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Annettes Seite 2008:

Meine Informationen und Nachrichten für die deutsche Masters-Leichtathletik


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sportgate.de-Überblick: Silvesterläufe in Deutschland und Österreich - Keiner gewinnt in Erfurt

Lokalmatador Sebastian Keiner (*1989, LC Erfurt) hat den 35. Erfurter Silvesterlauf über die 4-km-Distanz gewonnen. Bei klirrender Kälte von minus neun Grad Celsius siegte die 800-m-Hoffnung in 11:45,55 Minuten. Eine Premiere beim heimischen Silvesterlauf feierte der Thüringer Nils Schumann. Der 800-m-Olympiasieger von Sydney kam ebenso wie seine Frau Korinna Fink, die nach der Babypause wieder auf die 400-m-Strecke zurückkehrt, locker mitten im 10-km-Feld an. "Ich trainiere derzeit meine Ausdauer und laufe viel Ski in Oberhof. Ich werde nach etlichen Infekten in der Vorbereitung die Hallensaison wohl auslassen und im Sommer nochmal versuchen, mitzuhalten", sagte Schumann. Überlegener Gewinner des 10-km-Hauptlaufes wurde der mehrfache Rennsteiglaufsieger Christian Seiler (LC Erfurt). Bei den Frauen setzte sich über 4km Nachwuchs-Mittelstrecklerin Theresa Berles (Erfurter LAC) in 14:40,78 Minuten durch.
Der deutsche 10-km-Meister Falk Cierpinski aus Spergau und Marathon-Olympiastarterin Melanie Kraus aus Leverkusen sorgten derweil beim 28. Silvesterlauf im schwäbischen Bietigheim für Favoritensiege. Ex-Triathlet Cierpinski, Sohn des Hallenser Doppel-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, setzte sich auf der 11,2-km-Strecke in 32:45 Minuten gegen Vorjahressieger Sebastian Hallmann (München/32:51) und den Wattenscheider Christian Glatting (32:57) durch. Ein einsames Rennen bestritt Melanie Kraus (*1974, Bayer 04 Leverkusen), die nach 37:16 Minuten mehr als eine Minute Vorsprung vor der Zweitplatzieren Veronika Ullrich (*1968, LG telis finanz Regensburg/38:22) hatte. Bei Minusgraden auf der 11,2 Kilometer langen Strecke verbesserte die Siegerin die alte Strecken-Bestmarke der deutschen Marathon-Meisterin Susanne Hahn um sieben Sekunden. Rang drei erkämpfte sich Mira Glocker (Tübingen/38:56). Nach Veranstalterangaben säumten 20.000 Zuschauer die Strecke, fast 4000 Läufer waren am Start.
In Trier dominierten die Teilnehmer aus Kenia und Äthiopien und feierten jeweils Dreifach-Erfolge. Bei den Männern siegte der 10.000-m-Olympiadritte Micah Kogo aus Kenia über die 8-km-Strecke in 23:07,8 Minuten) vor seinen Landsmännern Shadrack Lagat (23,20,3) und Hosea Tuei (23:22,7). Bester Deutscher vor mehr als 15.000 Zuschauern war der Berliner Carsten Schlangen auf Platz vier (23:28,5). Bei den Frauen setzte sich die Äthiopierin Mimi Belete über die 5km in 16:07,0 Minuten vor ihrer Schwester Almensh (16:14,2) und Abebu Gelan (ebenfalls Äthiopien/16:19,1) durch. Antje Möldner (Potsdam), deutsche Meisterin über 3000-m-Hindernis, belegte in 16: 20,1 den vierten Rang.
Beim teilnehmerstärksten deutschen Silvesterlauf über 15km entlang der Bundesstraße 1 vom westfälischen Werl nach Soest.ging der Sieg an Lars Haferkamp und Heike Bienstein. Der Refrather Haferkamp erreichte das Ziel in 47:45 Minuten vor Tobias Severin (Bochum/48:38) und Christian Gehmke (Paderborn/49: 20). Die Dortmunderin Bienstein, die vor knapp drei Wochen Sechste der Cross-EM in der Altersklasse U23 geworden war, wiederholte ihren Vorjahressieg und war in 52:50 Minuten über eineinhalb Minuten schneller als 2007. Den Startschuss für die 7700 Teilnehmer hatte Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, gegeben. Auch bei der 27. Auflage der Veranstaltung ging es um den guten Zweck. 50.000 Euro kamen an Spendengeldern zusammen. Sie gehen an Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Soest. Insgesamt sammelten die Silvesterläufer seit 1982 damit schon 1,1 Million Euro für verschiedene Hilfsorganisationen.
Beim 33. Berliner Silvesterlauf im Grunewald setzten sich der Potsdamer Gregor Buchholz und die Berlinerin Elisabeth Haas durch. Auf der anspruchsvollen 9,9km langen Strecke benötigte Buchholz 31:34 Minuten, Haas war nach 38:57 im Ziel. 1732 Teilnehmer gingen an den Start. Beim 20. Silvesterlauf im oberösterreichischen Linz-Peuerbach wurde Vorjahres-Überraschungssiegerin Julia Viellehner Vierte. Die 23-Jährige von der LG Passau hatte nach 5,1km in 16:24 Minuten neun Sekunden Rückstand auf die Tagesschnellste Mare Dibaba-Hurssa (Äthiopien/16:15). Bei den Männern lief der Österreicher Günther Weidleringer über 6,8km zu seinem siebten Erfolg (19:18). Hatte sich Weidlinger in den vergangenen Jahren meist früh abgesetzt und souverän gewonnen, musste der Olympia-Teilnehmer diesmal bis zum Schluss kämpfen. Der Äthiopier Äthiopier Shumye-Tafere Alemayehu und der Marokkaos 10.000 Meter-Meister Najim El-Qady führten ab der Hälfte das Feld an, Weidlinger hielt aber Anschluss und ging mit 20 Meter Rückstand in die Schlussrunde. Mit einem starken Schlussspurt holte er noch seinen siebenten Erfolg, mit dem er nun alleiniger Rekordsieger vor dem deutschen Sechsfach-Sieger Carsten Eich ist. "Auf die letzten 500 m bin ich richtig stolz, die waren sehr schnell", sagte Weidlinger anschließend.
(aus sportgate.de, 31.12.08)


Silvesterläufe in Deutschland: Mehr als 100.000 auf den Beinen

Der 31. Dezember ist nicht nur ein lauter, sondern auch bewegender Tag: Allein in Deutschland gibt es rund 100 Silvesterläufe, zu denen mehr als 100 000 Teilnehmer erwartet werden. Der bedeutendste ist der Silvesterlauf in Trier, wo ab 14 Uhr unter anderem Kenias 10 000-Meter-Ass Micah Kogo und Europameisterin Ulrike Maisch über acht (Männer) und fünf Kilometer (Frauen) starten. Wegen einer fiebrigen Erkältung der ganzen Familie über die Weihnachtstage musste die Jahresweltbeste über die Marathon- und 10 000-Meter-Distanz Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) allerdings schweren Herzens absagen, nachdem zuvor schon Vorjahressiegerin Sabrina Mockenhaupt und Jan Fitschen verletzungs- und krankheitsbedingt hatten passen müssen. "Wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen", sagt dazu Triers Organisator Berthold Mertes. Doch Mikitenko sollte eigentlich sein Zugpferd sein.
Der größte deutsche Silvesterlauf steigt einmal mehr in Westfalen von Werl nach Soest entlang der Bundesstraße 1 über 15 Kilometer. Erwartet werden dort rund 8000 Teilnehmer. Rund 4000 Teilnehmer werden sich heute ab 14.30 Uhr am 28. Bietigheimer Silvesterlauf beteiligen. Viele tausend Zuschauer feiern einmal mehr diesen besonders stimmungsvollen Lauf. In Berlin werden auch in diesem Jahr wieder mehrere Silvesterläufe stattfinden. Die meisten Teilnehmer erwartet der SCC Running, der ab 12.00 Uhr bereits zum 33. Mal zum Silvesterlauf über den Teufelsberg einlädt. Die Veranstalter rechnen damit, dass etwa 2.000 Hobbysportler die 9,9 Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen werden. Bereits um 10.00 Uhr beginnt in Berlin der Viertelmarathon über gut zehn Kilometer um den Weißen See. Eine Stunde später startet der Grünauer Silvesterlauf am Karolinenhof. Die letzte Startmöglichkeit im alten Jahr gibt es um 14.00 Uhr ebenfalls über zehn Kilometer im Plänterwald.Auch in und um Hamburg gibt es diverse Läufe, etwa den "Rund um die Teichwiesen" in Volksdorf (Start: 12 Uhr). Etwa 1000 Sportler werden dort auf eine oder mehrere 2600-Meter-Runden gehen. Nachmeldungen sind möglich. Noch genügend Startplätze gibt es auch in München. Dort besteht ab 8 Uhr in der Arena hinter dem Olympiastadion in München die Möglichkeit, sich spontan für das 10-Kilometer-Rennen ab 12 Uhr (Kinder starten ab 11.15 Uhr) anzumelden. Die klimatische Vorhersage verspricht einen gelungenen Wettkampftag in der bayerischen Metropole. "Es ist trocken und kalt", sagt Alexa Eisner, die Vorsitzende des Veranstalters MRRC. "Das ist das perfekte Laufwetter."
Der Erfurter Silvesterlauf feiert in diesem Jahr Jubiläum. Die große Thüringer Lauffamilie ist zur 35. Auflage des breitensportlichen Spektakels eingeladen. Mit Pauken und Trompeten und 35 Böllern wird der "Tausendfüßler" rund um das Steigerwaldstadion ab 11 Uhr auf Kurs gehen. Jeder Teilnehmer erhält im Ziel eine Goldmedaille. Die 35. Auflage fiert auch der Silvesterlauf in Kiel-Ellerbek, bei dem ab 13 Uhr die Läuferinnen und Läufer auf dem Ellerbeker Rohdehoffplatz auf die 5,5km lange Strecke gehen.
In Köln kann zwischen zwei Läufen gewählt werden. Ambitionierte Läufer treffen sich zum Klassiker über 10km durch die Merheimer HeideDer Klassiker über zehn Kilometer durch die Merheimer Heide geht, der auch schon in die 33. Auflage geht. Start und Ziel befinden sich auf der Sportanlage des TuS Köln rrh. in Köln Höhenberg. Um den Läuferinnen und Läufern gerecht zu werden, wird das Rennen aufgeteilt. Um 12 Uhr gehen die Läufer an den Start, die für die Strecke mehr als 45 Minuten benötigen, die schnellen starten 75 Minuten später. Schon um 10 Uhr startet der Silvesterlauf - auch für ungeübte Läufer und Anfänger - durch den (Köln-)Dünnwalder Busch. Hier geht es auf einen 2,8 Kilometer langen Rundkurs, der auch für Walker geeignet ist. Die Laufzeit beträgt eine Stunde. Um elf Uhr wird mit einem Böllerschuss das Ende des Laufes angekündigt. Bei dieser Veranstaltung steht mehr das gemeinsame Laufen im Vordergrund.
Im oberösterreichischen Peuerbach geht es noch einmal ab 12.45 Uhr zur Sache. Vor bis zu 10.000 Zuschauern sind im „Lauf der Asse“ bei der 27. Auflage dieses Silvesterlaufes nicht weniger als 51 Spitzenathleten aus 20 Nationen auf der Jagd nach Preisgeld. 500 Euro gibt es für einen neuen Streckenrekord, je 600 Euro für die Sieger im Damen- und Herren-Bewerb. Zu schlagen gilt es dabei aber den sechsfachen Peuerbach-Sieger Günther Weidlinger, dem 15 nationale Meister aus Europa, Afrika und Amerika das Leben auf der 6800 Meter langen Laufstrecke schwer machen wollen.
Hier geht es zur Silvesterlauf-Liste von www.lauftreff.de und zu der von Klaus Michalski
(31.12.08, aufgefrischt 01.01.09)


DLV-Trainer kritisieren Goldmann-Entscheidung des DLV - Widersprüche

Kaum hängen in Braunschweig und allen anderen größeren Städten Deutschlands große Plakate für die Leichtathletik-WM im August in Berlin, da produzieren die deutschen Leichtathleten Negativschlagzeilen. Es geht um Wurf-Bundestrainer Werner Goldmann, dessen Fall bereits vor den olympischen Spielen hochgekocht war, aber für das Unternehmen Medaillengewinn in Peking wieder vertagt wurde. Goldmann, Trainer des Olympia-Vierten im Diskuswurf Robert Harting, war beschuldigt worden, Athleten in der DDR Dopingmittel verabreicht zu haben. Nach einer Anhörung durch seine unabhängige Anti-Doping-Kommission im November verurteilte ihn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nun als "Dopingtäter der früheren DDR", und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) beendete folgerichtig zum Jahresende das Beschäftigungsverhältnis mit seinem verantwortlichen Trainer.
Doch jetzt wurde bekannt, dass der 58-Jährige trotzdem Vize-Weltmeister Robert Harting bei der WM in Berlin zur Medaille führen soll. "Er hat kein Berufsverbot und wird seine Athletengruppe weiter betreuen", bestätigte DLV- Cheftrainer Herbert Czingon. Czingon übte nach Medienangaben zugleich deutliche Kritik am Umgang mit früheren DDR-Trainern. Es sei "heuchlerisch und nicht glaubwürdig", wenn man Mitarbeiter, die nach der Wende mehr als 15 Jahre tadellos gearbeitet hätten, von 1992 bis 2004 vier Mal zu Olympia mitgenommen habe, ihnen dies jedoch 2008 wegen 25 Jahre zurückliegender Vergehen verweigere und sie mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bestrafe. Czingon sieht deutliche Versäumnisse beim einstigen Deutschen Sport-Bund: "Es war bekannt, dass in der DDR flächendeckend gedopt wurde. Dennoch wurden viele Trainer dieses Systems angestellt. Es darf jetzt nicht sein, dass es nach so langer Zeit gegen Einzelne so schwerwiegende Entscheidungen gibt, zumal sie sich sehr lange bestens bewährt haben." Berliner Leichtathletikvereine wollen jetzt die Finanzierung von Trainer Goldmann erörtern, der auch U18-Diskus-Weltmeisterin Julia Fischer betreut.
Laut Czingon soll überdies mit Klaus Schneider (Magdeburg) einer der beiden DLV-Trainer kommissarisch die Aufgaben Goldmanns übernehmen, gegen die auf DOSB-Ebene noch ähnliche Ermittlungen wie bei Werner Goldmann laufen. Schneider hatte Kugelstoßerin Nadine Kleinert in die Weltspitze geführt. Er und Mehrkampftrainer Klaus Baarck müssen ebenfalls wegen ihrer DDR-Trainervergangenheit noch Konsequenzen durch die DOSB-Dopingkommission fürchten. Das gilt auch für Schwimmtrainer Norbert Warnatzsch, der vor Wochenfrist im Baden-Badener Kurhaus als Trainer von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen von der versammelten deutschen Sportprominenz -mit DOSB-Chef Bach an der Spitze- gefeiert worden war, als die Sportler des Jahres gekürt wurden.

Auf die Frage der Frankfurter Rundschau, ob es fast 20 Jahre nach dem Fall der Mauer nicht ein wenig zu spät sei, um die ja eigentlich schon lange bekannte Dopingvergangenheit des gesamtdeutschen Sports aufzuarbeiten, reagierte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper gestern mit einer Gegenfrage: "Will man solche Leute denn bei Olympischen Spielen dabei haben?" DLV-Trainer Klaus Schneider hatte diese Frage zuvor schon wie Czingon beantwortet: "Ich war viermal bei Olympia, ohne dass sich jemand daran gestoßen hat. Ich verstehe nicht, warum das jetzt wieder aufkommt." Mehr aber wollte der Kugelstoßbundestrainer wegen der laufenden Ermittlungen nicht sagen.(Quellen: newsclick, sid, FR 30.12.08)

Frankfurter Silvesterlauf: Bei klirrender Kälte gab es nichts für Masters zu gewinnen
Startpass-Entscheidung "für Athleten aus der Region"

Es war trocken, sonnig, aber eiskalt beim 30. Frankfurt Silvesterlauf am vergangenen Sonntag. Die Temperaturen lagen "nur" um den Gefrierpunkt, doch zusätzlich machte der eisige Wind den Läuferinnenn und Läufern zu schaffen. Die Frankfurter Rundschau sah Simret Restle, die Siegerin des 30. Silvesterlaufs von Spiridon Frankfurt, unterwegs gar "schier erstarren". Tatsächlich war die für Eintracht Frankfurt startende Favoritin bereits fast 100m hinter Mastersläuferin Veronika Ulrich (*1968, LG Regensburg) zurückgefallen. Doch die in Eritrea geborene Restle arbeitete sich dann auf dem zehn Kilometer langen Rundkurs im Frankfurter Stadtwald wieder an ihre Kontrahentin heran und hatte im Ziel in 35:12 Minuten die Nase vorne. Ulrich, die den Frankfurter Silvesterlauf zuvor schon dreimal gewonnen hatte, lag als Zweite zwei Sekunden dahinter. Sie wurde allerdings in der Hauptklasse gewertet und nicht als W40-Siegerin.
In Abwesenheit jeglicher afrikanischer Profis lagen bei den Männern auf den ersten 12 Plätzen Läufer aus der Hauptklasse; es siegte Heiko Baier (*1984, LG Fulda) in 30:41 Minuten vor Timo Zeiler (*1981, TSV Trochtelfingen), der nach 30:43 Minuten ins Ziel kam. Bei den Senioren lieferten sich Hakim Ouahioune (*1963, SC Blau-Gelb Marburg) und MarkusZerres (*1963, TV Waldstraße Wiesbaden) einen packenden Zweikampf, den der Marburger schließlich ganz knapp in 33:56min für sich entschied. Markus Zerres folgte mit zwei Sekunden Abstand. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt, zusätzlich strich ein eisiger Wind den Läufern um die Ohren. Ansonsten nutzten trotz der klirrenden Kälte insgesamt 2206 Läuferinnen und Läufer die Gelegenheit zum sportlichen Jahresausklang. Die Verlegung des Jubiläumsrennens auf den Sonntag vor Silvester hatte der Teilnehmerzahl damit keinen Abbruch getan, wobei es laut Thomas Rautenberg, Vorsitzender des veranstalenden Spiridon Frankfurt, auch Sinn und Zweck gewesen sei, den wochentags arbeitenden Sportlern eine Gelegenheit zum Mitmachen zu geben.
Noch eine neue Regelung gab es in Frankfurt. Wie bereits bei vielen anderen mittelgroßen Läufen gab es die ausgelobten Preisgelder von 300 , 200 und 100 € für die Plätze 1 bis 3 nur noch für Starter mit einem gültigem DLV oder DTU Startpass, "um die Athleten aus der Region zu stützen". Denn nicht nur in Hessen verzichten sie zunehmend auf Starts, wenn die Spitze nur noch aus Berufsläufern besteht. Die Regelung richte sich nicht gegen Ausländer, erklärte Thomas Rautenberg gegenüber laufreport.de. Aber man habe die Entwicklung der vergangenen Jahre verfolgt und sei diesen Schritt nun bewusst gegangen. Der Silvesterlauf sei ein regionaler Lauf und solle es auch bleiben. "Wir wollen mit dieser Regelung diejenigen ins Spiel bringen, die sich das gesamte Jahr über am Wettkampfbetrieb beteiligen, und nicht Vorbeireisende", sagte er. "Man soll auch in Zukunft merken, dass das ein Lauf ist, der es den Athleten aus der Region wert ist daran teilzunehmen." Über die Tatsache, dass damit vereinslose Läufer ausgeschlossen werden, habe man auch nachgedacht. Doch insgesamt lasse sich feststellen, dass diejenigen, die richtig vorn dabei seien, auch in einem Verein organisiert seien.
Alle Ergebnisse hier und mehr
(Quellen: Frankfurter Rundschau, laufreport.de, 30.12.08)


DLV trennt sich von Wurftrainer Werner Goldmann

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) trennt sich zum Jahresende von seinem Wurftrainer Werner Goldmann. Der 58-Jährige, der auch Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting betreut, wird nach einem Bericht des Deutschlandfunks von der Doping-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) unter Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Steiner nach abschließender Prüfung als "Dopingtäter in der früheren DDR" angesehen. "Der Arbeitsvertrag mit Werner Goldmann wird am 31. Dezember 2008 auslaufen", sagte Norbert Brenner, stellvertretender DLV-Generalsekretär, im Deutschlandfunk. Vor den Olympischen Spielen im August in Peking hatte Werner Goldmann in einer Anhörung gegenüber dem Kommissionsvorsitzenden Steiner eine offenbar wahrheitswidrig von ihm unterschriebene Ehrenerklärung bekräftigt, zu keiner Zeit in Doping-Praktiken verstrickt gewesen zu sein (mehr...). Daher drohen ihm jetzt möglicherweise weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen, u.a. die Rückzahlung der bei den Olympischen Spielen in Peking angefallenen Reise- und Aufenthaltskosten.
Anlass für die jetzige Entscheidung war ein Bericht der ZDF-Sendung "Frontal21" im Juli des Jahres. Darin hatte der frühere DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs gesagt, Anfang der 80er Jahre von Goldmann unter anderem mit dem Anabolikum Oral-Turinabol versorgt worden zu sein. Der 48-jährige Jacobs, ein vom Bundesverwaltungsamt staatlich anerkanntes Dopingopfer, musste sich vor wenigen Jahren wegen einer starken Schädigung des Herzens einer Herztransplantation unterziehen.
Die Unabhängige Antidoping-Kommission des DOSB hatte dann am 21. November Trainer Goldmann und Dopingopfer Jacobs angehört; den Wunsch der Kommission nach Gegenüberstellung hatte Goldmann abgelehnt. Gerd Jacobs war einst Trainingspartner des auch von Goldmann trainierten DDR-Kugelstoß-Olympiasiegers 1988, Ulf Timmermann. Seit langem ist er Leichtathletik-Trainer beim SCC Berlin. Bereits Ende der 90er Jahre hatten zwei ehemalige Athletinnen Goldmann vorgeworfen, ihnen als Minderjährige Dopingmittel gegeben zu haben. Ein Strafverfahren gegen ihn wurde damals gegen Zahlung von mehreren 4000 DM eingestellt.
DLV-Präsident Clemens Prokop sagte, die DOSB-Kommission habe sich auf DLV-Anfrage Anfang Dezember "gegen eine Weiterverwendung ausgesprochen, wir sind der Empfehlung gefolgt". Laut DLV-Präsident hat der Verband der DOSB-Kommission "auch die Verdachtsfälle der Trainer Klaus Schneider und Klaus Baarck explizit mit der Bitte um Prüfung vorgelegt". Es liefen nun Bemühungen, "weiteres Material zu kriegen", anders als im Fall Goldmann erhebe hier aber bislang niemand konkrete Vorwürfe.
(Quelle: sid, süddeutsche 29.12.08)


WM in Berlin: Zwei Stadien am Brandenburger Tor

In der Silvesternacht wird die Leichtathletik-WM 2009 das erste Mal ganz im Mittelpunkt Berlins stehen, umringt von einer Million feiernder Menschen. Dort nämlich, auf dem schmalen Mittelstreifen der Straße des 17. Juni, steht eine große Uhr, die die Zeit bis zum Start der WM herunterzählt. In der Silvesternacht wird die Zahl „226“ aufblinken – so viele Tage sind es noch bis zur WM in Berlin. Dann sollen auf beiden Seiten des Brandenburger Tores Stadien entstehen: Auf der Straße des 17. Juni, an der Ziellinie vieler Laufwettbewerbe, werden große Tribünen für bis zu 7000 Menschen aufgebaut, sagte Cem Herder, Sprecher der WM 2009. „Und auf dem Pariser Platz planen wir ein Kulturstadion.“ Dort könnten sich die teilnehmenden Nationen präsentieren, es sei auch an eine Bühne für Experten-Interviews und Musiker gedacht. Im Frühjahr werden die Details bekannt gegeben. Dann soll auch feststehen, ob die WM-Eröffnungsfeier – vermutlich einen Tag vor den ersten Wettkämpfen am 15. August im Olympiastadion – auch in der Innenstadt ausgetragen wird.
Die Planungen werden immer konkreter. Vor wenigen Tagen hatten die Veranstalter die Laufstrecke festgelegt: So wird der 10-Kilometer-Rundkurs des Marathons vorbei an Potsdamer Platz, Siegessäule, Schloss Bellevue, Museumsinsel und zurück zum Brandenburger Tor führen. Auf der vierten Runde – der Marathon ist schließlich exakt 42,195 Kilometer lang – werde eine Schleife über 2,195 Kilometer um den Alexanderplatz gelaufen, teilten die Veranstalter mit. Der Marathon der Frauen wird am Sonntag, dem 23. August, stattfinden und der letzte Straßenwettkampf sein; die Männer starten am Tag zuvor ebenfalls um 11 Uhr. Etwas langsamer wird es am ersten Tag der Leichtathletik-WM in der Innenstadt zugehen: Dann starten am Stadion auf der Straße des 17. Juni die Geher über 20 Kilometer. Ihr zwei Kilometer langer Rundkurs verläuft bis zum Wendepunkt am Reiterdenkmal Friedrichs II. – es geht also immer hin und her. Das mag sich eintönig anhören, ist aber noch lange nicht so monoton wie der Wettbewerb über 50 Kilometer auf derselben Strecke. Da muss den Zuschauern auch etwas geboten werden.
Für die Wettkämpfe im Olympiastadion wurden bisher 170 000 Tickets verkauft. Tageskarten sind ab 30 Euro zu haben, Dauerkarten ab 350 Euro. Auch die Quartierfrage ist gelöst: Die 2500 Athleten und Funktionäre werden im Hotel „Estrel“ an der Sonnenallee in Neukölln wohnen sowie im Hotel „Berlin, Berlin“ am Lützowplatz in Tiergarten. Eine weitere Angelegenheit wird in drei Wochen geklärt: Dann wird das Maskottchen der Leichtathletik-WM 2009 vorgestellt. So viel wird verraten: Es soll – anders als „Goleo“, der Löwe der Fußball-WM 2006 – eine Hose tragen.
Tickets und Details: www.berlin2009.org

(André Görke im Tagesspiegel vom 28.12.2008)


Dr. Dieter Maisch: Comeback mit 91

Fast drei Jahre lang war er von der Bildfläche komplett verschwunden: Schmerzende Bandscheiben sowie drei Operationen hatten den Seniorensportler Dr. Dieter Maisch außer Gefecht gesetzt. Die lange Zwangspause ohne jegliche Wettkampfpraxis machte dem Läufer aus Leidenschaft zwischendurch so zu schaffen, „dass ich Depressionen bekam“. Seine Leidenszeit hat ein Ende: Für 2009 erträumt sich der inzwischen auskurierte 91-Jährige eine Rückkehr auf die Laufstrecke. Mitten im 1500-m-Lauf passierte es damals. Plötzlich ein stechender Schmerz im rechten Oberschenkel, danach das schnelle Sinnieren über den möglichen Grad der Verletzung, kurz darauf die Entscheidung, sich aus Selbstschutz-Gründen aus dem Rennen zu nehmen. Das Malheur passierte im Februar 2006 bei den Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren im österreichischen Linz. Seither hat Dr. Dieter Maisch kein einziges Rennen mehr bestritten und das Training auf Laufband, Ergometer und im hauseigenen Hallenbad reduzieren müssen.
Sehnenanriss diagnostizierten die Ärzte seinerzeit nach gründlicher Untersuchung. Die Verletzung heilte, die Schmerzen in jenem verflixten Frühjahr blieben. „In Wirklichkeit waren meine Bandscheiben ursächlich für die Schmerzen“, sagt der Kirchheimer heute. Zwei Bandscheiben-Operationen an der Uniklinik Tübingen sowie eine Lendenwirbelsäulen-OP in einer orthopädischen Klinik in München folgten, letztere im vergangenen September. Die Operationen verliefen problemfrei, kosteten aber Kraft und zehrten an den Nerven – und gingen schließlich auf Kosten seines gewohnten Trainings. „Manchmal konnte ich nur jeden dritten Tag anstatt täglich meine Übungen machen“, erinnert sich Dieter Maisch.
Mit anderen Worten: Dem bewegungsverliebten Gesundheitssportler, für den nach den olympischen Sommerspielen 1936 alles begann („mein damaliger Stuttgarter Nachbar Alfred Dompert hatte über 3000 Meter Hindernis die Bronzemedaille gewonnen und ich wollte ihm nun nacheifern“), fehlte in den letzten drei Jahren der Konsultationen und ärztlichen Eingriffen etwas. Es fehlte das Lebenselixier – der Sport. „Zeitweise war es so schlimm, dass ich Depressionen bekam“, blendet er zurück. Mit Diagnosen kennt sich Dieter Maisch aus: Mehr als ein halbes Jahrhundert praktizierte er selbst als Nervenarzt, und die Türschilder an seinem Kirchheimer Anwesen erinnern noch heute an seinen Beruf. Längst fühlt sich Dieter Maisch, der im Vorjahr ein zweites Mal heiratete, wieder wohl in seiner Haut. Bandscheiben und Lendenwirbelsäule bereiten ihm Weihnachten 2008 keine Probleme mehr, und die Last des Sinnierens ist der neuen Lust am Sporteln gewichen. „Seit der OP in München bin ich wieder schmerzfrei“, sagt er und hat die Intensität seiner täglichen Trainingseinheiten schon wieder gesteigert. 20 Minuten Aquajogging, 200 Meter Schwimmen, bis zu fünf Kilometer Laufband-Jogging und gymnastische Übungen nach wissenschaftlicher Anleitung – das ist es, was Dieter Maisch „verteilt auf den ganzen Tag“ im 92. Lebensjahr seinem Körper abverlangt. Demnächst wird‘s ihn zu Übungszwecken erstmals nach Jahren auch wieder ins Freie ziehen: „Bleibe ich gesund, laufe ich ab dem Frühjahr wieder richtige 1500-m-Runden im Kirchheimer Stadion. Die Tartanbahn dort tut meinen Gelenken gut.“
Wer rastet, der rostet. Das ist das Leitmotto, dem sich Dieter Maisch schon immer untergeordnet hat, und nicht erst im fortgeschrittenen Stadium einer Sportkarriere, die ihm als höchste Meriten Gold, Silber und Bronze bei diversen Senioren-Weltmeisterschaften eingebracht hat sowie den mehrmaligen Gewinn der deutschen Ärztemeisterschaft im Skilanglauf. Stolz präsentiert Dieter Maisch seine gewonnenen Pokale und Trophäen in den Regalen des Wohnzimmerschranks – und doch blickt er am liebsten voraus. „Man muss sich Ziele setzen“, sagt er und erfreut sich an der seit kurzem wieder gewonnenen Fitness, die ihn weit über den Durchschnitt seiner Alterskameraden hebt. „Jeder Tag ist ein Geschenk für mich“, sagt er. Und so formuliert er, mit der Zukunfts-Frage konfrontiert, konkrete Ziele. Noch einmal wenigstens möchte er beim bekannten Stuttgart-Lauf starten, am liebsten schon 2009, und dann über die 7,5 Kilometer. Klappt‘s mit dem Unterfangen, wäre Dr. Maisch automatisch der Älteste im Feld – und damit neuer Rekordinhaber. „Die Teilnahme in Stuttgart ist ein absoluter Traum von mir.“
(aus Teckbote, Foto: © laufreport.de 28.12.08)


Geschenkt: US-Trainingsvideos im Internet

Mike Soule, M55-Stabhochspringer aus Minnesota (USA), gibt in diesem Jahr den Weihnachtsmann für Mastersathleten. Denn er hat eine Videoreihe im Internet veröffentlicht, wie Athleten und keineswegs nur Stabhochspringer, die wieder aktiv werden wollen, in der Vorbereitung auf die neue Saison Grundlagentraining absolvieren können. Auf seiner Myspace-Internetseite bezeichnet er sich selbst als "vaultingeezer", was mit "Stabhochverrückter" nur unzulänglich übersetzt ist. Allemal sind seine Videosequenzen ein zeitgemäßer Weg, anderen die eigenen Erfahrungen und Tipps ("Go slow!") zu vermitteln.
In der Einleitung zu den Videos, die er direkt vor den Feiertagen ins Internet stellte, schreibt Mike Soule: "Der Schwerpunkt sind die Videofilme, die ich für ein "Just coming back"-Training zusammengestellt habe. die Idee war, machbare Trainingseinheiten für Athleten mit einem Minium an Ausrüstung für Athleten zu zeigen. beispielsweiese habe ich für Gewichte und Liege keine 40 Dollar gezahlt und auch die anderen Dinge wie den Hometrainer kann man gebraucht für wenig Geld erstehen. Naja, die Beiträge sind vielleicht ein bisschen lang geworden, aber ich wollte eben, dass die Zuschauer sie in eins sehen können und verstehen, wie alles funktioniert."
Hier geht es zu den leider nicht untertitelten, englischsprachigen Videos.
(28.12.08)


Prignitz-Cup 2009: Auftakt am Sonntag in Kyritz

So vergeht die Zeit. Bereits zum dritten Mal wird es im Jahr 2009 den Prignitz-Cup geben, und der Auftakt dafür findet noch im alten Jahr statt. Denn wie bereits in den Vorjahren ist der Kyritzer Silvesterpokallauf der erste von sechs Wertungsläufen in der Region im Nordwesten Brandenburgs. Der Startschuss fällt an diesem Sonntag, 28. Dezember, um 10 Uhr am Kyritzer Sport- und Kulturzentrum. Beide gelaufenen Strecken über acht bzw. zwölf Kilometer gehen in die Wertung ein.
Dabei stand der Kyritzer Lauf in den vergangenen Jahren auf der Kippe. Doch ist jetzt eine Lösung gefunden worden, mit der es an der Knatter weitergehen kann. Vielleicht hat auch der Prignitz-Cup dazu beigetragen. Denn seit es ihn gibt, verzeichnen alle sechs darin zusammengefassten Läufe steigende Teilnehmerzahlen. Unterstützt wird der Lauf von der Märkischen Allgemeinen und der Sparkasse Prignitz sowie von allen Ausrichtern der einzelnen Läufe. Der Modus des vergangenen Jahres hat sich bewährt. Darum ist auch die Ausschreibung weitgehend unverändert geblieben. Wer in seiner Altersklasse ein Chance haben will, in der Gesamtwertung unter die ersten Drei zu kommen, muss an mindestens vier der Läufe teilgenommen haben, egal, welche der Wertungsstrecken er wählt. Denn pro Lauf kann sich jeder für einen kürzeren oder einen längeren Lauf entscheiden. Bis zu fünf Ergebnisse kommen in die Wertung. Die drei Erstplatzierten jeder Altersklasse erhalten Medaillen. Darüber hinaus gibt es für alle Urkunden, die am Ende in die Gesamtwertung kommen.
Übrigens: Nach dem Lauf in Kyritz ist erst einmal über vier Monate Pause bis zum nächsten Lauf.der Perleberger Roland-Lauf am Samstag, 9. Mai. Die Ausschreibung für den Prignitz-Cup ist hier zu finden. Zur Onlineanmeldung für den Silvesterpokalllauf in Kyritz geht es hier)
( Quelle: Bernd Atzenroth, Märkische Allgemeine, 27.12.08))


Stadt Wesel ehrt Wolfgang Ritte

Einmal mehr "großer Bahnhof" für Wolfgang Ritte: Die Stadt Wesel würdigte am Montag mit einem Empfang im Rathaus seine Erfolge. Der Stabhochspringer des Weseler TV wurde Ende November in Monte Carlo als Senioren-Welt-Leichtathlet des Jahres ausgezeichnet. neben Ritte wurde auch die B-Jugendliche Inka Wesely geehrt, die mit der DFB-Auswahl den EM-Titel und WM-Bronze geholt hatte. „Die Stadt Wesel ist stolz darauf, zwei so erfolgreiche Sportler in ihren Reihen zu wissen. Diese herausragenden Leistungen sind nur möglich, wenn man sich einer Sache mit Leib und Seele verschrieben hat“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und überreichte Wolfgang Ritte ein Geschenk und einen Gutschein. Anschließend trug Wolfgang Ritte sich in das Goldene Buch der Stadt am Niederrhein ein.
„Diese Einladung ist eine große Ehre für mich. Sie gibt mir auch die Gelegenheit, mich dafür zu bedanken, dass ich in Wesel optimale Trainingsbedingungen und beim Weseler TV ein Umfeld vorfinde, das mich hervorragend unterstützt“, meinte Wolfgang Ritte. Er hatte für Ulrike Westkamp ein Geschenk mitgebracht und überreichte der Bürgermeisterin einen Kalender des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, der in limitierter Auflage erschienen ist und bei der Gala in Monte Carlo an die Gäste verteilt wurde.
Neben Ulrike Westkamp würdigten Gisela Hinnemann, Vize-Präsidentin des Landes-Sportbundes NRW, der stellvertretende Landrat Heinrich Heselmann und Franz-Josef Probst, Präsident des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN), die Erfolge der Weseler Aushängeschilder in Sachen Sport. Probst betonte dabei die Wichtigkeit der Stadt Wesel für den Verband. „Wesel ist für den LVN ein Leichtathletik-Zentrum, das er unter allen Umständen erhalten will“, sagte Probst. Er verbreitete beim Thema Ausbau des Auestadions großen Optimismus. „Ich bin zuversichtlich, dass die achte Bahn 2009 kommt“, meinte er. Eine Aussage, die er allerdings nicht zum ersten Mal gemacht hat.
(Quelle: rp-online.de 26.12.08)


Wir wünschen unseren Lesern ebenso besinnliche wie fröhliche Feiertage und
Glück, Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr.
Annette und Robert Koop


Glückwünsche an Christa Stedtler zum 65.

Eine der erfolgreichsten westfälischen Sportlerinnen wird heute 65 Jahre alt. Einen Tag vor Heiligabend feierte Christa Stedtler, erfolgreiche Leichtathletin des TV 05 Neubeckum, zusammen mit zahlreich vertretenen Gästen ihren Geburtstag.
Wenn wir richtig gerechnet haben, hat die im schlesischen Neißbach unter ihrem Mädchennamen Katzer geborene Leichtathletin ein knappes Dutzend Europatitel erringen. 1990 wurde sie in Budapest (Ungarn) erstmals Europameisterin, 1996 holte sie im südschwedischen Malmö fünf Titel - ebenso wie vier Jahre später bei der EM in Jyväskylä in Finnland. 2009 plant sie den Start in ihrer neuen Altersklasse bei der Senioren-WM in Lahti. Ihrem Verein „TV 05 Neubeckum“ hat die Jubilarin übrigens immer die Treue gehalten. Dabei hat sie gerne und überzeugend ihre umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen auch an ihren Leichtathletik–Nachwuchs vom TV 05 Neubeckum und in der Familie weiter vermittelt. Inzwischen starten bereits ihre Enkelkinder bei regionalen Volksläufen.
(23.12.08)


Ruf der WM-Organisatoren in Lahti: Es sind noch Zimmer da
Fehlende Informationen

Aufgegriffen hat der DLV am Tag vor Heiligabend die aufgeregte Mitteilung der Organisatoren aus Lahti, dass es "entgegen anderslautender Gerüchte" noch Zimmer für die bevor stehende Senioren-WM gebe. Dabei war dies nie eine Frage, zählt doch auch die mit dem Zug eine Stunde entfernte finnische Hauptstadt zu den Orten, die die lokale Zimmervermittlung Lahtitravel anbietet.
Keine Position beziehen die DLV-Verantwortlichen wie auch die finnischen Organisatoren allerdings weiterhin zu den enormen Preisen, die für ein WM-Doppelzimmer verlangt werden. In der Stadt Lahti werden dafür immerhin mindestens 118 Euro (=166 $*) pro Nacht verlangt, wobei unklar ist, welche Kategorie das Hotel erfüllt. Selbst in einem Hostel sind es noch 66 Euro (92 $), in einer Schule 50 Euro (70 $*) und in Privatunterkünften mindestens 70 Euro (108 $*) pro Nacht für zwei Personen, wobei nicht gesagt wird, wo eigentlich sich diese preiswerteren Unterkünfte befinden. Aus dem Reservierungsformular ergibt sich auch nicht, dass in den Preisen jeweils auch ein Frühstück enthalten wäre.
Geradewegs abenteuerlich sind aus deutscher Sicht die vorgegebenen Zahlungs- und Reservierungsbedingungen. Während alle weltweiten Internet-Hotelbörsen längst kostenfreie Stornierungen bis kurz vor dem Anreisetag offerieren, verlangt Lahtitravel Vorkasse - 25 % sofort, den Rest am 1.Mai - also rund drei Monate vor WM-Start. Bei Gruppenbuchungen ab 30 Teilnehmer ist der Gesambetrag gleich sofort mit der Bestätigung zu zahlen.
Gänzlich wird auch verschwiegen, dass es den kostenlosen Bustransport zwischen Unterkunft und Stadion bisher nur direkt in der Innenstadt von Lahti geben soll. Athleten und Besucher, die vor den Stadttoren Lahtis unterkommen, müssen selbst für die tägliche Anreise sorgen. Wer beispielsweise in Helsinki übernachtet und mit dem Zug nach Lahti fährt, zahlt für die stündlichen Verbindungen täglich knapp 30 Euro (42 $*) pro Person. Das hebt den etwas günstigeren Zimmerpreis schnell auf. Ein 10-tägiges "all-inclusive"-Sonderangebot der finnischen Eisenbahnen für Ausländer ("Finnrailpass") summiert sich immer noch auf 232 Euro (324 $*). Die lokalen Organisatoren verhandeln zwar mit der Eisenbahngesellschaft über ein WM-Sonderangebot. Weitere Informationen dazu gibt es aber nicht.
Übrigens: Selbst sehr kleine Mietwagen vom 28. Juli bis 9. August kosten nach unseren Recherchen inakzeptable 500 Euro (700 $*). Die Anreise mit dem eigenen Wagen aus Mitteleuropa ist angesichts der Fährkosten von ca. 1000 Euro auch keine wirkliche Alternative zur Flugreise.
Besonders stark sind von den hohen Preisen übrigens die Athleten und ihre Begleiter aus dem Vereinigten Königreich betroffen, nachdem das britische Pfund erheblich an Wert verloren hat und jetzt nahezu ein Pfund etwa einem Euro entspricht.
(* Umrechnungskurs, 1 Euro = 1,40 $; 24.12.08)
Nach einer aktuellen WMA-Meldung sind die Preise in Lahti in Ordnung


Straßenlauf-EM in Århus: ...und die "Eagles" sind auch da

Die Organisatoren der Straßenlauf-Europameisterschaften der Senioren im dänischen Århus vom 29. bis 31. Mai 2009 empfehlen eine frühzeitige Buchung von Hotelbetten. Der Grund für die Bitte, das "Hotel (in) Aarhus" bald zu buchen: Am 30. Mai findet in der jütländischen Großstadt auch ein großes Konzert der US-Band The Eagles ("Hotel California") im Rahmen ihrer "Long Road Out Of Eden World Tour 2009" statt, für das heute bereits 22000 Eintrittskarten verkauft sind. Mindestens 40.000 Besucher insgesamt werden erwartet; Konzert-Eintrittskarten zum Preis ab ca 100 Euro (!) gibt es hier.
Meldeschluss für die Straßenlauf-EM ist übrigens der 20. März beim DLV, auf dessen Internetseite auch das Meldeformular zum Herunterladen vorrätig ist. Alle notwendigen Informationen über die 11. Auflage dieser EM, vor allem der Zeitplan, finden sich auf der Internetseite der Veranstalter.
(23.12.08)


22.12.2008
www.masters-sport gratuliert dem großen Guido Müller zur Vollendung seines 70. Lebensjahres.
Bleib gesund und uns gewogen, Guido.


Hallen-EM 2009:
Ancona vergibt die ersten Startnummern
Pressekonferenz in Rom

Auf einer eindrucksvollen Pressekonferenz in den Räumen des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) in Rom wurden am vergangenen Montag vor über 100 Gästen, Journalisten, Kamerateams und LOC-Mitgliedern die ersten Startnummern der bevorstehenden Hallen-EM der Seniorenleichtathleten in Ancona übergeben. Die ersten Startnummern erhielten der italienische Masters-Viertelmeiler und Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1948 in London Ottavio Missoni, W45-Hürdenspezialistin René Felton und auch Anconas Bürgermeister Fabio Sturani, der in seiner Heimatstadt -wie von ihm versprochen- teilnehmen wird. Sturani, wie der Präsident der italienischen Leichtathleten (FIDAL) Francesco Arese von der Mittelstrecke kommend, will im Crosslauf an den Start gehen.
EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen) und FIDAL-Präsident Francesco Arese hatten vor Übergabe der Startnummern in ihren Stellungnahmen auf die wachsende Bedeutung des Masterssports in Europa und insbesondere in Italien verwiesen. Francesco Arese, der für Ancona sein Kommen bereits fest zugesagt hat, erwartet mit der Senioren-EM einen weiteren Schub für den italienischen Masterssport, der bei der WM in Riccione vor etwas mehr als einem Jahr mit über 3000 Masters und auch im letzten Sommer in Ljubljana mit 630 Teilnehmern mehr als deutlich unterstrichen hatte, dass es in Italien mit der Seniorenleichtathletik kräftig aufwärts geht.. Übrigens: Der Meldeschluss beim DLV für die Hallen-EM in Ancona ist am Freitag, 9. Januar 2009!
(mehr... Foto: © Dieter Massin, FIDAL Präsident Franco Arese, Bürgermeister Fabio Sturani, Ottavio Missoni und René Felton; .22.12.08)


Jubiläum: 10. „Gänsebratenverdauungslauf“ am Zweiten Weihnachtsfeiertag in Berlin

Auch in diesem Jahr lädt Bernd Hübner, Berlins Marathonrekordler, zu seinem traditionellen „Gänsebratenverdauungslauf“ ein. Am 26.12.1999 gab es für Läufer in Berlin zum ersten Mal Gelegenheit, Gänsebraten, Marzipan, Stollen oder ähnliche kalorienreiche Gerichte des Festes gemeinsam abzuarbeiten. Seitdem ist dieser Lauf eine beachtete Traditionsveranstaltung in Berlin geworden und hat Nachahmer in der ganzen Bundesrepublik. Er zieht auch „Gästeläufer“ an, die in Berlin gerade im Urlaub sind. Allerdings wurde der „Gänsebratenvernichtungslauf“ -etwas gefälliger- inzwischen zum „Gänsebratenverdauungslauf“.
Das lockere Rennen ohne Wettkampfcharakter wird am Freitag, dem 26. Dezember 2008 um 10.00 Uhr am Mommsenstadion in der Waldschulallee 34 zum 10. Mal gestartet. Ziel ist die Försterei in der Saubucht, die weihnachtlich geschmückt sein wird. Dort gibt es heißen Glühwein und einige weihnachtliche Süssigkeiten. Die Dauer des Laufes beträgt etwa 60 - 90 Minuten, der Kilometerschnitt: 6:30 Minuten. Es ist keine Anmeldung vonnöten. Wer laufen will, soll einfach hinkommen und mitmachen. Das Mommsenstadion kann zum Umziehen genutzt werden, auch sind Duschmöglichkeiten vorhanden.
Initiator Bernd Hübner hat durch seine Lauf-Initiativen in Berlin viele Akzente gesetzt, meist abseits von den großen Läufen und insbesondere mit vielen wöchentlichen Trainingsläufen, so dass seine „Fans“ einen eigenen „Bernd Hübner-Lauftreff“ nach ihm benannt haben – und unter diesem Namen auch an offiziellen Läufen teilnehmen. Bernd Hübner hat Kultstatus als Berlin-Marathon-Rekordler; er erreichte bei allen 35 Auflagen das Ziel. Eine große Laufgemeinde wird ihn auch beim 10. Gänsebratenverdauungslauf am 26.12.2008 vergnügt begleiten.
(Quelle grr.de 21.12.08)


Marathon-Aufgabe: Der Alltag von Irina Mikitenko

Vanessa, süße drei, stellt sich auf die Zehenspitzen, als ihre Mutter die Laufschuhe schnürt. «Mami, ich will mit!», kräht sie. Irina Mikitenko, Deutschlands erfolgreichstes Marathon-Ass und die größte Hoffnung für die Leichtathletik-WM 2009 in Berlin, schüttelt den Kopf.
«Das geht nicht. Aber die Oma kommt gleich und passt auf dich auf», erklärt Mikitenko ihrer Tochter. Für die 36- Jährige sind nicht die 42,195 Kilometer die wahre Herausforderung, sondern der Alltag zu Hause im hessischen Freigericht.
Bis zu 230 Kilometer Training in der Woche, der Haushalt, die Kinder Vanessa und Alex (14), die PR-Termine, die Rennen und die Trainingslager außerhalb der Schulferien. «Alleine hätte ich keine Chance: Alexander ist Papa, Manager, Trainer, Koch und Masseur», sagt sie über ihren Mann, der als Metallarbeiter im Schichtdienst auch noch einen Acht-Stunden-Tag hat. Als die beiden 1996...

weiter auf der Internetseite von yahoo.de (21.12.08)


IAAF wählt Golden-League-Disziplinen aus

In der Golden-League-Serie 2009 des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF wird es jeweils fünf Disziplinen bei Männern und Frauen geben.
Bei den Männern sind 100, 400 und 3000 oder 5000 Meter sowie 110 Meter Hürden und Speerwurf vorgesehen. Aus den Frauen-Disziplinen wurden 100, 400, 100 Meter Hürden, Hochsprung und Stabhochsprung ausgewählt, teilte die IAAF mit. 2008 wurde in sechs Männer und nur vier Frauen-Disziplinen um den Jackpot von einer Millionen Euro gekämpft.
Im kommenden Jahr sind wieder Berlin (14. Juni), Oslo (3. Juli), Rom (10. Juli), Paris (17. Juli), Zürich (28. August) und Brüssel (4. September) die Schauplätze der Golden League. Für 2010 hat die IAAF eine Reform und Ausweitung der Meeting-Serie auch auf andere Kontinente angekündigt.
(Quelle: dpa 19.12.08)


WMA attackiert Magazin SeniorenLeichtathletik - Überhöhte Hotelpreise im Fokus

Der Weltverband der Seniorenleichtathletik WMA hat am Donnerstag die Zeitschrift SeniorenLeichtathletik (Kürzel "SeLa") angegriffen. In einer WMA-Presseerklärung wird SeLa zu Unrecht beschuldigt, sie verbreite das falsche Gerücht, in Lahti gebe es keine Unterkünfte mehr. Kein Wort äußert der geschäftsführende WMA-Präsident Monty Hacker allerdings zum eigentlichen Problem, den überteuerten Hotelpreisen.
Das im Aachener Meyer&Meyer-Verlag erscheinende, stets gut informierte Magazin hatte in seiner Dezember-Ausgabe das zurzeit aktuellste Thema der deutschen Mastersszene aufgegriffen: Die hohen WM-Hotelpreise in Lahti (FIN). Prominente deutsche Seniorenleichtathleten wie der Hamburger Reinhold Dahms oder der Berliner Klaus Neuendorf, aber auch die Seniorenleichtathletikvereinigung proMasters kritisieren seit geraumer Zeit die horrenden Übernachtungspreise, die in Finnland von den WM-Gastgebern verlangt werden. Inzwischen gibt es auch aus Frankreich kritische Stimmen.
Tatsächlich sind die Hotelpreise in Lahti gerade für die Zeit der WM ab Ende Juli 2009 deutlich angehoben und liegen bei weitem über dem Niveau früherer Meisterschaften und vor allem auch über dem, was in Lahti außerhalb der WM-Zeit zu zahlen ist. Nahezu alle Zimmer in der ganzen Lahti-Region können dabei nur über die mit den Organisatoren verbundene Buchungszentrale "Lahti Travel" reserviert werden. Die wenigen nicht "geblockten" Zimmer sind genauso überteuert wie diejenigen, die die Veranstalter anbieten. Pikant: Auch Lahti-Hotelangebote aus deutschen Sommer-Reisekatalogen können für die Zeit der WM nicht mehr gebucht werden, obwohl die Hotels noch Zimmer frei haben. Ein Beobachter kommentierte am Donnerstag: "Das ist ein richtiges Kartell! Man braucht kein Prophet zu sein, dass diese Preise viele Athleten abhalten werden, nach Lahti zu kommen."

Dieter Massin (Ahlen), Präsident des Europäischen Seniorenleichtathletiverbandes EVAA und einer der Macher von SeLa, war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht erreichbar. Er hält sich zu Gesprächen mit Nicola Maggio und anderen italienischen Leichtathletikexperten in Rom auf. In einem SeLa-Kommentar hatte Massin die Lahti-WM heftig kritisiert. Sie übertreffe "hinsichtlich Startgeld und Hotelkosten alles bisher Dagewesene. Das Startgeld für lediglich eine Disziplin ist erneut gestiegen und zwar gleich um 17%, die Hotelkosten vor Ort steigen - punktgenau und nur für die Zeit der WM - um 60% oder gleich 100% in die Höhe." Massin fragte: "Wer kann, wer will das noch bezahlen?" und er forderte: "Die Leichtathletikmeisterschaften der Senioren dürfen nicht zum Erlebnis einiger weniger Kapitalkräftiger werden."
Bereits vor Jahren hatte der Ahlener die überhöhten Unterkunftskosten bei internationalen Meisterschaften aufgegriffen und in Europa für deutliche Verbesserungen gesorgt. Die WMA-Verantwortlichen hatte das Thema hingegen nicht interessiert.
Hier gehts zum Kommentar im Blog
(19.12.08)


Hallen-WM 2012: Noch keine endgültige Bewerbung - Interesse aus Spanien?

Spanien interessiert sich dem Vernehmen nach für die Ausrichtung der 5. Hallen-WM der Seniorenleichtathleten im März 2012. Aus Kreisen, die dem Seniorenleichtathletik-Weltverband WMA nahe stehen, verlautete jetzt, dass das südspanische Valencia Interesse gezeigt habe.
Eine verindliche Bewerbung liegt aus Spanien aber offenbar noch nicht vor. Die offizielle, bereits verlängerte Bewerbungsfrist der WMA ist am 30. November abgelaufen.
(18.12.08)


DLV: "Aktionsplan 2009/10 für WM und Olympia"

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will mit mehr zentraler Leistungssteuerung und einer besseren ökonomischen Absicherung der Topsportler bei der WM im August 2009 in Berlin in die Erfolgsspur zurückkehren. «Es geht darum, den sportlichen Leistungsstand bis zur Weltmeisterschaft und Olympia 2012 in London signifikant zu steigern», sagte DLV-Präsident Clemens Prokop, der sich im Oktober 2009 zur Wiederwahl stellen will, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
«Bei der WM 2005 haben wir fünf Medaillen gewonnen, 2007 waren es sieben, und nach dem Gesetz der Serie wären in Berlin neun fällig», meinte Prokop. «Damit wären wir zufrieden.» Bei den Spielen in Peking war nur einmal Bronze durch Speerwerferin Christina Obergföll herausgesprungen. Patenschaften mit Wirtschaftsunternehmen, die potenziellen Medaillenkandidaten Arbeitsverträge ohne Arbeitsverpflichtung anbieten, und das «Championsteam 2012» sollen zum angestrebten Aufschwung beitragen. Bei diesem Projekt sollen «Mittel in erheblicher Höhe» jährlich zur Förderung von trainingsbegleitenden Maßnahmen der Spitzenathleten bei der Wirtschaft akquiriert werden. «Wir sind bei unserem Vorhaben bereits an einem Punkt, der Anlass zu Optimismus gibt», berichtete Prokop.
Der 51 Jahre alte Amtsgerichtsdirektor aus Kelheim bei Regensburg hat nicht nur eine erfolgreiche WM in Berlin als Ziel, sondern will mit den in einem «Aktionsplan 2009/10» aufgelisteten Reformen und Vorhaben den DLV fit für die Zukunft machen. Dazu gehört auch eine Verbesserung des Images der Leichtathletik. Eine Werbeagentur soll beauftragt werden, ein Konzept zu entwickeln. «Leichtathletik kann weder über Lifestyle, Show oder Wellness positioniert werden», sagte Prokop. Vielmehr müsse man sich auf die Tradition der Sportart besinnen. «Ziel ist, mit dem Rückenwind der WM die Leichtathletik als moderne Sportart darzustellen. Modern kann auch heißen, dass man die klassischen Werte wieder in den Vordergrund rückt», so Prokop, der die Leichtathletik als «Urknall des Sports» ansieht.
Attraktivität und Aufmerksamkeit sollen auch durch ein neues Veranstaltungsmanagement gesteigert werden. Geprüft wird im DLV, ob schon bei den deutschen Meisterschaften im Juli 2009 in Ulm Vorkämpfe und Finals zeitlich getrennt werden können. Dadurch soll ein kompaktes, TV-gerechtes Programm mit größerem Unterhaltungswert geboten werden. Außerdem ist geplant, die technischen Disziplinen durch neue Formen der Ergebnispräsentation aufzuwerten. Der DLV will auch seine Führungsstrukturen modernisieren. «Wir wollen eine Verkürzung der Entscheidungswege und ein klare Kompetenzverteilung im Verband schaffen», sagte Prokop. Nicht durchsetzbar ist sein Vorhaben, den Hauptamtlichen mehr rechtliche und politische Verantwortung zu übertragen.
Der Effekt dieser Reformpläne hängt jedoch wesentlich vom Erfolg der WM und dem Auftreten der deutschen Leichtathleten in Berlin ab. Die Bundeshauptstadt wird für altgediente Sportler wie die frühere Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch Endstation der Karriere sein. «Die WM 2009 wird einen Generationswechsel markieren», weiß Prokop, der keinen Mangel an Talenten fürchtet: «Die Generation der U 20-WM- Starter steht bereits in den Fußstapfen ihrer Vorgänger.»
Zur Masters-Leichtathletik äußerte sich der DLV-Präsident in dem dpa-Gespräch nicht.
(Quelle süddeutsche.de, 17.12.08)


W40: Birgit Schönherr-Hölscher wird DLV-Ass des Monats

Es war, schreibt www.leichtathletik.de, ein langer Weg für Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV-Triathlon Witten) zur Wahl zum Ass des Monats November, aber er hat sich gelohnt. Bei den 100-Kilometer-Europameisterschaften lief die 40-jährige Wittenerin (Foto mit Sohn David) auf Platz sieben und gewann mit der Mannschaft Bronze. Dafür bekam die dreifach diplomierte Ausnahmeathletin mit eigener Internetseite knapp 43 Prozent aller Stimmen bei der Wahl zum Ass des Monats November 08.
Damit setzte sich die Mastersläuferin und zweifache Mutter deutlich gegen ihre Konkurrenten durch. Auf den zweiten Platz kam mit 28 % die Passauerin Julia Viellehner, die sich mit einem zweiten Platz beim Crosslauf in Pforzheim und einem Sieg in Darmstadt den Gesamtsieg im Deutschen Cross-Cup gesichert hatte. Die Plätze drei und vier gingen ebenfalls an Crossläufer. Sebastian Hallmann aus München und der Leverkusener Alexander Hahn erhielten für ihre Lauferfolge im November 15 % bzw. 13 % Prozent der abgegebenen Stimmen .
Mit der Wittenerin hat zum dritten Mal überhaupt nach IAAF-Masters of the Year 2008 Wolfgang Ritte (*1953, Weseler TV) im April und Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) im August ein Mastersathlet diese prestigeträchtige Abstimmung für sich entschieden. Bemerkenwert : Alle drei Seniorenleichtathleten wurden in diesem Jahr zum "Ass des Monats" gewählt.
Die Wattenscheiderin Irina Mikitenko ist neben Speerwerferin Steffi Nerius
(*1972, Bayer 04 Leverkusen) übrigens auch eine von zwei Mastersathletinnen bei der laufenden Abstimmung zu "Deutschlands Leichtathletin des Jahres". Diese Wahl wird vom Online-Portal "leichtathletik.de" sowie der Fachzeitschrift "Leichtathletik" veranstaltet. Stimmen können hier noch bis zum 17.12. abgegeben werden. Unter allen Teilnehmern werden insgesamt 52 Preise verlost.
Mehr über Birgit Schönher-Hölscher im spiridon-Athletenproträt von Jörg Valentin
(Foto: © Jörg Valentin 16.12.08)


Masters-Team verlässt 1.FC Kaiserslautern

Das Leichtathletik-Masters Team (40+) verlässt den 1.FC Kaiserslautern. Ab kommender Saison werden die Sprinter Markus Selinger, Frank Becker, Peter Höll und Robert Wagner sowie Diskus-Routinier Harald Lang für den LC Schifferstadt an den Start gehen. Auch Mehrkampf-Ass Stefan Gehrum wird in ein neues Trikot schlüpfen. Er wechselt ins Team des TV Nussdorf. Damit endet eine Dekade der erfolgreichsten Masters-Leichtathletik der Vereinsgeschichte.
Gut zwei Dutzend nationale und internationale Medaillen und einige DM-Titel konnten seit 1998 erkämpft werden. Exemplarisch hierfür stehen unter anderem die Titel bei den Deutschen Meisterschaften der beiden vergangenen Jahre in den Staffelrennen der Startgemeinschaft „Pfalz Team 40“ über 4x100 bzw. 4x200 Meter, wie auch die Einzel-DM-Sprintsiege von Frank Becker (M45) über 60, 100 und 200 Meter. Daneben warf Harald Lang (M45) die Diskusscheibe 2008 zum Sieg bei der Senioren-DM in Kevelaer. Als Mehrkampfmannschaft konnten Selinger, Höll und Wagner zusammen mit Stefan Gehrum zwei DM-Titel erringen (2005 und 2007).
International ließen in den Einzelsprints Frank Becker (Hallen-EM-Silber über 200m sowie Hallen-WM-Bronze über 400m) wie auch Markus Selinger (M40 / Hallen-EM-Bronze über 400m) aufhorchen. Zusammen mit Peter Höll und Robert Wagner sowie weiteren Staffelkameraden des DLV ließen sie in unterschiedlicher Besetzung mehrere EM- und WM-Medaillen folgen. Die Neu-Schifferstädter werden weiterhin zusammen mit den Sportkameraden des ABC Ludwigshafen und der Turnerschaft Germersheim das „Pfalz Team 40“ bilden. Stefan Gehrum hat künftig zusammen mit dem früheren FCKler Stephan Andres und weiteren Mehrkämpfern des TV Nußdorf wieder gute Karten bei der Medaillenvergabe im Rahmen der nächsten Mehrkampf-DM.
(16.12.08)


Nachlese: Zwei weitere deutsche Rekorde für Irina Mikitenko

Beim Berlin-Marathon hatte Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) die nationale Bestmarke über die klassische Distanz auf 2:19:19 Stunden geschraubt. Nun hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) aaber uch ihre beiden Durchgangszeiten bei 25 und 30 km als Rekorde anerkannt. Diese Punkte erreichte Irina Mikitenko am 28. September nach 1:23:07 beziehungsweise 1:39:34 Stunden.
Möglich wurde die Anerkennung der beiden Rekorde, weil der Berliner Organisationschef Mark Milde an beiden Punkten jeweils ein komplettes Kampfgericht positioniert hatte. Er hatte die Rekord-Möglichkeit vorher erkannt. Die Punkte erfüllen bezüglich ihrer Lage auf der Marathonstrecke auch die internationalen Regeln zur Anerkennung von Straßenlauf-Rekorden. Den bisherigen deutschen 25-km-Rekord hielt die Berlinerin Kathrin Weßel (Ullrich) mit 1:24:41 Stunden. Sie war diese Zeit 1992 bei den 25 km von Berlin gelaufen.
Über die 30-km-Strecke führt der DLV nun auf Antrag von Mark Milde erstmals einen deutschen Rekord. International ist dies schon seit einigen Jahren üblich. Gut möglich, dass Irina Mikitenko nach ihrem sensationellen Marathon-Jahr mit Siegen in London und Berlin in Kürze noch eine weitere Ehrung erfährt. Denn auf der Internetseite des DLV (leichtathletik.de) werden zurzeit die Leichtathleten des Jahres gewählt.
(Quelle: race-news-service.com, 16.12.08)


Oberschwaben-Cross 2009: Heilig-Duventäster siegt im Auftaktrennen

Die 47-jährige Ausnahmeläuferin Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) hat am vergangenen n Samstag (13.12.) in Blitzenreute die Frauenwertung des Eröffnungslaufes der 32. Oberschwäbischen Crosslaufserie gewonnen. Sie setzte sich mit einem Vorsprung von 14 Sekunden gegen die 12 Jahre jüngere Mastersläuferin Jutta Brod (*1973, TV Konstanz) durch. Von Anfang an hatte Heilig-Duventäster die Initiative übernommen und damit Jutta Brod unter Druck gesetzt. Ihren Vorsprung konnte sie bis zur Ziellinie behaupten. Den dritten Gesamtrang erlief sich die für den SV Birkenhard startende Elvira Rölli (*1962).
Bei den Männern gewann wie im Vorjahr der Ehinger Peter Kotz (*1984). Mit fast einer Minute Rückstand, aber genauso überlegen vor dem Drittplatzierten Richard Oswald (*1977, TSG Ehingen), kam Thorsten Kriependorf (*1974, SSV Ulm 1846) mit dem wohl elegantesten Laufstil ins Ziel. Für die Hausherren konnte sich Andreas Müller (*1969, LG welfen) als Zehnter in diesem mit fast allen oberschwäbischen Spitzenläufern gespickten Feld gerade noch unter den besten Zehn platzieren.
Bei diesem Auftakt zur Crosslaufserie war übrigens der Name "Crosslauf" mehr als gerechtfertigt, weil die vom veranstaltenden SV Blitzenreute präparierte Rundstrecke den Anforderungen der insgesamt 179 Läuferinnen und Läufer nur bis zur dritten der insgesamt sechs Runden standhalten konnte. Danach entwickelte sich auf dem immer tiefer werdenden schneebedeckten Geläuf ein richtiger Crosslauf.
Alle Resultate
(17.12.208)
Bei den Frauen war der Rennverlauf ähnlich wie bei dem starken Geschlecht. Die für den Veranstalter laufende Bergerin Marie-Luise Heilig-Duventäster übernahm von Anfang an die Initiative und schockte so die sehr starke Konkurrenz aus Konstanz, Jutta Brod. Diesen Vorsprung konnte sie überlegen bis zur Ziellinie behaupten. Den dritten Gesamtrang erlief sich die für den SV Birkenhard startende Elvira Rölli.


Halle in Halle: Steffen Borsch mit schneller Zeit im 3000m Bahngehen
Christel Happ auf dem Sprung in die W80

Zwei Tage lang zeigten 600 sächsisch-anhaltinischen Leichtathleten bei den Halleschen Bezirksmeisterschaften in der Leichtathletikhalle Brandberge in Halle (Saale) gute Leistungen. Auch die gut zwei Dutzend Mastersathleten zeigten zum Auftakt der Hallensaison gute Leistungen. So lieferte Manfred Koch (*1947, Turbine Halle) einen überzeugenden Einstand in 8,30sec über 60m. Schnell waren über 200m die beiden M40er Mirko Krohn, (*1968, USV Halle) in 24,75sec und Gerd Ahne (*1964, LT Merseburg, 24,93sec) -zwei Wochen vor seinem Altersklassenwechsel in die M45. Krohn gefiel auch über 400m in 55,61sec. In 9:05,00 min setzte sich in einem packenden Spurtrennen Holger Stoe (*1967, LAV Halensia) im 3000m-Lauf mit 67 Hunderstel gegen Juniorenläufer Oleg Siebert durch. Über 3000m Bahngehen unterstrich Steffen Borsch (*1973, ASV 1902 Sangerhausen) in schnellen 13:18,61min seine gute Hallen-Frühform.
Ab 1. Januar startet W75-Weltrekordlerin Christel Happ (*1929, Turbine Halle) national in der Altersklasse W80 und dafür hat sie sich viel vorgenommen. Ihre 12,09sec über 60m sind ebenso eine gute Grundlage für die kommende Hallensaison wie die 2,73m im Weitsprung (DR W80: 2,74m von Maragrete Lorenz, *1925, TSV Trittau). International muss Christel Happ allerdings noch bis Weihnachten 2009 warten, um in ihrer neuen W80 starten zu können. Denn nur hierzulande ist bekanntlich das Geburtsjahr maßgeblich für die Zugehörigkeit zu einer Altersklasse, international wird taggenau gewertet.

