwald), starten. Jan Frodeno bildet zusammen mit dem Triathlon-Weltmeister des vergangenen Jahres, Daniel Unger (Mengen/Hansgrohe Team), eine Staffel.
Ursprünglich wollte Waldemar Cierpinski gemeinsam mit seinem Sohn, Marathonläufer Falk Cierpinski, starten. Doch der 30-jährige Falk leidet nach seiner Steigerung auf 2:13:30 Stunden beim Berlin-Marathon an einer leichten Fußverletzung und muss daher auf den Lauf am Sonntag verzichten. Mit Stephan Freigang ist jedoch ein idealer Ersatzmann gefunden. Nur Cierpinski und Freigang haben in der Geschichte des olympischen Männer-Marathons Medaillen für Deutschland gewonnen. Jetzt laufen sie erstmals zusammen in einem Team. Seine Marathon-Bestzeit lief Stephan Freigang übrigens 1990 in Berlin mit 2:09:45 – damit war er in seiner Karriere zehn Sekunden schneller als der heute 58-jährige Waldemar Cierpinski, der beim Olympiasieg 1976 in Montreal 2:09:55 erreichte.
Jede Menge Erfahrung im Straßenlauf hat Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg). Die 37-Jährige Siegerin des Tokio-Marathons dieses Jahres hat eine 10-km-Bestzeit von flotten 32:24 Minuten und nutzt das Rennen in Berlin als Test für ihren Start beim Frankfurt Marathon am 26. Oktober.
Die Veranstalter von BERLIN LÄUFT erwarten bei der Premiere des neuen Hauptstadtlaufes über 6.000 Läuferinnen und Läufer. Deren Strecke führt unter anderem durch den Bezirk Tiergarten sowie die Kantstraße. Außerdem geht es ein Stück durch den Berliner Zoo. (Nach-)Meldungen sind bis Samstag, 11. Oktober möglich. (Quelle: germanroadraces.de, 09.10.08)
Ozeanien: Traumziele für Leichtathletik-SeniorenTraumziele für deutsche Leichtathletikseniorinnen und -senioren finden sich auf der Ozeanien-Mastersseite im Internet. Im Juli 2010 finden die Ozeanien-Meisterschaften im Pater-Stadion bei Papete auf Tahiti statt (3. - 10. 07.2010), zwei Jahre darauf in Tauranga auf Neuseelands Nordinsel (5. - 12.02.2012). Teilnehmer aus Regionen außerhalb Ozeaniens dürfen auf Einladung an den Start gehen - so hieß es bei früheren Ozeanienmeisterschaften. Hier Kontaktadressen für E-Mailanfragen nach Tahiti und Neuseeland. Mehr... (09.10.08)
Deutschland kann sich nach der Ausrichtung der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin auch wieder Hoffnungen auf eine Europameisterschaft machen. Dies deutete Hansjörg Wirz, Präsident des europäischen Verbandes EAA, zum Abschluss einer Council-Sitzung in Berlin an. «Die Konstellation ist günstig. Wenn sich der DLV bewirbt, stehen die Chancen für 2012 nicht schlecht», sagte der Schweizer. «Der DLV wird sich auf jeden Fall um die nächste Europameisterschaft bewerben», erklärte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die Tatsache, dass schon fast 160 000 Eintrittskarten für die WM verkauft worden sind, ist ein klares Zeichen: In Deutschland gibt es einen riesigen Hunger auf Leichtathletik, und ich bin überzeugt davon, dass wir in naher Zukunft wieder eine Europameisterschaft in Deutschland erleben werden», betonte Wirz.
Deutschland war seit der EM-Premiere im Jahr 1934 erst zweimal Gastgeber: Sowohl die europäischen Titelkämpfe 1986 in Stuttgart als auch die Leichtathletik-EM 2002 in München wurden erfolgreich ausgerichtet. Die 20. EM findet vom 26. Juli bis 1. August 2010 in Barcelona statt. Die EAA will - eventuell schon von 2012 an - Europameisterschaften künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstalten. Der neue Terminkalender wurde zwar vom EAA-Kongress im April 2007 in Cannes beschlossen, der Start im Jahr 2012 hängt allerdings noch von den Verhandlungen über die Fernsehrechte ab. Laut Prokop würde sich der DLV aber auch um eine EM im Jahr 2014 bewerben.
In Washington betrieben die Berliner WM-Macher am «Tag der Deutschen Einheit» erfolgreich internationale Werbung in eigener Sache. «Beim Empfang des deutschen Botschafters waren viele wichtige Multiplikatoren aus Sport, Wirtschaft und Medien dabei», berichtete Prokop nach seiner Rückkehr aus der US-Hauptstadt. «Das war toll gemacht: Der Eingang der Botschaft war wie die blaue Laufbahn im Berliner Olympiastadion gestaltet.» Die WM-Organisatoren wollen insgesamt 500 000 Eintrittskarten verkaufen - rund 20 Prozent nach Aussage von Prokop an Leichtathletik-Fans im Ausland. (aus Financial Times Deutschland, 08.10.08)
Fest etabliert hat sich der Aschaffenburger Sparkassen Halbmarathon, der am vergangenen Sonntag zum 6. Mal stattfand. Unter knapp 700 Teilnehmer, von denen 684 das Ziel erreichten, lag von Anfang an der für den SSC Hanau Rodenbach laufende Thomas Seibert (*1979) vorn, dem -wenn auch mit etwas Abstand- nur der 18jährige René Stöckert folgen konnte. Hinter beiden kämpfte eine größere Verfolgergruppe mit den Seniorenläufern Marco Schneider (*1970, LuT Aschaffenburg), Jürgen Theofel (*1958 FV Wallau) und Hakim Quahioune (*1963, SF Blau Gelb Marburg) um den Anschluss. Marco Schneider, der vor vier Jahren den Aschaffenburger Halbmarathon gewonnen hatte, hielt trotz einer Durchfallerkrankung durch und leistete in der Gruppe sehr viel Führungsarbeit. Während vorn längst die Vorentscheidung für Thomas Seibert (1:09:58h) vor René Stöckert (1:11:03h) gefallen war, kämpften die Verfolgern um Platz drei. Die meisten Reserven hatten dabei die Mastersläufer, und es setzte sich schließlich M45er Hakim Ouahioune mit einer halben Minute Vorsprung in 1:12:41h gegen M50er Jürgen Theofel (1:13:12h) durch.
Ebenso überlegen wie das Rennen von Thomas Seibert ging es auch bei den Frauen zu, wo außerdem gleich drei Mastersläuferinnen der W40 unter 90 min blieben. Siegerin wurde die überzeugend laufende Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg, 1:18:22h) vor Altersklassenkollegin Meike Wallow (*1964, SF Blau Gelb Marburg, 1:26,52min). Auch die Drittplatzierte der W40 Theresia Gehlert (*1964, LuT Aschaffenburg) blieb in 1:29:46h noch unter 1h30min. Rosmarie Eser (*1951, TUS-Damm Aschaffenburg) wurde in 1:36:32h Erste der W55.
Alle Ergebnisse hier (08.10.08)
Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) verzichtet auf einen Start beim ING New York City Marathon am 2. November. Fünf Wochen nach ihrem Rekordrennen beim Berlin-Marathon am 26. September hätte sie in New York die Chance gehabt, 500.000 Dollar für den Sieg in der Gesamtwertung der zweiten World Marathon Majors-Serie 2007-2008 zu gewinnen, den "Grand Slam" der Marathonläufe (WMM). Die Wattenscheiderin hätte in New York einen Platz unter den ersten Fünf erreichen müssen, um zu punkten, während ihre Konkurrentin um den Gesamtsieg, die Äthiopierin Gete Wami den ersten oder zweiten Platz belegen muss, um zu gewinnen.
Ebenfalls noch eine Chance haben Catherine Ndereba (Kenia) und Chunxiu Zhou (China) , wenn sie entweder in Chicago oder New York gewönnen. Wami jedenfalls hat für den ING New York City Marathon gemeldet. Irina Mikitenko kann sich also am 2. November auf der Ehrentribüne am Ziel des Marathons im Central Park entspannt zurücklehnen und abwarten, ob es die Äthiopierin oder eine der anderen beiden schafft, Platz eins oder zwei zu belegen. Falls nicht, wird die viertschnellste Marathonläuferin aller Zeiten am Tag nach dem Marathon bei einer feierlichen Ehrung einen großen Scheck überreicht bekommen. In der dritten WMM-Serie 2008-2009 belegt sie bisher unangefochten den ersten Platz mit 50 Punkten, resultierend aus ihren beiden Siegen in London und Berlin. (07.10.08)
Marie-Louise Michelsohn (*1941, Nike Central Park Track Club, New York) hat ihren eigenen W65-Weltrekord über 2000m Hindernis am Samstag (04.10.) beim Club West Masters Leichtathletiksportfest in Santa Barbara (Kalifornien) verbessert. Der traditionelle Saisonausklang an der Westküste der Vereinigten Staaten sah ein engagiertes Rennen der früheren Mathematikprofessorin mit einer Endzeit von handgestoppten 9:00.2 min; die automatische Zeitnahme funktionierte nicht. Ihr eigener, jetzt verbesserter WR stand seit einem Jahr bei 9:09.25min.
Auch Stabhochspringer Bud Held (*1927) steigerte eine eigene Weltrekordmarke und übersprang 2,75m. Das waren gleich 10 cm mehr als bei dem Rekordsprung des früheren Weltklasse-Speerwerfers vor sechs Wochen. (07.10.08)
Die Starterinnen und Starter bei der niedersächsischen und Bremer Meisterschaft im Halbmarathonlauf in Lingen hätten sich wahrlich besseres Wetter gewünscht: Die Temperaturen kamen noch nicht einmal an zehn Grad heran, es regnete mal mehr, mal weniger stark während des gesamten Laufes, und es blies ein starker Wind aus westlicher Richtung. Diese misslichen Witterungsverhältnisse sind sicherlich der Grund dafür, dass von den knapp 130 Gemeldeten nur 103 Läuferinnen und Läufer an den Start gingen. Was allerdings in den Kräften des Ausrichters VfL Lingen stand, hat er getan. Das Organisatorische lief reibungslos ab. Besonders fielen die sachlichen Informationen auf, die von der Strecke kamen. Das erlebt man bei vergleichbaren Veranstaltungen nicht überall so.
Das Tempo hielt sich auf den ersten 11,5 km in Grenzen. Das ist ein Grund dafür, dass zu diesem Zeitpunkt noch zwölf Läufer in der Spitzengruppe zusammen lagen. Erst danach fiel sie auseinander. Dirk Schwarzbach (TSV Kirchdorf) und Titelverteidiger Stephan Immega (LG Harlingerland), gegen den der Kirchdorfer vor Jahresfrist den Kürzeren gezogen hatte, setzten sich von ihren Konkurrenten ab. Am Ende war Schwarzbach der Spurtstärkere. Im Ziel betrug sein Vorsprung gegenüber Immega acht Sekunden. Unter Berücksichtigung der widrigen Witterungsbedingungen sind ihre Zeiten von 1:11.39 und 1:11:47 Std. ansprechend. Bei den Frauen sicherte sich Christin Kulgemeyer (TV Georgsmarienhütte) in 1:24:01 Std. den Titel. 29 Sekunden zurück folgte auf Platz zwei Kerstin Lüken (Emder Laufgemeinschaft). In 1:25:40 Std. wurde Nicole Krinke (LG Nienburg) Dritte. Kira Kuschnerus (LG Wennigsen/Egestorf), die zum erweiterten Favoritenkreis zu rechnen war, musste das Rennen wegen einer Hüftverletzung aufgeben.
Thomas Ruminski (*1960, SV Eintracht Hiddestorf) gewann in 1:16:15h seine M45. Trotz Regen und Sturmtief verschärfte der Hiddestorfer sein Tempo nach der Hälfte der Strecke. „Ich habe mir schon am Start gesagt: Jetzt erst recht. Für den Mut, alleine gegen den Wind zu laufen, bin ich belohnt worden“, sagte Ruminski. Anders, aber nicht minder erfolgreich lief auch Herrmann Koch (*1943, SC Bad Münder). Er trotzte dem Wind mit konstantem Tempo und kam nach 1:33:36 Stunden im Ziel an. Das war der Sieg in der M-65-Klasse. Hier alle niedersächsischen Halbmarathon-Seniorenmeister '08 im Überblick:
W35 Fehlanzeige
W40 Köhne, Manuela (*1965, TV Georgsmarienhütte) 1:28:48h
W45 Hörig, Silvia (*1962, LG Wilhelmshaven) 1:34:54h
W50 Lyda, Hannelore (*1958, LG Hannover) 1:40:22h
W55 Schröder, Christa (*1953, TSV Kirchdorf) 1:50:20h
W60 Rattay, Reintraut (*1943, LG Peiner Land) 1:52:06h
M35 Dill, Torsten (*1969, TSV Lelm) 1:18:54h
M40 Amt, Jörg (*1968, LC Nordhorn) 1:14:24h
M45 Ruminski, Thomas (*1960, SV Eintracht Hiddestorf) 1:16:15h
M50 Vollmer, Manfred (*1957, LG Göttingen) 1:18:08h
M55 Grabowsky, Klaus-Dieter (*1953, SC Spelle-Venhaus ) 1:18:38h
M60 Kassebaum, Horst (*1948, SV Union Salzgitter) 1:25:48h
M65 Koch, Hermann (*1943, SC Bad Münder) 1:33:36h 1. und NLV-/BLV-Meister 2008
M70 Giesbert, Günther (*1938, TSV Burgdorf )1:37:06h
Alle Landesmeisterschaftsergebnisse finden sich auf der Ergebnisseite .
Erwähnenswert ist noch, dass am Sonntag zeitgleich im 170km entfernten niedersächsischen Zeven mit dem "Großer Preis von Zeven" eine Konkurrenzveranstaltung über die Halbmarathondistanz stattfand. Der Zevener Halbmarathon, gesponsert u.a. von der örtlichen Sparkasse und veranstaltet vom lokalen ZAV in Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Veranstalter "executiveSPORTS" (Bremerhaven) war der dritte und letzte Teil einer " Halbmarathon Challenge 2008" genannten Halbmarathonserie in Nordniedersachsen, bestehend aus den Läufen in Cuxhaven (30. März 2008), Bremerhaven (28. Juni 2008) und eben in Zeven.
Auch das Rennen in Zeven litt unter dem Wetter, und es war sportlich auch nicht so anspruchsvoll wie die Lingener Meisterschaft. Aber immerhin 100 Läuferinnen und Läufer waren am Start und das Besondere: Die Veranstaltung soll durch den Niedersächsischen und den Bremer DLV-Leichtathletikverband nach Angaben der Veranstalter um den ehemaligen Mittelstreckler Carsten Decker (Langen) "mit den Halbmarathon Landesmeisterschaften 2009 die Veranstaltung bei Ihrer nächsten Auflage weiter aufgewertet werden". Noch im vergangenen Jahr hatte es zwischen Carsten Decker und dem niedersächsichen "Kultwebmaster" Klaus Michalski nicht unerhebliche Spannungen gegeben. Michalski hatte berichtet, dass im Rahmenprogramm die 5km-Strecke wohl nicht korrekt vermessen war und war daraufhin von Carsten Decker zunächst mit einer Klageandrohung konfrontiert worden. Später wurde das Kriegsbeil dann nach einer Aussprache begraben. (07.10.08, aufgefrischt 08.10.08)
Mit einem neuen deutschen W40-Altersklassenrekord ist Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig) am Sonntag auf Platz 2 des Köln Marathon gelaufen. Sie lief exakt 2:30:00h (brutto) und war damit 2:34 min schneller als die legendäre Charlotte Teske (*1948, ASC Darmstadt) vor 19 Jahren beim London-Marathon. Sie unterbot auch die Qualifikationszeit des DLV für die WM im kommenden Jahr in Berlin. „Ich denke, das war heute ein wichtiger Schritt in Richtung Berlin. Bei guten Bedingungen wären auch glatte 2:28 Stunden möglich gewesen.“ Erst etwa eineinhalb Kilometer vor dem Ziel, vor der Deutzer Brücke, hatte sich die spätere Siegerin Robe Tola Guta von Luminita Zaituc absetzen können. Das Duo hatte einen deutlichen Vorsprung vor allen anderen Läuferinnen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen, weil es nach langer Zeit mal wieder ein gutes Ergebnis ist“, sagte Luminita Zaituc im Ziel. Vor zwei Jahren war bei der EM-Zweiten von 2002 Borreliose diagnostiziert worden, die immer wieder mit Antibiotika behandelt werden musste. „Seit Ende Juli geht es von Woche zu Woche aufwärts. Ich hoffe, dass jetzt alles überstanden ist“, zeigte sie sich optimistisch.