Alle Resultate hier (15.12.08)


Bayerische Crossmeisterschaften: Überragende Veronika Ulrich

Eine überragende Veronika Ulrich (*1968, LG Telis finanz Regensburg) präsentierte sich bei den Bayerischen Crossmeisterschaften am Sonnabend in Ingolstadt. Auf dem tiefen und schwierigen Kurs, auf dem in drei Monaten die Deutschen Crossmeisterschaften 2009 stattfinden, belegte sie zunächst über 3,1km Gesamtrang 2, gewann mit den in der Frauenklasse mit einer Sekunde Vorsprung siegenden Vereinskameradin Susi Lutz und Christiane Danner (3.) zusätzlich die Team-Goldmedaille. Noch erfolgreicher war es dann auf der fast doppelt so langen Frauen-Langstrecke, auf der Veronika Ulrich (24:51min) klar vor der 19 jahre jüngeren Susi Lutz (25:18min) ins Ziel lief. Zusammen mit Submasterin Melanie Hohenester (*1974) gewann sie auch hier die Teamwertung. Natürlich erlief sich Veronika Ulrich noch den W40-Titel. 31 von 41 Starterinnen über 6100m waren Seniorenläuferinnen.
Für den LLC Marathon Regensburg sprangen gleich drei Seniorentitel heraus: Favorit Hans Hopfner (*1957) dominierte die M50 erneut nach Belieben und lief mit 21:39min über 6100m die schnellste Seniorenzeit überhaupt. In der M55 lieferte Manfred Dormann (*1950, TV Bad Brückenau) mit 23:53min über 6100m ebenso eine reife Leistung ab wie M70-Sieger Georg Groß (*1938, SVO Leichtathletik Germaring, 27:24min). Dabei lag er mit 27:24 Minuten auch klar vor Albert Walter (*1939, MTV Ingolstadt, 27:56 min), dem Sieger der Klasse M65. Beachtlich, denn immer wieder hatte Groß in den Vorjahren gegen den Ingolstädter den Kürzeren gezogen.
Hier alle Ergebnisse aus Ingolstadt.
(15.12.08, aufgefrischt 25.12.08)


Ruminski: Großer Kampf in Sarstedt

Bei ungemütlich-kaltem Wind und minus 1 Grad gingen am Samstag knapp 300 Läufer zum 1. Adventslauf in Sarstedt an den Start. Im Hauptlauf über 5 Kilometer wurde das Rennen von Malte Brosig (Hannover 96) und Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) dominiert. Beide Läufer zogen 700 Meter vor dem Ziel den Endspurt an und boten den Zuschauern auf der Zielgeraden ein Kopf an Kopf Rennen, das Malte Brosig mit drei Sekunden Vorsprung vor dem 17 Jahre älteren Thomas Ruminski (17:03) gewann.
Bei den Frauen siegte Rachida Weber-Badili (*1966, LG Peiner Land) in 21:07 Minuten.
(14.12.08)


Dopingfall bei Leichtathletik-Meeting in Leipzig

Mit zehn Monaten Verspätung sind die Organisatoren des Hallenmeetings in Leipzig vom Dopingfall der 400-m-Siegerin Christy Ekpukhon überrascht worden.Die Organisatoren des Hallenmeetings der Leichtathleten in Leipzig sind zehn Monate nach ihrer Veranstaltung von einem Dopingfall überrascht worden. Der Weltverband IAAF teilte mit, dass die Leipziger 400-m-Siegerin Christy Ekpukhon während des Wettkampfes positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet worden ist und jetzt für zwei Jahre bis März 2010 gesperrt wurde. "Das höre ich zum ersten Mal", erklärte Meetingdirektor Knut Iwan auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes: "Wir werden jetzt prüfen, welche rechtlichen Mittel wir haben und ob wir Regressforderungen stellen können."
Zwölf Tage nach ihrem Sieg am 17. Februar 2008 in Leipzig hatte die Nigerianerin Ekpukhon auch das Rennen in Chemnitz gewonnen. Danach bestritt sie noch den Vorlauf bei der Hallen-WM in Valencia, ehe sie laut ihres damaligen Managers Oliver Topueth (München) von dem Dopingergebnis informiert wurde und nicht mehr antrat. Die 23-Jährige hatte sich beim ASC Düsseldorf auf die Wintersaison 2008 vorbereitet. Verwunderlich ist, dass die Leipziger Organisatoren bislang nicht offiziell von dem Dopingfall informiert worden sind, obwohl sie für die Finanzierung der Kontrollen zuständig waren. "Es gab keine Rückmeldung, das ist sehr undurchsichtig", kritisiert Iwan.
(Quelle focus-online.de, 14.12.08)


Olympische Spiele in Peking: Weitere drei Dopingfälle

Die Exekutive des International Olympic Committees (IOC) hat in Lausanne bekannt gegeben, dass die weißrussichen Hammerwerfer Wadim Dewjatowski (31) und Iwan Tichon (32) wegen Verstöße gegen die Antidoping-Regeln disqualifiziert wurden. Ihre erzielten Ergebnisse werden annuliert und sie müssen ihre Olympia-Medaillen von Peking zurückgeben. Zudem wurde Wadim Dewjatowski lebenslang von allen zukünftigen olympischen Spielen ausgeschlossen, da er bereits ein zweites Mal gegen die Antidoping-Regeln verstoße. Nach dem Finale im Hammerwerfen am 17. August waren sowohl Dewjatowski (Silbermedaille) als auch Tichon (Bronzemedaille) positiv auf Testosteron getestet worden. Das IOC forderte zugleich den Leichtathletik-Weltverband IAAF auf, die Ergebnisse der XXIX. Sommerspiele in Peking entsprechend anzupassen und weiterführende Sanktionen gegen die beiden Athleten zu verhängen.
Der dritte, ebenfalls am Donnerstag bekannt gewordene Dopingfall betraf einen olnischen Kanuten, der im olympischen Finale Rang 4 erreicht hatte.
(12.12.08)


Offener Brief: Kritik am DLV aus eigenem Lager

Mit deutlichen Worten forderten drei deutsche Funktionäre in einem Offenen Brief an das Präsidium, dass der DLV durch seine Athleten bei internationalen Langlauf-Meisterschaften wieder präsenter sein müsse. Der DLV führe seine Athleten durch diese «rigide Politik» nicht nur ins internationale Abseits, den Läufern werden «auch die zwingend erforderlichen Vergleichsmöglichkeiten verweigert». Für die Cross-EM in Brüssel habe der Verband überraschenderweise zwar ein komplettes Aufgebot nominiert, sich aber «jahrelang selbst bei Europameisterschaften in unmittelbaren Nachbarländern vor allem bei den Männern und Frauen stark zurückgehalten und vorrangig nur Nachwuchsmannschaften nominiert». Dieser Trend zeigte sich nach Meinung der Unterzeichner des Schreibens «in eklatanter Weise bei IAAF-Weltmeisterschaften im Crosslaufen und im Halbmarathon. Für einen der weltweit größten Leichtathletik-Verbände ist dies schlichtweg beschämend und ruiniert den Ruf der deutschen Leichtathletik.»
Der Brief ist von Otto Klappert, Horst Milde, dem Gründungsvater des Berlin-Marathons, und Wilfried Raatz unterzeichnet. Klappert ist im Weltverband IAAF im Bereich Straße/Cross engagiert, Raatz Cross- Beauftragter des DLV.«Wir werden immer damit leben müssen, dass uns Leute kritisieren. Dort, wo wir als DLV dem sportlichen Minimalanspruch gerecht werden, dort beteiligen wir uns», sagte DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wenn wir keine Läufer zu internationalen Meisterschaften schicken, werden wir dafür kritisiert. Wenn wir welche entsenden und sie dann der Konkurrenz hinterherlaufen, werden wir auch kritisiert», meinte der frühere Leitende Bundestrainer. Mallow: «Jede Entsendung kostet Geld, und wir sind finanziell am Ende der Fahnenstange.»
(Quellen, süddeutsche.de, dpa, 11.12.08)


Marathon-DM in Mainz mit neuem Titelsponsor

Die Deutschen Marathon-Meisterschaften (10. Mai 2009) werden im kommenden Jahr in Kooperation mit den neuen Titelsponsor Novo Nordisk ausgetragen. Dies wurde auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Mainz bekanntgegeben. Beim Novo Nordisk Gutenberg Marathon Mainz werden rund 1.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwartet, die um die Meisterehren kämpfen. Insgesamt haben sich schon jetzt 10 000 Aktive für den Marathon in Mainz angemeldet. „Wir freuen uns natürlich sehr, den Partner Novo Nordisk als Titelsponsor für den Gutenberg Marathon 2009 gewonnen zu haben“, sagte Frank Kowalski, Direktor Eventmanagement und Mitglied der Geschäftsleitung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
„Die strategische Ausrichtung von Novo Nordisk in der Diabetes-Prävention deckt sich ausnahmslos mit den Inhalten im DLV-Breitensport. Wir sind uns gemeinsam mit der Stadt Mainz sicher, dass wir viel Freude an der Kooperation haben werden. Zudem werden wir viele Menschen während der Marathonveranstaltung, aber auch darüber hinaus, Aufklärung über einen noch gesünderen Lebensstil geben können.“ Novo Nordisk ist ein international tätiges Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Dänemark und beschäftigt weltweit etwa 23.600 Mitarbeiter in 79 Ländern. „Mit unserem Engagement beim Novo Nordisk Gutenberg Marathon können wir gemeinsam mit der Stadt Mainz und dem Deutschen Leichtathletik-Verband unser Engagement in der Diabetes-Vorbeugung ausbauen. Noch immer wird die Bedrohung durch Diabetes unterschätzt. Diabetes ist mit rund 246 Millionen Erkrankten weltweit mittlerweile die Volkskrankheit Nummer eins, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“, sagte Dr. Franz Jürgen Schell, Manager Public Affairs bei Novo Nordisk. Die Vision des Unternehmens lautet: „Changing Diabetes – Diabetes verändern“.
Norbert Schüler, Sportdezernent und Bürgermeister der Stadt Mainz sagte: „Mit Novo Nordisk haben wir einen international bekannten Partner an unserer Seite, der inhaltlich bestens zu Ausrichtung und Philosophie des Gutenberg Marathons passt. Die Freude am Leichtathletik-Sport zu wecken und weiter zu fördern ist ein Ziel, das wir im kommenden Jahr gemeinsam mit unseren Partnern noch weiter stärken möchten.“
(11.12.08)


Ostwestfalen: Kugelstoßer Northoff mit Vereinswechsel

Tilman Northoff (*1969), seit fünf Jahren Leistungsträger und Aushängeschild, verlässt den Bielefelder VfB Fichte und wechselt zu Beginn seiner neuen Altersklasse M40 zur benachbarten TG Werste, dem Verein seines Trainers Alexander Holstein. "Es gab keinerlei Spannungen oder Querelen, Tilman hat im Blick auf sein Training eine Vernunftentscheidung getroffen", betont Heinz Klatt. "Ich bin gern für den VfB Fichte gestartet und habe mich hier sehr wohl gefühlt", unterstreicht auch Northoff: "Doch aus zeitlichen und organisatorischen Gründen konnte ich die Trainingschancen in der Seidensticker-Halle nicht nutzen." Um sich die für ihn günstigeren Möglichkeiten im Bad Oeynhausener Stadtteil Werste zu sichern, habe er Mitglied im dortigen Verein werden müssen. Chronische Wirbelprobleme hatten dem 39-Jährigen eine verkorkste Saison beschert; jetzt aber scheint es wieder aufwärts zu gehen.
"Zwar hat mich gerade die Hexe geschossen und ich sitze mit einer Wärmflasche am Arbeitsplatz: aber das wird vorübergehen." Nach guten Trainingswerten strahlt Northoff Optimismus aus, möchte schon bald den deutschen Hallenrekord für M40-Senioren (18,12 m) angreifen. 2007 zählte er mit 18,32 m als einziger Bielefelder Athlet zu den Top Ten in Deutschland. Das Highlight seiner Fichte-Zeit gelang ihm am 5. Juli 2005 im Stadion Rußheide, als er mit 19,02 ersten ostwestfälischen 19-Meter-Stoßer avancierte. Trotz des Verletzungshandicaps sorgte Northoff übrigens auch 2008 für die beste Bielefelder Hauptklassen-Platzierung in der deutschen Bestenliste, die Top 20 verfehlte er mit 16,90m um einen Rang.
(Quelle: Claus-Werner Kreft in Neue Westfälische, 10.12.08)


Tübinger Nikolauslauf 2008: Scherer schlägt Baumann

1868 Läufer gingen am letzten Sonntag an den Start des Tübinger Nikolauslaufs. Bei den Männern hieß der Gewinner nach 21 Kilometern am Schönbuchrand entlang Eduard Scherer (*1966, LAV asics Tübingen); der ein Jahr ältere Mitfavorit Dieter Baumann wurde Vierter. In der Nacht zum Sonntag hatte es noch heftig geregnet, pünktlich zum Start des Nikolauslaufes klarte es auf. Auch der Wind, der in den vergangenen Tagen zeitweise heftig blies, war abgeflaut – fast ideale Bedingungen. Nur einige klitschige Stellen machten den Läufern zu schaffen.
Zu spüren bekam das der mehrfache deutsche Senioren-Meister Werner Bauknecht (*1953, LAV asics Tübingen). Auf Höhe der Waldorfschule, erzählte der 55-jährige nach dem Zieldurchlauf, war er auf schmalem Pfad beim Überholen ins Schleudern geraten und mit voller Breitseite auf den Boden geknallt. Die Folge: Schürfwunden vom Knöchel bis zu den Schultern und eine schmerzendes Hüftgelenk. „Es tat zunächst ganz schön weh, außerdem war mein Rhythmus dahin“, sagte Bauknecht, der in 1:19:56 Stunden aber immer noch Bester seiner Altersklasse M 55 war. Ansonsten verbrachten die Mediziner und Rot-Kreuz-Helfer entlang der Strecke einen stressfreien Vormittag.
Bei den Frauen schaffte Ute Philippi den erstrebten Platz auf dem Podium. Die 45-jährige LAV-Athletin, die in dieser Saison viel mit Verletzungen kämpfen musste, wurde hinter Friedrike Kallenberg (1:23:47) und Julia Wagner (1:26:23) Dritte in ordentlichen 1:28:17 Stunden. „Das hat richtig Spaß gemacht. Letztes Jahr musste ich mich viel mehr schinden“, zog Philippi positive Bilanz.
Gelassen nahm Seriensieger Dieter Baumann seinen vierten Platz hin: „Ich bin halt ein Jahr älter und sieben Minuten langsamer.“ Er habe schlichtweg im Sommer zu wenig trainiert, gestand der 5000-Meter-Olympiasieger von Barcelona. Außerdem, so nahm’s der enttrohnte Titelverteidiger mit Humor, wollte er den Kollegen als Motivator dienen. „Ich bin vor ihnen hergelaufen, und die haben sich gesagt, diesen Fußkranken kriegen wir noch.“ Diese These bestätigte auch der Dritte, Submaster Markus Ruopp (*1976, SV Ohmenhausen): „Als ich den Dieter vor mir sah, hat das nochmal Kräfte freigesetzt.“
In der abschließenden Pressekonferenz brach der diesjährige Nikolauslauf-Sieger Eduard Scherer ein Lanze fürs Laufen als Volkssport. „Wer läuft hat ein ganz anderes Lebensgefühl und fühlt sich gleich ein paar Jahre jünger“, sagte der 42-jährige Mediziner.
Alle Ergebnisse hier
(Quelle: Tagblatt 10.12.08)


IOC: Nach-Tests von Dopingproben im Januar 2009

Dopingsünder, die bei den Olympischen Spielen in Peking nicht erwischt wurden, müssen weiter zittern. Im Januar beginnt das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit den angekündigten Nach-Tests von rund 500 Dopingproben. Diese Kontrollen sollen in den von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA akkreditierten Labors in Lausanne, Paris und Köln vorgenommen werden, teilte das IOC mit. Dabei wolle man sich vor allem auf die Ausdauer-Disziplinen im Radsport, Rudern, Schwimmen und in der Leichtathletik konzentrieren. Erste Ergebnisse werden zum Ende des ersten Quartals 2009 erwartet.
Rund 400 der eingefrorenen Proben sollen in Lausanne und Paris auf CERA (eine neue Version des Blutdopingmittels EPO), etwa 100 in Köln auf Insulin (Hormon mit anaboler Wirkung) nachkontrolliert werden. Auf diese beiden verbotenen Substanzen wurde bei den Sommerspielen in Peking noch nicht getestet. «Wir wollen das intelligent machen», hatte Patrick Schamasch, Medizinischer Direktor des IOC, bereits Ende November angekündigt. «Wir werden allem auf den Grund gehen, was uns relevant und realistisch erscheint.»
Bei den Spielen in Peking gab es bei 4770 Dopingtests - darunter 969 Blut-Analysen - sechs positive Fälle; danach wurden noch drei weitere Athleten erwischt. Bei den Urinkontrollen wurde in 817 Fällen auch auf das herkömmliche EPO getestet, unter den Blutanalysen waren auch 471 Tests auf Wachstumshormon (hGH). Das IOC bewahrt alle bei Olympischen Spielen abgegebenen Dopingproben acht Jahre lang für mögliche Nachkontrollen auf neue Substanzen bzw. Methoden auf.
(Quelle dpa, 10.12.08)


Australiens Leichtathletik trauert - Kerryn McCann gestorben

Australiens Leichathletik ist kurz vor Weihnachten erschüttert über den Tod der Marathonläuferin Kerryn McCann (*1967), Mutter von 3 Kindern und nur 41 Jahre alt. Sie starb an Brustkrebs. Noch 2006 siegte die Audauerläuferin im Marathon bei den Commonwealth Games.
Weil jede Woche im Kampf um die tödliche Krankheit zählte, wurde nach der Tumor-Operation am 5. September 2007 die Geburt des dritten Kindes sechs Wochen vor dem geplanten Ende der Schwangerschaft eingeleitet. Kerryn McCann brachte einen gesunden Jungen zur Welt, begann mit der Chemotherapie, aber es gab für sie keine Rettung mehr.
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(09.12.08)


US-Meisterschaften weiter mit Masters-Einlagewettkämpfen

Freuen können sich einmal mehr die amerikanischen Masters-Spitzenläufer über die Anerkennung, die ihnen ganz offiziell der US-Leichtathletikverband USATF entgegen bringt. Denn die "Masters exhibitions" bleiben auf dem Programm der US-Meisterschaften. In Europa hat sich derlei noch nicht etabliert.
Im nächsten Jahr starten die Mastersläufer bei den US-Hallenmeisterschaften in Boston (Mass.) in Einlagewettkämpfen über 1500m (Männer) und 400m (Frauen). Anders herum ist dies bei den Trials genannten US-Meisterschaften, die 2009 in Eugene (Oregon) stattfinden: 1500m (Frauen) und 400m (Männer) stehen auf dem Programm.
Mehr in englischer Sprache
(08.12.08)


Rennsteiglauf '09: AOK zahlt Gratis-Gesundheitschecks für Neulinge

Am 16. Mai nächsten Jahres findet auf dem Thüringer Rennsteig Europas größter Crosslauf statt. Rennsteiglauf-Neulinge und Marathon-Umsteiger können sich zuvor kostenlos von Sportmedizinern untersuchen lassen. Die Aktion ist Teil des Projekts „Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung in Kompetenzpraxen“, das der Rennsteiglaufvereins und sein Gesundheitspartner AOK Plus ins Leben gerufen haben. Die Untersuchungen werden in so genannten medizinischen Kompetenzpraxen in Thüringen und Sachsen angeboten. In der Pressemitteilung heißt es, die AOK biete diesen Service exklusiv „ihren Läufern“ an. Offenbar können Versicherte anderer Kassen diesen Service nicht nutzen.
Bei der Untersuchung wird unter anderem ein neuartiges Sport-EKG erprobt, das an der TU Ilmenau entwickelt wurde. Zur Untersuchung gehört weiterhin die Teilnahme an einem geprüften Laufkurs. Das Projekt wird am kommenden Montag auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Nach Angaben des Veranstalters hebt sich der Rennsteiglauf unter den großen deutschen Läufen durch eine niedrige Ausfallquote und gute medizinische Betreuung hervor.
(von Alexander Fritsch aufLaufszene-Thueringen.de, 08.12.08)


DLV: Neue Senioren-Mehrkampfwertung

Der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat auf seiner letzten Tagung in Darmstadt eine neue Mehrkampfwertung für Senioren beschlossen. Der von DLV-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke eingebrachte Antrag war zuvor im Bundesfachausschuss Senioren zustimmend beraten worden. Die neue Mehrkampfwertung schafft mehr Gerechtigkeit in der Bewertung der einzelnen Teildisziplinen und sorgt für eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen über die Lebensspanne. Sie wurde von Bernd Rehpenning (Garbsen) in Kooperation mit Rex Harvey (USA) für den Weltverband WMA entwickelt und soll für die internationale Ebene durch die WMA-Vollversammlung während der Senioren-Weltmeisterschaft in Lahti (Finnland) beschlossen werden.
Die neue Wertung wird bereits 2009 im DLV-Verbandsgebiet eingeführt. Damit übernimmt der DLV eine Vorreiterrolle. Sie löst die bisherige, wenig seniorengerechte nationale Wertung ab.
(Quelle: LV Rheinland, 08.12.08)


DOSB tagte in Rostock - Ergebnisse

Am Wochenende tagte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in der Hansestadt Rostock. Hier eine Zusammenstellung der Tagungsergebnisse aus der Süddeutschen Zeitung:

FINANZEN: Von 2010 an müssen Verbände und Landessportbünde etwa 1,7 Millionen Euro mehr an den DOSB abgeben. Basis dafür ist eine Beitragserhöhung pro Mitglied in 91 000 Vereinen von 11 auf 18 Cent pro Jahr. In den Jahren 2006 und 2007 machte der Dachverband vier Millionen Euro Verlust. Die liquide Reserve ist auf 3,6 Millionen Euro geschmolzen. Der Abschluss 2008 endete mit einer schwarzen Null, der Wirtschaftsplan 2009 sieht bei Gesamtausgaben von 33 Millionen Euro einen Verlust von etwa 800 000 Euro vor.
OLYMPIA-BILANZ: Eine 260-seitige DOSB-Analyse der Peking-Spiele bewertet das Abschneiden des deutschen Teams mit Platz fünf durch den Gewinn von 16 Goldmedaillen als Erfolg, spricht jedoch auch von erheblichen Einschränkungen. So hat die Zahl der Medaillen seit den Spielen der deutschen Vereinigung 1992 in Barcelona ständig abgenommen. Sie sank über 83 auf 65 in Atlanta 1996, 56 in Sydney 2000 und 49 in Athen 2004 auf nunmehr 41. Bei den Finalplätzen eins bis 10 lautet die Abwärtstendenz seit Barcelona: 206, 211, 194, 162, 143.
NEUER WADA-CODE: Die verschärfte Regel der Welt-Antidoping-Agentur WADA wird am 1. Januar 2009 gültig. Er sieht unter anderem eine Vier-Jahres-Strafe beim Erstverstoß vor, wenn systematisches Doping nachgewiesen wird. Die Verbände sind gefordert, den Code bis zum Jahresanfang in ihre Satzung aufzunehmen. Wer das bis dahin nicht schafft, kann ein vom DOSB erarbeitetes Übergangsmodell in Kraft setzen. Der Dachverband will sich bis zum Jahresende eine Übersicht über das Vorgehen der Verbände verschaffen. Säumigen Organisationen droht die Sperre von staatlichen Zuwendungen.
MITGLIEDER: 2008 ist die Zahl der Mitgliedschaften in 91 000 Vereinen um knapp 200 000 auf 27 526 768 gewachsen. Das entspricht einem Organisationsrekord des Sports von 33,46 Prozent, gemessen an der Gesamtzahl der deutschen Bevölkerung. An der Spitze steht weiterhin der Deutsche Fußball-Bund mit 6 563 977 Mitgliedern, das sind 73 969 mehr als im Vorjahr.
EHRUNGEN: Rolf-Dieter Amend ist zum Trainer des Jahres 2008 gekürt worden. Der 59 Jahre alte Experte des Kanurennsports aus Potsdam wurde damit Nachfolger von Handball-Bundestrainer Heiner Brand (2007) und Bob-Bundestrainer Raimund Bethge (2006). Die von dem gebürtigen Magdeburger betreuten Renn-Kanuten errangen bei Olympischen Spielen acht Medaillen, je eine goldene, silberne und bronzene bei den Spielen in Peking. Amend selbst war im DDR-Team bei den Spielen 1972 in München Olympiasieger im Kanu-Slalom geworden. Bundespräsident Horst Köhler wurde mit der erstmals vom DOSB vergebenen «Ehrenmedaille des deutschen Sports» ausgezeichnet. Köhler wird die von dem Künstler Markus Lüpertz gestaltete Medaille später in Empfang nehmen. Zur «Hochschule des Spitzensports» kürte der Dachverband die Fachhochschule Ansbach. Sie ermöglicht Spitzensportlern in hervorragender Weise eine «duale Karriere» als Verbindung von Hochleistungssport und wissenschaftlicher Ausbildung.
(aus Süddeutsche, 08.12.08)


Chemnitz: Deutscher W45-Rekord durch Petra Herrmann - Starke Silvia Klimpfinger (W40)

Einen besonders hochwertigen deutschen Altersklassenrekord hat Petra Herrmann (*1959, DJK Frankenberg) am Sonntag aufgestellt. Bei den 13. Offenen Chemnitzer Seniorenspielen in der Leichtathletik im Sportforum der sächsischen Großstadt übersprang sie mit dem Stab 3,10m, genau so hoch wie ihre persönliche Altersklassenbestleistung 11 Jahre zuvor. Das Bemerkenswerte: In etwas mehr als drei Wochen zählt die Frankenbergerin national zur Altersklasse W50. In der W40 sprintete Silvia .Klimpfinger (*1966, LG Neiße) 8,30 sec üüber 60m und 27,87 über 200m; auch im Weitsprung (5,02m) und Dreisprung (10,37m) überzeugte die Mastersathletin. In der W50 zeigte Sigrid Böse (Weit 4,56, Hoch, 135m, Drei 9,36) ihr Potential. Dasselbe demonstrierte auch Ulrike Hiltscher (*1952, LG Neiße) in ihrer W55 (60m: 9,15sec ;200m: 30,94 sec; 400m: 70,71sec; Weit: 4,15m).
Auch bei den Senioren gab es zu diesem frühen Zeitpunkt der Hallensaison einige herausragende Resultate. Norbert Eichler (*1959, TSG Markkleeberg von 1903) -ebenfalls 2009 bereits Angehöriger der AK M50 sprintete als M45-Sieger ie 60m in 7,82 sec und sprang 5,58m weit. Lutz Herrmann (*1960, SG Vorwärts Frankenberg) übersprang mit dem Stab 3,90 m. Den Hochsprung der M70 gewann der Tscheche Josef Vonasek (*1937, Bohemians Praha) mit 1,30 m, den Weitsprung mit 4,31m. Der aus Oberfranken angreiste Manfred Konopka (*1931, LG Hof) lief in der M75 über 60m 9,52 sec, die 200m in 34,19sec und auch seine 87,52sec über 400m konnten sich angesichts seines Tagesprogramms sehen lassen. Im 3kg-Kugelstoßen der M80 ließen die 11,69m von Horst Fuhrmann (*1928, TuS Dippoldiswalde) aufhorchen.
Alle Resultate aus Chemnitzb gibt es hier (08.12.08)


Sigrun Kofink zu TV Rottenburg

Einen Vereinswechsel der besonderen Art vollzieht die vielfache Deutsche Seniorenmeisterin im Kugelstoßen Sigrun Kofink. Die 73-jährige Athletin verlässt nach genau 50-jähriger (!) Vereinszugehörigkeit - ihre sportliche Laufbahn hat sie 1956 bei den Stuttgarter Kickers begonnen - den LAV asics Tübingen und startet künftig für den TV Rottenburg. "Der Wettkampfsport ist mein Lebenselexier" sagt die Welt- und Europameisterin der Seniorinnen und "hat bereits die Senioren-WM in Lahti (Finnland) im Auge", wie es in der lokalen Zeitung hieß.
Von Bayern nach Württemberg wechselt Josef "Sepp" Bolsinger (*1941). Statt bisher für die LG Westallgäu startet er künftig für MTG Wangen. einzelkämpfer wird künftig Arno Hamaekers sein. Ganz unspektakulär wechselte er von der LAG Obere Murg zu seinem Heimatverein TSG Germania Dossenheim, sehr zur Freude der Dossenheimer Schülergruppe, die Arno Hamaekers und Lebensgefährtin Gerda Seibert seit einigen Jahren betreuen.
(07.12.08, update 09.12.08)


Österreich: Dopingjäger jetzt auch fristlos entlassen
Lilge beim LCC Wien mit sofortiger Wirkung gefeuert.

Beim LCC Wien, Österreichs größtem Leichtathletikverein, herrscht dicke Luft. Der Grund: Wilhelm Lilge, Sportkoordinator des Vereins. Der staatlich geprüfte Trainer, der sich dem Kampf gegen Doping verschrieben hat, hätte zunächst mit Stichtag 31. Dezember gekündigt werden sollen. Doch das Dienstverhältnis wurde am Dienstag mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Begründung von Vereinsobmann Peter Pfannl findet sich auf der Homepage: „Dem LCC Wien wurde eben bekannt, dass Wilhelm Lilge während seines aufrechten Dienstverhältnisses mit dem LCC für einen anderen Laufverein tätig ist und auch als dessen vertretungsbefugtes Organ auftritt. Auf Grund dieses treuwidrigen und schädigenden Verhaltens blieb dem LCC nichts anderes übrig, als das Dienstverhältnis sofort zu beenden.“ So unzufrieden dürfte der Verein mit seinem Trainer gar nicht gewesen sein, denn noch am Mittwoch nach der Entlassung wurde Lilge auf der Homepage als einer der führenden Experten für Ausdauertraining in Österreich gefeiert. „Seine eigene Trainingsgruppe hat bisher mehr als 100 Medaillen bei österreichischen Meisterschaften errungen“, ist zu lesen.Schlösser ausgetauscht

Tatsächlich hatte Lilge, nachdem der LCC Ende September gegen ihn die Kündigung ausgesprochen hatte, den Laufverein „Team 2012.at“ gegründet. Zahlreiche Laufsportler aus seiner Trainingsgruppe waren ihm gefolgt und hatten aus Protest dem LCC den Rücken gekehrt. Bei den Wiener Crossmeisterschaften vergangenen Sonntag war der neue Laufverein erstmals und sehr erfolgreich angetreten. „Die fristlose Entlassung hat mich überrascht. Ich war meinem Dienstgeber gegenüber auch immer loyal“, sagte Lilge im SN-Gespräch. „Als ich gestern ins Büro gehen wollte, hatte ich keinen Zutritt mehr, weil die Schlösser ausgetauscht worden waren. Ich fand nur einen Zettel vor mit dem Hinweis, wie ich mir nach Vereinbarung und unter Aufsicht meine privaten Sachen abholen könnte.“ Dabei habe er, Lilge, Mitte November noch mit Pfannl vereinbart, alle Vorarbeiten für den Silvesterlauf zu erledigen und für eine geregelte Übergabe zu sorgen.
Der Präsident des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV), Johann Gloggnitzer, zeigte sich von der Vorgangsweise des Vereins verblüfft: „Es schaut aus, als hätte der LCC einen Vorwand gesucht. Aber ich kann mich in Dienstverhältnisse nicht einmischen.“ Schließlich hätte es kein gutes Bild für den Verein gemacht, wenn man einen Mitarbeiter kündige, weil sich dieser dem Kampf gegen Doping verschrieben habe.
Offiziell war die Beendigung des Dienstverhältnisses mit Lilge zunächst mit „Einsparungsmaßnahmen“ begründet worden. Auch Lilges Gattin, der Langstreckenläuferin und 18-fachen Staatsmeisterin Carina Lilge-Leutner, war ihre Teilzeitbeschäftigung im Büro des LCC Wien aufgekündigt worden. „Mit mir ist nie ein Gespräch geführt worden, in dem man die Gründe offen ausgesprochen hätte“, betonte Wilhelm Lilge. Der wahre Grund für den Bruch des Vertrauensverhältnisses zwischen dem LCC und seinem erfolgreichen Trainer dürfte, wie von ÖLV-Präsident Gloggnitzer bestätigt, in Lilges Engagement gegen Doping gelegen sein. Denn er hatte dafür gesorgt, dass im Frühjahr bei einem LCC-Halbmarathon bei einer unangemeldeten Dopingkontrolle das LCC-Aushängeschild Susanne Pumper sowie die für den LCC laufende Slowenin Helena Javornik des Dopings überführt worden waren. Pumper wurde Ende Oktober von der Nationalen Anti-Doping Agentur NADA für zwei Jahre gesperrt. Sie bekämpft die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) und reichte gegen Lilge Unterlassungsklage wegen Kreditschädigung ein.
Während Lilge beim LCC abserviert wurde, wird Pumper vereinsintern aufgewertet. Die prominente Läuferin soll künftig Sponsoren für LCC-Veranstaltungen gewinnen. „Ich goutiere nicht, dass Lilge rausgeworfen und zeitgleich die des Dopings überführte Pumper eingestellt wird. Aber ich habe keine rechtliche Handhabe, das zu beeinflussen “, sagte Gloggnitzer. Und weiter: „Das Problem ist, dass es in verschiedenen Bereichen eine gewisse Scheinheiligkeit gibt.“ In der Vergangenheit sei Doping bagatellisiert worden – „da muss man sich schon anders positionieren“, so Gloggnitzer. LCC-Obmann Pfannl wollte keine (weitere) Stellungnahme abgeben.
(aus www.salzburg.com, 06.12.08)


Bob Fine gestorben

Bob Fine, Mitbegründer der weltweiten Masters-Leichtathletikbewegung, ist tot.
Der aktive Geher, - 6. bei der WM vor Jahresfrist in Riccione über 10km- starb am Mittwoch bei einem tragischen Verkehrsunfall am Rande des Jahrestagung des US-Leichtathletikverbandes USATF in Reno (Nevada). Er wurde 77 Jahre alt. Bob Fine war in den verschiedensten Funktionen in der US-Leichtathletik aktiv, u.a. als Vorsitzender der Leichtathleten des Bundesstaats Florida.
Aber vor allem für die Mastersbewegung war er ein großer Glücksfall. Schon Ende der 60er Jahre startete er bei Masterswettkämpfen in San Diego, der Keimzelle der US-Mastersbewegung. Bei der ersten Masters-WM 1975 in Toronto (Kanada) wählte man ihn in das geschäftsführende Präsidium, zwei Jahre darauf schrieb der Rechtsanwalt für den Weltverband WAVA, der heute World Masters Athletics heißt, die erste Satzung. Sie wurde bei der 2. Masters-WM in Göteborg verabschiedet.
Bob Fine vor ein paa Jahren: "Ich formulierte diese erste WAVA-Satzung aus einer Kombination von Vereinssatzungen, Diskussionsergebnissen im Council und gesundem Menschenverstand. Stolz bin ich bis heute darauf , dass Frauen und Männer in allen Wettbewerben gleich behandelt wurden." Sein simpler Kunstgriff: Er ließ in der Satzung den damals üblichen Frauenartikel einfach weg.
Nach 1977 war Fine Vertreter Nordamerikas im WAVA-Präsidium. 1993 organisierte er als Vizepräsident verantwortlich die erfolgreichen Senioren-WM in Miyazaki (Japan), die bis heute größte Masters-WM. Selbst nahm er aktiv an fast allen Weltmeisterschaften und an 38 von 39 US-Meisterschaften der Seniorenleichtathleten teil. Zeitlebens hatte er klare Vorstellungen von dem, was in der Seniorenleichtathletik notwendig war und ist.
Der 1931 in New York geborene Mastersathlet genoss weltweit Anerkennung. Ein betroffener Dieter Massin (Ahlen) sagte zum Tod des US-Amerikaners: "Bob Fine war für mich die personifizierte Gradlinigkeit und der Rechtskompetenz. Ich habe ihn sehr geschätzt. " Der Verstorbene hinterlässt seine Frau Gloria und vier Kinder. (mehr) (noch mehr, engl.)
(Das Foto zeigt Bob Fine -vorn- 2004 am Rande eines Leichtathletikkongresses in den USA, 06.12.08)


Leichtathletikverbände Deutschlands und Frankreichs bitten Politik um Unterstützung

Die Präsidien des Deutschen und Französischen Leichtathletik-Verbandes haben auf ihrer gemeinsamen Sitzung eine Resolution im Kampf gegen Doping beschlossen. In einem gemeinsamen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sowie an den Präsidenten der französischen Republik, Nicolas Sarkozy, haben die beiden Leichtathletik-Präsidenten Dr. Clemens Prokop und Bernard Amsalem im Namen ihrer Organisationen am heutigen Mittwoch die Politiker um Unterstützung bei der Harmonisierung im Dopingkampf auf europäischer Ebene in qualitativer und quantitativer Hinsicht gebeten.
Sie weisen darauf hin, dass selbst auf europäischer Ebene noch erhebliche Unterschiede in den Standards der Dopingbekämpfung bestehen. Chancengleichheit im Wettkampf erfordere vergleichbare Rahmenbedingungen bei der Dopingbekämpfung. Vorrangig werden die Bundeskanzlerin und der französische Präsident gebeten, folgende Ziele zu unterstützen:
- In allen europäischen Staaten muss die Dopingbekämpfung durch eine vom Sport unabhängige Anti-Doping-Agentur organisiert werden.
- Der kontrollierte Personenkreis sowie Anzahl und Qualität der Kontrollen muss vergleichbar werden.
- Das staatliche Recht zur Bekämpfung des Dopings muss auf europäischer Ebene harmonisiert werden.
(05.12.08)


Mitmachen: Wahl zum Seniorensportler und zur Seniorensportlerin Deutschlands 2008

Ein weiteres Mal veranstaltet das Magazin SeniorenLeichtathletik die Wahl zum Seniorensportler und zur Seniorensportlerin Deutschlands des Jahres. Je vier Seniorensportlerinnen und Seniorensportler stehen zur Wahl. Bei den Männern sind dies Rolf Geese (LG Göttingen), Johann Hopfner (LLC Marathon Regensburg, Guido Müller (TSV Vaterstetten) und Wolfgang Ritte (Weseler TV). Nominiert zur Seniorensportlerin des Jahres 2008 sind Ulrike Hiltscher (LG Neiße), Ingrid Meier (TSV Zirndorf), Lydia Ritter (Rot Weiß Koblenz) und Anne-Chatrine Rühlow (SV Burgsteinfurt). Die beiden gewählten Athleten werden aus Anlass der deutschen Seniorenhallenmeisterschaften Ende Februar 2008 geehrt.
Die Sportlerwahl endet am 5. Januar 2009, und es gibt interessante Preise zu gewinnen! Wenn Sie mitmachen wollen: Hier geht es zum Herunterladen des pdf-Dokuments "Sportler_des_Jahres_2008".

Das pdf-Formular weist übrigens Eingabefelder aus, die man am heimischen PC ausfüllen kann, danach bitte speichern und als Dateianhang an Andreas Mann vom Aachener Meyer&Meyer Verlag senden. Ein Ausdruck ist also nicht notwendig, (05.12.08)


DM I 2009 in St. Wendel (Saar)

Die Würfel sind gefallen. Auch die DM I haben jetzt einen Ausrichter. Die auf zwei Tage verkürzten Meisterschaften der Altersklassen M/W 30 bis 45 finden am 27. und 28. Juni im Stadion im Sportzentrum der "Sportstadt" St. Wendel statt. Dies entschieden am Mittwoch die DLV-Verantwortlichen mit Margit Jungmann und Manfred Mamontow an der Spitze nach einer Bereisung - "bei Schnee und Glätte", wie es hinter den Kulissen hieß.
Bereit gestanden hatte dem Vernehmen nach auch Zittau (Sachsen), allerdings nicht für den vorgesehenen Termin am letzten Juni-Wochenende. Die Vorsitzende des Bundesfachausschusses Senioren Margit Jungmann sagte nach der Entscheidung am Donnerstag: "Ich bin erleichtert, dass die Senioren I nun unter Dach und Fach sind und freue mich natürlich besonders, die Senioren in meiner Heimat empfangen können."
(04.12.08)


GRR mit unveränderter Führungsspitze - Ehrung für Horst Wiczynski

Mit unveränderter Führungsspitze geht die Interessengemeinschaft der deutschen Straßenläufe "German Road Races" in die beiden nächsten Jahre. Am vergangenen Wochenende gab es im Rathaus der Hansestadt Rostock ein einmütiges Votum der Delegierten für Horst Milde (Berlin), Derk Kogelheide (Berlin), Bernd Düngen (Duisburg), Wilfried Raatz (Darmstadt) und Sascha Wiczynski (Paderborn). Das Sprechergremium von insgesamt 50 deutschen Straßenläufen wurde um den Münsteraner Sportmediziner Dr. Ralph Schomaker erweitert, dessen Aufgaben die Themen Gesundheit und Fitness sind. Im Mittelpunkt standen in Rostock neben den Neuwahlen und den Berichten der GRR-Sprecher vor allem drei Arbeitsgruppen, die unter den Themen „Zukunftsorientierte Laufveranstaltungen“, „Jahr Eins nach derEinführung des Gesundheits-Checks“ und „Bedeutung der Medien bei Laufveranstaltungen“ standen und in denen ohne Zeitdruck intensiv debattiert werden konnte.
In ihrer Bilanz hatten die GRR-Verantwortlichen zuvor zwei erfolgreiche Jahre dargestellt. So wurde der Gesundheits-Check als verbindliche Erklärung bei der Anmeldung zu den Läufen eingeführt, und zwei Symposien in Berlin und Münster fanden großen Zuspruch und stellten eine „Weiterbildung“ für Veranstalter, Mediziner und im Rettungswesen Tätige bei Laufveranstaltungen dar. Auch im nächsten Jahr sollen Symposien stattfinden - wieder in Berlin und Münster. Die weiter verbesserte Internetseite der GRR konnte noch stärker läufergerecht aufbereitet werden und genießt genauso hohes Ansehen wie auch das im Verbund mit dem Laufmagazin „aktiv laufen“ erschienene Sonderheft „Road Races“. „Wir haben sehr konzentriert und höchst effektiv gearbeitet“, zog Horst Milde, der langjährige Verantwortliche des Berlin-Marathon, ein überaus zufrieden stellendes Fazit.I
Im Rahmen der GRR-Jahrestagung wurde GRR-Gründungsmitglied Horst Wiczynski, der 34 Jahre lang (!) die Geschicke des Paderborner Osterlaufes gelenkt hatte, für sein verdienstvolles Engagement um die Entwicklung des Straßenlaufes iin Deutschland und der Interessengemeinschaft German Road Races geehrt.
(Quelle Wilfried Raatz auf GRR, 03.12.08)


Horgenzell: Heilig-Duventäster gewinnt zum 10. Mal in Folge

Niemand konnte sich erinnern, dass die äußeren Bedingungen so perfekt beim Nikolaus-Crosslauf in Horgenzell bei Ravensburg stimmten. Es lag Schnee und war zugleich warm und windstill - ideal, wie auch Männer-Sieger Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) fand. In 24:34 Minuten nach vier Runden und etwa acht Kilometern lag er 46 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Jens Ziganke (TG Stockach) und weit über eine Minute vor dem Dritten Kim Bauermeister (*1970, TSV Riedlingen, 25:56).
Anders waren die Vorzeichen beim Duell der Frauen zwischen der Berglauf-Nationalkaderathletin Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) und Margit Adelwarth (TV Erkheim), die auf der Straße die bessere Läuferin ist. Mit Adelwarth im Nacken lief Marie-Luise Heilig-Duventäster Runde für Runde und rettete schließlich mit Unterstützung ihres Vereinskollegen Lothar Burkhardt (*1956) -so der Südkurier anschließend- einen Vorsprung von fünf Sekunden ins Ziel. Es war ihr 10. Sieg in Folge bei dem traditionsreichen Crosslauf. Dabei sah sich Adelwarth, nachdem einmal eine kleine Lücke entstanden war, nicht mehr in der Lage, im Schlussspurt noch mal anzugreifen, wie sie nach dem Lauf sagte.
(03.12.08)


W55-Rekordsprung ist kein Weltrekord

Große Aufregung in den USA. Da sprang die US-Meisterin und Hallenweltrekordlerin Kay Glynn (W55) im vergangenen Juni 3,08m und verbesserte den seit sechs Jahren bestehenden 3,05m-Weltrekord von Phil Raschker um 3cm . Aber jetzt gibt es lange Gesichter. Denn Sandy Pashkin, im WMA-Präsidium verantwortlich für die Anerkennung von Weltrekorden, akzeptiert die neue Besthöhe nicht.
Zwar startete die 3,08m-Springerin bei ihrem Rekord bei dem offiziell als "Northern California USATF Meeting" in der Los Gatos High School Masters angekündigten Leichtathletik-Sportfest. Aber das war wegen eines großen Durcheinanders der Verantwortlichen nicht offiziell angemeldet und daher nicht anerkannt. Die Konsequenz: Kein neuer Weltrekord in der W55. Sandy Pashkin informierte Kay Glynn über ihre Entscheidung bereits vor einigen Wochen.
(03.12.08)


DLV-Medienpreis an Jens-Jörg Rieck

Das Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hat bei seiner Sitzung am Wochenende in Darmstadt Jens-Jörg Rieck (SWR) mit dem diesjährigen DLV-Medienpreis ausgezeichnet. Der Preis geht an Medienvertreter, die sich sportjournalistisch über viele Jahre hinweg um die Leichtathletik verdient gemacht haben. Jens-Jörg Rieck ist seit 1991 bei der ARD und hat 1993 bei der WM in Stuttgart erstmals im Hörfunk über die Leichtathletik berichtet. Seitdem hat der 45jährige kein Leichtathletik-Großereignis mehr verpasst und wurde bereits mehrmals für seine Hörfunkreportagen ausgezeichnet. Unvergesslich bleibt unter anderem seine Reportage über den Goldlauf von Nils Schumann bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney („Schumann du Goldmann“).
In den vergangenen Jahren erhielten den DLV-Medienpreis:
Klaus-Dieter Kullmann (2007/Die Rheinpfalz), Dieter Adler (ARD/Premiere 2006), Volker Kottkamp (ARD,2005), Hajo Waldbröl (2004/FAZ) sowie Gerd Rubenbauer (ARD/2002). Die eigens für den DLV-Medienpreis entworfene Skultpur des hessischen Künstlers Hans Borchert wird bei den Deutschen Meisterschaften 2009 am 4. und 5. Juli in Ulm von DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop an Jens-Jörg Rieck überreicht.
(02.12.2008)


Michael Böhnke: Keine Kandidatur als DLV-Vize

Michael Böhnke, Vizepräsident des Deutschen Leichtahletikverbandes (DLV) für den Breiten- und Freizeitsport, kandidiert nicht bei den im kommenden Herbst anstehenden Wahlen für das DLV-Präsidium. Dies bestätigte der Wuppertaler Hochschullehrer jetzt gegenüber www.masters-sport.de. Zugleich teilte er seine Entscheidung auch in einem persönlichen Schreiben den Mitgliedern des DLV-Bundesfachausschusses "Senioren" mit.
Böhnke zu seinem Schritt: "Der Schlüssel zum Verständnis für meine Entscheidung liegt in der Frage: 'Was mache ich mit meiner Lebenszeit?' Diese Frage habe ich mir gestellt. Und da kann ich mir neben und nach dem Engagement im DLV auch anderes vorstellen. Mir hat es viel Freude gemacht und es macht mir nach wie vor viel Freude, mich im DLV für die Leichtathletik, die Leichtathletinnen und Leichtathleten zu engagieren; die Gegenwart und Zukunft der Leichtathletik mit zu gestalten. Das wird aller Voraussicht nach auch bis zum Ende der Amtszeit so bleiben. Ich blicke gern auf die letzten Jahre zurück, in denen es gelungen ist, Strukturen zu etablieren, die es ermöglichen, dass sich die Athleten und Athletinnen bei der Ausübung ihrer Sportart gut in Szene setzen können. Um nichts anderes geht es mir und darauf lässt sich m.E. auch ohne mich aufbauen."
Für den Seniorenbereich fordert der scheidende DLV-Vize, dass sich auch die Seniorenleichtathletik weiterentwickeln müsse. "Wenn der DLV international seine führende Position behaupten will, muss die Seniorenleichtathletik vermehrt die jüngeren Altersklassen ansprechen und für ihr Wettkampfprogramm gewinnen. Da gibt es noch viel zu tun." Michael Böhnke betonte, international müsse "eine Angebotsdifferenzierung" stattfinden. Sein Credo: "Meisterschaften müssen sich mehr an Spitzenleistungen orientieren,für Mastergames müssen neue Zielgruppen erschlossen werden." Wenn wir diesen Herausforderungen mit guten Konzepten und adäquaten Strategien begegnen und uns dabei gegenseitig unterstützen, ist mir um die Zukunft nicht bang." Ein optimistischer Michael Böhnke: "Das Präsidium und der Verbandsrat des DLV erkennen jedenfalls zunehmend die Bedeutung des Seniorensports angesichts des demographischen Wandels. Beiden Gremien ist bewusst, dass in diesem Sektor Deutschland international eine führende Rolle einnimmt, die es weiter zu entwicken und zu sichern gilt."
(02.12.08)


DLV-Verbandsrat: Kein Weihnachtsgeschenk aber Nikolaustüte für Senioren

Der Antrag des Bundesfachausschusses (BFA) lautete auf Streichung aller Gebühren für die Betreuung der Mastersathleten bei internationalen Meisterschaften. Der BFA wollte, dass künftig der DLV-Haushalt alle Kosten für die DLV-Betreuung der Seniorenathleten bei allen internationalen Meisterschaften (Halle, Stadion, Berglauf, Straße) trägt. Aus diesem Weihnachtsgeschenk ist zwar nichts geworden. Aber der DLV-Verbandsrat beschloss am Samstag in Darmstadt immerhin einen Kompromiss. Ab 2009 müssen Athleten bei internationalen Berglauf- und Straßenmeisterschaften keine Extragebühr mehr zahlen. Der DLV trägt die Betreuerkosten aus seinem Haushalt. Die ersten, die sich freuen können, sind die Straßenläufer bei der EM im kommenden Mai in Aarhus. Für die Betreuung bei "Stadia"- und Hallenmeiterschaften zahlen die Athleten allerdings weiterhin 10 Euro.
Unsere Meinung: Zwar kein richtiges Weihnachtsgeschenk, aber eine ordentliche Nikolaustüte...
(01.12.08)


Marathon-Veranstalter planen jetzt auch Dopingkontrollen vor den Wettkämpfen
Bluttests erst nach Vorgaben von DLV und IAAF sinnvoll

Bei einem prominent besetzten Treffen in Frankfurt am Main haben sich die vier größten deutschen Marathonveranstalter auf einen gemeinsamen Initiativplan '09 in der Gesundheitsvororge und im Antidoping-Kampf verständigt. "Unsere Lauf-Events stehen mit insgesamt 95.000 Teilnehmern ganz besonders in der Verantwortung, und dieser bundesweiten Leitfunktion wollen wir künftig mehr denn je gerecht werden", sagte dazu Renndirektor Jo Schindler (Frankfurt Marathon). Schindlers Einladung waren seine Kollegen Rüdiger Otto (Berlin), Wolfram Götz (Marathon Hamburg) sowie Harald Rösch (Köln-Marathon) gefolgt. Mit dabei waren auch Mark Milde, Jürgen Lock, Christian Jost, Lutz Derkow (alle Berlin), Holger Rähse (Hamburg) und Markus Frisch (Köln). Weitere Teilnehmer der Zusammenkunft waren Dr. Jutta Müller-Reul sowie Kerstin Neumann von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vertrat Dr. Anne Jakob von der Anti-Doping-Koordinierungsstelle sowie Dr. Dirk-Reiner Martens (München), der als Rechtsanwalt unter anderem als Richter am Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne tätig ist. Die Moderation des Treffens übernahm Sylvia Schenk, Anti-Doping-Beauftragte des Frankfurter Titelsponsors Dresdner Kleinwort.
Alle vier Veranstalter wollen ihre Gesundheitskampagnen erweitern. So sollen auffällige Informationen zu gesundheitlichen Themen auf den Internetseiten der vier Veranstaltungen zu finden sein. Außerdem enthalten künftig alle Starterbeutel Materialien, die über versteckte Gefahren bei unprofessioneller Vorbereitung sowie Medikamenteneinnahme aufklären. Angelehnt an den neuen Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, der 2009 in Kraft tritt und flexiblere Sanktionsmaßnahmen, aber auch wesentlich mehr spezifische Substanzen enthält, wird das Informationsblatt erstmals zum Marathon in Hamburg am 26. April 2009 in Abstimmung mit der NADA und dem DLV verbotene Wirkstoffe auflisten, aber auch Beispiele für erlaubte Medikamente geben. Tipps und Leitfäden zum verantwortlichen Handeln in Training und Wettkampf werden das Informationsblatt ergänzen. "Insbesondere bei den vielen zehntausend Hobby- und Breitensportlern ist die Verunsicherung groß, was erlaubt ist und was nicht", sagt Sylvia Schenk. "Wir wollen mit dem Infoblatt auch verhindern, dass Marathonläuferinnen und - läufer unwissentlich gedopt an den Start gehen."
Neue Wege wollen Deutschlands führende Marathonveranstalter darüber hinaus bei den Antidoping-Kontrollen gehen. Ab 2009 werden die vom Leichtathletik-Weltverband IAAF festgelegten Urinkontrollen nach dem Wettkampf um sogenannte Vor-Wettkampf-Kontrollen erweitert . Die genaue Zahl der jeweiligen Vor- Wettkampf-Kontrollen wird noch abgestimmt . "Wir wollen und werden eine gemeinsame Linie finden. Da bin ich sehr zuversichtlich", meinte Harald Rösch aus Köln. Und Wolfram Götz (Hamburg) ergänzte: "Sauberen, dopingfreien Leistungssport kann niemand garantieren. Aber wir wollen als Veranstalter ein Höchstmaß an Kontrolle bieten." Dazu könnten auch Bluttest zählen. Allerdings ist noch offen, ob in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt auch Blutkontrollen vor dem Marathon genommen werden. Das hängt maßgeblich von der IAAF und vom DLV ab. Denn nur wenn die IAAF die Proben von den vier größten deutschen Marathonveranstaltungen zur Ergänzung ihrer Blutdatenbank verwendet, um Langzeitprofile von Athleten zu erstellen, halten die Veranstalter diese nicht ganz billigen Tests für sinnvoll. Bisher aber gibt es im Gegensatz zu Skilanglauf, Biathlon und Radsport in der Leichtathletik noch keine Schutzsperren bei auffälligen Hämoglobin- und Hämatokritwerten im Blut . "Hier ist zunächst der DLV in Absprache mit der IAAF gefordert, für eine zweckgerichtete Verwendung der Blutproben zu sorgen", betonte Jürgen Lock (Direktor für Sportmedizin des SCC Running, Berlin).
Die IAAF erstellt nach eigenen Angaben seit 2004 Blutprofile, die jedoch juristisch noch nicht so sicher seien, als dass man auf ihrer Grundlage Verfahren eröffnen könne. Spätestens Anfang 2009 soll jedoch der Blutpass eingeführt werden, sagte ein IAAF-Sprecher am Freitag. Mit ihm würden die Erkenntnisse aus den Blutprofile justiziabel.
(01.12.08)


DLV: Verzicht von Michael Böhnke?

Nach uns vorliegenden Informationen verzichtet überraschend der Vizepräsident im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) Michael Böhnke auf eine Kandidatur für das DLV-Führungsgremium. Das neue Präsidium des DLV wird im Herbst 2009 -zwei Monate nach der WM in Berlin- gewählt. Am Wochenende hatte DLV-Präsident Clemens Prokop auf einer Präsidiums- und Verbandsratsitzung in Darmstadt angekündigt, erneut als Präsident des DLV zu kandidieren.
Böhnke war im Herbst 2005 nach dem überraschenden Rückzug von Anton Budde (Paderborn) kommissarisch zum Vizepräsident für den Breiten- und Freizeitsport berufen worden. Nur fünf Monate nach seiner Wahl als DLV-Vize hatte Budde das Amt "aus beruflichen und persönlichen Gründen" niedergelegt. Der 53 Jahre alte Theologie-Professor der Uni Wuppertal war daraufhin kurz entschlossen eingesprungen. Er brachte mit neuen Impulsen frischen Wind in den DLV-Breiten- und Freizeitsport. Unter anderem wurde auf seine Initiative hin 2006 der neue "Bundesausschuss Senioren" gegründet.
Bisher liegt www.masters-sport.de keine offizielle Stellungnahme von Michael Böhnke vor.
(01.12.08)


Erfurt: Auch hier ein Stadion ohne Leichtathletik?

Für 40 Mio Euro wollen die Erfurter Fußballer ein neues Stadion bauen. Geld dafür hat weder der lokale, in der dritten Liga kickende Fußballclub (FC) Rot-Weiß Erfurt noch die thüringische Landeshauptstadt. Sie kann nur 5 Mio Euro aufbringen. Es kommt also darauf an, ob das Land Thüringen rund 35 Millionen Euro für ein neues Stadion zahlen will. Mitte der Woche stellten der FC Rot-Weiß Erfurt und das von ihm beauftragte (und bezahlte) Architekturbüro eine "Studie" für das neue Stadion vor, einschließlich zweier bevorzugter Varianten, beide am jetzigen Standort im Steigerwald. Die eine sieht vor, berichtet die lokale Presse, so wörtlich "das Stadion in eine Multifunktionsarena umzubauen, also in ein reines Fußballstadion" (!) für maximal 29 000 Zuschauer. Es soll sich auch für andere Großveranstaltungen wie etwa Konzerte eignet. Die leichtathletischen Anlagen werden dabei auf einen Platz „ausgelagert“, der hinter der Gegentribüne (Wurfplatz/Schalenhalle) entstehen soll. Das Projekt kostet 39,4 Millionen.
Bei der zweiten Variante bleibt die Leichtathletik zwar im Stadion , wird aber regelrecht zusammengestaucht. Kugelstoß-, Weitsprung- und Stabhochsprunganlagen sind dann nur noch eingeschränkt vorhanden; bei diesem Plan sollen die Zuschauerränge näher ans Spielfeld rücken und werden mit einem „Rang“ aufgestockt. Maximale Zuschauerzahl: 25.400, von denen "nur etwa die Hälfte" in jenem 90-m-Kreis sitzen, der als „Best-View-Radius“ gilt, auf deutsch: in dem Zuschauer einen erstklassigen Blick aufs Spielfeld haben. Kosten der Variante zwei: 41,7 Millionen.
Da die Stadt Erfurt den ihr maximal möglichen Beitrag bereits auf gut fünf Millionen beschränkt hat und private Finanzierungsbeteiligungen, so FC-Chef Rolf Rombach, nicht wahrscheinlich seien, blieben also rund 35 Millionen Euro übrig, zu tragen vom Land. Das Architekturbüro hatte auch andere Standorte untersucht, die aber zu weit draußen liegen. Rombach hat auch schon einen „Kampfplan“: Bis Ende Januar Grundsatzentscheidung im Stadtrat, dann Bildung einer „Finanzierungskommission“, Ende März Entscheidung im Landtag, Planung bis Ende 2009, Baubeginn März 2010, Einweihung zum Saisonbeginn 2011/12.
(Quelle: Freies Wort 30.11.08)
Pressekonferenz im Bild (MDR-Beitrag)


DLV: Dr. Clemens Prokop kandidiert erneut und will mehr Geld von der Wirtschaft

Dr. Clemens Prokop kandidiert auf dem Verbandstag Ende Oktober 2009 in Berlin erneut als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Dies gab er am Wochenende auf der Präsidiums- und Verbandsratsitzung in Darmstadt bekannt. Die Entscheidung wurde nach Mitteilung des DLV von den Mitgliedern des Verbandsrates, dem alle Präsidenten der DLV-Landesverbände und das Präsidium angehören, "mit großem Beifall" aufgenommen.
"Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen dazu entschieden, 2009 noch einmal zu kandidieren. Ich möchte Leichtathletik gestalten und nicht verwalten. Auch künftig werde ich um die Bedeutung der Leichtathletik kämpfen", sagte Dr. Clemens Prokop, der im März 2001 auf den Tübinger Sportprofessor Helmut Digel als DLV-Chef folgte. Der Amtsgerichtsdirektor aus Kelheim stellte auf der Sitzung am Samstag in Darmstadt auch seinen "Aktionsplan 2009/2010" vor, der eine "Mobilisierung der Leichtathletik auf allen Ebenen über die WM 2009 in Berlin hinaus" gewährleisten soll. Ziel für den Leistungssport der kommenden Jahre sei es vor allem, "in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen zusätzliche Mittel für die individuelle Förderung der Athleten/innen zu akquirieren". Im Gegenzug werde eine "zentralere Steuerung der Athleten/innen als bisher" angestrebt. Die Mastersleichtathletik spielt in den Vorstellungen Prokops weiterhin keine Rolle.
(30.11.08)


Veronika Ulrich Zweite bei Deutschen Hochschul-Crossmeisterschaften

Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg) ist schon wieder voll ins Wettkampfgeschehen eingetaucht: Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Crosslauf in Pfungstadt belegte die Regensburgerin hinter der mehrmaligen deutschen Juniorenmeisterin Heike Bienstein über 6240 m in 22:51 Platz zwei und konnte damit - natürlich außerhalb der Hochschulwertung startend - Rhea Richter (Itzehoe) sicher in Schach halten. Die Siegerin aus Dortmund war ihr um 26 Sekunden enteilt.(Webseite LG Regensburg, 30.11.08)


Marathon4you wählt Marathon des Jahres - Attraktive Preise

Nur wenige Marathons sind noch zu laufen, dann ist das Jahr zu Ende. Die Internetseite Marathon4you hat im "Laufe des Jahres" über fast 200 Stadtmarathons und herrliche Landschafts- und Bergläufe in Wort und Bild berichtet. Jetzt fordert sie auf, den Marathon des Jahres 2008 zu wählen. Mitmachen ist ganz einfach: aus der Vorschlagsliste können drei Veranstaltungen ausgewählt werden. Wer die meisten Punkte erhält, ist Marathon des Jahres. Es werden aber auch die Landessieger Schweiz und Österreich ermittelt, viele Regionalsieger und der Bergmarathon und Newcomer des Jahres.
Mitmachen lohnt sich allemal. Über 100 Preise gibt es zu gewinnen. Hauptpreis ist eine Reise nach New York mit Teilnahme am New York City Marathon 2009. Eine weitere Gewinnerreise führt nach Antalya zum Runtalya 2009. Außerdem gibt es wertvolle Sachpreise und viele Bücher zum Thema Laufen. Gewählt werden kann bis zum 31.12.2008. Hier geht's zur Abstimmung
(29.11.08)


DLV beruft Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961) in B-Kader

Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) ist vom DLV erstmals in den B-Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen worden. Zuvor hatte die 47 Jahre alte Ausdauerläuferin eine glänzende Saison absolviert. Höhepunkt war dabei der Gewinn der Deutschen Berglaufmeisterschaft im südbadischen Hochblauen, als sie sich gegen die gesamte jüngere Konkurrenz durchsetzte und mit beeindruckender Willenskraft trotz einer schweren Beinverletzung über die letzten 400m den Titel ins Ziel rettete. Marie-Luise Heilig-Duventäster dürfte die älteste Leichtathletin sein, die jemals in den B-Kader des DLV aufrückte.
Am Sonntag startet die welfenerin übrigens zum 10. Mal in Horgenzell (Landkreis Ravensburg) beim 16. Nikolaus-Crosslauf und zum zehnten Mal will sie einen Siegerpokal mit nach Hause nehmen. Nicht nur der Schnee auf der Laufstrecke deutet es übrigns an: Crosslauf ist eine Wintersportart und der Internationale Leichtathletikverband IAAF hat jüngst beantragt, diese Disziplin bei den Olympischen Winterspielen aufzunehmen. Nachmeldungen können übrigens bis eine Stunde vor dem Start abgegeben werden.
(Quelle: Südkurier, 29.11.08)


DM-Generalprobe: Ingolstadt erwartet die Crossläufer Bayerns

Nicht nur geographisch, auch sportlich rückt Ingolstadt Mitte Dezember ins Zentrum der bayerischen Leichtathletik. Da im Frühjahr die Veranstalter aufgrund der extremen Witterungsbedingungen zwar ungern, aber verantwortungsvoll die bayerischen Crosslaufmeisterschaften abgesagt haben, wird nun der Wettbewerb am 13. Dezember ab 11.00 Uhr im "Hindenburgpark" nachgeholt. Der 125 Jahre alte MTV Ingolstadt freut sich natürlich auf diese Meisterschaften und bittet die bayerischen Leichtathleten, sich bis spätestens 01.12. beim BLV anzumelden.
Die Spitzenläufer Bayerns sollten sich die Anfahrt zum Austragungsort gut merken. Im kommenden Frühjahr wird der Hindenburgpark nämlich in den Fokus der deutschen Leichtathletik rücken: Der DLV hat dem MTV Ingolstadt die deutschen Crosslaufmeisterschaften 2009 übertragen. Sie finden am 14. März nächsten Jahres statt. Die Veranstalter und die bayerischen Läufer können die Meisterschaften am 13. Dezember also zugleich als Generalprobe einstufen.
(Quelle blv-sport.de, 28.11.08)


Thailand-Unruhen: 15. Asienmeisterschaften auf 2009 verschoben

Die Massenproteste gegen die Regierung in Thailand haben sich jetzt auch auf die Masters-Leichtathletik ausgewirkt. Eigentlich sollten im nordthailändischen Chiang Mai vom 1. bis 5. Dezember die Asienmeisterschaften der Masters-Leichtathletik stattfinden, bei denen Athleten aus 16 asiatischen Ländern antreten wollten. Aber Tausende von Demonstranten halten seit Tagen die beiden Flughäfen in Bangkok besetzt, über die die Regierung am Donnerstag den Ausnahmezustand verhängte. Sie bereitet offenbar eine gewaltsame Räumung vor. Gleichzeitig machen Putschgerüchte die Runde.
Die lokalen Organisatoren waren zunächst noch zuversichtlich, haben aber angesichts der aktuellen Situation in Bangkok am Donnerstag die 15. Asienmeisterschaften abgesagt. Die Wettkämpfe sollen jetzt vom 13. bis 17. Januar 2009 stattfinden, eventuell auch noch später, falls sich die Situation in Thailand nicht beruhigen sollte.
(28.11.08)


Bundestag: Steuerbefreiung bei sportlichen Großereignissen

In Zukunft sollen mehr Welt- und Europameisterschaften in Deutschland stattfinden. Darauf zielt eine Änderung des Jahressteuergesetzes 2009, die der Sportausschuss des Bundestages am Dienstag mehrheitlich begrüßte. Laut Paragraph 50 (4) verzichtet der Gesetzgeber künftig auf den bisher notwendigen Nachweis eines volkswirtschaftlichen Nutzens, um eine Veranstaltung von der Einkommenssteuer zu befreien. Künftig genügt, dass die Veranstaltung im besonderen Interesse der Öffentlichkeit liege. Dieses sei insbesondere daran zu erkennen, dass um die Veranstaltung ein internationaler Wettbewerb stattfinde.
Die sportpolitische Sprecherin der SPD, Dagmar Freitag, sagte, das besondere öffentliche Interesse in diesem sportbegeisterten Land liege auf der Hand. Auch der Staat habe ein Interesse, Deutschland im Ausland zu präsentieren. Klaus Riegert von den Unionsfraktionen nahm die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Beispiel; ihr volkswirtschaftlicher Nutzen sei mit Händen zu greifen. Dem gegenüber machten die Vertreter des Finanzministeriums deutlich, dass nicht einmal für dieses Ereignis ein solcher Nutzen belegbar sei. Um nicht Recht brechen zu müssen für die Unterstützung von Sportveranstaltungen, habe man neue Regeln gefasst. „Eigentlich ist es eine Sauerei, dass viele Leute Geld verdienen und der Staat auf Steuern verzichtet“, sagte Winfried Hermann von den Grünen.
Die Mehrheit der obersten Finanzbehörden der Länder und der Bundesfinanzminister müssen einer solchen Ausnahme zustimmen. Die Steuerbefreiung wird zur Unterstützung einer Bewerbung, nicht aber für bereits vergebene Meisterschaften gewährt. Generell entfällt die bisher übliche Besteuerung von Hotel- und Reisekosten, die der Gastgeber übernimmt. Anlass zur Änderung des Gesetzes waren die erfolglosen Bewerbungen von Berlin und Hamburg um das Endspiel der Champions League. Die Leichtathletik-WM, die 2009 in Berlin stattfinden, profitiert nicht von einer Steuerbefreiung, wohl aber die Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011.
(von Michael Reinsch in Frankfuter Allgemeinen Zeitung, Quelle, 27.11.08)


Süddeutsche berichtet über Berliner Anti-Doping-Forum:
"Wir hätten 1000 positive Fälle mehr"

Der schwedische Sportwissenschaftler Bengt Saltin hat im Kampf gegen Doping ein radikales Umdenken und deutlich mehr Trainings- statt Wettkampfkontrollen gefordert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei "dumm", wenn es glaube, dass es die 1000 Tests mehr während der Olympischen Spiele in Peking im Vergleich zu Athen 2004 als Erfolg verkaufen kann. "Hätte man diese Kontrollen zwischen den Saisons gemacht, hätten wir 1000 positive Fälle gehabt", sagte der renommierte Physiologe und Doping-Fahnder am Donnerstag auf einem internationalen Anti-Doping-Forum in Berlin.
Während der "heißen" Wettkampfphase zu testen, sei naiv, vergeblich und vergeude Ressourcen. "Da werden ja höchstens noch Amphetamine und Diuretika zur Verschleierung genommen. Die Leichtathleten musst du vor allem im Winter kontrollieren, die Skiläufer im Sommertraining", forderte Saltin, der in Deutschland vor allem durch sein Gutachten im Fall der Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle (November 2006) bekannt wurde. Der in Kopenhagen lebende Forscher hatte nach der Schutzsperre Sachenbachers die Blutstudie für den Weltverband FIS mit erarbeitet.
Saltin kritisierte den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für deren "unzureichende und wenig effektive" Methoden bei der Fahndung nach Dopingsündern. Die Zukunft im Testsystem liege in der Kombination von Biologischem Pass (Blutprofile) und "zeitlich intelligenten Trainingskontrollen". Die WADA-Labors dürften sich nicht isolieren, sondern müssten sich öffnen und mit internationalen Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, forderte Saltin. Allerdings sei die WADA überfordert, den höheren Bedarf an Trainingskontrollen zu decken. Das Blutdopingmittel EPO, anabole Steroide sowie Wachstumshormone (HGH) und künftig auch Gendoping seien die "effektivsten" Dopingmittel- und -Methoden. Das Berliner Anti-Doping-Forum wird bereits zum dritten Mal von der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Beiten Burkhardt veranstaltet. In diesem Jahr stand es unter dem Motto "Wie nah sind die Jäger an den Gejagten".
(Süddeutsche.de 27.11.08)


IAAF Masters of the Year 2008:
Wolfgang Rittes Ritterschlag

Mittendrin und nicht nur dabei. So verheißt uns vollmundig ein Spartensender. Diesen Slogan kann der Moerser Stabhochspringer Wolfgang Ritte getrost für sich in Anspruch nehmen. Der 55-Jährige, der seit 2007 für den Weseler TV startet, empfing beim Stelldichein der Weltklasse-Leichtathleten von einst und jetzt am Sonntagabend im „Salle des Etoiles“ (Sternensaal) des alt-ehrwürdigen Monte Carlo Sporting Club anlässlich der Welt-Leichtathletik-Gala die höchsten außerhalb der Stadien zu vergebenden Weihen.
Ganz der Disziplin angemessen, wurde Wolfgang Ritte von Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa (Russland), die bei der Gala als Welt-Leichtathletin des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie der Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka (Ukraine) als Welt-Senioren-Leichtathlet 2008 ausgezeichnet. Eine Ehrung, die ein Ritterschlag ist. Vermutlich wird Ritte das davon zeugende Bilddokument daheim in Postergröße an exponierter Stelle aufhängen.
Bereits am Vormittag hatte er auf einem Empfang im Casino von Monte Carlo die fotografisch festgehaltenen Glückwünsche von Fürst Albert von Monaco entgegennehmen dürfen. So ganz nebenbei fiel bei dieser Gelegenheit noch ein gemeinsames Foto mit Olympiasieger und Weltrekordler Usain Bolt (Jamaika) ab, der bei den Spielen in Peking in neue Dimensionen gesprintet war und abends erwartungsgemäß als Welt-Leichtathlet des Jahres geehrt wurde. Ritte war von den Erlebnissen förmlich überwältigt. „Das ist der helle Wahnsinn“, meinte er. „Das kommt mir alles so unwirklich vor, als wäre es ein Hollywood-Film. Irgendwann knipst einer das Licht aus, und der Spuk ist vorbei.“
Allein der Schauplatz der feierlichen Gala war ein echter Hingucker. Festliches Ambiente und eine gleichermaßen gewandete Gäste-Schar verstehen sich nahezu von selbst. Doch die Kuppel der extravaganten Stätte ist ein Glanzlicht im doppelten Sinn des Wortes. Sie besteht aus tausenden kleinen Leuchtkörpern, die einen künstlichen Sternenhimmel erzeugen. Das Dach lässt sich wie bei der „Arena Auf Schalke“ öffnen und schließen. Mehr als sehen lassen konnte sich zudem die illustre Gesellschaft der 730 geladenen Gäste. Kurzum: Ein „Who is who“ der Leichtathletik-Szene mit Jelena Isinbajewa und Usain Bolt an der Spitze.
Fürst Albert stand trotz der geballten Ladung an aktuellen und früheren Sportgrößen nach dem rund einstündigen offiziellen Teil im Mittelpunkt des Interesses. Dabei erwies er sich buchstäblich als Fürst zum Anfassen, erfüllte jeden an ihn heran getragenen Wunsch für ein Foto mit ihm. Müßig zu erwähnen, dass mit erlesenen Speisen und Getränken das leibliche Wohl nicht zu kurz kam. Anschließend herrschte auf der Tanzfläche eine drangvolle Enge. Wolfgang Ritte übte sich auf diesem Terrain freilich in vornehmer Zurückhaltung, machte aber dennoch im eigens für dieses Ereignis angeschafften Smoking eine blendende Figur. Da hatte sich seine ihn begleitende Ehefrau Ute, die ein langes schwarzes Abendkleid trug, in der Kleiderfrage durchgesetzt.
Fotos: Stabhochspringer Wolfgang Ritte (re.) vom Weseler TV wurde in Monte Carlo von der russischen Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa und Sergej Bubka aus der Ukraine als Welt-Senioren-Leichtathlet 2008 ausgezeichnet; dem Gespräch lauscht Christine Müller, IAAF-Mastersleichtathletin 2008.
Auch Gastgeber Fürst Albert von Monaco gratulierte dem Moerser, zwischen beiden IAAF-Präsident Lamine Diack
(von Axel Hermanns auf rp-online, 25.11.08)

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SeniorenLeichtathletik: Wer wird Deutschlands Seniorensportler des Jahres?

Mit einer Doppelausgabe beschließt das Fachmagazin SeniorenLeichtathletik den 4. Jahrgang. Auf dem Titelbild und in einem größeren Beitrag wird Wolfgang Ritte vorgestellt, dem in diesem ablaufenden Jahr alles gelang und der zu Europas Seniorenleichtahlet 2008 und zum IAAF-Master of the Year 2008 gewählt wurde. Weitere Schwerpunkte im aktuellen Heft sind neben den traditionellen Reportagen aus den Bundesländern die Berichte über die drei letzten deutschen Meisterschaften des Jahres und die Berglauf-WM in Tschechien.
Kein Geringerer als EVAA-Präsident Dieter Massin prangert in seinem Kommentar einmal mehr die hohen Preise an, die für die Teilnahme an internationalen Meisterschaften aufzuwenden sind. Hochaktuell sein Bezug zur weltweiten Finanzkrise. Daneben schließt ein umfangreicher Artikel über den neuen Antidoping-WADA-Code Wissenslücken, und schließlich enthält die aktuelle SeLa-Ausgabe auch den Stimmzettel für die Wahl zum deutschen Seniorensportler des Jahres 2008. Teilnehmer an der Wahl können attraktive Preise gewinnen.
(24.11.08)


Digel kritisiert IAAF-Plan für Crosslauf bei Olympischen Winterspielen

Das deutsche IAAF-Councilmitglied Helmut Digel hat den offiziellen Antrag des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, den Crosslauf in das Programm Olympischer Winterspiele aufzunehmen, kritisiert. «Die Winterspiele sind Spiele für Eis- und Schnee-Sportarten», sagte der Tübinger Sportsoziologe nach der IAAF-Councilsitzung am Wochenende in Monte Carlo. Auch eine Aufnahme der Crossläufe als 48. Disziplin bei den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben im Sommer lehnt er ab. «Jede Ausweitung der Olympischen Spiele verbietet sich nach Peking von selbst», meinte Digel angesichts der Rekordteilnehmerzahl von fast 11 000 Athleten.
Unzufrieden ist er auch damit, dass die IAAF die Entscheidung über eine Reform der Weltmeisterschaften bis zur nächsten Council-Tagung im März 2009 in Berlin vertagt hat. «Es wäre besser gewesen, jetzt schon Klarheit gehabt zu haben», sagte Digel. Schließlich müssten die südkoreanischen Ausrichter der WM 2011 in Daegu nun weiter warten, auf welches WM-Format sie sich einstellen können. Bei den Welttitelkämpfen 2009 in Berlin kommt noch das herkömmliche Programm-Schema zur Anwendung.
Geplant ist, dass das WM-Hauptprogramm von neun auf sechs Tage reduziert wird. Damit würde die Zahl der Finals pro Tag und damit die Attraktivität erhöht. Die langwierigen Qualifikations-Wettkämpfe sollen nach dem Reformplan der IAAF drei Tage vor der Kern-WM am Ort der Titelkämpfe ausgetragen werden. «Dann hätten wir bei der WM nur noch Halbfinals und Finals sowie Abendveranstaltungen mit einer Länge von zwei bis drei Stunden», sagte Digel. Keine Entscheidung ist auch über eine geplante Ausweitung der Golden-League-Serie, die bisher sechs Meetings umfasste, auf Veranstaltungen außerhalb Europas gefallen.
Offen blieb auch, ob die IAAF beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Einspruch gegen den Beginn der Doping-Sperren für sechs von sieben russischen Weltklasseathletinnen erheben wird. Sie wurden von der IAAF mit Hilfe von DNA-Analysen der Urin-Manipulation überführt. Die Untersuchungen hatten sich über eineinhalb Jahre hingezogen. Die Proben stammten vom April und Mai 2007, deshalb geht der russische Verband davon aus, dass die Sportlerinnen bei den WM im August 2009 in Berlin wieder starten können. Die IAAF hingegen will sie vom Zeitpunkt der Suspendierung an im Juli dieses Jahres für zwei Jahre sperren. Die IAAF will bis zum 26. November entscheiden, ob der CAS angerufen wird. Nur eine Verwarnung hat übrigens der russische Hochspringer Iwan Ulich erhalten, teilte die IAAF mit. Der Athlet war in betrunkenem Zustand beim Grand-Prix-Meeting im Juli in Lausanne angetreten.
(aus sueddeutsche.de, 23.11.08)
Aufgefrischt: IAAF geht gegen russische Kurzsperren vor (auf www.leichtathletik.de, 28.11.08)


Dopingdiskussion: Franke will neue Strafverfolgung Springsteins

Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke (mehr...) hat "Strafanzeige gegen Thomas Springstein" gestellt. Frankes Rechtsanwalt Michael Lehner übermittelte der Magdeburger Generalstaatsanwaltschaft ein Schreiben Frankes, der dem inzwischen 50-jährigen Sprinttrainer Beihilfe zur Körperverletzung und versuchte Körperverletzung vorwirft, "besonders bei minderjährigen Sportlerinnen in Zusammenhang mit den im Verfahren 176 Js 26450/04 genannten Taten". Dieses Aktenzeichen der Statsanwaltschat Magdeburg berge, so die Süddeutsche in ihrer heutigen Ausgabe, "Pikanterie. Es steht für den 2006 abgewickelten Prozess gegen Springstein, den der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) angestrengt und der mit der Verurteilung des Lauftrainers zu 16 Monaten Haft auf Bewährung wegen versuchten Minderjährigen-Dopings geendet hatte."
Nun will Franke aber, so die Zeitung, "Verfahrensfehler und den laxen Umgang der Justiz mit der Dopingproblematik entlarven". Denn "absurderweise", so Franke, sei Springstein damals für etwas verurteilt worden, das ihm in just diesem Fall nicht gelungen war: Die von ihm mit Dopingmitteln versorgte 16-jährige Nachwuchssprinterin Anne-Kathrin Elbe hatte die Wirkstoffe nicht genommen, sondern an den DLV weitergereicht, der die Affäre ins Rollen brachte. Im Verfahren sei aber auch vollendetes Doping an anderen Mädchen aus Springsteins damaliger Läufergruppe aufgeklärt worden. Diese Fälle aber wurden eingestellt.
In dem Anfang 2006 geführten Strafprozess vor dem Amtsgericht Magdeburg war Springstein wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in besonders schwerem Fall verurteilt worden. Frankes neue Anzeige zielt nun auf eine weitere Strafverfolgung wegen Körperverletzung. Sieben Sportlerinnen benennt Werner Franke in seiner Strafanzeige als Springsteins Opfer. Darunter ist auch die 17-jährigen Athletin Julia Lesse. Ihr habe Springstein im Mai/Juni 2003 während der Trainingsphase das Dopingmittel Andriol ausgehändigt. "Diese Kapsel nahm Julia Lesse ein", soll aber schon die damalige Anklageschrift gegen Springstein formuliert haben haben.
Der Bundesgerichtshof hatte tatsächlich im Zuge der Dopingaufarbeitung die Vergabe von Anabolika als Körperverletzung definiert. In Frankes Anzeige heißt es: "Während die im Urteil als einziges Opfer genannte Elbe diese Mittel nicht eingenommen hatte, haben andere Minderjährige bzw. junge Frauen diese Präparate auftragsgemäß eingenommen (siehe Ermittlungsakten und Anklageschrift)." Hier sollen nun nach dem Willen Frankes und Lehners die neuen Ermittlungen ansetzen.
Frankes Anwalt Lehner spricht allerdings davon, der damaligen Verurteilung und Einstellung habe eine Absprache ("Deal") zwischen Staatsanwaltschaft und Angeklagtem bzw. dessen Strafverteidigern zugrunde gelegen. Den Tatbestand der Körperverletzung habe aber dieser damalige "Deal" zwischen Springsteins Verteidigern und der Staatsanwaltschaft nicht kassieren können, meint Lehner und kommentiert dann: "Wie man sowas 2006 in Deutschland noch einstellen konnte, ist nur politisch erklärbar."
Ein Jurist zu masters-sport: "Trifft Lehners Aussage zu, es habe 2006 eine Absprache gegeben, das Strafverfahren gegen Springstein mit einer Bewährungsstrafe insgesamt zu beenden und weitere Punkte einzustellen, kann heute die Doping-Körperverletzung nicht mehr verfolgt werden. Wenn sich die Verfahrensbeteiligten nämlich damals einigten, wäre eine neue Strafverfolgung Springsteins wegen des Komplexes nur möglich, wenn die Staatsanwaltschaft ihre gegebenen Zusagen bräche - ein rechtsstaatlich nicht denkbarer Vorgang."
(Quelle: Süddeutsche, 22.11.08)


Masters-Rückkehr von Mögenburg und Thränhardt

Deutschlands Parade-Hochspringer der 80er Jahre, Dietmar Mögenburg (*1961) und Carlo Thränhardt (*1957) haben Anfang des Monats im schwedischen Göteborg gezeigt, dass sie immer noch heiß auf ihren Sport sind. Unglücklich verlief dabei allerdings das geplante "Comeback" von Carlo Thränhardt, der sich am Tag vor einem offiziellen, vom Autobauer Volvo gesponserten Hochsprung-Wettkampf am 6. November im Leichtathletikzentrum der westschwedischen Hafenstadt verletzte und kurzfristig absagen musste. Eigentlich hatte Thränhardt den M50-Weltrekord von 2,00m verbessern wollen; diese Rekordmarke hält seit der 1. Senioren-Halleneuropameisterschaft in Birmingham 1997 der große Thomas Zacharias (*1947, USC Mainz), die dritte deutsche Männer-Hochsprunglegende
Aus der kalten Hose übersprang der inzwischen 47-jährige Dietmar Mögenburg in Göteborg zunächst 1,80m und zwar - wie es auf der IAAF-Internetseite heißt- "mit derselben Technik wie 1984 bei seinem Olympiasieg in Los Angeles". Seine nächste Höhe von 1,96m riss er drei Mal nur äußerst knapp. Am Ende eines unterhaltsamen Wettkampfes vor 500 Fans belegte Mögenburg in dem laut IAAF offiziell anerkannten Wettkampf Rand 4. Es gewann der Norweger Håkon Särnblom (*1966), der 1,90m übersprang; seine Bestleistung als Aktiver in der Halle stellte er übrigens mit 2,34m im Jahr 1995 auf. Mehr (engl.)...
(Quelle: IAAF 21.11.08)


2009: Gemeinsame Geher-Meisterschaften in Zittau

Anfang November trafen sich in Darmstadt Vertreter des Bundesausschusses Wettkampforganisation, des Bundesfachausschusses Senioren und des Gehsportes beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), um über die zukünftige Wettkampfstruktur des Gehens zu diskutieren und Konsequenzen zu ziehen.
Alle Teilnehmer des Treffens vertraten die Auffassung, die Deutschen Geher-Meisterschaften 2009 gemäß Vergabe und Ausschreibung gemeinsam in allen Altersklassen - von der Jugend bis zu den Senioren- durchzuführen. Austragungsort ist am am 25. April 2009 das sächsische Zittau. Rahmenwettbewerbe im Schülerbereich werden die Meisterschaftsveranstaltung ergänzen.
Grundsätzlich konnten sich alle Gesprächsteilnehmer vorstellen, Gehveranstaltungen aus den Hallen- und Stadion-Meisterschaften in Spezialmeetings auszulagern und im Rahmen bereits bestehender Gehveranstaltungen zu integrieren. Vorschläge hierfür sowie eine Auswertung der Deutschen Geher-Meisterschaften 2008 sollen beim nächsten Treffen im Mai kommenden Jahres im Mittelpunkt stehen.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 20.11.08)


WM in Berlin: Noch fehlen Helden und Sponsoren

Neun Monate vor dem Beginn der Leichtahtletik-WM in Berlin stehen die Organisatoren noch vor großen Problemen: Die Verträge der IAAF erschweren die Sponsorensuche, außerdem fehlen erfolgreiche deutsche Athleten, mit denen man werben kann. Immerhin wurde jetzt ein Maskottchen gefunden.
Die Hoffnung der deutschen Leichtathletik heißt Berlin. Die Weltmeisterschaft im Olympiastadion (15. bis 23. August 2009) muss den dringend notwendigen Schub geben nach dem Tiefpunkt in Peking: nur eine Bronzemedaille, das schlechteste Ergebnis bei Olympischen Spielen seit 1904. Sicherlich wäre es für Michael Mronz einfacher, mit umjubelten Helden werben zu können. Von Mronz, im Organisationskomitee für die WM unter anderem für die Bereiche Vermarktung, Sponsoren und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bekommt in diesen Tagen etwa ein Dutzend deutscher Athleten Nachricht; verbunden mit der Bitte, sich doch für die kommenden neun Monate als Gesicht der WM zur Verfügung zu stellen. Mronz nennt keine Namen, aber Aufstrebende wie Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Hochspringer Raul Spank dürften ebenso dabei sein wie die Grande Dame des Diskuswerfens, Franka Dietzsch.

Präsent ist die WM in der Hauptstadt bisher kaum. In Zukunft wollen die WM-Organisatoren jedoch richtig durchstarten: Anzeigen in Sonntagszeitungen werden geschaltet, Plakataktionen folgen. Wenigstens ist man seit Dienstag einer Sorge ledig: Für Nachbesserungen, die im Stadion vorgenommen werden müssen, um es WM-tauglich zu machen, gibt der Berliner Senat zusätzlich 5,6 Millionen Euro. Sowieso übernimmt die Hauptstadt schon 20 Millionen des Etats in Höhe von 44 Millionen Euro. Ein anderes Problem bleibt der Bereich Vermarktung/Sponsoren, der sieben Millionen Euro einbringen soll. Es gibt bisher aber nur einen nationalen Partner (Deutsche Post AG).
Ausschlussklauseln lassen zum Beispiel als nationalen WM-Partner keine deutsche Autofirma zu, weil der IAAF-Partner Toyota heißt. Der Weltverband hat seine Vermarktungsrechte an die japanische Firma Dentsu verkauft, die entsprechend mit den Berlinern verhandelt. Gar nicht gut kam in der IAAF-Zentrale in Monaco an, dass Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit Co-Präsident des Berliner OK, sich in den Medien über „Knebelbedingungen“ beklagte, „unfair gegenüber den Veranstaltern“. Beim IAAF-Präsidenten Lamine Diack (Senegal) ist Prokop eh wegen Äußerungen zu mangelhaften Dopingkontrollsystemen in vielen Ländern unten durch.
Nick Davies, der Mediendirektor der IAAF, drückt sich in Sachen „Knebelverträge“ diplomatisch aus: „Manche Dinge muss man einfach akzeptieren.“ Helmut Digel, Mitglied in der IAAF-Exekutive und Vorsitzender der IAAF-Marketingkommission, verweist darauf, dass von vornherein „die Bedingungen für jeden ganz klar waren“. Für ihn steht fest: „Keiner wird von der IAAF über den Tisch gezogen.“ Offenbar sind den Berlinern erst zu spät die Augen aufgegangen. Mronz erklärt, dass es mit nationalen Partnern bereits „ausverhandelte Verträge“ gebe. Man warte nur auf das Okay von Dentsu. Zwischen dem OK und dem Vermarkter wird darum geschachert, die eine oder andere Kategorie ein wenig aufzuweichen. „Flexibler als es in den Verträgen eigentlich vorgesehen ist“, habe man bereits reagiert, bestätigt Stephen Brubacher, Generaldirektor von AMS, das für Dentsu die Geschäfte mit Vertragspartner IAAF abwickelt. Nach Informationen von WELT ONLINE drehen sich die Verhandlungen momentan um die Kategorie Energieunternehmen: Beißt sich das von den Berlinern schon festgezurrte Engagement von Vattenfall mit dem von Gazprom bei der IAAF?
Ein anderer umstrittener Punkt ist dagegen abschließend behandelt. Man konnte sich auf das Maskottchen einigen, das in Kürze vorgestellt wird: Es wird ein Bär in blauer Hose sein. Ein anderes Modell war einst durchgefallen, weil das Tier dem Regierenden Bürgermeister zu plüschig erschien. Zumindest ein Problem(bär) weniger.
(VON SEBASTIAN ARLT UND JENS HUNGERMANN in welt.de, 20.11.08)


W40: Diskus-Idol Franka Dietzsch "greift nochmal an"

Olympia hat sie heulend im Fernsehsessel verfolgt und vor Frust fast in den Tisch gebissen, bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften will Franka Dietzsch (*1968, SC Neubrandenburg) am Abend des 21. August 2009 noch ein letztes Mal die Chefin im Ring sein. "Anfang Dezember beginnt das gezielte Wintertraining. Dann starte ich meine Vorbereitung auf die vierte Goldmedaille", sagte die dreimalige Diskuswurf-Weltmeisterin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Typisch Franka Dietzsch. Vom völlig verkorksten Sommer und dem geplatzten Olympia-Traum lässt sich die 40-Jährige nicht entmutigen. Ihre Devise gilt: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. "Olympia 2008 ist vorbei. Ich blicke nicht mehr zurück, nur noch nach vorn." Ein großes, ein letztes Ziel hat sie noch: Bei der Heim-WM in Berlin eine Medaille holen. Es darf auch Gold sein. Und wer sie kennt, weiß: Das ist kein Traum. Dafür quält sich die zehnfache deutsche Meisterin schon wieder, obwohl sie immer noch nicht richtig fit ist. Vor allem der linke "Problemfuß" macht ihr zu schaffen. Seit Mai hat sie Schmerzen beim Werfen, die Ärzte sind ratlos, in einer Woche muss sie aus dem Ring noch einmal in die "Röhre". Vielleicht wissen die Spezialisten nach der Computertomographie mehr. Der Fuß "ist meine Schwachstelle", doch Stärken bleiben der Welklasse-Diskuswerferin noch genug: Selbstvertrauen, Trainingsfleiß, Zielstrebigkeit und auch ein gesundes Maß Mecklenburg'scher Sturheit. Sie ist ein Kämpfertyp. In dieser Sommersaison hat sie sich seit Mai ganze fünf Tage Urlaub auf Mallorca gegönnt. Die «Leichtathletin des Jahres» 2007 will in Schwung bleiben. "Eine Pause ist genau der falsche Weg. Ich kann mich nicht faul auf den Sack legen. Mein Trainer sagt immer, ich muss etwas für mein Herz tun", verrät Franka Dietzsch.
Und sie tut etwas. Nach drei Wochen Reha im August in Altenberg hat sich die «Frau der Ringe» wieder in Schwung gebracht. Auf die 40-Kilometer-Radrunden um den heimischen Tollensesee nimmt sie gern mal ihren Trainer Dieter Kollark oder Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels mit. "Sonst wäre mir das zu langweilig." Doch in Begleitung schaltet sie schon mal einen Gang zurück. "Ich will ja nicht zur Tour de France", erklärt Franka Dietzsch schmunzelnd. "Meine Kräfte brauche ich bei der WM in Berlin." Wird das Diskuswurf-Finale am 21. August nach WM-Gold in Sevilla (1999), Helsinki (2005) und Osaka (2007) noch einmal der Abend der Franka Dietzsch?
Der neue Chef-Bundestrainer Herbert Czingon glaubt an das Comeback der 69,51-Meter-Werferin. "Ich rechne fest mit dem Duo Dietzsch/Kollark in Berlin", meint der für die technischen Disziplinen verantwortliche Coach. Franka Dietzsch zählt zum WM-Team, obwohl sie das Olympia-Jahr wegen Krankheit und Verletzung abschreiben musste und den Diskus nicht einmal über die 60-Meter- Marke bugsieren konnte. Im WM-Finale soll die Ein-Kilo-Scheibe noch einmal in Medaillenregionen segeln.
(aus FTD, 20.11.08)


Berlin: Leichtathletik-WM teurer als geplant
5,6 Mio Euro für dauerhafte Verbesserungen im Olympia-Stadion

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Berlin wird teurer als geplant. Der Berliner Senat beschloss am Dienstag, weitere 5,6 Millionen Euro bereit zu stellen, um erforderliche Umbauten am Olympiastadion vorzunehmen. Dazu gehören der Ausbau der Flutlichtanlage, die Sicherstellung eines zweiten Stromkreises und die Belüftung eines 120 Meter langen Verbindungstunnels in das Stadion. "Das sind alles Maßnahmen, damit wir dauerhaft für sportliche Großveranstaltungen gerüstet sind", sagte Sportsenator Ehrhart Körting (SPD) gestern. Berlin habe sich gegenüber dem Internationalen Leichtathletikverband (IAAF) verpflichtet, das Stadion nach dessen Vorgaben umzubauen. Bislang hatte das Land 8,9 Millionen Euro für die Leichtathletik-WM bereitgestellt.
Nach Angaben Körtings muss das Flutlicht im gesamten Innenbereich des Stadions eine Helligkeit von 1400 Lux herstellen, um alle Wettbewerbe fernsehtauglich durchführen zu können. Außerdem muss eine durchgehende Fernsehübertragung auch bei einem Stromausfall gewährleistet sein. Bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz war es beim Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei in Basel zu einem minutenlangen und weltweiten totalen Bildausfall gekommen. Um einen derartigen Zwischenfall mit anschließenden Schadenersatzforderungen zu vermeiden, muss ein Notstromsystem vorhanden sein, das innerhalb von 0,4 Sekunden einspringt.
Umbauten sind auch in einem Tunnel nötig, der mit einer Belüftungsanlage versehen werden muss. Schließlich muss die Tartanbahn geglättet werden, damit die Zeiten auch vom Leichtathletik-Weltverband anerkannt werden können.
Auch wenn die zusätzlichen Ausgaben ärgerlich seien, lohne sich die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft für die Stadt, sagte Körting. "Das Olympiastadion wird international noch konkurrenzfähiger als Veranstaltungsort großer Sport- und Show-Veranstaltungen", sagte der Sportsenator. Die internationale öffentliche Aufmerksamkeit durch die Leichtathletik-Weltmeisterschaft sei nicht zu bezahlen. "Wir wollen eine strahlende WM veranstalten."
(Quelle Jens Anker, Welt.de, 19.11.08)


Rückblick im Internet: Heidelberger Ringvorlesung zum Thema Doping

Im vergangenen Hochschul-Sommersemester fand in Heidelberg die interdisziplinäre Ringvorlesung von Universität Heidelberg und Pädagogischer Hochschule Heidelberg zum Thema Doping statt (mehr dazu auch hier). Die Veranstaltungsreihe unter Leitung der Hochschullehrer Prof. Rüdiger Heim, Prof. Wolfgang Knörzer und Prof. Gerhard Treutlein passte in die Hochschulstadt am Neckar; denn schon seit Jahrzehnten ist Heidelberg eines der deutschen Zentren der wissenschaflichen Auseinandersetzung mit Doping und Dopingprävention und der Heidelberger Zell- und Molekularbiologe Prof. Dr. Werner Franke ist der engagierteste deutsche Protagonist im Kampf gegen Doping.
Jeweils aus ihrer Perspektive äußerten sich zum Thema Doping führende Persönlichkeiten aus den Bereichen der Dopingprävention (Prof. Wolfgang Knörzer, Prof. Gerhard Treutlein), des organisierten Sports (Hanns Michael Hölz, NADA), des Rechts (Prof. Dr. Rössner, Dr. Michael Lehner), der Sportwissenschaft (Prof. Karl-Heinrich Bette, Prof. Dr. Helmut Digel, Dr. Heiko Striegel), der Politik (Dr. Peter Danckert, MdB, SPD), der Dopingkritik (Prof. Dr. W. Franke, Ines Geipel), des Kontrollverfahrens (Dr. med. Helmut Pabst von PWC) und der Medien (Spiegel-Redakteur Udo Ludwig).
Auf der Internetseite www.contradoping.de des Zentrums für Dopingprävention in Heidelberg, das im vergangenen Herbst dank der Unterstützung der Manfred-Lautenschläger-Stiftung und der Dietmar-Hopp-Stiftung offiziell eröffnete, finden sich dazu ausführliche Berichte über die einzelnen Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung. Weitere Informationen: contradoping.de
(Quelle sportrecht.wordpress.com, 19.11.08)


Waldlaufmeisterschaften am Oberrhein: Roswitha Schäffler (W60) läuft auf Rang vier

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging am Sonntag die Waldlaufmeisterschaft des Bezirks Oberrhein am Bad Säckinger Bergsee über die Bühne. 154 Frauen, Männer, Jugendliche und Schüler gingen an den Start. Ein Meldeergebnis, das es -so Beobachter- lange nicht mehr gab.Während es bei den Männern mit David Kiefer (TV Bad Säckingen ) den erwartetenWaldlauf-Bezirksmeister auf der kurzen Strecke gab, siegte bei den Frauen in 18:20 min Kathrin Stutz (*1988, TS Langenau) vor der Hohenfelserin Sabine Rimmele (19:48) sowie den fast gleichschnellen Submasterin Diana Heise (*1975, LC Marathon Rheinfelden, 19:52) und ihrer überzeugenden Vereinskollegin W-60-Starterin Roswitha Schäffler (*1946, LC Marathon Rheinfelden).
Auf der langen Strecke waren die Männer unter sich. Die Jüngsten (!) starteten dabei in der Altersklasse M 35. Volker Teubler (*1969, LG Hohenfels) ließ sich den Sieg nicht nehmen. Nach neun Runden und 9450 Metern wurde er in 33:58 Minuten gestoppt. Dahinter folgten die beiden TV-Inzlinger Bernd Röse (*1966, 34:44) und Marc Müller (*1970, 36:37).
(Quelle: Badische Zeitung, 18.11.08)
Michael Schramm (links) läuft David Kiefer davon – Kathrin Stutz war bei den Frauen nicht aufzuhalten. | Foto: gerald edinger


...and the winner is: Thomas Heck, TuS Köln rrh., Baujahr 1962 und natürlich ein Mittelstreckler ...
Herzlichen Glückwunsch!

200.000 Besucher auf Annettes Seite

Unsere Zählmaschine zählt keine Hits oder Klicks, sondern den Besucher unserer Internetseite nur einmal am Tag. Gestern Abend erreichte sie die 200.000-Grenze .
Falls Sie der oder die Glückliche sind, schicken Sie uns ein Bildschirmfoto mit dem Zählerstand. Sie haben dann ein Jahresabonnement von SeniorenLeichtathletik, dem deutschen Magazin zur SeniorenLeichtathletik, gewonnen.
(17.11.08)


"Helden 2008": Runner's World zeichnet Lidia Zentner aus

Doppeleuropameisterin Lidia Zentner (*1953, Gazelle Pforzheim/Königsbach) ist von der Deutschlandausgabe des weltweit größten Laufmagazins Runner's World ausgezeichnet worden. In ihrer aktuellen Dezemberausgabe benennt die Zeitschrift fünf Läuferinnen und Läufer, die "2008 Heldenhaftes geleistet" haben. "Wir haben sie deshalb zu unseren 'Laufhelden 2008' ernannt" heißt es. In den Kategorien Masters, Handicapped, Nachwuchs, Charity und Elite vergab Runner's World jeweils eine 2008-Auszeichnung.
In der Eliteklasse siegte dabei erwartungsgemäß Marathonkönigin Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) - übrigens auch bereits Mastersläuferin. In der Masters-Kategorie aber wurde mit Lidia Zentner die achtmalige Weltmeisterin aus Baden ausgezeichnet und das nicht überraschend: Nach einem verletzungsbedingt für sie sehr schwierigen Jahr 2007 stellte sie in diesem Sommer zwei neue Altersklassenrekorde auf, gewann diverse deutsche Meistertitel und dann bei der Masters-EM in Lujbljana souverän die Titel über 1500m und 800m ihrer Altersklasse. "Ich habe unglaublich viel Spaß am Laufen, und das will ich auch weitergeben," freute sich die W55-Athletin, die jüngst ihre eigene Laufschule gegründet hat.
(16.11.08)


Zugspitzlauf: Strafbefehl beantragt

Vier Monate nach dem schrecklichen Geschehen hat die für Garmisch-Partenkirchen zuständige Staatsanwaltschaft München II beim Amtsgericht Garmisch beantragt, einen Strafbefehl gegen den Geschäftsführer des Zugspitzlauf-Veranstalters zu erlassen. Peter Krinninger, dem Besitzer einer Sportagentur in Garmisch, werde zweifache fahrlässige Tötung und neunfache fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwältin Regina Sieh. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von 90 Tagessätzen, was drei Nettomonatseinkommen des Unternehmers entspreche.
Damit gilt Krinninger nicht als vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er unzureichend bekleidete Sportler beim Start nicht vom Lauf ausgeschlossen hat. Außerdem habe er, obwohl das Wetter schlechter wurde, das Ziel vom Gipfel der Zugspitze nicht weiter nach unten verlegt. Für Staatsanwältin Sieh kam eine Anklage nicht in Frage, da "der Veranstalter darauf hingewiesen hat, dass das Wetter gefährlich ist und die Teilnehmer eine Eigenverantwortung haben". Bei dem Extremlauf zur Zugspitze waren im Juli zwei 41 bzw. 45 Jahre alte Männer aus Witten (Ruhr) und Ellwangen zusammengebrochen und an Unterkühlung gestorben.
(15.11.08)


Rüdiger Nickel: Abschied von der „strict liability“ im Dopingkampf

Mit dem neuen WADA-Code (und auf ihm aufbauend der NADA-Code) sind jetzt endlich die letzten Dämme gebrochen: Die „strict liability“, zutreffend wohl übersetzt mit uneingeschränkter Haftung für den eigenen Körper, ist aufgehoben und in den Mülleimer der „Doping-Geschichte“ gelegt worden. Das sagt der 1991 erste Antidopingbeauftragte des Deutschen Leichtathletikverbandes und Fachbuchautor Rüdiger Nickel. Der Hanauer Rechtsanwalt kommentiert die jüngste Entwicklung in einem Beitrag für German Road Races so:
Sie war die „heilige Kuh“ der Dopingbekämpfung: die „strict liability“. Sie haben sich immer vehement geweigert, von ihr abzurücken, sie, die Verbände, internationale Fachverbände oder die WADA. Sie wurde als der unverzichtbare Inbegriff einer ernst zu nehmenden Dopingbekämpfung in den Mittelpunkt eines jeden Regelwerkes gestellt. Auch heute noch propagieren sie diese Regel, wonach es, um einen Dopingverstoß anzunehmen, nur darauf ankommt, was „im Körper drin“ ist, nicht, ob und in welchem Maße der Athlet dafür verantwortlich ist. Grund hierfür war, dass einem erwischten Athleten immer eine Ausrede einfällt, warum gerade in seinem Fall er nichts dafür kann....Weiter gehts auf der Internetseite von GRR
(14.11.08)


Die Überflieger

Vater Wolfgang ist der Kopf des vierköpfigen Familien-Unternehmens „Ritte Air“. Vater, Mutter, Sohn und Tochter haben sich dem Stabhochsprung verschrieben und bringen gemeinsam stolze 1706 Zentimeter in die Rekordlisten. Wolfgang Ritte ist der Flottenchef des... weiter auf der Internetseite von rp-online (13.11.08)


Berglauf: Hechingen sieht Sieg von Heilig-Duventäster - Nominiert für Nationalmannschaft

Wieder versammelten sich viele Läuferinnen und Läufer vor dem Weiher-Stadion in Hechingen, um die 8,1 Kilometer lange Strecke mit 365 Höhenmetern bis in den Burghof des Hohenzollern zu absolvieren. Der diesmal 24. Hohenzollern-Berglauf ist traditionsgemäß det Abschluss der Berglauf-Saison. Der letztjährige Sieger Heiko Baier von der LG Fulda war wiederum dabei und lieferte sich ein packendes Duell mit Josef Beha vom FC Unterkirnach. 500 Meter vor dem Ziel liefen beide noch Seite an Seite, doch dann zog Baier unwiderstehlich davon und siegte souverän in 30:44 Minuten mit 28 Sekunden Vorsprung.
Schon als Dritter lief Daniel Kittel (LAV asics Tübingen) in 33:30 Minuten ein und war von sich selbst überrascht. »Ich bin doch gar kein Bergläufer«, war sein Kommentar. Ihm folgte als Sechster und Erster der Junioren Claudio Schwarz (TG Gönningen) in 34:15 Minuten. Der 55-jährige Werner Steinhilber von der neu gegründeten LG Steinlach (hervorgegangen aus dem TV Belsen und dem LT Mössingen) erreichte das Ziel neben der Kanone bereits als Zehnter in 34:40 Minuten und platzierte sich hinter Meinrad Beha (FC Unterkirnach) in der Klassenwertung M 55 um sieben Sekunden geschlagen als Zweiter.
Bei den Frauen siegte zum dritten Mal in Folge Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) in 35:56 Minuten, die in diesem Jahr einen tollen Erfolg verbuchte, indem sie als 47-Jährige deutsche Berglaufmeisterin wurde. Sie zeigte sich von ihrer schweren Oberschenkelverletzung erholt, die sie sich bei der DM zugezogen hatte. Erst auf dem Schlusskilometer, der mit seinem Licht- und Schattenspiel spiralförmig zum Burghof führe und eine absolute Rarität bei den Bergläufen darstellt, setzte sie sich gegen die über 20 Jahre jüngere Sabine Oesterle von der LAV Asics Tübingen durch, die sich erst bei einer Tempoverschärfung der LG Welfen- Läuferin abschütteln ließ. Am Schluss lag die Welfenerin 20 Sekunden vorn.
Der Lohn: Nach ihrer Leistung, dem Deutschen Meistertitel in diesem Jahr und vielen weiteren Erfolgen bei nationalen und internationalen Berglaufwettkämpfen wurde die Läuferin der LG Welfen, trotz ihrer 47 Jahre, vom Bundestrainer Berglauf für 2009 in die Nationalmannschaft nominiert. Ob sie diese Herausforderung annehmen wird, will Marie-Luise Heilig-Duventäster aber erst in den nächsten Tagen entscheiden.
(aus Reutlinger Generalanzeiger, 13.11.08, update mit Quelle szon.de 18.11.08)


Dr. Gerhard Tilmann: Mit 70 längst nicht müde

Er brennt immer noch vor Ehrgeiz: Dr. Gerhard Tilmann (LG Olympia Dortmund/TSC Eintracht 48/95), der am Donnerstag (13. November) seinen 70. Geburtstag feiert, stellte in diesem Jahr in seiner Alterskategorie noch einen deutschen Seniorenrekord im Zehnkampf auf. Dr. Gerhard Tilmann sammelte erste sportliche Erfahrungen mit 13 Jahren als Turner unter der Anleitung von Sportlehrer Rudolf Kobs, der Großvater von Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs ist. Zwei Jahre später entdeckte das Multi-Talent sein Herz für die Leichtathletik. Aufgrund seiner Vielseitigkeit feierte Dr. Gerhard Tilmann seine größten Erfolge im Mehrkampf. 1972 zählte der Orthopäde zum Olympia-Kader und erzielte mit 7.601 Punkten seine persönliche Bestleistung im Zehnkampf.
Während seiner 55 Jahre langen Karriere startete der fünffache Familienvater fünfmal im Nationaldress, bestritt 65 Zehnkämpfe und stellte 1994 einen neuen Zehnkampf-Weltrekord in der Klasse M55 auf. „Ich habe nie so aufwändig trainiert, wie es heutzutage üblich ist. Daher bin ich weitgehend von Verletzungen verschont geblieben“, nennt Dr. Gerd Tilmann als Erfolgsgeheimnis für seine lange Karriere. (von Peter Middel auf www.leichtathletik.de, 12.11.08)


Höhen und Tiefen in der Laufszene
Der Saison-Rückblick von Wilfried Raatz

Wohl selten gilt für eine Saisonbilanz zur Laufszene das einprägsame Wort: „Wo Höhen sind, sind auch Tiefen....“. Hier die überragenden Erfolge der mit größtmöglichem Erfolg zur Straße gewechselten Irina Mikitenko in London und Berlin, das achtbare Abschneiden ihrer Dauerkonkurrentin Sabrina Mockenhaupt im olympischen 10.000 m-Lauf und das starke Auftreten über die Halbmarathondistanz in Köln und durchaus auch der zur Weltklasse aufgestiegene Timo Zeiler in der Berglaufszene oder die Ultralangstreckenläuferinnen mit dem Bronzerang bei der 24-Stunden-Challenge, dort das ernüchternde Abschneiden der Marathonläufer auf nationalem und internationalem Parkett, der Crossläufer bei den Europameisterschaften, der Bergläufer bei Welt- und Europameisterschaften....
Hier geht es weiter auf den Seiten von grr
(12.11.08)


Ultraläuferinnen holen in Italien EM-Bronze

Gute Resultate erzielte das deutsche 100 Kilometer-Nationalteam bei dem am Samstag in Tarquinia (Italien) ausgetragenen Weltcup mit gleichzeitiger Europameisterschaft. Bei der EM lief die Frauenmannschaft unter der Führung von zwei Mastersläuferinnen in der Besetzung Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV Triathlon Witten), Tanja Hooß (*1967, LTF Marpingen) und der 1984 geborenen Branka Hajek (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) hinter den Teams von Russland und Italien auf Rang drei, beim Weltcup kamen die Frauen auf Platz fünf; USA und Japan belegten hier die Ränge zwei und drei.
In der Weltcup-Einzelwertung belegte Birgit Schönherr-Hölscher mit 8:14:59 Stunden Rang 14 (EM: 7.) vor ihren Teamkameradinnen Tanja Hooß (17. in 8:27:32 h; EM 10.), Branka Hajek (19. in 8:28:03 h; EM 12.), Simone Stöppler (*1964, SSC Hanau-Rodenbach, 25. in 8:38:24 h; EM 17.), Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid, 18. in 8:38:29 h; EM 18.) und Antje Schuhaj (*1968, TV Jahn Kempten, 31. in 8:48:43 h; EM 19.). Barbara Mallmann (*1971, LG Ahlen) musste das Rennen vorzeitig beenden.
Die DLV-Männer kamen sowohl in der EM-Wertung als auch im Weltcup hinter den Teams von Italien, Frankreich und Spanien in der Besetzung Michael Sommer (*1964, EK Schwaikheim), Helmut Dehaut (*1961, VT Zweibrücken) und Jörg Hooß (*1964, LTF Marpingen) auf Platz vier. In der Einzelwertung belegte Michael Sommer mit 7:10:47 Stunden Rang 11 (EM 10.) vor seinen Teamkameraden Helmut Dehaut (17. in 7:21:26 h; EM 13.), Jörg Hooß (24. in 7:27:40 h., 19. EM), Karlheinz Wild (*1956, TLV Rangsdorf; 34. in 7:41:44 h; EM 25.) und Rainer Koch (*1980, LG Würzburg, 63. in 8:38:26 h; EM 49.). Hier beendete Thomas König (*1965, SuL Lößnitz) den Wettkampf vorzeitig. Die vollständige Ergebnisliste findet sich hier
(Quelle: www.leichtathletik.de, 11.11.08)


Deutsche Triathlon Union (DTU) wählt Claudia Wisser zur Präsidentin und beendet Machtkampf

Nach einer zähen Marathonsitzung bis in die frühen Abendstunden hat die Deutsche Triathlon Union den verbandsinternen Machtkampf beendet. In seiner Stichwahl setzte sich Claudia Wisser (Staufenberg) gegen Carsten Bieler (Emkendorf) und 190 zu 84 Stimmen deutlich durch. Die Staufenbergerin, die auf Dr. med. Klaus Müller-Ott folgt, bringt mit Dr. jur. Ralf Eckardt (Finanzen), Bernd Rennies (Breitensport) und Ute Mückel (Leistungssport) eine junge Mannschaft in Stellung. Das Amt des zuvor von Gerd Lücker anvisierten Vizepräsidenten Veranstaltungen wurde vorerst nicht wieder besetzt. Sandra Weber bleibt Jugendwartin.
Der frühere Leistungsschwimmer Michael Kraus, von Insidern für die beste Präsidenten-Lösung gehalten, hatte zuvor seine Kandidatur im Zuge der turbulenten Sitzung zurück gezogen. Claudia Wisser ist die erste Frau an der Spitze des Verbands, der sich in jüngster Vergangenheit zerstritten und provinziell, dazu höchst unprofessionell gegeben hat. Die erste Frau der DTU-Geschichte ist angetreten, um auf allen Ebenen aufräumen. Dazu gehörte die überfällige Verabschiedung eines Antidoping-Codes, der sich streng an den NADA-Vorgaben und DLV-Regeln orientiert. Demnach können auch Triathleten künftig mit Schutzsperren bei auffälligen Blutwerten belegt werden. Allerdings konnte sich die neue DTU-Führung als Lehre aus dem Fall Lothar Leder nicht dazu durchringen, allein aus eindeutigen Gutachten eine Dopingsperre auszusprechen. Das sei, so Claudia Wisser, aber ja immerhin kontrovers diskutiert worden.
Wie tief die Gräben in der DTU sind, zeigte dies: Der scheidende Sportdirektor Rolf Ebeling, der wie die anderen anwesenden Gäste im nichtöffentlichen Teil den Raum verlassen musste, erlebte weder die vom ehemaligen Präsidenten Rainer Düro (Trier) angedachte Ehrung mittels Weinflasche, noch den Umstand, dass der Bereich Leistungssport in den geschäftsführenden Vorstand aufgenommen wurde. Gleichzeitig wurde dem alten Präsidium die Entlastung verweigert. Gegen den Ex-Präsidenten Müller-Ott hat die DTU Strafanzeige erstattet. Nach Angaben Wissers wird ihm die Veruntreuung von Beträgen in sechsstelliger Höhe vorgeworfen ... Mehr... und noch mehr
(Quellen: fr-online, Kai Baumgartner, auf www.3athlon.de, 10.11.08)


Österreich: Kommission bestätigt lebenslange Sperre Lichteneggers (M34)

Die lebenslange Dopingsperre gegen den früheren österreichischen Leichtathleten Elmar Lichtenegger ist von der Unabhängigen Schiedskommission Österreichs bestätigt worden. Das teilte die österreichische Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) am Montag in einer Aussendung mit. Demnach schloss sich das fünfköpfige Gremium unter Vorsitz des Rechtsanwalts Peter Döller in einer mehrstündigen Verhandlung am Montag dem Disziplinarspruch des Österreichischen Leichathletikverbands (ÖLV) vom 27. August an. Die Sperre erfolgte rechtzeitig vor dem Eintritt des im Mai 1974 geborenen Lichteneggers in die Mastersklasse M35.
Der Hürdensprinter war im Vorjahr in zwei Trainingskontrollen am 20. und 22. November positiv auf die verbotene Substanz Norandrosteron getestet worden. Weil das bereits sein zweites Vergehen war - 2003 wurde ebenfalls Nandrolon nachgewiesen - wurde er vom ÖLV lebenslang gesperrt. Lichtenegger, der 2005 er im Österreichischen Leichtathletikverband den Bereich "Eventmarketing" übernomnen hatte, hatte im August erklärt, er nehme die Entscheidung des ÖLV zur Kenntnis. Diese habe keine Relevanz mehr, weil er seine aktive Sportkarriere im Dezember 2007 beendet habe, sagte der aus dem Bundesland Kärnten stammende Doper damals. Dennoch rief er später die höchste österreichische Instanz an. Nach der für ihn negativen Entscheidung bleibt Lichtenegger noch der Gang vor das oberste Sportgericht CAS in Lausanne.
(Quelle: sport.orf.at, 10.11.08)


Rogge: Peking-Dopingfälle könnten sich verdoppeln

IOC-Präsident Jacques Rogge hat angekündigt, dass sich die Zahl der positiven Dopingfälle bei den Olympischen Spielen in Peking fast verdoppeln könnte. "Es gab 39 Fälle vor den Spielen in Peking, bei den Spielen selbst acht und sieben sind noch in der Pipeline", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in einem Exklusiv-Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA, "es könnten also insgesamt 15 werden. Wir gehen da aber gerade sehr genau vor. Ich erwarte Ergebnisse in vier bis sechs Wochen."
Lebenslange Sperren nach Doping-Erstvergehen schloss der 66-Jährige allerdings trotz seiner ambitionierten "Null-Toleranz"-Politik im Kampf gegen Doping aus. "Das hält vor keinem Gericht der Welt. Jeder Athlet gewinnt da vor jedem Zivilgericht", erklärte Rogge, "ich persönlich bin dafür, Anabolika- und EPO-Doping mit vier Jahren zu bestrafen, aber lebenslang für Erstvergehen geht nie durch. Auch als Krimineller wird man nicht beim ersten Mal erschossen."
Die weltweite Finanzkrise habe unterdessen keinen negativen Einfluss auf das IOC. „Wir haben extrem konservativ investiert, deshalb wirkt sich die Finanzkrise derzeit bei uns nicht aus. Und laut Gesprächen mit den Organisationskomitees der kommenden Spiele in Vancouver, London und Sotschi ist die Situation unter Kontrolle. Es gibt keinen negativen Effekt", meinte Rogge.
(aus Süddeutsche, 10.11.08)


Streit: Lamine Diack contra Jacques Rogge

In scharfer Form hat sich Lamine Diack, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), über IOC-Chef Jacques Rogge beklagt. Der Senegalese, der ebenfalls dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angehört, wirft dem Belgier in einer Erklärung "einen Mangel an Respekt" gegenüber der Leichtathletik vor. Diack will am 17. November Rogge in Lausanne treffen und ihn "daran erinnern, welchen Beitrag die Athleten in der Geschichte der Olympischen Spiele geleistet haben".
Der Streit geht auf die Spiele in Peking zurück. Damals hatte Rogge den dreimaligen Sprint-Goldmedaillengewinner Usain Bolt für dessen ausufernde Jubeleinlagen gerügt. Diack hatte den Jamaikaner in Schutz genommen, jetzt meint er: "Wir leben in einer Zeit, in der der olympische Sport darum kämpft, für junge Leute attraktiv zu sein. Wenn wir Helden schaffen wollen, mit denen sich junge Menschen identifizieren können, wieso kritisieren wir dann einen jungen Mann, der sie total anzieht?" Zudem greift Diack Rogge an, weil der nicht ausgeschlossen hatte, dass die Laufbahn im Olympiastadion von London nach den Spielen 2012 herausgerissen wird. Zudem greift Diack Rogge an, weil der IOC-Präsident nicht ausgeschlossen hatte, dass die Laufbahn im Olympiastadion von London nach den Spielen 2012 herausgerissen wird. Dies hatte der IOC-Chef in einem BBC-Interview verlauten lassen. Die 85.000 Besucher fassende Arena, in der die Leichtathletik-Wettkämpfe sowie die Eröffnungs- und Abschlussfeier stattfinden, soll nach den Sommerspielen in ein 25.000-Zuschauer-Fußballstadion zurückgebaut werden.
Rogge verwies dabei auch auf Atlanta 1996, wo die Arena nach dem Erlöschen der Flamme in ein Baseball-Stadion umgebaut wurden. "Dafür haben wir heute in den USA keine einzige Wettkampf-Stätte, wo man eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft austragen kann", erwiderte Diack.
(Quelle dpa 08.11.08)


Kassel-Marathon: „Dauerläufer“ Reinhard Leibold elfter Marathon-Botschafter

Der Kassel Marathon hat einen weiteren „Marathon-Botschafter“. Nach Dieter Baumann, Konrad Dobler, Heidi Hillebrecht, Angelika Stephan, Ralf Salzmann, Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Astrid Bardenheuer, Jürgen Austin-Kerl, Katrin Dörre-Heinig und Udo Engelbrecht ernannte Marathon-Veranstalter Winfried Aufenanger nun mit Reinhard Leibold den insgesamt elften Botschafter für den vom Energieversorger E.ON Mitte gesponserten Kassel Marathon (8. – 10. Mai 2009). Reinhard Leibold (61) zählte Ende der 70er- und in den 80er-Jahren zu den besten deutschen Mittel-, und Langstrecklern und Marathonläufer. Der Deutsche Marathon-Meister von 1978 (2:17:29) hat dabei auch mit anderen Kasseler Botschafter eine Reihe Wettkämpfe bestritten: Ralf Salzmann, Konrad Dobler und Udo Engelbrecht. Interessant: Mit seiner Bestzeit von 2:13:24 hätte Reinhard Leibold den E.ON Mitte Kassel Marathon in diesem Jahr gewonnen. 28 Jahre ist es her, dass er diese Zeit, von der deutsche Läufer heute zumeist nur träumen, lief. Doch diese Bestmarke bedeutete auch gleichzeitig die größte Enttäuschung in seiner langen Laufbahn. Qualifiziert für die Olympischen Spiele in Moskau 1980, wurde er durch den Boykott um die Teilnahme gebracht.
Auch die anderen persönlichen Bestzeiten von Reinhard Leibold sind echte „Hausnummern“:
800 m: 1:52,0 Min.(1971) (1971)
1000 m: 2:27,7 Min. (1970),
1500 m: 3:46,2 Min. (1973)
3000 m: 8:00,6 Min. (1975)
5000 m: 13:54,6 Min. (1975)
10000 m: 28:39,75 Min. (1980)
3000 m Hindernis: 8:44,0 Min. (1973)
Stundenlauf: 19287 m (1976)
Halbmarathon: 1:10:31 Std. (mit 50 Jahren)
Eindrucksvoll ist die Titelsammlung des „Dauerläufers“, der für den TSV Thüngersheim startet und heute in seiner Altersklasse zu den besten Deutschen zählt: 2 x Pfalz-Meister , 9 x Saarlandmeister , 5 x Hessischer Meister, 41 x Bayrischer Meister , 9 x Süddeutscher Meister, 24 Deutsche Meistertitel im Cross- und Straßenlauf, Intern. Österreichischer Meister über 10.000 m (1983), 16 Deutsche Senioren-Meistertitel. Neben dem Marathontitel 1978 waren die Teilnahmen an internationalen Meisterschaften die größten Erfolge für Leibold. Fünf Mal war er bei den Cross-Weltmeisterschaften dabei, startete bei der Europameisterschaft in Prag 1978 im Marathon und 1983 in Laredo/Spanien beim Europa-Cup. Insgesamt bestritt er 20 Länderkämpfe für Deutschland. 1993 wurde Reinhard Leibold in Upice Vize-Europameister der Senioren im Halbmarathon, 1997 in Rotterdam Europameister der Senioren im 10 km-Straßenlauf.
Mit Kassel verbindet den neuen Marathon-Botschafter ebenfalls ein Sieg. „1974 wurde ich im Auestadion Hessischer Meister über 5.000 m in 14:08,0 Minuten im Trikot des ASC Wella Darmstadt“, erinnert sich Reinhard Leibold. Gegen Marathon-Veranstalter Winfried Aufenanger hat er schon Wettkämpfe in seinen Jugend-Jahren bestritten. „Schon bei 1964 bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Fulda haben sich meine und Winfrieds Wege gekreuzt – damals noch unbekannterweise. Ich lief über 3.000 m in 9:03 Minuten auf Platz acht, Winfried eine andere Strecke“, erzählt er. „1979 bei den Deutschen Cross-Meisterschaften in Baunatal sind wir gegeneinander gelaufen. Ich wurde auf der Mittelstrecke Einzel Vierter und mit der Mannschaft LAC Quelle Fürth Erster. Dann auf die Langstrecke trotz Fehlstart, nachdem ich schon einen Kilometer gelaufen war und zurückgeholt wurde, nochmals 18. und wieder Deutscher Meister mit der Mannschaft.“ Ein weiterer Berührungspunkt mit Kassel: Sohn Michael hat als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Chemiker eine Stelle an der Universität Kassel.
„Ich freue mich, dass wir mit Reinhard Leibold einen Mann als Botschafter für den E.ON Mitte Kassel Marathon und den PSV Grün-Weiß Kassel gewinnen konnten, der mit Leib und Seele für das Laufen steht“, sagt Winfried Aufenanger. Die PSV-Läufer kennt Reinhard auch aus vielen Wettkämpfen und hat schon gemeinsam mit einigen von ihnen Trainingseinheiten bestritten und im PSV-Clubhaus das „Weizen danach“ getrunken.

Reinhard Leibold, der 31 Jahre bei Quelle arbeitete und heute Rentner ist, fasst seine lange Karriere kurz und trocken bayerisch (obwohl er als gebürtiger Würzburger ein waschechter Franke ist) und frei nach Kabarettist Georg Ringsgwandl zusammen: „Wia de Johr vorbeigehn, fast ohne Spur. Man siegt eahm gor nix oh, a boor Kratza nur.“ Ein paar Kratzer kriegt jeder mal ab – aber besser kann man ein Läuferleben wohl kaum beschreiben.
(06.11.08)


Westfalenwechsel: Von Sythen nach Olfen

Drei weitere Leichtathleten des TuS Sythen folgen ihrem Freund und Mentor Franz-Josef Sträter zum SuS Olfen. Uwe Ernst, Detlef Pfeiffer und Matthias Lange haben sicht in Sythen ab- und in Olfen wieder angemeldet. Im Gepäck: eine Vielzahl von nationalen und internationalen Erfolgen. Der gebürtige Dortmunder Uwe Ernst, der bei der LG Olympia Dortmund seine ersten Erfolge über 5 und 10 km-Strecken errang, kam Mitte der 90er-Jahre nach Sythen. Er lief seinen ersten Marathon 2002 und überraschte mit einer Bestzeit von 2:35 Stunden. Mittlerweile läuft der 43-jährige Chemieingenieur, der in Marl lebt, die Marathondistanz immer noch in 2:45 Stunden. Er gehört zu den schnellsten Läufern in der Umgebung. Über 50 km wurde Uwe Ernst in 3:16:38 Stunden 2006 sogar deutscher Vizemeister der Altersklasse M 40.
Mit dem 800 m-Spezialisten Detlef Pfeiffer bekommt der SuS einen internationalen Klasseläufer. Der 42-jährige Senior wurde in der M 40 bereits Europameister – vor drei Jahren wurde er sogar in Sindelfingen Senioren-Hallenweltmeister. Über den Recklinghäuser LC kam Pfeiffer vor einigen Jahren zum TuS Sythen. Er gehört heute noch zu den besten deutschen Läufern seiner Altersklasse. Mit dem amtierenden Westfalenmeister der Senioren über 800m werden die SuSler in der nächsten Saison dann eine enorme Verstärkung ihrer 3x1000 m-Staffel haben.
Mitglied dieser Staffel dürfte dann auch der 45-jährige Matthias Lange sein. Der Oberstudienrat hat seine Liebe für die 800 m und 1500 m entdeckt. Allerdings ist auch er die längeren Strecken schon mehrfach gelaufen – zweimal ist Lange beim Rom-Marathon am Start gewesen. Über den TuS Erkenschwick und die LG Gevelsberg kam er 1990 zum TuS Sythen, wo er zahlreiche Westfalentitel über die Mittelstrecken in den Altersklassen holte. Derzeit ist Matthias Lange Westfalenmeister über die 1500 m (M 40). In Olfen wird Lange wieder an der Seite seines Freundes Dr. Peter Frye starten. Frye wechselte vor einigen Jahren ebenfalls von Sythen nach Olfen.
(aus: Halterner Zeitung, 06.11.2008)


Große Tradition: 33 Jahre Süderelbe-Halbmarathon in Neugraben - Hamburger "Farce"

Für die einen war es der Ausklang der Sommersaison, für die anderen schon der Beginn der Winterlauf-Serien. Egal, seit 33 Jahren gehört es für die vertraute Gemeinschaft der Langlauf-Freaks nun schon zur Tradition, sich am ersten Sonntag im November noch einmal in Neugraben zu messen. Vor allem der Süderelbe-Halbmarathon, der übrigens in den ersten 15 Jahren ein Vollmarathon war, lockt noch einmal die Ehrgeizigsten unter den Laufenthusiasten. Das dabei diesmal auch die Hamburger Meistertitel vergeben wurden, wertete Organisator Mark Schepanski von der Leichtathletik-Gemeinschaft Hausbruch/Neugraben/Fischbek (LG HNF) allerdings "eher als Farce" ab. "Im letzten Dezember hatten wir dem Hamburger Leichtathletik-Verband zugesagt, im Rahmen unserer Traditionsveranstaltung auch die Landesmeisterschaft im Halbmarathon auszurichten. Im Frühjahr hatte der Verband sich das anders überlegt. Im Oktober kam er überraschend doch wieder auf uns zu, ob wir nicht doch könnten. Am Ende waren von den 240 Teilnehmern auf der 21-Kilometer-Strecke nur 30 für diese Hamburger Meisterschaft gemeldet. Und davon wiederum waren etwa 20 Mitglieder der LG HNF."
Einer allerdings hat sich souverän über das Verbands-Chaos hinweggesetzt. Und der ist inzwischen auch in Neugraben schon Abonnements-Sieger. Mourad Bekacha, ein just 30 gewordener tunesischer Kurier-Fahrer aus Hamburg, der inzwischen für den Bahrenfelder SV startet, lief auch in diesem Jahr wieder allen davon. Der stets lächelnde schnelle Mann machte nach einer Stunde, 14 Minuten und acht Sekunden den Schritt über die Ziellinie. Damit gehört ihm auch der Hamburger Meistertitel. Diesmal allerdings hatte er einen Verfolger im Nacken, den keiner aus der Läufer-Clique kannte. "Ein paar Tage vor dem Start meldete sich bei mir ein Ehepaar", erzählte Mark Schepanski über den Überraschungs-Gast. "Die hatten Besuch aus Moskau. Ob der nicht bei uns starten dürfe."
Der Russe Wjatscheslaw Degtyarenko (*1971) aus der kleinen Moskauer Langlauf-Gemeinschaft kam in Neugraben nach 1:15:44 Stunden gleich als Zweiter ins Ziel. Als Dritter wurde Benjamin Ehlers von der TH Eilbeck (1:17;32) wenigstens noch Hamburger Vizemeister. es folgten die Mastersläufer Ralf Härle (*1963, VfL Börnsen,1:17:34h), der vereinslose Rainer Sell (*1973, Hamburg, 1:18:59) und Mohammed Chahed (*1953, Laufwerk Hamburg) in guten 1:20:17h. Der Schnellste im Trikot der LG HNF war wieder einmal Senior Wieslaw Slawinski (*1955). Hinter Hans-Christian Mügge (*1967, Sittensen) in 1:21:08 wurde er mit einer Zeit von 1:20:23 Siebter in der Gesamtwertung. In der Altersklasse M 45 sicherte sich Michael Neitzke, ebenfalls LG HNF, in 1:21:57 den Titel.
Die erste von insgesamt 47 startenden Frauen im Ziel war wahrscheinlich bereits unter der Dusche, als die Zweite eintraf. Manuela Sporleder (*1971, 100 Marathon Club) siegte in 1:26:35. Sabine Heidmann (*1968, MTV Obermarschacht) konnte erst mehr als 12 Minuten später (1:38:56) Feierabend machen. Ein Titel in der Altersklasse W-40 nahm Petra Cords, die schnellste Frau der LG HNF mit nach Hause. Ihre Zeit: 1:47:47 Stunden.
Alle Resultate
(Quelle: Norbert Scheid im Hamburger Abendblatt, 05.11.08)


EVAA wählt Wolfgang Ritte und Christine Müller zu Europas Senioren-Athleten des Jahres

Wolfgang Ritte (*1953), Stabhochspringer des Weseler TV, und die Schweizer Hürdenläuferin und Mehrkämpferin Christine Müller (*1958, LCZ Zürich) sind jetzt auch die besten Leichtathletiksenioren Europas 2008. Ihre Auszeichnung zu "European Best Veterans" beschloss das Präsidium des Europäischen Senioren-Leichtathletikverbands (EVAA) einstimmig am vergangenen Samstag und folgte damit der ebenfalls einstimmigen Empfehlung seiner "EBV-commission". Die beiden Athleten werden bereits Ende dieses Monats auf Vorschlag des Masters-Weltverbandes WMA mit dem Titel "IAAF Masters of the year 2008" auf der Gala des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF in Monaco geehrt. Die EVAA-Auszeichnung wird dann Ende Januar 2009 im griechischen Marathon verliehen.
Künftig, beschloss die EVAA, müssen sich "European Best Veterans" der Vaterstettener Antidoping-Erklärung angeschlossen haben; sonst werden sie erst gar nicht nominiert, geschweige denn ausgezeichnet. Sowohl Christine Müller als auch Wolfgang Ritte haben "Vaterstetten" übrigens schon vor einigen Jahren unterzeichnet. (04.11.08)


Halbmarathon in Verl: Zwar Altersklassensiege durch Edith Knobeloch und Elfie Hüther, aber...

Während der 22jährige Kenianer Samuel Kosgei als überlegener Sieger in 1:02:29h am Sonntag beim 16. Internationalen Verler Halbmarathonlauf nahe Gütersloh den elf Jahre alten Streckenrekord um 44 Sekunden verbesserte, kam der vereinslose Konrad Schulz (*1966) als schnellster Deutscher und Sieger der Altersklasse M 40 in 1:16:32 Stunden auf Rang acht. Direkt hinter ihm lief Olaf Krenzberg (*1963, TuS Eintracht Bielefeld) als Bester der M45 in 1:17:22h ins Ziel. Mit seiner Zeit von 1:34:20h zufrieden sein konnte auch Siegfried Vosshenrich (*1941, LC Solbad Ravensberg), der Erste der M 65.
Bei den Frauen siegte die Kenianerin Emily Chemutai (1:14:27 h). Schnellste Masterathletin war Gisela Steinbeck (*1968, DJK Gütersloh, 1:24:43 h), die in unmittelbarer Nähe der Strecke wohnt. Mit der Halbmarathonzeit von 1:36:36h gewann die Gesamtneunte Edith Knobeloch (*1951 TG Werste) die W55 und die ihr direkt olgende Elfie Hüther (*1954, VfB Salzkotten) kam als Erste der W50 auf 1:40:19h. Beide Läuferinnen konnten aber mit ihren erzielten Zeiten kaum zufrieden sein; sie lagen jeweils rund 8 Minuten über ihren Bestzeiten aus 2007.
Mit 700 Läuferinnen und Läufern erfreute sich der Verler Halbmarathon erneut großer Beliebtheit. „Damit konnten wir unsere Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern“, erklärte Hans-Jürgen Böhme, der dem Organisationsteam von Peter Oesterhelweg angehört. Aufgrund der schnellen Strecke, der 800 Meter langen Startgeraden und der optimalen Infrastruktur hoffen die eifrigen Gütersloher Organisatoren, demnächst einmal die Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften übertragen zu bekommen.
Alle Resultate aus Verl
(Quelle Peter Middel auf www.leichtahletik.de, 04.11.08)


Ney York City Marathon: Paula Radcliffe zum dritten Mal erfolgreich
Ludmila Petrowa läuft mit W40-Weltbestleistung auf Rang 2
Antje Hehn (W45) und Helga Miketta (W65) gewinnen ihre Altersklassen

Zwei deutsche Seniorenläuferinnen siegten am Sonntag beim prestigeträchtigen New York Marathon in ihren Altersklassen. In der W45 gewann trotz kalten und windigen Wetters in persönlicher Bestzeit von 3:04:32h Antje Hehn (*1963, SCC Berlin), Dritte wurde ihre Vereinskameradin Karsta Parsiegla (*1963, 3:06:53h). Mit der deutschen W65-Marathonmeisterin dieses Jahres Helga Miketta (*1941, TV Birkesdorf) gewann die Favoritin ihre Altersklasse. In 3:39:57h lag sie am Ende ganz deutlich in der W65 vorn. Freude gab es auch bei den österreichischen Seniorenläufern; denn die W50 gewann ihre Masters-Europameisterin von Ljubljana Karoline Dohr (*1958) in 3:05:07h.
Weltrekordhalterin Paula Radcliffe hatte da schon längst die Frauenkonkurrenz gewonnen. Die 34-jährige Britin, die bei den Olympischen Spielen in Peking wie vier Jahre zuvor in Athen die Erwartungen nicht erfüllt hatte, gewann nach überzeugender Vorstellung in 2:23:56 Stunden vor der Ludmila Petrowa (*1968, RUS, 2:25:43h) und der 30jährigen US-Marathondebütantin aus dem New Yorker Stadtteil Queens, Kara Goucher (2:25:53h). Die Russin verbesserte die über 20 Jahre alte W40-Weltbestzeit von Priscilla Welch (GBR, 2.26.51h) um fast eine Minute. Die russische Rekordhalterin im Marathon ist Mutter von zwei 18 bzw. 15 Jahre alten Töchtern und verlor vor drei Jahren bei einem Autounfall ihren Ehemann.
Das Herren-Rennen entschied der 31jährige Brasilianer Marilson Gomes dos Santos in 2:08:43h für sich und triumphierte auf der anspruchsvollen Strecke im "Big Apple" nach 2006 zum zweiten Mal. Gomes dos Santos lief auf dem letzten Kilometer am bis dahin führenden Marokkaner Abderrahim Goumri (*1976) vorbei, dem wie im Vorjahr nur Platz zwei blieb. Grund für den Einbruch des Marokkaners war wahrscheinlich, dass er bei einigen Verpflegungsstationen sein Getränk verpasst hatte. Goumri kam nach 2:09:07 Stunden ins Ziel, Dritter wurde der Kenianer Daniel Rono (30) in 2:11:22h. Ex-Weltrekordhalter Paul Tergat (*1969, Kenia, 2:13:10h) hatte als Vierter mit der Entscheidung nichts zu tun. Die M45 gewann der Marathonweltmeister von Riccione, Juan Vazquez Sanchez (*1961, Spanien) in 2:28:12h.
Überzeugen konnte auch M60-Sieger Ermes Luppi (ITA) in 2:39:53h; seine Zeit wird allerdings von italienischen Masterssportlern kritisch gesehen. Denn der exzentrische Inhaber eines eigenen Sportgeschäftes in Modena lief im vergangenen Jahr lediglich einen einzigen Marathon - in der Zeit von 5:24.41h.
Schnellster Deutscher war in New York wie schon im letzten Jahr der 40jährige Bernd Weis (*1968, SG Dettingen/Erms) mit einer Zeit von 2:37:57h und damit auf dem 90. Platz. "Ich bin einigermaßen zufrieden," meinte er, nachdem ihn bis in die letzten Tage eine Oberschenkelverletzung behindert hatte. Bis zum Abend war der von Erich Jud trainierte Weis noch nicht in den Ergebnislisten aufgeführt und befürchtete gar, dass sein Chip nicht funktioniert haben könnte. Dann aber wurde die Liste korrigiert und Weise berichtete: "Wie auch im letzten Jahr konnte ich mich sukzessiv nach vorn arbeiten. Die letzten 10km fielen mir dann aber auf Grund der fehlenden Laufkilometer sehr schwer und wurden zu einer reinen Willensaufgabe."
Zweitbester Deutscher wurde Kay Kretzschmar in 2:39:36h. Der vereinslose Sportlehrer war auch bereits als Langdistanz-Triathlet (Bestzeit 9:35h) erfolgreich. Im Oktober 2007 lief er in Frankfurt seine bisherige persönliche Marathonbestzeit von 2:44:10h, die er jetzt trotz der schwierigen Bedingungen in New York deutlich verbesserte.
In 2:55:34h kam Eva Trost (*1968, LG Rupertiwinkel ) als 40. Frau in 2:55:34h (6. AK W40) und beste deutsche Starterin ins Ziel im New Yorker Centralpark. Es war ihr sechster Marathonlauf, und vielleicht war es der letzte. Die in Piding, nahe der deutsch-österreichischen Grenze bei Salzburg lebende Läuferin, begann als Mittelstrecklerin (800m-Bestzeit 2:04 min) und lief erst vor fünf Jahren ihren ersten Marathon; bei diesem Debüt gewann sie den 3-Länder-Marathon in Bregenz. 2004 lief sie an gleicher Stelle auf Rang zwei. 2005 gewann sie den Salzburg-Marathon. Nach dem Wien-Marathon 2006 stellte sie vor einem Jahr im Berlin ihre persönliche Marathon-Bestzeit von 2:44:54 h auf (weitere Bestzeiten: 10 km 34:57, Halbmarathon 1:17 h). Nach Verletzungen verlor sie etwas an Leistungsstärke und sah vor dem Rennen am Sonntag die Einladung der Amerikaner, im Eliteblock zu starten, als gelungenen Abschluss ihrer Karriere, berichtete laufreport.de.
Insgesamt 112.000 Teilnehmer hatten an der 39. Auflage des New-York-Marathons teilnehmen wollen. 38.000 erhielten schließlich die begehrte Startnummer. Hier alle Resultate aus NYC
(Quellen dpa, FAZ, Kleine Zeitung.at, 03.11.2008)


Südafrika: 60-Jähriger stirbt bei Marathon

Ein 60-Jähriger ist am Sonntag beim NedBank Soweto-Marathon in Südafrika ums Leben gekommen. Bei Kilometer 32 war er mit Herzproblemen zusammengebrochen und konnte auch mit Wiederbelebungsmaßnahmen nicht am Leben erhalten werden. Der Präsident des Südafrikanischen Leichtathletikverbandes ASA Leonard Chuene kondolierte der Familie und den Angehörigen des verstorbenen Marathonläufers. Insgesamt 14.000 Läuferinnen und Läufer nahmen in diesem Jahr am Marathon und den Rahmenwettbewerben teil. (03.11.2008)


Irina Mikitenko gewinnt World-Marathon-Majors-Serie 2007/08

Paula Radcliffe, der nach 2007 und 2004 ihr dritter New-York-Sieg gelang, hat mit ihrem Lauf Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) zu 500.000 US-Dollar Preisgeld verholfen. Dank des Sieges von Radcliffe gewann die Berlin-Siegerin die Gesamtwertung der World-Marathon-Majors-Serie 2007/08. Mikitenkos Konkurrentinnen - die Äthiopierin Gete Wami aus Äthiopien, der Rang zwei zum Gesamtsieg gereicht hätte, und die Kenianerin Catherine Ndebera, die hätte gewinnen müssen - belegten die Ränge sechs bzw. fünf. „Es war immer mein Traum, einen schönen Marathon zu laufen. Jetzt bin ich drei Marathons gelaufen, aber dass ich damit diese Serie gewinnen konnte, ist einfach unglaublich“, sagte Mikitenko.
Allerdings mussten erst die Renndirektoren der World-Marathon-Series-Läufe von Boston, London, Chicago, Berlin und New York die Wattenscheiderin per Abstimmung zur Gesamtsiegerin der World Marathon-Majors-Serie 2007/08 erklären.Somit ist die 36-Jährige vom TV Wattenscheid um 500.000 Dollar reicher. Die Abstimmung war notwendig, weil Mikitenko und Gete Wami aus Äthiopien in der Gesamtwertung punktgleich mit 65 Zählern vorn lagen. „Es war eine einstimmige Entscheidung. Letztlich war ausschlaggebend, dass Irina ihre 65 Punkte in drei Rennen erlaufen hat und Gete in vier und dass Irinas Durchschnittszeit schneller war“, betonte Mark Milde, Direktor des Berlin-Marathons. Um in Zukunft Klarheit zu haben und solch harte Entscheidungen zu vermeiden, wolle man die Regularien überarbeiten, so Milde. „Das ist ein Drama, dass wir auf diese Weise entscheiden müssen, wer nach diesen großartigen Leistungen letztlich die Siegerin ist und 500.000 Dollar bekommt“, meinte New-York-Renndirektorin Mary Wittenberg.

Bei den Männern erhielt Martin Lel (Kenia) die Siegprämie von 500.000 Dollar. Sein Gesamtsieg stand schon vor dem New York City Marathon fest.

Interview mit Irina Mikitenko auf sportgate.de
(Quellen dpa, FAZ, 02.11.2008, update 04.11.08)


11. Dezember: Dopingfall Helena Javornik (W42) vor CAS

Der Fall der slowenischen Läuferin Helena Javornik (*1966, Betnava Maribor, früher LCC Wien) wird am 11. Dezember vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne verhandelt. Die ehemalige Crosslauf-Europameisterin wurde wie die Österreicherin Susanne Pumper am 9. März beim Eisenbärenlauf im Wiener Prater positiv auf das Dopingmittel EPO getestet. Die 42-jährige Javornik war jedoch vom slowenischen Leichtathletik-Verband wegen angeblich fehlerhafter Analysen im Labor Seibersdorf vom Dopingverdacht freigesprochen worden. Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hob diese Entscheidung aber auf und leitete das Verfahren an den CAS weiter.
Auch Susanne Pumper (*1970, LCC Wien), die mittlerweile von der österreichischen Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) mit einer Sperre von zwei Jahren belegt wurde, hat angekündigt, gegen das Urteil bei der Unabhängigen Schiedskommission der NADA berufen und falls nötig auch beim CAS Einspruch erheben zu wollen.
(Quelle sport.orf.at, 02.11.08)


Sachsen-Anhalt: Gute Crosszeiten durch Gisela Seifert (W50) und Günter Bartl (M55)

Bei wenig angenehmen Bedingungen fanden am 1. November die sächsisch-anhaltinischen Crossmeisterschaften statt: Bei diesigem Wetter, nassem Rassen und frischen Temperaturen um 6 Grad ging es für die Läufer auf zum mittlerweile 42. Herbstwaldlauf durch die Brandberge in Halle (Saale). Unter den Startern waren auch unter den Seniorinnen und Senioren Laufasse, die in der vergangenen Saison erfolgreich waren.
Über 4,5km gewann Anne Handrich (*1966, TSV Rot-Weiß Zerbst e.V.,16:41min) als Gesamtzweite die W40; zehn Sekunden hinter ihr kam Steffi Bernstein (*1966, SG Spergau, 16:51min) als Gesamtdritte auf den zweiten Platz dieser Altersklasse. Meisterin in der W45 wurde Dr. Kerstin Oemus (*1961, ESV Lokomotive Dessau, 17:23min) und nur eine Sekunde dahinter unterstrich W50-Favoritin Gisela Seifert (*1955, USV Halle, 17:24min) ihre Extraklasse. Bei den M40-Senioren siegte überlegen der Gesamtsechste Holger Stoek (*1967 LAV Halensia Halle) in 16:15min.
Bemerkenswert die Siegerzeit von Günter Bartl (*1951, TV Askania Bernburg), der in 18:19min in der M55 dominierte. M70-Sieger Bernd Krüger (*1942, USC O.v.Guericke Magdeburg) in 21:10min und M75er Friedel Oemus (*1937, Dessauer Sportverein 97) in 21:29 min gefielen ebenfalls. Allerdings wurden Zweifel laut, ob die Streckenlänge mit 5,6km nicht etwas großzügig nach oben aufgerundet worden sei.
Alle Resultate (pdf) aus Halle
(02.11.08)


Antidoping: Neues Online-Portal

Das Heidelberger Zentrum für Dopingprävention hat einen neuen Internetauftritt erstellt, der weiterentwickelt werden soll. Die Internetadresse der Seite ist www.contra-doping.de. Dort finden sich Informationen über Termine, an denen das Zentrum Präventionsveranstaltungen durchführt oder bei Tagungen auftritt sowie Informationen zu diesen Veranstaltungen selbst. Ein wesentliche Ziel der Seite soll es sein, dass sich die Teilnehmer der Veranstaltungen untereinander austauschen und Rückmeldungen geben können. (Quelle: DLV, 02.11.08)


2009: Bundestagswahl verändert Wettkampfkalender

Die Bundestagswahl 2009 verändert den Wettkampfkalender. Sie findet -ebenso wie mehrere Landtagswahlen- am 27. September 2009 statt. Bereits vor einigen Wochen wurde bereits bekannt, dass daher der 36. Berlin Marathon nicht am letzten Septemberwochenende, sondern bereits am 19./20. September 2009 gestartet wird. Auf Wunsch von vielen Athleten werden auch die DAMM-Endkämpfe um eine Woche vorgezogen. Nach Rücksprache mit dem ausrichtenden Hamburger Leichtathletik-Verband gibt es keine Probleme, diese Veranstaltung auf Samstag, den 12. 09. 2009 vorzuverlegen.
Das Datum wird im Terminkalender und der DLV-Ausschreibungsbroschüre 2009 geändert und man berücksichtigt so die Wünsche vieler Seniorinnen und Senioren. Vielleicht profitieren von dieser Terminveränderung auch einige Vereinskameradinnen und –kameradinnen, da am gleichen Tage - unweit von Hamburg – die Deutschen Straßenlaufmeisterschaften über 10 km im niedersächsischen Otterndorf stattfinden. Da lassen sich möglicherweise Fahrtgemeinschaften bilden, um die Vereinskasse zu entlasten, wenn die einen beim DAMM Endkampf starten und die anderen auf der Straße um Titel kämpfen.
(Quelle Karl-Heinz Flucke auf grr.de, 01.11.2008)


DLV dementiert Aussagen von Jos Hermens

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) dementiert die Aussage des niederländischen Leichtathletik-Managers Jos Hermens, der am Mittwoch in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) behauptet hatte, der DLV habe nie gegen ihn Strafanzeige wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetzt erstattet.
Der DLV hat am 20. November 2006 beim Leitenden Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Magdeburg Strafanzeige gegen Jos Hermens erstattet. Die Staatsanwaltschaft teilte am 4. Dezember 2006 mit, dass gegen den niederländischen Manager ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Von Seiten der Staatsanwaltschaft sei ein Rechtshilfeersuchen an die Strafverfolgungsbehörden der Niederlande gestellt worden. Da der DLV kein Verfahrensbeteiligter ist, liegen ihm derzeit keine weiteren Details vor.
Rückblick: DLV erstattet Strafanzeige
(Quelle www.leichtathletik.de, 01.11.2008)


Spendenaufruf in Kanada für Danny Kassap, der beim Berlin-Marathon zusammenbrach

Beim Berlin-Marathon wollte er sich einen Platz in der Kanadischen Nationalmannschaft für die nächsten Weltmeisterschaften in Berlin 2009 sichern. Es kam anders. Der Athlet brach in der Nähe des 5 Kilometer Punktes beim Berlin-Marathon zusammen und wurde nur durch die schnelle Hilfe von Sanitätern gerettet. Die Kameraden des im Kongo geborenen, jetzt kanadischen Marathonläufers Danny Kassap der Universität Toronto haben dazu aufgerufen durch Spenden die Kosten der medizinischen Behandlung durch eine Sammlung zu bezahlen. Denn die Kosten in Berlin belaufen sich auf rd. 18.000 Dollar.
Ursache des Zusammenbruchs von Kassap war „Kammerflimmern“/"ventricular fibrillation". Der Läufer wurde für mehrere Tage in ein medizinisches Koma versetzt und blieb über zwei Wochen in einem Berliner Krankenhaus. Die Ärzte sind allerdings optimistisch, dass er sich voll erholen wird. 2001 beantragte Danny Kassap Asyl bei den "Frankophon Games" in Ottawa und wurde erst im August kanadischer Staatsbürger. Sein Debüt im Marathon machte er 2004 in 2:14:50 als Sieger des Toronto Waterfront-Marathon – 2008 wurde er Fünfzehnter beim London Marathon in 2:15:20, seinem ersten Auslandstart, wobei er im vollen Berufleben steht. Beim Berlin-Marathon wollte er sich einen Platz in der kanadischen Nationalmannschaft für die nächsten Weltmeisterschaften in Berlin 2009 sichern.
(31.10.08)


WMA: Noch immer kein Bewerber für die Hallen-WM 2012

Monty Hacker, geschäftsführender Präsident des Weltverbandes World Masters Athletics (WMA), hat gestern darüber informiert, dass bisher -trotz der Verlängerung der Bieterfrist bis Ende November dieses Jahres- noch niemand eine Bewerbung als Veranstalter für die Hallen-Masters-WM im Jahr 2012 abgegeben hat. Bereits für die Hallen-WM 2010, die im kanadischen Kamloops ausgerichtet wird, hatte es erst in letzter Minute eine Bewerbung gegeben.
Auch von den drei Städten, die bisher für die Stadion-WM 2013 ihr Interesse öffentlich angemeldet haben, liegen der WMA keine offiziellen Bewerbungen vor: Porto Alegre (Brasilien), Turin (Italien) und Kuala Lumpur (Malaysia). Dabei scheint das malaysische Interesse auf tönernen Füßen zu stehen, nachdem es zu Zwistigkeiten zwischen dem malaysischen Seniorenleichtathletikverband und der Gruppe gekommen ist, die die Bewerbung forciert.

Kommentar im Blog
(30.10.08)


Hermens: "Da kommt nichts mehr." - DLV-Strafanzeige nie erstattet?