Mit persönlicher Altersklassenbestleistung präsentierte sich in Köln auch W50-Siegerin Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid) in netto 3:14:41h. Martina Gross (*1960, MTV Kronberg) lief in der Nettozeit von 3:00:42h ebenfalls zum Altersklassenerfolg in der W45 und lag noch vor der Zeitplatzierten W40-erin Birgit Lennartz (*1965, LLG St. Augustin) 03:06:33h (netto). In der W65 verpasste Helga Miketta (*1941, Birkesdorfer TV) mit 3:32:43h brutto den deutschen Rekord im Gegensatz zum Mainz-Marathon Anfang Mai diesmal deutlicher.
Bei den Männern erzielte der Kenianer Sammy Kurgat als Sieger in 2:10:01 Stunden einen neuen Streckenrekord. In der M65 siegte Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) in 3:04:29 brutto (= 3:04:16h netto). Klaus Augustin (*1948, Triathlon-Team-Witten) gewann in der Bruttozeit von 2:58:07h (=2:57:44h netto) seine M60.
Alle Marathon-Ergebnisse aus Köln (mit Material aus www.leichtathletik.de 06.10.08)
Gute Leistungen zeigten die meist fränkischen Mastersathleten zum Saisonabschluss am vergangenen Sonntag (28.09.) beim traditionellen "Manfred Stepan - Gedächtnissportfest" der LG Röthenbach, das an einen der großen bayerischen Kugelstoßer der 70er Jahre erinnert . An der Pegnitz gefielen bei idealen Bedingungen die 800m von Christel Weniger (*1945, TSV 1861 Zirndorf) in 3:05,22 min und "Youngster" Markus Tiller (*1973, LG Göttingen), der in 2:00,07h die 2-Minuten-Grenze nur minimal verpasste. Kurios: Beim 800m Lauf sollte Laszlo Müller (*1956, LAC Quelle Fürth/München) u.a. für den deutschen M60-Rekordhalter Johann Schrödel (*1948, SC Roth) bis 400m Tempo machen. Beide kamen in 65 Sekunden bei der 400m Marke durch, Laszlo nahm das Tempo raus und Johann Schrödel prallte auf ihn drauf. Da war dann für beide das Rennen beendet, aber sie nahmen es anschließend ganz locker genommen.Edmund Steiner (*1961, ESV Nürnberg Rangierbahnhof) sprintete bei Windstille die 100m in 11,94sec . Mit gutklassigen 56,79sec setzte sich Roland Eberle (*1956, TV 1860 Gunzenhausen) über 400m gegen Laszlo Müller (*1956, LAC Quelle Fürth/München, 57,36sec) durch.
M55-er Karl Dorschner (*1951, TSV Dörfles-Esbach) sprintete die 100m unbeeindruckt von der langen Saison in der prima Zeit von 12,57sec (W:+0,9) und sprang 5,15m weit. Auch Weitspringer Günter Braun (*1938. TSV Crailsheim) konnte mit seinen 4,38m ebenso zufrieden sein wie in derselben M70 Wilfried Hack (*1938, LG Hohenlohe) mit seinem Diskuswurf auf 40,64m. Einen Dreikampf binnen drei Stunden absolvierte Dieter Krumm (*1952, LAC Quelle Fürth/München). Das Vorstandsmitglied der LAC Quelle/Fürth lief 100m (14,53sec, W:+0,9), sprang 1,50m hoch und stieß die Kugel auf 12,34m.
Alle Resultate hier und Fotos hier (03.10.08, aufgefrischt am 05.10.08)
German Road Races ist es gelungen, mit Dieter Massin (Ahlen), Präsident des Europa Leichtathletikverbandes der Senioren (EVAA) einen kompetenten Vertreter des Altersklassensports in der Leichtathletik zu gewinnen. Die laufenden Senioren (m/w) zählen seit Jahr und Tag zum festen Bestand einer jeden Laufveranstaltung. Ob auf der Bahn, ob auf der Straße. Ohne Senioren käme so mancher Lauf-Veranstalter gar nicht mehr über die (finanziellen) Runden,da sie einen Hauptteil der Teilnehmerzahlen ausmachen. Was liegt also näher als gerade mit diesen Senioren, besser: mit Senioren-Organisationen, die sich speziell auf diese "Klientel" konzentrieren zusammenzuarbeiten? Insbesondere ist auch der Gesundheits- und Präventionsaspekt ein ganz wichtiges Thema für die Zukunft, wo beide Organisationen wichtige Entwicklungen vorantreiben können. German Road Races ist es gelungen, mit Dieter Massin (Ahlen), Präsident des Europa Leichtathletikverbandes der Senioren (EVAA) einen kompetenten Vertreter des Altersklassensports in der Leichtathletik zu gewinnen. Dieter Massin, zugleich auch Redaktionsmitglied des Magazins "Senioren Leichtathletik" (Meyer & Meyer-Verlag Aachen), wird regelmäßig für die GRR-Webseite Artikel aus dem Senioren-Laufbereich berichten und allgemein Interessantes rund um den Seniorensport zusammenstellen und zur Verfügung stellen.
Begonnen wird mit einer Neuerung im Veranstaltungswesen der Senioren, den European Masters Games (EMG), die zu Beginn des Monats September in Malmö ihre Premiere feierten und zu einem großen Erfolg wurden. Zunächst der Bericht zu den EMG, anschließend der Kommentar dazu in der morgigen Folge..
Horst Milde
Die EMG in Malmö setzten das fort, was bei der Senioren-EM in Ljubljana erfolgreich zu Ende ging. Gemeint sind mit dieser Fortsetzung (nicht nur) die leichtathletischen Wettkämpfe. Malmö präsentierte sich beim leichtathletischen Teil der „1. European Masters Games“ als würdiger Veranstalter. Mit Übersicht, mit Engagement, mit senioren-freundlichem Konzept, mit einer ausgefeilten Organisation und mit einem Kampfgericht, das über exzellente Erfahrung verfügte - Halt so, wie man es sich als Athlet wünscht. Schon in der Vergangenheit hatte Malmö sich immer von der besten Seite gezeigt: 1986 und 1996 jeweils bei den Stadion-EM und 1999 bei den Hallen-EM. Die Schweden beherrschen eben ihr Metier.
Wieder einmal zeigte es sich aber auch, wie wertvoll eine harmonische Zusammenarbeit zwischen einer Dachorganisation und einem örtlichen Ausrichter ist. Eine Zusammenarbeit, die nicht zur Zerreißprobe wird bei der Frage, welches Computer-Programm benutzt wird oder wie Listen gestaltet werden. Oder gar eine Trikotfrage nicht mit einem Kopfschütteln, sondern mit Disqualifikationen endet. Ins Leben gerufen wurden diese europäischen Masters Games nach einer Idee aus dem Jahr 1999, als Torsten Carlius (damals noch WMA-Präsident) und Dieter Massin (damals noch EVAA-Vize) über Änderungen der internationalen Seniorenmeisterschaften sich Gedanken machten. Als Wilhelm Köster (Sulingen) dann noch ins Boot kam, war eine Gruppe zusammen, die „Tacheles“ machten und mit der Gründung der EMSA (European Masters Sports Association) den Grundstein legten. Torsten Carlius war es dann auch, der Malmö als Ausrichter der ersten Games gewinnen konnte.
Die Fälle häufen sich, dass Vereine, Verbände zusammenarbeiten, wenn es um eine große Sache geht. Im Fußball (siehe WM in Korea/Japan, siehe EM in Österreich/Schweiz und bald in Polen/Ukraine), wie auch in der Leichtathletik. Regensburg (Senioren-Straße 2007), als zwei Vereine an einem Strick zogen, um den Senioren Europas eine schöne Meisterschaft zu gestalten, nun in Malmö, wo gar drei Vereine anpackten, um für die Athleten zu arbeiten (Malmö AI, IK Pallas Malmö und Helleholms IF. Und bald in Zittau, Bogatynia und Hradek bei der EM 2012. Die drei schwedischen Vereine leisteten vorbildliche Arbeit und die Senioren genossen es. Ein deutschstämmiger Zehnkämpfer, der in den Staaten lebt, lobte diese Zusammenarbeit überschwänglich und fand sogar Gehör auf der sonst kritischen und nicht immer konstruktiven Webseite eines Szenekenners aus den USA. Statt im Hauptstadion von Malmö (Austragungsort der Senioren-EM1986 und 1996) ging man ins (damalige) Nebenstadion Helleholm. Ein überschaubares Stadion mit allen Anlagen; aus Sicherheitsgründen war lediglich der Hammerwurf ausgelagert. Eine gemütliche Atmosphäre, kurze Wege zum Warmlaufen und zum Werferfeld (Gewichtwurf). Wartezeiten gab es weder bei den Wettkämpfen noch bei den Siegerehrungen. Schon kurz nach Beendigung ging’s auf das Podium.
Für 2011 ist die nächste Auflage der EMG vorgesehen. Ein Stadtvertreter aus Lignano nahm vom EMSA-Präsidenten Dieter Massin die Fahne der EMG 2008 entgegen und versprach in die Spur der erfolgreichen Malmöer zu gehen. Unter www.lignano2011.it ist bereits ein Hinweis auf die EMG gesetzt. Untern anderem auch der Hinweis auf die Zeit; nämlich vom 10. bis 20. September 2011 soll die nächste Auflage über die Bühne gehen. Und dann liegen die Kontinental-Games immer im vier Jahresrhythmus zwischen den World Masters Games. Mehr als 18 verschiedene Sportarten will man in Malmö anbieten, wo manche Teilnehmerfelder noch dünn bestellt waren. Auch mehr als 45 Länder sollen in Lignano (genau: Lignano Sabbiadoro) präsent sein. Viele hehre Ziele also für den italienischen Urlaubsort, der in der Provinz Udine liegt; zwischen Triest und Venedig. Zwar ist der Ort nur 6795 Einwohner groß hat aber eine zigfach größere Bettenkapazität und zahlreiche hervorragende Sportstätten (u.a. 2005 Austragungsort des European Youth Olympic Festival).
Sie hatten sich viel einfallen lassen, die Schweden, um Neues, wie auch Lokales einzubringen. U.a. die Sportart „Innebandy“ (auch „Floorball“ genannt), die bei uns unter dem Begriff „Unihoc“ firmiert. Also ein Hallen-Hockeyspiel mit Plastikschlägern und Plastikbällen. Sehr populär in den skandinavischen Ländern. Oder auch Nordic Walking, das nun in Schweden seinen Siegeszug antritt. Bislang nur unter „Stick Walking“ bekannt, wird dieser Freizeitsport professionell (und auch kommerziell) angeboten und vermarktet. Über 150 Teilnehmer zog dieses Nordic Walking bei seiner Premiere als Wettkampfangebot an und machte den Games-Teilnehmern viel Spaß.
Scherzhaft ließ Axel Hermanns (M 60, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) seine Mitbewerber bei der EMG wissen, dass er eigentlich in der Altersklasse M 9 starten müsse. Also in der Schülergruppe der Neunjährigen. Denn am 6. März 1999 feierte er seinen zweite Geburt. Bei den Hallen-EM 1999 in Malmö (5. bis 7. März) nahm Axel Hermanns am Kugelstoß-Wettkampf teil. Und innerhalb dieses Wettkampfs passierte es: er stieß, schrie beim Abstoß, es entstand eine Press-Situation, er fiel um und landete mit dem Kopf auf dem Eisenring des Kugelstoß-Kreises. Bestürzte Kampfrichter. Ratlosigkeit. DLV-Betreuer Dieter Massin sah den Vorgang, rief sogleich nach einem Arzt, Dr. Helge Hinke befand sich -wie durch ein Wunder- in unmittelbarer Nähe des Kugelstoßkreises, ließ Platzwunde Platzwunde sein und griff sofort in den Mund von Axel Hermanns und zog die Zunge heraus. Axel Hermanns war gerettet. Was dann folgte war eigentlich „nur“ ärztliche Routine. Der Griff nach der Zunge war lebensrettend. Mit Dieter Massin fuhr mit Axel Hermanns dann ins Unfallkrankenhaus, Massin hatte ärztliche Order und redete über zwei Stunden auf den Nordrhein-Athleten ein. Es kam, als A.H. wieder bei „Sinnen“ war, zu lautstarken Gesprächen, die aber für A.H. sehr wichtig waren und sein mussten. Nur auf dem Gang des Unfallkrankenhauses kam das nicht gut an, denn Ruhe ist im Krankenhaus eher erwünscht als Lautstärke. Beide (D.M und A.H.) waren nach zwei Stunden froh, dass alles überstanden war. A.H., weil er überlebt hatte. Und D.M: mit seiner notorischen Hospitalphobie, dass er das Krankenhaus verlassen konnte. Am Ort des Schreckens trafen sich in Malmö die Beiden wieder, Axel Hermanns als Neun- und 64-Jähriger zugleich.
Malmö hat ein neues Wahrzeichen, den „Turning Torso“, der auf dem ehemaligen Gelände der „Welt-Werft“ Kockum steht. Vor ca. 20 Jahren war der Hebekran der Firma Kockum noch das Wahrzeichen der schwedischen Hafenstadt, ehe der Schiffs- und U-Boot-Bau aufgegeben wurde. „Turning Torso“ und die neue Öresundbrücke, die mehr als nur eine Straßen-/Bahnverbindung zwischen Kopenhagen und Malmö ist, waren denn auch beide auf der Medaille der Games zu sehen. Die EMG-Veranstalter hatten sich schon was einfallen lassen, wenn es um Souvenirs ging. Für alle Teilnehmer (m/w) gab es eine Glaskristall-Erinnerungsmedaille aus Kosta. Für Glas- und Kristallkenner ist Kosta Boda ein fester Begriff. Dazu für jeden eine Urkunde (leider wussten das nicht viele) und für T-Shirt- und Polo-Hemd-Freunde hatte der EMG-Shop gar ein Überangebot. Wer jedoch darauf spekuliert hatte, am letzten EMG-Tag reduzierte Preise anzutreffen und ein Schnäppchen zu machen, wurde enttäuscht. Der Andrang in diesem Shop war bis Toresschluss so groß, dass die EMG-Verkäufer keinen Anlass sahen, Schnäppchenpreise auszuweisen. Der Verkauf „brummte“ auch so.
Diese Idee sollte Schule machen; auch bei den Europa- und Weltmeisterschaften: das Event-Center. In Malmö direkt an den „Baltiska-Hallen“ gelegen war den ganzen Tag über geöffnet. Als Restaurant (günstige Preise übrigens!), als Treffpunkt und als Show-Bühne. Die Woche über gab es Themenabende, von Schlager-Night über Schweden-Tanz bis zum ABBA-Abend mit überfülltem Zelt (ca. 2000 Athleten). Eines hatten die Organisatoren damit hervorragend erreicht: die Athleten aus allen Sportarten trafen sich regelmäßig und die EMG-Zeitung hatte ihren Sinn als Kommunikationsmedium voll erfüllt.
Dieter Massin (grr.de, 03.10.08)
Für Langstrecklerin Paula Radcliffe (*1973) wurde es, nachdem sie Gete Wami, die ihr 2007 beim Marathon in New York rund 41 Kilometer lang dicht auf den Fersen blieb, auf den letzten Metern im Central Park doch noch abhängen konnte, ein schwieriges Jahr. Fünf Monate nach diesem Sieg verhinderte eine Verletzung den Gewinn einer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Bedingt durch Krämpfe während des Marathons kam sie nur auf den 23. Platz. Aber die Weltrekordhalterin Radcliffe will versuchen, dieses für sie anstrengende Jahr hinter sich zu lassen und am 2. November 2008 in New York ihren Titel zu verteidigen. Ihre Teilnahme im Elitefeld wurde am Mittwoch von den Organisatoren New York Road Runners bekannt gegeben. Weiter...
(Artikel des Running News Network auf scc-running 03.10.08)
Zum 75. Mal findet am Sonntag eines der Schweizer Laufereignisse statt: Der Murtenlauf. Alljährlich am ersten Sonntag im Oktober ausgetragen führt er über 17,17 km in hügeligem Gelände vom südwestlich Bern gelegenen Murten in die Kantonshauptstadt Freiburg/Fribourg. Der Murtenlauf gedenkt des Boten, der der Überlieferung nach, ähnlich wie der ebenso sagenhafte griechische Pheidippides "etwas früher", allerdings mit einem Lindenzweig in der Hand den Schweizer Freiburgern den Sieg der Eidgenossen in der Schlacht bei Murten (1476) übermittelt hat. Er soll nach Verkündung der Siegesnachricht zusammengebrochen und kurz darauf gestorben sein.
In den 75 Jahren seines Bestehens ging es mit dem Murtenlauf auf und ab. Drei Zahlen dazu: 14 Läufer nahmen 1933 bei der ersten Auflage die ruppigen 17,17 Kilometer von Murten nach Freiburg unter die Füße, 13.849 Läuferinnen und Läufer bildeten im Jahr 1985 den Höhepunkt des ältesten Schweizer Volkslaufs, 5744 im Jahr 1998 den Tiefpunkt in neuerer Zeit. Am Sonntag rechnen die Organisatoren um Präsident Daniel Lehmann mit 9500 Startern. Beim Zahlenvergleich sind allerdings zwei Einschränkungen zu machen. Erstens: Wie bei anderen Volksläufen auch wird das Bild durch die Unterdistanz-Kategorien verzerrt (Jogging, Walking, Nordic Walking, Minilauf für die Kinder am Samstag); auf die Originalstrecke werden rund 7100 Anmeldungen entfallen. Zweitens: Der Anstieg der Meldezahlen gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent steht wohl auch mit dem Jubiläum im Zusammenhang. Trotzdem: Es läuft wieder besser für den anspruchsvollen Schweizer Klassiker, dessen Streckenrekord bei den Frauen (58:51h) übrigens weiterhin die legendäre Schweizer Langstrecklerin Franziska Rochat-Moser hält, die 2002 nach einem Lawinenunglück ums Leben kam.
Wer übrigens vor 40 Jahren Murtenlauf sagte, dachte an Werner Dössegger. Neunmal in Folge lief der 160 Zentimeter kleine und 51 Kilogramm leichte Schweizer aus dem Kanton Aargau in Freiburg als Sieger ein. 1973, nach dem neunten und letzten Triumph, wurde er Schweizer Sportler des Jahres. Zwei Punkte zeigen exemplarisch, woran der Murtenlauf krankte, als er in den achtziger Jahren durch die wie Pilze aus dem Boden schiessenden Volksläufe die Quasi-Monopolstellung einbüßte. "Früher", erzählt Dössegger, "musste man sich mindestens eine halbe Stunde vor dem Start einreihen, um eine gute Position zu haben." Vor der morgendlichen Kälte schützte dann ein alter Pullover oder ein abgenützter Trainingsanzug, die Kleidungsstücke wurden vor dem Startschuss weggeworfen. Und wieso begehrten die Läufer damals nicht auf? "Wir fanden das korrekt und kannten nichts anderes", sagt Dössegger. 1972 verpasste er wegen der Teilnahme an den Olympischen Spielen in München (Vorlauf-Out über 10 000 m) den Meldeschluss. Die Organisatoren hatten kein Einsehen, verschanzten sich hinter ihren Reglementen und wollten Dössegger, immerhin schon siebenfacher Sieger, nicht starten lassen. Das Wort Nachmeldung existierte damals noch nicht.
Auch für den Nachwuchs, die Klientel von morgen, hatten die Organisatoren vorerst kein Herz. 1973 verweigerten sie Markus Ryffel, 18-jährig und Finalist der Junioren-EM, eine Starterlaubnis mit Ausnahmebewilligung. Ein Jahr später startete Ryffel unter dem Namen seines älteren Bruders Urs und erreichte hinter Fritz Rüegsegger und Dössegger Rang 3. Als der Verstoß aufflog, wurde Ryffel disqualifiziert und sein Name in der Rangliste mit einem schwarzen Balken abgedeckt. Noch lange bewahrten die Organisatoren ihr selbstherrliches Auftreten. Die Überzeugung, auch auf die Bedürfnisse der Läufer eingehen zu müssen, begann sich erst 1996 sachte durchzusetzen. Und so gibt es heute bei dem "modernen Klassiker" natürlich einen Kleidertransport vom Start ins Ziel, Blockstart nach Leistung und nicht nach Jahrgang, eine Zeitnahme per Chip und nicht durch ein unförmiges Metallplättchen, das mitgetragen werden musste. Schaden genommen haben jedoch weder Dössegger noch Ryffel. Der Wahl-Berner gewann später zwischen 1976 und 1987 ebenfalls neunmal (allerdings nicht in Folge), während der heute 70-jährige Dössegger "wie ein Maikäfer strahlt" (NZZ), wenn er seine Erinnerungen von Murten–Freiburg zum Besten gibt. Die erste ist die Schönste. 1964, bei seinem Début, trat ihm beim Start ein Läufer von hinten auf den Fuß – und weg war der Schuh. Im Gewimmel trampelnder Beine machte sich Dössegger auf die Verfolgung des mal hierhin, mal dorthin fliegenden Schuhs. Den Lauf beendete der spätere «Düsen-Werni» als Fünfzehnter. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, erzählt er: "Doch beim nächsten Mal wollte ich es besser machen." Bekanntlich hielt er Wort.
Und auch den Organisatoren scheint es mit ihrem Slogan vom modernen Klassiker ernst zu sein. Dieses Jahr kommt unten in der Pressemappe ein Communiqué von Sarigai zum Vorschein, dem gemischten Verein der Homosexuellen Freiburgs. Sie sind am Sonntag beim Start mit einem Stand präsent.
Nachmeldungen zum Murtenlauf sind übrigens noch bis Sonntagmorgen 10.00 Uhr möglich. Der Start ist ab 10.15 Uhr.
(mit Material und einem Artikel aus der NZZ, 03.10.2008)
Vier ehemalige und ein aktiver Spitzenläufer bilden ein Team beim Staffelwettbewerb zum München Marathon am Sonntag, 12. Oktober 2008. Am Start sind: Jan Fitschen (31), Europameister 2006 über 10.000 Meter, der ehemalige und mehrmalige Deutsche Meister über 10.000 Meter und Crosslauf- Spezialist Christoph Herle (52), Patriz Ilg (50), Weltmeister über 3.000 Meter Hindernis in Helsinki 1983 und Günter Zahn (53), ehemaliger Deutscher Crosslaufmeister (1976 bis 1978) und Schlussläufer des Fackellaufs bei der Olympiade 1972 in München. Fünfter Mann im Team ist Manfred Steffny (67), zweifacher Olympiateilnehmer (Mexiko 1968 und München 1972), Laufjournalist und Herausgeber der ältesten deutschen Laufzeitschrift „Spiridon“.
Die fünf deutschen Lauflegenden teilen sich die Marathondistanz (42,195 KM) und sind eines von 230 Teams, die beim München Marathon in diesem Jahr an den Start gehen werden. Der Startschuss für den Staffelwettbewerb fällt 55 Minuten nach dem Marathonstart und gemeinsam mit dem M-Lauf 10 KM um 10:55 Uhr an der Müchener Ackermannstraße. Die Marathonstaffel, die im letzten Jahr beim München-Marathon neu eingeführt wurde, entwickelt sich flott. Vor einem Jahr zählte man insgesamt 259 Teilnehmer. In diesem Jahr sind bisher 1.150 Starter gemeldet. Insgesamt haben sich für den München-Marathon bisher 10.034 Teilnehmer registriert. Nachmeldungen sind noch auf der Marathonmesse vom 10. bis 12. Oktober 2008 möglich - bis eine Stunde vor dem Start. (03.10.08)
Wohl im Dauerregen findet am Sonntag der 12. Köln Marathon statt, wenn man den Wetterpropheten folgt. Aber es wird jedenfalls nicht zu heiß. Vorhergesagt sind nämlich auch reichlich frische 13° für die mehr als 26 000 Teilnehmer aus 65 Nationen, die auf die Laufstrecken wollen. Die Königsdisziplin Marathon wollen davon rund 10 000 Männer und Frauen in Angriff nehmen.
Das WDR-Fernsehen wird in seinem dritten TV-Programm am Sonntag von 15:30 Uhr bis 16:25 Uhr eine Zusammenfassung des Laufes übertragen. Auch schon in den Tagen zuvor berichtet der WDR ab 27. September werktäglich in der Lokalzeit aus Köln ab 19:30 Uhr über den bevor stehenden Marathon und über außergewöhnliche Sportlerinnen und Sportler. So etwa über Joey Kelly (*1972) der mit einem jugendlichen Straftäter aus der JVA Siegburg an den Start gehen wird, oder über den Extremsportler und Informatiker Martin Trzaskalik (*1973, TC 1904 Köln-Poll), der am 5. Oktober zum dritten Mal 105 Kilometer durch die Domstadt laufen und skaten will.
Wer mehr über die Favoriten wissen will und welche Promis an den Start gehen und wie der Besucher per Bus und Bahn zum Kölner Mega-Ereignis kommt, findet die wichtigsten Informationen zusammengetragen von Nicole Stötzel in der Kölnischen Rundschau . Hier geht's weiter (02.10.08)
Die "Operacion Puerto" bleibt für den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes ohne juristische Konsequenzen. Die spanischen Behörden stellten die Ermittlungen gegen Fuentes als zentrale Figur eines mutmaßlich internationalen Doping-Netzwerkes endgültig ein. Laut Untersuchungsrichter Antonio Serrano hätten die bisherigen Erkenntnisse keine ausreichenden Anhaltspunkte für weitere Justizaktivitäten oder eine Anklage gegen den Mediziner wegen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit ergeben.
Bei der "Operacion Puerto" der spanischen Polizei im Zuge der Dopingbekämpfung waren 2006 mehr als 200 Blutbeutel bei Fuentes und einem weiteren Mediziner, Merino Batres, beschlagnahmt worden. Wenigstens 50 Radprofis, darunter der zurückgetretene Jan Ullrich, der Ansbacher Jörg Jaksche und Ex-Girosieger Ivan Basso (Italien) wurden in den Akten erwähnt. Während Basso und Jaksche geständig waren, bestreitet Ullrich weiter alle Vorwürfe, obwohl gefundene Blutbeutel ihm zweifelsfrei zugeschrieben werden konnten. Die Ermittlungen gegen Fuentes waren im vergangenen Februar zum zweiten Mal aufgenommen worden. Vorausgegangen war ein erfolgreicher Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen den ersten Einstellungsbeschluss.(aus n-tv, 02.10.08)
Ein Musterbeispiel oberflächlicher Presseberichterstattung lieferten nicht nur die Klatsch-Medien am Wochenanfang nach dem sonntäglichen Oslo-Marathon. Nicht die norwegische, aus den USA stammende Gesamtsiegerin Sharon Broadwell (*1961, SK VIDAR) stand im Mittelpunkt der Berichte, obwohl sie als 47-Jährige Mastersläuferin in exzellenten 2:57:03h Hunderte von Läuferinnen hinter sich gelassen hatte. Auch nicht über den Kieler Ausdauerläufer Gerd Kuvecke (*1960, LG Albatros Kiel) wurde berichtet, weil der unfreiwillig irgendwie als W65-erin und 14. Frau Aufnahme in die Marathon-Gesamtwertung gefunden hatte. Nein, die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit Tjessem Høiby (*1973) wurde enthusiastisch bejubelt. Die Mutter von drei Kindern war eine von knapp 400 Teilnehmerinnen im Rahmenwettbewerb über 10km bei strahlendem frühherbstlichem Sonnenschein. Die Medien machten daraus eine Teilnahme am Marathon mit 5.500 anderen Läufern.
Dabei hatte sie in Oslo die 10km-Strecke joggend oder gehend als 53. ihrer Altersklasse W35 und 319. von allen in 1:19:04h bewältigt. Zwar waren die ersten drei Norwegerinnen über die mehr als doppelt solange Halbmarathon deutlich schneller. Aber Renndirektor Nils-Jostein Helland jubelte trotzdem ob dieser hoheitlichen Leistung: "Sie legte hier einen absolut eindrucksvollen (!) Lauf hin". Dass Durchschnittstempo von Mette-Marit betrug knapp 8 Minuten für den Kilometer - aber immerhin war sie zu Fuß unterwegs...
Schnellste Seniorenläufer über die Marathondistanz in Oslo waren der 36-jährige Drittplatzierte, der Cubaner Juan Miguel Valdes Rodriguez (IK Rindals-Troll) in 2:34:08h und der 42-jährige Runar Gilberg (SK VIDAR) in 2:41:20h direkt dahinter. Alle Resultate aus Oslo hier... (02.10.08)
Leichtathleten sind keine Maschinen: Die Senioren der LG Alsternord wollten bei den Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaften in München gleich zwei Titel verteidigen. Helmut Schumacher, Horst Hufnagel und Hans-Joachim Lange durften sich zusammen mit dem SV Polizei Hamburg als SG Alsternord-Polizei dann tatsächlich über Gold in der Altersklasse M 70 freuen. Die Starter in der AK M 60 gingen indes leer aus. Verletzungssorgen und Formschwäche führten dazu, dass der Traum vom dritten Sieg in Folge platzte und das Team mit 5733 Punkten nur Fünfter wurde. "Unser 3000-Meter-Läufer Bernd Fölschow hat sich beim Aufwärmen eine Wadenverletzung zugezogen und musste aufgeben. Franz Timmermann war in München gar nicht mit dabei", so LG-Pressesprecher Peter Suppa.
Das soll im kommenden Jahr nicht noch einmal passieren. Für 2009 denken die LGA-Senioren in der Altersklasse M 60 daher über die Bildung einer Startgemeinschaft mit dem SV Polizei Hamburg nach. Der Vorteil: Die Hamburger -in diesem Jahr Zweite im DAMM Endkampf hinter der Startgemeinschaft AWK Holstein- verfügen über gute Werfer, die LGA könnte die Läufer stellen. "Dafür haben wir dann aber wohl genug Aktive in der älteren Kategorie. Aber das alles müssen wir noch in Ruhe besprechen", so Peter Suppa gegenüber dem Hamburger Abendblatt. (02.10.08)
Der Bund will 2009 insgesamt 218,547 Millionen Euro an Sportfördermitteln ausgeben. Das sieht der Haushaltsentwurf vor, der Anfang Juli vom Bundeskabinett verabschiedet wurde und in der 34. Woche in erster Lesung im Deutschen Bundestag beraten wurde. Im laufenden Jahr betrug das Gesamtvolumen der Sportförderungsansätze des Bundes 217,752 Millionen Euro. Veranschlagt wurden Haushaltsmittel in den Etats von acht Ressorts. Bereits... weiter (Quelle: DOSB, 02.10.08)
Am kommenden Sonntag (05.10.) richtet der VfL Lingen die Niedersachsenmeisterschaft im Halbmarathon aus. 126 Teilnehmer -91 Männer und 37 Frauen aus 41 Vereinen- haben gemeldet. Die meisten Meldungen für den flachen Rundkurs im Stadtteil Darme (für Navis: Am Darmer Sportzentrum 2, Lingen) gaben die Emder Laufgemeinschaft (15) und der TV Georgsmarienhütte (12) ab. Gelaufen werden nach einer Auftaktrunde mit 1,724 km zwei Runden a 9,66 km plus Zielbereich mit 53 Metern. Die Startzeit wurde übrigens von 11.05 Uhr auf 12.00 Uhr verlegt. Als weiteres Rahmenprogramm werden ein 5-Kilometer sowie 10-Kilometerlauf geboten.
Für die Meisterschaft haben sich wieder diverse Spitzen-Mastersathleten aus der Laufszene angemeldet. In der AK 30 ist Philip Priebe (*1976, LG Weserbergland) nach seiner sehr guten Zeit von 33:09 Minuten über 10 Kilometer, gelaufen bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe, favorisiert. Torsten Dill (*1969, TSV Lelm), der am 7. September in Wolfsburg den Halbmarathon in 1:18:01 Stunden lief, startet in der Altersklasse 35. Achim Groenhagen (*1968, LG Harlingerland) kommt mit einer diesjährigen Bestzeit von 33:12 Minuten über die 10-Kilometer, die er am 14. September in Hamburg lief, und der Norddeutsche Meister über 5.000 Meter und Halbmarathon (1:15,44 Stunden) Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) ist Favorit der Altersklasse M 45.
Manfred Vollmer (*1957, LG Göttingen), vor einem Jahr Seniorenweltmeister mit der 4x400 Staffel im Stadion von Riccione, geht in der M50 mit einer 10-Kilometer-Zeit von 35:28 Minuten in Rennen, die er bei der DM in Karlsruhe vor drei Wochen erreicht hatte. Aus dem benachbarten Spelle reist Klaus-Dieter Grabowski (*1953, SC Spelle-Venhaus) mit einer 10-Kilometerzeit von 35:50 Minuten an , die er vor seinem Virusinfekt im Mai des Jahres gelaufen war. In der Altersklasse M60 startet Horst Kassebaum (*1948, SV Union Salzgitter) als Norddeutscher Meister dieses Jahres mit einer Jahresbestzeit von 1:22,23 Stunden. Für Horst Frense (*1941, VfL Oldenburg) steht aus dem Mai eine 10 Km-Zeit von 42:12 Minuten zu Buche und M70-er Günther Giesbert (*1938, TSV Burgdorf ) ist seinen besten Halbmarathon des Jahres am 4. Mai in Hannover in 1:33:41 Stunden gelaufen.