Der ehemalige Langstreckenläufer Jos Hermens ist einer der einflussreichsten Manager der Leichtathletik oder, wies es noch jüngst die Frankfurter Rundschau schrieb, "einer der zwielichtigsten Strippenzieher der Leichtathletik". Mit seinem Unternehmen Global Sports Communications vertritt der 58 Jahre alte Niederländer fast 100 Athleten, unter ihnen sechs Olympiasieger von Peking. In einem Interview mit Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach Jos Hermens jetzt über seine Zusammenarbeit mit verurteilten und verdächtigen Trainern und Wissenschaftlern und wies Verdächtigungen über seine angebliche Beteiligung an organisiertem Doping von Sportlern zurück.
«Ich war nicht und ich bin nicht Teil eines Doping-Rings», erklärte Hermens. Nach eigenen Angaben hatte der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) vor zwei Jahren Strafanzeige gegen den Niederländer erstattet, weil er Dopingmittel in Verkehr gebracht haben soll. Damit konfrontiert sagte Hermens jetzt in dem FAZ-Interview: "Diese Strafanzeige ist nie erstattet worden. Mein Rechtsanwalt Reinhard Rauball sagt immer, dass er nichts Neues höre. Da kommt nichts mehr, sagt er. Es gibt ja auch nichts."
Die im Zuge des Strafverfahrens gegen Springstein aufgedeckte E-Mail-Korrespondenz mit Ex-DLV-Trainer des Jahres Thomas Springstein, der wegen Dopings von Minderjährigen verurteilt wurde, und die auch auf eine Verbindung des Niederländers zum spanischen Arzt Miguel Peraita schließen lässt, erklärte Hermens so: «Ich kenne ihn», sagte er zu Pereita. 1998 sei er von Peraita bei den Hallen-Europameisterschaften in Valencia angesprochen worden; Peraita habe ihm eine Leistungsdiagnostik auf der Basis von Blut, Speichel und Urin angeboten. Hermens habe daraufhin Springstein mit dem Mediziner bekanntgemacht.
«Ob es bei dieser Diagnostik und alternativer Medizin mit Homöopathie und mit Kräutern geblieben ist oder er die Grenze zum Doping überschritten hat, liegt nicht in meiner Verantwortung», betonte Hermens. «Ich habe zu Thomas immer gesagt: Vergiss die DDR, vergiss Doping; die Zeiten sind vorbei.»

Mehr hier... (29.10.08)


New York Marathon am Sonntag: Irina Mikitenkos Chancen auf 500.000 Dollar stehen nicht schlecht

Am Sonntag wird Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) auf der Ehrentribüne des ING New York City Marathons sitzen und sich den Marathonlauf ihrer Konkurrentinnen und der 40.000 Mitstarter ansehen, bei dem sich nicht nur entscheidet, wer die 39. Auflage dieses bekanntesten Marathons weltweit gewinnt. Hier geht es auch um den Gesamtsieg der Serienwertung 2007-2008 der World Marathon Majors, der Vereinigung der weltweit bedeutendsten Marathonläufe. Der Sieger und die Siegerin erhalten jeder 500.000 Dollar. Weiter... (29.10.08)


Harold Gähr ist tot

Am vergangenen Samstag ist nach schwerer Krankheit der frühere Seniorenwart des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Harold Gähr, im Alter von 75 Jahren verstorben. Harold Gähr kam über den Volkslauf zur ehrenamtlichen Mitarbeit in den Leichtathletik-Organisationen. Zunächst als Volkslaufwart und dann acht Jahre lang als Vizepräsident Breitensport des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes (WLV) war der Prokurist einer Werkzeugfirma im württembergischen Frickenhausen im Landesverband aktiv. Im DLV engagierte er sich in dieser Zeit immer stärker für den Senioren-Wettkampfsport. 1978 wurde er als zum Senioren-Wettkampfwart des DLV berufen und hatte seitdem entscheidenden Anteil am Ausbau der Wettkampf-Leichtathletik der Älteren. Noch heute gehen die Zeitpläne der verschiedenen Senioren-Titelkämpfe des DLV auf die akribische Arbeit von Harold Gähr zurück.
Ein zweites „Standbein“ hatte er im Bereich Wettkampforganisation als Leiter des Wettkampfbüros bei unzähligen nationalen und internationalen Meisterschaften. Bei der EM 1986 und der WM 1993 in Stuttgart erwarb sich Harold Gähr in dieser Funktion große Anerkennung. Bevor ihn seine Krankheit zum Rückzug zwang, lieferte er mit der schwierigen Organisation des Wettkampfbüros bei der erstmaligen Austragung einer Senioren-Hallen-Weltmeisterschaft 2004 in Sindelfingen noch einmal ein Meisterstück. Die Bereiche Senioren und Wettkampforganisation im DLV haben mit Harold Gähr einen ihrer eifrigsten und kompetentesten Mitarbeiter verloren. In Erinnerung wird aber auch der Satz bleiben, den die nicht-schwäbischen Leichtathleten prägten: „Harold kann alles außer Hochdeutsch.“
Die Beisetzung von Harold Gähr findet am Donnerstag, den 30.10.2008 um 13.00 Uhr auf dem Friedhof in 72636 Frickenhausen (Kreis Esslingen) statt.
(Nachruf auf www.leichtathletik.de, 28.10.08)


Luzern-Marathon: Der zweite Marathon sieht wieder Mastersathleten vorn

Pius Hunold (*1968, SG Benken) heisst der Sieger des zweiten Luzern-Marathons. Der St.Galler erreichte 2:31.35h und schlug Vorjahressieger Urs Christen (*1963, Rotkreuz) um 47 Sekunden. Bei den Frauen gewann Stefanie Schillig (*1967, Altdorf) in 3:00.10 ganz knapp vor der zehn Jahre jüngeren Solothurnerin Sandra Wyss. M50-Sieger Jean-Pierre Wahli (*1957, Malleray-Bévilard) lief 2:45.37,6h.
Insgesamt hat sich in Luzern der Teilnehmerschwerpunkt etwas verschoben: Im Marathon starteten mit 2300 Aktiven 400 weniger als im Vorjahr, aber im Halbmarathon erhöhte sich die Teilnehmerzahl von knapp 2300 auf jetzt 3900. Nachdem schon bei der Premiere 35 000 Zuschauer am Strassenrand mitgefiebert hatten, waren es diesmal deutlich mehr. Zur Steigerung beigetragen haben dürfte das neue Musik-Konzept: Gleich 21 Formationen sorgten auf den 21 Kilometern rund um die Horwer Halbinsel nicht nur für eine rhythmische Begleitung der Laufenden, sie unterhielten auch das Publikum mit einem Programm aus allen möglichen Stilrichtungen.
Alle Resultate
(27.10.08)


Frankfurt-Marathon: Deutsche Lichtblicke beim langen Lauf

Mit Debütanten ist das so eine Sache: Man weiß nie, wozu sie fähig sind. Beim Frankfurt-Marathon am Sonntag zum Beispiel hat ein Kenianer namens Robert Kiprono Cheruiyot die Fachwelt in Erstaunen versetzt. In 2:07:21 Stunden gewann der große Unbekannte mit Streckenrekord am Main und ließ den Rest der riesigen kenianischen Läufer-Armada mit namhaften Kollegen hinter sich. Darunter William Kiplagat, auf dessen Empfehlung der junge Kenianer, der sein Alter mit 20 Jahren angibt, seine erste Flugreise überhaupt angetreten hatte. Cheruiyot, der bislang nur zwei Halb-Marathons zu Hause in Kenia bestritten hat, kehrt als reicher Mann zurück. 50.000 Euro hat ihm seine Marathon-Premiere eingetragen, und er kommentierte den Geldsegen in der kenianischen Zurückhaltung mit einem dünnen Lächeln. „Ich bin sehr zufrieden.“
Da war Sabrina Mockenhaupt schon wesentlich auskunftsfreudiger.... Weiter auf den Seiten der FAZ. Und ein "Es-geht-voran-Kommentar hier
(27.10.08)


Frankfurt-Marathon: Gute Seniorenzeiten

Gute Seniorenzeiten auf einer schnellen Strecke bei schönem Marathonwetter gab es ebenfalls in Frankfurt. Dabei überragten die 2:09:24h des 39-jährigen Kenianers Japhet Kosgei (*1968) alles; er kam als Gesamtsechster ins Ziel. In außerordentlich guten 2:29:44h lief M45-Sieger Hakim Ouahioun (*1963, SF Blau-Gelb Marburg). Er lief in persönlicher Bestzeit die schnellste M45er-Zeit eines Deutschen seit vier Jahren. In der M50 lag der Spanier Gerardo Gomez Sanz (Atletas Populares) unangefochten in 2:31:44h vorn. Ähnlich überlegen beherrschte Egbert Merkel (*1953, TSV Cappel) die M55 in 2:42:01 die M55. In 3:03:58h gewann Manfred Hartung (*1947, LC Michelstadt) die Altersklasse M60. Klaus Wagner (*1942, LG Bad Soden/Neuenhain) beindruckte in 2:53:30h (AK-PB) die M65. Dr. Ingo Heiskel (*1938, LLC Regensburg) war in 3:43:25h schnellster M70-er, Gerd-Rudi Papcke (*1933, Spiridon Frankfurt) in 4:42:31h bester M75-er.
Bernadette Pichlmaier ( (*1969, LAG Mittlere Isar) wurde in neuer persönlicher Bestzeit von 2:38:00 h Gesamtzehnte und drittbeste Deutsche. "Möglichst unter 2:40 h bleiben" war das erklärte Ziel der Dritten der Deutschen Marathon-Meisterschaften, die ihre bisherige Bestzeit (2:43:38) um mehr als fünf Minuten verbesserte. Schnellste Frau in der Altersklasse W40 war die Italienerin Ornelia Ferrara (*1968) in 2:32:13h. In netto 2:59:50h blieb Ute Philippi (*1963, LAV asics Tübingen) noch unter der 3-Stunden.-Marke und gewann die W45-Altersklassenwertung. Die Schwedin Jaana Jobe (*1957, Solvikingarna) siegte in der W50 in 3:10:45h und 3:21:20h war die Siegerzeit von Irene Hofmann (*1950, LSG Karlsruhe) in der Altersklasse W55. Damit lag sie nur 10 Sekunden vor der großen W60-Ausdauerläuferin Karin Risch (*1946, LG Biebeshausen/Eschollbrücken/Crumstadt, 3:21:30h). In 3:44:37h (AK-PB) gewann Nadine Höss (*1941, SC Steinberg) die die W65. Die schnellste Läuferin der W70 war Alice Baumgart (*1938, SG Frankfurt-Nied) in 4:28:38h.

Alle Ergebnisse hier (27.10.08)


Entwarnung: Alle Läufer des Marathon im englischen Lake-District gefunden

Erschöpft und durchnässt haben mehrere hundert Sportler in England vergangene Nacht in Zelten und hastig errichteten Notunterkünften verbringen müssen, nachdem beim „Original Mountain Marathon“ im Lake District durch ein heftiges Unwetter nahezu alle Verbindungen zwischen überflutet worden waren. Rund 2.500 Freizeitsportler kehrten nach dem Extremlauf in England mehr oder weniger wohlbehalten zurück. Der ursprünglich über 80 Kilometer geplante Lauf musste zum ersten Mal in seiner 40jährigen Geschichte wegen eines Unwetters abgebrochen werden.
Rund ein Dutzend Teilnehmer mussten mit leichten Verletzungen oder wegen Unterkühlung behandelt werden. Völlig erschöpft und durchnässt verbrachten die Sportler die Nacht zum Sonntag in Zelten und hastig errichteten Notunterkünften. 44 Teilnehmer galten am Sonntagmittag laut Polizei noch als vermisst, kehrten aber schließlich unversehrt zurück; dies bestätigte ein Sprecher der Cumbria Police.
Der auf zwei Tage angelegte „Original Mountain Marathon“ im Lake District, rund 500 Kilometer nordwestlich von London, fiel nach dem Start buchstäblich ins Wasser. Innerhalb von 24 Stunden fielen 65 Zentimeter Regen. Zu den Regeln des Laufs gehört es, dass ein Zelt und andere Ausrüstung ebenso mitgeführt werden wie Nahrungsmittel. Mobiltelefone oder GPS-Empfänger für die Navigation darf man jedoch nicht dabei haben. Der Lauf für Outdoor-Freaks wurde 1968 erstmals ausgetragen. Die Teilnehmer bewältigen die Strecke paarweise. Die Aufgabe führt durch die landschaftlich besonders reizvolle Gegend der „Fells“, die bis zu 900 Meter hoch sind.
Im Juli war ein Extremberglauf auf die deutsche Zugspitze wegen eines unerwarteten Wettersturzes zur Katastrophe geworden. Zwei Läufer aus Ellwangen und Witten kamen ums Leben, sechs weitere Sportler wurden mit Unterkühlungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Mehr und Videos auf der Webseite der BBC
(26.10.08)


Werfertag in Igersheim - Gute Leistungen am Saisonende

Die rund 80 Teilnehmer beim vierten Igersheimer Werfertag zeigten durchweg gute Leistungen. Bei gutem Wurfwetter flogen die Wurfgeräte mehrfach an bzw. über die 50 Meter Marke. Dies ist auch ein Zeichen für den guten Zustand der Igersheimer Wurfanlagen. Nachdem die Mehrkämpfe in Igersheim bereits seit Jahren einen festen Platz im Terminkalender der Leichtathleten gefunden haben, scheint sich mit dem Werfertag eine hochkarätige Veranstaltung zu etablieren. Schaut man auf die Teilnehmerliste, waren auch diesmal wieder Topathleten mit nationalen und internationalen Erfolgen am Start. Teilnehmer bis 70 Jahren zeigten ihr Können und ließen rund 1100 Mal in neun Stunden die Geräte fliegen.
Bei den Senioren standen mit Wilfried Hack, Willi Verstegen, Otto und Günther Braun und Hermann Albrecht manche WM und EM-Teilnehmer der letzten Jahre im Ring im zeigten gekonnte Drehungen und Würfe. Beeindruckend hier die Leistung in der Klasse M 65, Hermann Albrecht (*1940, SpVg Satteldorf) schleudert den Hammer auf gute 44,71 m. Wilfried Hack (*1938, LG Hohenlohe) steigerte sich im Diskuswurf gegenüber den letzten Wettkämpfen noch einmal und erreihte 44,40m.
Nachfolgend ein Blick auf die Resultate des Werfertags:
Senioren M35, Kugelstoß: 1. Helmut Seher, LG Hohenlohe, 9,92 m, Diskus: 1. Helmut Seher, LG Hohenlohe, 36,11 m. Senioren M45, Kugelstoß: 1. Harald Michel, LG Hohenlohe, 8,65 m. Senioren M50, Speerwurf: 1. Lothar Weis, ETSV Lauda, 45,37 m. Senioren M55, Kugelstoß: 1. Otto Braun, TSV Crailsheim, 10,19 m, Diskus: 1. Otto Braun, TSV Crailsheim 33,97 m, Hammer: 1. Friedebert Reble, LAZ Obernburg/Miltenberg, 33,57 m. Senioren M60, Kugelstoß: 1. Klaus Breimaier, TSV Crailsheim, 11,29 m, Diskus: 1. Klaus Breimaier, TSV Crailsheim, 34,21 m, Hammer: 1. Klaus Breimaier, TSV Crailsheim, 22,04 m. Senioren M65, Kugelstoß: 1. Willi Verstegen, TSV Crailsheim, 12,02 m, Diskus: 1. Theo Ripp, DJK Stuttgart-Süd, 41,46 m, Hammer: 1. Hermann Albrecht, Sport-Vereinigung Satteldorf, 44,71 m, Speer: 1. Hermann Albrecht, Sport-Vereinigung Satteldorf, 35,81 m. Senioren M70, Kugelstoß: 1. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 12,47 m, Diskus: 1. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 44,40 m, Hammer: 1. Günter Braun, TSV Crailsheim, 39,85 m, 2. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 36,92 m, Speer: 1. Wilfried Hack, LG Hohenlohe, 32,58 m.
Seniorinnen W35, Kugelstoß: 1. Annette Lehr, LG Hohenlohe, 8,10 m, Speer: 1. Annette Lehr, 19,85 m. Seniorinnen W45, Kugelstoß: 1. Martina Kröner, LG Hohenlohe, 7,72 m. (Quelle: fnweb.de, 25.10.08)


DM I wird auf zwei Tage verkürzt! Längere Meldefristen wegen EDV-Problemen
Bundesfachausschuss Senioren tagte in Darmstadt

Am vergangenen Wochenende traf sich der Bundesfachausschuss (BFA) Senioren zu seiner Herbsttagung in Darmstadt. BFA-Vorsitzende Margit Jungmann (Saarlouis) konnte auf ein erfolgreiches Jahr der DLV-Senioren zurückblicken. Bei allen großen Senioren-Sportereignissen des Jahres 2008 (Hallen-WM Clermont-Ferrand, EM Berglauf Lenzerheide, EM Ljubljana) konnte sich das deutsche Team an die Spitze der Medaillenwertung setzen und vertrat den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) damit in hervorragender Weise. Auch auf nationaler Ebene konnte Margit Jungmann ein positives Fazit ziehen: Die Deutschen Meisterschaften fanden in harmonischer Atmosphäre mit guten Ergebnissen statt und wurden mustergültig von den verantwortlichen Ausrichtern und der Wettkampfleitung abgewickelt. Besonderer Dank wurde hierbei Heidi Pratsch als DLV-Verantwortliche für die Wettkampforganisation der Seniorenwettbewerbe ausgesprochen. Sorgen bereiten ein wenig die Meldezahlen zu den DM Senioren I. Hier muss sich der Ausschuss weitere Gedanken machen, wie die Attraktivität der Veranstaltung erhöht werden kann. Erfreut konnte Margit Jungmann von der Wahl von Wolfgang Ritte zum Welt-Seniorensportler des Jahres 2008 berichten. Nach Guido Müller (2004 ) und Melitta Czerwenka-Nagel (2006) erhielt der Stabhochspringer als dritter deutscher Sportler diese höchste Auszeichnung des Weltverbandes IAAF.
Sportliche und organisatorische Überlegungen lagen den Beschlüssen zur Auslagerung von Disziplinen zu Grunde. Einerseits sollen die Seniorenmeisterschaften I durch Straffung auf zwei Tage attraktiver gestaltet werden, andererseits sollen die ausgelagerten Disziplinen durch eine größere Aufmerksamkeit gestärkt werden. Entsprechend hat der BFA Seniorenbeschlossen, das Bahngehen von den Deutschen Hallen-Meisterschaften der Senioren zu den Deutschen Hallen-Meisterschaften Mehrkampf am 31. Januar/1. Februar 2009 nach Hamburg und die 10.000 Meter der DM Senioren I zu den DM 10.000 Meter am 02. Mai 2009 nach Bremen zu verlagern. Die neue Wettkampfkonzeption gilt zunächst für ein Jahr. Es sollen Erfahrungen gesammelt werden. Bestätigt wurden im BFA die bereits 2007 beschlossenen Erweiterungen der Wettbewerbe in der Halle und beim Winterwurf: In der W 70 gibt es die 800 Meter und den Weitsprung, in der W 75 den Hammerwurf. Im DLV-Verbandsrat wird beantragt, beim DAMM-Wettbewerb der M 70 eine Langstrecke (3.000 m) aufzunehmen. 2009 steht in Abstimmung mit den Seniorenwarten und dem Bundesausschuss Wettkampforganisation eine Überprüfung des Wettkampfangebotes auf der Tageesordnung.
Volker Wollschläger informierte den Ausschuss darüber, dass künftig die Meldefristen für Deutsche Meisterschaften von zwei auf drei Wochen verlängert werden sollen, nachdem sich in diesem Jahr die zwei Wochenfrist als zu kurz herausgestellt hat. es gab Schwierigkeiten mit der Überspielung der EDV-Daten und er Fertigstellung des Programmheftes. Für den ausgeschriebenen Fotowettbewerb „Faszination Senioren-Leichtathletik“ legte das Gremium die Besetzung der Jury fest, die unter dem Vorsitz des DLV-Vizepräsidenten Prof. Dr. Michael Böhnke die eingereichten Fotos bewerten und prämieren soll. Gegenwärtig gehen nach Angaben des DLV noch täglich weitere Aufnahmen ein; Fotos können aber nur noch bis zum Monatsende eingereicht werden.
Ein Thema, das den Ausschuss seit Beginn seiner Tätigkeit beschäftigt, ist der Anti-Doping-Kampf. Hier wird erfreulicherweise im nächsten Jahr mit Dr. Gerd-Erich Pfeiffer (Gelnhausen) ein äußerst erfahrener Arzt bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften und bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften I + II für die Anti-Doping- und Gesundheitsberatung bereit stehen. Der seit 1979 aktive und damit dienstälteste Dopingbekämpfer des DLV, der auch international tätig ist, wird auf Anforderung auch für Fachvorträge zur Verfügung stehen. In Kürze soll es hierfür ein Angebot an die Landesverbände geben.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 24.10.08)


Horst Milde ist Siebzig

Horst („Hotti") Milde wird heute siebzig. Er bezeichnet sich selbst als einen der letzten „Verrückten" der Laufszene, dies freilich im positiven Sinne. Der langjährige Chef des Berlin-Marathon hat diesen mit einem engagierten Team von Mitstreitern von den ersten zaghaften Anfängen im Grunewald zu einem der weltweit höchst beachteten Marathonläufe auf einer stets weiter optimierten Weltrekord reifen Strecke entwickelt. Seiner Hartnäckigkeit und seines ungezügelten Ideenreichtums jedenfalls ist so mancher Coup gelungen, inzwischen längst Standards nicht nur beim Berlin-Marathon, sondern bei vielen Marathonläufen in Deutschland. So war es anfangs undenkbar, dass an einem Sonntagvormittag die touristisch hoch im Kurs stehenden Berliner Prachtstraßen für den Individualverkehr gesperrt werden und stattdessen Ausdauersportler uneingeschränkte Vorfahrt haben würden.
Aber nicht nur den Marathon hat der frühere Mittelstreckenläufer salonfähig gemacht, sondern auch mit dem „Teufelsberg-Cross" eine legendäre Veranstaltung aufgemöbelt und zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Läufer und Zuschauer am einstigen Schuttberg im Grunewald gleichermaßen gemacht. Die vom ihm kreierte „Wildsau" für die Tagesschnellsten mag durchaus die außergewöhnliche Belastung für den Organismus und den Sehnen- und Bänderapparat charakterisieren und diese im Gelände errungenen Eigenschaften sind für den einstigen Klasse-Mittelstreckler (im Verbund mit Bodo Tümmler zweifacher deutscher Meister über 3 x 1000 m) der Schlüssel zum Erfolg eines Läufers.
Als Sprecher von German Road Races (GRR) hat Horst Milde schon während seiner Zeit als Chef des Berlin-Marathon die Fäden vor und hinter den Kulissen gezogen, nach seinem Ausstieg aus der Organisation des weltweit geachteten Marathonspektakels widmet sich Horst Milde verstärkt seinen Aufgaben als Vizepräsident von AIMS, der Internationalen Vereinigung der Straßenlaufveranstalter, und German Road Races.
In der Betreuung der höchst informativen Internetseite www.germanroadraces.de hat Horst Milde ein neues Betätigungsfeld gefunden und ist damit nahe an den Bedürfnissen der Läufer geblieben. Seminare und Symposien zur „Gesundheit des Läufers" (Gesundheits-Check) und zur erforderlichen „Vernetzung von Rettungsorganisationen bei Laufveranstaltungen" sind weitere Resultate der Aktivitäten im Unruhe-Zustand des reisefreudigen früheren Konditormeisters, der am 24. Oktober Siebzig wird.
(von GRR, 24.10.08)


Susanne Pumper wird zwei Jahre gesperrt und der LCC Wien wehrt sich

Die Österreichische Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat gegen die Wiener Leichtathletin Susanne Pumper (*1970, LCC Wien) wegen Dopings eine Sperre von zwei Jahren verhängt. Das bestätigte NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab nach einer achtstündigen Verhandlung in Wien. Die 38-jährige Langstreckenläuferin war im Frühling zweimal positiv auf EPO getestet worden. Laut Schwab gilt die Sperre für Pumper, die gegen die NADA-Entscheidung Einspruch einlegen kann, rückwirkend mit 9. März 2008, als die Athletin bei einem Halbmarathon im Wiener Prater ihre erste positive Dopingprobe ablieferte. Genauere Details will die Ö-NADA am Freitag bekanntgeben.
Susanne Pumper war im Frühling zweimal innerhalb kurzer Zeit auf das verbotene EPO getestet worden, hatte in der Folge aber bestritten, verbotene Mittel eingenommen zu haben. Die Tests waren am 9. März beim Eisbären-Lauf des LLC im Wiener Prater und am 14. April vorgenommen worden, nachdem sie in Linz einen neuen Landesrekord im Halbmarathon gelaufen war. Experten zeigten sich auf Frage am Freitag irritiert, dass die Sperre schon ab März und nicht erst ab Suspendierung am 18. April berechnet werde. Dies könne ein Einschreiten der IAAF nach sich ziehen. Auch Pumper ist mit der Sperre unzufrieden und kündigte an, das Urteil bei der Unabhängigen Schiedskommission anfechten zu wollen.
Nahezu zeitgleich äußerte sich Pumpers Leichtathletik-Verein LCC Wien am Donnerstag nach zwei Wochen des Schweigens zur Kündigung von Sportkoordinator Wilhelm Lilge und der von ihm berichteten Hofierung der unter Dopingverdacht stehenden Läuferin Susanne Pumper. Die Behauptung, dass Lilges Kündigung in einem Zusammenhang mit der von ihm im März veranlassten Dopingtests u.a. bei Susanne Pumper stehe, sei "absolut unrichtig", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme auf der Seite des Vereins im Internet. Man habe "mit Entsetzen" festgestellt, dass "auch über Medien versucht wird, den Ruf des Vereins durch teils grob unrichtige und teils wohl bewusst falsch dargestellte Zusammenhänge zu zerstören bzw. schweren Schaden zuzufügen". Vereins-Präsident Peter Pfannl war nach der Lilge-Kündigung für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen. Lilge wollte auf Anfrage am Donnerstag "zu vereinsinternen Dingen" keinerlei Stellungnahme mehr abgeben.
Die "organisatorisch bedingte" Kündigung des strikten Doping-Gegners, der Tests bei einem vereinseigenen Halbmarathon am 9. März angeordnet hatte, sei laut Stellungnahme schon vorher festgestanden. Ein durch "nicht informierte Kreise allenfalls hergestellter Zusammenhang zwischen einer Kündigung und Dopingtests sollte vermieden werden". Deshalb sei die Kündigung verschoben worden und erst im September erfolgt. Außerdem sei Pumper nicht (Mit-)Organisatorin des LLC-Marathons an diesem Wochenende, sie übernehme auch keine Funktionen im Verein. Wert legt der Verein auch auf die Feststellung, dass man "selbstverständlich keinesfalls Doping" unterstütze.
(Quellen: standard.at, ORF.at 24.10.08)

Frankfurt-Marathon am Sonntag: Kursrekord soll Aufwärtstrend krönen

In Frankfurt geht es aufwärts – nicht unbedingt an der Börse, dafür aber beim Frankfurt-Marathon. Der älteste deutsche Stadtmarathon, der am kommenden Sonntag zum 27. Mal gestartet wird, erreichte in den vergangenen Jahren bei den Männern hochklassige Zeiten und konnte im Gegensatz zu fast allen deutschen Rennen über die 42,195 km auch bei den Teilnehmerzahlen deutlich zulegen. Die Rekordzahl von rund 12.500 Marathonläufern wird am Sonntag erwartet. Das sind rund zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Zählt man die anderen Lauf-Wettbewerbe hinzu, dürfte die Veranstaltung zum ersten Mal die 20.000-Teilnehmer-Barriere durchbrechen.
Mit einer hochklassigen Besetzung wird das Rennen am Sonntag gestartet. Dabei stellen die Kenianer einmal mehr die Favoriten. Sechsmal in Folge haben die Athleten aus dem ostafrikanischen Läuferland Nummer eins am Main zuletzt triumphiert. Und alles andere als ein erneuter kenianischer Triumph wäre eine dicke Überraschung.... weiter auf den Seiten von GRR.de
(24.10.08)


Philipp Frech: 88-Jähriger hamstert Titel - Aktiv in Sporthochschule

Der Pulheimer Philipp Frech ist bis ins hohe Alter sportlich aktiv. In der Deutschen Sporthochschule hält Frech Vorlesungen und Seminare über Sport und Philipp Frech sammelt Titel und Medaillen. Der Pulheimer ist Europameister, deutscher Meister und Weltmeister. Zehn Kilogramm bringen die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die er in einem Jutebeutel hütet, auf die Waage. Zuletzt stand Frech im August in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana auf dem Siegertreppchen. Die Freude über den Sieg bei den XVI. Senioren-Europameisterschaften (European Veterans Athletic Championships) im Diskus-Wurf und Werfer-Fünfkampf (Hammer-, Gewichts-, Speer- und Diskuswurf, Kugelstoßen) war dem Leichtathleten im Pulheimer Sport-Club (PSC) deutlich anzusehen.
„Es ist ein großes Glück, dass ich das noch kann“, sagt Frech, der mit 88 Jahren der Viertälteste im Teilnehmerfeld mit 3693 Sportlern aus 41 Ländern war, gut gelaunt. Ganz so selbstverständlich ist das für den agilen Mann nicht. Vor Jahren machte das rechte Knie dem Sportler, der bis zum 74. Lebensjahr als selbständiger Spediteur gearbeitet hat, Probleme. 2005 war eine Operation unvermeidbar, die Ärzte setzten Frech eine Knieprothese ein. „Ich habe erst gedacht, ich müsste aufhören“, erinnert er sich. Doch das war gar nicht nötig. „Ich habe die Technik umgestellt, nun geht es wieder.“
Und wie: Zweimal in der Woche trainiert Frech jeweils zwei Stunden auf dem Gelände des Pulheimer SC die Technik in den Disziplinen Speer-, Diskus- und Hammerwurf, Kugelstoßen und Gewichtwerfen (Hammerwurf mit kürzerer Kette). Eine Stunde pro Woche steht Krafttraining in der Sporthochschule Köln auf dem Programm. „Ich mache das in angemessener Form, denn ich muss mich ein bisschen bremsen, um mich nicht zu übernehmen“, erklärt Frech, der das Trainingspensum mit einer halben Stunde Gymnastik und Dehnen - täglich - abrundet. In die Sporthochschule zieht es Frech aber nicht nur für das Training. Häufig hält der gebürtige Kölner dort Vorlesungen und Seminare über Sport von der Jugend bis ins Alter. Frech weiß, wovon er redet. Zeit seines Lebens war er sportlich aktiv, ist geschwommen und hat sich im Zehnkampf geübt. Mit 66 Jahren schließlich hat er - durch den PSC - den Seniorensport für sich entdeckt und ist mit 72 Jahren bei seiner ersten Europameisterschaft gestartet.
Seine Begeisterung für den Sport, den „natürlichen Fitmacher für Leib und Seele“, der ihn in viele Länder dieser Welt geführt hat, bringt Frech auch gerne außerhalb der Sporthochschule zum Ausdruck. „Aufstehen und sich bewegen“ lautet seine Botschaft für Jung und Alt. Es sei bequem, zu sitzen, aber unbequem aufzustehen und sich zu bewegen. Aufgrund der physiologischen Einwirkungen auf den Menschen sei der Sport wichtig. „Das weiß ich aus eigener Lebenserfahrung.“ Der Seniorensport belebe das Alter in vielfältiger Weise und bewirke Gutes. „Er ist mein Favorit unter den Freizeitaktivitäten.
(von Maria Machnik in KStA, 23.10.08; Foto: © Karl-Heinz Flucke, Berlin)


3. Mainzer Lauf-Kongress: "Gesund (durch) den Marathon?"

"Gesund (durch) den Marathon?" ist der Titel eines von drei wissenschaftlichen Vorträgen auf dem 3. Mainzer Lauf-Kongress im SWR Funkhaus auf dem Hartenberg. Referenten sind Dr. Ronald Burger vom Institut für Sportwissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität, Dr. Klaus Gerlach, Mannschaftsarzt Mainz 05 und Wolfgang Heinig, ehemaliger Marathon Bundestrainer.
Der Kongress richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an passionierte Marathonis. Eine Podiumsdiskussion mit Marathon-Experten und eine Ausstellung rund um Fitness und Gesundheit im Foyer des Südwestrundfunks (ab 9 Uhr) runden das Angebot des Lauf-Kongresses ab. Er findet am Samstag, 8. November 2008 von 9.30 bis 15.30 Uhr statt. Mehr...
(23.10.08)


Seoul: Bronze für deutsche 24-Stunden-Läuferinnen

Bei der am vergangenen Wochenende in Seoul (Korea) ausgetragenen 6. Auflage der IAU-24-Stunden-World Challenge errang das deutsche Frauenteam den bislang größten Erfolg seit Einführung dieser halboffiziellen Weltmeisterschaft, die seit 2003 unter dem Patronat der IAAF veranstaltet wird: Die Ausdauerläuferinnen kamen auf den Bronzerang und mussten nur die Teams aus Frankreich und Japan vorbei ziehen lassen. Die DLV-Männermannschaft erzielte im Feld der weltbesten Teams hinter Japan, Frankreich, Russland und Italien einen mehr als respektablen fünften Platz.
In der Einzelwertung lief die nach kluger Renneinteilung die älteste deutsche Starterin Monika Belau (*1954, Harburger SC) mit 217,386 Kilometer auf den siebten Platz. Anja Samse (*1966, MC Menden) kam zwei Ränge zurück auf 211,144 Kilometer, Sabine Strotkamp (*1965, LG Kreis Ahrweiler)vervollständigte das Frauenteam mit 198,569 Kilometern auf Rang 16. Außerhalb der Mannschaftswertung erreichte Silke Gielen (*1957, Harburger SC) mit einem gleichmäßigen Rennen Platz 21 (191,066 km), Grit Seidel (*1970, LG Nord Berlin) kam trotz großer muskulärer Probleme am Ende noch auf 186,091 Kilometer und belegte damit Rang 25 von 55 gestarteten Athletinnen.
Bei den Männern lief als bester Deutscher Andreas Baier (*1969, TSV Kusterdingen) mit persönlicher Bestleistung von 241,983 Kilometern auf Rang 11. Jens Lukas (*1966, LSG Karlsruhe) erreichte einen Platz dahinter ausgzeichnete 240,814 Kilometer. Friedemann Hecke (*1961, VfL Ostelsheim) lag mit 210,594 km am Ende knapp vor Oliver Leu (209,061 km; (*1974, LG Bremen Nord)), gleichbedeutend mit den Plätzen 41 und 43 in der Einzelwertung. Michael Irrgang (*1964, Troisdorfer LG)kam mit 190,666 Kilometern auf Rang 64. Ralf Steisslinger (*1965, TSV Kusterdingen) stieg nach 15 Stunden erschöpft aus; er hatte die Foölgen einer fersenverletzung unterschätzt, die ihn im Sommer drei wochen training gekostet hatte.
(Mehr...
und Quelle auf www.leichtathletik.de, 23.10.08)


Sieben russische Weltklasse-Athletinnen gesperrt - Eine Mastersläuferin dabei

Der russische Leichtathletik-Verband hat im Kampf gegen Doping insgesamt sieben Weltklasse-Athletinnen wegen Manipulation von Dopingproben für zwei Jahre gesperrt. Unter den betroffenen Sportlerinnen befinden sich die zweimalige 1500m-Weltmeisterin Tatjana Tomaschowa (*1975), Diskus-Europameisterin Darija Pischtschalnikowa (*1985), 1500m-Hallenweltrekordlerin Jelena Sobolewa (*1982), die frühere Hammer-Weltrekordlerin Gulfija Chanafejewa (*1982) und die ehemalige 5000m-Weltmeisterin Olga Jegorowa (*1972, W35). Beim DNA-Vergleich von Proben der betroffenen Athletinnen von 2007 mit solchen von 2008 waren Unregelmässigkeiten festgestellt worden. Deshalb wurden die Athletinnen vom Internationalen Leichtathletikverband bereits vor den Olympischen Spielen in Peking suspendiert.
Die zweijährigen Sperren sollen seltsamerweise rückwirkend ab April bzw. Mai 2007 gelten, als die Dopingproben abgegeben wurden. Deshalb, so wird berichtet, können die Sünderinnen damit rechnen, schon bei der WM 2009 in Berlin wieder startberechtigt zu sein. Deswegen erwägt die IAAF dem Vernehmen nach einen Gang vor das internationale Sportschiedsgericht in Lausanne. »Wir warten die schriftlichen Urteile aus Russland ab und entscheiden uns dann«, erklärte ein IAAF-Sprecher am Dienstag. In jedem Fall dürfte es zur Umschreibung der WM-Ergebnisse von Osaka 2007 sowie der Hallen-WM 2008 in Valencia und der Rückforderung von Prämien im sechsstelligen Bereich kommen. Jelena Sobolewa würde 1500-m-Gold und Weltrekord von Valencia sowie 1500-m-Silber von Osaka verlieren, Julia Fomenko 1500-m-Silber von Valencia und Darija Pischtschalnikowa Diskussilber von Osaka.
Pikant: Die1500-m-Bronze von Osaka und Valencia würden an die Bulgarin Daniela Jordanowa gehen, die vor kurzem wegen Testosterondopings für zwei Jahre gesperrt wurde. Ihr Test stammte aber erst von Juni 2008. Brisant ist, dass Jegorowa zu den Sünderinnen zählt. Sie war 2001 in der A-Probe positiv auf das Ausdauerdopingmittel Epo getestet, wegen Unzuverlässigkeit des Tests aber nicht gesperrt worden. Kurze Zeit später stürmte sie unter Protest von Athleten wie der damaligen WM-Fünften Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) in Edmonton zum 5000-m-Titel.
(Quelle: Schweizer TV, 22.10.08)
Aufgefrischt: IAAF geht gegen Kurzsperren vor (auf www.leichtathletik.de. 28.11.08)


Zum 60. Geburtstag: "Es geht Kurt nicht nur um die Leichtathletik“

Die LG Telis Finanz Regensburg ist in Feierlaune: Vereinschef Kurt Ring wird heute 60 Jahre alt. Susi Lutz (21) beschreibt im MZ-Gespräch ihren Trainer. Sie schätzt seine Geradlinigkeit. Für die erfolgreiche Junioren-Läuferin ist Kurt Ring schon fast so etwas „wie ein zweiter Vater“. Susi Lutz, können Sie sich noch an die erste Begegnung mit Kurt Ring erinnern?
Susi Lutz: Susi Lutz: Oh je, jetzt wird es schwierig. Ich glaube 2000 oder 2001, bei meinem ersten 800-m-Lauf. Kurt hat mich gesehen, sagte, ich hätte das ganz gut gemacht, und meinte, ich solle das öfter machen. Dann habe ich angefangen, bei ihm zu trainieren, zusammen mit den Erwachsenen. Ich war die Kleinste, quasi das Nesthäkchen in der Gruppe. Hier geht's weiter auf den Seiten der Mittelbayerischen Zeitung ...
(22.10.08)


WM Berlin 2009: Olympiastadion ist nicht fit für die Leichtathletik-WM - 6 Mio Nachschlag ?

Für die Fußball-WM wurde das Berliner Olympiastadion runderneuert. Nun sollen für die Leichtathletik-WM 2009 erneut Umbauten vorgenommen werden. Die Laufbahn sei nicht gut genug ausgeleuchtet, meint das Organisationskomitee. Es fordert sechs Millionen Euro zusätzlich vom Senat. Die Leichtathletik-WM im kommenden Jahr wird möglicherweise teurer als geplant. Das Berliner Organisationskomitee (BOC) hat dem Senat eine Nachschiebeliste vorgelegt, in der es für zusätzliche Umbaumaßnahmen sechs Millionen Euro fordert. Das Geld soll vor allem für den Ausbau... Hier geht's weiter auf der Seite der Berliner Morgenpost (Foto: © Simon Wüllhorst, pixelio 22.10.08)


DOSB: Thomas Bach zieht "positive Zwischenbilanz"

Die Bildung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Doping-Straftaten hat DOSB-Präsident Thomas Bach gefordert und sich besorgt über die Finanzlage der Dachorganisation gezeigt. Insgesamt zog Bach zwei Jahre nach der Gründung des DOSB ein positives Zwischenfazit und schloss darin die Anti-Doping-Politik des DOSB mit ein. «Der DOSB ist schneller zusammengewachsen, als wir es uns erträumt haben», resümierte Bach. «Wir haben gute Fortschritte gemacht.» Dazu zählte er auch die Umsetzung des Zehn-Punkte-Planes gegen Doping. Die Zahl der Doping-Kontrollen sei erhöht und die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA besser ausgestattet worden. «Wir haben bisher nicht gesehen, dass die Strafverfolgungsbehörden Verfahren gegen die Hintermänner angeordnet haben», kritisierte Bach nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Hennef. «Da sehe ich großen Nachholbedarf.» Vor allem nach dem Doping-Skandal um Radprofi Stefan Schumacher, der positiv auf das EPO-Präparat CERA getestet wurde. «Ich glaube nicht, dass CERA vom Himmel gefallen ist. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es Hintermänner gibt.»
Positiv fiel auch die vorläufige Analyse der Olympischen Spiele in Peking aus, in der sich aber auch kritische Töne mischten. «Das Abschneiden der Olympia-Mannschaft als Ganzes ist als Erfolg anerkannt worden», meinte Bach, der eine endgültige Peking-Bilanz auf dem DOSB-Bundestag am 6. Dezember in Rostock vorlegen will. Daran ändere auch nicht, dass Sportarten wie Boxen, Leichtathletik, Rudern oder Schwimmen hinter den Erwartungen zurück blieben. Die daraus von den betroffenen Verbänden gezogenen personellen Konsequenzen werden vom DOSB mit Wohlwollen, aber ohne Euphorie begrüßt. «Es sind neue Sportdirektoren und Cheftrainer bestellt worden. Das sind in allen Fällen richtige Entscheidungen», stellte DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank fest, ergänzte aber vielsagend: «Wir würden uns schon wünschen, dass alle Stellen in den Verbänden offen und weltweit ausgeschrieben würden.»
Sorgen bereitet Bach unterdessen der Haushalt der Dachorganisation des deutschen Sports. «Die finanzielle Situation ist von neuem angespannt», berichtete Bach. Grund ist der rapide gesunkene Ertrag aus der Glücksspirale. Während die Lotterie 2005 noch 6,8 Millionen Euro in die DOSB-Kasse brachte, werden es 2009 nur noch 4,2 Millionen sein. Für die kommenden zwei Jahren hat der DOSB eine Reihe von Schwerpunkten gesetzt. Erste Priorität hat dabei die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018 mit München. «Es ist wichtig, sie so vorzubereiten, dass wir 2011 bei der Vergabe erfolgreich sind», sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Denn mehr als alles andere, hätten Olympische Spiele eine Schubkraft für den Spitzensport: «Was Olympia 2012 in London für England gebracht hat, konnte man in Peking sehen.» Zu den weiteren Aufgaben gehören auch die Fortsetzung des Anti-Doping-Kampfes, eine Erhöhung der Spitzensportförderung oder ein Programm zur Weiterentwicklung der Vereinsarbeit.
(aus süddeutsche.de, Quelle dpa, 22.10.08)


Schweinfurt: Weiterhin überzeugender Wilfried Hack (M70)

Konstant gute Leistungen auch im Oktober zeigt weiterhin M70-Werfer Wilfried Hack (*1938, LG Hohenlohe). Beim landesoffenen Werfertag des TV Jahn 1985 eV, kleinster der vier in Schweinfurt Leichtathletik betreibenden Vereine, stieß Hack am vergangenen Sonntag (19.10.) die Kugel auf 12,86m und siegte im Diskuswurf mit 42,63m.
Der 80-jährige Walter Alberth (*1928, TSV Poppenhausen) freute sich im Diskuswurf über sehr ordentliche 22,21m.
(22.10.08)


Sportgespräch des Frankfurt-Marathons: Unwissenheit schützt vor Doping nicht

Das Sportgespräch ist längst zu einer Traditon geworden beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon. Immer samstags gegen 13 Uhr betreten die Interessierten das Foyer des Hotels Maritim, gehen weiter zur Rolltreppe, fahren in den ersten Stock, halten sich rechts und dann sind sie auch schon da. Sylvia Schenk, ehemalige Spitzenleichtathletin, Frankfurter Sportdezernentin und Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer, moderiert am kommenden Samstag das Sportgespräch im Hotel Maritim: Diskussionsteilnehmer sind Dr. Gerd Pfeiffer, Verbandsarzt des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, und Martin Grüning, stellv. Chefredakteur des Laufmagazins „Runner’s World“ .
Der Saal ist für 200 Personen bestuhlt, und der Andrang war in den vergangenen Jahren gewaltig. In diesem Jahr wird es genauso sein, denn es geht um „Unwissenheit schützt vor Doping nicht“, und das Gespräch hat präventiven Charakter. Die Diskussionsrunde hat nicht die Spitze im Blick, sondern beschäftigt sich mit Doping- und Gesundheitsgefahren im Breitensport.
Eine besondere Risikogruppe sind die über 40-Jährigen, wobei Dr. Gerd Pfeiffer und Martin Grüning, sich auf durchaus unterschiedliche Art und Weise der Frage „Wer mit 40, 50, 60 oder 70 Jahren Marathon läuft, macht das nur zum Spaß und für die eigene Fitness - Doping ist kein Problem?“ nähern. Dr. Pfeiffer aus medizinischer Sicht und mit der Erfahrung als langjähriger „Dopingfahnder“ und der frühere Marathonläufer Grüning (Bestzeit 2:14 Stunden, gelaufen in Frankfurt) erläutert, wie seine Redaktion in Hamburg mit dieser Problematik journalistisch umgeht. Mehr...
Für die Teilnahme am Frankfurt-Marathon sind übrigens noch am 24. und 25. Oktober Nachmeldungen möglich. Das hr fernsehen, überträgt in der Sendung "sport am samstag" bereits am Samstag, 25. Oktober, von 17:00 bis 17.30 Uhr live aus der Frankfurter Festhalle, wo die Nudelparty stattfindet. Am Sonntag beginnt die Live-Sendung um 9.45 Uhr und endet um 13:15 Uhr. Als Co-Kommentator wird der dreimalige Frankfurt Marathon Sieger Herbert Steffny am Mikrofon sitzen.
(21.10.08)


Dresden-Marathon: Theo Baumann (M60) klar unter drei Stunden

Den 10. Dresden Marathon hat am Sonntag Phaustin Baha aus Tansania gewonnen. Der Ostafrikaner als erster von 1179 Läuferinnen und Läufern lief die neue Streckenrekordzeit von 2:13:03 Stunden. Ganz zufrieden war der Sieger jedoch nicht: "Ich hatte mit einer Zeit um 2:11 Stunden geliebäugelt, doch dafür war die Strecke durch viel Wind auf den Brücken und durch die vielen Läufer, die man überholen musste, etwas zu schwierig", so der 26-Jährige.
Einige feine Leistungen gab es in den Altersklassen. So kam der Sieger der Altersklasse M60, Theo Baumann (*1948, RCG Weißenburg), nach netto 2:54:48h ins Ziel und unterbot die 3-Stunden-Grenze deutlich. Bei den Frauen kam Mastersläuferin Antje Ratzmer (*1969, SV Grünbach) in persönlicher Bestzeit von netto 3:10:23 Stunden auf Rang 3. Es siegte in Dresden die Litauerin Remalda Kergyte (WHK) in 2:38:48 Stunden vor Fabiola John (WHK, 2:40:53) aus Kenia, die bei der Hälfte bereits zwei Minuten Vorsprung herausgelaufen hatte aber bei KM 36 die Baltin ziehen lassen musste. Alle Dresden-Resultate...
(20.10.08)


WELT.de: Mängel in der Dopingverfolgung bedrohen Glaubwürdigkeit des Sports

Neulich brach sich das Misstrauen in einer Plauderei Bahn, erinnert sich Fritz Sörgel. Ein Gesprächspartner meldete Bedenken an, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkündet hatte, alle 4770 Dopingproben von den Sommerspielen aus Peking noch einmal öffnen und nachkontrollieren zu wollen. "Ich glaube, das IOC will gar nicht, dass es die Proben so lange gibt", unkte der Mann. Sörgel findet: "Das ist ein bissl zynisch - aber manchmal kommt man schon ins Zweifeln." Damit ist der Pharmakologe aus Nürnberg nicht allein. Seit das IOC seine Pläne kundtat und vor gut einer Woche still und fast unbemerkt der Peking-Bericht einer unabhängigen Beobachterkommission der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) veröffentlicht wurde, sind Fehler und Versäumnisse in der Dopingverfolgung einmal mehr augenscheinlich geworden. Über allem steht die Frage: Wie viel ist Fahrlässigkeit, wie viel womöglich gar Vorsatz?
Der aufsehenerregende Wada-Bericht deckte mehrere eklatante Mängel im Umfeld des Rekordfestivals um Usain Bolt und Michael Phelps in China auf: Da versäumten es 102 von 204 Nationalen Olympischen Komitees, der Meldepflicht für ihre Athleten nachzukommen. Ein Positivtest wurde vermisst. Zum Abschluss des Reports fehlten 300 Testergebnisse. Ein valider Test zum Nachweis von Insulin - einem groß in Mode geratenen Dopingmittel - wurde gar nicht angewandt. Und, und, und.
"Die wissenschaftliche Akzeptanz liegt vor, das habe ich in den Vorgesprächen klargemacht", sagt Mario Thevis, Professor für Präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hatte den Insulintest vor den Spielen entwickelt, pikanterweise mit 300 000 Euro Wada-Mitteln. Thevis: "Die Begründung, warum der Test nicht eingesetzt wurde, ist im Bericht nachzulesen: Kommunikationsprobleme zwischen IOC, Wada und Pekinger Labor. Ich lasse das mal so stehen." Angeblich soll das Nachweisverfahren nun bei den Nachkontrollen im Labor in Lausanne eingesetzt werden. Mängel in der Dopingverfolgung wie diese wundern den Lübecker Physiologie-Professor Horst Pagel nicht. "Die Wada und die IOC-Spitzen fahren aus meiner Sicht eine Politik, dass nur Einzelne erwischt werden sollen. Die Erwischten werden sofort isoliert, man kann mit dem nackten Finger auf die bösen Buben zeigen - und der Rest macht weiter wie bisher. Business as usual", kritisiert Pagel. Der Epo-Experte unkt: "Zu gute Tests stören wohl den olympischen Frieden."
Sieben Dopingfälle der diesjährigen Tour de France haben das IOC nun aufgescheucht. Während in Peking gerade mal neun von mehr als 10 000 Athleten positiv getestet wurden, waren in Frankreich mehrere Fahrer nachträglich mit dem Ausdauer fördernden Mittel Cera aufgeflogen, darunter die Gerolsteiner-Radprofis Stefan Schumacher und Bernhard Kohl. Alle mehr als 4000 Pekinger Dopingproben sollen nun auf Cera nachgetestet werden. Experten wie Fritz Sörgel halten das für Aktionismus. "Ein Teil des Materials wird, aus meiner Sicht, verschwendet", kritisiert der Pharmakologe. Infolge von Auftau- und Einfrierprozessen und durch die Lagerung der Proben bei minus 20 statt minus 80 Grad befürchtet Sörgel, dass heute noch nicht nachweisbare Dopingpräparate nie mehr auffindbar sein werden. "Gerade die interessanten Stoffe der Zukunft, die aus der biotechnologischen Schiene stammen, sind temperaturempfindlich", sagt Sörgel. "Aber wenn Substanzen über die Jahre schlecht werden, ist das auch eine Möglichkeit, negative Proben zu bekommen ..." Die Diskussion darüber, wie viel Dopingbekämpfung gut ist und wie viel mehr dem Geschäft schadet, spielt auch im Zusammenhang mit der Entscheidung der ARD eine Rolle. Deren Intendanten stimmten am Donnerstag für einen Verzicht auf die Liveberichterstattung von der Tour 2009. Deren Organisatoren geben sich verwundert: "Die ARD hat einen Antidopingkampf verlangt und empört sich, wenn gedopte Fahrer entlarvt werden." Es solle wohl "gesucht und nichts gefunden" werden, mokierte sich die Amaury Sport Organisation. Diese Unterstellung ist ein bisschen gemein. Null Doping-fälle stören den schönen Schein großer Sportereignisse inzwischen schließlich auch: Niemand glaubt mehr daran.
(Jens Heuermann auf Welt.de, 20.10.08)


Konsequente Athleten: Zehn Läufer verlassen LCC Wien

Zehn Athleten, darunter der mehrfache österreichische EM-Teilnehmer Martin Steinbauer, sind als Reaktion auf die Entlassung des bisherigen LCC-Sportkoordinator Wilhelm Lilge und der gleichzeitigen Hofierung der wegen positiver Dopingproben suspendierten Susanne Pumper (*1970, LCC Wien) aus dem Leichtathletik-Verein LCC Wien ausgetreten. Die Nachwuchsläufergruppe, die Lilge bisher betreut hatte, verließ geschlossen den Verein. Die betreffenden Athleten gewannen im Jahr 2008 mehr als zwei Drittel aller Medaillen des Wiener Clubs bei österreichischen Meisterschaften. Lilge, der im März beim LCC-Eisbärenlauf im Wiener Prater Dopingkontrollen in Auftrag gegeben hatte, bei denen bei LCC-Läuferin Susanne Pumper (*1970) positiv aufgefallen war, hatte von der Vereinsführung unter Führung von Präsident Peter Pfannl Ende September die Kündigung zum Jahresende erhalten. Pumper, die auf ein Urteil im Doping-Disziplinarverfahren wartet, wurde zugleich mit der Organisation des vereinseigenen Herbst-Marathons Ende Oktober beauftragt.
"Es ist generell eine Frage von Vernunft und Sensibilität, ob sich ein Ex-Athlet wieder im Sport engagiert bzw. ihm ein Betätigungsfeld gegeben wird, während ein Verfahren gegen ihn noch läuft oder eine Sperre noch aufrecht ist", hatte sich zu dem Geschehen der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) geäußert. Der ÖLV wies darauf hin, dass er "keine Personen mit evidenter Dopingvergangenheit für sportliche oder organisatorische Aufgaben in seinem Einflussbereich berufen und diese Kriterien auch von Kooperationspartnern bei der Vergabe von Österreichischen Meisterschaften einfordern" werde. Auch die Veranstalter des traditionsreichen Wien-Marathons äußerten sich kritisch zum LCC-Vorgehen. Es stelle sich die Frage, ob "es das richtige Signal für den Laufsport ist, eine zweimal positiv getestete und derzeit suspendierte Läuferin in die Organisation einer Breitensportveranstaltung für Hunderte Hobbysportler einzubauen, für die sie selbst nicht mehr startberechtigt ist", ließ Marathon-Organisator Wolfgang Konrad, verlauten.
(Quelle standard.at, 17.10.08)
Hier mehr aus der FAZ zum Doping in Österreich (aufgefrisch am 20.10.08)


EVAA-Spitze besucht Kiew - Treffen mit Olympiasieger Valerij Borsov in Kiew

Vor 36 Jahren sahen sie sich nur per Distanz, am letzten Wochenende saßen sie gemeinsam in einem Seminar zur Entwicklung des Seniorensports und der Seniorenleichtathletik. Gemeint sind Valerij Borsov und Dieter Massin. 1972 sah Dieter Massin diesen Valerij Borsov als überragenden Sprinter bei den Olympischen Spielen in München von der Tribüne aus. Borsov gewann damals den 100 m und 200 m Sprint.
In der Zwischenzeit sind beide, Borsov wie auch Massin Präsidenten. Borsov in seiner Heimat, in der Ukraine, wo er den Vorsitz des Leichtathletik-Verbandes inne hat. Massin ist seit sechs Jahren Präsident des Europäischen Senioren Leichtathletikverbandes (EVAA) und hat sich für die Amtszeit 2008-2012 vor allem die Förderung und auch den Wiederaufbau des Seniorensports im Osten Europas vorgenommen. "Dort schlummert noch so viel Potenzial", so Massin, der derzeit dabei ist, die Infrastruktur des Sports und der Leichtathletik im Osten mitzugestalten.
Valerij Borsov hatte bei den Europameisterschaften in Ljubljana über seinen Generalsekretär Oleg Khotenyuk Massin und EVAA-Sekretär Kurt Kaschke nach Kiew zu einem Seminar eingeladen. Zu diesem Seminar kamen denn auch über 40 Senioren-Vertreter aus den Regionen der Ukraine, um gemeinsam mit den beiden EVAA-Vertretern die Zukunft des Seniorensports in der Ukraine zu planen. Während Massin über die Struktur des Seniorensports in Europa und in der EVAA referierte, erklärte Kaschke die Initiativen und Aktivitäten der EVAA Akademie.
Selbst der Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Volodnja Briznak, war zu diesem Seminar gekommen und unterstrich damit die hohe Bedeutung dieser Veranstaltung. Die Ukrainer haben auch schon die ersten Pläne zur Förderung der Seniorenleichtathletik im eigenen Land wie auch in der Region. Bereits 2009 wird es die ersten "Schwarzmeer-Meisterschaften" geben, zu denen dann die Nachbarländer wie Aserbaidschan, Georgien, Moldawien und Armenien eingeladen werden. "In diesen Ländern beginnt die Seniorenleichtathletik sich zu entwickeln, und wir wollen unseren Beitrag zur weiteren Förderung dazu liefern", so Präsident Borsov, der auch stolz den Delegierten bekannt gab, dass das Seminar im Kiewer Olympiazentrum von keinem Geringeren als von Landsmann Sergej Bubka, dem Weltrekordler im Stabhochsprung und jetzigen IAAF-Vizepräsidenten, gesponsert worden war.
(von grr.de, 17.10.08)


Leichtathletik-Kommentar:"Ungezügelter Lautsprecher"
Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Tim Lobinger liebt drastische Ausdrucksformen. Vor fünf Jahren überflog der Stabhochspringer beim Finale der Leichtathletiksaison in Monte Carlo erst 5,91 Meter, dann unterschritt er das Niveau der Veranstaltung, indem er im Jubel seine Hose runterzog. Bei den Olympischen Spielen in Peking in diesem Sommer kam er in der Qualifikation nicht so recht vom Boden weg, machte aber Schlagzeilen auf dem Boulevard mit Erzählungen von „Nur-Sportlern“ und „Hormonmenschen“, die im Olympischen Dorf mit offener Hose herumliefen. Wenn Lobinger nun sagt, er ertrage seine Rolle als stiller Beobachter nicht mehr, darf man gespannt sein. Was hat Lobinger je ohne Kommentar beobachtet? Diesmal hat er erfahren müssen, dass der Verband ihn aus dem Top-Team in den B-Kader zurückstuft.
Das ist schmerzhaft, aber selbst für Leute, die weniger vom Stabhochsprung verstehen als Lobinger, weder Sensation noch himmelschreiendes Unrecht. Der deutsche Meister ist 36 Jahre alt und hat beim Höhepunkt der Saison das Finale verpasst. Die Weltmeisterschaft 2009 in Berlin steht bevor, und Stabhochsprung ist eine der raren leichtathletischen Disziplinen, in denen sich Nachwuchs drängt, noch dazu erfolgreicher.
Lobinger ruft allen Ernstes zur Revolution auf: „Wir sind die Athleten!“ Dabei beruft er sich auf eine Vielzahl von Sportlern, insbesondere jungen. Sie bleiben allerdings anonym – angeblich wegen ihrer Abhängigkeit vom Verband. Umso deutlicher übt Lobinger Kritik am DLV und seiner Führung: Den einstigen Cheftrainer Jürgen Mallow beschreibt er als unfähig zur Kommunikation, dessen Nachfolger Herbert Czingon und Rüdiger Harksen als brave Mitläufer.
So gehe die Leichtathletik in Deutschland in Rekordzeit zu Boden, prognostiziert Lobinger auf seiner Website. Dabei ist die Sportart ausweislich des Ergebnisses von Peking – einer einzigen Bronzemedaille – schon auf dem Tiefpunkt. Es ist nicht wirklich ersichtlich, dass Tim Lobinger als Verstärker einer breiten Stimmung oder gar vieler Stimmen wirkt. Vielmehr bestätigt der Wutausbruch den Eindruck, den Lobinger immer wieder mit großer Lust erweckt: den des ungezügelten Lautsprechers.
Wenn er doch auch im Wettkampf so in die Luft ginge!
(Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 15.10.2008)


Lobinger: "tot...toter...DLV"

Stabhochspringer Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) ist vom DLV für die kommende Saison in den B-Kader abgestuft worden. Das im Besonderen und die Situation im DLV im Allgemeinen kritisiert der Masters-Athlet auf seiner Internetseite und schreibt dies:
"14. Oktober 2008
Nun sind viele Tage vergangen. Viele Tage seit der Spitzensporttagung in Kienbaum. In diesen Tagen habe ich viele Gespräche geführt, Reaktionen gesammelt, Meinungen gehört und sowohl Athleten als auch Trainer getroffen. Und das Fazit bezüglich der beschlossenen Änderungen im DLV ist vernichtend. Viele hatten sich eine strukturelle und personelle Veränderung erhofft. Viele wünschten sich einen ähnlich konsequenten Personalwechsel wie in den USA und in England nach einem schlechten Abschneiden bei den Olympischen Spielen.
Doch es ist nichts passiert. Zumindest nichts sinnvolles oder athletenfreundliches. Und so haben sich viele enttäuschte Athleten an mich gewendet. Dies ist durchaus verständlich, denn die Angst und Abhängigkeit vom Verband war noch nie so erdrückend wie jetzt. Der Verband übt über die Athletenvereinbarung enormen Druck auf die Athleten aus. Diese Vereinbarung muss jeder Athlet unterzeichnen, sonst verliert man in einer Kettenreaktion jegliche Möglichkeit der Berufsausübung als Leichtathlet. Keine Unterschrift bedeutet keine Startmöglichkeit in der Nationalmannschaft, keine Einteilung in die Kader, keine Verbandsförderung und keine Unterstützung an den Leistungsstützpunkten innerhalb Deutschlands. Ausserden stehen auch viele Trainer in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Verband und nehmen so Abstand von jeglicher Kritik. Jeder bangt hier um seinen Beruf und fürchtet den Entzug der Einstufung als Landes- oder Bundestrainer. Denn dies wäre gleichbedeutend mit der Streichung der finanziellen Unterstützung. Und einhergehend mit dem Verlust der Zusammenarbeit mit den Topathleten. Also übt man sich in Stillschweigen.
Da ich in den langen Jahren meiner Karriere recht selbstständig und eigenverantwortlich gearbeitet habe, gab es nie eine wirkliche Abhängigkeit vom Verband. Gemeinsame Schnittstellen wurden ertragen und teilweise auch sinnvoll genutzt. Zum Beispiel die gemeinsame Pressearbeit bei nationalen und internationalen Grossereignissen oder meine Wahl zum Mannschaftssprecher. Mit all den Eindrücken und Erfahrungen habe ich die Änderungen nach den Weltmeisterschaften 2003 und den Olympischen Spielen 2004 innerhalb des Verbandes miterlebt. Gewissermassen habe ich mich die letzten 4 Jahre in die Rolle des Zuschauers gezwungen und öffentliche Kritik so gut es ging gemieden. Stattdessen gab es Gespräche und einen vermehrten Austausch zwischen dem Verband und mir.
Doch nach den neusten Entscheidungen und der letzten 12 Monate Verbandsführung ist die Rolle des stillen Beobachters einfach nicht mehr zu ertragen. Denn so geht die Leichtathletik Deutschlands in Rekordzeit zu Boden. Es muss einfach Bewegung in die Sache kommen. Aber was soll denn schon passieren, wenn sich die Spitze des Verbandes in Kienbaum fernab der leichtathletischen Realität trifft. Das erscheint eher als eine Zeitreise in die gute, alte Zeit der erfogreichen Leichtathletik. Und so schaut auch das Ergebnis aus:
Jürgen Mallow, Hauptverantwortlicher der Umstrukturierung der letzten 4 Jahre, bekommt nach dem schlechtesten Abschneiden einer Deutschen Mannschaft seit den ersten Olympischen Spielen 1896 direkt eine Beförderung vom Cheftrainer zum Sportdirektor. Und für den frischen Wind im Verband sorgen zwei „junge, wilde“, genannt Cheftrainer Track und Cheftrainer Field, die schon vor mir, quasi in der Antike der Leichtathketik, dem Verband treue Dienste geleistet haben. Und was soll plötzlich die moderne Sprachweise: Track und Field. Klingt schon fast nach Revolution. Vielleicht ist dies der Trick und führt zurück zum Erfolg. Ansonsten wohl eher ein Stilbruch, denn hier wäre eine klassisch, deutsche Namensgebung besser gewesen. Und dies sowohl inhaltlich als auch strukturell. Die Leichtathletik unterteilt sich in Lauf, Sprint, Sprung, Wurf und Mehrkampf. Das wäre doch schon ein Anfang für eine kluge Aufteilung der Führung. Aber was ist momentan noch klug und sachlich an der Führung der Spitze. Eventuell ja der Umgang mit den Athleten, denn der findet schlichtweg einfach nicht mehr statt.
Beispiel: Meine Kommunikation mit dem Sportdirektor Herr Mallow im gesamten Sommer 2008 begrenzt sich auf die folgenden zwei Sätze: „Tim, Du musst noch zur Einkleidung“ (anlässlich der DM in Nürnberg) und „Tim, Du musst dich noch von unserem Verbandsarzt untersuchen lassen“ (anlässlich der DLV Gala in Wattenscheid und einer bestehenden Verhärtung). Und nach meinem Wettkampf bei den Olympischen Spielen gab es weder ein Gespräch mit meinem Trainer oder mir, obwohl es gemeinsame Busfahrten zum Olympiastadion, einige Begegnungen im Dorf und einen gemeinsamen Rückflug nach Deutschland gab. Einen Redebedarf gab es anscheinend nicht. Diesen Bedarf scheint es bis zum heutigen Zeitpunkt nicht zu geben. Stattdessen hat die Post allen Athleten einen Brief des Verbandes zugestellt. Dieser Brief beinhaltet die Bekanntgabe der Kadernominierung und die schon frühzeitige Aufforderung zur rechtzeitigen Unterzeichnung der Athlenvereinbarung für das kommende Jahr.
Mein Brief gratuliert mir zur Aufnahme in den B-Kader. Eine Gratulation zur Abstufung aus dem Top-Kader in den B-Kader. Als Deutscher Hallenmeister (Teilnehmer der Hallen Weltmeisterschaften) und Deutscher Freiluftmeister (Olympiateilnehmer) des Jahres 2008 ist diese Abstufung seltsam. Vielleicht zählt der Gewinn einer Deutschen Meisterschaft nichts mehr, was bei den rückgängigen Zuschauerzahlen verständlich wäre. Oder ich bin zu alt. Das wäre ein Argument. Übrigens ein Argument, das nicht für die Arbeit als Cheftrainer oder Sportdirektor zählt. Da scheint weder Alter noch Leistung eine Rolle zu spielen. Für die Abstufung in den B-Kader gab es keine Erklärung, keinen Anruf oder individulles Schreiben. Leider auch keine Aufschlüsselung durch meinen Bundestrainer, trotz meiner Bemühungen ihn anzurufen und einer Nachricht auf seiner Mailbox. Nun wurde mir aber der wohl entscheidende Grund meines Top-Kader Rauswurfes zugetragen.
Und zwar liegt es an meinem Nicht-Erscheinen bei der sogenannten „Stillen Stunde“ am vorletzten Tag der Olympischen Spiele in Peking. Die „Stillen Stunde“ nennt sich die Mannschaftsbesprechung nach der jeweiligen Meisterschaft innerhalb der Leichtathletik. Der Name „Stillen Stunde“ wurde schon vor längerer Zeit auf Drängen der Athleten abgeschaftt, aber leider durch die Verantwortlichen erneut eingeführt. Nun hatte ich mich zu besagter Mannschaftsbesprechung nicht eingefunden, weil ich die Hockey-Nationalmannschaft in ihrem Endspiel der Olympischen Spiele unterstützen wollte. Meine Anwesenheit als Zuschauer erfolgte auf Einladung. Dies teilte ich per Kurzmitteilung Herrn Mallow mit und verwies sogar auf den sonst so erwünschten disziplinübergreifenden Mannschaftsgeist. Denn natürlich wollte ich unsere Mannschaft lautstark unterstützen. Zudem können wir Leichathleten auf Grund des Olympischen Zeitplanes nur selten andere Sportarten besuchen, so freute ich mich über die Einladung und einmalige Chance. Abgesehen davon verpasst kein Athlet in der „Stillen Stunde“ wirkliche Neuigkeiten. Und der Sieg im Endspiel der Hockey-Mannschaft zählt wohl mehr als meine Berufung in den Top-Kader. Also bleibt mir der Aufruf zur Revolution, denn dies habe ich gerade den jüngeren Athleten versprochen. Vielleicht verwirklichen wir uns ja den Traum einer Athleten-Gewerkschaft.
Und dann heisst es nicht nur „Wir sind das Volk“, sondern auch „Wir sind die Athleten“."
(gefunden auf www.timlobinger.de, 16.10.08)


Start: Bayerische Traditionsläufe in der kalten Jahreszeit

Winterlaufserien bieten auch in der wettkampfarmen Zeit Startmöglichkeiten für Ausdauersportler. Als älteste Veranstaltung dieser Art in Bayern gilt die Rieser Jedermannslaufserie, in diesem Jahr mit ihrer 33. Ausgabe. An verschiedenen Orten im Landkreis Donau-Ries gehen fünf Volksläufe über jeweils zehn Kilometer über die Bühne. Am meisten Zuspruch verzeichnet sicherlich erneut die Ismaninger Winterlaufserie, die zum 18.ten Male vor den Toren der Landeshauptstadt durchgeführt wird. Die drei Rennen über 13, 17 und 21 Kilometer entlang der Isar verbuchen teilweise vierstellige Teilnehmerzahlen. Auch München selbst kann mittlerweile mit einer Winterlaufserie aufwarten. Als Austragungsort der drei Wettkämpfe über 10, 15 und 20 Kilometer dient der Olympiapark.
Hier die traditionsreichen bayerischen Winterlaufserien im Überblick:
4. Waldlaufserie im Landkreis Augsburg (ab 19.10.): www.rcpfeil.info
33. Jedermannslaufserie im Landkreis Donau-Ries (ab 26.10.): www.lg-donau-ries.de
26. Winter-Crosslaufserie in Goldbach (ab 9.11.): www.wintercross.de
31. Winterlaufserie in Augsburg-Bergheim (ab 15.11.): www.tgva.de
3. Winterlaufserie in München-Olympiapark (ab 6.12.): www.laufwinter.de
18. Winterlaufserie in Ismaning (ab 14.12.): www.tsv-ismaning.de
(Quelle: blv-sport.de, 16.10.08)


Westdeutschlands Bergläufer starten in Hausen

"141 Sportlerinnen und Sportler aus 52 Vereinen, die den DLV-Landesverbänden Westfalen, Nordrhein und Rheinland angehören, haben für die Westdeutschen Meisterschaften im Berglauf, die am Samstag, 18. Oktober 2008, in Hausen/Wied bei Waldbreitbach ausgetragen werden, ihre Meldung abgegeben.
Die örtlichen Ausrichter vom VfL Waldbreitbach in der LG Rhein-Wied können mit diesem Meldeergebnis zufrieden sein, haben doch in den letzten drei Jahren bei diesen Meisterschaften stets weniger Bergläufer das Ziel erreicht. Die Berglaufmeisterschaften werden auf der neuen Malberglaufstrecke ausgetragen. 6 km mit +370 und -100 Höhenmetern sind zu bewältigen. Mit den Mastersläufern Torsten Schneider (*1972, LAZ Puma Troisdorf/Siegburg) und Birgit Lennartz (*1965, LLG St. Augustin), stehen auch die Sieger des Malberglaufes diesen Jahres auf der Starterliste.
Es ist davon auszugehen, dass..." (Hier geht's weiter auf der Internetseite des LV Rheinland)
(16.10.08)


Saisonabschluss an der Jagst: DJK Ellwangen lässt Saison mit Läuferabend ausklingen

Kurzfristig haben sich die Leichtathleten der DJK Ellwangen-SG Virngrund entschlossen, ihre Saison am kommenden Donnerstag (16.10.) ab 18 Uhr mit einem Läufer-Wettbewerb abzuschließen. Gestartet wird im Waldstadion in Ellwangen (Jagst) auch in den Altersklassen der Frauen, Männer sowie Seniorinnen und Senioren über alle Strecken von 400 bis 5000 Meter. Die Läufe werden dabei nach Strecken aufsteigend gestartet. Anmeldungen sind zu richten an: Josef-Knecht, Karl-Stirner-Str. 41, 73479 Ellwangen, Tel.: 07961/4607. Letzte Meldungen können noch am Wettkampftag entgegen genommen werden.(15.10.08)


"Unglaublich" - Fürst Albert adelt Wolfgang Ritte

Wolfgang Ritte, Stabhochspringer des Weseler TV, ist der beste Senior der Welt im Jahr 2008. Er wird am 23. November bei der „World Athletics Gala“ in Monaco ausgezeichnet. „Das ist unglaublich“, sagt der Moerser. „Unglaublich“. Wolfgang Ritte sagt dieses Wort direkt zu Beginn des Gesprächs. Und dann wieder und wieder. Der Stabhochspringer aus Moers, der seit 2007 für den Weseler TV startet, kann immer noch nicht fassen, was er seit einigen Tagen schwarz auf weiß vorliegen hat. Der 55-Jährige wird am Sonntag, 23. November, im Fürstentum Monaco bei der „World Athletics Gala“ der International Athletic Foundation (IAF) als Welt-Senioren-Leichtathlet des Jahres geehrt.
„Diese Auszeichnung ist für mich mehr wert als alle Meisterschaften, die ich gewonnen habe, und alle Weltrekorde, die ich aufgestellt habe“, sagt Wolfgang Ritte. Derzeit wird bei ihm zu Hause die Kleiderfrage heftig diskutiert. Wolfgang Ritte ist noch der Meinung, dass er im schwarzen Anzug bei seinem großen Auftritt vor Hunderten von geladenen Gästen im Fürstentum eine gute Figur machen wird. Seine Frau Ute, ebenfalls eine überaus erfolgreiche Senioren-Stabhochsspringerin und auch zur Gala geladen, drängt aber darauf, dass ihr Mann im Smoking auf die große Sportbühne geht.
Schließlich wird dem WTV-Athleten die Auszeichnung von keinem Geringeren als Fürst Albert von Monaco überreicht, der Präsident der IAF ist. Gut möglich, dass auch Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka als Vize-Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes dem Moerser zu seinem Erfolg gratulieren wird. Beim obligatorischen Gruppenbild der Preisträger wird Wolfgang Ritte dann mit den Welt-Leichtathleten des Jahres vor die Fotografenschar treten. Favorit auf die Wahl bei den Männer ist Usain Bolt aus Jamaika, der bei den Olympischen Spielen in Peking in neue Dimensionen sprintete. „Unglaublich. Ich kann es noch nicht fassen, dass ich mit diesen Größen auf einer Bühne stehen werde“, meint Ritte, der jetzt gespannt ist, „was mich in Monaco noch alles erwartet“. Flug und Unterkunft hat der Verband für ihn bereits gebucht.
Der Stabhochspringer wurde vom Weltverband der Senioren-Leichtathletik zum besten Sportler des Jahres 2008 ernannt. Drei Voraussetzungen musste er erfüllen, um überhaupt zur Wahl vorgeschlagen zu werden. Erstens: Ritte war 2007 Senioren-Leichtathlet des Jahres in Deutschland. Zweitens: Er wurde in diesem Jahr Weltmeister, da er bei der Hallen-WM in Clermont-Ferrand (Frankreich) den Titel gewann. Drittens: Er musste in dieser Saison einen Weltrekord aufgestellt haben. Das gelang dem Moerser gleich mehrfach. Er steigerte die Bestmarke in der Altersklasse M 55 insgesamt sieben Mal – über 4,27 Meter hinauf auf 4,60 Meter. „Ich habe mich im Winter sehr gut auf die Saison vorbereitet“, sagt Ritte, der täglich trainiert. Jetzt gibt’s „unglaublichen“ Lohn dafür. Den Wechsel zum Weseler TV hat Wolfgang Ritte nie bereut. Er ist begeistert von den Bedingungen bei dem Club, dessen Trikot er seit zwei Jahren trägt. „Die Halle ist traumhaft und die Anlagen im Stadion exzellent. Und es gibt beim WTV ein Super-Team um Leichtathletik-Abteilungsleiter Manfred Frach“, lobt Ritte.
(von Joachim Schwenk in rp-online, 15.10.08)