Bei den Frauen W30 ist Christin Kulgemeyer (*1978, TV Georgsmarienhütte) mit der 10-Kilometer-Zeit von 39:42 Minuten aus Oesterwegen eine der Titelanwärterinnen. Claudia Bleek (*1973, LG Wilhelmshaven) kann für die Entscheidung in der W35 eine 10-Kilometer-Zeit von verhaltenen 42:45 Minuten aus Schortens (6.April) vorweisen. Manuela Köhne (*1965, TV Georgsmarienhütte) ist am 15. August den sommerlichen Halbmarathon in Spelle in 1:31,21 Stunden gelaufen. In der W45 hat die Norddeutsche Vizemeisterin Silvia Hörig(*1962, LG Wilhelmshaven) eine Saisonbestzeit von 1:34,39 Sunden stehen (7.9 Halle). Hannelore Lyda (*1958, LG Hannover) lief den Halbmarathon in Hannover am 31. August in 1:40:33 Stunden. In der W55 ist Foline Engelbarts (*1949, Emder Laufgemeinschaft) mangels ernsthafter Konkurrenz favorisiert und die mehrfache Deutsche Meisterin Heidelore Bensch ( *1942 LG Hannover) hat in der W65 die besten Aussichten. Fazit: Es werden spannende Wettkämpfe mit neuen niedersächsischen Jahresbestleistungen erwartet. (02.10.08)
Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Leistung des deutschen Olympia-Teams kritisiert und Reformen für die Spiele 2012 in London gefordert. Das Abschneiden der deutschen Olympia- Mannschaft, die mit 16 Goldmedaillen Platz fünf in der Medaillenwertung belegt hat, sei für viele Sportler und Experten eine Enttäuschung gewesen, erklärte der für den Sport zuständige CDU-Politiker in einem Interview mit «Zeit online». "Das ist richtig, und dass wir in der Medaillen-Statistik einen Platz besser sind als vor vier Jahren in Athen, verpackt das Problem nur", betonte Schäuble und versprach eine genaue Analyse durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
Im Schwimmen und in der Leichtathletik hätten reihenweise deutsche Athleten nicht einmal annähernd ihre Saisonbestleistung erreicht. "Das kann bei einzelnen Athleten mal vorkommen, aber wenn es in ganzen Disziplinen passiert, sagen Experten, auf die ich höre, dass da was im Training nicht stimmen kann. Es gibt eine Menge, was wir verbessern können", stellte Schäuble fest und ergänzte: "Bei den Leichtathleten "haben wir ein Spezialproblem. Die Leichtathletik hat es unheimlich schwer, zum Beispiel im Wettbewerb um Zuschauer und in der medialen Vermarktung. Das tut jedem, der an den Olympischen Spielen hängt, weh. Leichtathletik ist die olympische Sommersportart! Die WM im eigenen Land ist eine Chance, der Leichtathletik einen Push in der Öffentlichkeit zu geben. Da müssen wir aber mehr Leistung bringen als in Peking. Ich weiß auch, dass wir unsere Sportler in zwölf Monaten nicht alle zu Weltmeistern machen können. Aber vielleicht kann man doch was tun, um zu einem besseren Abschneiden zu kommen. Wir können uns nicht mit China vergleichen, aber mit Australien, Kanada und Großbritannien.
Ein Schwerpunkt sei die Trainer-Problematik. "Auch das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig muss mehr genutzt werden", sagte Schäuble, der sich eine Optimierung des Sport-Fördersystems wünscht. "Selbstverständlich dränge ich darauf, dass die Steuergelder effizient eingesetzt werden", so der Innenminister weiter und nahm gleichzeitig die deutsche Wirtschaft in die Pflicht. "Die Wirtschaft sollte begreifen, dass für die Motivation und Leistungsbereitschaft unseres Landes, Erfolge im Sport ungeheuer wichtig sind."
Schäuble zeigte sich zudem beunruhigt über die Führungskrise in der Stiftung Deutsche Sporthilfe, deren Chefin Ann Kathrin Linsenhoff nach nur knapp neun Monaten im Amt zurückgetreten ist. "Diese Auseinandersetzungen erfüllen auch mich mit großer Sorge", meinte der für den Sport zuständige Bundesminister. Im Interesse des Leistungssports müsse eine «gute, rasche und so weit wie möglich einvernehmliche Lösung", gefunden werden. "Ich sehe keine Alternative zu einer leistungsfähigen Sporthilfe, die ohnehin in einer schwierigen Phase ist", sagte Schäuble.
Hier geht's zum Interview (Quelle: zeit-online, dpa, 01.10.08)
Bestleistungen am Fließband produzierte wie in jedem der vergangenen sechs Jahre das SWT-Flutlichtmeeting im Trierer Moselstadion. Die einmalige Atmosphäre in einem echten Stadion mit Tribünen rund um die Tartanbahn, einer gut besetzten Haupttribüne und vielen Anfeuerungsrufen setzte bei allen Teilnehmern zum Ende der Bahnsaison ungeahnte Kräfte frei. Höhepunkt war der neue deutsche M60-Seniorenrekord von Winfried Schmidt (*1948, TuS Köln rrh) in 34:05,47 Minuten. Er verbesserte die starke alte Bestzeit, die Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) bei der Masters-WM 2001 in Brisbane gelaufen war, gleich um beeindruckende 40 Sekunden.
Winfried Schmidt drückte im A-Lauf über 10.000 Meter gleich aufs Tempo. Nur drei Läufern ließ der M60-Senior den Vortritt. Schnellste 10.000-Meter-Läufer waren Marc Kowalinski (*1978, Post-Sport-Telekom Trier, 30:32,13 Minuten), Michael Wüschner (*1982, SC Friedrichsthal-Saar, 30:39,64 Minuten). Als Dritter lief Robert Schneider von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal 34:02,27 Minuten. Der 21-jährige lieferte sich mit Winfried Schmidt einen tollen Zweikampf. Schließlich musste der fast vier Jahrzehnte ältere Senior den Youngster zwar um drei Sekunden den Vortritt lassen, die Belohnung war aber mit 34:05,47 Minuten der deutsche M60-Rekord. Manch einer wird nun in der Weltrekordliste blättern und die 17 Jahre alte M60-Bestmarke des Italieners Luciano Acquarone von 34:14,88 Minuten finden. Schmidt ist allerdings am 10. Dezember 1948 geboren, war zum Zeitpunkt des Rennens also noch keine 60 Jahre alt. International gilt bei Altersklassenrekorden der Geburtstag als Stichtag, während national nur nach dem Jahrgang gewertet wird. Auch Gerald Reimer (*1957, LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) durfte mit seiner Zeit von 35:42,83 min sehr zufrieden sein wie M75-erAlfred Girault (*1933, TG Trier) mit seinen 44:51,59min.
Als einzige Frau hatte Christina Walloch vom TV Waldstraße Wiesbaden den Sprung in den A-Lauf geschafft. Die 28-Jährige ließ sich von der guten Stimmung zu 36:25,96 Minuten treiben. Wie Hessenmeisterin Walloch im A- lief auch Rheinlandmeisterin Ines Keller (*1973, TuS Rot-Weiss Koblenz) als Zweite des B-Laufs in 37:36,29 Minuten persönliche Bestzeit. Vera Martens (*1969, Spiridon Frankfurt) blieb in 37:49,85 Minuten ebenfalls noch unter 38 Minuten.
Alle Resultate aus Trier (mit Material aus www.laufreport.de, 01.10.08)
Im kommenden Jahr finden vom 15. bis 23. August die 12. IAAF-Weltmeisterschaften in Berlin statt. Noich offen ist, ob der DLV seine bisher reservierte Haltung aufgibt, und auch einen Masters-Einlagewettkampf durchführt. Bislang ist dies noch möglich. Darüber hinaus gibt es für die Senioren-Leichtathleten, die international an den Start gehen wollen, diese sicheren Termine:
25. bis 29. März 2009: Hallen-Europameisterschaft in Ancona (Italien), mit Winterwurf, Crosslauf und 5 Kilometer Straßengehen
Meldeschluss: 09. Januar 2009 beim DLV (Posteingang)
29. bis 31. Mai 2009: Straßenlauf-Europameisterschaften in Aarhus (Dänemark)
Meldeschluss: 20. März 2009 beim DLV (Posteingang)
28. Juli bis 08. August 2009: Weltmeisterschaften in Lahti (Finnland)
Meldeschluss: 22. Mai 2009 beim DLV (Posteingang)
10. bis 18. Oktober 2009: World Masters Games in Sydney (Australien)
(Meldungen/Registrierungen direkt beim Veranstalter)
Die Termine für die Deutschen Seniorenmeisterschaften finden sich im DLV-Rahmenterminplan 2009. Den Auftakt bilden die Senioren-Hallen- und Winterwurfmeistrerschaften am 28.02./01.03. in der Düsseldorfer Leichtathletikhalle. Es folgt die Cross-DM am 14.03.2008 in Ingolstadt. Immer noch kein Veranstalter ist für die am letzten Juni-Wochenende stattfindenden Deutschen Seniorenmeisterschaften I gefunden.
Probleme für individuell reisende Leichtathleten dürfte es nach unseren Informationen bei der Senioren-WM in Lahti geben. Offenbar haben die lokalen Veranstalter (LOC) alle Übernachtungsmöglichkeiten in weitem Umkreis "geblockt", die dementsprechend teuer sind. Das LOC erwartet offenbar nicht unerhebliche Provisionseinnahmen, mit denen es die WM-Kosten decken willen. Dem Vernehmen nach sollen auch keine Kurzaufenthalte möglich sein: Die Übernachtungsmöglichkeiten sollen vielmehr alternativ nur für eine oder zwei ganze Wochen angeboten werden. Diese Information ist aber bisher nicht bestätigt. (Quelle: leichtathletik.de, 01.10.08)
Ein weiteres Mal schreibt das Fachmagazin "SeniorenLeichtathletik" die Wahl zum Seniorensportler und zur Seniorensportlerin 2008" aus. Bis zum 18. November können Vorschläge gemacht werden, "um eine breite Basis für die Vorauswahl zu haben". Nominierungen sind an den Meyer&Meyer-Verlag in Aachen per Fax (0241 - 9581010) oder per Post ( Meyer&Meyer-Verlag, von-Coels-Str.390, 52080 Aachen) zu richten.
Das Formular ist hier per Klick erhältlich. E-Mail-Nominierungen sind direkt an den Verlag, Andreas Mann, zu richten. (01.10.08)
Der Schriftsteller Günter Herburger erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten, renommierten "Preis der SWR-Bestenliste". Die Auszeichnung wird jährlich an einen Autor vergeben, der in den letzten zwölf Monaten auf der Bestenliste des Südwestrundfunks vertreten war. Die Literaturliste des SWR selbst wird monatlich von 29 renommierten Kritikern zusammengestellt. Der in München lebende Herburger wird für seinen aktuellen Gedichtband "Der Kuss" (A1 Verlag) geehrt.
Günter Herburger, 1932 in Isny im Allgäu geboren, studierte in München, verließ dann im Alter von 22 Jahren Deutschland und lebte danach in Nordafrika, Madrid und Paris. 1964 erschien sein erster Prosaband "Eine gleichmäßige Landschaft". Herburger veröffentlichte in der Folge zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichtbände, Hörspiele und Filmdrehbücher und erhielt u. a. den Literaturpreis der Stadt München.
Seit 1983 entwickelte sich Herburger zum passionierten Läufer, der regelmäßig die Marathondistanz und auch längere Strecken absolviert. In mehreren Büchern (u.a. "Lauf und Wahn", "Traum und Bahn", "Schlaf und Strecke") verarbeitete der Literat seine Lauferfahrungen. In "Schlaf und Strecke" schildert Herburger seine Erschöpfungszustände, gegen die altbewährte Techniken nicht mehr helfen und beschreibt seine körperlichen Schwächen realistisch. Bei einem Lauf durch das lettische Riga wendet sich das Blatt: Er entdeckt dort das "Groteske der Welt", das Geist und Körper aufs Neue "anstachelt". Dieser Hang zum "Absurden" ist es, der den Autor zu einer unmöglichen und gleichwohl "überraschenden" Figur - einem "positiven Kafka" - macht, formulierte es die Süddeutsche Zeitung.
(01.10.08)
Im Sportzentrum des württembergischen Leinfelden-Echterdingen trafen sich am vergangenen Samstag (27.09.) die Mastersleichtathleten aus Bayern, Hessen,Thüringen, und Württemberg zu ihrem traditionellen Ländervergleichskampf am Saisonausklang. Das Schweizer Team hatte kurzfristig abgesagen müssen, wie unser Schweizer Korrespondent jetzt bestätigte. Auch bei den deutschen Teams gab es -zumal wegen der Überschneidung mit den Süddeutschen Mehrkampfmeisterschaften in Niederolm- "Besetzungsprobleme", die etwa die Hessen nur dank der charmanten Überredungskünste von Margret Lehnert lösen konnten. Gewertet wurden bei Männern und Frauen jeweils die Altersklassen M/W 30 und 40.
Als man am Ende eines Tages mit idealem Leichtathletikwetter alle vier Teamwertungen zusammenrechnete, hatte die Heimmannschaft gewonnen: Württembergs Masters hatten 489 Punkte gesammelt und lagen damit klar vor den Hessen (431), Bayern (412) und Thüringern (218). Bei den "richtigen" Senioren der Altersklasse M40 setzten sich die Bayern knapp mit 117 Punkten gegen Württemberg (114) durch. Danach folgten Hessen (106) und Thrüingen (73). Bei den W40-Seniorinnen entschieden die Favoritinnen aus Württemberg mit 118 Punkten vor Hessen (111) und Bayern (96) und Thrüingen (43) den Wettkampf für sich; dies war um so bemerkenswerter, als die Südwestdeutschen ihre W45-Spitzensprinterin Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz) an das W30-Team hatte abgeben müssen. Ein Beleg für die einmal mehr gute Stimmung: So gar Silke Stolt ließ es sich trotz ihrer Knie-OP vor vier Wochen nicht nehmen, wenigstens aus dem Stand mitzumachen und Punkte für Hessen zu sammeln.
Zu den Spitzenleistungen zählten die Leistungen der Hochspringer: 1,88m übersprang Günther Widmann (*1968, LG Rems-Welland, Württemberg ) und bei den Seniorinnen kam Annegret Würthele (*1967, LG-Rems Murr, Württemberg) auf 1,64 m sowie W45-erin Helga Freyer-Krause (*1961,SF BG Marburg, Hessen) auf exzellente 1,60m. Auch die 6,23m-Weitsprungleistung des Bayern Wilfried Heppt (*1966, 66 TSV Münnerstadt ) verdient Erwähnung.
Über 5000m lief M45-er Abdelkader Moulai-Ali (*1963, VfL Waiblingen, Württemberg) sehr gute 15:36,98 min.
Spannend war die 800m Entscheidung in der W40. Hier gewann die baden-württembergische Seniorenmeisterin Birgit Bendel (*1968, SV Rheinstetten, Württemberg) in 2:26,29min äußerst knapp vor Tanja Ruppert (*1968, SG Chattengau, Hessen) in 2:26,33min.
Mit dem Länderkampf plus einem parallel ablaufenden Schülersportfest schien das Wettkampfbüro des SV Leinfelden-Echterdingen etwas überfordert. Ergebnisse wurden sehr spät ausgehängt und Zwischenstände nur eher dürftig weitergegeben. Das aber hatte auch sein Gutes. Eine Athletin: "Man hatte eigentlich immer das Gefühl, man liege hinten und strengte sich somit noch mehr an." Dass solcherlei Aufregung auch für Experten zu viel sein kann, bewiesen die Bayern. In der Olympischen Staffel der Altersklasse W40 hörte die erste 200m -Läuferin den lauten Zuruf eines "Funktionärs", sie solle "innen laufen" und tat das dann auch. Das war aber zu früh, weshalb jetzt in der Ergebnisliste "Disqualifikation gemäß Regel 163.3" zu lesen ist...
Alle Länderkampf-Resultate... (30.09.08, aufgefriischt 01.10.08)
Mit einem Werfertag eröffnete der Kreis Delmenhorst des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes am 29. März die Freiluft-Saison 2008 – und mit einem Werfertag beendeten die Verantwortlichen am letzten September-Sonntag im Delmenhorster Stadion die diesjährigen Auftritte unter freiem Himmel und konnten sich am vergangenen Sonntag (28.09.) über gute Resultate freuen. So steigerte sich in der Altersklasse M55 Henry Zerbian (*1952, TSV Midlum) in der Speerwurfkonkurrenz von Wurf zu Wurf und überzeugte schließlich mit 45,02m.
Bei Kurt Riep (*1938, TV Hude) passte im vierten Wurf alles, als sein Diskus auf 41,77 m segelte. Nur ein einziger Zentimeter fehlte Ernst Bielefeld (*1932, SV Brake) im Hammerwurf bei 29,99m zu den erhofften 30m. Auf gute 20,82m warf M85-er Joachim Kitzel (*1923, Delmenhorster TV) den Hammer. In der Diskuskonkurrenz erreichte Inge de Groot (*1952, LGG ganderkesee) 25,73m. Einmal mehr waren aber nur wenige Seniorinnen am Start. Alle Delmenhorster Resultate hier... (Quelle DKB, 30.09.08)
„Ich kann das noch gar nicht realisieren“, meinte Irina Mikitenko im Ziel des 35.Berlin-Marathon. Die Uhr zeigte 2:19:18 Stunden, als die 1,58 Meter große Langstrecklerin in ihrem dritten Marathon als erste Deutsche nach Uta Pippig vor 13 Jahren diesen Marathon-Klassiker gewann. Sie ist damit die viertschnellste Marathonläuferin aller Zeiten. 2:19:18 ist außerdem die siebtschnellste Zeit, die je erzielt wurde. Müßig zu erwähnen, dass es sich dabei um einen neuen deutschen Rekord handelt. Den bisherigen hatte Irina Mikitenko erst im April bei ihrem Sieg beim Flora London Marathon. Ihre Marathonpremiere hatte sie vor einem Jahr in Berlin gefeiert, wo sie Zweite wurde. Bisher gelang es erst neun Läuferinnen weltweit, die magische Marke von 2:20 Stunden zu unterbieten (siehe Tabelle). „Ich könnte jetzt sogar tanzen“, antwortete sie auf die Frage eines Journalisten, ob sie noch Reserven habe nach ihrem Rekordlauf von Berlin.
Ihr Rennen gestaltete sie zunächst insoweit zurückhaltend, als sie nicht zu schnell beginnen wollte, dabei aber schon auf der ersten Hälfte auf einem Niveau unterwegs war, das sie auf eine Zeit zwischen 2:20 und 2:21 bringen würde, immerhin ist das schon fast vier Minuten schneller als ihre bisherige Bestzeit (2:24:14). So lag sie auf der ersten Streckenhälfte teilweise über eine halbe Minute hinter der Gruppe mit den führenden Läuferinnen, angeführt von der Äthiopierin Tafa Magarsa. Ihr Mann Alexander, der auf dem Rad mitfuhr, hielt sie bzw. ihre Tempomacher immer wieder an, sich zurückzuhalten mit dem Tempo. „35 Kilometer hörte ich auf ihn, dann sagte ich, ich laufe jetzt wie ich will.“ Denn, so Mikitenko „ich wollte unbedingt eine gute Zeit. Dass es unter 2:20 gehen würde, habe ich jedoch nicht zu hoffen gewagt.“
Die Halbmarathonmarke passierte sie nach 1:10:05 Stunden und lag da schon auf Rang drei. Dann drehte sie in der zweiten Hälfte auf, erreichte die Äthiopierin nach 28 Kilometern und setzte sich wenig später ab; von da an lief sie nur noch gegen die Zeit. „Alles war super“, resumierte sie ihren Lauf und bezog dabei vor allem die Zuschauer mit ein: „Ich danke dem Publikum.“ Angesprochen auf ihre weitere Zukunft wagte sie eine Prognose für 2009: „ Ich denke, dass ich bei der WM 2009 in Berlin auch so schnell laufen kann.“ Der Marathon der Frauen bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin findet am 23. August statt. „Ich hoffe, dass ich mir da ein Geschenk machen kann“, meinte Irina Mikitenko in Anspielung darauf, dass sie an diesem Tag ihren 37. Geburtstag feiert.
Soviel zur mittelfristigen Karriereplanung von Irina Mikitenko. Ob sie sich noch in den Kampf um 500.000 Dollar-Preisgeld der World Marathon Majors-Serie einschaltet, ließ sie offen. Mit einem Platz unter den ersten Fünf beim ING New York City Marathon am 2. November könnte Irina Mikitenko eventuell die Gesamtwertung gewinnen„Wenn ich morgen früh ausgeschlafen bin, sehen wir weiter,“ ließ sie offen, wie sie plant.
Die World Marathon Majors (WMM) sind die Vereinigung der weltbesten City-Marathons (London, Boston, Berlin, Chicago, New York) und loben für ihre Gesamtwertung ein Gesamtpreisgeld von einer Million Dollar aus, das sich der beste Mann und die beste Frau teilen. Für den Sieg bei einem WMM-Rennen gibt es 25 Punkte, der Fünfte erhält noch einen Punkt. Zu der Serie zählen auch die Marathons bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Das Szenario stellt sich folgendermaßen dar: Nach ihrem Erfolg in Berlin führt Irina Mikitenko mit 65 Punkten die Wertung 2007-2008 an und liegt punktgleich mit der Äthiopierin Gete Wami. Wami muss bei ihrem Start in New York den ersten oder zweiten Platz belegen, um sich im Rennen um die WMM-Siegprämie von 500.000 Dollar gegen Irina Mikitenko durchzusetzen. Die Deutsche kann in New York den fünften Platz belegen und dennoch gewinnen, sollte Wami dort nicht in die Punkte laufen.
Auch die zweit- und drittplazierten Frauen beim vom Discounter real,- gesponserten Berlin-Marathon erzielten persönliche Bestzeiten. Askale Magarsa (Äthiopien) und Helena Kirop (Kenia) boten mit ihren Leistungen von 2:21:31 und 2:25:01 Stunden beide Weltklasse-Leistungen.
Auch die Rettungsdienste konnten in Berlin fast nur Positives vermelden. Es gab nur einen schweren Zwischenfall bei Kilometer 5, wo ein schneller und junger Läufer (unter 30 Jahre) kollabierte. Bereits eine Minute nach dem Notruf war ein Sanitäter mit Motorrad vor Ort und konnte die Rettungsmaßnahmen einleiten. Der Läufer befindet sich im Krankenhaus in stabilem Zustand.(© SCC-RUNNING/Sailer, 29.09.08)
Mehr hier (aufgefrischt, 01.10.08)
Haile Gebreselassie (*1973, Äthiopien) bot am Sonntag in Berlin beim 35. Berlin-Marathon die erhoffte Laufshow und stellte mit 2:03:59 Stunden einen neuen Weltrekord auf. Damit verbesserte er die von ihm an gleicher Stelle im Vorjahr aufgestellte Bestmarke um 27 Sekunden. Seit 13 Jahren - damals gewann Uta Pippig - gab es wieder einen deutschen Sieg bei den Frauen. Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) gewann in exzellenten 2:19:19 Stunden und stellte damit einen neuen Deutschen Rekord auf. Zwei Marathonläufer der Altersklasse 35 gaben also den Ton an.
Den Startschuss des Rennens, für das 40 827 Läufer und Läuferinnen meldeten, hatten Punkt 9 Uhr der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Fußball-Bundestrainer Joachim Löw ("Mitlaufen? Das schaff' ich nicht") gegeben. Von Beginn an schlugen bei optimalen Bedingungen sowohl die Spitzengruppe um Weltrekordler Haile Gebrselassie als auch die Frauen-Elite mit drei Afrikanerinnen und der Wattenscheiderin Irina Mikitenko ein hohes Tempo an.
Bei den Männern hatten sich um Haile Gebrselassie vier Tempomacher geschart. Außerdem waren die mitfavorisierten Charles Kamathi (Kenia) und James Kwambei (Kenia) in der Spitzengruppe. Sowohl die 10-Kilometer-Zeit von 29:13 Minuten als auch die bei 15 Kilometern gestoppte Zeit von 44:02 Minuten lagen unter den Durchgangszeiten des Vorjahres, als Haile Gebrselassie mit 2:04:26 Stunden den aktuellen Weltrekord aufstellte. Auch bei 25 und 28 Kilometern, als man am "Wilden Eber" vorbei kam, war die Spitze auf Weltrekord-Kurs. Bei Kilometer 32 hatten dann die „Hasen“ Abel Kirui und Elijah Keitany (beide Kenia) ihr Tagwerk getan, und nur James Kwambai konnte nun noch mit Haile Gebrselassie mithalten. Der Äthiopier löste sich fünf Kilometer darauf von seinem letzten Begleiter, und ab diesem Zeitpunkt war an seinem Sieg nicht mehr zu zweifeln. Es ging nur noch darum: Schafft er einen neuen Weltrekord? Auch diese Frage entschied sich schnell. Am Ende blieb die Uhr bei 2:03:59 Stunden stehen - Haile Gebrselassie hatte alle Hoffnungen erfüllt. Gebrselassie traut sich sogar 2:03:30 Stunden zu, woh uch mit Blick darauf, dass er auf den letzten zwei Kilometern rund 7 Selkunden langsamer als vor Jahresfrist gewesen war. "Aber jetzt laufe ich auch gegen mein Alter", erklärte der 35-Jährige, der nun 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde sowie weitere 130 000 Preisgeld auf dem Konto hat. 2009 dürfte er zur WM nach Berlin zurückkehren. «Seit ich laufe, ist Berlin mein Glück. Das ist meine Spezialstrecke», sagte der Olympia-Sechste über 10 000 Meter.
Auf die Plätze dahinter liefen James Kwambai in 2:05:36 Stunden und Charles Kamathi (beide Kenia) in 2:07:48 Stunden. Bester Deutscher wurde Falk Cierpinski (*1978, SV Spergau) als Neunter in 2:13:30 Stunden. „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Zeit und weiß, dass es auch noch schneller gehen kann. Dazu muss ich vor allem meine Grundschnelligkeit verbessern. Wenn mir aber jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich in Berlin unter die Top 10 laufe, hätte ich das nicht geglaubt“ Auch der im westfälischen Rheine geborene Wattenscheider Stefan Koch (*1984) gefiel in persönlicher Bestzeit von 2:15:39h als Gesamtzwölfter und zweitbester Deutscher
Bei den Frauen setzten sich von Beginn an drei Afrikanerinnen an die Spitze, dahinter lag Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) auf der Lauer. Das Tempo war dabei auf 2:20 Stunden ausgerichtet, und Trainer Alexander Mikitenko musste seiner Frau immer wieder zurufen: „Du bist zu schnell“. Bis Kilometer 30 wollte er das Kommando haben, dann hatte seine Ehefrau freie Hand. Und das Tempogespür des Trainers war wieder mal perfekt. Die Halbmarathon-Marke passierte Irina Mikitenko in 70:05 Minuten, 28 Sekunden hinter den drei Führenden Askale Tafa Magarsa (Äthiopien), Helena Kiprop (Kenia) und Rose Cheruiyot (Kenia). Sie lag weiterhin auf Kurs 2:20 Stunden, was ihrem Trainer nicht behagte. Als Erste fiel Helena Kiprop zurück. Irina Mikitenko rückte immer näher an die beiden Spitzenläuferinnen heran, überholte auch Rose Cheruiyot. Kurz vor Kilometer 28 hatte Irina Mikitenko die Äthiopierin Askale Tafa Magarsa eingeholt. Diese wehrte sich noch einige Zeit, aber ab Kilometer 31 war Irina Mikitenko schließlich alleine vorn. Allerdings nicht ganz allein, denn fürsorglich kümmerten sich ihre drei Tempomacher Jan Bialk (Polen), Michael Kasitit (Kenia) und Samson Simparimuk (Kenia) um sie. Die Wattenscheiderin hatte keinen schwachen Punkt mehr. Am Ende durfte sie über die Superzeit von 2:19:19 Stunden jubeln. "Das war ein Supertag. Aber dass es für eine Zeit unter 2:20 reicht, habe ich nur geträumt. Das ist ein Super-Erlebnis, das werde ich nie vergessen!" sagte sie. Den drei Jahre alten Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi verfehlte Irina Mikitenko nur um sieben Sekunden. Zweite im Ziel war Askale Tafa Magarsa (Äthiopien) in 2:21:31 Stunden, Dritte wurde Helena Kirop (*1976, Kenia) in 2:25:01 Stunden.
Die einzige weitere deutsche Altersklassensiegerin war Margot Heutschel, die in der Altersklasse W70 mit netto 4:19:11h vorn lag. Die nicht in einem Verein organisierte Mastersathletin hatte über den Vorbereitungskurs des Sportgeschäfts Intersport Räpple in Tübingen Zugang zum Berlin Marathon gefunden. Ihre Zeit war die schnellste W70-Marathonzeit einer deutschen Läuferin seit 2006. Anerkennender Kommentar von LAV-Trainer Gerold Knisel: "Margot ist eine schnelle Tübingerin, die (noch) keinem Verein angehört; das gibt es auch!"
Bei den Mastersläufern kamen die Altersklassen-Favoriten Friedrich Holst (*1938, SV Rugenbergen) in 3:14:24h netto in der M70 und Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof 05) in der M55 in netto 2:41:52h jeweils auf Platz 1. Wieslaw Slawinski (*1955, LG HNF Hamburg) gewann die M50 in beachtlichen 2:39:32h. Ihm folgten die guten Lutz Kuhardt (*1957, FC Unterkirnach, 2:41:56h netto, AK-PB), Johann M. Lendner (*1958, MRRC München, 2:42:10h netto, AK-PB) und Winfried Willems (*1955, DLC Aachen, 2:42:17netto).
In der Altersklasse W55 gab es ein bisschen Statistik-Durcheinander. Platz 1 taucht nämlich in der Resultatliste des Veranstalters nicht auf. Platz 2 belegt offiziell die Schweizerin Karin Züger , die aber in die Altersklasse W35 gehört, weil sie - so unser Schweizer Korrespondent- 1972 geboren ist. Offiziell auf Rang 3 platziert aber tatsächlich wohl die Siegerin dieser Altersklasse ist die starke chilenische Ausdauerläuferin Luisa Ines Rivas (*1951), die bei ihrem Erfolg in 3:04:31h (netto) zugleich einen neuen chilenischen Rekord aufstellte.
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(Quellen: www.leichtathletik.de, sueddeutsche.de, 28.09.08, aufgefrischt am 29.09.08)
Auf Gesamtrang 8 des Warschau-Marathons lief am Sonntag ein glänzend aufgelegter Dr. Eduard Scherer (*1966, LAV Asics Tübingen) in sehr schnellen 2:28:08h netto. Wie bei seinem M40-Erfolg anlässlich der deutschen 10km-Meisterschaften in Karlsruhe Anfang des Monats war Scherer auch in der polnischen Hauptstadt erneut schnellster Altersklassenläufer. Seine Zeit war auch für ihn persönlich die schnellste bisher erzielte M40-Marathonzeit sowie außerdem die schnellste Marathonzeit eines deutschen M40-ers seit mehr als vier Jahren.
Schon freut man sich in Tübingen auf den lokalen Nikolauslauf am 6.12., wenn Eduard Scherer und Dieter Baumann (*1965, LAV Asics Tübingen) in der Altersklasse M40 um den Sieg laufen. (28.09.08)
Gleich zwei europäische Bestleistungen von Altersklassenathleten des Jahrgangs 1947 bejubelten die französischen Seniorenleichtathleten am vergangenen Sonntag. Bei den Halbmarathonmeisterschaften am 21. September in Lyon steigerte Claudine Marchadier (*1947, As Fleury Les Aubrais Saran At) 1:28:04 die bisherige, vor Jahresfrist von ihr selbst in Orleans aufgestellte Europarekordmarke um 11 Sekunden.
Noch knapper war die Rekordverbesserung bei den Männern. Hier überzeugte Patrick Roussel (*1947, Js Lezignan-corbieres) in Lyon mit 1:14:15h und verbesserte mit dieser Zeit den bisherigen, immerhin 12 Jahre alten Halbmarathon-Europarekord der M60 um drei Sekunden, den seinerzeit Manuel Rosales (*1935, ESP) beim Halbmarathon in Lissabon aufgestellt hatte. (Ergebnisübersicht, 27.09.08)
Der Vorsitzende des Bundesfachausschusses Laufen, Harald Rösch, hat jetzt das Nationalteam des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) benannt, das am 18. Oktober an der 6. IAU 24 Stunden World Challenge in Seoul (Südkorea) teilnimmt. Insgesamt elf Athletinnen und Athleten aus dem Ultramarathonbereich treten unter der Mannschaftsführung des DLV-Beraters Volkmar Mühl die Reise nach Südkorea an. Nachdem die DLV-Mannschaft bei der 24 Stunden World Challenge im vergangenen Jahr im kanadischen Drummondville mit Rang drei bei den Männern und Platz vier bei den Frauen sowie zwei Top-Ten-Platzierungen in den Einzelwertungen die in sie gesetzten Erwartungen bei Weitem übertraf, ist die Erwartungshaltung auch in diesem Jahr auf ein erfolgreiches Abschneiden ausgerichtet.