Prokop: ISTAF von TV-Präsenz abhängig

Die Zukunft des Internationalen Stadionfestes der Leichtathleten (ISTAF) in Berlin ist allein von der Fernseh-Präsenz abhängig. Das erklärte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Es ist leider so, aber wir befinden uns in sehr starker Abhängigkeit vom Fernsehen», sagte Prokop. Er versicherte: «Natürlich versuchen wir alles, um das ISTAF zu retten.»
Das ISTAF ist das älteste deutsche Leichtathletik-Sportfest. Zugleich drückte Prokop mit drastischen Worten sein Unverständnis über Sport-Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. «Es ist ein Skandal, dass die ARD-Sportschau am Samstag nur Fußball zeigt. Ich erwarte einfach, dass der Sport nicht als Einbahnstraße begriffen wird», äußerte der DLV-Chef. In der Vorwoche hatte ISTAF-Chef Gerhard Janetzky auf die Gefahren für das größte deutsche Leichtathletik-Meeting hingewiesen. 2009 würden alle Verträge auslaufen, auch der mit dem Hauptsponsor. Für Golden-League-Meetings würden vom Internationalen Leichtathletik- Verband IAAF künftig zwingend TV-Übertragungen gefordert. Eine Entscheidung über die Zukunft des ISTAF wird Anfang 2009 erwartet.
(aus Süddeutsche, 14.10.08)
Ein weiteres Gespräch mit dem DLV-Präsidenten findet sich hier


Stuttgart ist nicht überall: Wowereit lehnt Stadionumbau ab und bekennt sich zur Leichtathletik

"Politik ist die Kunst des Möglichen", philosophierte vor vielen Jahren Otto von Bismarck. Und hätte der erste Reichskanzler des Deutschen Reiches ahnen können, welche Debatte schon Pläne für eine Machbarkeitsstudie eines neuen Stadions in Berlin auslösen können, dann hätte er wohl ergänzt: "Und Fußball auch." Am letzten Mittwoch hat sich nun erstmals der Regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zu dem Gedankenspiel geäußert, das die Verantwortlichen des Berliner Fußballclubs Hertha BSC derzeit umtreibt. "Wenn Hertha genügend Geld hat, weil sie sportlich so erfolgreich sind, können sie sich gern ein eigenes Stadion bauen. Staatliches Geld wird es dafür aber nicht geben", sagte der Politiker bei einer Podiumsdiskussion vor Mitgliedern des Wirtschaftsklubs VBKI. Auch einen Umbau des Olympiastadions zu einem reinen Fußballstadion werde es nicht geben: "Wir bekennen uns zur Leichtathletik und werden, obwohl wir Hertha lieben, die schöne blaue Laufbahn nicht rausreißen."
Überrascht ist man bei dem Bundesligisten angesichts solcher Äußerungen nicht. Es sei klar, dass sich der Regierende Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt so äußere, sagte Manager Dieter Hoeneß. Es gebe aus der Politik "aber auch andere Stimmen". Und die kommen aus Brandenburg: "Dort würde man uns mit offenen Armen empfangen." Offenbar erwägt der Verein, der in den kommenden Monaten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben möchte, auch einen Standort vor den Toren Berlins. Doch mehr als eine Drohkulisse ist das wohl kaum, schließlich ist die bessere Erreichbarkeit eines der zentralen Argumente für einen Stadionneubau. Und so betont Hoeneß, dass man nach Abschluss der Machbarkeitsstudie sehr wohl das Gespräch mit Senat und Regierendem Bürgermeister suchen werde, "dann haben wir schließlich eine Entscheidungsgrundlage". Denn auch wenn der Verein mithilfe eines Investors ein solch großes Projekt tragen und die Baukosten allein finanzieren könnte, können je nach Standort Investitionen für die umliegende Infrastruktur fällig werden. Nicht umsonst lobt Hoeneß bei diesem Thema unermüdlich die "sehr guten Beziehungen" zum Senat...
(Von Christian Putsch in Berliner Morgenpost, 14.10.08)


Prokop in der Süddeutschen: «Es besteht keine Chancengleichheit»

Für Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sind die von der Welt-Anti-Doping- Agentur WADA aufgedeckten Mängel bei den Doping-Kontrollen bei den Olympischen Spielen in Peking keine Überraschung. «Wenn man weiß, dass nicht einmal 30 Länder nationale Anti-Doping-Agenturen haben und in vielen Verbänden gar keine Trainingskontrollen stattfinden, dann weiß man: Es besteht keine Chancengleichheit», erklärte Prokop in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die WADA hatte aufgedeckt, dass von 300 Tests immer noch die Ergebnisse fehlten und 102 von 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die Meldeangaben für ihre Olympia-Teilnehmer vor Peking nicht angegeben hatten.
«Das Mittel CERA..."weiter auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung
(14.10.08)


Ehrung: Ein Marathonlauf zum Fernsehpreis
Der Potsdamer Dirk Thiele und der Bayer Sigi Heinrich sorgen für die „Beste Sportsendung“

Normalerweise lassen sie andere jubeln und beschreiben deren Glücksmomente von der Kommentatorentribüne aus. Bei den Olympischen Spielen im August in Peking waren das zum Beispiel der Supersprinter Usain Bolt aus Jamaika oder der äthiopische Langstreckler Kenenisa Bekele. Am Sonnabend in Köln bei der Verleihung des „Deutschen Fernsehpreises“ durften Dirk Thiele und Sigi Heinrich selbst ausgelassen jubeln, als sie in der Kategorie „Beste Sportsendung“ auf die Bühne gerufen wurden. „In dem Moment fehlten auch mir fast die Worte. Ich hörte nur Eurosport, alles andere ging im Glücksrausch unter“, beschrieb Thiele jenen Moment. „Vorher war wirklich nichts durchgesickert. Ich war wie Sigi überwältigt.“
Die querschnittsgelähmte Schwimmerin und Paralympicssiegerin Kirsten Bruhn gab das Votum bekannt, bei dem sich die Eurosportkommentatoren gegen Katrin Müller-Hohenstein und Johannes B. Kerner vom ZDF, Tom Bartels von der ARD, Kai Dittmann von Premiere/Sat1 und Florian König, Tobias Drews sowie Kai Ebel von RTL durchsetzten. Obwohl Thiele/Heinrich – im Gegensatz zur „sportlichen Konkurrenz“ der Kerner und Co. – kaum selbst im Bild zu sehen sind, überzeugten sie diesmal die Jury. „Wir haben hinterher bei der Feier viele Sympathiebekundungen erhalten, gerade auch von vielen Schauspielern“, staunte Thiele, der mit seinem Kompagnon damit in Sachen Fernsehpreis Ausdauerqualitäten wie beim Marathonlauf bewies. Denn 2001 war das Duo schon einmal für den „Deutschen Fernsehpreis“ nominiert.
Seit 15 Jahren begeistern der Potsdamer und der Bayer die Leichtathletik-Zuschauer bei Eurosport. Wenngleich die Meinungen über ihre Kommentare mitunter auseinandergehen, beide verstehen es vor allem, mit wortwitzigem Schlagabtausch zu unterhalten und die Fans stundenlang an den Bildschirm zu bannen. Gerade während der Leichtathletik-Übertragungen aus Peking kam dem 65-jährigen Thiele und dem 56-jährigen Heinrich diese Stärke zugute. Denn auch bei den sogenannten Vor- und Qualifikationsrunden galt es, die Zuschauer sachkundig zu informieren. Neben jahrelanger Kenntnis der Szene kam ihnen bei ihren Hintergrundinformationen zu Hilfe, dass sie die Athleten seit Saisonbeginn auf ihrem Weg nach Peking bei den Meetings begleitet haben.
„Das Echo auf unsere Olympia-Berichterstattung war sicher auch deshalb so positiv, weil wir nicht vordergründig über Doping oder Menschenrechtsverletzungen debattiert haben, sondern der Sport im Mittelpunkt stand“, konnte sich Thiele einen verbalen Seitenhieb in Richtung öffentlich-rechtliche Sender nicht verkneifen. Einziger Wermutstropfen im Freudenbecher war für ihn, dass Ehefrau Karin nach einem Treppensturz daheim in Potsdam das Bett hüten musste und ihren Mann nicht zur Preisverleihung begleiten konnte. „Aber ich habe sie hinterher sofort angerufen“, so Thiele, für den auch im Rentenalter noch nicht Schluss ist. „Der Fernsehpreis ist ja eine Motivation zum Weitermachen“, so der Havelstädter, der bereits am heutigen Montag wieder zu den Skispringern nach Liberec reist – allerdings ohne Heinrich.
(Von Peter Stein in Märkische Allgemeine, 14.10.08)
Mehr zum Fernsehpreis


Doping: Ehemaliger Chefarzt weiter im Visier der Ermittler

Während in Spanien ein zweites Mal das Ermittlungsverfahren gegen den des Doping verdächtigen Arzt Eufemiano Fuentes eingestellt ist, ermittelt die Göttinger Staatsanwaltschaft weiter gegen den ehemaligen Thüringer Chefarzt Markus Choina. Wie Behördensprecher Andreas Buick zu Radio Thüringen sagte, haben die Ermittler zwei Rechtshilfeersuchen in Spanien gestellt und warten nun geduldig auf Antwort und Ergebnis.
Die Ermittler werden dem jetzt im Harz lebenden Arzt vor, für das Dopingnetzwerk des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes Präparate geliefert zu haben. Das Netzwerk hatte bis zum Jahr 2006 zahlreiche Sportler, darunter vor allem Rad-Profis mit Dopingmitteln versorgt. In der vergangenen Woche hatte die spanische Justiz ihre Ermittlungen gegen Fuentes eingestellt. Begründet wurde das mit der schlichten, aber auch mutigen Feststellung, dass die verabreichten Mittel für die Gesundheit der Profis unbedenklich gewesen seien. Göttingens StA-Sprecher Buick sagte, das deutsche und das spanische Recht würden sich unterscheiden. Insofern hätte die Einstellung der Ermittlungen keine automatischen Folgen für das deutsche Verfahren. In Deutschland wird jedenfalls auch wegen Betruges und Beihilfe dazu ermittelt.
(14.10.08)


IAAF-Masters of the Year 2008: Wolfgang Ritte (Wesel) und Christine Müller (SUI)

Große Freude im Lager der deutschen Seniorenleichtathleten. Nach Guido Müller vor vier Jahren und Melitta Czerwenka-Nagel vor einem Jahr hat die WMA jetzt einen weiteren deutschen Seniorenleichtathleten zum IAAF-Masters of The Year nominiert. Stabhochspringer Wolfgang Ritte (*1953, Weseler TV), der in diesem Jahr bei der Hallen-WM in Clermont-Ferrand und später im EM-Regen von Ljubljana souverän die Titel gewann und außerdem in der Saison die Hallen- und Freiluftrekorde seiner Spezialdisziplin gleich mehrfach verbesserte, empfängt die einmalige Auszeichnung am 23. November bei der IAAF-Gala in Monte Carlo aus der Hand keines Geringeren als Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka (UKR). Der seit der EM mit einer Achillessehnenverletzung laborierende Weltrekordler zeigte sich am Montag überglücklich: "Es gibt doch so viele Super-Oldies, die gleich mehrere internationale Titel erringen und Rekorde aufstellen konnten. Und nun hat man mich ausgewählt? Da hat man mich im letzten Jahr zum Deutschen Seniorenleichtathleten gewählt. Das hat mich schon fast umgehauen. Und nun so etwas! Ich springe fast seit 50 Jahren Stabhoch, aber so eine Ehre ist mir bisher noch nicht einmal ansatzweise widerfahren. Ich freue mich riesig und kann es immer noch nicht glauben."

Bei den Frauen setzte sich mit ihrer makellosen Bilanz die Schweizer Hürdenläuferin und Mehrkämpferin Christine Müller (*1958, LCZ Zürich) durch. Auch sie siegte -damals noch in der Altersklasse W45- in einem technisch fehlerlosen, einzigartigen Hürdensprint in Clermont-Ferrand, stellte dann bei ihren drei EM-Erfolgen in Ljubljana neue W50-Weltbestleistungen auf und verbesserte noch am 20./21. September einen W50-Siebenkampf-Europarekord, wo sie nur wegen Kälte und Wind nicht ganz eine neue W50-Weltbestleistung ihrer Altersklasse erreichte. Bis heute findet kein Hürdensprintfinale der (offenen !) Schweizer Meisterschaften ohne sie statt. Christine Müller erhält ebenfalls auf der IAAF-Gala ihre einzigartige Masters-Ehrung aus der Hand von IAAF-Präsident Lamine Diack.
Keine Randnotiz: Sowohl Christine Müller als auch Wolfgang Ritte haben die Vaterstettener-Antidoping-Verpflichtung unterzeichnet. Der Ppräsident des europäischen Seniorenleichtathletikverbandes EVAA Dieter Massin gratulierte den beiden Ausgezeichneten am Montag: "Ihr habt eine höchst erfolgreiche Saison hinter Euch, habt bei den Hallen- wie auch Stadionmeisterschaften mit Euren Siegen und den Rekorden eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass Ihr mit Abstand zu den Weltbesten gehört. Zudem hat Euer Bekenntnis zum sauberen und fairen Sport mit der Unterzeichnung der "Vaterstettener Erklärung" eine große Bedeutung für unseren Seniorensport schlechthin. Hierfür danke ich euch ganz besonders. Ihr seid würdige Nachfolger der bisherigen Weltbesten aus Europa, wie Guido Müller, Rietje Dijkman und Melitta Czerwenka-Nagel!"
Auch Masters-sport.de zieht den Hut vor beiden Geehrten und sagt: Herzlichen Glückwunsch!
(Fotos: privat, 13.10.08)


Süddeutsche Zeitung berichtet:
Schwere Verstöße bei Doping-Proben in Peking - 300 Proben fehlen, 140 Resultate geschönt

Während der Olympischen Spiele in Peking gab es zahlreiche Ungereimtheiten bei der Durchführung von Dopingkontrollen und Analysen. Der Bericht einer zwölfköpfigen Beobachtergruppe, die von der Engländerin Sarah Lewis geleitet wurde, der Generalsekretärin des Welt-Skiverbandes (Fis), weist dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) etliche Versäumnisse nach. So sind zwischen dem 27. Juli und 24. August, der Phase, in der das IOC die Hoheit über die Dopingkontrollen hatte, 102 Nationale Olympiakomitees (NOK) ihrer Meldepflicht nicht nachgekommen. Sie haben keine oder nur unzureichende Angaben über die Aufenthaltsorte ihrer Athleten gemacht. Die Hälfte der 205 NOKs hat also eklatant gegen die Antidoping-Richtlinien verstoßen.
Die Beobachter mahnten die fehlenden Informationen schon vor Beginn der Spiele an, erhielten aber nur von acht NOKs Rückmeldungen. Im Bericht, der dem IOC am 19. September zugestellt wurde, heißt es: "Während der Olympischen Spiele hat das IOC nichts gegen jene NOKs unternommen, die diese Informationen nicht lieferten." IOC-Medizindirektor Patrick Schamasch habe die Kontrolleure um Sarah Lewis lediglich beschwichtigt und erklärt, den NOKs werde "nach den Spielen" schriftlich mitgeteilt, dass sie gegen die Richtlinien verstoßen haben. Während der Spiele aber, und darauf kommt es an, blieben die Vergehen ungeahndet. Überaus merkwürdig ist auch die Feststellung der Beobachter, dass sie keinerlei Befugnisse zur Überprüfung des olympischen Dopingkontrolllabors hatten. Verantwortliche der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und des IOC hatten dies in Peking ganz anders dargestellt. Sie vermittelten den Eindruck, die Beobachter würden sämtliche Dopingkontrollmaßnahmen überprüfen, also auch die Labortätigkeit.
Die Beobachter halten überraschend fest: "Die Überprüfung des Labors gehörte nicht zu unseren Aufgaben. Der Grund dafür liegt in der Unabhängigkeit des Labors gegenüber den Besitzern der Olympischen Spiele, dem IOC und dem Organisationskomitee Bocog." Diese Argumentation ist schwer nachzuvollziehen. Die Beobachter um Lewis erklären, da im Labor Mitarbeiter 17 anderer akkreditierter Labors beschäftigt waren und Mitglieder der IOC-Medizinkommission ständigen Zutritt hatten, sei eine gewisse Überprüfung gewährleistet gewesen. Bei etlichen Meetings der IOC-Medizinkommission mit den Dopinganalytikern war die Beobachtergruppe nicht zugelassen, was beanstandet wird. Die Observer stellen auch den olympischen Sportverbänden kein überzeugendes Zeugnis aus. So haben nur vier von insgesamt 28 Weltverbänden vorolympische Bluttests und damit ein Blut-Screening durchgeführt: Leichtathletik, Rudern, Radsport und Moderner Fünfkampf. Dies hätte zu Zielkontrollen während der Spiele führen können, doch nur der kleinste dieser Verbände, die Fünfkampf-Föderation, nutzte die Ergebnisse des Screenings auch in Peking.
Im 50 Seiten umfassenden Prüfbericht wird das Resultatsmanagement des olympischen Analyselabors und des IOC kritisiert. Aufgrund offensichtlicher Datenpannen seien den Observern die Ergebnisse von 300 der insgesamt 4770 analysierten Dopingproben nicht übermittelt worden. Der Bericht wurde am 19. September abgeschlossen - zu diesem Zeitpunkt waren noch immer nicht alle Testergebnisse vom Labor gemeldet worden: "Es sind zu viele Berichte ausgeblieben." Außerdem kritisieren die Beobachter, dass das Pekinger Labor rund 140 auffällige Proben als "unauffällig" deklarierte. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die internationalen Richtlinien für Dopingtests. Es handelt sich dabei um 100 Proben, bei denen der Quotient von Testosteron und Epitestosteron höher als vier gewesen ist, was auf eine Manipulation hinweist. In 40 anderen Fällen ging es, obgleich die Tests negativ ausfielen, um eine verdächtig hohe Konzentration anderer Substanzen, die eine Nachprüfung oder Zielkontrollen gerechtfertigt hätten. Geschehen ist auch hier nichts. IOC-Medizinchef Schamasch hat den Observern lediglich versprochen, die betreffenden Weltverbände über die Werte zu informieren.
Mit Unverständnis nahmen die Beobachter auch zur Kenntnis, dass der im Kölner Labor entwickelte Insulintest nicht durchgeführt wurde. Offenbar hatten die Fachleute damit gerechnet, zumal der Antrag auf Zulassung dieses Testes seit Monaten vorlag. Doch WADA und IOC setzten das Verfahren nicht ein - mit der wundersamen Begründung, der Test sei wissenschaftlich nicht valide. Insofern muss es verwundern, dass IOC-Vizepräsident Thomas Bach an diesem Wochenende behauptet, das "neue, validierte Verfahren" zum Insulinnachweis werde nun bei der Nach-Analyse der olympischen Blutproben in Lausanne angewandt. Die Wahrheit ist: Das Verfahren liegt seit dem Frühjahr vor, entwickelt sogar in Köln. Man hätte es in Peking einsetzen können.
(von Jens Weinreich in Süddeutsche Zeitung, 13.10.08)
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10. Gutenberg Marathon in Mainz schließt Meldeliste
Meldungen für Deutsche Marathonmeisterschaft noch möglich

Nach nicht einmal 14 Tagen ist die Anmeldeliste für den Mainz-Marathon 2009 schon geschlossen. Dies teilt der Veranstalter auf der Internetseite des kommunalen Großereignisses mit, in dessen Rahmen auch 2009 die deutschen Marathonmeisterschaften stattfinden.
Der Gutenberg Marathon Mainz, ein echter und damit stimmungsvoller „Stadt“- Marathon, hat sich längst zu einer sehr guten Sportveranstaltung entwickelt. Die jetzige Nachfrage für den 10. Mainzer Marathon am 10. Mai nächsten Jahres übertrifft daher folgerichtig alle seine Vorgänger. Für die Deutsche Marathonmeisterschaft (und den neu geschaffenen Staffelmarathon) werden trotz Schließung der Online-Meldelisten weiter und noch bis zum 14. April 2009 Online-Anmeldungen entgegen genommen.
(12.10.08)

Infos unter www.marathon.mainz.de

Masters nach vorn: DLV-Team für 100-Kilometer-World-Cup und EM

Nach der Nominierung des Aufgebots für die 24-Stunden-World Challenge am 18. Oktober in Seoul (Südkorea) vor zwei Wochen hat der Vorsitzende des Bundesfachausschusses Laufen, Harald Rösch, nun auch die Zusammensetzung der DLV-Nationalmannschaft für die Teilnahme am 100-Kilometer-World Cup bestimmt, der am 8. November ca. 80 Kilometer nördlich von Rom ausgetragen wird. Mit insgesamt 15 Athletinnen und Athleten wird in Tarquinia (Italien( das bislang zahlenmäßig größte DLV-100-Kilometer-Nationalteam unter der Mannschaftsführung von DLV-Ultramarathonberater Volkmar Mühl an den Start gehen. Mit zwei Ausnahmen starten dabei nur Mastersläufer, darunter mit Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid) und Karlheinz Wild (*1956, TLV Rangsdorf) auch zwei Topläufer, die bereits zur Altersklasse M/W 50 gehören.
Vor zwei Jahren beschloss die IAU (International Association of Ultrarunners) eine Regelung, wonach die beiden internationalen Meisterschaften im 100-Kilometer-Lauf, Weltcup und Europameisterschaft, in einer Veranstaltung durchgeführt werden, sofern der Weltcup in Europa ausgetragen wird. Nachdem dies im vergangenen Jahr im niederländischen Winschoten erfolgreich praktiziert wurde, finden auch in diesem Jahr beide Wettbewerbe im Rahmen einer Veranstaltung statt. Anders als in Winschoten wird der Wettkampf in Italien nicht auf einem klassischen mehrfach zu durchlaufenden Rundkurs ausgetragen. Stattdessen handelt es sich um eine Punkt-zu-Punkt-Strecke mit Start in Tuscania und Ziel in Tarquinia, erst nach 37 Kilometern begeben sich die Läufer/innen auf eine viermal zu durchlaufende 14-Kilometer-Runde, bevor ein separates Schlussstück von 7 Kilometern in Angriff zu nehmen ist.
Aufgrund der außergewöhnlich hohen Leistungsdichte im 100-Kilometer-Frauenkader macht der DLV erstmals von der Möglichkeit Gebrauch, neben den maximal sechs Athleten/innen in den Mannschaften zusätzlich bis zu drei Einzelstartern/innen einzusetzen. „Wir haben in den letzten Jahren sowohl bei den Männern als auch den Frauen in den Teamwertungen oftmals Platzierungen in den Medaillenrängen erzielt. Mit einer Frauenmannschaft in Bestbesetzung sowie einem leistungsmäßig voraussichtlich recht ausgeglichenen Männerteam bin ich zuversichtlich, dass wir uns mit guten Leistungen auch diesmal wieder im vorderen Bereich werden platzieren können“, sagt DLV-Teamleiter Volkmar Mühl. „Ob wir die Erfolge des vergangenen Jahres mit dem Erringen von einer Silber- und zwei Bronzemedaillen wiederholen können, hängt allerdings nicht zuletzt maßgeblich vom Auftreten der starken internationalen Konkurrenz vor allem aus Japan, Frankreich, Russland und Italien mit herausragenden Einzelathleten/innen ab“, gibt er zu bedenken. Das DLV-Aufgebot:

Frauen
Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid)
Dorothea Frey (*1973, EK Schwaikheim)
Martina Groß (*1960, MTV Kronberg)
Branka Hajek (*1984, LAZ Salamander Ludwigsburg)
Tanja Hooß (*1967, LTF Marpingen)
Birgit Schönherr-Hölscher (*1968, PV Triathlon Witten)

Einzelstarterinnen
Barbara Mallmann (*1971, LG Ahlen)
Antje Schuhaj (*1968, TV Jahn Kempten)
Simone Stöppler (*1964, SSC Hanau-Rodenbach)

MÄNNER
Helmut Dehaut (*1961, VT Zweibrücken)
Jörg Hooß (*1964, LTF Marpingen)
Rainer Koch (*1980, LG Würzburg)
Thomas König (*1965, SuL Lößnitz)
Michael Sommer (*1964, EK Schwaikheim)
Karlheinz Wild (*1956, TLV Rangsdorf)
( Quelle leichtathletik.de, 12.10.08)


Wiener Schmäh beim LCC Wien:
Dopingtäterin Susanne Pumper Mitorganisatorin des Herbst-Marathon
Dopingaufklärer Wilhelm Lilge rausgeworfen

Eine bemerkenswerte Wendung nimmt die Dopingauseinandersetzung in Wien. Leichtathletin Susanne Pumper (*1970, LCC Wien) scheint beim Chef ihres Vereins LCC Wien trotz eines anhängigen Dopingverfahrens weiter gut angeschrieben zu sein. Die 38-Jährige darf nämlich den vereinseigenen Herbstmarathon am österreichschen Nationalfeiertag 26. Oktober mitorganisieren. Aber LCC-Sportkoordinator Wilhelm Lilge, auf dessen Initiative hin Pumper im März beim LCC-Halbmarathon im Wiener Prater getestet worden war, wurde Ende September von LCC-Präsident Peter Pfannl gekündigt. "Eigentlich unglaublich, bei uns ist das ungefähr so, als ob man den anständigen Polizisten und nicht den Bankräuber fasst", konstatierte Lilge.
Lilge befürwortet einen strikten Anti-Doping-Kurs und wollte mit Pumper, die in den nächsten Wochen ein Urteil im Disziplinarverfahren der NADA Austria erwartet, nicht zusammenarbeiten. "Ich habe bei Pfannl unmissverständlich deponiert, dass ich für doppelte Spielchen nicht zu haben bin und er sich entscheiden muss, wie er grundsätzlich zu Doping steht", sagte Lilge am Mittwoch. Pfannl selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der sportliche Leiter wurde von Pfannl laut eigenen Angaben per 30. September gekündigt. "Offiziell aus Einsparungsgründen", so Lilge, dessen ebenfalls beim Verein teilzeitbeschäftigte Ehefrau Carina Lilge-Leutner (ehemalige ÖLV-Marathonrekordhalterin und dutzendfache Staatsmeisterin) ebenfalls die Kündigung erhielt. Persönlich vorwerfen wolle er dem Clubchef jedoch nichts, dieser lasse sich vielmehr von den falschen Leuten beraten. "Er hat so viel in die Leichtathletik investiert wie kein anderer, großteils unbedankt", sagte der mit Jahresende scheidende Sportkoordinator.
Die als Doperin entlarvte Susanne Pumper soll nach Angaben des Österreichischen Rundfunks ORF von ihrem Vereinspräsidenten mit der Organisation des Wiener Marathons beauftragt worden sein; darunter fällt auch die Sponsorensuche. Die Niederösterreicherin darf wegen positiver Dopingtests keine Wettkämpfe bestreiten, sie werde nun stattdessen von den Sponsorengeldern profitieren, mutmaßte Lilge.
Die Einbeziehung einer wegen Dopingverdachts suspendierten Läuferin rückt den Wiener Traditionsverein, dem auch 800-m-Aushängeschild Stephanie Graf angehörte, nach dem Fall der wegen EPO-Dopings für zwei Jahre gesperrten Jolanda Ceplak (SLO) ein weiteres Mal in ein schiefes Licht. Neben Pumper und Ceplak sind laut Lilge auch Helena Javornik (SLO), wie Pumper im März im Prater positiv getestet, und Lisa Hütthaler "auf dem Papier" weiterhin LCC-Mitglieder. Triathletin Hütthaler sieht wie Pumper wegen mutmaßlichen EPO-Dopings einer drohenden Sanktion durch die NADA entgegen. Die gebürtige Deutsche Bettina Müller-Weissina, die eine Dopingsperre abgesessen hat, geht ebenfalls für den LCC an den Start.
Auch Werbepartner und andere Veranstalter scheinen bisher keinen Anstoß daran zu nehmen, dass eine in ein Dopingverfahren verwickelte Spitzenleichtathletin weiter an vorderster Front in Erscheinung tritt. Schon Anfang September hatte Pumper einen Volkslauf im Schlosspark Schönbrunn mitorganisiert und ihre Teilnahme ankündigen lassen. Daraufhin sah sich der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) genötigt, seine Athleten wegen drohender Konsequenzen vor einem Start zu warnen. Von einigen Hobbyläufern habe er hinsichtlich des Engagements von Pumper negative Rückmeldungen erhalten, Spitzenathleten würden einen Vereinswechsel in Erwägung ziehen, so Lilge. Er selbst möchte sein sportwissenschaftliches Know-how zukünftig an Hobby- und Leistungssportler weitergeben. "Es gibt mehrere Optionen, mit einem ganz konkreten Projekt möchte ich die österreichische Leichtathletik wieder erfolgreicher machen, und das ohne Dopingklotz am Bein", betonte Lilge.
(Quelle orf.at, 12.10.08)

Mehr: Interview mit Wilhelm Lilge auf standard.at (aufgefrischt am 16.10.08)


Ö-NADA: Bisher Verzicht auf Bluttests

Österreichs Anti-Doping-Agentur führt bisher keine Blutkontrollen durch. Dies meldet die Wiener zeitung Kurier. Blutkontrollen sind das A und O im Kampf gegen Doping. Ohne Bluttest lassen sich das EPO-Derivat CERA, Wachstumshormone sogenannte hämoglobin-basierende Sauerstoffträger oder auch Eigen- und Fremdblutdoping nicht nachweisen.
Da erstaunt es doch, dass Österreichs Nationale Anti-Doping-Agentur NADA, die am 1. August ihre Arbeit aufnahm, auf solche Tests bisher gänzlich verzichtet. "Es war gesetzlich nicht hundertprozentig geklärt, zu welchem Zweck Dopingtests in Form von Blutkontrollen durchgeführt werden dürfen", begründete NADA-Geschäftsführer Andreas Schwabdas bisherige Ausbleiben der Tests. Das österreichische Anti-Doping-Gesetz aus dem Jahr 2007 führt allerdings die Möglichkeit von Harn und Blutproben an und hebt Blutdoping als besonders schwerwiegenden Verstoß hervor. Mehr...
(kurier.at, 12.10.08)


Noch mehr Ärger in Berlin: ISTAF-Pleite droht

Vor einem Ende für das traditionelle Berliner Leichtathletik-Sportfest Istaf nach 2009 hat dessen Chef Gerhard Janetzky gewarnt. "Die Veranstalter sehen durchaus diese Gefahr. Darauf habe ich nur rechtzeitig hingewiesen", sagte Janetzky der Nachrichtenagentur dpa und verwies darauf, dass die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sei. Das Meeting findet im kommenden Jahr am 14. Juni im Olympiastadion statt, zwei Monate vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften an gleicher Stelle. "Die WM wird ihren Weg machen", sagte Janetzky, bezweifelte aber mit Blick auf das schlechte Olympia-Abschneiden, dass anschließend ein Leichtathletik-Boom in Deutschland zu erwarten sei. "Das hat natürlich etwas mit der deutschen Leichtathletik zu tun. Es fehlen die deutschen Helden", betonte Janetzky, der Anfang des kommenden Jahres eine Entscheidung über die Zukunft des ISTAF erwartet. Er verwies darauf, dass 2009 alle Verträge für das Sportfest auslaufen, darunter auch der mit dem derzeitigen Hauptsponsor, einer Bank.
Wichtigster Punkt sei die Frage, ob das öffentlich-rechtliche Fernsehen übertrage und auch TV-Bilder von den übrigen Golden-League-Meetings in Europa in Deutschland zu sehen seien. Dies werde eine Forderung des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF sein. "Den tollen Sprung von Ariane Friedrich in Brüssel konnte man in Deutschland nicht sehen", sagte Janetzky mit Blick auf den prestigeträchtigen Sieg der Hochspringerin Anfang September.
Zudem müsse man auf die Zuschauerresonanz beim Istaf schauen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hatte sich am Mittwochabend überzeugt gezeigt, dass die WM 2009 "ein herausragendes Ereignis wird". Für eine gute Atmosphäre sei es notwendig, jeden Abend mindestens 50.000 Zuschauer im Olympiastadion zu haben. "Dafür brauchen wir aber auch eine Bewegung in der Stadt, damit die Leute kommen", sagte Wowereit weiter.
(aus Tagesspiegel, 11.10.08)


Ärger wegen "Grand 10" in Berlin - Nicht vom BLV genehmigt?

Es gibt Ärger in Berlin um den am Sonntag anstehenden "ASICS Grand 10 Berlin" - ein mit großem publizistischen Aufwand und großen Namen in Szene gesetztes Rennen über 10km. Mit wirtschaftlicher Kraft, so Berliner Leichtathletikmacher gegenüber masters-sport.de, wurde dieser Lauf von einen kommerziellen Veranstalter unter Führung von Gerhard Janetzky, geschäftsführender Gesellschafter des Berliner Istaf, und dem kleinen LAC Olympia '88 Berlin ins Leben gerufen und auf den Tag des seit über einem Jahr bekannten und DLV-genehmigten 47. Volkslauf der LG Süd Berlin gestülpt. Der von der LG Süd Berlin organisierte Volkslauf ist Bestandteil des traditionsreichen Berlin-Cups.
Der Berliner Leichtathletikverband und der DLV sollen den "Grand 10"- Lauf vom BLV/DLV dem Vernehmen nach nicht genehmigt haben. Andererseits heißt es auf der Internetseite: "Die Asics Grand 10 Berlin wird nach den Bestimmungen (IWB) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und der IAAF unter Aufsicht des Berliner Leichtathletik Verbandes (BLV) durchgeführt. Veranstalter ist der LAC Olympia 88 e.V., der sich Partnern bei der Umsetzung bedient." Falls der Lauf nicht genehmigt ist, werden alle gelaufenen Leistungen keinen Eingang in die Bestenlisten finden.
In ihrer Sitzung am 26. September befassten sich die Volkslaufwarte der Berliner Vereine mit der Situation und waren sich einig, so Berlins Breitensportwart Karl-Heinz Flucke, dass "es nicht der Weg sein kann, wenn kommerzielle Veranstalter sich über Termine anderer Veranstalter hinweg setzen". Mit Sorge beobachten die Verantwortlichen in der Berliner Leichtathletik auch, dass die wirtschaftliche Kraft kommerzieller Veranstalter längst direkt auf die ehrenamtlichen Aktivitäten der Leichtathletikvereine durchschlägt. Inzwischen sind die Anmeldungen von Volksläufen in Berlin deutlich zurück - innerhalb von drei Jahren von 117 auf 95 Läufe zurückgegangen - immerhin rund 20%.
(10.10.08)


Antidoping: NADA-Code 2009 veröffentlicht

Die Nationale Anti Doping Agentur NADA hat den ab 1. Januar 2009 gültigen NADA-Code 2009 inklusive der Kommentierungen auf ihrer Internetseite www.nada-bonn.de zum Herunterladen bereitgestellt.
Die dazugehörende Umsetzung der darin enthaltenen Ziffer 11 "International Standards for Testing" resultierenden maßgeblichen Standard für Meldepflichten stehen ebenfalls zum Abruf zur Verfügung. Zu beachten ist, dass beide Regelwerke erst ab dem 1. Januar 2009 gelten. Bis dahin behält der derzeit aktuelle NADA-Code seine Gültigkeit. Alle Regelwerke finden sich hier.
(10.10.08)


Premiere: Grand 10 in Berlin mit Freigang, Baumann und Dreher

Dieter Baumann wird bei der Premiere der "ASICS Grand 10 Berlin" am kommenden Sonntag an den Start gehen. Der Olympiasieger beginnt das 10-km-Rennen dabei mit einer Gruppe von Breitensportlern bereits fünf Minuten vor dem Hauptfeld. Je nachdem wie engagiert Baumann laufen wird, könnte es für die Topathleten gar nicht so einfach sein, den 43-Jährigen einzuholen. Auch Stephan Freigang, der olympische Marathon-Bronzemedaillengewinner von Barcelona 1992, wird am Start sein. Der inzwischen 41-jährige Cottbuser rennt gemeinsam mit dem zweifachen Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski in der 2x5-km-Staffel, die parallel zum 10-km-Lauf gestartet wird. Das Rennen beginnt am Sonntag um 12.30 Uhr vor dem Schloß Charlottenburg, wo auch das Ziel ist.
„Gleich bei der Premiere vier deutsche Athleten am Start zu haben, die bei Olympischen Spielen Medaillen gewonnen haben, das ist beachtlich und macht uns stolz – besser kann es nicht losgehen“, erklärte BERLIN LAEUFT-Organisationschef Gerhard Janetzky. Neben Stephan Freigang und Dieter Baumann werden der einzige deutsche Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski (1976 und 1980) und der aktuelle Triathlon-Olympiasieger von Peking, Jan Frodeno (Tri Sport Saarhochwald), starten. Jan Frodeno bildet zusammen mit dem Triathlon-Weltmeister des vergangenen Jahres, Daniel Unger (Mengen/Hansgrohe Team), eine Staffel.
Ursprünglich wollte Waldemar Cierpinski gemeinsam mit seinem Sohn, Marathonläufer Falk Cierpinski, starten. Doch der 30-jährige Falk leidet nach seiner Steigerung auf 2:13:30 Stunden beim Berlin-Marathon an einer leichten Fußverletzung und muss daher auf den Lauf am Sonntag verzichten. Mit Stephan Freigang ist jedoch ein idealer Ersatzmann gefunden. Nur Cierpinski und Freigang haben in der Geschichte des olympischen Männer-Marathons Medaillen für Deutschland gewonnen. Jetzt laufen sie erstmals zusammen in einem Team. Seine Marathon-Bestzeit lief Stephan Freigang übrigens 1990 in Berlin mit 2:09:45 – damit war er in seiner Karriere zehn Sekunden schneller als der heute 58-jährige Waldemar Cierpinski, der beim Olympiasieg 1976 in Montreal 2:09:55 erreichte.
Jede Menge Erfahrung im Straßenlauf hat Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg). Die 37-Jährige Siegerin des Tokio-Marathons dieses Jahres hat eine 10-km-Bestzeit von flotten 32:24 Minuten und nutzt das Rennen in Berlin als Test für ihren Start beim Frankfurt Marathon am 26. Oktober.
Die Veranstalter von BERLIN LÄUFT erwarten bei der Premiere des neuen Hauptstadtlaufes über 6.000 Läuferinnen und Läufer. Deren Strecke führt unter anderem durch den Bezirk Tiergarten sowie die Kantstraße. Außerdem geht es ein Stück durch den Berliner Zoo. (Nach-)Meldungen sind bis Samstag, 11. Oktober möglich.
(Quelle: germanroadraces.de, 09.10.08)


Ozeanien: Traumziele für Leichtathletik-Senioren

Traumziele für deutsche Leichtathletikseniorinnen und -senioren finden sich auf der Ozeanien-Mastersseite im Internet. Im Juli 2010 finden die Ozeanien-Meisterschaften im Pater-Stadion bei Papete auf Tahiti statt (3. - 10. 07.2010), zwei Jahre darauf in Tauranga auf Neuseelands Nordinsel (5. - 12.02.2012). Teilnehmer aus Regionen außerhalb Ozeaniens dürfen auf Einladung an den Start gehen - so hieß es bei früheren Ozeanienmeisterschaften. Hier Kontaktadressen für E-Mailanfragen nach Tahiti und Neuseeland. Mehr... (09.10.08)


DLV-Offensive: Werbung für WM und Hoffnung auf EM

Deutschland kann sich nach der Ausrichtung der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin auch wieder Hoffnungen auf eine Europameisterschaft machen. Dies deutete Hansjörg Wirz, Präsident des europäischen Verbandes EAA, zum Abschluss einer Council-Sitzung in Berlin an. «Die Konstellation ist günstig. Wenn sich der DLV bewirbt, stehen die Chancen für 2012 nicht schlecht», sagte der Schweizer. «Der DLV wird sich auf jeden Fall um die nächste Europameisterschaft bewerben», erklärte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die Tatsache, dass schon fast 160 000 Eintrittskarten für die WM verkauft worden sind, ist ein klares Zeichen: In Deutschland gibt es einen riesigen Hunger auf Leichtathletik, und ich bin überzeugt davon, dass wir in naher Zukunft wieder eine Europameisterschaft in Deutschland erleben werden», betonte Wirz.
Deutschland war seit der EM-Premiere im Jahr 1934 erst zweimal Gastgeber: Sowohl die europäischen Titelkämpfe 1986 in Stuttgart als auch die Leichtathletik-EM 2002 in München wurden erfolgreich ausgerichtet. Die 20. EM findet vom 26. Juli bis 1. August 2010 in Barcelona statt. Die EAA will - eventuell schon von 2012 an - Europameisterschaften künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstalten. Der neue Terminkalender wurde zwar vom EAA-Kongress im April 2007 in Cannes beschlossen, der Start im Jahr 2012 hängt allerdings noch von den Verhandlungen über die Fernsehrechte ab. Laut Prokop würde sich der DLV aber auch um eine EM im Jahr 2014 bewerben.
In Washington betrieben die Berliner WM-Macher am «Tag der Deutschen Einheit» erfolgreich internationale Werbung in eigener Sache. «Beim Empfang des deutschen Botschafters waren viele wichtige Multiplikatoren aus Sport, Wirtschaft und Medien dabei», berichtete Prokop nach seiner Rückkehr aus der US-Hauptstadt. «Das war toll gemacht: Der Eingang der Botschaft war wie die blaue Laufbahn im Berliner Olympiastadion gestaltet.» Die WM-Organisatoren wollen insgesamt 500 000 Eintrittskarten verkaufen - rund 20 Prozent nach Aussage von Prokop an Leichtathletik-Fans im Ausland.
(aus Financial Times Deutschland, 08.10.08)


Aschaffenburg: Veronika Ulrich (W40) beendet Saison mit Halbmarathonsieg

Fest etabliert hat sich der Aschaffenburger Sparkassen Halbmarathon, der am vergangenen Sonntag zum 6. Mal stattfand. Unter knapp 700 Teilnehmer, von denen 684 das Ziel erreichten, lag von Anfang an der für den SSC Hanau Rodenbach laufende Thomas Seibert (*1979) vorn, dem -wenn auch mit etwas Abstand- nur der 18jährige René Stöckert folgen konnte. Hinter beiden kämpfte eine größere Verfolgergruppe mit den Seniorenläufern Marco Schneider (*1970, LuT Aschaffenburg), Jürgen Theofel (*1958 FV Wallau) und Hakim Quahioune (*1963, SF Blau Gelb Marburg) um den Anschluss. Marco Schneider, der vor vier Jahren den Aschaffenburger Halbmarathon gewonnen hatte, hielt trotz einer Durchfallerkrankung durch und leistete in der Gruppe sehr viel Führungsarbeit. Während vorn längst die Vorentscheidung für Thomas Seibert (1:09:58h) vor René Stöckert (1:11:03h) gefallen war, kämpften die Verfolgern um Platz drei. Die meisten Reserven hatten dabei die Mastersläufer, und es setzte sich schließlich M45er Hakim Ouahioune mit einer halben Minute Vorsprung in 1:12:41h gegen M50er Jürgen Theofel (1:13:12h) durch.
Ebenso überlegen wie das Rennen von Thomas Seibert ging es auch bei den Frauen zu, wo außerdem gleich drei Mastersläuferinnen der W40 unter 90 min blieben. Siegerin wurde die überzeugend laufende Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg, 1:18:22h) vor Altersklassenkollegin Meike Wallow (*1964, SF Blau Gelb Marburg, 1:26,52min). Auch die Drittplatzierte der W40 Theresia Gehlert (*1964, LuT Aschaffenburg) blieb in 1:29:46h noch unter 1h30min. Rosmarie Eser (*1951, TUS-Damm Aschaffenburg) wurde in 1:36:32h Erste der W55.
Alle Ergebnisse hier
(08.10.08)


Irina Mikitenko: Verzicht auf Start in New York, aber Chancen auf WMM-Jackpot

Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) verzichtet auf einen Start beim ING New York City Marathon am 2. November. Fünf Wochen nach ihrem Rekordrennen beim Berlin-Marathon am 26. September hätte sie in New York die Chance gehabt, 500.000 Dollar für den Sieg in der Gesamtwertung der zweiten World Marathon Majors-Serie 2007-2008 zu gewinnen, den "Grand Slam" der Marathonläufe (WMM). Die Wattenscheiderin hätte in New York einen Platz unter den ersten Fünf erreichen müssen, um zu punkten, während ihre Konkurrentin um den Gesamtsieg, die Äthiopierin Gete Wami den ersten oder zweiten Platz belegen muss, um zu gewinnen.
Ebenfalls noch eine Chance haben Catherine Ndereba (Kenia) und Chunxiu Zhou (China) , wenn sie entweder in Chicago oder New York gewönnen. Wami jedenfalls hat für den ING New York City Marathon gemeldet. Irina Mikitenko kann sich also am 2. November auf der Ehrentribüne am Ziel des Marathons im Central Park entspannt zurücklehnen und abwarten, ob es die Äthiopierin oder eine der anderen beiden schafft, Platz eins oder zwei zu belegen. Falls nicht, wird die viertschnellste Marathonläuferin aller Zeiten am Tag nach dem Marathon bei einer feierlichen Ehrung einen großen Scheck überreicht bekommen. In der dritten WMM-Serie 2008-2009 belegt sie bisher unangefochten den ersten Platz mit 50 Punkten, resultierend aus ihren beiden Siegen in London und Berlin.
(07.10.08)


Saisonabschluss in Kalifornien: Noch zwei Stadion-Weltrekorde

Marie-Louise Michelsohn (*1941, Nike Central Park Track Club, New York) hat ihren eigenen W65-Weltrekord über 2000m Hindernis am Samstag (04.10.) beim Club West Masters Leichtathletiksportfest in Santa Barbara (Kalifornien) verbessert. Der traditionelle Saisonausklang an der Westküste der Vereinigten Staaten sah ein engagiertes Rennen der früheren Mathematikprofessorin mit einer Endzeit von handgestoppten 9:00.2 min; die automatische Zeitnahme funktionierte nicht. Ihr eigener, jetzt verbesserter WR stand seit einem Jahr bei 9:09.25min.
Auch Stabhochspringer Bud Held (*1927) steigerte eine eigene Weltrekordmarke und übersprang 2,75m. Das waren gleich 10 cm mehr als bei dem Rekordsprung des früheren Weltklasse-Speerwerfers vor sechs Wochen.
(07.10.08)


Niedersachsen: Halbmarathonmeisterschaft litt unter schlechter Witterung und Konkurrenzveranstaltung

Die Starterinnen und Starter bei der niedersächsischen und Bremer Meisterschaft im Halbmarathonlauf in Lingen hätten sich wahrlich besseres Wetter gewünscht: Die Temperaturen kamen noch nicht einmal an zehn Grad heran, es regnete mal mehr, mal weniger stark während des gesamten Laufes, und es blies ein starker Wind aus westlicher Richtung. Diese misslichen Witterungsverhältnisse sind sicherlich der Grund dafür, dass von den knapp 130 Gemeldeten nur 103 Läuferinnen und Läufer an den Start gingen. Was allerdings in den Kräften des Ausrichters VfL Lingen stand, hat er getan. Das Organisatorische lief reibungslos ab. Besonders fielen die sachlichen Informationen auf, die von der Strecke kamen. Das erlebt man bei vergleichbaren Veranstaltungen nicht überall so.
Das Tempo hielt sich auf den ersten 11,5 km in Grenzen. Das ist ein Grund dafür, dass zu diesem Zeitpunkt noch zwölf Läufer in der Spitzengruppe zusammen lagen. Erst danach fiel sie auseinander. Dirk Schwarzbach (TSV Kirchdorf) und Titelverteidiger Stephan Immega (LG Harlingerland), gegen den der Kirchdorfer vor Jahresfrist den Kürzeren gezogen hatte, setzten sich von ihren Konkurrenten ab. Am Ende war Schwarzbach der Spurtstärkere. Im Ziel betrug sein Vorsprung gegenüber Immega acht Sekunden. Unter Berücksichtigung der widrigen Witterungsbedingungen sind ihre Zeiten von 1:11.39 und 1:11:47 Std. ansprechend. Bei den Frauen sicherte sich Christin Kulgemeyer (TV Georgsmarienhütte) in 1:24:01 Std. den Titel. 29 Sekunden zurück folgte auf Platz zwei Kerstin Lüken (Emder Laufgemeinschaft). In 1:25:40 Std. wurde Nicole Krinke (LG Nienburg) Dritte. Kira Kuschnerus (LG Wennigsen/Egestorf), die zum erweiterten Favoritenkreis zu rechnen war, musste das Rennen wegen einer Hüftverletzung aufgeben.
Thomas Ruminski (*1960, SV Eintracht Hiddestorf) gewann in 1:16:15h seine M45. Trotz Regen und Sturmtief verschärfte der Hiddestorfer sein Tempo nach der Hälfte der Strecke. „Ich habe mir schon am Start gesagt: Jetzt erst recht. Für den Mut, alleine gegen den Wind zu laufen, bin ich belohnt worden“, sagte Ruminski. Anders, aber nicht minder erfolgreich lief auch Herrmann Koch (*1943, SC Bad Münder). Er trotzte dem Wind mit konstantem Tempo und kam nach 1:33:36 Stunden im Ziel an. Das war der Sieg in der M-65-Klasse. Hier alle niedersächsischen Halbmarathon-Seniorenmeister '08 im Überblick:

W35 Fehlanzeige
W40 Köhne, Manuela (*1965, TV Georgsmarienhütte) 1:28:48h
W45 Hörig, Silvia (*1962, LG Wilhelmshaven) 1:34:54h
W50 Lyda, Hannelore (*1958, LG Hannover) 1:40:22h
W55 Schröder, Christa (*1953, TSV Kirchdorf) 1:50:20h
W60 Rattay, Reintraut (*1943, LG Peiner Land) 1:52:06h

M35 Dill, Torsten (*1969, TSV Lelm) 1:18:54h
M40 Amt, Jörg (*1968, LC Nordhorn) 1:14:24h
M45 Ruminski, Thomas (*1960, SV Eintracht Hiddestorf) 1:16:15h
M50 Vollmer, Manfred (*1957, LG Göttingen) 1:18:08h
M55 Grabowsky, Klaus-Dieter (*1953, SC Spelle-Venhaus ) 1:18:38h
M60 Kassebaum, Horst (*1948, SV Union Salzgitter) 1:25:48h
M65 Koch, Hermann (*1943, SC Bad Münder) 1:33:36h 1. und NLV-/BLV-Meister 2008

M70 Giesbert, Günther (*1938, TSV Burgdorf )1:37:06h

Alle Landesmeisterschaftsergebnisse finden sich auf der Ergebnisseite .

Erwähnenswert ist noch, dass am Sonntag zeitgleich im 170km entfernten niedersächsischen Zeven mit dem "Großer Preis von Zeven" eine Konkurrenzveranstaltung über die Halbmarathondistanz stattfand. Der Zevener Halbmarathon, gesponsert u.a. von der örtlichen Sparkasse und veranstaltet vom lokalen ZAV in Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Veranstalter "executiveSPORTS" (Bremerhaven) war der dritte und letzte Teil einer " Halbmarathon Challenge 2008" genannten Halbmarathonserie in Nordniedersachsen, bestehend aus den Läufen in Cuxhaven (30. März 2008), Bremerhaven (28. Juni 2008) und eben in Zeven.
Auch das Rennen in Zeven litt unter dem Wetter, und es war sportlich auch nicht so anspruchsvoll wie die Lingener Meisterschaft. Aber immerhin 100 Läuferinnen und Läufer waren am Start und das Besondere: Die Veranstaltung soll durch den Niedersächsischen und den Bremer DLV-Leichtathletikverband nach Angaben der Veranstalter um den ehemaligen Mittelstreckler Carsten Decker (Langen) "mit den Halbmarathon Landesmeisterschaften 2009 die Veranstaltung bei Ihrer nächsten Auflage weiter aufgewertet werden". Noch im vergangenen Jahr hatte es zwischen Carsten Decker und dem niedersächsichen "Kultwebmaster" Klaus Michalski nicht unerhebliche Spannungen gegeben. Michalski hatte berichtet, dass im Rahmenprogramm die 5km-Strecke wohl nicht korrekt vermessen war und war daraufhin von Carsten Decker zunächst mit einer Klageandrohung konfrontiert worden. Später wurde das Kriegsbeil dann nach einer Aussprache begraben.
(07.10.08, aufgefrischt 08.10.08)


Köln-Marathon: Luminita Zaituc läuft deutschen W40-Rekord

Mit einem neuen deutschen W40-Altersklassenrekord ist Luminita Zaituc (*1968, LG Braunschweig) am Sonntag auf Platz 2 des Köln Marathon gelaufen. Sie lief exakt 2:30:00h (brutto) und war damit 2:34 min schneller als die legendäre Charlotte Teske (*1948, ASC Darmstadt) vor 19 Jahren beim London-Marathon. Sie unterbot auch die Qualifikationszeit des DLV für die WM im kommenden Jahr in Berlin. „Ich denke, das war heute ein wichtiger Schritt in Richtung Berlin. Bei guten Bedingungen wären auch glatte 2:28 Stunden möglich gewesen.“ Erst etwa eineinhalb Kilometer vor dem Ziel, vor der Deutzer Brücke, hatte sich die spätere Siegerin Robe Tola Guta von Luminita Zaituc absetzen können. Das Duo hatte einen deutlichen Vorsprung vor allen anderen Läuferinnen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen, weil es nach langer Zeit mal wieder ein gutes Ergebnis ist“, sagte Luminita Zaituc im Ziel. Vor zwei Jahren war bei der EM-Zweiten von 2002 Borreliose diagnostiziert worden, die immer wieder mit Antibiotika behandelt werden musste. „Seit Ende Juli geht es von Woche zu Woche aufwärts. Ich hoffe, dass jetzt alles überstanden ist“, zeigte sie sich optimistisch.
Mit persönlicher Altersklassenbestleistung präsentierte sich in Köln auch W50-Siegerin Marion Braun (*1957, SV Germania Eicherscheid) in netto 3:14:41h. Martina Gross (*1960, MTV Kronberg) lief in der Nettozeit von 3:00:42h ebenfalls zum Altersklassenerfolg in der W45 und lag noch vor der Zeitplatzierten W40-erin Birgit Lennartz (*1965, LLG St. Augustin) 03:06:33h (netto). In der W65 verpasste Helga Miketta (*1941, Birkesdorfer TV) mit 3:32:43h brutto den deutschen Rekord im Gegensatz zum Mainz-Marathon Anfang Mai diesmal deutlicher.
Bei den Männern erzielte der Kenianer Sammy Kurgat als Sieger in 2:10:01 Stunden einen neuen Streckenrekord. In der M65 siegte Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) in 3:04:29 brutto (= 3:04:16h netto). Klaus Augustin (*1948, Triathlon-Team-Witten) gewann in der Bruttozeit von 2:58:07h (=2:57:44h netto) seine M60.
Alle Marathon-Ergebnisse aus Köln
(mit Material aus www.leichtathletik.de 06.10.08)


Röthenbach: Dorschner (M60) sprintet wie im Frühling
Weniger (W60) und Tiller (M35) mit guten 800m und ein Aufprall

Gute Leistungen zeigten die meist fränkischen Mastersathleten zum Saisonabschluss am vergangenen Sonntag (28.09.) beim traditionellen "Manfred Stepan - Gedächtnissportfest" der LG Röthenbach, das an einen der großen bayerischen Kugelstoßer der 70er Jahre erinnert . An der Pegnitz gefielen bei idealen Bedingungen die 800m von Christel Weniger (*1945, TSV 1861 Zirndorf) in 3:05,22 min und "Youngster" Markus Tiller (*1973, LG Göttingen), der in 2:00,07h die 2-Minuten-Grenze nur minimal verpasste. Kurios: Beim 800m Lauf sollte Laszlo Müller (*1956, LAC Quelle Fürth/München) u.a. für den deutschen M60-Rekordhalter Johann Schrödel (*1948, SC Roth) bis 400m Tempo machen. Beide kamen in 65 Sekunden bei der 400m Marke durch, Laszlo nahm das Tempo raus und Johann Schrödel prallte auf ihn drauf. Da war dann für beide das Rennen beendet, aber sie nahmen es anschließend ganz locker genommen.Edmund Steiner (*1961, ESV Nürnberg Rangierbahnhof) sprintete bei Windstille die 100m in 11,94sec . Mit gutklassigen 56,79sec setzte sich Roland Eberle (*1956, TV 1860 Gunzenhausen) über 400m gegen Laszlo Müller (*1956, LAC Quelle Fürth/München, 57,36sec) durch.
M55-er Karl Dorschner (*1951, TSV Dörfles-Esbach) sprintete die 100m unbeeindruckt von der langen Saison in der prima Zeit von 12,57sec (W:+0,9) und sprang 5,15m weit. Auch Weitspringer Günter Braun (*1938. TSV Crailsheim) konnte mit seinen 4,38m ebenso zufrieden sein wie in derselben M70 Wilfried Hack (*1938, LG Hohenlohe) mit seinem Diskuswurf auf 40,64m. Einen Dreikampf binnen drei Stunden absolvierte Dieter Krumm (*1952, LAC Quelle Fürth/München). Das Vorstandsmitglied der LAC Quelle/Fürth lief 100m (14,53sec, W:+0,9), sprang 1,50m hoch und stieß die Kugel auf 12,34m.
Alle Resultate hier und Fotos hier
(03.10.08, aufgefrischt am 05.10.08)


German Road Races und Europas Senioren kooperieren:
Rückblick auf die 1. European Masters Games 29. August bis 7. September in Malmö (Schweden)

German Road Races ist es gelungen, mit Dieter Massin (Ahlen), Präsident des Europa Leichtathletikverbandes der Senioren (EVAA) einen kompetenten Vertreter des Altersklassensports in der Leichtathletik zu gewinnen. Die laufenden Senioren (m/w) zählen seit Jahr und Tag zum festen Bestand einer jeden Laufveranstaltung. Ob auf der Bahn, ob auf der Straße. Ohne Senioren käme so mancher Lauf-Veranstalter gar nicht mehr über die (finanziellen) Runden,da sie einen Hauptteil der Teilnehmerzahlen ausmachen. Was liegt also näher als gerade mit diesen Senioren, besser: mit Senioren-Organisationen, die sich speziell auf diese "Klientel" konzentrieren zusammenzuarbeiten? Insbesondere ist auch der Gesundheits- und Präventionsaspekt ein ganz wichtiges Thema für die Zukunft, wo beide Organisationen wichtige Entwicklungen vorantreiben können. German Road Races ist es gelungen, mit Dieter Massin (Ahlen), Präsident des Europa Leichtathletikverbandes der Senioren (EVAA) einen kompetenten Vertreter des Altersklassensports in der Leichtathletik zu gewinnen. Dieter Massin, zugleich auch Redaktionsmitglied des Magazins "Senioren Leichtathletik" (Meyer & Meyer-Verlag Aachen), wird regelmäßig für die GRR-Webseite Artikel aus dem Senioren-Laufbereich berichten und allgemein Interessantes rund um den Seniorensport zusammenstellen und zur Verfügung stellen.
Begonnen wird mit einer Neuerung im Veranstaltungswesen der Senioren, den European Masters Games (EMG), die zu Beginn des Monats September in Malmö ihre Premiere feierten und zu einem großen Erfolg wurden. Zunächst der Bericht zu den EMG, anschließend der Kommentar dazu in der morgigen Folge..
Horst Milde

1. European Masters Games - 29. August bis 7. September in Malmö (Schweden)
Rückblick auf die EMG in Malmö mit „plus“ und „minus“

Die EMG in Malmö setzten das fort, was bei der Senioren-EM in Ljubljana erfolgreich zu Ende ging. Gemeint sind mit dieser Fortsetzung (nicht nur) die leichtathletischen Wettkämpfe. Malmö präsentierte sich beim leichtathletischen Teil der „1. European Masters Games“ als würdiger Veranstalter. Mit Übersicht, mit Engagement, mit senioren-freundlichem Konzept, mit einer ausgefeilten Organisation und mit einem Kampfgericht, das über exzellente Erfahrung verfügte - Halt so, wie man es sich als Athlet wünscht. Schon in der Vergangenheit hatte Malmö sich immer von der besten Seite gezeigt: 1986 und 1996 jeweils bei den Stadion-EM und 1999 bei den Hallen-EM. Die Schweden beherrschen eben ihr Metier.
Wieder einmal zeigte es sich aber auch, wie wertvoll eine harmonische Zusammenarbeit zwischen einer Dachorganisation und einem örtlichen Ausrichter ist. Eine Zusammenarbeit, die nicht zur Zerreißprobe wird bei der Frage, welches Computer-Programm benutzt wird oder wie Listen gestaltet werden. Oder gar eine Trikotfrage nicht mit einem Kopfschütteln, sondern mit Disqualifikationen endet. Ins Leben gerufen wurden diese europäischen Masters Games nach einer Idee aus dem Jahr 1999, als Torsten Carlius (damals noch WMA-Präsident) und Dieter Massin (damals noch EVAA-Vize) über Änderungen der internationalen Seniorenmeisterschaften sich Gedanken machten. Als Wilhelm Köster (Sulingen) dann noch ins Boot kam, war eine Gruppe zusammen, die „Tacheles“ machten und mit der Gründung der EMSA (European Masters Sports Association) den Grundstein legten. Torsten Carlius war es dann auch, der Malmö als Ausrichter der ersten Games gewinnen konnte.
Die Fälle häufen sich, dass Vereine, Verbände zusammenarbeiten, wenn es um eine große Sache geht. Im Fußball (siehe WM in Korea/Japan, siehe EM in Österreich/Schweiz und bald in Polen/Ukraine), wie auch in der Leichtathletik. Regensburg (Senioren-Straße 2007), als zwei Vereine an einem Strick zogen, um den Senioren Europas eine schöne Meisterschaft zu gestalten, nun in Malmö, wo gar drei Vereine anpackten, um für die Athleten zu arbeiten (Malmö AI, IK Pallas Malmö und Helleholms IF. Und bald in Zittau, Bogatynia und Hradek bei der EM 2012. Die drei schwedischen Vereine leisteten vorbildliche Arbeit und die Senioren genossen es. Ein deutschstämmiger Zehnkämpfer, der in den Staaten lebt, lobte diese Zusammenarbeit überschwänglich und fand sogar Gehör auf der sonst kritischen und nicht immer konstruktiven Webseite eines Szenekenners aus den USA. Statt im Hauptstadion von Malmö (Austragungsort der Senioren-EM1986 und 1996) ging man ins (damalige) Nebenstadion Helleholm. Ein überschaubares Stadion mit allen Anlagen; aus Sicherheitsgründen war lediglich der Hammerwurf ausgelagert. Eine gemütliche Atmosphäre, kurze Wege zum Warmlaufen und zum Werferfeld (Gewichtwurf). Wartezeiten gab es weder bei den Wettkämpfen noch bei den Siegerehrungen. Schon kurz nach Beendigung ging’s auf das Podium.
Für 2011 ist die nächste Auflage der EMG vorgesehen. Ein Stadtvertreter aus Lignano nahm vom EMSA-Präsidenten Dieter Massin die Fahne der EMG 2008 entgegen und versprach in die Spur der erfolgreichen Malmöer zu gehen. Unter www.lignano2011.it ist bereits ein Hinweis auf die EMG gesetzt. Untern anderem auch der Hinweis auf die Zeit; nämlich vom 10. bis 20. September 2011 soll die nächste Auflage über die Bühne gehen. Und dann liegen die Kontinental-Games immer im vier Jahresrhythmus zwischen den World Masters Games. Mehr als 18 verschiedene Sportarten will man in Malmö anbieten, wo manche Teilnehmerfelder noch dünn bestellt waren. Auch mehr als 45 Länder sollen in Lignano (genau: Lignano Sabbiadoro) präsent sein. Viele hehre Ziele also für den italienischen Urlaubsort, der in der Provinz Udine liegt; zwischen Triest und Venedig. Zwar ist der Ort nur 6795 Einwohner groß hat aber eine zigfach größere Bettenkapazität und zahlreiche hervorragende Sportstätten (u.a. 2005 Austragungsort des European Youth Olympic Festival).
Sie hatten sich viel einfallen lassen, die Schweden, um Neues, wie auch Lokales einzubringen. U.a. die Sportart „Innebandy“ (auch „Floorball“ genannt), die bei uns unter dem Begriff „Unihoc“ firmiert. Also ein Hallen-Hockeyspiel mit Plastikschlägern und Plastikbällen. Sehr populär in den skandinavischen Ländern. Oder auch Nordic Walking, das nun in Schweden seinen Siegeszug antritt. Bislang nur unter „Stick Walking“ bekannt, wird dieser Freizeitsport professionell (und auch kommerziell) angeboten und vermarktet. Über 150 Teilnehmer zog dieses Nordic Walking bei seiner Premiere als Wettkampfangebot an und machte den Games-Teilnehmern viel Spaß.
Scherzhaft ließ Axel Hermanns (M 60, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) seine Mitbewerber bei der EMG wissen, dass er eigentlich in der Altersklasse M 9 starten müsse. Also in der Schülergruppe der Neunjährigen. Denn am 6. März 1999 feierte er seinen zweite Geburt. Bei den Hallen-EM 1999 in Malmö (5. bis 7. März) nahm Axel Hermanns am Kugelstoß-Wettkampf teil. Und innerhalb dieses Wettkampfs passierte es: er stieß, schrie beim Abstoß, es entstand eine Press-Situation, er fiel um und landete mit dem Kopf auf dem Eisenring des Kugelstoß-Kreises. Bestürzte Kampfrichter. Ratlosigkeit. DLV-Betreuer Dieter Massin sah den Vorgang, rief sogleich nach einem Arzt, Dr. Helge Hinke befand sich -wie durch ein Wunder- in unmittelbarer Nähe des Kugelstoßkreises, ließ Platzwunde Platzwunde sein und griff sofort in den Mund von Axel Hermanns und zog die Zunge heraus. Axel Hermanns war gerettet. Was dann folgte war eigentlich „nur“ ärztliche Routine. Der Griff nach der Zunge war lebensrettend. Mit Dieter Massin fuhr mit Axel Hermanns dann ins Unfallkrankenhaus, Massin hatte ärztliche Order und redete über zwei Stunden auf den Nordrhein-Athleten ein. Es kam, als A.H. wieder bei „Sinnen“ war, zu lautstarken Gesprächen, die aber für A.H. sehr wichtig waren und sein mussten. Nur auf dem Gang des Unfallkrankenhauses kam das nicht gut an, denn Ruhe ist im Krankenhaus eher erwünscht als Lautstärke. Beide (D.M und A.H.) waren nach zwei Stunden froh, dass alles überstanden war. A.H., weil er überlebt hatte. Und D.M: mit seiner notorischen Hospitalphobie, dass er das Krankenhaus verlassen konnte. Am Ort des Schreckens trafen sich in Malmö die Beiden wieder, Axel Hermanns als Neun- und 64-Jähriger zugleich.
Malmö hat ein neues Wahrzeichen, den „Turning Torso“, der auf dem ehemaligen Gelände der „Welt-Werft“ Kockum steht. Vor ca. 20 Jahren war der Hebekran der Firma Kockum noch das Wahrzeichen der schwedischen Hafenstadt, ehe der Schiffs- und U-Boot-Bau aufgegeben wurde. „Turning Torso“ und die neue Öresundbrücke, die mehr als nur eine Straßen-/Bahnverbindung zwischen Kopenhagen und Malmö ist, waren denn auch beide auf der Medaille der Games zu sehen. Die EMG-Veranstalter hatten sich schon was einfallen lassen, wenn es um Souvenirs ging. Für alle Teilnehmer (m/w) gab es eine Glaskristall-Erinnerungsmedaille aus Kosta. Für Glas- und Kristallkenner ist Kosta Boda ein fester Begriff. Dazu für jeden eine Urkunde (leider wussten das nicht viele) und für T-Shirt- und Polo-Hemd-Freunde hatte der EMG-Shop gar ein Überangebot. Wer jedoch darauf spekuliert hatte, am letzten EMG-Tag reduzierte Preise anzutreffen und ein Schnäppchen zu machen, wurde enttäuscht. Der Andrang in diesem Shop war bis Toresschluss so groß, dass die EMG-Verkäufer keinen Anlass sahen, Schnäppchenpreise auszuweisen. Der Verkauf „brummte“ auch so.
Diese Idee sollte Schule machen; auch bei den Europa- und Weltmeisterschaften: das Event-Center. In Malmö direkt an den „Baltiska-Hallen“ gelegen war den ganzen Tag über geöffnet. Als Restaurant (günstige Preise übrigens!), als Treffpunkt und als Show-Bühne. Die Woche über gab es Themenabende, von Schlager-Night über Schweden-Tanz bis zum ABBA-Abend mit überfülltem Zelt (ca. 2000 Athleten). Eines hatten die Organisatoren damit hervorragend erreicht: die Athleten aus allen Sportarten trafen sich regelmäßig und die EMG-Zeitung hatte ihren Sinn als Kommunikationsmedium voll erfüllt.
Dieter Massin
(grr.de, 03.10.08)


W35: Paula Radcliffe geht in New York an den Start

Für Langstrecklerin Paula Radcliffe (*1973) wurde es, nachdem sie Gete Wami, die ihr 2007 beim Marathon in New York rund 41 Kilometer lang dicht auf den Fersen blieb, auf den letzten Metern im Central Park doch noch abhängen konnte, ein schwieriges Jahr. Fünf Monate nach diesem Sieg verhinderte eine Verletzung den Gewinn einer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Bedingt durch Krämpfe während des Marathons kam sie nur auf den 23. Platz. Aber die Weltrekordhalterin Radcliffe will versuchen, dieses für sie anstrengende Jahr hinter sich zu lassen und am 2. November 2008 in New York ihren Titel zu verteidigen. Ihre Teilnahme im Elitefeld wurde am Mittwoch von den Organisatoren New York Road Runners bekannt gegeben. Weiter...
(Artikel des Running News Network auf scc-running 03.10.08)


75 Jahre Murtenlauf: Wer hat's erfunden? Die...
Vom Gedenklauf zum modernen Klassiker - Ältester Schweizer Volkslauf startet Sonntag

Zum 75. Mal findet am Sonntag eines der Schweizer Laufereignisse statt: Der Murtenlauf. Alljährlich am ersten Sonntag im Oktober ausgetragen führt er über 17,17 km in hügeligem Gelände vom südwestlich Bern gelegenen Murten in die Kantonshauptstadt Freiburg/Fribourg. Der Murtenlauf gedenkt des Boten, der der Überlieferung nach, ähnlich wie der ebenso sagenhafte griechische Pheidippides "etwas früher", allerdings mit einem Lindenzweig in der Hand den Schweizer Freiburgern den Sieg der Eidgenossen in der Schlacht bei Murten (1476) übermittelt hat. Er soll nach Verkündung der Siegesnachricht zusammengebrochen und kurz darauf gestorben sein.
In den 75 Jahren seines Bestehens ging es mit dem Murtenlauf auf und ab. Drei Zahlen dazu: 14 Läufer nahmen 1933 bei der ersten Auflage die ruppigen 17,17 Kilometer von Murten nach Freiburg unter die Füße, 13.849 Läuferinnen und Läufer bildeten im Jahr 1985 den Höhepunkt des ältesten Schweizer Volkslaufs, 5744 im Jahr 1998 den Tiefpunkt in neuerer Zeit. Am Sonntag rechnen die Organisatoren um Präsident Daniel Lehmann mit 9500 Startern. Beim Zahlenvergleich sind allerdings zwei Einschränkungen zu machen. Erstens: Wie bei anderen Volksläufen auch wird das Bild durch die Unterdistanz-Kategorien verzerrt (Jogging, Walking, Nordic Walking, Minilauf für die Kinder am Samstag); auf die Originalstrecke werden rund 7100 Anmeldungen entfallen. Zweitens: Der Anstieg der Meldezahlen gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent steht wohl auch mit dem Jubiläum im Zusammenhang. Trotzdem: Es läuft wieder besser für den anspruchsvollen Schweizer Klassiker, dessen Streckenrekord bei den Frauen (58:51h) übrigens weiterhin die legendäre Schweizer Langstrecklerin Franziska Rochat-Moser hält, die 2002 nach einem Lawinenunglück ums Leben kam.
Wer übrigens vor 40 Jahren Murtenlauf sagte, dachte an Werner Dössegger. Neunmal in Folge lief der 160 Zentimeter kleine und 51 Kilogramm leichte Schweizer aus dem Kanton Aargau in Freiburg als Sieger ein. 1973, nach dem neunten und letzten Triumph, wurde er Schweizer Sportler des Jahres. Zwei Punkte zeigen exemplarisch, woran der Murtenlauf krankte, als er in den achtziger Jahren durch die wie Pilze aus dem Boden schiessenden Volksläufe die Quasi-Monopolstellung einbüßte. "Früher", erzählt Dössegger, "musste man sich mindestens eine halbe Stunde vor dem Start einreihen, um eine gute Position zu haben." Vor der morgendlichen Kälte schützte dann ein alter Pullover oder ein abgenützter Trainingsanzug, die Kleidungsstücke wurden vor dem Startschuss weggeworfen. Und wieso begehrten die Läufer damals nicht auf? "Wir fanden das korrekt und kannten nichts anderes", sagt Dössegger. 1972 verpasste er wegen der Teilnahme an den Olympischen Spielen in München (Vorlauf-Out über 10 000 m) den Meldeschluss. Die Organisatoren hatten kein Einsehen, verschanzten sich hinter ihren Reglementen und wollten Dössegger, immerhin schon siebenfacher Sieger, nicht starten lassen. Das Wort Nachmeldung existierte damals noch nicht.
Auch für den Nachwuchs, die Klientel von morgen, hatten die Organisatoren vorerst kein Herz. 1973 verweigerten sie Markus Ryffel, 18-jährig und Finalist der Junioren-EM, eine Starterlaubnis mit Ausnahmebewilligung. Ein Jahr später startete Ryffel unter dem Namen seines älteren Bruders Urs und erreichte hinter Fritz Rüegsegger und Dössegger Rang 3. Als der Verstoß aufflog, wurde Ryffel disqualifiziert und sein Name in der Rangliste mit einem schwarzen Balken abgedeckt. Noch lange bewahrten die Organisatoren ihr selbstherrliches Auftreten. Die Überzeugung, auch auf die Bedürfnisse der Läufer eingehen zu müssen, begann sich erst 1996 sachte durchzusetzen. Und so gibt es heute bei dem "modernen Klassiker" natürlich einen Kleidertransport vom Start ins Ziel, Blockstart nach Leistung und nicht nach Jahrgang, eine Zeitnahme per Chip und nicht durch ein unförmiges Metallplättchen, das mitgetragen werden musste. Schaden genommen haben jedoch weder Dössegger noch Ryffel. Der Wahl-Berner gewann später zwischen 1976 und 1987 ebenfalls neunmal (allerdings nicht in Folge), während der heute 70-jährige Dössegger "wie ein Maikäfer strahlt" (NZZ), wenn er seine Erinnerungen von Murten–Freiburg zum Besten gibt. Die erste ist die Schönste. 1964, bei seinem Début, trat ihm beim Start ein Läufer von hinten auf den Fuß – und weg war der Schuh. Im Gewimmel trampelnder Beine machte sich Dössegger auf die Verfolgung des mal hierhin, mal dorthin fliegenden Schuhs. Den Lauf beendete der spätere «Düsen-Werni» als Fünfzehnter. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, erzählt er: "Doch beim nächsten Mal wollte ich es besser machen." Bekanntlich hielt er Wort.
Und auch den Organisatoren scheint es mit ihrem Slogan vom modernen Klassiker ernst zu sein. Dieses Jahr kommt unten in der Pressemappe ein Communiqué von Sarigai zum Vorschein, dem gemischten Verein der Homosexuellen Freiburgs. Sie sind am Sonntag beim Start mit einem Stand präsent.
Nachmeldungen zum Murtenlauf sind übrigens noch bis Sonntagmorgen 10.00 Uhr möglich. Der Start ist ab 10.15 Uhr.
(mit Material und einem Artikel aus der NZZ, 03.10.2008)


München Marathon: Marathonstaffel mit viel Laufprominenz

Vier ehemalige und ein aktiver Spitzenläufer bilden ein Team beim Staffelwettbewerb zum München Marathon am Sonntag, 12. Oktober 2008. Am Start sind: Jan Fitschen (31), Europameister 2006 über 10.000 Meter, der ehemalige und mehrmalige Deutsche Meister über 10.000 Meter und Crosslauf- Spezialist Christoph Herle (52), Patriz Ilg (50), Weltmeister über 3.000 Meter Hindernis in Helsinki 1983 und Günter Zahn (53), ehemaliger Deutscher Crosslaufmeister (1976 bis 1978) und Schlussläufer des Fackellaufs bei der Olympiade 1972 in München. Fünfter Mann im Team ist Manfred Steffny (67), zweifacher Olympiateilnehmer (Mexiko 1968 und München 1972), Laufjournalist und Herausgeber der ältesten deutschen Laufzeitschrift „Spiridon“.
Die fünf deutschen Lauflegenden teilen sich die Marathondistanz (42,195 KM) und sind eines von 230 Teams, die beim München Marathon in diesem Jahr an den Start gehen werden. Der Startschuss für den Staffelwettbewerb fällt 55 Minuten nach dem Marathonstart und gemeinsam mit dem M-Lauf 10 KM um 10:55 Uhr an der Müchener Ackermannstraße. Die Marathonstaffel, die im letzten Jahr beim München-Marathon neu eingeführt wurde, entwickelt sich flott. Vor einem Jahr zählte man insgesamt 259 Teilnehmer. In diesem Jahr sind bisher 1.150 Starter gemeldet. Insgesamt haben sich für den München-Marathon bisher 10.034 Teilnehmer registriert. Nachmeldungen sind noch auf der Marathonmesse vom 10. bis 12. Oktober 2008 möglich - bis eine Stunde vor dem Start.
(03.10.08)


Köln-Marathon: Frisches Erlebnis im Dauerregen?