„Wir verfügen über eine leistungsmäßig sehr ausgeglichene Mannschaft mit Athleten und Athletinnen, die sich über längere Zeiträume zielgerichtet auf diese Veranstaltung vorbereitet haben. Wegen der bei den Aufbauwettkämpfen der letzten Wochen erreichten Zwischenergebnisse haben wir durchaus Grund zum Optimismus, an die im vergangenen Jahr erreichten Erfolge anknüpfen zu können“, erklärt Volkmar Mühl, der als Ultramarathonverantwortlicher des DLV auch für die Betreuung der Kaderathleten/innen zuständig ist, zur Erwartungshaltung an sein Team, das ausnahmslos aus Mastersläuferonnen und -.läufern besteht; älteste Athletin ist dabei Monika Belau (*1954, Harburger SC), ältester Athlet Friedemann Hecke (*1961, VfL Ostelsheim). „Dabei sind wir uns natürlich bewusst, gegen die besonders favorisierten Mannschaften aus Japan, Frankreich, Russland und den USA mit auch international herausragenden Läufern und Läuferinnen nur bei einem optimalen Wettkampfverlauf bestehen zu können“, ergänzt er. Dazu wird den Athleten/innen wieder ein bewährtes Betreuerteam zur Verfügung stehen. Um darüber hinaus die notwendige Anpassung an den Zeitunterschied von sieben Stunden sowie eine ungestörte unmittelbare Vorbereitung auf den Wettkampf zu gewährleisten, wird die DLV-Mannschaft bereits am 12. Oktober ihre Reise nach Seoul antreten. Das DLV-Team:
Frauen
Monika Belau (*1954, Harburger SC)
Silke Gielen (*1957, Harburger SC)
Anja Samse (*1966, MC Menden)
Grit Seidel (*1970, LG Nord Berlin)
Sabine Strotkamp (*1965, LG Kreis Ahrweiler)
Männer
Andreas Baier (*1969, TSV Kusterdingen)
Friedemann Hecke (*1961, VfL Ostelsheim)
Michael Irrgang (*1964, Troisdorfer LG)
Oliver Leu (*1974, LG Bremen Nord)
Jens Lukas (*1966, LSG Karlsruhe)
Ralf Steisslinger (*1965, TSV Kusterdingen)
(Quelle leichtathletik.de, 27.09.08)
Die deutsche Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) sorgt sich um den weltweiten Anti-Doping-Kampf und befürchten für die eigenen Sportler einen Wettbewerbsnachteil. Sie will vor allem wissen, was mit den bei den Olympischen Spielen in Peking genommenen Dopingproben passiert. In einem vom Vorstand der NADA verabschiedeten Positionspapier zur Olympia-Nachlese verlangen sie von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Aufklärung darüber, was mit den bei den Spielen von Peking im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) genommenen Dopingproben passiert. "Wir fordern Transparenz", sagte jetzt NADA-Vorstandschef Armin Baumert. „Nur 50 bis 60 Nationen haben ein unabhängiges nationales Kontrollsystem.“
Außerdem sollten im Interesse der Chancengleichheit bei künftigen Großveranstaltungen nur noch Sportler starten dürfen, die regelmäßig unangekündigt kontrolliert worden sind. "Momentan herrschen weltweit völlig ungleiche Bedingungen. Nur 50 bis 60 Nationen haben ein unabhängiges nationales Kontrollsystem", sagte NADA-Vorstandschef Baumert. "Es muss im Sinne unserer Athleten für gleiche Bedingungen gesorgt werden." Dies sei eine Aufgabe für das IOC, meinte Peter Danckert (SPD), Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses und Mitglied des Kuratoriums der NADA: "Es ist die einzige Organisation, die das durchsetzen kann. Wenn das IOC denn will, woran ich aber meine Zweifel habe." Danckert wird das NADA-Positionspapier am 23. Oktober in Sydney WADA-Chef John Fahey überreichen und ihm eine der drängendsten Fragen stellen, nämlich "Wie mit den Proben, die acht Jahre eingelagert werden, genau verfahren werden soll und wer entscheidet, welche Proben wann und wo nachuntersucht werden." Bislang haben sich weder WADA noch IOC dazu verbindlich geäußert. Es wurde lediglich angedeutet, dass die Proben in China bleiben sollen.
Die deutschen Sportler waren vor Peking dem strengsten Kontrollprogramm der Olympiageschichte unterworfen worden. "Sie gehören zu den weltweit am intensivsten getesteten Athleten", sagt Baumert. In den letzten sechs Wochen vor den Spielen wurde jeder mindestens einmal kontrolliert. Auch deshalb schlägt die NADA ein neues Belohnungssystem vor. Eine "angemessene Anerkennung" sollte es auch für diejenigen geben, die ohne Medaille blieben, aber persönliche Bestleistungen oder nationale Rekorde erzielten: "Dies würde einem Leistungsstreben um jeden Preis entgegenwirken."
Trotz der Kritik an der internationalen Situation spricht Baumert aber keinen Generalverdacht gegen Athleten anderer Länder aus. Allerdings gäbe es Skepsis gegenüber manchen Leistungen: "Es wäre jedoch fatal, wenn wir jede sportliche Höchstleistung von vornherein unter Dopingverdacht stellen würden." Künftig müssten aber einheitliche Kontrollbedingungen nicht nur bei Wettkampf-, sondern auch schon bei Trainingskontrollen im Vorfeld herrschen. In Peking hatte es nach 4770 Tests insgesamt 15 Dopingfälle gegeben, neun bei Sportlern und sechs bei Pferden. Im Vorfeld waren bereits über 30 Dopingsünder durch Fachverbände und WADA aussortiert worden. (Quellen: zdf, sid, 27.09.08)
Am kommenden Sonntag findet in Berlin Deutschlands größte Laufveranstaltung statt: Der Berlin-Marathon, der in diesem Jahr zum 35. Male ausgetragen wird. Er gehört mittlerweile weltweit zu den bedeutendsten Rennen über die Distanz von 42,195 km und ist Bestandteil der World Marathon Majors-Serie, eine Art Grand Prix der City-Marathons, wo neben Berlin in London, Boston, Chicago und New York die schnellsten Läuferinnen und Läufer Punkte erhalten und so die Chance auf den mit einer Millionen Dollar dotierten Gesamtsieg wahren können. Der Berlin-Marathon ist aber nicht nur eine Angelegenheit für international ambitionierte Spitzenathleten. Die meisten der rund 40.000 Läuferinnen und Läufer aus über hundert Nationen, die am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr auf der Straße des 17. Juni an den Start gehen, versuchen individuell gesteckte Ziele zu realisieren, wenn sie nach drei, vier oder noch mehr Stunden erschöpft, aber (hoffentlich) gesund und zufrieden durch das Brandenburger Tor laufen, von dem es noch rund 200 Meter bis zur Ziellinie sind.
Ob der aktuelle Weltrekordhalter Haile Gebrselassie sein Vorhaben wahr machen kann, tatsächlich seine eigene alte Bestmarke aus dem Vorjahr weiter zu steigern, wird sich spätestens nach 2:04:26 Stunden entschieden haben. Denn das ist die Zeit, die der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger 2007 in Berlin gelaufen ist: „Ich bin davon überzeugt, dass ich meinen Rekord brechen kann, wenn die Witterungs-Bedingungen stimmen“, gibt sich der 35-jährige Äthiopier selbstbewusst. Mit dabei ist auch Deutschlands schnellster Marathonläufer Falk Cierpinski (SV Spergau), der Sohn von Waldemar Cierpinski, dem zweifachen Olympiasieger im Marathon (1976 und 1980), und der ehemaligen 800-m-Läuferin und Olympiateilnehmerin Maritta Politz. Favoritin bei den Frauen ist Deutschlands Rekordhalterin (2:24:14 Std.), die Vorjahreszweite von Berlin, Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid), die bei dem Olympischen Spielen wegen Verletzung nicht starten konnte und sich vor zwei Wochen mit neuem Deutschen Rekord über 10.000 m im Straßenlauf (30:57 Min) zurückgemeldet hat.
Traditionell wurde am vergangenen Sonntag die Berlin-Marathon-Woche mit dem 20. Literatur-Marathon (einer Lesung u. a. mit dem Journalisten Dr. Hajo Schumacher alias Achim Achilles) und mit dem sog. Kultlauf auf der (verkürzten) historischen Strecke eröffnet, wo am 13. Oktober 1974 auf einem Radweg parallel zur Avus-Autobahn in Richtung Strandbad Wannsee beim ersten Berliner Volksmarathon 286 Männer und Frauen auf Kurs gingen. Den Startschuss für den Kultlauf gab Horst Milde, Begründer des Berlin-Marathons und langjähriger Rennleiter, der inzwischen als "Ehren Race Director" (!) amtiert und diesmal wieder im Führungsfahrzeug vor dem Läuferfeld mit auf die Strecke geht: „Während 1974 bei den wenigen Läuferinnen und Läufern eindeutig das Leistungsmotiv im Vordergrund stand, steht 2008 für die Massen mehr das Erlebnis gegenüber dem Ergebnis im Vordergrund“, resümiert Milde eine Entwicklung, die zugleich „seine“ Erfolgsgeschichte des Berlin-Marathons und der Laufbewegung überhaupt kennzeichnet.
Neben dieser Erfolgsgeschichte mit der kontinuierlichen Expansion der Teilnehmerzahlen hat der Berlin-Marathon stets selbst auch Trends gesetzt, die heute anderswo selbstverständlich geworden sind: Der Berlin-Marathon hat früh das Netz der eigenen medizinischen (Erst-)Versorgung immer enger gestrickt - sei es auf der Strecke selbst oder sei es prophylaktisch durch sportmedizinische Beratungen während der mehrtägigen Marathon-Messe, die jetzt als „Berlin Vital“ vom 25. bis 27. September erstmals auf dem Gelände des Kabelwerks im Stadtbezirk Spandau stattfindet. Dort erhalten die angemeldeten Läuferinnen und Läufer ihre Startunterlagen, dort präsentieren Sportartikelhersteller ihre neuesten Produkte einschließlich des Hauptsponsors, der dort eine „World of Running“ eingerichtet hat.
Der Berlin-Marathon hat auch früh andere Wettbewerbe für Rollstuhlfahrer, Hand-Biker, Inline-Skating, Walker sowie den Mini-Marathon für Schulen und den Bambinilauf für Kinder integriert und beispielsweise als erster Laufveranstalter in Europa einen sog. Jubilee-Club gegründet, bei dem jeder lebenslänglich und kostenlos Mitglied wird, der mindestens zehnmal den Berlin-Marathon absolviert hat. Dieser Jubilee-Club besteht seit nunmehr zehn Jahren: „Die Mitglied-schaft im Jubilee-Club ist für viele ein besonderer Anreiz zur mehrfachen Teilnahme am Berlin-Marathon und trägt zur Kundenbindung beim Veranstalter bei“, erklärt der 61-jährige Bernd Hübner, der als einziger Läufer alle bisherigen Berlin-Marathons absolviert hat und der am Sonntag wiederum mit der Startnummer 201 dabei ist und den Jubilee-Club bis vor kurzem ehrenamtlich geleitet hat. Der Berlin-Marathon steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel, was allein aus lokalen Erwägungen nahe liegt, weil sich rund um das Kanzleramt im Regierungsviertel der Hinterzielbereich des Marathons befindet, in dem die Läuferinnen und Läufer versorgt werden. In ihrem Grußwort schreibt die Bundeskanzlerin u. a.: „Ich bin sicher: Deutschlands größte Laufveranstaltung wird einmal mehr ein unvergleichliches Fest werden. Ein Grund für den andauernden Erfolg dieses Wettbewerbs ist sicherlich die attraktive und bekannt schnelle Strecke entlang Berlins beeindruckender historischer Kulisse.“
Insgesamt werden rund eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer in der Hauptstadt erwartet. Mehr zum 35. Berlin-Marathon, der veranstaltet wird von SCC Running und der am kommenden Sonntag von 8.30 bis 13.15 live von Radio Berlin Brandenburg und dann von 13.15 bis 14.00 Uhr in der ARD („Sportschau live“) in einer Zusammenfassung übertragen wird. Übrigens: Wer keinen Fernseher in Reichweite hat, muss nicht aufs Mitfiebern verzichten: Am Samstag wie am Sonntag bietet rbb online einen Live-Stream im Netz an und stellt die besten Szenen anschließend als abrufbares Video zur Verfügung.
Auch Günter Hallas (*1942, LG Nord Berlin) startet am Sonntag im Feld der über 40.000 Läufer und Geher. Es ist sein 33. Berlin Marathon. Viele kennen den 66-Jährigen, denn er war der erste Sieger des legendären Berlin-Marathons (2:44:53 h). Mehr...
(Quelle DOSB, 26.09.08)
Die Rechtskommission der österreichischen Nationalen Anti-Doping Agentur (Ö-NADA) hat am Mittwoch mitgeteilt, dass sie nun offiziell das anhängige Dopingverfahren der Leichtathletin Susanne Pumper (*1970, LLC Wien) übernommen hat. In beiden Fällen "hat eine mündliche Verhandlung binnen acht Wochen stattzufinden", hieß es in der von Gernot Schaar, Vorsitzender der NADA-Rechtskommission, verfassten Erklärung.
Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) war mehr als sechs Monaten nach Abgabe der positiven A-Probe von Langstreckenläuferin Susanne Pumper am 9. März dieses Jahres zu keinem Urteil gelangt. Die Athletin, deren vorläufige Suspendierungen bis zum Abschluss der Dopingverfahren bestehen bleibt hatten deshalb die österreichische NADA um Übernahme ihres Falles gebeten. Die als gemeinnützige GmbH strukturierte Wiener NADA hatte am 1. August 2008 ihre Tätigkeit aufgenommen und die bisher bei den Sportfachverbänden Österreichs eingerichteten Antidoping-Instanen abgelöst. (26.09.08)
Kurz vor Saisonende setzten sich am vergangenen Sonntag (21.09.) in Rheinhessen einige namhafte Senioren-Leichtathleten aus der Region beim Werfertag in Bad Kreuznach noch einmal erfolgreich in Szene. Leander Rückeshäuser, vielfacher rheinhessische Seniorenmeister des Jahrgangs 1936 von der TSG Heidesheim erzielte in der Altersklasse M70 gleich vier erste Plätze, nämlich im Kugelstoßen (10,56 m), Diskuswurf (32,82, Hammerwurf (32,27) und im Speerwurf (34,47). In der M 65 gewann Walter Held (LG Rheinfront) das Kugelstoßen (10,56) und den Diskuswurf (40,82). Im Speerwurf dominierte Michael Volkert (USC Mainz) die M 50 (35,82m), Jürgen Domann (*1953, LG Nahegoldtal, 40,74 m) die M55 und Helmut Hessert (*1946, LC Bingen) die M60 mit 44,72m. Der Feuerwehrmann aus Horrweiler gewann an seinem 62. Geburtstag auch das Kugelstoßen (10,57 m), den Diskus- (37,71) und den Hammerwurf (31,15) seiner Altersklasse.
In den Entscheidungen der weiblichen Altersklassen ragte Karin Schmitt (USC Mainz) mit drei ersten Plätzen heraus. Die deutsche Fünfkamp-Seniorenmeisterin der W 55 gewann das Kugelstoßen mit überzeugenden 11,03m, den Diskuswurf (24,59m) und den Speerwurf (25,50m).
Alle Resultate hier (Quellen A-Z, A-Z, 26.09.08)
Saisonbestleistung und ihre größte Hammerwurfweite seit zwei Jahren erreichte am Sonntag (21.09.08) Johanna Bokeloh (*1956, LG Wesermünde). Beim Werfertag der LG Bremen Nord kam die W50-erin auf 34,23 m. Tags zuvor hatte Hella Böker (*1941, Tuspo Borken) beim vierten Durchgang der Werferserie 2008 des SSC Vellmar gute 33,74 m erreicht. Auch im Diskuswurf überzeugte sie mit 26,20m. Hartmut Nuschke (*1956, SSC Vellmar) warf 50,55m und Hans Greb (* 1937, LAV Kassel) 41,04m.
In der M80 überzeugte Klaus Moll (*1928, SSC Vellmar) mit 11,56m im Kugelstoßen und 30,35m in der Diskuskonkurrenz.(26.09.08)
Viele Hände hatte Prof. Dr. Böhnke, DLV-Vizepräsident Wettkampf-, Breiten- und Freizeitsport, anlässlich der 37. DAMM-Endkämpfe im Münchner Dante-Stadion zu schütteln. Denn nicht weniger als 464 Athletinnen und Athleten aus 39 Vereinen hatten sich am Ende zur Siegerehrung eingefunden. In neun verschiedenen Klassen, fünf bei den Männern und vier bei den Frauen, waren Sieger und Platzierte zu ehren. Aber bis es soweit war, musste erst einmal ein langer Wettkampftag bei kühlen Temperaturen „überstanden“ werden. In vier der neun Mannschaftswettbewerbe setzten sich die Titelverteidiger durch. Bei den Männern gelang dies dem LAC Quelle Fürth/München in der Klasse M 50 und der StG Alsternord-SV Polizei Hamburg in der Klasse M 70. Bei den Frauen waren der TSV Bayer 04 Leverkusen in der Klasse W 30 und die LG Neiße in der Klasse W 40 wie schon 2007 erfolgreich. Mit fünf Teams hatte der Pulheimer SC die Reise nach München angetreten, je dreimal waren die LG Stadtwerke München und die LG Neiße vertreten.
Erstaunlich ist es immer wieder, welch große Zahl früherer Top-Athletinnen und -Athleten sich in den Dienst ihres Teams stellen, wenn es gilt, sich manchmal fast „inkognito“ bewegend, Punkte bei einer Mannschaftsmeisterschaft zu sammeln. Einige Beispiele: Der frühere Deutsche Meister über 400 Meter Hürden, Jan Schneider (BL 49,63sec/2001) startete in der Klasse M 30 für die LG Kindelsberg Kreuztal über 400 Meter, im Hochsprung und in der 4x100-Meter-Staffel. Für die LG Stadtwerke München punkteten in der Klasse M 40 der mittlerweile 51 Jahre alte Hochspringer Gerd Nagel (BL 2,36 m/1989) sowie der frühere 20-Meter-Kugelstoßer Oliver Dück und der Ex-Zehnkampfmeister Norbert Demmel (BL 8.152 Punkte/1989).
Wie sehr gerade Wettkämpfer mit einer Mehrkampfvergangenheit in Mannschaftswettbewerben gefragt sind, zeigten Jörg Lorenz und Johannes Heling (beide LAC Quelle Fürth), Ekkart Müller ,auch ein 8.000-Punkte-Zehnkämpfer aus den 70er Jahren, für die StG Bielefeld und Dr. Theo Steinacker (LG Plettenberg/Herscheid). Zwei frühere Weltklasse-Kugelstoßerinnen aus den 80er Jahren gingen mit Grit Hammer (BL 20,72 m/1987) für LAC Quelle Fürth/München in der Klasse W 40 und Helma Teuscher (geb. Knorscheidt, BL 21,19 m/1984) für die StG Saale/Harz in der Klasse W 50 in ihrer Spezialdisziplin an den Start. Ebenfalls im Kugelstoßen steuerte die Olympiaachte von Mexico-City 1968 im 200-Meter-Lauf, Jutta Hertel (geb. Stöck), Punkte für ihr W-60-Team, den OSC Berlin, bei.
Zum ersten Mal hatte sich die LG Kindelsberg Kreuztal für den deutschen Endkampf in der Klasse M 30 qualifiziert und gewann auf Anhieb den Titel. Die Westfalen lagen vor der abschließenden 4x100-Meter-Staffel noch hinter der LG Stadtwerke München, liefen aber mit 45,39 Sekunden über zwei Sekunden schneller und hatten am Ende 77 Punkte Vorsprung. Der LBV Phönix Lübeck lag als Titelverteidiger deutlich hinter diesen beiden Mannschaften. In der Klasse M 40 steigerte sich die LG Stadtwerke München gegenüber dem Vorkampfwert um gut 450 Punkte und hatte damit einen komfortablen Vorsprung vor der StG Leipzig-Markkleeberg und der LG Osterode. Besonders durch die Doppelerfolge von Oliver Dück und Norbert Demmel sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswerfen hatten sich die Münchner uneinholbar abgesetzt. Spannung pur hieß es in der Klasse M 50 vor dem letzten Wettbewerb, der 4x100-Meter-Staffel. Denn ganze sechs Punkte Vorsprung hatten die Männer des LAC Quelle Fürth/München vor der StG Bielefeld. Die Franken zeigten sich dann aber als die wesentlich schnelleren Sprinter und bauten dann die Führung noch auf 114 Punkte aus.
In der Klasse M 60 hatte die neugebildete Startgemeinschaft AWK-Holstein schon das beste Vorkampfergebnis erreicht, trat in München zwangsläufig als Favorit an und gewann dann auch sicher vor dem SV Polizei Hamburg. M 65-Kugelstoß-Weltrekordler Kurt Goldschmidt punktete mit seinen 15,39 Metern im Kugelstoßen und besonders durch seinen Diskuswurf auf 51,89 Meter am meisten. Die größte Steigerungsrate aller beteiligten Vereine gegenüber dem Vorkampfergebnis gelang allerdings der LAG Obere Murg, die sich dadurch von Platz fünf auf drei vorarbeiten konnte. StG Alsternord-Polizei Hamburg vor LAV Bayer Uerdingen/Dormagen lautete das Endergebnis in der Klasse M 70. Eine Reihenfolge, die auch so erwartet werden konnte. Die LAV-Sprinter, als Inhaber der Deutschen Bestleistung, konnten den Hamburgern in der 4x100-Meter-Staffel nur eine knappe halbe Sekunde abnehmen, deutlich zu wenig, um in der Endabrechnung noch an den Hamburgern vorbei zu kommen.
In der Klasse W 30 gab es mit dem TSV Bayer 04 Leverkusen vor der StG SF Neukieritzsch die gleiche Reihenfolge wie im Jahr 2007. Die Sächsinnen konnten den Rückstand des Vorjahres zwar um knapp 200 Punkte reduzieren, die Rheinländerinnen waren aber eigentlich nie in Gefahr. Die LG Neiße verbesserte sich gegenüber 2007 um einen Rang und belegte Platz drei. Ungefährdet war auch der Erfolg der LG Neiße vor dem LAC Quelle Fürth/München in der Klasse W 40. Sorgen hatte es für die Teamleitung der Sächsinnen allenfalls in den Tagen und Wochen vor dem Endkampf gegeben. Denn ausgerechnet mit Simone Noack, seit Jahren einer Punktelieferantin auf höchstem Niveau, hatte man ein „Sorgenkind“ in den Reihen: Die Langsprinterin hatte sich bei den „European Masters Games“, Anfang September in Malmö (Schweden), verletzt und seitdem nicht mehr trainieren können. In München signalisierte sie dann aber nach einem „nur auf Ankommen“ gestalteten 800-Meter-Rennen in 2:26,89 Minuten ihre Bereitschaft, auch in der 4x100-Meter-Staffel zu laufen, damit war die Titelverteidigung unter Dach und Fach. Das LAZ Obernburg-Miltenberg lag am Ende nur wenige Punkte hinter dem LAC Quelle auf Platz drei.
„Programmgemäß“ lief alles in der Klasse W 50. Gegen die erstmals in dieser Saison auftretende Startgemeinschaft Saale-Harz, mit den bei den Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana mit reichlich Edelmetall dekorierten Athletinnen Gisela Seifert und Helma Teuscher im Team, hatten auch die Titelverteidigerinnen der SG Alemannia Aachen/ART Düsseldorf keine Chance. Helma Teuscher (W 50-Weltrekordlerin mit 14,94 m) schaffte mit ihren 13,35 Metern im Kugelstoßen das tagesbeste Ergebnis in dieser Klasse. Hauchdünn war die Entscheidung zwischen der LG Nord-West Hamburg und dem OSC Berlin in der Klasse W 60. Die 4x100-Meter-Staffel der Hanseatinnen siegte mit 1,13 Sekunden Vorsprung, das reichte gerade eben so, um die vor dem Rennen in der Punktewertung vorn liegenden Berlinerinnen mit 17 Punkten Vorsprung noch knapp abzufangen. Auch die Differenz zwischen Platz drei und vier war gering: Die LG Nord Berlin lag sechs Punkte vor der StG Erft/Rhein/Wupper. (von Jörg Reckemeier auf www.leichtathletik.de, 25.09.08)
Zum letzten Mal griff Stabhochspringer Jeff Hartwig (*1967, USA) am Mittwochabend beim Domspringen in Aachen innerhalb eines Wettkampfes zum Stab. Mit 5,40 Metern wurde er beim Sieg seines 14 Jahre jüngeren Landsmanns Brad Walker (5,70 m) Fünfter. Emotionaler Höhepunkt war aber, als die Zuschauer Jeff Hartwig mit weißen Taschentüchern winkend verabschiedeten. 5.000 Zuschauer standen zu seinem letzten Sprung auf, feuerten ihn an und ließen einen sichtlich ergriffenen Jeff Hartwig auch danach noch mehrmals über den Anlaufsteg laufen, um ihn feiern zu können. Dieser hatte sich das Aachener Meeting für seinen Abschied aus der Wettkampszene ausgesucht, weil es „das geilste Marktplatzspringen der Welt“ sei.
Der Sieg ging jedoch an seinen Teamkollegen und Weltmeister Brad Walker, der extra nach Aachen gekommen war, um beim Abschied seines Freundes dabei zu sein. Als einziger übersprang er 5,70 Meter. An 5,80 Metern, einem neuen Meetingrekord, scheiterte er knapp. Bester Deutscher war der Filstaler Alexander Straub, der 5,60 Meter übersprang, der Leverkusener Lars Börgeling wurde mit 5,50 Metern Dritter und Deutschlands Mastersspringer Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) mit 5,30m Siebter. Niedrige Temperaturen und immer wieder einsetzender Regen boten keine optimalen Bedingungen, kurz musste der Wettkampf einmal unterbrochen werden. Ein begeistertes Publikum, das für Stimmung sorgte, konnte dies aber ausgleichen.
Hartwig meinte in einem Schreiben an Masters-Journalist Ken Stone (USA): Aachen war wirklich großartig. Ich kann mir keinen besseren Abschluss vorstellen. Naja, vielleicht ein bisschen besseres Wetter. Das Publikum war jedenfalls fantastisch wie immer, und es war toll, dass es bei meinem letzten Wettkampf eine so tolle Atmosphäre gab."
Ergebnisse aus Aachen
1. Brad Walker (USA), 5.70 m
2. Alexander Straub (LG Filstal), 5,60 m
3. Lars Börgeling (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,50 m
4. Fabian Schulze (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) 5,50 m
5. Jeff Hartwig (USA), 5,40 m
6. Danny Ecker (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,40 m
7. Tim Lobinger (LG Stadtwerke München), 5,30 m
7. Malte Mohr (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,30 m
9. Richard Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,30 m
10. Rens Blom (*1977, Niederlande), 5,30 m
11. Hendrik Gruber (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,10 m
12. Kim Yoo-Suk (Südkorea), 5,10 m
(www.leichtathletik.de, 25.09.08)
Mehr als ordentliche Werferleistungen gab es am Sonntag (21.09.) beim "Abwerfen" der LG Porta Westfalica zu feiern. Anne Chatrine Rühlow (*1936, SV Burgsteinfurt) verpasste zum Saisonabschluss im Stadion im Stadtteil Nammen nur sehr knapp die 30-m-Marke und warf den Diskus auf 29,94m. Im Kugelstoßwettbewerb kam die W70-erin auf 9,79m.
Bei den Männern überzeugte Hammerwerfer Klaus Kynast (*1949, TSV Hagen 1860) mit sehr guten 45,19m und ließ den starken Hans Jürgen Blume (*1950, Hannover 96, 43,54m) klar hinter sich. Zwei sehr gute Leistungen erzielte auch Klaus Liedtke (*1941, SuS Oberaden). Bis auf 5 Zentimeter an seine Vorjahresleistung stieß er die 5kg-Kugel auf 15,50m, den 1-kg-Diskus warf er auf 52,41m. Alle Resultate hier
Mehr in der Lokalzeitung... (23.09.08, aufgefrischt am 01.10.08)
Erfolgreichster Einzelstarter bei den Seniorenmeisterschaften des Bezirks Braunschweig am zweiten Septemberwochenende war der Klein Ilseder Siegmund Küster (*1957). Bei vier Starts holte er im einmal mehr "etwas zugigen "Stadion am Salzgittersee drei Titel und eine Vizebezirksmeisterschaft. Der vielseitige Mehrkämpfer siegte im Kugelstoß der M50 mit 10,77 m, gewann das Diskuswerfen mit 33,41 m und holte sich abschließend den Titel im Speerwurf mit 35,75 m. Bei starkem Gegenwind wurde Küster außerdem Vize über 100 Meter in 14,17 sek (W.:-1,5) hinter Günter Sievert (*1957, MTV Schöningen) in 13,74sec. Kugelstoß-Nordmeister Werner Weber (*1947, LG Peiner Land) verteidigte seinen Bezirkstitel der M60 mit 13,09 m und siegte im Diskuswurf mit 38,17 m. In der M75 warf Heinrich Deutsch (*1932, MTV Salzgitter ) den Diskus auf gute 33,33 m.
Schnellste Frau über 3000 Meter war Bianca Weide-Jentsch (*1967, SVG Groß Bülten). Mit einem überzeugenden Start-Ziel-Sieg verteidigte die Ölsburgerin ihren Titel in der W40 und verbesserte sich trotz störender Windböen gegenüber dem Vorjahr um sieben Sekunden auf 11:23,71 min. Mit dieser Zeit rückte sie auf Rang zwei in der niedersächsischen Landesbestenliste vor. Klar auf Rang 1 der Landesbestenliste schob sich sogar Speerwerferin Sabine Rahn (*1967, VfL Wolfsburg) mit den in ihrem dritten Versuch erzielten 40,31m (AK-PB).
Alle Resultate (Quelle newsclick, 23.09.08)
In 32:55,4 Minuten über 10.000m überzeugte Ingo Schröter (*1967, Post SV Buxtehude) am vergangenen Freitag (19.09.) beim Läuferabend in Suderburg. Auch Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) bewies einmal mehr gute Form. Unter Flutlicht stellte er in 34:04,7 min eine niedersächsische Jahresbestzeit der M45-Senioren auf und war damit um 40 Sekunden schneller als die bisherige Nummer Eins, Rolf Schwabe vom VfL Fallersleben.
„Es waren bei Windstille und 15 Grad traumhafte Langstreckenbedingungen“, sagte Ruminski. Nach sechs Kilometern konnte er seine Zielvorgabe von 34:30 Minuten noch erhöhen. „Ich habe meine gute Form gespürt und das Tempo kontinuierlich gesteigert“, sagte Ruminski nach dem Rennen. Damit hält der Hiddestorfer nun die niedersächsischen Jahresbestleistungen auf gleich fünf Strecken. Über die Meile, 5000 Meter, 10000 Meter, Zehn-Kilometer-Straßenlauf und im Halbmarathon konnte ihm keiner in seiner Alterklasse das Wasser reichen. „Für die Niedersachsenmeisterschaften im Halbmarathon am 5. Oktober in Lingen bin ich jetzt bestens gerüstet“, sagte Ruminski. (aus HAZ, 22.09.08)
Still war es dieses Jahr um das Seniorenleichtathletikteam der LAV Zeven. Denn nach allein elf Deutschen Meistertiteln in den beiden Vorjahren war die Truppe regelrecht vom Verletzungspech verfolgt. So gab es dieses Jahr neben 8 Landes- und vier Norddeutschen Titelgewinnen „nur“ dritte Plätze durch Czeslaw Pradzynski (100m, M45) und Helmut Meier (M55, 400m) sowie zweite Plätze durch die 4x400m-Staffel der M50/55 (Dr. Schneegans, Joachim Hickisch, Friedrich Müller, Helmut Meier) Joachim Hickisch (M50, Dreisprung) auf nationaler Ebene.
Umso eindrucksvoller dann der Auftritt des M50/55-Quartetts beim Staffelabend des VFL Wolfsburg zum Saisonausklang. Hier verbesserten Dr. Hans-Georg Müller, Dr. Bernward Schneegans, Friedrich Müller und Joachim Hickisch den zehn Jahre alten Niedersachsenrekord des SV Wacker Osterwald in der Olympischen Staffel (400-200-200-800 Meter) gleich um neun Sekunden auf 4:18,41 Minuten. Zum Vergleich: In der aktuellen Landesbestenliste der Männer rangiert das Team damit auf Rang vier. Für das Quartett war es zugleich der fünfte Landesrekord in den letzten drei Jahren.