Wohl im Dauerregen findet am Sonntag der 12. Köln Marathon statt, wenn man den Wetterpropheten folgt. Aber es wird jedenfalls nicht zu heiß. Vorhergesagt sind nämlich auch reichlich frische 13° für die mehr als 26 000 Teilnehmer aus 65 Nationen, die auf die Laufstrecken wollen. Die Königsdisziplin Marathon wollen davon rund 10 000 Männer und Frauen in Angriff nehmen.
Das WDR-Fernsehen wird in seinem dritten TV-Programm am Sonntag von 15:30 Uhr bis 16:25 Uhr eine Zusammenfassung des Laufes übertragen. Auch schon in den Tagen zuvor berichtet der WDR ab 27. September werktäglich in der Lokalzeit aus Köln ab 19:30 Uhr über den bevor stehenden Marathon und über außergewöhnliche Sportlerinnen und Sportler. So etwa über Joey Kelly (*1972) der mit einem jugendlichen Straftäter aus der JVA Siegburg an den Start gehen wird, oder über den Extremsportler und Informatiker Martin Trzaskalik (*1973, TC 1904 Köln-Poll), der am 5. Oktober zum dritten Mal 105 Kilometer durch die Domstadt laufen und skaten will.
Wer mehr über die Favoriten wissen will und welche Promis an den Start gehen und wie der Besucher per Bus und Bahn zum Kölner Mega-Ereignis kommt, findet die wichtigsten Informationen zusammengetragen von Nicole Stötzel in der Kölnischen Rundschau . Hier geht's weiter
(02.10.08)


"Prodoping": Spanien stellt Doping-Ermittlungen ein
Fall Fuentes ohne rechtliche Konsequenzen

Die "Operacion Puerto" bleibt für den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes ohne juristische Konsequenzen. Die spanischen Behörden stellten die Ermittlungen gegen Fuentes als zentrale Figur eines mutmaßlich internationalen Doping-Netzwerkes endgültig ein. Laut Untersuchungsrichter Antonio Serrano hätten die bisherigen Erkenntnisse keine ausreichenden Anhaltspunkte für weitere Justizaktivitäten oder eine Anklage gegen den Mediziner wegen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit ergeben.
Bei der "Operacion Puerto" der spanischen Polizei im Zuge der Dopingbekämpfung waren 2006 mehr als 200 Blutbeutel bei Fuentes und einem weiteren Mediziner, Merino Batres, beschlagnahmt worden. Wenigstens 50 Radprofis, darunter der zurückgetretene Jan Ullrich, der Ansbacher Jörg Jaksche und Ex-Girosieger Ivan Basso (Italien) wurden in den Akten erwähnt. Während Basso und Jaksche geständig waren, bestreitet Ullrich weiter alle Vorwürfe, obwohl gefundene Blutbeutel ihm zweifelsfrei zugeschrieben werden konnten. Die Ermittlungen gegen Fuentes waren im vergangenen Februar zum zweiten Mal aufgenommen worden. Vorausgegangen war ein erfolgreicher Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen den ersten Einstellungsbeschluss.
(aus n-tv, 02.10.08)


Oslo-Marathon: Ausflippende Medien bejubeln joggende Mette-Marit

Ein Musterbeispiel oberflächlicher Presseberichterstattung lieferten nicht nur die Klatsch-Medien am Wochenanfang nach dem sonntäglichen Oslo-Marathon. Nicht die norwegische, aus den USA stammende Gesamtsiegerin Sharon Broadwell (*1961, SK VIDAR) stand im Mittelpunkt der Berichte, obwohl sie als 47-Jährige Mastersläuferin in exzellenten 2:57:03h Hunderte von Läuferinnen hinter sich gelassen hatte. Auch nicht über den Kieler Ausdauerläufer Gerd Kuvecke (*1960, LG Albatros Kiel) wurde berichtet, weil der unfreiwillig irgendwie als W65-erin und 14. Frau Aufnahme in die Marathon-Gesamtwertung gefunden hatte. Nein, die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit Tjessem Høiby (*1973) wurde enthusiastisch bejubelt. Die Mutter von drei Kindern war eine von knapp 400 Teilnehmerinnen im Rahmenwettbewerb über 10km bei strahlendem frühherbstlichem Sonnenschein. Die Medien machten daraus eine Teilnahme am Marathon mit 5.500 anderen Läufern.
Dabei hatte sie in Oslo die 10km-Strecke joggend oder gehend als 53. ihrer Altersklasse W35 und 319. von allen in 1:19:04h bewältigt. Zwar waren die ersten drei Norwegerinnen über die mehr als doppelt solange Halbmarathon deutlich schneller. Aber Renndirektor Nils-Jostein Helland jubelte trotzdem ob dieser hoheitlichen Leistung: "Sie legte hier einen absolut eindrucksvollen (!) Lauf hin". Dass Durchschnittstempo von Mette-Marit betrug knapp 8 Minuten für den Kilometer - aber immerhin war sie zu Fuß unterwegs...
Schnellste Seniorenläufer über die Marathondistanz in Oslo waren der 36-jährige Drittplatzierte, der Cubaner Juan Miguel Valdes Rodriguez (IK Rindals-Troll) in 2:34:08h und der 42-jährige Runar Gilberg (SK VIDAR) in 2:41:20h direkt dahinter. Alle Resultate aus Oslo hier...
(02.10.08)


Nach verpasstem M60-DAMM-Hattrick: Startgemeinschaft in Hamburg-Norderstedt?

Leichtathleten sind keine Maschinen: Die Senioren der LG Alsternord wollten bei den Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaften in München gleich zwei Titel verteidigen. Helmut Schumacher, Horst Hufnagel und Hans-Joachim Lange durften sich zusammen mit dem SV Polizei Hamburg als SG Alsternord-Polizei dann tatsächlich über Gold in der Altersklasse M 70 freuen. Die Starter in der AK M 60 gingen indes leer aus. Verletzungssorgen und Formschwäche führten dazu, dass der Traum vom dritten Sieg in Folge platzte und das Team mit 5733 Punkten nur Fünfter wurde. "Unser 3000-Meter-Läufer Bernd Fölschow hat sich beim Aufwärmen eine Wadenverletzung zugezogen und musste aufgeben. Franz Timmermann war in München gar nicht mit dabei", so LG-Pressesprecher Peter Suppa.
Das soll im kommenden Jahr nicht noch einmal passieren. Für 2009 denken die LGA-Senioren in der Altersklasse M 60 daher über die Bildung einer Startgemeinschaft mit dem SV Polizei Hamburg nach. Der Vorteil: Die Hamburger -in diesem Jahr Zweite im DAMM Endkampf hinter der Startgemeinschaft AWK Holstein- verfügen über gute Werfer, die LGA könnte die Läufer stellen. "Dafür haben wir dann aber wohl genug Aktive in der älteren Kategorie. Aber das alles müssen wir noch in Ruhe besprechen", so Peter Suppa gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
(02.10.08)


Finanzen: Bund will 2009 mit insgesamt 219 Millionen Euro den Sport fördern

Der Bund will 2009 insgesamt 218,547 Millionen Euro an Sportfördermitteln ausgeben. Das sieht der Haushaltsentwurf vor, der Anfang Juli vom Bundeskabinett verabschiedet wurde und in der 34. Woche in erster Lesung im Deutschen Bundestag beraten wurde. Im laufenden Jahr betrug das Gesamtvolumen der Sportförderungsansätze des Bundes 217,752 Millionen Euro. Veranschlagt wurden Haushaltsmittel in den Etats von acht Ressorts. Bereits... weiter (Quelle: DOSB, 02.10.08)


Niedersachsens Halbmarathon: Neue Landesbestleistungen in Lingen?

Am kommenden Sonntag (05.10.) richtet der VfL Lingen die Niedersachsenmeisterschaft im Halbmarathon aus. 126 Teilnehmer -91 Männer und 37 Frauen aus 41 Vereinen- haben gemeldet. Die meisten Meldungen für den flachen Rundkurs im Stadtteil Darme (für Navis: Am Darmer Sportzentrum 2, Lingen) gaben die Emder Laufgemeinschaft (15) und der TV Georgsmarienhütte (12) ab. Gelaufen werden nach einer Auftaktrunde mit 1,724 km zwei Runden a 9,66 km plus Zielbereich mit 53 Metern. Die Startzeit wurde übrigens von 11.05 Uhr auf 12.00 Uhr verlegt. Als weiteres Rahmenprogramm werden ein 5-Kilometer sowie 10-Kilometerlauf geboten.
Für die Meisterschaft haben sich wieder diverse Spitzen-Mastersathleten aus der Laufszene angemeldet. In der AK 30 ist Philip Priebe (*1976, LG Weserbergland) nach seiner sehr guten Zeit von 33:09 Minuten über 10 Kilometer, gelaufen bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe, favorisiert. Torsten Dill (*1969, TSV Lelm), der am 7. September in Wolfsburg den Halbmarathon in 1:18:01 Stunden lief, startet in der Altersklasse 35. Achim Groenhagen (*1968, LG Harlingerland) kommt mit einer diesjährigen Bestzeit von 33:12 Minuten über die 10-Kilometer, die er am 14. September in Hamburg lief, und der Norddeutsche Meister über 5.000 Meter und Halbmarathon (1:15,44 Stunden) Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) ist Favorit der Altersklasse M 45.
Manfred Vollmer (*1957, LG Göttingen), vor einem Jahr Seniorenweltmeister mit der 4x400 Staffel im Stadion von Riccione, geht in der M50 mit einer 10-Kilometer-Zeit von 35:28 Minuten in Rennen, die er bei der DM in Karlsruhe vor drei Wochen erreicht hatte. Aus dem benachbarten Spelle reist Klaus-Dieter Grabowski (*1953, SC Spelle-Venhaus) mit einer 10-Kilometerzeit von 35:50 Minuten an , die er vor seinem Virusinfekt im Mai des Jahres gelaufen war. In der Altersklasse M60 startet Horst Kassebaum (*1948, SV Union Salzgitter) als Norddeutscher Meister dieses Jahres mit einer Jahresbestzeit von 1:22,23 Stunden. Für Horst Frense (*1941, VfL Oldenburg) steht aus dem Mai eine 10 Km-Zeit von 42:12 Minuten zu Buche und M70-er Günther Giesbert (*1938, TSV Burgdorf ) ist seinen besten Halbmarathon des Jahres am 4. Mai in Hannover in 1:33:41 Stunden gelaufen.
Bei den Frauen W30 ist Christin Kulgemeyer (*1978, TV Georgsmarienhütte) mit der 10-Kilometer-Zeit von 39:42 Minuten aus Oesterwegen eine der Titelanwärterinnen. Claudia Bleek (*1973, LG Wilhelmshaven) kann für die Entscheidung in der W35 eine 10-Kilometer-Zeit von verhaltenen 42:45 Minuten aus Schortens (6.April) vorweisen. Manuela Köhne (*1965, TV Georgsmarienhütte) ist am 15. August den sommerlichen Halbmarathon in Spelle in 1:31,21 Stunden gelaufen. In der W45 hat die Norddeutsche Vizemeisterin Silvia Hörig(*1962, LG Wilhelmshaven) eine Saisonbestzeit von 1:34,39 Sunden stehen (7.9 Halle). Hannelore Lyda (*1958, LG Hannover) lief den Halbmarathon in Hannover am 31. August in 1:40:33 Stunden. In der W55 ist Foline Engelbarts (*1949, Emder Laufgemeinschaft) mangels ernsthafter Konkurrenz favorisiert und die mehrfache Deutsche Meisterin Heidelore Bensch ( *1942 LG Hannover) hat in der W65 die besten Aussichten. Fazit: Es werden spannende Wettkämpfe mit neuen niedersächsischen Jahresbestleistungen erwartet.
(02.10.08)


Peking-Nachlese: Schäuble übt Kritik an deutschem Olympia-Team
"Bei der Leichtathletik haben wir ein Spezialproblem"

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Leistung des deutschen Olympia-Teams kritisiert und Reformen für die Spiele 2012 in London gefordert. Das Abschneiden der deutschen Olympia- Mannschaft, die mit 16 Goldmedaillen Platz fünf in der Medaillenwertung belegt hat, sei für viele Sportler und Experten eine Enttäuschung gewesen, erklärte der für den Sport zuständige CDU-Politiker in einem Interview mit «Zeit online». "Das ist richtig, und dass wir in der Medaillen-Statistik einen Platz besser sind als vor vier Jahren in Athen, verpackt das Problem nur", betonte Schäuble und versprach eine genaue Analyse durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
Im Schwimmen und in der Leichtathletik hätten reihenweise deutsche Athleten nicht einmal annähernd ihre Saisonbestleistung erreicht. "Das kann bei einzelnen Athleten mal vorkommen, aber wenn es in ganzen Disziplinen passiert, sagen Experten, auf die ich höre, dass da was im Training nicht stimmen kann. Es gibt eine Menge, was wir verbessern können", stellte Schäuble fest und ergänzte: "Bei den Leichtathleten "haben wir ein Spezialproblem. Die Leichtathletik hat es unheimlich schwer, zum Beispiel im Wettbewerb um Zuschauer und in der medialen Vermarktung. Das tut jedem, der an den Olympischen Spielen hängt, weh. Leichtathletik ist die olympische Sommersportart! Die WM im eigenen Land ist eine Chance, der Leichtathletik einen Push in der Öffentlichkeit zu geben. Da müssen wir aber mehr Leistung bringen als in Peking. Ich weiß auch, dass wir unsere Sportler in zwölf Monaten nicht alle zu Weltmeistern machen können. Aber vielleicht kann man doch was tun, um zu einem besseren Abschneiden zu kommen. Wir können uns nicht mit China vergleichen, aber mit Australien, Kanada und Großbritannien.
Ein Schwerpunkt sei die Trainer-Problematik. "Auch das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig muss mehr genutzt werden", sagte Schäuble, der sich eine Optimierung des Sport-Fördersystems wünscht. "Selbstverständlich dränge ich darauf, dass die Steuergelder effizient eingesetzt werden", so der Innenminister weiter und nahm gleichzeitig die deutsche Wirtschaft in die Pflicht. "Die Wirtschaft sollte begreifen, dass für die Motivation und Leistungsbereitschaft unseres Landes, Erfolge im Sport ungeheuer wichtig sind."
Schäuble zeigte sich zudem beunruhigt über die Führungskrise in der Stiftung Deutsche Sporthilfe, deren Chefin Ann Kathrin Linsenhoff nach nur knapp neun Monaten im Amt zurückgetreten ist. "Diese Auseinandersetzungen erfüllen auch mich mit großer Sorge", meinte der für den Sport zuständige Bundesminister. Im Interesse des Leistungssports müsse eine «gute, rasche und so weit wie möglich einvernehmliche Lösung", gefunden werden. "Ich sehe keine Alternative zu einer leistungsfähigen Sporthilfe, die ohnehin in einer schwierigen Phase ist", sagte Schäuble.
Hier geht's zum Interview
(Quelle: zeit-online, dpa, 01.10.08)


Trier: Winfried Schmidt (M60) läuft neuen deutschen 10.000m-Rekord

Bestleistungen am Fließband produzierte wie in jedem der vergangenen sechs Jahre das SWT-Flutlichtmeeting im Trierer Moselstadion. Die einmalige Atmosphäre in einem echten Stadion mit Tribünen rund um die Tartanbahn, einer gut besetzten Haupttribüne und vielen Anfeuerungsrufen setzte bei allen Teilnehmern zum Ende der Bahnsaison ungeahnte Kräfte frei. Höhepunkt war der neue deutsche M60-Seniorenrekord von Winfried Schmidt (*1948, TuS Köln rrh) in 34:05,47 Minuten. Er verbesserte die starke alte Bestzeit, die Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) bei der Masters-WM 2001 in Brisbane gelaufen war, gleich um beeindruckende 40 Sekunden.
Winfried Schmidt drückte im A-Lauf über 10.000 Meter gleich aufs Tempo. Nur drei Läufern ließ der M60-Senior den Vortritt. Schnellste 10.000-Meter-Läufer waren Marc Kowalinski (*1978, Post-Sport-Telekom Trier, 30:32,13 Minuten), Michael Wüschner (*1982, SC Friedrichsthal-Saar, 30:39,64 Minuten). Als Dritter lief Robert Schneider von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal 34:02,27 Minuten. Der 21-jährige lieferte sich mit Winfried Schmidt einen tollen Zweikampf. Schließlich musste der fast vier Jahrzehnte ältere Senior den Youngster zwar um drei Sekunden den Vortritt lassen, die Belohnung war aber mit 34:05,47 Minuten der deutsche M60-Rekord. Manch einer wird nun in der Weltrekordliste blättern und die 17 Jahre alte M60-Bestmarke des Italieners Luciano Acquarone von 34:14,88 Minuten finden. Schmidt ist allerdings am 10. Dezember 1948 geboren, war zum Zeitpunkt des Rennens also noch keine 60 Jahre alt. International gilt bei Altersklassenrekorden der Geburtstag als Stichtag, während national nur nach dem Jahrgang gewertet wird. Auch Gerald Reimer (*1957, LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) durfte mit seiner Zeit von 35:42,83 min sehr zufrieden sein wie M75-erAlfred Girault (*1933, TG Trier) mit seinen 44:51,59min.
Als einzige Frau hatte Christina Walloch vom TV Waldstraße Wiesbaden den Sprung in den A-Lauf geschafft. Die 28-Jährige ließ sich von der guten Stimmung zu 36:25,96 Minuten treiben. Wie Hessenmeisterin Walloch im A- lief auch Rheinlandmeisterin Ines Keller (*1973, TuS Rot-Weiss Koblenz) als Zweite des B-Laufs in 37:36,29 Minuten persönliche Bestzeit. Vera Martens (*1969, Spiridon Frankfurt) blieb in 37:49,85 Minuten ebenfalls noch unter 38 Minuten.
Alle Resultate aus Trier
(mit Material aus www.laufreport.de, 01.10.08)


Das nächste Jahr kommt bestimmt: Termine 2009 - Unterkunftsprobleme in Lahti

Im kommenden Jahr finden vom 15. bis 23. August die 12. IAAF-Weltmeisterschaften in Berlin statt. Noich offen ist, ob der DLV seine bisher reservierte Haltung aufgibt, und auch einen Masters-Einlagewettkampf durchführt. Bislang ist dies noch möglich. Darüber hinaus gibt es für die Senioren-Leichtathleten, die international an den Start gehen wollen, diese sicheren Termine:
25. bis 29. März 2009: Hallen-Europameisterschaft in Ancona (Italien), mit Winterwurf, Crosslauf und 5 Kilometer Straßengehen
Meldeschluss: 09. Januar 2009 beim DLV (Posteingang)

29. bis 31. Mai 2009: Straßenlauf-Europameisterschaften in Aarhus (Dänemark)
Meldeschluss: 20. März 2009 beim DLV (Posteingang)
28. Juli bis 08. August 2009: Weltmeisterschaften in Lahti (Finnland)
Meldeschluss: 22. Mai 2009 beim DLV (Posteingang)

10. bis 18. Oktober 2009: World Masters Games in Sydney (Australien)
(Meldungen/Registrierungen direkt beim Veranstalter)
Die Termine für die Deutschen Seniorenmeisterschaften finden sich im DLV-Rahmenterminplan 2009. Den Auftakt bilden die Senioren-Hallen- und Winterwurfmeistrerschaften am 28.02./01.03. in der Düsseldorfer Leichtathletikhalle. Es folgt die Cross-DM am 14.03.2008 in Ingolstadt. Immer noch kein Veranstalter ist für die am letzten Juni-Wochenende stattfindenden Deutschen Seniorenmeisterschaften I gefunden.
Probleme für individuell reisende Leichtathleten dürfte es nach unseren Informationen bei der Senioren-WM in Lahti geben. Offenbar haben die lokalen Veranstalter (LOC) alle Übernachtungsmöglichkeiten in weitem Umkreis "geblockt", die dementsprechend teuer sind. Das LOC erwartet offenbar nicht unerhebliche Provisionseinnahmen, mit denen es die WM-Kosten decken willen. Dem Vernehmen nach sollen auch keine Kurzaufenthalte möglich sein: Die Übernachtungsmöglichkeiten sollen vielmehr alternativ nur für eine oder zwei ganze Wochen angeboten werden. Diese Information ist aber bisher nicht bestätigt.
(Quelle: leichtathletik.de, 01.10.08)


Wer wird Deutschlands Seniorensportler 2008?

Ein weiteres Mal schreibt das Fachmagazin "SeniorenLeichtathletik" die Wahl zum Seniorensportler und zur Seniorensportlerin 2008" aus. Bis zum 18. November können Vorschläge gemacht werden, "um eine breite Basis für die Vorauswahl zu haben". Nominierungen sind an den Meyer&Meyer-Verlag in Aachen per Fax (0241 - 9581010) oder per Post ( Meyer&Meyer-Verlag, von-Coels-Str.390, 52080 Aachen) zu richten.
Das Formular ist hier per Klick erhältlich. E-Mail-Nominierungen sind direkt an den Verlag, Andreas Mann, zu richten.
(01.10.08)


Schriftsteller Günter Herburger ausgezeichnet - Seniorenläufer

Der Schriftsteller Günter Herburger erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten, renommierten "Preis der SWR-Bestenliste". Die Auszeichnung wird jährlich an einen Autor vergeben, der in den letzten zwölf Monaten auf der Bestenliste des Südwestrundfunks vertreten war. Die Literaturliste des SWR selbst wird monatlich von 29 renommierten Kritikern zusammengestellt. Der in München lebende Herburger wird für seinen aktuellen Gedichtband "Der Kuss" (A1 Verlag) geehrt.
Günter Herburger, 1932 in Isny im Allgäu geboren, studierte in München, verließ dann im Alter von 22 Jahren Deutschland und lebte danach in Nordafrika, Madrid und Paris. 1964 erschien sein erster Prosaband "Eine gleichmäßige Landschaft". Herburger veröffentlichte in der Folge zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichtbände, Hörspiele und Filmdrehbücher und erhielt u. a. den Literaturpreis der Stadt München.
Seit 1983 entwickelte sich Herburger zum passionierten Läufer, der regelmäßig die Marathondistanz und auch längere Strecken absolviert. In mehreren Büchern (u.a. "Lauf und Wahn", "Traum und Bahn", "Schlaf und Strecke") verarbeitete der Literat seine Lauferfahrungen. In "Schlaf und Strecke" schildert Herburger seine Erschöpfungszustände, gegen die altbewährte Techniken nicht mehr helfen und beschreibt seine körperlichen Schwächen realistisch. Bei einem Lauf durch das lettische Riga wendet sich das Blatt: Er entdeckt dort das "Groteske der Welt", das Geist und Körper aufs Neue "anstachelt". Dieser Hang zum "Absurden" ist es, der den Autor zu einer unmöglichen und gleichwohl "überraschenden" Figur - einem "positiven Kafka" - macht, formulierte es die Süddeutsche Zeitung.
(01.10.08)


Ländervergleichskampf: Württemberg vorn - Starke Hochspringer

Im Sportzentrum des württembergischen Leinfelden-Echterdingen trafen sich am vergangenen Samstag (27.09.) die Mastersleichtathleten aus Bayern, Hessen,Thüringen, und Württemberg zu ihrem traditionellen Ländervergleichskampf am Saisonausklang. Das Schweizer Team hatte kurzfristig abgesagen müssen, wie unser Schweizer Korrespondent jetzt bestätigte. Auch bei den deutschen Teams gab es -zumal wegen der Überschneidung mit den Süddeutschen Mehrkampfmeisterschaften in Niederolm- "Besetzungsprobleme", die etwa die Hessen nur dank der charmanten Überredungskünste von Margret Lehnert lösen konnten. Gewertet wurden bei Männern und Frauen jeweils die Altersklassen M/W 30 und 40.
Als man am Ende eines Tages mit idealem Leichtathletikwetter alle vier Teamwertungen zusammenrechnete, hatte die Heimmannschaft gewonnen: Württembergs Masters hatten 489 Punkte gesammelt und lagen damit klar vor den Hessen (431), Bayern (412) und Thüringern (218). Bei den "richtigen" Senioren der Altersklasse M40 setzten sich die Bayern knapp mit 117 Punkten gegen Württemberg (114) durch. Danach folgten Hessen (106) und Thrüingen (73). Bei den W40-Seniorinnen entschieden die Favoritinnen aus Württemberg mit 118 Punkten vor Hessen (111) und Bayern (96) und Thrüingen (43) den Wettkampf für sich; dies war um so bemerkenswerter, als die Südwestdeutschen ihre W45-Spitzensprinterin Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz) an das W30-Team hatte abgeben müssen. Ein Beleg für die einmal mehr gute Stimmung: So gar Silke Stolt ließ es sich trotz ihrer Knie-OP vor vier Wochen nicht nehmen, wenigstens aus dem Stand mitzumachen und Punkte für Hessen zu sammeln.
Zu den Spitzenleistungen zählten die Leistungen der Hochspringer: 1,88m übersprang Günther Widmann (*1968, LG Rems-Welland, Württemberg ) und bei den Seniorinnen kam Annegret Würthele (*1967, LG-Rems Murr, Württemberg) auf 1,64 m sowie W45-erin Helga Freyer-Krause (*1961,SF BG Marburg, Hessen) auf exzellente 1,60m. Auch die 6,23m-Weitsprungleistung des Bayern Wilfried Heppt (*1966, 66 TSV Münnerstadt ) verdient Erwähnung.
Über 5000m lief M45-er Abdelkader Moulai-Ali (*1963, VfL Waiblingen, Württemberg) sehr gute 15:36,98 min.
Spannend war die 800m Entscheidung in der W40. Hier gewann die baden-württembergische Seniorenmeisterin Birgit Bendel (*1968, SV Rheinstetten, Württemberg) in 2:26,29min äußerst knapp vor Tanja Ruppert (*1968, SG Chattengau, Hessen) in 2:26,33min.
Mit dem Länderkampf plus einem parallel ablaufenden Schülersportfest schien das Wettkampfbüro des SV Leinfelden-Echterdingen etwas überfordert. Ergebnisse wurden sehr spät ausgehängt und Zwischenstände nur eher dürftig weitergegeben. Das aber hatte auch sein Gutes. Eine Athletin: "Man hatte eigentlich immer das Gefühl, man liege hinten und strengte sich somit noch mehr an." Dass solcherlei Aufregung auch für Experten zu viel sein kann, bewiesen die Bayern. In der Olympischen Staffel der Altersklasse W40 hörte die erste 200m -Läuferin den lauten Zuruf eines "Funktionärs", sie solle "innen laufen" und tat das dann auch. Das war aber zu früh, weshalb jetzt in der Ergebnisliste "Disqualifikation gemäß Regel 163.3" zu lesen ist...

Alle Länderkampf-Resultate...
(30.09.08, aufgefriischt 01.10.08)


Gute Werfer beim Abschluss in Delmenhorst

Mit einem Werfertag eröffnete der Kreis Delmenhorst des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes am 29. März die Freiluft-Saison 2008 – und mit einem Werfertag beendeten die Verantwortlichen am letzten September-Sonntag im Delmenhorster Stadion die diesjährigen Auftritte unter freiem Himmel und konnten sich am vergangenen Sonntag (28.09.) über gute Resultate freuen. So steigerte sich in der Altersklasse M55 Henry Zerbian (*1952, TSV Midlum) in der Speerwurfkonkurrenz von Wurf zu Wurf und überzeugte schließlich mit 45,02m.
Bei Kurt Riep (*1938, TV Hude) passte im vierten Wurf alles, als sein Diskus auf 41,77 m segelte. Nur ein einziger Zentimeter fehlte Ernst Bielefeld (*1932, SV Brake) im Hammerwurf bei 29,99m zu den erhofften 30m. Auf gute 20,82m warf M85-er Joachim Kitzel (*1923, Delmenhorster TV) den Hammer. In der Diskuskonkurrenz erreichte Inge de Groot (*1952, LGG ganderkesee) 25,73m. Einmal mehr waren aber nur wenige Seniorinnen am Start. Alle Delmenhorster Resultate hier...
(Quelle DKB, 30.09.08)


Irina Mikitenko im Berlin-Rückblick: "Alles war super"

„Ich kann das noch gar nicht realisieren“, meinte Irina Mikitenko im Ziel des 35.Berlin-Marathon. Die Uhr zeigte 2:19:18 Stunden, als die 1,58 Meter große Langstrecklerin in ihrem dritten Marathon als erste Deutsche nach Uta Pippig vor 13 Jahren diesen Marathon-Klassiker gewann. Sie ist damit die viertschnellste Marathonläuferin aller Zeiten. 2:19:18 ist außerdem die siebtschnellste Zeit, die je erzielt wurde. Müßig zu erwähnen, dass es sich dabei um einen neuen deutschen Rekord handelt. Den bisherigen hatte Irina Mikitenko erst im April bei ihrem Sieg beim Flora London Marathon. Ihre Marathonpremiere hatte sie vor einem Jahr in Berlin gefeiert, wo sie Zweite wurde. Bisher gelang es erst neun Läuferinnen weltweit, die magische Marke von 2:20 Stunden zu unterbieten (siehe Tabelle). „Ich könnte jetzt sogar tanzen“, antwortete sie auf die Frage eines Journalisten, ob sie noch Reserven habe nach ihrem Rekordlauf von Berlin.
Ihr Rennen gestaltete sie zunächst insoweit zurückhaltend, als sie nicht zu schnell beginnen wollte, dabei aber schon auf der ersten Hälfte auf einem Niveau unterwegs war, das sie auf eine Zeit zwischen 2:20 und 2:21 bringen würde, immerhin ist das schon fast vier Minuten schneller als ihre bisherige Bestzeit (2:24:14). So lag sie auf der ersten Streckenhälfte teilweise über eine halbe Minute hinter der Gruppe mit den führenden Läuferinnen, angeführt von der Äthiopierin Tafa Magarsa. Ihr Mann Alexander, der auf dem Rad mitfuhr, hielt sie bzw. ihre Tempomacher immer wieder an, sich zurückzuhalten mit dem Tempo. „35 Kilometer hörte ich auf ihn, dann sagte ich, ich laufe jetzt wie ich will.“ Denn, so Mikitenko „ich wollte unbedingt eine gute Zeit. Dass es unter 2:20 gehen würde, habe ich jedoch nicht zu hoffen gewagt.“
Die Halbmarathonmarke passierte sie nach 1:10:05 Stunden und lag da schon auf Rang drei. Dann drehte sie in der zweiten Hälfte auf, erreichte die Äthiopierin nach 28 Kilometern und setzte sich wenig später ab; von da an lief sie nur noch gegen die Zeit. „Alles war super“, resumierte sie ihren Lauf und bezog dabei vor allem die Zuschauer mit ein: „Ich danke dem Publikum.“ Angesprochen auf ihre weitere Zukunft wagte sie eine Prognose für 2009: „ Ich denke, dass ich bei der WM 2009 in Berlin auch so schnell laufen kann.“ Der Marathon der Frauen bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin findet am 23. August statt. „Ich hoffe, dass ich mir da ein Geschenk machen kann“, meinte Irina Mikitenko in Anspielung darauf, dass sie an diesem Tag ihren 37. Geburtstag feiert.
Soviel zur mittelfristigen Karriereplanung von Irina Mikitenko. Ob sie sich noch in den Kampf um 500.000 Dollar-Preisgeld der World Marathon Majors-Serie einschaltet, ließ sie offen. Mit einem Platz unter den ersten Fünf beim ING New York City Marathon am 2. November könnte Irina Mikitenko eventuell die Gesamtwertung gewinnen„Wenn ich morgen früh ausgeschlafen bin, sehen wir weiter,“ ließ sie offen, wie sie plant.
Die World Marathon Majors (WMM) sind die Vereinigung der weltbesten City-Marathons (London, Boston, Berlin, Chicago, New York) und loben für ihre Gesamtwertung ein Gesamtpreisgeld von einer Million Dollar aus, das sich der beste Mann und die beste Frau teilen. Für den Sieg bei einem WMM-Rennen gibt es 25 Punkte, der Fünfte erhält noch einen Punkt. Zu der Serie zählen auch die Marathons bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Das Szenario stellt sich folgendermaßen dar: Nach ihrem Erfolg in Berlin führt Irina Mikitenko mit 65 Punkten die Wertung 2007-2008 an und liegt punktgleich mit der Äthiopierin Gete Wami. Wami muss bei ihrem Start in New York den ersten oder zweiten Platz belegen, um sich im Rennen um die WMM-Siegprämie von 500.000 Dollar gegen Irina Mikitenko durchzusetzen. Die Deutsche kann in New York den fünften Platz belegen und dennoch gewinnen, sollte Wami dort nicht in die Punkte laufen.
Auch die zweit- und drittplazierten Frauen beim vom Discounter real,- gesponserten Berlin-Marathon erzielten persönliche Bestzeiten. Askale Magarsa (Äthiopien) und Helena Kirop (Kenia) boten mit ihren Leistungen von 2:21:31 und 2:25:01 Stunden beide Weltklasse-Leistungen.
Auch die Rettungsdienste konnten in Berlin fast nur Positives vermelden. Es gab nur einen schweren Zwischenfall bei Kilometer 5, wo ein schneller und junger Läufer (unter 30 Jahre) kollabierte. Bereits eine Minute nach dem Notruf war ein Sanitäter mit Motorrad vor Ort und konnte die Rettungsmaßnahmen einleiten. Der Läufer befindet sich im Krankenhaus in stabilem Zustand.
(© SCC-RUNNING/Sailer, 29.09.08)

Mehr hier (aufgefrischt, 01.10.08)


Extra-schneller Hauptstadtmarathon:
"35er" mit Weltrekord und deutschem Rekord in Berlin

Haile Gebreselassie (*1973, Äthiopien) bot am Sonntag in Berlin beim 35. Berlin-Marathon die erhoffte Laufshow und stellte mit 2:03:59 Stunden einen neuen Weltrekord auf. Damit verbesserte er die von ihm an gleicher Stelle im Vorjahr aufgestellte Bestmarke um 27 Sekunden. Seit 13 Jahren - damals gewann Uta Pippig - gab es wieder einen deutschen Sieg bei den Frauen. Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid 01) gewann in exzellenten 2:19:19 Stunden und stellte damit einen neuen Deutschen Rekord auf. Zwei Marathonläufer der Altersklasse 35 gaben also den Ton an.
Den Startschuss des Rennens, für das 40 827 Läufer und Läuferinnen meldeten, hatten Punkt 9 Uhr der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Fußball-Bundestrainer Joachim Löw ("Mitlaufen? Das schaff' ich nicht") gegeben. Von Beginn an schlugen bei optimalen Bedingungen sowohl die Spitzengruppe um Weltrekordler Haile Gebrselassie als auch die Frauen-Elite mit drei Afrikanerinnen und der Wattenscheiderin Irina Mikitenko ein hohes Tempo an.
Bei den Männern hatten sich um Haile Gebrselassie vier Tempomacher geschart. Außerdem waren die mitfavorisierten Charles Kamathi (Kenia) und James Kwambei (Kenia) in der Spitzengruppe. Sowohl die 10-Kilometer-Zeit von 29:13 Minuten als auch die bei 15 Kilometern gestoppte Zeit von 44:02 Minuten lagen unter den Durchgangszeiten des Vorjahres, als Haile Gebrselassie mit 2:04:26 Stunden den aktuellen Weltrekord aufstellte. Auch bei 25 und 28 Kilometern, als man am "Wilden Eber" vorbei kam, war die Spitze auf Weltrekord-Kurs. Bei Kilometer 32 hatten dann die „Hasen“ Abel Kirui und Elijah Keitany (beide Kenia) ihr Tagwerk getan, und nur James Kwambai konnte nun noch mit Haile Gebrselassie mithalten. Der Äthiopier löste sich fünf Kilometer darauf von seinem letzten Begleiter, und ab diesem Zeitpunkt war an seinem Sieg nicht mehr zu zweifeln. Es ging nur noch darum: Schafft er einen neuen Weltrekord? Auch diese Frage entschied sich schnell. Am Ende blieb die Uhr bei 2:03:59 Stunden stehen - Haile Gebrselassie hatte alle Hoffnungen erfüllt. Gebrselassie traut sich sogar 2:03:30 Stunden zu, woh uch mit Blick darauf, dass er auf den letzten zwei Kilometern rund 7 Selkunden langsamer als vor Jahresfrist gewesen war. "Aber jetzt laufe ich auch gegen mein Alter", erklärte der 35-Jährige, der nun 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde sowie weitere 130 000 Preisgeld auf dem Konto hat. 2009 dürfte er zur WM nach Berlin zurückkehren. «Seit ich laufe, ist Berlin mein Glück. Das ist meine Spezialstrecke», sagte der Olympia-Sechste über 10 000 Meter.
Auf die Plätze dahinter liefen James Kwambai in 2:05:36 Stunden und Charles Kamathi (beide Kenia) in 2:07:48 Stunden. Bester Deutscher wurde Falk Cierpinski (*1978, SV Spergau) als Neunter in 2:13:30 Stunden. „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Zeit und weiß, dass es auch noch schneller gehen kann. Dazu muss ich vor allem meine Grundschnelligkeit verbessern. Wenn mir aber jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich in Berlin unter die Top 10 laufe, hätte ich das nicht geglaubt“ Auch der im westfälischen Rheine geborene Wattenscheider Stefan Koch (*1984) gefiel in persönlicher Bestzeit von 2:15:39h als Gesamtzwölfter und zweitbester Deutscher
Bei den Frauen setzten sich von Beginn an drei Afrikanerinnen an die Spitze, dahinter lag Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) auf der Lauer. Das Tempo war dabei auf 2:20 Stunden ausgerichtet, und Trainer Alexander Mikitenko musste seiner Frau immer wieder zurufen: „Du bist zu schnell“. Bis Kilometer 30 wollte er das Kommando haben, dann hatte seine Ehefrau freie Hand. Und das Tempogespür des Trainers war wieder mal perfekt. Die Halbmarathon-Marke passierte Irina Mikitenko in 70:05 Minuten, 28 Sekunden hinter den drei Führenden Askale Tafa Magarsa (Äthiopien), Helena Kiprop (Kenia) und Rose Cheruiyot (Kenia). Sie lag weiterhin auf Kurs 2:20 Stunden, was ihrem Trainer nicht behagte. Als Erste fiel Helena Kiprop zurück. Irina Mikitenko rückte immer näher an die beiden Spitzenläuferinnen heran, überholte auch Rose Cheruiyot. Kurz vor Kilometer 28 hatte Irina Mikitenko die Äthiopierin Askale Tafa Magarsa eingeholt. Diese wehrte sich noch einige Zeit, aber ab Kilometer 31 war Irina Mikitenko schließlich alleine vorn. Allerdings nicht ganz allein, denn fürsorglich kümmerten sich ihre drei Tempomacher Jan Bialk (Polen), Michael Kasitit (Kenia) und Samson Simparimuk (Kenia) um sie. Die Wattenscheiderin hatte keinen schwachen Punkt mehr. Am Ende durfte sie über die Superzeit von 2:19:19 Stunden jubeln. "Das war ein Supertag. Aber dass es für eine Zeit unter 2:20 reicht, habe ich nur geträumt. Das ist ein Super-Erlebnis, das werde ich nie vergessen!" sagte sie. Den drei Jahre alten Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi verfehlte Irina Mikitenko nur um sieben Sekunden. Zweite im Ziel war Askale Tafa Magarsa (Äthiopien) in 2:21:31 Stunden, Dritte wurde Helena Kirop (*1976, Kenia) in 2:25:01 Stunden.
Die einzige weitere deutsche Altersklassensiegerin war Margot Heutschel, die in der Altersklasse W70 mit netto 4:19:11h vorn lag. Die nicht in einem Verein organisierte Mastersathletin hatte über den Vorbereitungskurs des Sportgeschäfts Intersport Räpple in Tübingen Zugang zum Berlin Marathon gefunden. Ihre Zeit war die schnellste W70-Marathonzeit einer deutschen Läuferin seit 2006. Anerkennender Kommentar von LAV-Trainer Gerold Knisel: "Margot ist eine schnelle Tübingerin, die (noch) keinem Verein angehört; das gibt es auch!"
Bei den Mastersläufern kamen die Altersklassen-Favoriten Friedrich Holst (*1938, SV Rugenbergen) in 3:14:24h netto in der M70 und Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof 05) in der M55 in netto 2:41:52h jeweils auf Platz 1. Wieslaw Slawinski (*1955, LG HNF Hamburg) gewann die M50 in beachtlichen 2:39:32h. Ihm folgten die guten Lutz Kuhardt (*1957, FC Unterkirnach, 2:41:56h netto, AK-PB), Johann M. Lendner (*1958, MRRC München, 2:42:10h netto, AK-PB) und Winfried Willems (*1955, DLC Aachen, 2:42:17netto).
In der Altersklasse W55 gab es ein bisschen Statistik-Durcheinander. Platz 1 taucht nämlich in der Resultatliste des Veranstalters nicht auf. Platz 2 belegt offiziell die Schweizerin Karin Züger , die aber in die Altersklasse W35 gehört, weil sie - so unser Schweizer Korrespondent- 1972 geboren ist. Offiziell auf Rang 3 platziert aber tatsächlich wohl die Siegerin dieser Altersklasse ist die starke chilenische Ausdauerläuferin Luisa Ines Rivas (*1951), die bei ihrem Erfolg in 3:04:31h (netto) zugleich einen neuen chilenischen Rekord aufstellte.
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(Quellen: www.leichtathletik.de, sueddeutsche.de, 28.09.08, aufgefrischt am 29.09.08)


Warschau: Eduard Scherer (M40) mit persönlicher Bestzeit auf Rang 8

Auf Gesamtrang 8 des Warschau-Marathons lief am Sonntag ein glänzend aufgelegter Dr. Eduard Scherer (*1966, LAV Asics Tübingen) in sehr schnellen 2:28:08h netto. Wie bei seinem M40-Erfolg anlässlich der deutschen 10km-Meisterschaften in Karlsruhe Anfang des Monats war Scherer auch in der polnischen Hauptstadt erneut schnellster Altersklassenläufer. Seine Zeit war auch für ihn persönlich die schnellste bisher erzielte M40-Marathonzeit sowie außerdem die schnellste Marathonzeit eines deutschen M40-ers seit mehr als vier Jahren.
Schon freut man sich in Tübingen auf den lokalen Nikolauslauf am 6.12., wenn Eduard Scherer und Dieter Baumann (*1965, LAV Asics Tübingen) in der Altersklasse M40 um den Sieg laufen.
(28.09.08)


Europarekord: Starke französische Halbmarathon-Masters in Lyon

Gleich zwei europäische Bestleistungen von Altersklassenathleten des Jahrgangs 1947 bejubelten die französischen Seniorenleichtathleten am vergangenen Sonntag. Bei den Halbmarathonmeisterschaften am 21. September in Lyon steigerte Claudine Marchadier (*1947, As Fleury Les Aubrais Saran At) 1:28:04 die bisherige, vor Jahresfrist von ihr selbst in Orleans aufgestellte Europarekordmarke um 11 Sekunden.
Noch knapper war die Rekordverbesserung bei den Männern. Hier überzeugte Patrick Roussel (*1947, Js Lezignan-corbieres) in Lyon mit 1:14:15h und verbesserte mit dieser Zeit den bisherigen, immerhin 12 Jahre alten Halbmarathon-Europarekord der M60 um drei Sekunden, den seinerzeit Manuel Rosales (*1935, ESP) beim Halbmarathon in Lissabon aufgestellt hatte. (Ergebnisübersicht,
27.09.08)


Ausschließlich Masters: DLV nominiert 24 Stunden World Challenge-Team

Der Vorsitzende des Bundesfachausschusses Laufen, Harald Rösch, hat jetzt das Nationalteam des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) benannt, das am 18. Oktober an der 6. IAU 24 Stunden World Challenge in Seoul (Südkorea) teilnimmt. Insgesamt elf Athletinnen und Athleten aus dem Ultramarathonbereich treten unter der Mannschaftsführung des DLV-Beraters Volkmar Mühl die Reise nach Südkorea an. Nachdem die DLV-Mannschaft bei der 24 Stunden World Challenge im vergangenen Jahr im kanadischen Drummondville mit Rang drei bei den Männern und Platz vier bei den Frauen sowie zwei Top-Ten-Platzierungen in den Einzelwertungen die in sie gesetzten Erwartungen bei Weitem übertraf, ist die Erwartungshaltung auch in diesem Jahr auf ein erfolgreiches Abschneiden ausgerichtet.
„Wir verfügen über eine leistungsmäßig sehr ausgeglichene Mannschaft mit Athleten und Athletinnen, die sich über längere Zeiträume zielgerichtet auf diese Veranstaltung vorbereitet haben. Wegen der bei den Aufbauwettkämpfen der letzten Wochen erreichten Zwischenergebnisse haben wir durchaus Grund zum Optimismus, an die im vergangenen Jahr erreichten Erfolge anknüpfen zu können“, erklärt Volkmar Mühl, der als Ultramarathonverantwortlicher des DLV auch für die Betreuung der Kaderathleten/innen zuständig ist, zur Erwartungshaltung an sein Team, das ausnahmslos aus Mastersläuferonnen und -.läufern besteht; älteste Athletin ist dabei Monika Belau (*1954, Harburger SC), ältester Athlet Friedemann Hecke (*1961, VfL Ostelsheim). „Dabei sind wir uns natürlich bewusst, gegen die besonders favorisierten Mannschaften aus Japan, Frankreich, Russland und den USA mit auch international herausragenden Läufern und Läuferinnen nur bei einem optimalen Wettkampfverlauf bestehen zu können“, ergänzt er. Dazu wird den Athleten/innen wieder ein bewährtes Betreuerteam zur Verfügung stehen. Um darüber hinaus die notwendige Anpassung an den Zeitunterschied von sieben Stunden sowie eine ungestörte unmittelbare Vorbereitung auf den Wettkampf zu gewährleisten, wird die DLV-Mannschaft bereits am 12. Oktober ihre Reise nach Seoul antreten. Das DLV-Team:

Frauen
Monika Belau (*1954, Harburger SC)
Silke Gielen (*1957, Harburger SC)
Anja Samse (*1966, MC Menden)
Grit Seidel (*1970, LG Nord Berlin)
Sabine Strotkamp (*1965, LG Kreis Ahrweiler)

Männer
Andreas Baier (*1969, TSV Kusterdingen)
Friedemann Hecke (*1961, VfL Ostelsheim)
Michael Irrgang (*1964, Troisdorfer LG)
Oliver Leu (*1974, LG Bremen Nord)
Jens Lukas (*1966, LSG Karlsruhe)
Ralf Steisslinger (*1965, TSV Kusterdingen)
(Quelle leichtathletik.de, 27.09.08)


Antidoping: D-NADA fordert Transparenz - Zweifel am Willen des IOC

Die deutsche Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) sorgt sich um den weltweiten Anti-Doping-Kampf und befürchten für die eigenen Sportler einen Wettbewerbsnachteil. Sie will vor allem wissen, was mit den bei den Olympischen Spielen in Peking genommenen Dopingproben passiert. In einem vom Vorstand der NADA verabschiedeten Positionspapier zur Olympia-Nachlese verlangen sie von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Aufklärung darüber, was mit den bei den Spielen von Peking im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) genommenen Dopingproben passiert. "Wir fordern Transparenz", sagte jetzt NADA-Vorstandschef Armin Baumert. „Nur 50 bis 60 Nationen haben ein unabhängiges nationales Kontrollsystem.“
Außerdem sollten im Interesse der Chancengleichheit bei künftigen Großveranstaltungen nur noch Sportler starten dürfen, die regelmäßig unangekündigt kontrolliert worden sind. "Momentan herrschen weltweit völlig ungleiche Bedingungen. Nur 50 bis 60 Nationen haben ein unabhängiges nationales Kontrollsystem", sagte NADA-Vorstandschef Baumert. "Es muss im Sinne unserer Athleten für gleiche Bedingungen gesorgt werden." Dies sei eine Aufgabe für das IOC, meinte Peter Danckert (SPD), Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses und Mitglied des Kuratoriums der NADA: "Es ist die einzige Organisation, die das durchsetzen kann. Wenn das IOC denn will, woran ich aber meine Zweifel habe." Danckert wird das NADA-Positionspapier am 23. Oktober in Sydney WADA-Chef John Fahey überreichen und ihm eine der drängendsten Fragen stellen, nämlich "Wie mit den Proben, die acht Jahre eingelagert werden, genau verfahren werden soll und wer entscheidet, welche Proben wann und wo nachuntersucht werden." Bislang haben sich weder WADA noch IOC dazu verbindlich geäußert. Es wurde lediglich angedeutet, dass die Proben in China bleiben sollen.
Die deutschen Sportler waren vor Peking dem strengsten Kontrollprogramm der Olympiageschichte unterworfen worden. "Sie gehören zu den weltweit am intensivsten getesteten Athleten", sagt Baumert. In den letzten sechs Wochen vor den Spielen wurde jeder mindestens einmal kontrolliert. Auch deshalb schlägt die NADA ein neues Belohnungssystem vor. Eine "angemessene Anerkennung" sollte es auch für diejenigen geben, die ohne Medaille blieben, aber persönliche Bestleistungen oder nationale Rekorde erzielten: "Dies würde einem Leistungsstreben um jeden Preis entgegenwirken."
Trotz der Kritik an der internationalen Situation spricht Baumert aber keinen Generalverdacht gegen Athleten anderer Länder aus. Allerdings gäbe es Skepsis gegenüber manchen Leistungen: "Es wäre jedoch fatal, wenn wir jede sportliche Höchstleistung von vornherein unter Dopingverdacht stellen würden." Künftig müssten aber einheitliche Kontrollbedingungen nicht nur bei Wettkampf-, sondern auch schon bei Trainingskontrollen im Vorfeld herrschen. In Peking hatte es nach 4770 Tests insgesamt 15 Dopingfälle gegeben, neun bei Sportlern und sechs bei Pferden. Im Vorfeld waren bereits über 30 Dopingsünder durch Fachverbände und WADA aussortiert worden.
(Quellen: zdf, sid, 27.09.08)


35. Berlin-Marathon: 40.000 Läufer und Läuferinnen gemeldet - "rbb-Livestream" im Internet

Am kommenden Sonntag findet in Berlin Deutschlands größte Laufveranstaltung statt: Der Berlin-Marathon, der in diesem Jahr zum 35. Male ausgetragen wird. Er gehört mittlerweile weltweit zu den bedeutendsten Rennen über die Distanz von 42,195 km und ist Bestandteil der World Marathon Majors-Serie, eine Art Grand Prix der City-Marathons, wo neben Berlin in London, Boston, Chicago und New York die schnellsten Läuferinnen und Läufer Punkte erhalten und so die Chance auf den mit einer Millionen Dollar dotierten Gesamtsieg wahren können. Der Berlin-Marathon ist aber nicht nur eine Angelegenheit für international ambitionierte Spitzenathleten. Die meisten der rund 40.000 Läuferinnen und Läufer aus über hundert Nationen, die am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr auf der Straße des 17. Juni an den Start gehen, versuchen individuell gesteckte Ziele zu realisieren, wenn sie nach drei, vier oder noch mehr Stunden erschöpft, aber (hoffentlich) gesund und zufrieden durch das Brandenburger Tor laufen, von dem es noch rund 200 Meter bis zur Ziellinie sind.
Ob der aktuelle Weltrekordhalter Haile Gebrselassie sein Vorhaben wahr machen kann, tatsächlich seine eigene alte Bestmarke aus dem Vorjahr weiter zu steigern, wird sich spätestens nach 2:04:26 Stunden entschieden haben. Denn das ist die Zeit, die der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger 2007 in Berlin gelaufen ist: „Ich bin davon überzeugt, dass ich meinen Rekord brechen kann, wenn die Witterungs-Bedingungen stimmen“, gibt sich der 35-jährige Äthiopier selbstbewusst. Mit dabei ist auch Deutschlands schnellster Marathonläufer Falk Cierpinski (SV Spergau), der Sohn von Waldemar Cierpinski, dem zweifachen Olympiasieger im Marathon (1976 und 1980), und der ehemaligen 800-m-Läuferin und Olympiateilnehmerin Maritta Politz. Favoritin bei den Frauen ist Deutschlands Rekordhalterin (2:24:14 Std.), die Vorjahreszweite von Berlin, Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid), die bei dem Olympischen Spielen wegen Verletzung nicht starten konnte und sich vor zwei Wochen mit neuem Deutschen Rekord über 10.000 m im Straßenlauf (30:57 Min) zurückgemeldet hat.
Traditionell wurde am vergangenen Sonntag die Berlin-Marathon-Woche mit dem 20. Literatur-Marathon (einer Lesung u. a. mit dem Journalisten Dr. Hajo Schumacher alias Achim Achilles) und mit dem sog. Kultlauf auf der (verkürzten) historischen Strecke eröffnet, wo am 13. Oktober 1974 auf einem Radweg parallel zur Avus-Autobahn in Richtung Strandbad Wannsee beim ersten Berliner Volksmarathon 286 Männer und Frauen auf Kurs gingen. Den Startschuss für den Kultlauf gab Horst Milde, Begründer des Berlin-Marathons und langjähriger Rennleiter, der inzwischen als "Ehren Race Director" (!) amtiert und diesmal wieder im Führungsfahrzeug vor dem Läuferfeld mit auf die Strecke geht: „Während 1974 bei den wenigen Läuferinnen und Läufern eindeutig das Leistungsmotiv im Vordergrund stand, steht 2008 für die Massen mehr das Erlebnis gegenüber dem Ergebnis im Vordergrund“, resümiert Milde eine Entwicklung, die zugleich „seine“ Erfolgsgeschichte des Berlin-Marathons und der Laufbewegung überhaupt kennzeichnet.
Neben dieser Erfolgsgeschichte mit der kontinuierlichen Expansion der Teilnehmerzahlen hat der Berlin-Marathon stets selbst auch Trends gesetzt, die heute anderswo selbstverständlich geworden sind: Der Berlin-Marathon hat früh das Netz der eigenen medizinischen (Erst-)Versorgung immer enger gestrickt - sei es auf der Strecke selbst oder sei es prophylaktisch durch sportmedizinische Beratungen während der mehrtägigen Marathon-Messe, die jetzt als „Berlin Vital“ vom 25. bis 27. September erstmals auf dem Gelände des Kabelwerks im Stadtbezirk Spandau stattfindet. Dort erhalten die angemeldeten Läuferinnen und Läufer ihre Startunterlagen, dort präsentieren Sportartikelhersteller ihre neuesten Produkte einschließlich des Hauptsponsors, der dort eine „World of Running“ eingerichtet hat.
Der Berlin-Marathon hat auch früh andere Wettbewerbe für Rollstuhlfahrer, Hand-Biker, Inline-Skating, Walker sowie den Mini-Marathon für Schulen und den Bambinilauf für Kinder integriert und beispielsweise als erster Laufveranstalter in Europa einen sog. Jubilee-Club gegründet, bei dem jeder lebenslänglich und kostenlos Mitglied wird, der mindestens zehnmal den Berlin-Marathon absolviert hat. Dieser Jubilee-Club besteht seit nunmehr zehn Jahren: „Die Mitglied-schaft im Jubilee-Club ist für viele ein besonderer Anreiz zur mehrfachen Teilnahme am Berlin-Marathon und trägt zur Kundenbindung beim Veranstalter bei“, erklärt der 61-jährige Bernd Hübner, der als einziger Läufer alle bisherigen Berlin-Marathons absolviert hat und der am Sonntag wiederum mit der Startnummer 201 dabei ist und den Jubilee-Club bis vor kurzem ehrenamtlich geleitet hat. Der Berlin-Marathon steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel, was allein aus lokalen Erwägungen nahe liegt, weil sich rund um das Kanzleramt im Regierungsviertel der Hinterzielbereich des Marathons befindet, in dem die Läuferinnen und Läufer versorgt werden. In ihrem Grußwort schreibt die Bundeskanzlerin u. a.: „Ich bin sicher: Deutschlands größte Laufveranstaltung wird einmal mehr ein unvergleichliches Fest werden. Ein Grund für den andauernden Erfolg dieses Wettbewerbs ist sicherlich die attraktive und bekannt schnelle Strecke entlang Berlins beeindruckender historischer Kulisse.“
Insgesamt werden rund eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer in der Hauptstadt erwartet. Mehr zum 35. Berlin-Marathon, der veranstaltet wird von SCC Running und der am kommenden Sonntag von 8.30 bis 13.15 live von Radio Berlin Brandenburg und dann von 13.15 bis 14.00 Uhr in der ARD („Sportschau live“) in einer Zusammenfassung übertragen wird. Übrigens: Wer keinen Fernseher in Reichweite hat, muss nicht aufs Mitfiebern verzichten: Am Samstag wie am Sonntag bietet rbb online einen Live-Stream im Netz an und stellt die besten Szenen anschließend als abrufbares Video zur Verfügung.
Auch Günter Hallas (*1942, LG Nord Berlin) startet am Sonntag im Feld der über 40.000 Läufer und Geher. Es ist sein 33. Berlin Marathon. Viele kennen den 66-Jährigen, denn er war der erste Sieger des legendären Berlin-Marathons (2:44:53 h). Mehr...
(Quelle DOSB, 26.09.08)


Ö-NADA übernimmt Dopingsache Susanne Pumper (W35)

Die Rechtskommission der österreichischen Nationalen Anti-Doping Agentur (Ö-NADA) hat am Mittwoch mitgeteilt, dass sie nun offiziell das anhängige Dopingverfahren der Leichtathletin Susanne Pumper (*1970, LLC Wien) übernommen hat. In beiden Fällen "hat eine mündliche Verhandlung binnen acht Wochen stattzufinden", hieß es in der von Gernot Schaar, Vorsitzender der NADA-Rechtskommission, verfassten Erklärung.
Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) war mehr als sechs Monaten nach Abgabe der positiven A-Probe von Langstreckenläuferin Susanne Pumper am 9. März dieses Jahres zu keinem Urteil gelangt. Die Athletin, deren vorläufige Suspendierungen bis zum Abschluss der Dopingverfahren bestehen bleibt hatten deshalb die österreichische NADA um Übernahme ihres Falles gebeten. Die als gemeinnützige GmbH strukturierte Wiener NADA hatte am 1. August 2008 ihre Tätigkeit aufgenommen und die bisher bei den Sportfachverbänden Österreichs eingerichteten Antidoping-Instanen abgelöst.
(26.09.08)


Rückeshauser und Hessert glänzen in Kreuznach - Drei Titel für Karin Schmitt

Kurz vor Saisonende setzten sich am vergangenen Sonntag (21.09.) in Rheinhessen einige namhafte Senioren-Leichtathleten aus der Region beim Werfertag in Bad Kreuznach noch einmal erfolgreich in Szene. Leander Rückeshäuser, vielfacher rheinhessische Seniorenmeister des Jahrgangs 1936 von der TSG Heidesheim erzielte in der Altersklasse M70 gleich vier erste Plätze, nämlich im Kugelstoßen (10,56 m), Diskuswurf (32,82, Hammerwurf (32,27) und im Speerwurf (34,47). In der M 65 gewann Walter Held (LG Rheinfront) das Kugelstoßen (10,56) und den Diskuswurf (40,82). Im Speerwurf dominierte Michael Volkert (USC Mainz) die M 50 (35,82m), Jürgen Domann (*1953, LG Nahegoldtal, 40,74 m) die M55 und Helmut Hessert (*1946, LC Bingen) die M60 mit 44,72m. Der Feuerwehrmann aus Horrweiler gewann an seinem 62. Geburtstag auch das Kugelstoßen (10,57 m), den Diskus- (37,71) und den Hammerwurf (31,15) seiner Altersklasse.
In den Entscheidungen der weiblichen Altersklassen ragte Karin Schmitt (USC Mainz) mit drei ersten Plätzen heraus. Die deutsche Fünfkamp-Seniorenmeisterin der W 55 gewann das Kugelstoßen mit überzeugenden 11,03m, den Diskuswurf (24,59m) und den Speerwurf (25,50m).
Alle Resultate hier
(Quellen A-Z, A-Z, 26.09.08)


Werfer weiter gut in Form

Saisonbestleistung und ihre größte Hammerwurfweite seit zwei Jahren erreichte am Sonntag (21.09.08) Johanna Bokeloh (*1956, LG Wesermünde). Beim Werfertag der LG Bremen Nord kam die W50-erin auf 34,23 m. Tags zuvor hatte Hella Böker (*1941, Tuspo Borken) beim vierten Durchgang der Werferserie 2008 des SSC Vellmar gute 33,74 m erreicht. Auch im Diskuswurf überzeugte sie mit 26,20m. Hartmut Nuschke (*1956, SSC Vellmar) warf 50,55m und Hans Greb (* 1937, LAV Kassel) 41,04m.
In der M80 überzeugte Klaus Moll (*1928, SSC Vellmar) mit 11,56m im Kugelstoßen und 30,35m in der Diskuskonkurrenz.
(26.09.08)


Damm-Endkampf : Spannende Wettkämpfe in München

Viele Hände hatte Prof. Dr. Böhnke, DLV-Vizepräsident Wettkampf-, Breiten- und Freizeitsport, anlässlich der 37. DAMM-Endkämpfe im Münchner Dante-Stadion zu schütteln. Denn nicht weniger als 464 Athletinnen und Athleten aus 39 Vereinen hatten sich am Ende zur Siegerehrung eingefunden. In neun verschiedenen Klassen, fünf bei den Männern und vier bei den Frauen, waren Sieger und Platzierte zu ehren. Aber bis es soweit war, musste erst einmal ein langer Wettkampftag bei kühlen Temperaturen „überstanden“ werden. In vier der neun Mannschaftswettbewerbe setzten sich die Titelverteidiger durch. Bei den Männern gelang dies dem LAC Quelle Fürth/München in der Klasse M 50 und der StG Alsternord-SV Polizei Hamburg in der Klasse M 70. Bei den Frauen waren der TSV Bayer 04 Leverkusen in der Klasse W 30 und die LG Neiße in der Klasse W 40 wie schon 2007 erfolgreich. Mit fünf Teams hatte der Pulheimer SC die Reise nach München angetreten, je dreimal waren die LG Stadtwerke München und die LG Neiße vertreten.
Erstaunlich ist es immer wieder, welch große Zahl früherer Top-Athletinnen und -Athleten sich in den Dienst ihres Teams stellen, wenn es gilt, sich manchmal fast „inkognito“ bewegend, Punkte bei einer Mannschaftsmeisterschaft zu sammeln. Einige Beispiele: Der frühere Deutsche Meister über 400 Meter Hürden, Jan Schneider (BL 49,63sec/2001) startete in der Klasse M 30 für die LG Kindelsberg Kreuztal über 400 Meter, im Hochsprung und in der 4x100-Meter-Staffel. Für die LG Stadtwerke München punkteten in der Klasse M 40 der mittlerweile 51 Jahre alte Hochspringer Gerd Nagel (BL 2,36 m/1989) sowie der frühere 20-Meter-Kugelstoßer Oliver Dück und der Ex-Zehnkampfmeister Norbert Demmel (BL 8.152 Punkte/1989).
Wie sehr gerade Wettkämpfer mit einer Mehrkampfvergangenheit in Mannschaftswettbewerben gefragt sind, zeigten Jörg Lorenz und Johannes Heling (beide LAC Quelle Fürth), Ekkart Müller ,auch ein 8.000-Punkte-Zehnkämpfer aus den 70er Jahren, für die StG Bielefeld und Dr. Theo Steinacker (LG Plettenberg/Herscheid). Zwei frühere Weltklasse-Kugelstoßerinnen aus den 80er Jahren gingen mit Grit Hammer (BL 20,72 m/1987) für LAC Quelle Fürth/München in der Klasse W 40 und Helma Teuscher (geb. Knorscheidt, BL 21,19 m/1984) für die StG Saale/Harz in der Klasse W 50 in ihrer Spezialdisziplin an den Start. Ebenfalls im Kugelstoßen steuerte die Olympiaachte von Mexico-City 1968 im 200-Meter-Lauf, Jutta Hertel (geb. Stöck), Punkte für ihr W-60-Team, den OSC Berlin, bei.
Zum ersten Mal hatte sich die LG Kindelsberg Kreuztal für den deutschen Endkampf in der Klasse M 30 qualifiziert und gewann auf Anhieb den Titel. Die Westfalen lagen vor der abschließenden 4x100-Meter-Staffel noch hinter der LG Stadtwerke München, liefen aber mit 45,39 Sekunden über zwei Sekunden schneller und hatten am Ende 77 Punkte Vorsprung. Der LBV Phönix Lübeck lag als Titelverteidiger deutlich hinter diesen beiden Mannschaften. In der Klasse M 40 steigerte sich die LG Stadtwerke München gegenüber dem Vorkampfwert um gut 450 Punkte und hatte damit einen komfortablen Vorsprung vor der StG Leipzig-Markkleeberg und der LG Osterode. Besonders durch die Doppelerfolge von Oliver Dück und Norbert Demmel sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswerfen hatten sich die Münchner uneinholbar abgesetzt. Spannung pur hieß es in der Klasse M 50 vor dem letzten Wettbewerb, der 4x100-Meter-Staffel. Denn ganze sechs Punkte Vorsprung hatten die Männer des LAC Quelle Fürth/München vor der StG Bielefeld. Die Franken zeigten sich dann aber als die wesentlich schnelleren Sprinter und bauten dann die Führung noch auf 114 Punkte aus.
In der Klasse M 60 hatte die neugebildete Startgemeinschaft AWK-Holstein schon das beste Vorkampfergebnis erreicht, trat in München zwangsläufig als Favorit an und gewann dann auch sicher vor dem SV Polizei Hamburg. M 65-Kugelstoß-Weltrekordler Kurt Goldschmidt punktete mit seinen 15,39 Metern im Kugelstoßen und besonders durch seinen Diskuswurf auf 51,89 Meter am meisten. Die größte Steigerungsrate aller beteiligten Vereine gegenüber dem Vorkampfergebnis gelang allerdings der LAG Obere Murg, die sich dadurch von Platz fünf auf drei vorarbeiten konnte. StG Alsternord-Polizei Hamburg vor LAV Bayer Uerdingen/Dormagen lautete das Endergebnis in der Klasse M 70. Eine Reihenfolge, die auch so erwartet werden konnte. Die LAV-Sprinter, als Inhaber der Deutschen Bestleistung, konnten den Hamburgern in der 4x100-Meter-Staffel nur eine knappe halbe Sekunde abnehmen, deutlich zu wenig, um in der Endabrechnung noch an den Hamburgern vorbei zu kommen.
In der Klasse W 30 gab es mit dem TSV Bayer 04 Leverkusen vor der StG SF Neukieritzsch die gleiche Reihenfolge wie im Jahr 2007. Die Sächsinnen konnten den Rückstand des Vorjahres zwar um knapp 200 Punkte reduzieren, die Rheinländerinnen waren aber eigentlich nie in Gefahr. Die LG Neiße verbesserte sich gegenüber 2007 um einen Rang und belegte Platz drei. Ungefährdet war auch der Erfolg der LG Neiße vor dem LAC Quelle Fürth/München in der Klasse W 40. Sorgen hatte es für die Teamleitung der Sächsinnen allenfalls in den Tagen und Wochen vor dem Endkampf gegeben. Denn ausgerechnet mit Simone Noack, seit Jahren einer Punktelieferantin auf höchstem Niveau, hatte man ein „Sorgenkind“ in den Reihen: Die Langsprinterin hatte sich bei den „European Masters Games“, Anfang September in Malmö (Schweden), verletzt und seitdem nicht mehr trainieren können. In München signalisierte sie dann aber nach einem „nur auf Ankommen“ gestalteten 800-Meter-Rennen in 2:26,89 Minuten ihre Bereitschaft, auch in der 4x100-Meter-Staffel zu laufen, damit war die Titelverteidigung unter Dach und Fach. Das LAZ Obernburg-Miltenberg lag am Ende nur wenige Punkte hinter dem LAC Quelle auf Platz drei.
„Programmgemäß“ lief alles in der Klasse W 50. Gegen die erstmals in dieser Saison auftretende Startgemeinschaft Saale-Harz, mit den bei den Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana mit reichlich Edelmetall dekorierten Athletinnen Gisela Seifert und Helma Teuscher im Team, hatten auch die Titelverteidigerinnen der SG Alemannia Aachen/ART Düsseldorf keine Chance. Helma Teuscher (W 50-Weltrekordlerin mit 14,94 m) schaffte mit ihren 13,35 Metern im Kugelstoßen das tagesbeste Ergebnis in dieser Klasse. Hauchdünn war die Entscheidung zwischen der LG Nord-West Hamburg und dem OSC Berlin in der Klasse W 60. Die 4x100-Meter-Staffel der Hanseatinnen siegte mit 1,13 Sekunden Vorsprung, das reichte gerade eben so, um die vor dem Rennen in der Punktewertung vorn liegenden Berlinerinnen mit 17 Punkten Vorsprung noch knapp abzufangen. Auch die Differenz zwischen Platz drei und vier war gering: Die LG Nord Berlin lag sechs Punkte vor der StG Erft/Rhein/Wupper.
(von Jörg Reckemeier auf www.leichtathletik.de, 25.09.08)


Stabhoch: 5000 Aachener verabschieden Jeff Hartwig (USA)

Zum letzten Mal griff Stabhochspringer Jeff Hartwig (*1967, USA) am Mittwochabend beim Domspringen in Aachen innerhalb eines Wettkampfes zum Stab. Mit 5,40 Metern wurde er beim Sieg seines 14 Jahre jüngeren Landsmanns Brad Walker (5,70 m) Fünfter. Emotionaler Höhepunkt war aber, als die Zuschauer Jeff Hartwig mit weißen Taschentüchern winkend verabschiedeten. 5.000 Zuschauer standen zu seinem letzten Sprung auf, feuerten ihn an und ließen einen sichtlich ergriffenen Jeff Hartwig auch danach noch mehrmals über den Anlaufsteg laufen, um ihn feiern zu können. Dieser hatte sich das Aachener Meeting für seinen Abschied aus der Wettkampszene ausgesucht, weil es „das geilste Marktplatzspringen der Welt“ sei.
Der Sieg ging jedoch an seinen Teamkollegen und Weltmeister Brad Walker, der extra nach Aachen gekommen war, um beim Abschied seines Freundes dabei zu sein. Als einziger übersprang er 5,70 Meter. An 5,80 Metern, einem neuen Meetingrekord, scheiterte er knapp. Bester Deutscher war der Filstaler Alexander Straub, der 5,60 Meter übersprang, der Leverkusener Lars Börgeling wurde mit 5,50 Metern Dritter und Deutschlands Mastersspringer Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) mit 5,30m Siebter. Niedrige Temperaturen und immer wieder einsetzender Regen boten keine optimalen Bedingungen, kurz musste der Wettkampf einmal unterbrochen werden. Ein begeistertes Publikum, das für Stimmung sorgte, konnte dies aber ausgleichen.
Hartwig meinte in einem Schreiben an Masters-Journalist Ken Stone (USA): Aachen war wirklich großartig. Ich kann mir keinen besseren Abschluss vorstellen. Naja, vielleicht ein bisschen besseres Wetter. Das Publikum war jedenfalls fantastisch wie immer, und es war toll, dass es bei meinem letzten Wettkampf eine so tolle Atmosphäre gab."

Ergebnisse aus Aachen
1. Brad Walker (USA), 5.70 m
2. Alexander Straub (LG Filstal), 5,60 m
3. Lars Börgeling (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,50 m
4. Fabian Schulze (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) 5,50 m
5. Jeff Hartwig (USA), 5,40 m
6. Danny Ecker (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,40 m
7. Tim Lobinger (LG Stadtwerke München), 5,30 m
7. Malte Mohr (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,30 m
9. Richard Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,30 m
10. Rens Blom (*1977, Niederlande), 5,30 m
11. Hendrik Gruber (TSV Bayer 04 Leverkusen), 5,10 m
12. Kim Yoo-Suk (Südkorea), 5,10 m
(www.leichtathletik.de, 25.09.08)


Porta Westfalica: Gute Werferleistungen beim "Abwerfen"

Mehr als ordentliche Werferleistungen gab es am Sonntag (21.09.) beim "Abwerfen" der LG Porta Westfalica zu feiern. Anne Chatrine Rühlow (*1936, SV Burgsteinfurt) verpasste zum Saisonabschluss im Stadion im Stadtteil Nammen nur sehr knapp die 30-m-Marke und warf den Diskus auf 29,94m. Im Kugelstoßwettbewerb kam die W70-erin auf 9,79m.
Bei den Männern überzeugte Hammerwerfer Klaus Kynast (*1949, TSV Hagen 1860) mit sehr guten 45,19m und ließ den starken Hans Jürgen Blume (*1950, Hannover 96, 43,54m) klar hinter sich. Zwei sehr gute Leistungen erzielte auch Klaus Liedtke (*1941, SuS Oberaden). Bis auf 5 Zentimeter an seine Vorjahresleistung stieß er die 5kg-Kugel auf 15,50m, den 1-kg-Diskus warf er auf 52,41m. Alle Resultate hier
Mehr in der Lokalzeitung... (
23.09.08, aufgefrischt am 01.10.08)


Braunschweig: Nur der Gegenwind bremst Siegmund Küster
Bezirksmeisterschaften der Senioren in Salzgitter

Erfolgreichster Einzelstarter bei den Seniorenmeisterschaften des Bezirks Braunschweig am zweiten Septemberwochenende war der Klein Ilseder Siegmund Küster (*1957). Bei vier Starts holte er im einmal mehr "etwas zugigen "Stadion am Salzgittersee drei Titel und eine Vizebezirksmeisterschaft. Der vielseitige Mehrkämpfer siegte im Kugelstoß der M50 mit 10,77 m, gewann das Diskuswerfen mit 33,41 m und holte sich abschließend den Titel im Speerwurf mit 35,75 m. Bei starkem Gegenwind wurde Küster außerdem Vize über 100 Meter in 14,17 sek (W.:-1,5) hinter Günter Sievert (*1957, MTV Schöningen) in 13,74sec. Kugelstoß-Nordmeister Werner Weber (*1947, LG Peiner Land) verteidigte seinen Bezirkstitel der M60 mit 13,09 m und siegte im Diskuswurf mit 38,17 m. In der M75 warf Heinrich Deutsch (*1932, MTV Salzgitter ) den Diskus auf gute 33,33 m.
Schnellste Frau über 3000 Meter war Bianca Weide-Jentsch (*1967, SVG Groß Bülten). Mit einem überzeugenden Start-Ziel-Sieg verteidigte die Ölsburgerin ihren Titel in der W40 und verbesserte sich trotz störender Windböen gegenüber dem Vorjahr um sieben Sekunden auf 11:23,71 min. Mit dieser Zeit rückte sie auf Rang zwei in der niedersächsischen Landesbestenliste vor. Klar auf Rang 1 der Landesbestenliste schob sich sogar Speerwerferin Sabine Rahn (*1967, VfL Wolfsburg) mit den in ihrem dritten Versuch erzielten 40,31m (AK-PB).
Alle Resultate
(Quelle newsclick, 23.09.08)


Suderburg: Ruminski und Schröder überzeugen

In 32:55,4 Minuten über 10.000m überzeugte Ingo Schröter (*1967, Post SV Buxtehude) am vergangenen Freitag (19.09.) beim Läuferabend in Suderburg. Auch Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) bewies einmal mehr gute Form. Unter Flutlicht stellte er in 34:04,7 min eine niedersächsische Jahresbestzeit der M45-Senioren auf und war damit um 40 Sekunden schneller als die bisherige Nummer Eins, Rolf Schwabe vom VfL Fallersleben.
„Es waren bei Windstille und 15 Grad traumhafte Langstreckenbedingungen“, sagte Ruminski. Nach sechs Kilometern konnte er seine Zielvorgabe von 34:30 Minuten noch erhöhen. „Ich habe meine gute Form gespürt und das Tempo kontinuierlich gesteigert“, sagte Ruminski nach dem Rennen. Damit hält der Hiddestorfer nun die niedersächsischen Jahresbestleistungen auf gleich fünf Strecken. Über die Meile, 5000 Meter, 10000 Meter, Zehn-Kilometer-Straßenlauf und im Halbmarathon konnte ihm keiner in seiner Alterklasse das Wasser reichen. „Für die Niedersachsenmeisterschaften im Halbmarathon am 5. Oktober in Lingen bin ich jetzt bestens gerüstet“, sagte Ruminski.
(aus HAZ, 22.09.08)


Landesrekord: LAV-Zeven lässt Verletzungspech hinter sich

Still war es dieses Jahr um das Seniorenleichtathletikteam der LAV Zeven. Denn nach allein elf Deutschen Meistertiteln in den beiden Vorjahren war die Truppe regelrecht vom Verletzungspech verfolgt. So gab es dieses Jahr neben 8 Landes- und vier Norddeutschen Titelgewinnen „nur“ dritte Plätze durch Czeslaw Pradzynski (100m, M45) und Helmut Meier (M55, 400m) sowie zweite Plätze durch die 4x400m-Staffel der M50/55 (Dr. Schneegans, Joachim Hickisch, Friedrich Müller, Helmut Meier) Joachim Hickisch (M50, Dreisprung) auf nationaler Ebene.
Umso eindrucksvoller dann der Auftritt des M50/55-Quartetts beim Staffelabend des VFL Wolfsburg zum Saisonausklang. Hier verbesserten Dr. Hans-Georg Müller, Dr. Bernward Schneegans, Friedrich Müller und Joachim Hickisch den zehn Jahre alten Niedersachsenrekord des SV Wacker Osterwald in der Olympischen Staffel (400-200-200-800 Meter) gleich um neun Sekunden auf 4:18,41 Minuten. Zum Vergleich: In der aktuellen Landesbestenliste der Männer rangiert das Team damit auf Rang vier. Für das Quartett war es zugleich der fünfte Landesrekord in den letzten drei Jahren.
Eindrucksvoll auch der Mannschaftserfolg bei den Landesfünfkampfmeisterschaften in Wilhelmshaven. Trotz schwacher Leistungen von Joachim Hickisch und Hans-Georg Müller erreichte das Team mit Helmut Meier noch 5.349 Punkte, rund 600 Punkte mehr als der aktuelle Mannschaftsmeister Schwarzenau in Darmstadt.
(22.09.08)


Bayern: Regensburg "alte" Langstrecklerinnen räumen in Erding ab

Die Langstreckenläufer und -läuferinnen der LG Telis Finanz Regensburg holten am Sonntag bei den 10 km Straßenlaufmeisterschaften in Erding alle vier Titel. Mastersläuferin Veronika Ulrich (*1968) überraschte dabei die DM-Sechste, Lokalmatadorin Bernadette Pichlmeier (*1969, LAG Mittlere Isar) mit einem scharfen Antritt auf den letzten zweihundert Metern und einer Endzeit von 35:03. Die Seniorinnen aus der Oberpfalz siegten in beiden Teamwertungen, bei den Frauen mit Kathi Kaufmann, der Dritten der Frauenwertung (37:13).
Bei den Frauen belauerten sich Bernadette Pichlmeier und Veronika Ulrich praktisch die ganzen vier Runden lang. Als dann die Lokalmatadorin vierhundert Meter vor dem Ziel zum Angriff blies, konterte die Telis-Frau eiskalt und siegte knapp mit zwei Sekunden Vorsprung.Bernadette Pichlmaier nahm ihre Niederlage eher gelassen hin. Den Erdinger Lauf absolvierte sie aus ihrem laufenden Marathontraining heraus. Beim Frankfurt-Marathon will die 39-Jährige eine Zeit unter 2:40 Stunden laufen. Katharina Kaufmann, die "grande dame" des Regensburger Langstreckenlaufs, sorgte als Dritte mit nun fast 48 Lebensjahren erneut für mehr als ein Ausrufezeichen.
Der junge Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) wurde bei den Männern seiner Favoritenrolle mit einem überlegenen Sieg in 30:55 voll gerecht.
Kurz nachdem der Starter Punkt 14 Uhr die fast dreihundert Teilnehmer/innen der Landeswertung auf den nicht ganz einfachen, 2,5 km langen Rundkurs geschickt hatte, kristallisierte sich ein Führungsquartett mit dem in der Gästeklasse laufenden Kenianer Sawe, Hannes Hillebrand von den Sportfreunden Friedberg, dem Erlanger Josef Katib und dem späteren Sieger heraus. Der Tempoverschärfung des Afrikaners bei Streckenmitte konnte dann nur noch Philipp Pflieger folgen, der seinerseits eingangs der letzen Runde seinen Turbo zündete und noch einen satten Vorsprung von 18 Sekunden herauslief.
Insgesamt gut im Gesamtfeld konnten sich dabei die Seniorenläufer platzieren. Johann "Hans" Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) überschritt als Gesamtfünfter und Vierter der Meisterschaftswertung schon nach 31:57 Minuten die Ziellinie; gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen Peter Kozlowski (*1965) und dem 31-Jährigen Marco Sturm, eine Woche zuvor noch bei der Berglauf-WM in der Schweiz am Start, holte der Ausnahmeläufer damit Bronze in der Mannschaftswertung der Männer. Klaus Sörgel (*1966, LG Landkreis Roth) gewann die M40 mit einer Zeit von 32:57 Minuten und Reinmund Hobmaier (*1962, Post-Telekom-SV Rosenheim) holte sich in der M45 mit einer Leistung von 33:29 Minuten den Meistertitel. Eine Revanche gelang in der M55 Manfred Dormann (*1950, TV Bad Brückenau). Vor einer Woche unterlag er in Karlsruhe deutlich Elmar Fries (*1953, TV Geiselhöring). In Erding hatten sich beide Seniorenläufer verbessert, und nun lag Manfred Dormann vor Elmar Fries. Klassensieger in der M60 wurde der Favorit Erwin Mammensohn (*1948, TG Viktoria Augsburg).
Erwartungsgemäß beherrschten Veronika Ulrich (*1968), Bernadette Pichlmaier (*1969) und Katharina Kaufmann (*1961) ihre Altersklassen W35, W40 und W45. Mit einer Zeit unter der 40 Minuten-Grenze bewiesen in Erding aber noch weitere Seniorinnen eine Spitzenleistung: Constanze Boldt, Barbara Stich, Monika Kaiser, Marcela Loza Hilares und Ulrike Mayer-Tancic. Enger als erwartet wurde der Wettbewerb in der W50. Mit 12 Sekunden Vorsprung setzte sich die Favoritin Christine Sachs (TV Geiselhöring) mit einer Zeit von 41:28 Minuten gegen Gerlinde Wahl (TSV Neuhaus/Aisch) durch. Mit Medaillen verließen auch am Sonntag wieder die Aichacher Seniorinnen die Wettkampfstätte. In der W55 gewann Christiane Göttner vor Herta Bergmann und in der W60 musste sich Leni Bauer nur von Ursula Herzog (TSV Dinkelsbühl) geschlagen geben.


Auch von dieser bayerischen Meisterschaft liegt bislang keine vollständige Ergebnisliste vor.
(Quelle www.lg-regensburg.de, 22.09.08, aufgefrischt mit Hilfe des Beitrags von Dieter Claus, BLV-Webseite am 22.09.08)
Aufgefrischt am 26.09.08:
Alle Resultate


Interview mit Peter Esenwein: „Ein ‚zu alt’ gibt es nicht“

Der Speerwerfer Peter Esenwein (*1967, LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) hat sich von der verpassten Olympiateilnahme nicht unterkriegen lassen und peilt jetzt die WM 2009 in Berlin an. Im Interview mit leichtathletik.de erklärt der EM-Sechste von 2006, woher er sich mit 40 Jahren noch den Antrieb und die Kicks für die Zukunft holt.
Peter Esenwein, Sie haben auf den Wettkampf beim Weltfinale vor Ihrer Haustüre in Stuttgart verzichtet, obwohl Sie über eine Wildcard eine Startberechtigung gehabt hätten. Warum?
Peter Esenwein: Ich konnte zuletzt wegen Schmerzen im Bereich des Sehnenansatzes meiner rechten Schulter nicht richtig trainieren. Die Verletzung habe ich mir zugezogen, weil ich nach den deutschen Meisterschaften im Juli in Nürnberg auf fünf Wettkämpfen in zwölf Tagen geworfen hatte – schließlich wollte ich die Qualifikation für die Olympischen Spiele noch unbedingt schaffen. Leider hat das ja nicht geklappt. Außerdem habe ich mit der Wildcard gar nicht gerechnet und habe deswegen meinen Trainingsumfang zum Ende der Saison bereits heruntergefahren.
Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach dem Wettkampfjahr 2008 aus?
Peter Esenwein: Natürlich negativ. Mein großes Ziel, in Peking zu starten, habe ich nicht erreicht. Das Jahr begann mit einer Leistenoperation im April, nach der ich zunächst sechs Wochen lang pausieren musste. Dann wurde meine Form aber besser, und im Juni in Schönbeck habe ich die Olympianorm von 82 Metern um 72 Zentimeter übertroffen. Im Anschluss wollte ich die Norm beim Europacup in Annecy ein zweites Mal bestätigen, um das Ticket nach China zu lösen. Dummerweise war die Anlaufbahn in Annecy ein Unding, ich bin nur durch die Gegend gerutscht und habe mir dabei den Adduktor gezerrt: Also wieder zwei Wochen Pause. Bei der DM hat es geregnet wie die Sau, was mich meinem Ziel auch nicht gerade näher gebracht hat. Ich hatte ganz schön viel Pech dieses Jahr.
Im Dezember werden Sie 41 Jahre alt. Die große Frage ist natürlich, ob Sie 2009 noch eine Saison dranhängen?
Peter Esenwein: Ja, ich will weitermachen und bei der Weltmeisterschaft in Berlin werfen. Das ist mein Antrieb. Ohne die WM im eigenen Land würde ich meine Karriere nun wohl beenden. Aber ich habe gemerkt, dass der Speer noch richtig weit fliegen kann. Das will ich nutzen.
Gibt es für Sie nach zwölf Jahren Hochleistungssport noch Neues und Spannendes im Speerwurf zu entdecken?
Peter Esenwein: Ja, klar. Ich drehe ganz bewusst an den kleinen Rädern und baue in mein Kraft- und Techniktraining immer neue, abwechslungsreiche Übungen und Elemente ein. Das Ergebnis ist, dass ich mich in meinen Kraft- oder Sprintwerten immer wieder selbst toppe. Das gibt mir die Motivation und den Kick für die Zukunft.
Werden Sie manchmal wütend, wenn man Sie als „zu alt zum Speerwerfen“ bezeichnet?
Peter Esenwein: Das lässt mich relativ kalt. Vielleicht sagen das mache Menschen ja nur, weil sie unzufrieden sind, dass sie selbst nicht so lange Leistungssport betreiben konnten. In der Leichtathletik gibt es zum Glück klar messbare Werte. Entweder du schaffst die Norm und damit die Qualifikation oder eben nicht. Die Ergebnisse sprechen für sich, ein „zu alt“ gibt es da nicht. Wo haben Sie sich das Speerwurffinale der Olympischen Spiele angeschaut?
Peter Esenwein: Vor dem Fernseher mit meiner Freundin.
Was ging dabei in Ihnen vor?
Peter Esenwein: Na ja, emotionslos habe ich das natürlich nicht verfolgt, das können Sie mir glauben. Mir wurde klar, dass ich da eigentlich dazugehöre. Ich habe Leistungen und Weiten gesehen, die ich in diesem Jahr auch schon erreicht habe. Der Norweger Andreas Thorkildsen war mit 90,57 Meter eine Klasse für sich. Am meisten berührt hat mich aber die Silbermedaille für Ainars Kovals aus Lettland (86,64 Meter, d. Red.). Er wurde als dritter lettischer Werfer mit nach Peking geschickt, obwohl er die A-Norm des internationalen Leichtathletik-Verbandes (81,80 Meter, d. Red.) zuvor nicht erfüllt hatte. Der lettische Verband hat ihm trotzdem das Vertrauen geschenkt. Da habe ich mich gefragt, wo das Vertrauen meines Verbandes geblieben ist.
Mit Christina Obergföll, Steffi Nerius und Katharina Molitor haben es drei deutsche Speerwerferinnen ins Olympiafinale geschafft, während die männlichen Kollegen Stephan Steding und Alexander Vieweg deutlich in der Qualifikation scheiterten. Wo liegen die Unterschiede?
Peter Esenwein: Von den Vorleistungen her war die Hoffnung schon berechtigt, dass es die Jungs auch in den Endkampf schaffen. Aber eine Qualifikation bei Olympischen Spielen ist einfach ein mords Ding. Das war für Stephan und Alexander etwas gänzlich Neues. Die deutschen Frauen sind da schon erfahrener und abgezockter.
Obwohl Sie noch ein Jahr dranhängen, werden Sie sich sicher schon Gedanken über das Leben nach dem Leistungssport gemacht haben.
Peter Esenwein: Stimmt. Ich habe Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Nürtingen studiert und kann mir gut vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten. Es war mir immer wichtig, neben dem Sport auch was für den Kopf und für meine Zukunft zu machen. Außerdem bin ich beim Württembergischen Leichtathletik-Verband als Verbandstrainer angestellt und gebe Stützpunkttraining in Schwäbisch Gmünd.
In Ihrer Heimat Göppingen spielt der Handball-Bundesligist Frisch Auf. Mit ihrem Wurfarm wären Sie bestimmt eine gute Waffe aus dem Rückraum. Haben Sie mal überlegt, zum Handball zu wechseln?
Peter Esenwein: In der Tat habe ich früher in Fellbach in der Oberliga gespielt. Es wäre auch möglich gewesen, im Handball Karriere zu machen. Ich habe mich dann aber für das Speerwerfen entschieden. Jetzt fange ich sicher nicht wieder mit dem Handball an – aber zu den Heimspielen von Frisch Auf Göppingen gehe ich immer wieder gerne.
(www.leichtathletik.de, 22.09.08)


DAMM Endkampf am 20. September 2008 in München:

Weiterhin keine Resultate im Netz (22.09.2008, 7.00 Uhr)
Kommentar im Blog

Na endlich: Die DAMM-Resultate aus München
(22.09.08)


DLV-Optimismus: "Mit neuem Elan ins WM-Jahr 2009"
Mallow nur noch am Schreibtisch und erste Fragezeichen für Wiederwahl Prokops

Enormer Zeit- und Erfolgsdruck haben den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zum Umbau seiner Sport-Spitze gezwungen. 327 Tage vor dem Startschuss der Weltmeisterschaften in Berlin zog der Verband auf seiner Spitzensporttagung in Kienbaum bei Berlin die Reißleine: Andere Köpfe, Ideen und Strukturen sollen nach dem Debakel von Peking den ersehnten Aufschwung für die olympische Kernsportart bringen. Der bisherige Cheftrainer, Jürgen Mallow wurde, wie inoffiziell schon angekündigt zum Sportdirektor gemacht. Zum neuen Cheftrainer für alle Laufdisziplinen einschließlich Hürden (DLV-Jargon: Track) wurde Rüdiger Harksen benannt und Herbert Czingon zum neuen Cheftrainer für alle technischen Disziplinen (DLV-Jargon: Field).
Auf der Spitzensporttagung vier Wochen nach den Olympischen Spielen forderte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, dass es künftig eine wirksamere Steuerung der Athleten in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Wettkampfplanung und Trainingsentwicklung geben müsse, um bei der WM 2009 in Berlin erfolgreich abzuschneiden. Im Klartext: Die Kommunikation muss effektiver werden. Harksen und Czingon könnten dabei in ihrer neuen Verantwortung von ihren Erfahrungen als Heimtrainer profitieren. Sie arbeiten "näher am Mann" und haben einen besseren Draht zur Basis. "Ich bin überzeugt, dass wir sowohl bei den Athleten als auch bei den Trainern das Potential haben, bei der WM 2009 gut abzuschneiden," erklärte Prokop optimistisch.
Drei Tage lang hatten rund 120 Teilnehmer der Tagung, darunter zahlreiche Bundestrainer, Heimtrainer und Vereinsvertreter, kontrovers das unbefriedigende Ergebnis des DLV-Teams bei den Olympischen Spiele in Peking (China) diskutiert. Dabei wurden auch Fehler in der Vorbereitung einzelner Athleten eingestanden. "Wir müssen die wahrgenommene Krise als Chance nutzen. Ziel muss es jetzt sein, das vorhandene Potential für die WM 2009 sowie die Spiele 2012 in London voll auszuschöpfen. Wir werden unser gesamtes kreatives Potential abrufen, damit die Leichtathletik-Fans in Deutschland eine erfolgreiche WM 2009 sehen", versprach der verantwortliche DLV-Vize Professor Dr. Eike Emrich. Dabei sollen vor allem auch junge Athleten, die zuletzt in den Fokus gerückt sind, besser gefördert werden.
Offiziell teilte die DLV-Spitze in Kienbaum mit, der bisherige Cheftrainer Jürgen Mallow agiere künftig als Sportdirektor. "Jürgen Mallow hatte zuletzt sowohl als Cheftrainer als auch als Sportdirektor agiert. Künftig hat er wieder mehr Zeit für Führungsaufgaben. Ich halte Mallow für einen der wichtigsten und kreativsten Köpfe der deutschen Leichtathletik. Er wird weiter den Bereich Leistungssport führen. Die beiden Cheftrainer werden sich unter anderem um die Optimierung des Trainings sowie um die Optimierung der jeweiligen Abstimmungsprozesse kümmern", erklärte Eike Emrich.
Nach Ansicht von Beobachtern "ist das alles nur Etikettenschwindel und Augenwischerei: Ein in Peking außer Rand und Band geratener Cheftrainer wird hochgelobt, zwei Bundestrainer bekommen „pro forma“ den Titel „Cheftrainer“, werden dafür natürlich entsprechend entlohnt, und damit hat man das Ergebnis Peking abgehakt und genug für die Öffentlichkeit getan. Sicherlich war auch das Innenministerium „not amused“ über die Ausraster des bisherigen Cheftrainers", meinte ein führender süddeutscher Leichtathletikexperte gegenüber masters-sport.de und ergänzte: "Vielleicht ist in der Ablösung von Cheftrainer Mallow ein Eingeständnis zu sehen, dass dessen Konzept der Individualisierung des Leistungssportes ganz einfach gescheitert ist. In Zusammenarbeit mit Eike Emrich hatte Mallow nahezu jede zentralen Steuerung der Leistungssportentwicklung aufgegeben und sie den einzelnen Vereinen und Heimtrainern übergeben - ohne Kontrolle, Vorgaben, Planung, Vermittlung von Fachwissen und Koordination. Der DLV hatte sich faktisch auf die Position des bloßen Geldverteilers zurückgezogen."
Ähnlich wertete am Sonntag auch die FAZ den organisatorischen Umbau und stellte gleich auch die im kommenden Jahr anstehende Wiederwahl von DLV-Präsident Clemens Prokop in Frage ("nicht immer das Schlechteste").
In einer anderen Stellungnahme hieß es gegenüber masters-sport.de: "Vielleicht ist der Umbau im DLV auch eine Reaktion auf die Mallow’sche Beschimpfung des eigenen Arbeitgebers in Form von DLV-Präsidiumsmitglied Professor Dr. Helmut Digel als „Dummschwätzer“, übrigens nicht in einem Kneipengespräch sondern in einer öffentlichen Pressekonferenz. Wenn man seinen Arbeitgeber beleidigen muss, um befördert zu werden... - na dann "Prost Mahlzeit!". Dabei hatte Helmut Digel mit seiner Einschätzung, die Mallow Veranlassung gab, ihn als Dummschwätzer zu bezeichnen, - wenn auch pointiert – Recht! Digel ist sicherlich ein unbequemer Sportführer, hat aber vom Leistungssport und dem Sport im Allgemeinen mehr Ahnung als jedes einzelne Präsidiumsmitglied im DLV."

Ex-Europameister Harald Schmid (Gelnhausen) könnte sich vorstellen, nach der WM Verantwortung im DLV zu übernehmen. "Wir müssen das Wissen ehemaliger Sportler stärker anzapfen. Die Leichtathletik braucht neue Impulse. Die WM alleine kann ihr die nicht liefern", sagte der 50-Jährige, der seine größten Erfolge über 400 Meter Hürden feierte, der Fachzeitschrift «Leichtathletik». Die Talente müssen früher an die Spitze herangeführt werden, forderte Schmid, der mit 18 Jahren schon olympischer Bronzemedaillengewinner über 4 x 400 Meter war.
Der DLV hatte in Peking mit nur einer Bronzemedaille für Speerwerferin Christina Obergföll die schlechteste Bilanz seit 104 Jahren verbucht. Noch in Peking hatte der abgelöste Cheftrainer Mallow in einem beispiellosen Rundumschlag die Pleite auf Politik und Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) abgewälzt: "Die wollen immer mehr Medaillen, und was tun sie dafür? Nichts, nichts, nichts!". Zum Unwillen von Prokop sparte er dabei auch das Bundesinnenministerium nicht aus und prangerte die bürokratischen Hemmnisse an. An der Olympia-Bilanz von Peking gebe "es nichts schön zu reden. Das war ein ausgesprochen enttäuschendes Ergebnis, unter dem wir alle in jeder Hinsicht leiden", sagte Mallow.
( 21.09.08)


Thüringen: Ein kleines, aber feines Starterfeld
Offene Landesmeisterschaften im Werferfünfkampf für Senioren in Zella-Mehlis

Weil die Anlagen auf dem rekonstruierten Sportplatz „An der Suhler Straße“ rechtzeitig fertig gestellt wurden, konnte die Abteilung Leichtathletik des TSV Zella-Mehlis entgegen ursprünglicher Befürchtungen vor wenigen Tagen doch noch den Werferfünfkampf für Seniorinnen und Seniorenausrichten. In der Kürze der Zeit, so gab TSV-Abteilungsleiter Günter Karl zu verstehen, war natürlich mit einer großen Beteiligung nicht mehr zu rechnen. Umso mehr freute es die Organisatoren, dass dennoch eine Reihe von Senioren-Weltmeistern sowie mehrere Deutsche Meister an den Start gingen. Darunter waren unter anderem die mehrfache Senioren-Weltmeisterin Ulrike Engelhardt vom ASV Erfurt, ihr Vereinskamerad Manfred Rittweger sowie Richard Rzehak vom SC Preußen Erlangen.
Brigitte Emmrich vom Gastgeberverein gewann den Wettbewerb in ihrer Altersklasse. Foto: König
Bild:

Nach ihren Erfolgen bei der Europameisterschaft im slowenischen Ljubljana stellte sich Sportlehrerin Ulrike Engelhardt auf dem Zella-Mehliser Sportplatz ebenfalls in ansprechender Form vor und schleuderte den Hammer auf respektable 39,95 m. Auch im Diskuswurf mit 36,81 m sowie im Gewichtwerfen mit 12,06 m sammelte die Erfurterin zahlreiche Mehrkampfpunkte, so dass am Ende ein beachtliches Ergebnis von 2927 Zählern in das Protokoll eingetragen wurde. Vize-Europameisterin Brigitte Emmrich vom gastgebenden TSV Zella-Mehlis erreichte mit 2239 Punkten ebenfalls ein sehr gutes Resultat im Feld der Altersklasse W 50. Dabei ragten ihre 33,81 m im Hammerwurf sowie die 10,22 m im Gewichtwurf heraus. Waltraud Ebert, gleichfalls vom TSV Zella-Mehlis, kam in der Altersklasse W 55 auf 1705 Zähler und erzielte ihre beste Leistung im Hammerwurf mit 28.91 Metern.
In bester Verfassung präsentierte sich Klaus Wollmann vom TuS Jena. Der mehrfache Deutsche Seniorenmeister erkämpfte 2686 Punkte und glänzte im Hammerwurf mit sehr guten 42,73 m. Hervorragend fiel mit 36,12 m auch sein Diskus-Resultat aus. Damit war dem Jenaer der Sieg in der Altersklasse M 70 trotz der starken Konkurrenz durch Wilfried Hack (LG Hohenlohe/2560) nicht mehr streitig zu machen. Der drittplatzierte Günter Braun vom TSV Crailsheim vermochte mit seinen 2557 Punkten ebenfalls zu überzeugen. Nicht zu schlagen war Weltmeister Richard Rzehak aus Erlangen mit 2445 Punkten in der Altersklasse M 75. Der Seniorenmeister schleuderte den Hammer auf 39,60 m und ließ beim Gewichtwurf immerhin 14,80 m vermessen. Der 81-jährige Hammerwurf-Weltrekordler der Senioren, Manfred Rittweger vom ASV Erfurt, spielte seine Stärken in dieser Disziplin mit 38,22 m aus.
„Gern hätten wir eine stärkere Beteiligung erlebt, resümierte Werner Erben. „Wenn die Sportstätten in Zella-Mehlis bald wieder voll funktionsfähig sind, verankern wir die Meisterschaft fest im Terminkalender und verlegen sie in die Hauptwettkampfsaison.“
Senioren-Ergebnisse, M 35: 1. André Hoiden (SV Bleicherode) 2649; M 50: 1. Uwe Heimrich (TSV Zella-Mehlis) 2050; M 65: 1. Hermann Albrecht (SV Satteldorf) 2833; M 70: 1. Klaus Wollmann (TuS Jena) 2686; M 75: 1. Richard Rzehak (Preußen Erlangen) 2445; M 80: 1. Manfred Rittweger (ASV Erfurt) 1935
Seniorinnen-Ergebnisse, W 30: 1. Ramona Hoiden (SV Bleicherode) 1575; W 45: 1. Ulrike Engelhardt (ASV Erfurt) 2927; W 50: 1. Brigitte Emmrich (TSV Zella-Mehlis) 2239; W 55: 1. 1705; W 60: 1. Eva Nohl (TSV Langenzenn) 2628
Alle Ergebnisse (aus Freies-wort.de, 20.09.08)


DLV nach Peking: Der Chef wird Direktor - Kritik

DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow wird Sportdirektor. Seine bisherige Aufgabe teilen sich fortan Lauftrainer Rüdiger Harksen und Stabhochsprungtrainer Herbert Czingon. Das bestätigte DLV-Präsident Clemens Prokop dem Berliner Tagesspiegel. Die Veränderungen seien jedoch keine Konsequenz aus dem olympischen Misserfolg, sagt Prokop. „Die Situation hat sich im Verhältnis zur WM 2007 null verändert“. Über Mallows neue Position sagte er daher: „Es ist weder eine Beförderung noch eine Degradierung. Es ist eine Veränderung seines Aufgabenbereichs.“ Schon bei den Spielen in Peking hatte Mallow beklagt, dass Verwaltungsaufgaben einen entscheidenden Teil seiner Arbeitszeit verschlängen und ihm Zeit für die sportlichen Belange fehle.
Bis zur Weltmeisterschaft 2007 hatte der DLV für diese Aufgaben auch einen Sportdirektor, DLV-Generalsekretär Frank Hensel. Der gab jedoch diesen Posten ab, um gemeinsam mit Heinrich Clausen die Geschäftsführung des Organisationskomitees für die WM im August 2009 in Berlin zu übernehmen. Dass Mallow nun Sportdirektor wird, wird nach Informationen aus dem DLV schon seit dem vergangenen Jahr diskutiert. Nach der WM verabschiedet sich Mallow in den Ruhestand. Seine beiden Nachfolger haben sich bislang als Bundestrainer um einzelne Disziplinen gekümmert. Der Mannheimer Rüdiger Harksen trainiert Sprinter und Hürdenläufer, er hat unter anderem Kirsten Bolm betreut, die Europameisterschaftszweite über 100 Meter Hürden, die vor kurzem ihre Karriere beendete. Der Mainzer Herbert Czingon trainiert Stabhochspringer.
Ein nicht benanntes Mitglied des DLV-Präsidiums kritisierte im Berliner Tagesspiegel die personellen Veränderungen als vorschnell: „Man hätte das breiter öffentlich ausschreiben müssen. Es muss auch bei den Trainern endlich ein Wettbewerb einsetzen.“ Kandidaten für den Posten des Cheftrainers wären auch Trainer aus anderen Ländern oder anderen Sportarten gewesen. So aber schmore der DLV im eigenen Saft. „Ändern wird sich dadurch nichts.“
(von Friedhard Teufel, Tagesspiegel, 19.09.08)

Kommentar: Herbert wert? (von Friedhard Teufel, Tagesspiegel, 19.09.08)
Kommentar; Beliebiger gehts nicht (von Olaf Bachmann, Kölner Stadtanzeiger, 19.09.08)


EM in Ancona: Billigflieger Ryanair ab Weeze, Lufthansa ab München

Früh geplant, ist preiswert geflogen. Dies gilt auch für die Teilnahme an den anstehenden Hallen-Europameisterschaften der Senioren im italienischen Ancona (25. März bis 29. März 2009). Für die Anreise gibt es neben der etwas langen Bahnfahrt über Bologna (ab Köln in rund 13 Stunden, ab München in rd. 9 Stunden) und der anstrengenden Autoreise günstige Flugverbindungen. Eine neue: Der irische Billigflieger Ryanair baut seinen Standort am Flughafen Weeze (Niederrhein) aus, eine Autostunde von der Düsseldorfer Innenstadt entfernt. Mit Beginn des Winterflugplans (30.10.) bietet Ryanair von dort zwei Mal wöchentlich (Montags und Freitags) eine Verbindung nach Ancona (Falconara) an. Bei unserer Recherche wurde die einfache Verbindung mit knapp 18 Euro (zzgl. Buchungsgebühr und Zuschläge für Gepäck) angeboten; allerdings war heute der Rückflug noch nicht buchbar - wohl weil zum Beginn der Sommerzeit am 30. März auch der Sommerflugplan '09 in Kraft tritt.
Eine mehr als ernsthafte Flug-Alternative ist die von Air Dolomiti im Auftrag der Lufthansa betriebene Verbindung ab und bis München. Der Hin- und Rückflug kostet zu ausgewählten Zeiten gegenwärtig noch günstige 99 Euro (zzgl. Buchungsgebühr, aber im Gegensatz zu vielen Billigfliegern incl. Gepäck). Allerdings: bei Lufthansa steht in Kürze eine Preiserhöhung auf vielen Strecken an und deshalb sollten Kurzentschlossene jetzt und eben günstiger buchen. Der Ancona -Flughafen Falconara wird außerdem von KLM/Air France angeflogen und zählt daneben natürlich zum Streckennetz der, allerdings heftig in's Gerede gekommenen Aliltalia.
Flugalternativen sind auch -das im Winterhalbjahr eher selten pro Woche angeflogene- Rimini (tuifly, airberlin) sowie Bologna (u.a. Germanwings), das aber gut zwei Autostunden entfernt ist.
Meldeschluss für die Hallen-EM ist übrigens der 9. Januar beim DLV. Hier mehr...
(19.09.08)


Bayern: Anton Gröschl (M45) und Kersin Steg (W35) werden Marathonmeister

Mit Anton Gröschl (*1959, Post-Telekom-SV Rosenheim) wurde am 7. September in Forchheim einer der bekanntesten und leistungsstärksten Seniorenläufer bayerischer Meister auf der Marathondistanz. Auch bei den Frauen agb es eine faustdicke Überraschung: Als Newcomerin des Jahres 2008 siegte mit großem Vorsprung Kerstin Steg (*1972, LAC Quelle Fürth/München 1860). Beide sicherten sich daneben natürlich die jeweilige Altersklassenwertung.
Wie die anderen DLV-LandesverbändeIn auch befindet sich der Bayerische Leichtathletikverband (BLV) in einem Dilemma mit seiner Marathonmeisterschaft. Stets steht sie im Schatten bevorstehender großer Stadtmarathons. Letztes Jahr versammelten sich in Würzburg nicht alle der leistungsstarken Marathonis Bayerns an der Startlinie; dieses Jahr verzichteten ebenfalls einige Spitzenläufer auf eine Teilnahme in Forchheim, weil z. B. Veranstaltungen in Berlin, München und Frankfurt in den nächsten Wochen anstehen. Insgesamt hatten 94 Läufer und Läuferinnen für die bayerischen Marathonmeisterschaften gemeldet.
„Dass ich auf meine alten Tage hin noch bayerischer Meister würde, hätte ich nicht gedacht!“, sagte Anton Gröschl nach seinem Titelgewinn. Der 49-Jährige wurde aber bereits im Vorjahr unter den zwanzig schnellsten Marathonläufer Bayerns aufgeführt. Seine Bestzeit auf dem Klassiker liegt bei 2:26 Stunden; in Forchheim hatte er sich 2:32 Stunden vorgenommen. Allerdings ermöglichte der wellige Kurs durch die Fränkische Schweiz dafür nicht das notwendige Tempo. Gelaufen wurde bei der 9. Auflage "die schwerere Variante", wie es auf der Webseite der LG Telis Finanz Regensburg hieß, des fränkischen Marathonlaufs mit Start in Forchheim und Ziel in Ebermannstadt. Nach 29 Kilometer lag sein 21 Jahre jüngerer Teamkollege Dirk Josephs zwei Minuten hinter Anton Gröschl. Doch der erfahrene Seniorenläufer konnte den Vorsprung halten und siegte schließlich mit 2:36:44 Stunden. Für solche Leistungen trainiert Anton Gröschl in der Woche ca. 120 Kilometer.
Stößt mit Kerstin Steg wieder eine neue Seniorenläuferin zu Bayerns schnellsten Langstrecklerinnen? So wie im Vorjahr dies Bernadette Pichlmaier gelang. Kerstin Steg gewann in Forchheim mit 3:01:33 Stunden mit sieben Minuten Vorsprung. Im Juni siegte die 36-Jährige mit 3:03 Stunden beim Metropol Marathon Fürth. Ulrike Mayer-Tancic (*1965, LG Telis Finanz Regensburg) wurde mit einem äußerst konstanten Tempo in 3:08:38 Stunden bayerische Vizemeisterin.
Nicht alle der bayerischen Seniorenläufer und –läuferinnen aus dem Spitzenbereich ließen Forchheim links liegen. In der M40 siegte mit 2:42:45 Std. Peter Bratenstein (*1966, TS Herzogenaurach) vor Fernando Lozano (*1967, TSV Wendelstein), der mit 2:43:30 Std. exakt diesele Zeit wie bei den Vorjahresmeisterschaften in Würzburg lief. Ausgezeichnete Zeiten gab es auch bei den 55- bis 59-jährigen Senioren. Mit Hermann Mörlein (*1953, MTP Hersbruck) kam 2008 ein sehr schneller Langstreckenläufer in die M55. Am vergangenen Sonntag überschritt der Hersbrucker bereits nach beeindruckenden 2:45:18 Std. die Ziellinie. Vizemeister wurde Manfred Dormann (*1950, TV Bad Brückenau), der rund acht Minuten länger für die 42,195 Kilometer benötigte, aber damit doch noch seine Vorjahresbestzeit unterbot. Eine Ursache: Für die Zuschauer in Ebermannstadt etwas störend, brachte der leichte Regen am Vormittag für die Läufer und Läuferinnen fast ideale Verhältnisse. Einzig die Straße war nicht ganz so „griffig“.
Knapp wurde der Wettbewerb in der Klasse W50. Nur 14 Sekunden lagen zwischen Regina Graf (*1955, LLC Marathon Regensburg) und Gerlinde Wahl (*1956, TSV Neuhaus/Aisch), die sich mit 3:15:52 Std. den Titel sicherte. In der Wertung W55 starteten nur zwei Läuferinnen. Die fehlende Altersklassenkonkurrenz fehlt aber Christiane Göttner (*1952, LC Aichach) offenbar nicht, um eine gute Leistung zu zeigen. Mit der Zeit von 3:41:37 Std. dürfte sie 2008 in ihrer Altersklasse die bayerische Bestenliste anführen.
Nachfolgend weitere ausgewählte Ergebnisse aus den Altersklassen: M50: 1. Werner Krum (*1955, Team Klinikum Nürnberg), 2:59:33 Stunden; 2. Thomas Meissner (*1958, LG Hof), 2:59:43 Stunden – M60: 1. Helmut Enz (*1945, TG Kitzingen), 3:20:26 Stunden – M65: 1. Günther Jeblik (*1961, LG Donau/Ilm), 3:36:14 Stunden, 2. Ulrich Ziermann (*1962, TV 1848 Schwabach), 3:51:13 Stunden – M70: Karl Fenzlein (*1937, TS Lichtenfels), 3:51:05 Stunden - W45: 1. Petra Bayerl (*1963, LLC Marathon Regensburg), 3:20:57 Stunden; 2. Ursula Riedel (*1962, MTP Hersbruck), 3:22:14 Stunden. Alle Resultate (pdf) (Quellen Blv-Webseite, LG Telis Finanz Regensburg17.09.08)


Veronika Ulrich (W40) beste Deutsche in einem enttäuschenden Berglauf-WM-Team
Regensburger Langstrecklerin landet in Crans Montana am Ende auf Platz 53

In einem furiosen Finale rang der Neuseeländer Jonathan Wyatt bei der 24. World Mountain Running Trophy im schweizerischen Crans Montana den zeitweise klar führenden Martin Toroitich aus Uganda nieder und gewann am Sonntag das siebte Berglauf-Championat seiner beeindruckenden Karriere. Bei den Frauen stürmte bei Dauerregen die Österreicherin Andrea Mayr mit einer Minute Vorsprung letztlich ins Ziel im Wintersportort und entschädigte sich für die um eine Sekunde verpasste Olympia-Teilnahme im 3.000 Meter-Hindernislauf. Den einzigen Glanzpunkt einer völlig enttäuschenden deutschen Mannschaft setzte Timo Zeiler, der im hochkarätig besetzten Männerrennen als viertbester Europäer auf Rang sieben einkam.
Als beste deutsche Frau kam Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg) ins Ziel. Mit einer starken Erkältung musste Veronika Ulrich alle Chancen auf eine gute Einzelplatzierung aufgeben und landete abgeschlagen als 53. - weit hinter ihren Erwartungen. „Die schnelle Strecke hätte mir eigentlich gelegen, aber mit einer Erkältung läufst du einfach unter Wert“, sagte die Regensburgerin, die nur durch sofortigen Einsatz des Teamarztes am Sonntag zumindest starten konnte.
(Quelle und mehr auf leichtathletik.de. 17.09.08)


Positive EM: Alle Dopingtests negativ

Eine positive Mitteilung macht EVAA-Präsident Dieter Massin (Ahlen). Alle Antidopingtests bei den 16. Europäischen Seniorenmeisterschaften in Ljubljana sind inzwischen im Doping-Kontrolllabor des ARC Forschungszentrums Seibersdorf (Österreich, mehr) -auch auf EPO- analysiert worden. Alle hatten ein negatives Ergebnis.
Unbeantwortet blieb bisher die Frage, welche Konsequenzen der französische Leichtathlet eigentlich zu tragen hat, der am vorletzten Wettkampftag wütend, getestet zu werden, im Dopinglabor das Handwaschbecken von der Wand trat.
(16.09.08)


Marathon-Herbst 2008 hat begonnen - Startmöglichkeiten von Norderney bis Kempten im Allgäu

Der Begriff Volksmarathon ist inzwischen überflüssig geworden und aus dem Sprachgebrauch verschwunden“, sagt Horst Milde, der 1974 als Volkslaufwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes den Berlin-Marathon (den 1. Berliner Volksmarathon) begründete, der Ende September seinen 35. Geburtstag feiert. Die Herbstsaison der Marathonläufe in Deutschland begonnen. Die Monate September und Oktober gelten als veranstaltungsreichste Zeit im Kalenderjahr. Der 7. Volksbank-Marathon Münster hat am letzten Wochenende den Anfang gemacht, jetzt folgen weitere Läufe über die 42,195 km in Metropolen wie Karlsruhe (21. September), der Hauptstadt Berlin (28. September, Mehr...) und im Oktober in Köln (5.10.), München (12.10.), Dresden (19.10.) sowie am 26. Oktober der 27. Frankfurt Marathon mit dem Zieleinlauf über den roten Teppich in die traditionsreiche Festhalle (der „Gud Stubb“).
Wen es nicht so sehr auf einen Citykurs mit vierstelligen Teilnehmerzahlen treibt, der kann auch bei kleineren Läufen starten, die sich mehr durch ihre landschaftlichen Reize und durch ein wechselvolles („rauf und runter“) Streckprofil auszeichnen – sei es auf einem Radweg durch das Vogtland beim 39. Göltzschtal-Marathon am 4. Oktober, sei es beim 31. Harz-Gebirgslauf, dem sog. „Brocken-Marathon“ am 11. Oktober, der vom Veranstalter selbst als Norddeutschlands schwerster Marathon bezeichnet wird, oder sei es rund um den Baldeneysee in Essen beim 46. RWE-Marathon am 12. Oktober. Auch im November und Dezember 2008 bieten sich noch Startmöglichkeiten an - sogar am 31. Dezember, an dem beispielsweise die LG Wuppertal zum sog. Eulenkopflauf (Silvestermarathon mit Staffellauf) nach Wülfrath einlädt. Insgesamt rund 70 Marathonläufe sind von September bis zum Jahresende von Norderney bis Kempten terminiert.
Der Marathon-Herbst 2008 bringt auch eine Reihe von Jubiläen mit sich, die auch als historische Daten von Bedeutung sind: Der 6. Oktober 1968 gilt gemeinhin als der Geburtstag des damals so bezeichneten „Volksmarathon“ in der Bundesrepublik Deutschland. An diesem Tag vor 40 Jahren wurde in Bräunlingen (Donaueschingen) der 1. Internationale Schwarzwald-Marathon gestartet, der seitdem auch als der älteste Frauenmarathon der Welt gilt und am Wochenende 11. und 12. Oktober 2008 nun zum 41. Mal stattfindet: „Damals waren Marathonläufe eher noch eine Angelegenheit für Leichtathleten mit Langstreckenambitionen, bevor es in den 70er Jahren die Laufveranstalter in die Innenstädte zog. Erst dadurch wurden die breiten Massen angezogen. Der Begriff Volksmarathon ist inzwischen überflüssig geworden und aus dem Sprachgebrauch verschwunden“, sagt Horst Milde, der 1974 als Volkslaufwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes den Berlin-Marathon (den 1. Berliner Volksmarathon) begründete, der Ende September seinen 35. Geburtstag feiert. Milde ist ihm heute als "Ehren Race Direktor" verbunden und im Ehrenamt noch Sprecher von German Road Races (GRR), der Vereinigung der großen Laufveranstalter. Das operative Geschäft beim Berlin-Marathon, seit Jahrzehnten Deutschlands Nummer eins, hat er längst an seinen Sohn Mark abgegeben.
Apropos Jubiläum: Der allererste Marathon in Deutschland fand vor genau 110 Jahren in Leipzig statt. Und vor 100 Jahren - nämlich anlässlich der Olympischen Spiele 1908 in London - wurde zum ersten Mal die Marathondistanz über genau 42,195 km anstatt der bis dahin üblichen 40 km gelaufen. Wie es überhaupt zu dieser „krummen Strecke“ kam, hängt mit dem britischen Königshaus und den damaligen „Messbegebenheiten“ zusammen: Der Startpunkt sollte an der Ost-Terrasse des Schlosses Windsor sein, und der Zieleinlauf sollte im Olympiastadion von der Königlichen Loge verfolgt werden können. Das ging anscheinend nur über 42,195 km. Heutzutage werden häufig bei Marathonläufen Start und Ziel verlegt - an der Distanz dagegen wird sich vermutlich in den nächsten 100 Jahren aber nichts mehr ändern.
(von Prof. Dr. Detlef Kuhlmann - Sportwissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover auf der Internetseite von GRR, 16.09.08)


IAAF-WM in Berlin: "Countdown-Uhr" enthüllt

Genau 333 Tage, 23 Stunden und 57 Minuten vor Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eine Countdown-Uhr enthüllt. Auf der Straße des 17. Juni in der Nähe des Brandenburger Tores zählt die Digitaluhr mit deutscher und englischer-("Be Berlin!")-Beschriftung die Zeit bis zur Leichtathletik-WM zurück.
«Berlin freut sich auf das nächste sportliche Großereignis», sagte Wowereit in feinem Deutsch in einer Mitteilung. «Wir wollen ein perfekter Gastgeber sein und unsere Stadt auch für weitere internationale Sportveranstaltungen empfehlen.» Für die WM vom 15. bis 23. August 2009 sind bereits 145 000 Tickets verkauft worden.
(dpa,16.09.08)


Niedersachsen: Senioren-Freude beim Fünfkampf

Bei den Landesmeisterschaften im Fünfkampf in Wilhelmshaven herrschte am Sonntag (14.09.) bei den Männern und Frauen, was die Beteiligung anbelangte, "leichte Zurückhaltung". So liest man es auf der Internetseite des NLV. Davon war bei den Senioren wenig zu spüren, die sich mit Begeisterung in die Wettkämpfe stürzten. Auch der über 80-Jährige Werner Fiolka hatte in der Nordseestadt noch große Freude an den Wettkämpfen. Hier die Sieger in den verschiedenen Altersklassen:
Männer: Dreikampf: M 80: 1. Werner Fiolka (*1925, RW Cuxhaven) 351 Punkte, Fünfkampf: M 75: 1. Klaus Klusmann (*1932, LG Fallingbostel) 389 P., M 70: 1. Kurt Winkelhake (*1937, LG Nienburg) 989 P., M 65: 1. Hans-Joachin Blecher (*1942, LG Lüneburg Stadt und Land)1578 P., M 60: 1. Jürgen Rudert (*1948, TuS Empelde) 1772 P., M 55: 1. Helmut Meier (*1951, LAV Zeven) 1588 P., M 50: 1. Heiner Lüers (*1958. TSG Westerstede) 2343 P., M 45. 1. Dr. Red Spitzer (*1963, LAZ Celle) 2473 P., M 40: 1. Bernd Cordes (*1968 LG Kreis Verden), 2397 P., M 35: 1. Karsten Werner (*1973, LG Lüneburg Stadt und Land) 1981 P., M 30: Holger Gewecke (*1975, TV Lohnde) 2595 P., Mannschaften: M 50/55: 1. LAV Zeven 5379 P., M 40/45: Osnabrücker TB 6646 P., M 30/35: 1. TV Lohnde 5458 P.,
Frauen: W 55: 1. Karina Gottkehaskamp (*1961, LG Kreis Verden) 971 P., W 45: 1. Birgit Trenker (*1962, LG Lüneburg Stadt und Land) 2333 P., W 40: 1. Birgitta Fieger (*1964, Heidmühler FC) 2428 P., W 30: 1. Diana Garde (*1970, LGG Ganderkesee) 2533 P.
Und alle Resultate hier (15.09.08)


W60-Weltrekord: Ingrid Meier noch einmal 4 Hundertstel schneller

Nachdem sie vor einer Woche bei den nordbayerischen Meisterschaften einen neuen 100m-Weltrekord in der Altersklasse W60 aufgestellt hatte, hat eine glänzend aufgelegte Ingrid Meier (*1947, TSV Zirndorf) am Sonntag (14.09.) ihre eine Woche alte Rekordzeit um vier Hundertstel auf 13,75 Sekunden (W:0,0) verbessert . Die Sprinterin lief im Dreikampf bei den Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften in Aichach den neuen Sprintweltrekord über die 100m der W60.
Eigentlich hatte die 61-jährige Sportlehrerin in Aichach nur den 22 Jahre alten 3-Kampf-Rekord der Klasse W60 verbessern wollen. Aber dann hatte sie wie in der Vorwoche erneut das Glück, mit jüngeren Altersklassen die 100 m zu laufen. So konnte Ingrid Meier im Sprint mit den fast 30 Jahre jüngeren W30-Sprinterinnen Barbara Muhr und Susanne Rost vom TSV Schwabmünchen (13,46 und 13,69) ihren W60-Weltrekord vom letzten Wochenende auf fabelhafte 13,75sec steigern. Das Unternehmen 3-Kampf war übrigens ebenfalls erfolgreich. Mit 4,34 m Weitsprung und 8,12 m Kugel sammelte sie 1.439 Pkt. und übertraf den bisherigen bayerischen Rekord von Lieselotte Seuberlich (*1926,ASV Grassau) mit 1.184 Pkt. aus dem Jahre 1986 deutlich. Leider waren in Aichach einmal mehr zahlreiche Senioren aber nur wenige Seniorinnen am Start.
Im Stadion am Gymnasium konnte auch M75er Manfred Konopka (*1931, LG Hof) mit 15,08sec (W:+0,4) im 100m-Sprint gefallen. Gute Zeiten über 200m liefen Karl Dorschner (*1951,TSV Dörfles-Esbach) 25,25sec (W.+0,6) und Gerhard Zorn (*1956, TSV Vaterstetten) 25,13 (W:+0,6). Alle Mehrkampfresultate hier
(15.09.08, aufgefrischt am 16.09.08)


Suchmeldungen: Wer wird Seniorensportler 2008 ?

Die Leichtathletik-Saison 2008 nähert sich dem Ende. Am kommenden Wochenende findet mit dem DAMM-Endkampf die letzte Seniorenmeisterschaft in Deutschland statt. Zeitgleich ist dasselbe Wochenende vom 20. und 21. September auch letzte Gelegenheit der Kontinent-Verbände, ihre Kandidaten für die beiden "IAAF-/WMA-Best Masters of the Year 2008" zu benennen. Die Meldungen aus den Regionen werten dann bei der WMA Rex Harvey (USA), Sandy Pashkin (USA), Brian Keaveney (Kanada) und Cesar Moreno Bravo (Mexiko) aus. Bemerkenswert: Europäer sind an der Jury nicht beteiligt. Nach interner Abstimmung werden die Nominierungen später der IAAF vorgelegt und die "IAAF-Best Masters of the Year 2008" dann auf der traditionellen IAAF-Gala im November in Monte Carlo ausgezeichnet.
Auch beim Europäischen Seniorenleichtathletikverband EVAA werden Meldungen für die "European Best Veterans" entgegen genommen. Hier erfolgt die Ehrung Ende Januar 2009 im "EVAA Central Office" im griechischen Marathon. Koordiniert wird diese Auswahl in Europa von der Kommission um Ivar Söderlind (Schweden), Lamberto Vacchi (Italien) und Selma Türkkal (Türkei).
Und genau in diese Reihe passt auch der Aufruf in der nächsten, der Oktober-Ausgabe des Magazins "Senioren Leichtathletik", wenn die "SeLa"-Leser um Vorschläge für die besten deutschen Seniorensportler des Jahres gebeten werden.
(14.09.08)


DM 10km: Irina Mikitenko gewinnt mit deutschem Rekord - Favoritensiege bei den Senioren

Mastersläuferin Irina Mikitenko war am Samstag in Karlsruhe bei den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften über 10 Kilometer nicht aufzuhalten. Die von einer Rückenverletzung genesene Wattenscheiderin verteidigte bei kühler und nasser Witterung in einer neuen deutschen Rekordzeit von 30:57 Minuten ihren Vorjahrestitel. Die 36-Jährige, die im August noch auf ihren Olympiastart in Peking (China) verzichten musste, steigerte sich damit um mehr als eine halbe Minute und ist jetzt im 10km Straßenlauf die achtschnellste Frau überhaupt. Der alte deutsche Rekord, den Irina Mikitenko selbst vor fünf Jahren in Paderborn gelaufen war, lag bei 31:28 Minuten. Die diesjährige Gewinnerin des Marathons in London (Großbritannien) hat mit diesem Erfolg ihre Vormachtstellung als derzeit stärkste deutsche Straßenläuferin eindrucksvoll unterstrichen. Sie habe unbedingt gewinnen wollen, betonte Irina Mikitenko nach dem Wettkampf, in dem sie im sechsten Rennen des Jahres mit Weltbestzeit 2008 den sechsten Sieg und den zweiten deutschen Rekord verbuchte. "Die Zeit war mir eigentlich nicht so wichtig", meinte sie. "Ich habe nur gedacht: Du musst gewinnen! Es gab keine Zwischenzeiten. Erst nach fünf Kilometern habe ich die Zeit gesehen und gedacht: Das ist ja schnell."
Das bald einsame Rennen stellte für Irina Mikitenko kein Problem dar: "Ich kann alleine laufen. Die Strecke war nicht einfach, es waren viele Kurven drin. Und dann der Regen." Auf Platz zwei kam Sabrina Mockenhaupt. Die Athletin des Kölner Verein für Marathon wurde bei Sprühregen und Temperaturen um die 13 Grad in 31:50 Minuten gestoppt. Auf Platz drei erreichte die Saarbrückerin Susanne Hahn (32:53 min) mit deutlichem Rückstand das Ziel. Bei den Männern gewann auf dem schnellen Innenstadt-Kurs der Spergauer Falk Cierpinski (29:14 min*) in einer deutlich engeren Entscheidung vor Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB; 29:17 min*) und Alexander Lubina (TV Wattenscheid 01; 29:19 min*).
Bei den Seniorensiegten Ausnahmslos die Favoriten. In der M40, die ebenso wie die Altersklasse M45 mit dem Hauptlauf startete, lag mit Titelverteidiger Dr. Eduard Scherer (*1966, ASICS Tübingen) der Favorit in 30:48min klar vor Dr. Matthias Körner (*1968, SC DHfK Leipzig, 31:29min). Auch in der M45 gewann mit Markus Zerres (*1961, TV Waldstraße Wiesbaden) der Sieger des Vorjahres in 33:12min. Im Mastersrennen der Ü50-Läufer siegte wie erwartet Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) in beeindruckenden 31:55min vor Jürgen Theofel (*1958, FV Wallau, 33:33min), der mit deutlichen 90 Sekunden Rückstand auf Platz 2 lief. Hinter Altersklasenneuling Wilhelm Dengler (*1958, LAV ASICS Tübingen, 34:19) blieb für Vorjahresieger Frank Karotsch (*1957, TG Stockach, 34:34min) nur der vierte Platz. Den Altersklassensieg in der M55 ließ sich Werner Bauknecht (*1953, LAV ASICS Tübingen, 34:29min) nicht nehmen. Zweiter wurde der Thüringer Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof, 35:10min) vor Vorjahresmeister Dr. Klaus Goldammer (*1952, OSC Berlin, 35:33min).
Nur um drei Sekunden verpasste der neue M60-Meister Winfried Schmidt (*1948, TuS Köln rrh.) in 34:38min die deutsche Bestleistung dieser Altersklasse im 10km Straßenlauf. Silber ging an seinen Vereinskameraden Herbert Engels (*1948, TuS Köln rrh., 37:06min), Bronze an Erwin Mammensohn (*1948, TG Viktoria Augsburg, 37:29min). Bemerkenswert das hohe Niveau des Laufes in der M60: Gleich die ersten fünf Läufer dieser Meisterschaft sind Jahrgang 1948, also neu in dieser Altersklasse. Die ersten Drei waren sämtlich schneller als der nicht startende Vorjahresieger Dietmar Lehmann (*1947, CVJM Siegen), und trotz einer Leistungssteigerung von 23 Sekunden war ein so starker Läufer wie der Vorjahresdritte Dietmar Schäfer (*1945, TV Waldstraße Wiesbaden, 38:53min) chancenlos im Kampf um die Medaillen und lief "nur" auf Rang 6.
Dass die Straße seine Domäne ist, unterstrich Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) und gewann in 38:13min den Titel - unerwartet deutlich mit einem Vorsprung von knapp zwei Minuten vor Elias Dobré (*1942, TSV Cappel, 40:07min). Vorjahresvize Horst Backes (*1939, SV Schlau.Com Saar 05) kam im letzten Jahr seiner M65-Zugehörigkeit in 40:21min auf Bronze; um sieben Sekunden war er schneller als im Vorjahr in Mannheim. Keine Schwäche zeigte M70er Klemens Wittig (*1937, LC Rapid Dortmund) und setzte sich nur eine Woche nach der schweren berglauf-WM in Tschechien in 41:03min gegen Ulrich Heise (*1938, DJK Elmar Kohlscheid,42:20min) durch. Dieselbe Reihenfolge wie im Vorjahr gab es in der M75. es gwann Titelverteidiger Werner Beecker (*1932, LC Wuppertal, 44:19min ) vor Edmund Schepp (*1931, TuS Rambach, 46:18min).
In der Seniorinnenklasse W35 ließ die Leistung von Bernadette Pichlmaier (*1969, LAG Mittlere Isar) aufhorchen. Hinter Irina Mikitenko kam die 39-jährige Mutter von zwei Kindern in ausgezeichneten 34:46min auf Rang 2. Vor drei Jahren lief sie noch ohne Verein, aber seit die ambitionierte Läuferin durch den erfahrenen Francisco "Francis" Munoz trainiert wird, steigert sie sich immer mehr. Carmen Siewert (*1972, Greifswalder SV, 35:32) belegte Rang 3. In der W40 wurde Josefa Matheis (*1966, TSG Eisenberg, 37:16min) nicht ganz unerwartet deutsche Meisterin. Am Ende lag die Pfälzerin 8 Sekunden vor Tanja Ruppert (*1968, SG 1898 Chattengau e.V., 37:24min). In der W45 erfüllte Titelverteidigerin Kathy Kaufmann (*1961, LG Telis Finanz Regensburg) die Grand Dame der deutschen Ausdauerläuferinnen die Prognose und setzte sich klar gegen gegen Ute Philippi (*1963, LAV ASICS Tübingen, 37:42min) und Britta Müller (*1962, LG Badenova Nordschwarzwald, 37:53min) durch. Lokalmatadorin Ulrike Hoeltz (*1960, LG Karlsruhe), die mehr gewollt hatte, kam in 38:16min nur auf den vierten Platz.
In der W50 siegte Elke Walter (*1958, TG Nürtingen) in 38:53min und war damit fast zwei Minuten schneller als Monika Wöhleke (*1957, PSV Grün-Weiß Kassel, 40:48min), die wiederum neun Sekunden schneller als Angelika Ilzhöfer (*1957, LG Rems Welland, 40:57min) war. Eng war die entscheidung in der W55. hier setzte sich eine gut aufgelegte Veronika Scharbatke (*1950, LC Wuppertal, 43:07- AK-PB) gegen die hoch eingeschätzte Gudrun Vogl (*1949, Spvgg Renningen, 43:14) und Irene Hofmann (* 1950, LSG Karlsruhe, 43:24min) durch. Die gemeldete Titelverteidigerin Otti Nitsche (*1949, SG Nussloch) trat trotz einer vor zwei Wochen beim 36. Rheinauer Volkslauf gelaufenen 41er-Zeit nicht an. Nur fünf Seniorinnen kämpften in der W60 um den Titel. Die Favoritin und frisch gebackene Berglauf-Weltmeisterin Marianne Spronk (*1948, SV Viktoria Goch, 43:16min) gewann mit großem Vorsprung vor Anja Ritschel (*1946, TV Waldstraße Wiesbaden, 45:02min). Auch in der W65 gab es einen Start-Ziel-Sieg durch Favoritin Barbara Wolf (*1941, TG Viktoria Augsburg) in 48:27min. Zweite wurde Reintraut Rattay (*1943, LG Peiner Land, 50:08min), und die älteste Läuferin dieser DM, Elfriede Hodapp (*1935, LG Ortenau Nord) wurde in 49:49min deutsche Meisterin ihrer Altersklasse W70; Zweite war hier Leni Elbing, (*1938, LGV Marathon Gießen, 55:39min).
Fazit: "Die Verantwortlichen der LG Karlsruhe haben den Athleten eine schnelle Strecke auf den Asphalt gelegt, denn neben dem deutschen Rekord von Mikitenko gab es zahlreiche persönliche Bestzeiten, wobei sich viele Läufer um mehr als eine Minute verbessern konnten. Leider gab es mit der Auswertung einige Probleme, so dass es bis zu den Aushängen der Ergebnisse und den Siegerehrungen zeitweise sehr lange dauerte. Dies nicht zuletzt, weil der Zeitnehmer nur einen Mitarbeiter für die Auswertung vor Ort hatte", so schreibt laufreport.de. Alle Resultate der Altersklassen
(Quelle: Christian Fuchs auf www.leichtathletik.de 14.09.08)
Mehr (aufgefrischt am 17.09.08)


Esslinger Zeitung: Über den "Wettkampf gegen das Altern"

Dass die Senioren-Leichtathletik in Deutschland "boomt" und Freude am Sport, aber auch großer Ehrgeiz die Motive der Sportler sind, schreibt Journalistin Annegret Jacobs am Wochenende in einer Reportag der Esslinger Zeitung über die Senioren-Leichtathletik. Bernhard Grißmer, Heidi Pratsch und andere kommen in dem Beitrag zu Wort:
"Esslingen - Auf ihren Mienen spiegelt sich eine schon fast grimmig wirkende Konzentration. Drei starr geradeaus gerichtete Augenpaare fixieren einen Punkt irgendwo in 100 Metern Entfernung. Eben noch haben Paul Kuppler (72), Helmut Seiter (67) und Helmut Bernhard (69) darüber gefrotzelt, ob es der Öffentlichkeit denn zugemutet werden dürfe, wenn Bernhard in seiner kurzen Trainingshose seine entblößten Beine zur Schau stelle. Von...
Fortsetzung auf den Seiten der Esslinger Zeitung,
(13.09.08)

W70-Weltrekord über 4 x 400m in Kanada

Eine kanadische Frauenstaffel der Altersklasse W70 hat den aktuellen Weltrekord über 4 x 400m auf 6:12,25min verbessert. Mary McCarron-Egner, Helly Visser, Louise Reed und Diane Palmason liefen am Dienstagabend bei einem Sportfest in Stadion Foothills in Calgary die neue Rekordzeit und verbesserten den erst vor einem Jahr bei der WM in Riccione von der W70-Staffel der USA aufgestellten Rekord deutlich. Damals hatte die U.S.-Staffel mit Barbara Jordan, Eve Pell, Mary Harada und Jeanne Daprano 6:26.99min erreicht. Bemerkenswert ist, dass die neue Bestzeit trotz ungünstiger Bedingungen aufgestellt wurde; denn es war kalt, nass und windig in Calgary. Trotzdem lief die Staffel schneller als bei den kanadischen Meisterschaften, die vor einem Monat in Regina in der Provinz Saskatchewan stattfanden. Damals war das Team jedoch wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert worden.
Die neue Rekordzeit von 6:12.25 bedeutet einen rechnerischen Durchschnitt von 93 Sekunden pro Läuferin. Der 4x4-Europarekord in der Altersklasse W70 steht übrigens bei 7:31,43 und wurde 2005 von der russischen Staffel bei der WM 2005 in San Sebastian aufgestellt. Bisher listet die deutsche Rekordliste keine 4 x 4-Rekordzeit auf, wie überhaupt die 400m von den Seniorinnen über 70 nur sehr selten gelaufen wird. In den letzten vier Jahren sind nur drei Zeiten überhaupt in der Bestenliste von Jörg Reckemeier aufgeführt.
(13.09.08)


Vor dem 35. Berlin-Marathon am 28. September 2008

286 Läuferinnen und Läufer traten am 13. Oktober 1974 an die Startlinie des „1. Berliner Volksmarathons“ und vom Mommsenstadion auf einer Pendelstrecke im Grunewald entlang der Avus, die es zweimal zu durchlaufen galt. Der Wendepunkt befand sich in der Nähe des Strandbades Wannsee. 12 DM betrug die Teilnahmegebühr, jeder Läufer erhielt im Ziel eine Medaille und eine Urkunde. So begann die Erfolgsgeschichte des größten deutschen Marathons, der es inzwischen zu internationaler Bedeutung gebracht hat und zu den bedeutendsten Marathons weltweit zählt.
Die diesjährige 35. Auflage des Laufereignisses, zu dem 40.000 Aktive erwartet werden, steht ganz im Zeichen jener laufsportlichen Gründerzeit: Die Siebziger Jahre sind das Thema, das den Hintergrund bildet für diverse Aktivitäten, unterstützt durch "das offizielle Marathon-Radio" - Berlins radioBERLIN 88.8 (hier hören, realplayer wird benötigt) . Mit der Sendung "das lange Marathonwochenende" dreht sich beim Radiosender fast 30 Stunden von Sonnabend, 29. September, um 13.05 Uhr bis Sonntag, 30. September, 19.00 Uhr alles um das Lauffest in Berlin.
Derweil bereitet sich om Höhenklima von Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba (2.800 m) Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie auf sein Unternehmen „Weltrekord in Berlin“ vor, und es läuft nach Plan. „Ich bin davon überzeugt, dass ich meinen Rekord brechen kann, wenn die Witterungs-Bedingungen stimmen“, sagte der 35 Jahre alte Äthiopier. „Wenn irgendwo, dann in Berlin“, meinte er in Anspielung auf seine Streckenwahl und vor allem auf die Zuschauer, die ihn schon 2006 und 2007 begeistert unterstützt hatten.
Mehr...
(13.09.08)


Für Sportärzte, Trainer, Lehrer: 3. Marathon Workshop in Bremen

Am Sonnabend, den 27. September 2008 richtet der Sportärztebund Bremen seinen 3. Marathon Workshop aus. Diese Weiterbildungsmaßnahme für Ärzte, Trainer und Sportlehrer findet von 9-17 Uhr auf der Messe Bremen in Halle 4.1. statt. Einer der Referenten ist übrigens der aktive Oldenburg Mastersleichtathlet Dr. Martin Hillebrecht, der über "Ist das Dehnen out?" referiert. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte Seite 1 und Seite 2 des Veranstaltungsflyers. Die Teilnahme kostet einschließlich Lunchbuffet nur 30 Euro. Anmeldungen sofort, die Anmeldefrist läuft heute ab, an Dr. Matthias Reick per E-Mail (12.09.08)


WMA kleinlaut: Nur Briefe aus Kuala Lumpur und Porto Alegre für Stadion-WM 2013
Noch keine Bewerbungen für Hallen-WM 2012

Bis zum offiziellen Bewerbungsschluss am 1. September haben nur zwei Städte ihr unverbindliches Interesse für die XX. Seniorenleichtathletik-WM 2013 bekundet: Kuala Lumpur (Malaysia) und Porto Alegre (Brasilien). Das Problem: Beide Bewerberstädte haben bislang trotz Hinweises der WMA noch nicht die formellen Anforderungen an eine offizielle Bewerbung erfüllt. Daneben muss die WMA einräumen, dass es bisher noch überhaupt keinen Bewerber für die übernächste Hallen-WM im Jahr 2012 gibt. "No interest has as yet been shown in the 2012 Indoors Championships" heißt es lakonisch auf der WMA-Internetseite. "Bis jetzt kein Interesse an der Hallen-WM 2012". Die eilig gezogene WMA-Konsequenz: Die offizielle Bewerbungsfrist ist erst einmal bis zum 30. November verlängert worden und der geschäftsführende Präsident Monty Hacker (Südafrika) sowie Stan Perkins (Australien) bieten ganz persönliche Hilfestellung für potentielle Bewerber an.
Mit den beiden Bewerbern aus Malaysia und Brasilien verbinden sich derweil kritische Erinnerungen. Kuala Lumpur hatte sich zwar 1999 für die 15. Masters-WM 2003 gegen Puerto Rico und das italienische Cesenatico durchgesetzt. Das WMA-Präsidium kündigte dann aber keine zwei Jahre später die bereits unterzeichnete Ausrichter-Vereinbarung, nachdem die verantwortlichen Ansprechpartner in dem südostasiatischen Land sozusagen über Nacht verschwunden waren. Auch aus Deutschland waren zudem erhebliche Vorbehalte gegen eine Austragung in dem islamisch geprägten Staat geäußert geworden; die Sicherheit der in sportlichen Trikots wettkämpfenden Seniorenathletinnen sei nicht garantiert.
Porto Alegres Bewerbung für die WM 2011 war im vergangenen Jahr bei der Generalversammlung in Riccione gescheitert, als die Mehrheit der Delegierten ihr Votum für Scramento (USA) abgab. Dabei waren die Brasilianer als Favorit in die Abstimmung gegangen. Dann jedoch offenbarten sie geringe Flexibilität und vor allem der ins Auge gefasste Veranstaltungszeitpunkt im Januar 2011 führte trotz des großen Einsatzes des damaligen, am Jahresende plötzlich verstorbenen WMA-Präsidenten Cesare Beccalli zu einem klaren Votum gegen die südbrasilianische Metropole und für die US-Hauptstadt des Bundesstaates Kalifornien.
Naheliegend ist für die 5. Hallen-WM 2012, dass erneut ein europäischer Ausrichter einspringt. Gegen das in mancher Runde diskutierte Leipzig spricht allerdings, dass im selben Jahr die europäischen Stadionmeisterschaften im Städteverbund „Kleines Dreieck“ Seniorensportler 2008 gesucht
Die Leichtathletik-Saison 2008 nähert sich dem Ende. Am kommenden Wochenende findet mit dem DAMM-Endkampf die letzte Seniorenmeisterschaft in Deutschland statt. Zeitgleich ist dieses Wochenende (20./21. Sept.) auch Meldeschluss der Kontinent-Verbände, der WMA Kandidaten (m/w) für die beiden "IAAF-/WMA-Best Masters of the Year" zu benennen. Die Meldungen aus den Regionen werten dann bei der WMA Rex Harvey (USA), Sandy Pashkin (USA), Brian Keaveney (Kanada) und Cesar Moreno Bravo (Mexiko) aus, die dann nach interner Abstimmung der IAAF vorgelegt werden für die IAAF-Gala im November.
Auch bei der EVAA werden Meldungen für die "European Best Veterans" entgegen genommen. Hier erfolgt die Ehrung Ende Januar 2009 im "EVAA Central Office" in Marathon (GRE). Koordiniert wird diese Auswahl in Europa von der Kommission um Ivar Söderlind (Schweden), Lamberto Vacchi (Italien) und Selma Türkkal (Türkei).
Und genau in diese Reihe passt der Aufruf in der Oktober-Ausgabe (Nr. 10) "Senioren Leichtathletik", wenn die Leser um Vorschläge für den besten Seniorensportler des Jahres gebeten werden. (Deutschland), Bogatynia (Polen) und Hradek nad Nisou (Tschechische Republik) ausgetragen wird. Es ist kaum vorstellbar, innerhalb von wenigen Monaten gleich zwei internationale Meisterschaften im Landesverband Sachsen des DLV ausgetragen werden. Denkbar wäre eher ein spanischer oder britischer Ausrichter.
(12.09.08)