Eindrucksvoll auch der Mannschaftserfolg bei den Landesfünfkampfmeisterschaften in Wilhelmshaven. Trotz schwacher Leistungen von Joachim Hickisch und Hans-Georg Müller erreichte das Team mit Helmut Meier noch 5.349 Punkte, rund 600 Punkte mehr als der aktuelle Mannschaftsmeister Schwarzenau in Darmstadt. (22.09.08)
Die Langstreckenläufer und -läuferinnen der LG Telis Finanz Regensburg holten am Sonntag bei den 10 km Straßenlaufmeisterschaften in Erding alle vier Titel. Mastersläuferin Veronika Ulrich (*1968) überraschte dabei die DM-Sechste, Lokalmatadorin Bernadette Pichlmeier (*1969, LAG Mittlere Isar) mit einem scharfen Antritt auf den letzten zweihundert Metern und einer Endzeit von 35:03. Die Seniorinnen aus der Oberpfalz siegten in beiden Teamwertungen, bei den Frauen mit Kathi Kaufmann, der Dritten der Frauenwertung (37:13).
Bei den Frauen belauerten sich Bernadette Pichlmeier und Veronika Ulrich praktisch die ganzen vier Runden lang. Als dann die Lokalmatadorin vierhundert Meter vor dem Ziel zum Angriff blies, konterte die Telis-Frau eiskalt und siegte knapp mit zwei Sekunden Vorsprung.Bernadette Pichlmaier nahm ihre Niederlage eher gelassen hin. Den Erdinger Lauf absolvierte sie aus ihrem laufenden Marathontraining heraus. Beim Frankfurt-Marathon will die 39-Jährige eine Zeit unter 2:40 Stunden laufen. Katharina Kaufmann, die "grande dame" des Regensburger Langstreckenlaufs, sorgte als Dritte mit nun fast 48 Lebensjahren erneut für mehr als ein Ausrufezeichen.
Der junge Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) wurde bei den Männern seiner Favoritenrolle mit einem überlegenen Sieg in 30:55 voll gerecht. Kurz nachdem der Starter Punkt 14 Uhr die fast dreihundert Teilnehmer/innen der Landeswertung auf den nicht ganz einfachen, 2,5 km langen Rundkurs geschickt hatte, kristallisierte sich ein Führungsquartett mit dem in der Gästeklasse laufenden Kenianer Sawe, Hannes Hillebrand von den Sportfreunden Friedberg, dem Erlanger Josef Katib und dem späteren Sieger heraus. Der Tempoverschärfung des Afrikaners bei Streckenmitte konnte dann nur noch Philipp Pflieger folgen, der seinerseits eingangs der letzen Runde seinen Turbo zündete und noch einen satten Vorsprung von 18 Sekunden herauslief.
Insgesamt gut im Gesamtfeld konnten sich dabei die Seniorenläufer platzieren. Johann "Hans" Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) überschritt als Gesamtfünfter und Vierter der Meisterschaftswertung schon nach 31:57 Minuten die Ziellinie; gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen Peter Kozlowski (*1965) und dem 31-Jährigen Marco Sturm, eine Woche zuvor noch bei der Berglauf-WM in der Schweiz am Start, holte der Ausnahmeläufer damit Bronze in der Mannschaftswertung der Männer. Klaus Sörgel (*1966, LG Landkreis Roth) gewann die M40 mit einer Zeit von 32:57 Minuten und Reinmund Hobmaier (*1962, Post-Telekom-SV Rosenheim) holte sich in der M45 mit einer Leistung von 33:29 Minuten den Meistertitel. Eine Revanche gelang in der M55 Manfred Dormann (*1950, TV Bad Brückenau). Vor einer Woche unterlag er in Karlsruhe deutlich Elmar Fries (*1953, TV Geiselhöring). In Erding hatten sich beide Seniorenläufer verbessert, und nun lag Manfred Dormann vor Elmar Fries. Klassensieger in der M60 wurde der Favorit Erwin Mammensohn (*1948, TG Viktoria Augsburg).
Erwartungsgemäß beherrschten Veronika Ulrich (*1968), Bernadette Pichlmaier (*1969) und Katharina Kaufmann (*1961) ihre Altersklassen W35, W40 und W45. Mit einer Zeit unter der 40 Minuten-Grenze bewiesen in Erding aber noch weitere Seniorinnen eine Spitzenleistung: Constanze Boldt, Barbara Stich, Monika Kaiser, Marcela Loza Hilares und Ulrike Mayer-Tancic. Enger als erwartet wurde der Wettbewerb in der W50. Mit 12 Sekunden Vorsprung setzte sich die Favoritin Christine Sachs (TV Geiselhöring) mit einer Zeit von 41:28 Minuten gegen Gerlinde Wahl (TSV Neuhaus/Aisch) durch. Mit Medaillen verließen auch am Sonntag wieder die Aichacher Seniorinnen die Wettkampfstätte. In der W55 gewann Christiane Göttner vor Herta Bergmann und in der W60 musste sich Leni Bauer nur von Ursula Herzog (TSV Dinkelsbühl) geschlagen geben.
Auch von dieser bayerischen Meisterschaft liegt bislang keine vollständige Ergebnisliste vor. (Quelle www.lg-regensburg.de, 22.09.08, aufgefrischt mit Hilfe des Beitrags von Dieter Claus, BLV-Webseite am 22.09.08)
Aufgefrischt am 26.09.08: Alle Resultate
Der Speerwerfer Peter Esenwein (*1967, LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) hat sich von der verpassten Olympiateilnahme nicht unterkriegen lassen und peilt jetzt die WM 2009 in Berlin an. Im Interview mit leichtathletik.de erklärt der EM-Sechste von 2006, woher er sich mit 40 Jahren noch den Antrieb und die Kicks für die Zukunft holt.
Peter Esenwein, Sie haben auf den Wettkampf beim Weltfinale vor Ihrer Haustüre in Stuttgart verzichtet, obwohl Sie über eine Wildcard eine Startberechtigung gehabt hätten. Warum?
Peter Esenwein: Ich konnte zuletzt wegen Schmerzen im Bereich des Sehnenansatzes meiner rechten Schulter nicht richtig trainieren. Die Verletzung habe ich mir zugezogen, weil ich nach den deutschen Meisterschaften im Juli in Nürnberg auf fünf Wettkämpfen in zwölf Tagen geworfen hatte – schließlich wollte ich die Qualifikation für die Olympischen Spiele noch unbedingt schaffen. Leider hat das ja nicht geklappt. Außerdem habe ich mit der Wildcard gar nicht gerechnet und habe deswegen meinen Trainingsumfang zum Ende der Saison bereits heruntergefahren.
Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach dem Wettkampfjahr 2008 aus?
Peter Esenwein: Natürlich negativ. Mein großes Ziel, in Peking zu starten, habe ich nicht erreicht. Das Jahr begann mit einer Leistenoperation im April, nach der ich zunächst sechs Wochen lang pausieren musste. Dann wurde meine Form aber besser, und im Juni in Schönbeck habe ich die Olympianorm von 82 Metern um 72 Zentimeter übertroffen. Im Anschluss wollte ich die Norm beim Europacup in Annecy ein zweites Mal bestätigen, um das Ticket nach China zu lösen. Dummerweise war die Anlaufbahn in Annecy ein Unding, ich bin nur durch die Gegend gerutscht und habe mir dabei den Adduktor gezerrt: Also wieder zwei Wochen Pause. Bei der DM hat es geregnet wie die Sau, was mich meinem Ziel auch nicht gerade näher gebracht hat. Ich hatte ganz schön viel Pech dieses Jahr.
Im Dezember werden Sie 41 Jahre alt. Die große Frage ist natürlich, ob Sie 2009 noch eine Saison dranhängen?
Peter Esenwein: Ja, ich will weitermachen und bei der Weltmeisterschaft in Berlin werfen. Das ist mein Antrieb. Ohne die WM im eigenen Land würde ich meine Karriere nun wohl beenden. Aber ich habe gemerkt, dass der Speer noch richtig weit fliegen kann. Das will ich nutzen.
Gibt es für Sie nach zwölf Jahren Hochleistungssport noch Neues und Spannendes im Speerwurf zu entdecken?
Peter Esenwein: Ja, klar. Ich drehe ganz bewusst an den kleinen Rädern und baue in mein Kraft- und Techniktraining immer neue, abwechslungsreiche Übungen und Elemente ein. Das Ergebnis ist, dass ich mich in meinen Kraft- oder Sprintwerten immer wieder selbst toppe. Das gibt mir die Motivation und den Kick für die Zukunft.
Werden Sie manchmal wütend, wenn man Sie als „zu alt zum Speerwerfen“ bezeichnet?
Peter Esenwein: Das lässt mich relativ kalt. Vielleicht sagen das mache Menschen ja nur, weil sie unzufrieden sind, dass sie selbst nicht so lange Leistungssport betreiben konnten. In der Leichtathletik gibt es zum Glück klar messbare Werte. Entweder du schaffst die Norm und damit die Qualifikation oder eben nicht. Die Ergebnisse sprechen für sich, ein „zu alt“ gibt es da nicht. Wo haben Sie sich das Speerwurffinale der Olympischen Spiele angeschaut?
Peter Esenwein: Vor dem Fernseher mit meiner Freundin.
Was ging dabei in Ihnen vor?
Peter Esenwein: Na ja, emotionslos habe ich das natürlich nicht verfolgt, das können Sie mir glauben. Mir wurde klar, dass ich da eigentlich dazugehöre. Ich habe Leistungen und Weiten gesehen, die ich in diesem Jahr auch schon erreicht habe. Der Norweger Andreas Thorkildsen war mit 90,57 Meter eine Klasse für sich. Am meisten berührt hat mich aber die Silbermedaille für Ainars Kovals aus Lettland (86,64 Meter, d. Red.). Er wurde als dritter lettischer Werfer mit nach Peking geschickt, obwohl er die A-Norm des internationalen Leichtathletik-Verbandes (81,80 Meter, d. Red.) zuvor nicht erfüllt hatte. Der lettische Verband hat ihm trotzdem das Vertrauen geschenkt. Da habe ich mich gefragt, wo das Vertrauen meines Verbandes geblieben ist.
Mit Christina Obergföll, Steffi Nerius und Katharina Molitor haben es drei deutsche Speerwerferinnen ins Olympiafinale geschafft, während die männlichen Kollegen Stephan Steding und Alexander Vieweg deutlich in der Qualifikation scheiterten. Wo liegen die Unterschiede?
Peter Esenwein: Von den Vorleistungen her war die Hoffnung schon berechtigt, dass es die Jungs auch in den Endkampf schaffen. Aber eine Qualifikation bei Olympischen Spielen ist einfach ein mords Ding. Das war für Stephan und Alexander etwas gänzlich Neues. Die deutschen Frauen sind da schon erfahrener und abgezockter.
Obwohl Sie noch ein Jahr dranhängen, werden Sie sich sicher schon Gedanken über das Leben nach dem Leistungssport gemacht haben.
Peter Esenwein: Stimmt. Ich habe Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Nürtingen studiert und kann mir gut vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten. Es war mir immer wichtig, neben dem Sport auch was für den Kopf und für meine Zukunft zu machen. Außerdem bin ich beim Württembergischen Leichtathletik-Verband als Verbandstrainer angestellt und gebe Stützpunkttraining in Schwäbisch Gmünd.
In Ihrer Heimat Göppingen spielt der Handball-Bundesligist Frisch Auf. Mit ihrem Wurfarm wären Sie bestimmt eine gute Waffe aus dem Rückraum. Haben Sie mal überlegt, zum Handball zu wechseln?
Peter Esenwein: In der Tat habe ich früher in Fellbach in der Oberliga gespielt. Es wäre auch möglich gewesen, im Handball Karriere zu machen. Ich habe mich dann aber für das Speerwerfen entschieden. Jetzt fange ich sicher nicht wieder mit dem Handball an – aber zu den Heimspielen von Frisch Auf Göppingen gehe ich immer wieder gerne. (www.leichtathletik.de, 22.09.08)
Enormer Zeit- und Erfolgsdruck haben den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zum Umbau seiner Sport-Spitze gezwungen. 327 Tage vor dem Startschuss der Weltmeisterschaften in Berlin zog der Verband auf seiner Spitzensporttagung in Kienbaum bei Berlin die Reißleine: Andere Köpfe, Ideen und Strukturen sollen nach dem Debakel von Peking den ersehnten Aufschwung für die olympische Kernsportart bringen. Der bisherige Cheftrainer, Jürgen Mallow wurde, wie inoffiziell schon angekündigt zum Sportdirektor gemacht. Zum neuen Cheftrainer für alle Laufdisziplinen einschließlich Hürden (DLV-Jargon: Track) wurde Rüdiger Harksen benannt und Herbert Czingon zum neuen Cheftrainer für alle technischen Disziplinen (DLV-Jargon: Field).
Auf der Spitzensporttagung vier Wochen nach den Olympischen Spielen forderte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, dass es künftig eine wirksamere Steuerung der Athleten in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Wettkampfplanung und Trainingsentwicklung geben müsse, um bei der WM 2009 in Berlin erfolgreich abzuschneiden. Im Klartext: Die Kommunikation muss effektiver werden. Harksen und Czingon könnten dabei in ihrer neuen Verantwortung von ihren Erfahrungen als Heimtrainer profitieren. Sie arbeiten "näher am Mann" und haben einen besseren Draht zur Basis. "Ich bin überzeugt, dass wir sowohl bei den Athleten als auch bei den Trainern das Potential haben, bei der WM 2009 gut abzuschneiden," erklärte Prokop optimistisch.
Drei Tage lang hatten rund 120 Teilnehmer der Tagung, darunter zahlreiche Bundestrainer, Heimtrainer und Vereinsvertreter, kontrovers das unbefriedigende Ergebnis des DLV-Teams bei den Olympischen Spiele in Peking (China) diskutiert. Dabei wurden auch Fehler in der Vorbereitung einzelner Athleten eingestanden. "Wir müssen die wahrgenommene Krise als Chance nutzen. Ziel muss es jetzt sein, das vorhandene Potential für die WM 2009 sowie die Spiele 2012 in London voll auszuschöpfen. Wir werden unser gesamtes kreatives Potential abrufen, damit die Leichtathletik-Fans in Deutschland eine erfolgreiche WM 2009 sehen", versprach der verantwortliche DLV-Vize Professor Dr. Eike Emrich. Dabei sollen vor allem auch junge Athleten, die zuletzt in den Fokus gerückt sind, besser gefördert werden.
Offiziell teilte die DLV-Spitze in Kienbaum mit, der bisherige Cheftrainer Jürgen Mallow agiere künftig als Sportdirektor. "Jürgen Mallow hatte zuletzt sowohl als Cheftrainer als auch als Sportdirektor agiert. Künftig hat er wieder mehr Zeit für Führungsaufgaben. Ich halte Mallow für einen der wichtigsten und kreativsten Köpfe der deutschen Leichtathletik. Er wird weiter den Bereich Leistungssport führen. Die beiden Cheftrainer werden sich unter anderem um die Optimierung des Trainings sowie um die Optimierung der jeweiligen Abstimmungsprozesse kümmern", erklärte Eike Emrich.
Nach Ansicht von Beobachtern "ist das alles nur Etikettenschwindel und Augenwischerei: Ein in Peking außer Rand und Band geratener Cheftrainer wird hochgelobt, zwei Bundestrainer bekommen „pro forma“ den Titel „Cheftrainer“, werden dafür natürlich entsprechend entlohnt, und damit hat man das Ergebnis Peking abgehakt und genug für die Öffentlichkeit getan. Sicherlich war auch das Innenministerium „not amused“ über die Ausraster des bisherigen Cheftrainers", meinte ein führender süddeutscher Leichtathletikexperte gegenüber masters-sport.de und ergänzte: "Vielleicht ist in der Ablösung von Cheftrainer Mallow ein Eingeständnis zu sehen, dass dessen Konzept der Individualisierung des Leistungssportes ganz einfach gescheitert ist. In Zusammenarbeit mit Eike Emrich hatte Mallow nahezu jede zentralen Steuerung der Leistungssportentwicklung aufgegeben und sie den einzelnen Vereinen und Heimtrainern übergeben - ohne Kontrolle, Vorgaben, Planung, Vermittlung von Fachwissen und Koordination. Der DLV hatte sich faktisch auf die Position des bloßen Geldverteilers zurückgezogen."
Ähnlich wertete am Sonntag auch die FAZ den organisatorischen Umbau und stellte gleich auch die im kommenden Jahr anstehende Wied