Seit 1. September: Meldungen für den Rennsteiglauf 2009 möglich

Seit dem 1. September können sich Läuferinnen und Läufer für den Rennsteiglauf 2009 anmelden, "Europas größter Crosslauf". Damit beginnt der Meldezeitraum für die 37. Auflage des größten Thüringer Volkslaufes einen Monat früher als in den Vorjahren.
Die Läufer sollen damit mehr Zeit für die Vorbereitung zum nächsten Rennsteig-Lauf haben, der am 16. Mai 2009 stattfindet. Außerdem will der Veranstalter bei Herbstläufen in Deutschland für den Lauf werben und dort Läufern die Anmeldung ermöglichen. Mehr......
(11.09.08)


Potsdam: Das Kugelstoßen macht Wolfgang Hamel glücklich – mit 70 in drei Jahren zur WM

Er ist rank und schlank und könnte glatt als Mittfünfziger durchgehen. Die 67 Jahre nimmt man Wolfgang Hamel nicht ab. Und auch nicht die Wucht, mit der sich der Oldie immer noch als Kugelstoßer betätigt. Ein Koloss sieht anders aus. Dennoch hat er als Seniorensportler Medaille um Medaille für den ESV Lok Potsdam gesammelt. Zweimal war er Weltmeister, einmal Europameister. Der Weltrekord in der Altersklasse 65, aufgestellt vor zwei Jahren beim Werfertag von Lok, ist mit 15,29 Metern in seinem Besitz. Der Spaß, den er in seinem Metier immer noch findet, weckt neue Begehrlichkeiten. „Am 7. Juli 2011 werde ich 70. Kurz danach richtet Sacramento die WM aus. Da will ich hin.“
Masse beschleunigt Masse. Die schweren Jungs im Wurfring bestätigen dieses physikalische Gesetz. Da treten wahre „Kleiderschränke“ an. Kugelstoßer werden schon mal als Riesenbabys bezeichnet. Einige können Hüftspeck, Bauchansatz und Doppelkinn nicht verleugnen. Egal, wichtig ist, was an Weite herauskommt. 120 Kilogramm Körpergewicht sollte ein Stoßer der internationalen Klasse schon mitbringen, manchmal sind es auch mehr als drei Zentner, die Stoßer aufweisen. Diesem Klischee hat Wolfgang Hamel nie entsprochen. Er bringt 97 Kilo auf die Waage, in seiner besten Zeit waren es bei dem 1,86 Meter großen Athleten elf Kilo weniger. Er bringt seine Vorzüge – die ausgeprägte Schnellkraft und eine optimale Technik – zur Geltung. In einer Weltbestenliste der Kugelstoßer mit dem geringsten Gewicht bringt es der ehemalige Sportlehrer der Fontaneschule in der Potsdamer Waldstadt II auf Rang acht. Zu DDR-Zeiten verlor er bei Senioren-Sportfesten nie einen Wettkampf.
„Zur Leichtathletik hatte es mich 1961 gezogen, nachdem das Stiefeltrinken bei den Fußballern nicht meine Welt war.“ Er stieß zu den Athleten der SG Dynamo Potsdam. Der SC Dynamo Berlin blieb ihm verschlossen, nachdem sich sein Bruder in den Westen abgesetzt hatte. Über die Station SC Potsdam kam Hamel 1967 zu Lok Potsdam. Aus jener Zeit stammt seine Bestweite mit der 7,25-kg-Kugel von 17,73 Metern.
Eigentlich sollte nach der Senioren-EM 2002 in Potsdam mit Silber Schluss sein. Rückenbeschwerden hatten ihm arg zugesetzt. „Doch das Fitness-Center machte mich anschließend nicht glücklich“, erzählt er. „Mir hat eines Tages das Herz geblutet.“ Der Vergleich Mann gegen Mann, das Miteinander in einer guten Truppe, trieben ihn zurück zu den Lok-„Verrückten“. Drei Jahre später nahm der Vater von vier Töchtern die Kugel wieder zur Hand und wurde 2006 in Poznan Europameister. Der Dauerbrenner erhielt kürzlich den Sportpreis – die höchste Auszeichnung des Verbandes Deutscher Eisenbahner-Sportvereine (MAZ berichtete). Und er trabt unentwegt drei- bis viermal in der Woche zum Training auf den Lok-Sportplatz in die Berliner Straße. „Außerdem kann man dort so herrlich sitzen und mit den anderen quatschen.“
(Von Detlef Braune in Märkische Allgemeine, 11.09.08)


Kroatien: Internationale Meisterschaften der Mastersleichtathleten am Sonntag, 21. September

"Last-Minute-Leistungen 2008" können in der Hauptstadt Zagreb abgeliefert werden. Dort veranstalten nämlich die kroatischen Masters am Sonntag, 21. September ab 14.00 Uhr, ihre Internationalen Meisterschaften der Masters. Die Meisterschaften im Stadion AK Mladost, Jarunska cesta bb sind also auch für deutsche Masters offen.
Das eintägige Programm umfasst 100 m, 200 m, 400 m, 1500 m, 5 km, 4x100 m, 3 km Bahngehen, Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, Kugel, Diskus, Speerwerfen und Hammer. Das Meldegeld beträgt 12 Euro (für zwei Disziplinen). Meldungen sind noch bis zum 17. September 23.30 Uhr möglich und recht einfach abzuwickeln: Per E-Mail oder Telefax (00385 1 4578 431) sind dem Veranstalter Name und Vorname, Geburtsdatum und Disziplin mitzuteilen
Der vorläufige Zeitplan: 14:20 kladivo M+Ž 15:10 3000m hodanje, disk M, kugla Ž, motka 15:35 100m Ž 15:40 100m M 16:00 kugla M, disk Ž 16:15 200m Ž, vis M+Ž 16:20 200m M 16:50 1500m M+Ž 17:00 koplje M+Ž 17:05 400m Ž 17:10 400m M, dalj M+Ž 17:30 5000m M+Ž 18:00 troskok 18:30 4x100m Ž 18:40 4x100m. (zum Online-Wörterbuch)
Zur Anreise: Per Pkw sind ab München rund 560 km zurückzulegen. Die Fahrt ist teuer, weil in Österreich und in Slowenien Mautvignetten erstanden werden müssen. Weitere Informationen
Per Bahn geht es in gut acht Stunden von München direkt nach Zagreb. Heute bot die Bahn dazu noch den Eurospezialpreis von 29,00 Euro (2. Kl.) für eine Strecke an.
Der Flughafen Zagreb wird von den meisten europäischen Linienfluggesellschaften angeflogen. Die Lufthansa fliegt von allen deutschen, Germanwings von sechs deutschen Flughäfen in die kroatische Landeshauptstadt.
Die einschlägigen Internet-Hotelbörsen hotel.de, hrs.de, booking.de etc. weisen Übernachtungsmöglichkeiten nach. Außerdem können lt. Veranstalter Übernachtungen per E-Mail bzw. telefonisch über Lidija Kovacevic, (T 00385/1/4878 752) gebucht werden.
(10.09.08)


Deutsche 10 km-Meisterschaften in Karlsruhe795 Meldungen

Mit 795 Meldungen haben die deutschen 10 km-Meisterschaften am kommenden Samstag (13.) in Karlsruhe eine etwas stärkere Resonanz als die Titelkämpfe vor einem Jahr in Mannheim (779). Mit Irina Mikitenko und Alexander Lubina stehen die beiden Vorjahressieger in den Startlisten, ob diese allerdings nach ihren Verletzungen ihre Startabsicht auch wahrnehmen werden, ist allerdings keineswegs sicher. Mit der Olympiadreizehnten Sabrina Mockenhaupt und dem Halbmarathonmeister stehen allerdings schon potente Nachfolger in den Startlöchern.
Die beiden DLV-Landesverbände Baden und Württemberg haben sich in den vergangenen Jahren als starke DM-Ausrichter in Sachen Straßenlauf entwickelt. Halbmarathonmeisterschaften in Bad Liebenzell und Calw, 10 km-Meisterschaften in Mannheim und nun in Karlsruhe. Unter der Federführung der LG Karlsruhe haben die Verantwortlichen in der Fächerstadt einen Rundkurs konstruiert, der ähnlich wie im Vorjahr in Mannheim in der Innenstadt liegt. Mit Start und Ziel am Ettlinger Tor führt die 2,5 km lange Rundstrecke vom Kongresszentrum um den Stadtgarten zwischen Festplatz und Hauptbahnhof.
Nach ihrer guten Vorstellung im olympischen 10 000 m-Finale in 31:1,21 Minuten (PB) ist die 27jährige Siegerländerin erste Sieganwärterin, zumal sie nach ihrem furiosen Lauf in Peking sicherlich mental gestärkt auch in ein mögliches Duell mit gehen kann. Ihre Mitkonkurrentin, die London-Marathonsiegerin Irina Mikitenko (*1972, TV Wattenscheid) hatte wegen hartnäckiger Rückenprobleme Anfang August ihren Olympiastart über die Marathondistanz abgesagt und seitdem keinen Wettkampf mehr bestritten. Für „Mocki“ ist der Start in Karlsruhe nicht nur Aufgalopp für den Straßenherbst, der mit einem erfolgreichen Auftritt beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon den absoluten Höhepunkt haben soll. Sie läuft auch zusammen mit ihrer Mutter Hildegard (*1954, LG Sieg), die zu den stärksten Läuferinnen in der W50 zählt.
Bei den Seniorinnen tritt Ottilie Nitsche (*1949, SG Nußloch) ebenso an wie die frisch gebackene Berglaufweltmeisterin Marianne Spronk (*1948, Viktoria Goch) und in der W70 die vielfache internationale und nationale Meisterin Elfriede Hodapp (*1935, LG Ortenau Nord). Zu den Favortinnen in der W45 zählen Kathy Kaufmann(*1961, LG TELIS FINANZ Regensburg) und Brigitte Rupp (*1960, TSG Roth). Carmen Siewert (*1972, Greifswalder SV 04) will in der W35-Wertung vorn sein.
Bei den Senioren ist Peter Lessing (*1941, LG Ortenau Nord) in der M65 am Start, nachdem er per Rad (!) von der EM in Ljubljana aus wieder in seine Schwarzwaldheimat zurückgekehrt ist. Spannend ist, ob ihm wie bei den Deutschen Meisterschaften in Schweinfurt Elias Dobré (*1942, TSV Cappel) auch diesmal ein Schnippchen schlagen kann. Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) ist Favorit im Lauf der Senioren M50 und älter, muss sich aber Jürgen Theofel (*1958, FV Wallau) erwehren. In der M75 dürfte sich der Titelkampf zwischen Edmund Schepp (*1931, TuS Rambach) und Werner Beecker (*1932, LC Wuppertal) entscheiden. In der M70 ist Klemens Wittig (*1937, LC Rapid Dortmund) gemeldet, der aber den schweren Berglauf-WM-Kurs vom vergangenen Wochenende in den Beinen hat und es gegen den schnellen Karl Engeländer (*1937, LG Welfen) nicht einfach haben dürfte. Klaus Goldammer (*1952, OSC Berlin) zählt zum Favoritenreis der M55 und in der M60 hat Winfried Schmidt (*1948 NO TuS Köln rrh.) die besten Siegchancen.
Die Wettbewerbe in Karlsruhe beginnen um 16.00 Uhr mit dem 10 km-Lauf der Senioren M 50 und älter, um 17.00 Uhr folgen die Frauen und Seniorinnen, während die Männer und Senioren bis Jahre den Abschluss der Titelkämpfe um 18.00 Uhr bilden.
( Quelle Wilfried Raatz auf GRR-Webseite, 10.09.08)
Mehr auf der Webseite der Veranstaltung


Österreich: Freude über Masters Erfolge in Malmö und Dolni Morava

Der Österreichische Leichtathletikverband meldet -ganz im Gegensatz zum DLV- die Erfolge seiner Masters-Leichtathleten bei den internationalen Leichtathletikveranstaltungen der letzten Tage:
In Malmö (SWE) wurden von 29.August bis 7.September die European Masters Games ausgetragen. Ähnlich wie bei olympischen Spielen gehen die Wettkämpfe über mehrere Tage, und es gibt eine Vielzahl an Sportarten. World Masters Games gibt es seit 1985 - Europäische Games kamen heuer erstmals zur Austragung. Das ÖLV-Team in Malmö war zwar nicht gross, dafür sehr erfolgreich. Alle 3 Starter konnten Medaillen gewinnen. Gottfried Gassenbauer warf den 6kg Hammer auf starke 56,25m und gewann damit den M50 Bewerb. Josef Weninger gewann den Zehnkampf der Klasse M40 mit 5332 Punkten. Johann Siegele gewann zwei mal Silber im Gehen - einmal im 5000 Meter Bahnbewerb und die Zweite im 20km Strassengehen.
Bei den Berglauf-Weltmeisterschaften der Masters in Dolni Morava (CZE) gab es für die ÖLV Athleten drei Medaillen. Gold gewannen Irmgard Kubicka in der Klasse W45 - sie steht auch im ÖLV Team für die Berglauf World Trophy, sowie Alois Puchner in der Klasse M50. Silber gewann Helga Pongratz in der Klasse W65.
(OELV-Webseite, 10.09.08)


Weltfinale: Das Ende der großen Leichtathletik in Stuttgart

Namen hatte das Stuttgarter Stadion schon viele. Als Adolf-Hitler-Kampfbahn 1933 in Betrieb genommen, firmiert es inzwischen als Mercedes-Benz Arena. Mit dem Mitte des Jahres in Kraft getretenen neuen Titelsponsoring wurde gewissermaßen auch das Aus der Leichtathletik-Bahn im vorher Neckar- bzw. Gottlieb-Daimler-Stadion genannten Rund besiegelt. Das Weltfinale am Wochenende (13./14. September) bringt das Ende der Leichtathletik-Tradition in Stuttgart. Der frühere Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Prof. Dr. Helmut Digel (Tübingen), sagt vor dem Hintergrund des Umbaus in eine reine Fußball-Arena: „Aus Sicht der Leichtathletik, aber auch aus Sicht vieler Bürger ist es eine Schande, dass man ein hochmodernes Stadion zerstört. Später werden das viele bedauern, da bin ich mir sicher.“
Die bemerkenswerte Stuttgarter Leichtathletik-Tradition ist vor allem mit den Europameisterschaften 1986 und den unvergessenen Weltmeisterschaften 1993 verknüpft. Insgesamt 300.000 bzw. 585.000 Zuschauer machten diese beiden Veranstaltungen zu einem Highlight. Für die Austragungen gab es im Nachgang Preise des Internationalen Olympischen Komitees und der UNESCO. „Bei der EM wurde zum ersten Mal gezeigt, dass Leichtathletik hoch attraktiv veranstaltet werden kann. 1993 war es die erste Weltmeisterschaft für mich als DLV-Präsident, insofern war es die schönste Weltmeisterschaft, gerade in meiner Heimatstadt, mit einem begeisterungsfähigen, weltoffenen, fairen und fachkundigen Publikum. Die ganze Stadt hat die Weltmeisterschaft mitgelebt“, erinnert sich Prof. Dr. Helmut Digel, der schon als Junge die Leichtathletik-Länderkämpfe in Stuttgart besuchte und damit einen Großteil der Wegstrecke selbst miterleben konnte. In der Historie findet sich auch der Erdteilkampf Europa gegen Amerika 1969 und ein erster Europacup-Endkampf 1965. Seit 1946 waren in Stuttgart sieben Deutsche Meisterschaften ausgetragen worden, die letzte davon 2001.
Erbaut wurde das Stadion nach den Vorgaben von Architekt Paul Bonatz von 1929 bis 1933 für das Deutsche Turnfest. Nach dem Krieg gab es immer wieder Um- und Ausbaumaßnahmen, die meistens vor dem Hintergrund neuer Großereignisse standen. Auch zu mehreren Namensänderungen kam es. Zwischenzeitlich fasste die Arena sogar mehr als 100.000 Zuschauer. Aktuell liegt das Fassungsvermögen bei 55.896 Plätzen. Als der VfB Stuttgart vor zwei Jahren die Offensive für ein reines Fußballstadion startete, kämpfte die Leichtathletik-Familie in Württemberg und ganz Deutschland unter dem Motto „Ja zur Bahn“ vergeblich gegen die Pläne an. Seit dem vergangenen Mai steht unumstößlich fest, dass das Weltfinale am Samstag und Sonntag zugleich die letzte Leichtathletik-Großveranstaltung sein wird, die in dem Stuttgarter Stadion ausgetragen wird.
Prof. Dr. Helmut Digel hofft dabei nun auf einen möglichst lauten Abschied: „Ich glaube schon, dass wir den Fußballern noch einmal ein Ei ins Nest legen sollten. Sie sollten zumindest ein schlechtes Gewissen bekommen. Das kann man dadurch erreichen, dass sich viele Zuschauer durchaus mit Trauer, aber auch mit Begeisterung für die Athleten verabschieden.“
Er meint aber auch: „Wir, die Leichtathletik, sollten uns dennoch bedanken, dass wir über mehr als fünfzig Jahre in diesem wunderbaren Stadion herausragende Wettkämpfe veranstalten haben dürfen.“ An dem bevorstehenden Wochenende werden sich viele internationale Top-Stars die Klinke in die Hand geben, die gute Erinnerungen an ihre Wettkämpfe in Stuttgart haben und auf ihre Weise auch Trauer tragen werden. Prof. Dr. Helmut Digel ist sich umso mehr sicher: „Wir können uns alle auf dieses Ereignis freuen. Dies wird ein wunderbarer Saisonabschluss.“ Zugleich ist es ein Abschiedsspiel, ohne Ball.
Mehr: www.weltfinale.de
(aus www.leichtathletik.de, 10.09.09)


Berglauf-WM: Bärbel Berghaus (W65) und Marianne Spronk (W60) laufen zu Gold

Versteckt wie nach unserem Eindruck die ganze Berglauf-Weltmeisterschaft der Senioren finden sich die Resultate der insgesamt 619 Ausdauerspezialisten, die am Samstag bei den 8. Berglauf-Seniorenweltmeisterschaften im tschechischen Dolni Morava um Ehre und Medaillen stritten. Dabei gab es für die 51 gemeldeten deutschen Starter insgesamt eine gute Ausbeute: 13 Medaillen - 6 Bronze, 5 Silber und -für die deutschen Frauen- zweimal Platz 1 .
Gold gewann in der W60 die ganz stark auftrumpfende Marianne Spronk (*1948, Viktoria Goch) in erstklassigen 1:06:25h und auch Bärbel Berghaus (*1940, Solinger LC) siegte in 1:11:13h. Das war deutliche 7 Minuten vor ihrer Konkurrentin. Die W60-Bronzemedaille ging an die ebenfalls stark laufende Leni Bauer (*1945, LC Aichach) in 1:09:44h. Silber errang Anke Härtl (*1966, TV 1848 Coburg) in 1:05:33h in der W40. In der W45 gab es as überraschend "nur" Silber für die deutsche Favoritin Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen), die bislang in diesem Jahr alles in Grund und Boden gelaufen war. Diesmal musste sie sich in 1:03:00h Irmgard Kubicka (*1960, LG AU-Pregarten), der österreichischen Berglauf-Spezialistin, geschlagen geben, die im Ziel deutliche 149 Sekunden vor der Baden-Württembergerin lag. "Welfen-Mary" war allerdings stark gehandicapt. Sie reiste praktisch ohne Training nach Tschechien, nachdem sich die 47-Jährige bei der Berglauf-DM der Aktiven vor sechs Wochen kurz vor dem Ziel schwer verletzt hatte, als sie sensationell den Titel hatteerringen können. Ein dreifacher Bänderriss und ein Muskelfaseranriss ergab damals die Untersuchung. Folgerichtig brach sie im zweiten Teil der Strecke ein. "Ich hab mich die letzten fünf Kilometer praktisch den Berg nur noch hinauf geschleppt", als sich das fehlende Training "brutal bemerkbar" machte.
W50-Vierte wurde in Tschechien Anne Fischer (*1955, ATS Cuxhaven) in 1:09:59h. Sie musste offenbar ihrem äußerst anstrengenden Jahresprogramm Tribut zollen. In der W55 überzeugte Herta Bergmann (*1951, LC Aichach) in 1:05:28h und konnte sich über einen verdienten zweiten Rang hinter der Südtiroler Titelverteidigerin Rosy Pattis (LG Schlern) freuen. Hier belegte Bärbel Paul (*1953, LG Welfen) in 1:11:16h den vierten Rang.
Bei den Männern gab es dieses Mal keine deutschen Siege. Eine von zwei Silber-Platzierungen erreichte Paul Sichermann (*1965, LG Kreis Ansbach). Er wurde in 51:51min in der M40 Vizeweltmeister vor Siegfried Krischer (*1968, TSV Bayer 04 Leverkusen, 52:35min). In der Altersklasse M50 belegte Franz Prager (*1957, WSV Otterskirchen, 56:07min) Platz 3 vor Rolf Hesselmann (*1957, LG Hünxe, 57:38h). In 52:43 min belegte auch Martin Wahl (*1950, WSV 05 Oberhof) in seiner M55 den Bronzerang. Selbst der sieggewohnte Klemens Wittig (*1937, LC Rapid Dortmund) konnte sich trotz guter 1:04:45h nicht durchsetzen und musste sich am Ende in der Altersklasse M70 mit Bronze begnügen - hinter dem tschechischen Sieger Jiří Libra (*1937, LBC Nové Město nad Metují, 1:02:09h) und dem nicht unerwartet starken Schotten Brian Waldie (*1938, Carnethy HRC, 1:03:34h). In der M75 belegten hinter dem britischen Sieger Alex Menarry (*1932, Durham Fell Runners) die beiden deutschen Bergläufer Léon Derbée (*1930, Marathon Soest, 1:19:40h) und Egon Landgraf (*1933, LG Forchheim, 1:20:39h) die Plätze zwei und drei.


Aufgefrischt: Bericht auf der DLV-Webseite
(22.09.08)
Alle Resultate der Senioren-Berglauf-WM
, (09.09.08)


Schnelle Zeiten beim Mitteldeutschen Halbmarathon in Halle/Saale

Anlässlich des 7. Mitteldeutschen Marathons wurden auch die Norddeutschen Meisterschaften im Halbmarathon ausgetragen. Über 5.000 Läufer und Läuferinnen starteten bei sonnigen 23 Grad Celsius auf anspruchsvoller Strecke an den Saale-Auen und rund um die Moritzburg. Bei bestem Spätsommerwetter wurden trotz schwerer Strecke mit Asphalt-, Matsch- und Kopfsteinpflaster-Passagen in den Altersklassen durchweg hervorragende Zeiten gelaufen:
Nach seinem norddeutschen Titel M45 über 5000 Meter setzte sich dabei auch Thomas Ruminski (*1960, SVE Hiddestorf) nun auch auf der Halbmarathon-Distanz durch und holte den nächsten norddeutschen Titel M45. Beim Lauf in Halle/Saale kam er nach 1:15,46 Stunden ins Ziel. „Damit hatte ich nie gerechnet, denn die kürzeren Strecken sind eher mein Ding. Doch nach neun Kilometern habe ich das Tempo gesteigert und bin förmlich ins Ziel geflogen“, sagte ein glücklicher Ruminski, der die bisherige niedersächsische Jahresbestzeit des drei Jahre jüngeren Dr. Michael Röhrs (*1963, TV Jahn Schneverdingen) um 30 Sekunden steigerte. Mit mehr als 1:30 Minuten Vorsprung verwies Ruminski auch M-45-Konkurrenten Helmut Nothdurft (*1960, LG Weserbergland, 1:17:27) auf den zweiten Platz. Dessen Vereinskamerad Manfred Bublitz (*1939, LG Weserbergland) wurde derweil seiner Favoritenrolle gerecht und gewann die M65 in 1:32:03 Stunden .
Die Altersklassensieger des gesamten Mitteldeutschen Halbmarathons:
M30 – Falk Cierpinski, SG Spergau in 1:08,27 Stunden
M35 – Matthias Ulrich, VLG 1991 Magdeburg in 1:11,34 Stunden
M40 – Gerd Grau, VfL Köthen in 1:11,23 Stunden
M45 – Thomas Ruminski, SVE Hiddestorf in 1:15,46 Minuten
M50 - Jürgen Krause, enviaM in 1:22,07 Stunden
M55 – Günther Bartl, Askania Bernburg in 1:20,29 Stunden
M60 – Horst Kassebaum, SV Union Salzgitter in 1:22,29 Stunden
M65 – Manfred Bublitz, LG Weserberland in 1:32,07 Stunden
M70 – Giesbert Günther, TSV Burgdorf in 1:34,42 Stunden


W30 – Daniela Jakobler, LG Wedel-Pinneberg in 1:25,20 Stunden
W35 – Silke Scharf, vereinslos in 1:32,43 Stunden
W40 – Kristin Dörfer, Team Speiche in 1:28,49 Stunden
W45 – Ulla Hornbostel, TV Klein Ilsed in 1:30,55 Stunden
W50 – Anke Meiberg, MTV Wolfenbüttel in 1:38,35 Stunden
W55 – Katrin Schwarzer, vereinslos (Halle) in 1:54,42 Stunden
W60 – Renate Ritter, SV Germania Helmstedt in 1:50,06 Stunden
W65 – Sigrid Matischewski, vereinslos in 2:09,41Stunden

(09.09.08, aufgefrischt mit Quelle HAZ, 10.09.09)
Aufgefrischt:
Kritik/Erfahrungsbericht von Stefan Neidhardt
(11.09.08)
Bericht DLV-Landesverband Niedersachsen (12.09.08)

Stabhochsprungmeeting: Drei Mastersathleten mit dabei

Masters-Leichtathlet Derek Miles (*1972, USA) hat mit übersprungenen 5,85m am Sonntag das Berliner Stabhochsprungmeeting am Sonntagnachmittag vor dem Brandenburger Tor gewonnen. Der Olympiavierte von Pelking verbesserte seine persönliche Bestleistung um drei Zentimeter. Auf Rang drei sprang vor rund 5000 Zuschauern sein Landsmann Jeff Hartwig (*1967, USA). Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) kam mit 5,40m auf Platz 7 der Konkurrenz; einige Tage zuvor hatte er bei der Athletissima in Lausanne (CH) 5,45m übersprungen.
Das Springen am Brandenburger Tor diente als Werbung für die in einem Jahr in Berlin stattfindenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Verbandspräsident Clemens Prokop gab bekannt, dass inzwischen mehr als 150 000 Tickets für die WM im Olympiastadion verkauft worden sind.
(08.09.08)


DM Bahngehen: Jutta Jung mit 29 Hundertstel vor Yoshika Teufert-Shibata

Mit Rosina Blume (*1945, RSV Seelze) und Karl Degener (*1943, Sparta Langenhagen) waren am Samstag, 6.9. zwei niedersächsische Titelverteidiger bei den 5. deutschen Senioren-Meisterschaften im 5000 Meter Bahngehen in Diez an der Lahn angetreten. Die Niedersächsin Rosina Blume musste sich nach ihrem Erfolg bei der Geher-DM vor Jahresfrist in Ahlen diesmal in 34:96,27 Minuten in der Klasse W 60 mit dem zweiten Rang begnügen. Es gewann mit klarem Vorsprung Heidrun Neidel (*1947, TSG 1893 Leihgestern) in 33:25,96min. Abonnementsmeister Karl Degener vermochte sich hingegen auch in diesem Jahr, nun in der M 65, gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Er gewann in seiner Altersklasse den Titel mit großem Vorsprung und einer Zeit von 26:54,68 Minuten. Der Bronzemedaillengewinner von Ljubljana Peter Schumm (*1942, Alemannia Aachen) kam auf Rang zwei.
Bei den Senioren griffen gleich vier Medaillengewinner aus Ljubljana nach Titelehren. In der Klasse M35 siegte der EM-Silbermedaillengewinner Steffen Borsch (*1973, ASV 1902 Sangerhausen) mit der schnellsten gegangenen Zeit von 22:51,75min. Auch M40-Favorit und Titelverteidiger Manfred "Manni" Kreutz (*1965 LG Ahlen), der vor einem Monat bei der EM Bronze gewonnen hatte, konnte sich unangefochten behaupten. Er war irritiert, dass Carlo Müller (*1967, Gehsportverein Regensburg) antrat; denn der war schon in der Jugend gegen ihn angetreten und niemand wusste, was der Oberpfälzer inzwischen "drauf" haben könnte. Dementsprechend merkte man den Respekt, als Müller sich mit einem furiosen Start sofort an die Spitze setzte. Kreutz blieb zwar wie die übrige Konkurrenz direkt dahinter, aber niemand wusste, was man von dem Tempo zu halten hatte. „Wenn so jemand nach so langer Zeit wieder auftaucht, kann man einfach nicht einschätzen, wie es um seine Form bestellt ist“, erklärte Manfred Kreutz die allgemeine Verunsicherung. Doch die legte sich, nachdem sich nach etwa vier Runden herausstellte, dass Müller doch zu hoch gepokert hatte. Das Tempo konnte er nicht länger halten und der Ahlener nutzte die Gunst der Stunde, um sich an die Spitze zu setzen und den Druck auf die Konkurrenten zu erhöhen. Das zeigte Wirkung: Die Konkurrenz hatte sich bereits nach zwei Kilometern verabschiedet, so dass der Verteidigung des Deutschen Meistertitels nichts mehr im Wege stand.
In der M45 blieb für Ronald Papst (*1962, SV Einheit Worbis, 26:02,79min) diesmal in nur Rang drei; es gewann Uwe Schröter (* 1959, LG Vogtland, 24:01,89min) vor Dick Gnauck (*1963, ASV 1902 Sangerhausen), der für die 5000m 25:18,83min benötigte; er ist nach seiner Leistenbruchoperation noch auf dem Weg zurück in die Spitze und sollte dafür die notwendige Geduld haben. In der Altersklasse M50 war nach der Disqualifikation von EM-Silbergeher Mario Kerber (*1955, ASV 1902 Sangerhausen) der Weg frei für den Europameister auf der längeren 20 Kilometer Straßenstrecke, Helmut Prieler (*1955, SpVgg Niederaichbach), der in neuer Bestzeit von 24:10,22 min gewann. Die M55 gewann Josef Berzl (*1952, Gehsportverein Regensburg, 25:23,68min) ebenso eindeutig wie Hans Kehrer (*1948, LLG Landstuhl) in 26:35,02min die M60.
Einen beeindruckenden Kampf bis zum letzten Meter lieferten sich in der Klasse W 55 Yoshika Teufert-Shibata (*1950, SC Langenhagen) und Jutta Jung (*1951, Polizei Berlin). Am Ende hatte die Berlinerin dieses Duell mit dem winzigen Vorsprung von 29 hundertstel Sekunden gegenüber der Geherin aus Langenhagen gewonnen. Ihre Zeit 33:08,18 Minuten. Mit Gisela Theunissen (* 1942, TB Gaggenau) setzte sich in der W65 klar die Favoritin in 33:27,87min durch, nachdem Konkurrentin Ursula Herrendoerfer vom veranstaltenden Diezer TSK Oranien nicht antrat. EM-Bronzemedaillengewinnerin Rosa Girards (*1939, SC Buchenhöhe Horrem) wurde in 35:03,41min Zweite. In der Altersklasse W70 siegte EM-Dritte Gudrun Frey (*1937, TSV Emmelshausen) in 34:27,69min.

Resultate (Quelle: NLV, 07.08.09; aufgefrischt mit Material der Ahlener Zeitung am 11.09.08)
Bericht auf www.leichtathletik.de


W60: Ingrid Meier läuft Weltrekord über 100m

Bei den Nordbayerischen Seniorenmeisterschaften in Wiesau hat Ingrid Meier (*1947, TSV Zirndorf) am Samstag (06.09.) über die 100m mit 13,79 Sekunden (W:+0,1) einen neuen Weltrekord der Altersklasse W60 aufgestellt. Bei warmen Temperaturen und (fast) Windstille verbesserte sie sich in einem gemeinsam mit jüngeren Altersklassen gestarteten 100m Lauf den neun Jahre alten Rekord von Landsfrau Brunhilde Hoffmann (*1939, LG Sieg ) um eine Zehntelsekunde. "Ich hatte Glück, das Wetter war optimal und außerdem war die Möglichkeit gegeben, mit den 'Jungen' zu laufen", sagte eine mehr als zufriedene Ingrid Meier. Anschließend wurde die deutsche Topsprinterin vom Veranstalter mit Blumenstrauß, Badetuch und Buch geehrt und beschenkt.
Die Liste der Erfolge der „flotten Dame“ ist beeindruckend. Mit ihrem 44. Lebensjahr beginnt ihre Titelsammlung im Seniorenbereich. Da gewann sie zum ersten Mal Gold bei Weltmeisterschaften in der 4x100 Meter Staffel. Mittlerweile hat sie bei Welt- und Europameisterschaften zusammen 33 Goldene, zehn Silberne und sieben Bronze Medaillen gesammelt. Sie tritt neben der 4x100 Meter Staffel und den 100 Metern noch im Weitsprung und den 200 Metern an, gelegentlich auch in der 4x400 Meter Staffel.
Zusammen mit ihrem Mann fährt sie zu den Welt- und Europameisterschaften, die im Jahreswechsel stattfinden. Dabei ist die stolze Oma eines Enkelsohns bereits weit herum gekommen. Sie hat schon in Japan, Puerto Rico, Australien und Südafrika an Weltmeisterschaften teilgenommen. „Mein Mann und ich machen danach immer Urlaub in dem jeweiligen Land. Einmal haben wir eine Kreuzfahrt dran gehängt“, schwärmt sie. Ihren Mann hat Ingrid Meier bei ihren Wettkämpfen immer dabei. Er ist der Statistiker der Erfolge und Rekorde die sie sammelt. Wenn man Ingrid Meier trifft schätzt man sie wesentlich jünger als sie ist. Dazu trägt wahrscheinlich das regelmäßige Training bei. Die 61-jährige steht drei Mal in der Woche auf dem Sportplatz. Sie war bereits in ihrer Jugendzeit eine gute Leichtathletin: „Leider war ich ein wenig Trainingsfaul“, lacht sie. Jetzt sei sie fleißiger als früher. „Außerdem muss ich mich richtig ernähren und auf mein Gewicht achten“, verrät sie das Geheimnis ihres Erfolgs. Viel Obst und Gemüse hat sie dazu auf ihrem Speiseplan stehen. Außerdem sei ihr wichtig auch bei den Wettkämpfen gut auszusehen. „Ich kann nur gut laufen, wenn alles passt“, erklärt sie.
Welche Ziele hat Ingrid Meier noch nach so vielen Erfolgen? Auf diese Frage stutzt sie kurz. „Ich bin eine Ausnahme in meiner Altersklasse, eigentlich habe ich zur Zeit kein sportliches Ziel mehr“, lacht sie. Aber es mache ihr immer noch Spaß. Ansonsten möchte sie einfach die Zeit mit ihrem Enkel genießen. Der ist eineinhalb Jahre alt und noch zu klein für Sport.
Große Aufregung und allgemeinen Unmut gab es übrigens in Wiesau zum Meisterschaftsauftakt bei der Geräteabnahme. Mitgebrachte Disken und Kugeln von fast allen Teilnehmern waren angeblich 10 bis 40 Gramm zu leicht. Ein Werfer: "Letzten Sonntag beim Seniorensportfest in Bürstadt war meine eigene Kugel 6 Gramm zu schwer, jetzt sollte sie 10 Gramm zu leicht gewesen sein." Nachdem sich fast alle Athleten beim Veranstalter über die Nichtabnahme ihrer mitgebrachten Geräte beschwert hatten, wurde die Waage ausgetauscht, und siehe da, alle Geräte waren plötzlich in Ordnung. Nach über eine Stunde Aufregung entschuldigte sich der Veranstalter offiziell über Lautsprecher. Alle Resultate aus Wiesau
(06.09.08, aufgefrischt -mit Quelle blv-Webseite- am 22.09.08)


EMG: W85-Weltrekord im Bahngehen - Stabhochsprung-Europarekord in der M75*

Dass die European Masters Games nicht nur ein touristisches Ereignis sind, ist am Wochenanfang in Malmö unterstrichen worden. Der Tscheche Pavel Tosnar (*1933) stellte am Montag bei den European Masters Games einen neuen Europarekord im Stabhochsprung auf. Seine übersprungene Höhe von 2,65m war vier Zentimeter besser als der 16 Jahre alte Rekord des Finnen Aarne Ketonen. Die große Besonderheit: Dem Tschechen gelang der neue Rekord im Stabhochsprungdurchgang des Zehnkampfes. Den Mehrkampf-Anstrengungen musste der neue Weltrekordler am Folgetag Tribut zollen. In der Einzeldisziplin kam er nur auf 2,40m.
Die Schwedin Aina Engberg (*1923) stellte am selben Tag im 5000m-Bahngehen in Malmö in 40.13.37min sogar eine neue Weltrekordmarke auf. Sie steigerte die vor elf Jahren in Durban (RSA) erreichte Zeit ihrer Landsfrau Margit Lindgren (*1911) um rund 100 Sekunden.
(05.09.08)
* Nachtrag: Die großartige Leistung des Tschechen Pavel Tosnar ist wohl doch kein Stabochsprung-Europarekord der M75. Denn der Brite Robert Brown (M75) übersprang bereits am 28. Juli 2007 in Birmingham 2,70m. Browns Leistung ist in der Liste der britischen Seniorenleichtathletikrekorde aufgeführt. Es tut mir leid, wenn ich schon wieder eine bessere Leistung, als die von Pavel Tosnar (2,65m / M75) vorzeigen muss.
Bitte nicht übel nehmen. (aufgefrischt am 10.09.08)


Hermann Strauß: Sein schwerster Kampf

Rank und schlank wie zu seinen besten Zeiten als Leichtathlet ist Hermann Strauß auch noch mit 77 Jahren. Doch mit der Gesundheit ist es nicht mehr zum Besten bestellt, er muss wegen seiner Krankheit immer wieder zur Spezialbehandlung in die Medizinische Poliklinik nach Würzburg. Im Gespräch zum fünfzigsten Jahrestag seines deutschen Rekordes im Dreisprung (zweimal 1958) blickt der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannte Kitzinger noch einmal auf seine von Siegen und Triumphen geprägten Zeiten in der Leichtathletik. 1958 war sein erfolgreichstes Jahr als Dreispringer. Zweimal gelang dem Dreispringer sein deutscher Rekord. Auf dem Pfingstsportfest in Fürth erzielte Strauß mit 15,59 Meter die neue Bestleistung – und nur wenig später, am 2. August 1957, stellte der Kitzinger bei den internen deutschen Ausscheidungskämpfen für die Europameisterschaft seinen Rekord ein: vor 20 000 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion.
1960 war er für die Olympischen Spiele in Rom im Dreisprung qualifiziert. Ein Knocheneinriss bei einem Länderkampf in Warschau beendete aber den Traum von einem Start im Zeichen der fünf Ringe. Überhaupt hatte Strauß des öfteren mit Verletzungen zu tun, die seine Karriere behinderten. Daher war 1960 für Hermann Strauß mit der internationalen Springerkarriere verletzungsbedingt Schluss – wegen wiederholter Fersenprellungen.
Ganz konnte er vom Springen und Laufen aber nie lassen. So brachte er es in der immer populärer gewordenen Senioren-Leichtathletik sogar zu Weltmeistertiteln. 1977 wurde er in Göteborg erstmals Dreisprung-Weltmeister der Senioren. Neun Weltmeistertitel und acht Europameistertitel in den Seniorenklassen brachte er in seine Heimat Kitzingen. 65-Jährig trat er 1996 von der Bühne ab: als Weitsprungsieger bei der deutschen Seniorenmeisterschaft mit 5,22 Meter in Schweinfurt. Im 100-Meter-Lauf stand seine Bestleistung bei 11,2 Sekunden, im Weitsprung lag sie bei 7,53 Meter, und die nach fünfzig Jahren immer noch grandiose Weite von 15,59 Meter im Dreisprung (ehemals deutscher sowie bayerischer Rekord) bedeuten immer noch Unterfrankenrekord.
Jahrelang gab Hermann Strauß seine Erfahrung weiter, trainierte immer wieder talentierte Kitzinger Springer, die seinen Rekord überbieten sollten. Allein Thomas Kesselring (TG Kitzingen) kam einmal in die Nähe seines „Methusalem-Rekordes“. Auch starke US-Soldaten, die für unterfränkische Leichtathletik-Vereine starteten, versuchten sich vergeblich daran. Dem sympathischen, heimatverbundenen Kitzinger, der so viele Siege im Leben errungen hat, ist zu wünschen, dass er auch seinen schwersten Kampf besteht: den gegen die Krankheit. Hermann Strauß war immer ein echtes Vorbild für die ihm folgenden jüngeren Leichtathleten. Er gehört zum Urgestein des unterfränkischen Sports, ist eine Legende. Ein echter Typ halt, eine Art von Sportler und Persönlichkeit, wie es sie heutzutage kaum noch gibt.
(leicht gekürzter Originalartikel von L. Frühauf findet sich in der mainpost.de, 05.09.08)


Bahngehen: Samstag Deutsche Meisterschaft in Diez

In rheinland-pfälzischen Diez tragen die Geher am Samstag die Deutschen Meisterschaften im Senioren Bahngehen aus. 175 Teilnehmer aus 51 Vereinen aus ganz Deutschland treten ab 13.00 Uhr über die 5.000 m auf der Bahn gegeneinander an. Mit je 12 Teilnehmern stellen der TV Biberach (Baden-Württemberg) und die Polizei SV Berlin (Berlin) die größten Mannschaften. Hier die Meldeliste und hier die Ausschreibung
Am Start ist "fast die ganze Truppe" der bekannten deutschen Seniorengeher, darunter Manni Kreutz, Steffen Borsch, Jörg Schieferdecker, Dick Gnauck, Uwe Schröter, Ronald Papst, Udo Schaeffer, Karl Degener und Frank Knäringer sowie bei den Frauen Barbara Primas, Yoshiko Teufert-Shibata und Gisela Theunissen. Ältester Starter ist Karlheinz Teufert (*1929, SC Langenhagen), älteste Starterin Erna Antritter (*1935, TV Biberach).
Aussichtsreichste Kandidatin auf Gold aus dem veranstaltenden Landesverband Rheinland ist "Submasterin" Larissa Eberl, heißt es in einer Vorschau auf der Webseite des Verbandes. Die Athletin vom ausrichtenden Diezer TSK Oranien steht als erste in der Meldeliste der W30 und wird versuchen, den Heimvorteil zu ihren Gunsten zu nutzen. Immer für eine Platzierung auf dem Treppchen gut ist auch die zweifache Senioren-Europameisterin und Lokalmatadorin Ursula Herrendoerfer vom Diezer TSK Oranien. Sie wird versuchen die Konkurrenz in der W65 zu bezwingen. Sehr gute Chancen auf eine Medaille hat auch Ilona Kirchesch (LG Rhein-Wied) in der W50. Schwerer wird es für die Männer aus dem Rheinland werden eine Medaille zu gewinnen. Lediglich Friedel Heinen (LG Bitburg-Prüm) in der M45 könnte die Chance auf eine Platzierung unter den ersten drei wahren. Von der LG Bitburg-Prüm werden insbesondere Irene Kollig in der W45 und Ursula Klink in der W60 alles für eine Medaille geben.
(Quelle LV Rheinland, 05.09.08)
Mehr: Vorbericht auf www.leichtathletik.de


Wowereit: Berlin will World Masters Games 2013

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat die Bewerbung Berlins für die World Masters Games 2013 angekündigt. In einem Interview mit dem Tagesspiegel bestätigte der SPD-Politiker, am Rande der Spiele in Peking Gespräche über künftige internationale Sporthöhepunkte geführt zu haben und ergänzte: " Wir wollen ja nach und nach weitere Großereignisse nach Berlin holen. Zum Beispiel die World Master Games für das Jahr 2013. Das sind so etwas wie Olympische Spiele für über 40-Jährige, die 2009 in Sydney mit 35.000 Teilnehmern stattfinden. Aber sicher ist das noch nicht."
Veranstalter der WMG ist die International World Masters Games Association mit Sitz in Lausanne. Die 1995 gegründete Organisation richtet vom 10. bis 18. Oktober 2009 in Sydney (Australien) die nächsten World Masters Games aus. Für die übernächsten World Masters Games im Jahr 2013 bewerben sich neben Berlin auch Turin (Italien) und -trotz der enttäuschenden Anmeldezahlen der EMG 2008- auch Malmö-Kopenhagen (Schweden-Dänemark).
(02.09.08)


W35: Speerwerferinnen übertreffen sich in Elstal - Nerius mit M35-Weltrekord

Kugelstoßerin Nadine Kleinert (SC Magdburg) und Speerwerferin Christina Obergföll (LG Offenburg) haben den mit 50.000 Euro gefüllten Jackpot des DKB-Cups geknackt. Das Duo war am Sonntag auch in Elstal beim hochdramatischen Finale der vier Stationen umfassenden Leichtathletik-Serie erfolgreich, die beiden Athletinnen kassierten jeweils 25.000 Euro.
Dabei bewies die Olympia-Dritte Christina Obergföll vor 8.000 Zuschauern im historischen Olympischen Dorf von 1936 vor den Toren Berlins unglaubliche Nervenstärke. Mit im letzten Versuch erzielten 69,81 Metern kam die ehemalige Europarekordlerin bis auf 39 Zentimeter an ihre Bestleistung (70,20 m) heran und konterte die Europameisterin Steffi Nerius (*1972, TSV Bayer 04 Leverkusen) aus, die bis dahin mit 66,00 Metern in Führung gelegen hatte. Sie hatte sich mit dem letzten Wurf des Tages noch auf 68,34 Meter verbessert, was nicht nur eine beträchtliche Steigerung ihrer persönlichen Bestleistung (bisher 66,52 m) bedeutete, sondern auch Weltbestleistung für über 35-Jährige ist. Mehr (aus www.leichtathletik.de, 01.09.08)


Malmö: European Masters Games eröffnet - Peter Speckens gewinnt erstes Gold

Mit einer rasanten und beeindruckenden Eröffnungsfeier sind am Samstag die ersten European Masters Games im südschwedischen Malmö eröffnet worden. Gleichzeitig begannen bei guten äußeren Bedingungen die Leichtathletikwettkämpfe mit der Hammerwurfkonkurrenz und den 10.000m-Läufen aller Altersklassen. Peter Speckens (*1935, SV RW Schlafhorst) gewann überlegen den Hammerwurf der Altersklasse M70 und holte das erste Gold für das kleine deutsche Team. Die stärkste Leistung des ersten Wettkampftages gab es über 10.000m der M45. Hier gewann der Russe Leg Stritzhakov (*1963) in 31.45,90 min.
Am Sonntag siegte über 800m der Altersklasse M75 Hans Thieme (*1933 ) in 3.25,54min. In der W45 belegte Antje Walter (*1961, SG TSV Kronshagen/Kieler TB) Platz 1 in 2.37,45min. Der aus Deutschland stammende US-Bürger Stefan Waltermann (*1953) siegte im M55-Zehnkampf mit 4665 Punkten (14.30sec; 4,18m; 8,32m; 1,26m; 66,87sec; 23,58sec; 29,26m; 2,00m; 31,05m; 6.22.33min). In der W45 gewann Birgit Trenker (*1962, LG Lüneburg) den Siebenkampf mit 4833 Punkten (80mHü: 14,17sec; Hoch: 1,33m; Kugel 8,43m; 200m 29,.58sec; Weit: 4,71; Speer: 27,88m und 800m: 2.47.20min). Christa Stedtler (*1943, TV 05 Neubeckum) wurde mit 5194 Punkten Gewinnerin des W65-Siebenkampfes (16,58sec; 1,09m; 7,62m; 34,54sec; 3,23m; 14,79m, 3.38,81 min).
Die schwedischen Veranstalter der EMG sind mit den Teilnehmerzahlen nicht zufrieden. Sie hatten mit bis zu 10.000 Teilnehmern gerechnet; tatsächlich sind es aber nur rund 3.000 geworden. Daraus dürften sich Verluste von etwa 400.000 Euro errechnen. OK-Chef Bo Sjöström wollte sich gegenüber Medien noch nicht zu den Konsequenzen äußern. "Darauf werde ich zurückkommen, wenn unsere Beurteilung abgeschlossen ist. Im Moment wollen wir die Spiele in in der bestmöglichen Art und Weise durchführen ", sagte Sjöström.
(31.08.08)


European Masters Games Malmö 2008
Resultate der Leichtathletikwettkämpfe Tag 1 - Tag 2 - Tag 3 - Tag 4 - Tag 5 - Tag 6 - Tag 7 - Tag 8

(05.09.08)


51 Deutsche bei Berglauf-Senioren-WM in Dolni Morava

Unter die 658 Teilnehmer bei den 8. Berglauf-Weltmisterschaften der Senioren am 6. September im tschechischen Dolni Morava mischen sich 51 deutsche Teilnehmer, allen voran Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) und Klemens Wittig (*1937, LG Rapid Dortmund). Beide sind europäische Titelträger seit der 2. Berglauf EM im Juni diesen Jahres in Lenzerheide (Schweiz).
Das Meldeergebnis erstaunt, waren doch im Vorjahr im österreichischen Bludenz mehr als 1000 Teilnehmer am Start. Erstaunlich ist auch die sehr geringe Zahl nicht-europäischer Teilnehmer. Es sind nur ganze 12: Ein Bolivianer, je zwei Canadier und Mexikaner, drei Neuseeländer, ein Starter aus den USA und drei aus Venezuela. Die meisten Meldungen (346) kommen aus dem Veranstaltungsland. 54 Starter kommen aus der Slowakei, 51 Deutsche sind gemeldet, davon 17 Frauen. in der Altersklasse W35 startet keine deutsche Läuferin. Hier ist die Starterliste und hier geht es zur Webseite (tschechisch), die wegen zweier Doppelauflistungen 53 deutsche Meldungen aufzählt.
(28.08.08)


Österreich: Sperre für alles gegen Submasters Lichtenegger

Der Melde- und Ordnungsreferent des Österreichischen Leichtathletik Verbandes (ÖLV) hat in erster Instanz eine lebenslange Sperre über den früheren Hürdensprinter Elmar Lichtenegger (*1974, Dr. Auer-AC Völkermarkt) wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verhängt. Die Sanktion erfolgte aufgrund des Wiederholungsfalles für alle nationalen und internationalen Wettkämpfe sowie außerdem für alle Sportarten. Gegen diese Entscheidung kann Lichtenegger bei der Unabhängigen Schiedskommission der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) innerhalb von vier Wochen eine Überprüfung begehren, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des ÖLV.
Lichtenegger, zeitweise auch Nationalratsabgeordneter der rechtsgerichtet-populistischen FPÖ, war bei Trainingskontrollen am 20. und 22. November 2007 der verbotene Wirkstoff Norandrosteron, ein Metabolit des anabolen Steroides Nandrolon, nachgewiesen worden. Der Kärntner hatte am 12. Dezember 2007 - wenige Tage nachdem er von dem positiven Test erfahren hatte - seine Karriere beendet. Er machte wie schon bei einem positiven Test 2003 ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel für das Ergebnis verantwortlich.
(Quelle: Kurier.at, 27.08.08)


Werner Dengler feiert Jubiläum
500. Laufwettbewerb des Münnerstädter Langstreckenläufers

Kürzlich feierte Langstreckenläufer Werner Dengler vom TSV Münnerstadt ein ganz besonderes Jubiläum. Beim Tegut-Dreiländerlauf absolvierte der Ebenhäuser seinen 500. Laufwettbewerb. In der Altersklasse M 60 belegte er auf dem 11,6 Kilometer Kurs, der über immerhin 430 Höhenmeter führte, den zweiten Rang. Dengler, der wie so viele andere Seniorensportler auch, erst spät in den Wettkampfsport einstieg, erinnert sich noch ganz genau an seinen ersten Wettkampf. Im Jahre 1987 startete er beim Silvesterlauf-Klassiker in Schweinfurt und belegte in der Altersklasse M35 den dritten Platz.
Bald darauf schloss er sich dem TSV Münnerstadt an, um auch an Meisterschaften teilnehmen zu können. Der Trainingsumfang wurde allmählich gesteigert und so dauerte es nicht lange bis der erste Marathonlauf anstand. Im Juni 1988 lief er in Nürnberg die 42,195 Kilometer gleich in 3:03 Stunden. Noch im selben Jahr drückte er diese Marke beim Frankfurt-Marathon auf 2:46 Stunden. Ein Jahr später lief er in München seinen bis heute gültigen Hausrekord von 2:43,41 Stunden. Insgesamt bewältigte der Ebenhäuser Lauftreff-Leiter stolze 79 Marathonläufe, darunter auch den legendären New York Marathon. Neben zahlreichen Podestplätzen bei Bezirks- und Landesmeisterschaften erfolgte auch die Berufung in die Marathonmannschaft der Bundespolizei. Schon 1990 stieg der 59-Jährige mit dem 60-Kilometer-Lauf in Euerbach in die Ultra-Langstreckenszene ein. 1994 folgte der erste 100-Kilometer-Lauf und zwei Jahre später bewältigte er diese Distanz in großartigen 8:26,03 Stunden. Unzählige Läufe länger als Marathon, bis hin zum 75 Kilometer langen Rennsteiglauf, kamen in den folgenden Jahren dazu.
Nach einer Knieoperation vor drei Jahren musste Werner Dengler zeitweise kürzer treten. Aber seit diesem Jahr läuft es bei ihm wieder sehr gut. Zehn Wettkämpfe, darunter der 44 Kilometer lange Friedenslauf von Würzburg nach Gemünden – in 3:41 Stunden – durfte er sich schon wieder in sein Lauftagebuch eintragen. Sollte die Gesundheit mitspielen, wird Werner Dengler wohl noch lange Zeit bei den Lauf-Klassikern in ganz Deutschland am Start sein.
(Lokalpresse, 26.08.08)


Hessen: Knapp sechs Minuten schneller als der Zweite
Klaus Wagner läuft bei Halbmarathon-HM vorneweg

Während in Peking am Sonntag die letzte olympische Medaille in der Leichtathletik vergeben wurde, waren auch die heimischen Langstreckler unterwegs. Bei der 30. Auflage des Koberstädter Waldmarathons traten mehr als 1600 Laufbegeisterte zu den Rennen über die klassische Distanz von 42,195 Kilometer sowie die halbe Strecke an. Zur Jubiläumsfeier hatte der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) seine Titelkämpfe im Halbmarathon an die Traditionsveranstaltung der SG Egelsbach vergeben. Auf der Strecke, die ausschließlich über Waldwege verläuft, entspannte sich bei den Männern ein spannender Zweikampf zwischen Jörn Harland (PSV Grün-Weiß Kassel) und Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach), den der Nordhesse mit 1:09:33 Stunden für sich entschied. Die beste Platzierung hiesiger Athleten gelang einmal mehr dem Flörsheimer Klaus Wagner. Der mehrfache deutsche und hessische Seniorenmeister von der LG Bad Soden/Neuenhain distanzierte in der Altersklasse M65 wie erwartet die Konkurrenz. Mit 1:27:11 Stunden war Wagner knapp sechs Minuten schneller als der Zweitplatzierte. Auch mit der Mannschaft sicherte er sich Platz eins. Zweiter bei den über 75-Jährigen wurde Georg Kiltz (LG Rüsselsheim), der 2:16:53 Stunden benötigte.
Über den Bronzerang durfte sich Claudia Wassermann (LG Rüsselsheim) freuen. In der Altersklasse W35 kam sie nach 1:32:59 Stunden hinter Andrea Meuser (TSV Friedberg-Fauerbach/1:25:08) und Steffi Merkel-Heinz (SV Blau-Gelb Marburg/1:30:17) ins Ziel. Bei den über 45-Jährigen verpasste Uwe Bernd (LG Rüsselsheim) eine Medaille knapp. Nach 1:17:02 Stunden lief der Schnellste der insgesamt elf Teilnehmer aus der Region als Vierter über den Zielstrich. - Ergebnisse;

HM, Halbmarathon

Männer: 1. Jörn Harland (GW Kassel) 1:09:33; 2. Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach) 1:09:52; 3. Timo Weckmann (LG Wettenberg) 1:12:25; 116. Joachim Sittig (DJK Flörsheim/DJK) 1:38:43; Mannschaft: 1. SSC Hanau-Rodenbach 3:39:20; 2. GW assel 3:43:00; 3. BG Marburg 3:43:21; 11. LG Rüsselsheim/LGR (Bernd, Fabian, Große-Bley) 4:10:43; 26. LGR II (Schröder, Schirmer, Link) 4:58:59; 30. DJK (V. Sittig, J. Sittig, Stübing) 5:09:26.

Senioren, M35: 1. Heiko Ludewig (Spiridon Frankfurt) 1:12:40; 2. Marco Schwab (BG Marburg) 1:14:10; 3. Michael Obst (TuS Griesheim) 1:14:45; 13. Volker Sittig (DJK) 1:34:41; M40: 1. Markus Riefer (SSC Hanau-Rodenbach) 1:13:41; 2. Ralf Nowak (BG Marburg) 1:14:19; 3. Abdelmounaim Graine (TV Hergershausen) 1:14:25; 16. Michael Große-Bley 1:28:21; 21. Rene Schröder 1:31:03; 31. Thomas Link (alle LGR) 1:55:26; M45: 1. Hakim Ouahioune (BG Marburg) 1:14:51; 2. Stefan Hinze (SSC Hanau-Rodenbach) 1:15:46; 3. Paul Guckelsberger (LC Mengerskirchen) 1:16:19; 4. Uwe Bernd 1:17:02; 14. Fabian Günter 1:25:20; 21. Rai- ner Schirmer (alle LGR) 1:32:30; Mannschaft M40/45: 1. GW Kassel 3:53:35; 2. LG Bad Soden/Neuenhain 4:02:19; 3. LC Mengerskirchen 4:06:43; 4. LGR (Bernd, Fabian, Große-Bley) 4:10:43; 8. LGR II (Schröder, Schirmer, Link) 4:58:59; M50: 1. Peter Eckes (LG Bad Soden/Neuenhain) 1:19:01; 2. Klaus Kirsch- ner 22:01:38; 3. Ernst-Ludwig Engelmohr (beide BW Dodenhausen) 1:22:51; 13. Josef Stübing (DJK) 1:55:46; M65: 1. Klaus Wagner (Flörsheim/LG Bad Soden/Neunhain) 1:27:11; 2. Gerhard Erkelenz (TSV Breuna) 1:33:06; 3. Klaus Pannek (LG Seligenstadt) 1:36:09; Mannschaft M60/65: 1. LG Bad Soden/Neuenhain (Wagner, Drechsler, Wildmann) 4:46:54; 2. GW Kassel 4:52:37; 3. LG Bad Soden/Neuenhain II 5:20:26; M75: 1. Arthur Hahn (TV Großalmerode) 1:57:31; 2. Georg Kiltz (LGR) 2:16:53; 3. Rolf Gerhard Klos (FC Wallernhausen) 2:27:56.
Frauen, Mannschaft: 1. Spiridon Frankfurt 4:27:30; 2. LG Bad Soden/Neuenhain) 4:36:13; 3. SSC Hanau-Rodenbach 4:39:11; 7. LGR (Wassermann, Mai, Jung) 5:43:48.
Seniorinnen, W35: 1. Sandra Klement (SC Neukirchen) 1:26:30; 2. Sandra Holly (LC Mengerskirchen) 1:28:02; 3. Sandra Barborseck (TV Breitenbach) 1:28:31; 10. Constanze Mai (LGR) 1:55:53; W40: 1. Andrea Meuser (TSV Friedberg-Fauerbach) 1:25:08; 2. Steffi Merkel-Heinz (BG Marburg) 1:30:17; 3. Claudia Wassermann (LGR) 1:32:59; W45: 1. Martina Groß (MTV Kronberg) 1:24:43; 2. Regina Blatz (TV Salmünster) 1:27:47; 3. Liesbeth van Nieuwenhoven (TV Breitenbach) 1:32:48; 15. Birgit Jung (LGR) 2:14:50.

Offene Wettbewerbe
Marathon, Männer: 1. Andreas Rotter (TuS Deut) 2:42:32; 2. Ingo Saatweber (Spiridon Frankfurt) 2:49:44; 3. Bertram Wagenblatt (TSV Rot) 2:56:37; 45. Sven Kobold (Trebur) 3:31:03.
Halbmarathon, Männer: 1. Harland (PSV Grün-Weiß Kassel) 1:09:33, 15. Christoph Gabel (TV Trebur) 1:32:33; 33. Sebastian Lange (Rüsselsheim) 1:47:14.
Senioren, M30: 1. Dennis Gutenstein (Spiridon Frankfurt) 1:13:27; 48. Kai Kaufmann (Ginsheim) 1:50:19; 72. Markus Weigmann (Flörsheim) 2:03:44; M35: 1. Ludewig (Spiridon Frankfurt) 1:12:40; 16. Christian Dräbert (Flörsheim) 1:30:15; 55. Jürgen Grimm 1:43:21; 93. Takaaki Sato (beide Rüsselsheim) 1:55:03; M40: 1. Riefer (SSC Hanau-Rodenbach) 1:13:41; 16. Michael Wilker (Nauheim) 1:22:53; 101. Christian Grieger (TSV Raunheim) 1:42:53; 105. Richard Müller (ESV Bischofsheim) 1:43:18; M45: 1. Ouahioune (BG Marburg) 1:14:52; 34. Michael Kunz (SV Flörsheim) 1:31:42; 42. An- dreas Krieger (ESV Bischofsheim) 1:32:53; 67. Andreas Plutta (Raunheim) 1:37:22; 123. Klaus Müller (Flörsheim) 1:47:17; 151. Eberhard Vetter (Nauheim) 1:52:37; 163. Hans-Peter Kroepsch (Raunheim) 1:54:24; 182. Andreas Göbel (Nauheim) 1:58:17; M60: 1. Manfred Hartung (LC Michelstadt) 1:24:01; 27. Heinrich Friedrich (Rüsselsheim) 1:56:27.
Seniorinnen, W40: 1. Andrea Meuser (TSV Friedberg-Fauerbach) 1:25:08; 58. Birgit Steinborn (Rüsselsheim) 2:06:38;
(von Anja Wolf-Blanke auf www.main-spitze.de, 26.08.08)


Werferfünfkampf DM: "Mama, ich glaub, der war gut!"
6. Deutsche Senioren-Wurf-Mehrkampfmeisterschaften in Ahlen (Westfalen)

Auch wenn es die Wettergötter am ersten Meisterschaftstag nicht so gut meinten, fanden die 6. Deutschen Senioren-Wurf-Meisterschaften am vergangenen Wochenende (23./24.08.) reibungslos und mit zufriedenen Gesichtern der Werfer im Ahlener Sportpark Nord statt. Beteiligt waren hierbei zahlreiche Helfer der LG Ahlen und des DLV. Anne Ronig kümmerte sich wie immer mit vollem Einsatz um eine gelungene Organisation. Aufsehen erregte die 31-jährige Kirsten Münchow, Olympiadritte 2000 im Hammerwerfen von Sydney, von der TuS Eintracht Minden, als sie mit 60,63 Metern im Hammerwurf einen neuen Stadionrekord für den Sportpark Nord aufstellte. Vorher lag der Rekord noch bei 58,96 Metern und wurde seit 1994 nicht überboten. Auch der 7-jährige Sohn Sören war begeistert und analysierte den Rekordwurf fachmännisch: "Mama, ich glaub, der war ganz gut. Die Leute klatschen alle!"
Eine starke Senioren-Leistung lieferte der in diesem Jahr in die M45 aufgerückte Norbert Demmel (*1963, LG Stadtwerke München) ab. Der Bayer kam auf 3384 Punkte. besonders beeindruckend war seine Diskusleistung mit 49,25m. In der M50 siegte überlegen der Senioren-Europameister im Hammerwurf Bernhard Ulrich (*1958, SV Germania Helmstedt, 3357 Punkte). Seine Domäne war der Hammerwurf mit 60,46m. In der M60 setzte sich am ende mit einem Vorsprung von nur 8 Punkten Hermann Huppertsberg (*1945,DTS Ronsdorf, 3123 P) gegen Valeriy Bilokon (*1947, BV Teutonia Lanstrop, 3115 P.) durch. Klaus Liedtke (*1941, SuS Oberaden) überzeugte mit 3538 Punkten. Der frühere Dopingsünder war jüngst in Schweinfurt und anschließend auch in Ljubljana getestet worden. Seine beste Leistung erzielte er im Diskuswurf mit 54,04 m. Kristina Telge (*1970, TV Alzey) gewann den Titel mit 2988 Punkten in der Klasse W35
Nur konsequent war es übrigens, dass im Rahmen dieser Deutschen Meisterschaft im Sportpark Nord die Einweihung des Willy-Massin-Weges stattfand, der an den Ahlener Sportfunktionär Willy Massin erinnert. Ihm ist es zu verdanken, dass überhaupt deutsche Meisterschaften in der westfälischen Provinz durchgeführt werden können, war er es doch, der vorausdenkend und zielstrebig zugleich die lokale und regionale Politik davon überzeugte, dass nicht ein Stadion des Typs B, sondern des Typs A gebaut werden sollte. Größter Unterschied: Statt der sechs Rundbahnen gibt es bei der größeren Lösung acht, und die sind Vorraussetzung dafür, dass eine Deutsche Meisterschaft ausgerichtet werden kann. Davon gab es in Ahlen bisher 23. Der am Sonntag Geehrte, Vater von EVAA-Präsident Dieter Massin, hat übrigens selbst keine deutsche Meisterschaft in seinem Sportpark mehr erlebt. Willy Massin verstarb 1984 kurz vor Durchführung der ersten Deutschen Leichtathletikmeisterschaft in seinem Ahlener Sportpark. (Quelle Ahlener Zeitung, 27.08.08)
Mehr - Alle DM-Resultate

Worms - Pinneberg - Minden - Borken


Potsdam: Leichtathleten des Potsdamer Traditionsvereins ESV Lok feiern den 60. Geburtstag

Großer Bahnhof am Sonnabend bei den Leichtathleten des ESV Lok Potsdam in der Berliner Straße. Glückwünsche zum 60. Geburtstag der Abteilung Leichtathletik überbrachten auch Steffen Reiche, Präsident des Landesverbandes, sowie Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Sie haben Sportgeschichte in Potsdam mitgeschrieben“, sagte das Stadtoberhaupt. Die Lok-Sportler sind auf einer der schönsten Sportanlagen der Stadt zu Hause. Jann Jakobs sprach von einem „kostbaren Schatz“. Würde der Verein diesen nicht so verantwortungsvoll hüten, „würden hier schon prächtige Villen stehen“. Bei der Veranstaltung im Vereinsheim wurden zwei Athleten geehrt. Wolfgang Hamel (67), zweifacher Senioren-Weltmeister mit der Kugel, erhielt den Sportpreis des Verbandes Deutscher Eisenbahner-Sportvereine, und Jürgen Purand die Ehrennadel des Landessportbundes in Bronze.
Der Name Purand ist bei Lok gleich zweimal vertreten. Seit mehr als einem halben Jahrhundert stoßen Jürgen (67) und sein Bruder Klaus (69) die Kugel und werfen den Diskus. Bei Bezirksmeisterschaften holten sie einige Titel, an die Leistungen von Hamel reichten sie aber nie heran. „Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“, sagt Jürgen, „bei uns zählen Geselligkeit und Freundschaften mehr als sportliche Erfolge.“ Der Verein wurde für sie auch zum Zuhause. Jürgen stieß mit 17 zu Lok, zog eines Tages aber die Kneipe vor. Da wurde er vom Nestor der Lok-Leichtathleten und langjährigen Abteilungsleiter Hans Schuffenhauer in den „Fünf Eichen“ entdeckt. „Willst du noch weitersaufen?“, fragte er entsetzt. Jürgen ließ ab vom Alkohol, Schuffenhauer wurde zum Ersatzvater, der eigene der Purands war im Krieg geblieben. Inzwischen ist Jürgen seit 40 Jahren auch Kassierer im Verein und steht bei den Freizeitkickern des FC Park im Tor. Klaus frönt seinem Hobby seit 1954. „Der Sport hat mich fit gehalten“, sagt er. Er war stets von vormittags bis abends in Bewegung. Den Beruf übte er als Sportlehrer in Wilhelmshorst aus. Gelegentlich stöhnten seine Eleven: „Es ist schrecklich, sie werden ja nie krank.“
Als Klaus den Rentenantrag einreichte, wurde er aufgefordert, die „richtigen“ Unterlagen mitzubringen. Bei ihm standen nur sieben Krankheitstage zu Buche. Klaus ist an der Schule am Ball geblieben. Er ist Übungsleiter für 30 Kinder, die sprinten, über die Hürden laufen oder die Kugel stoßen. Er hält eine Tradition hoch, die mancherorts wegbricht. „Die Leichtathletik hat es heute schwer“, sagt er. „Anfang der achtziger Jahre zählten wir bei Lok 350 Mitglieder, heute sind es 95. Von der Laufbewegung mal abgesehen, wollen sich immer weniger junge Leute quälen.“ Dabei machen es die Purands vor: Dabeisein und Geselligkeit sind alles. Nicht jeder muss nach der Krone von Olympia streben.
(Von Detlef Braune, in Märkische Allgemeine, 25.08.08)


Interview mit Schwimm-Olympiasieger Michael Gross: „Jeder deutsche Meister zu Olympia“

Die Olympischen Spiele in Peking finden an diesem Sonntag nach gut zwei Wochen ein sportliches Ende. Abgehakt ist das, was in China passierte, freilich noch lange nicht. Das Land hat das Wesen von Olympia verändert und auf die Spitze getrieben. Der deutsche Schwimm-Olympiasieger von 1984 und 1988, Michael Gross, spricht in einem lesenswerten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über unfassbare Leistungen, fragwürdige Superstars und die Zukunft der Spiele. Seine Forderung: "Der deutsche Sport muss nun Entscheidungen treffen. Etwa, ob er bereit ist, jeden deutschen Meister zu Olympia zu schicken, egal wie gut er international ist. Warum? Weil er innerhalb unseres freiheitlich-föderalen Systems der Beste ist. Und dabei sollte es vollkommen egal sein, was in anderen Ländern los ist. Das wäre ein enorm wichtiges Signal an die deutschen Sportler und Trainer, zu sagen: Wir vertrauen euch und euren Leistungen."
Hier geht's weiter auf den Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ...
(24.08.08)


Ursachendebatte: Prokop distanziert sich von Mallow

Die Diskussion um die Ursachen des schlechten Abschneidens der deutschen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Peking geht unvermindert und heftig weiter. Nach der polemischen Kritik von DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow an den Verantwortlichen des Bundesinnenministeriums («Schreibtischtäter»), DLV-Ehrenpräsident Helmut Digel («Dummschwätzer» und der Förderpolitik des DOSB («massive Benachteiligung») bemühte sich DLV-Präsident Clemens Prokop ("Wir brauchen mehr Geld!") am Sonntag um Schadensbegrenzung. «Ich bedaure die Art und Weise der Äußerungen und missbillige sie. Das ist nicht produktiv», sagte der Amtsgerichtsdirektor aus dem bayerischen Kelheim. «Ich finde es besser, wenn man Kritik auf Fakten beschränkt.» Auch beim DOSB lösten «Mallows Tiraden» Unmut aus. «Ich finde die Anschuldigungen unverständlich. Es zeigt ein erstaunliches Maß an Unkenntnis über das Fördersystem», konterte Chef de Mission und DOSB-Generaldirektor Michael Vesper und mutmaßte: «Er neigt dazu, die Schuld bei anderen zu suchen.»
Fakt ist, dass dem DLV nach der Pleite von Athen 2004 (zwei Silbermedaillen) die jährlichen Fördermittel um 650.000 Euro gekürzt wurden. Das kritisiert auch DLV-Vizepräsident Leistungssport Eike Emrich . «Mangelnder Erfolg, weniger Geld - das ist die falsche Logik. In der Industrie wird seit Jahrzehnten antizyklisch investiert», argumentierte der Soziologie-Professor aus Saarbrücken. Emrich forderte einen «Sondertopf, damit die Leichtathletik wieder auf die Beine kommt». Für die Heim-WM 2009 in Berlin käme selbst das aber zu spät. «Das greift dann erst 2012 in London.»
(Quelle: süddeutsche.de, 24.08.08)

Mehr: Olympische Leichtathletik-Bilanz aus Sicht von leichtathletik.de
Mehr: Eike Emrich (DLV-Vizepräsident) in der Süddeutschen Zeitung
Mehr: Totalversagen der Dopingkontrollen - Frieder Pfeiffer in spiegel-online
Mehr: Fazit auf Spiegel-online
Mehr: taz Interview mit Eike Emrich (DLV-Vize)
Mehr: MDR-Interview mit Prof. Dr. Werner Franke (audio-Datei)


Mallow legt nach: „Dummschwätzer Digel“ - "Japsend am Boden"

Der deutsche Leichtathletik-Cheftrainer Jürgen Mallow hat am Samstag auch Heike Drechsler und Helmut Digel kritisiert. Harsche Kritik am Abschneiden der deutschen Leichtathleten nahm er zum Anlass, den Ehrenpräsidenten des DLV, Helmut Digel, einen „Dummschwätzer“ zu nennen. Dessen Kritik an vermeintlichen Versagern lasse nicht nur Kompetenz, sondern auch Respekt vermissen. „Filmon Ghirmai, ein Kind von Einwanderern, das sich um seine Ausbildung bemüht, als Versager zu bezeichnen, ist unanständig“, schimpfte Mallow. Der Hürdenläufer Ghirmai hatte sich nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. „Da muss man auch mal innehalten und nachdenken, bevor man die nächste Sprechblase produziert“, fuhr Mallow fort.
Auch Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler bekam ihr Fett weg, weil sie an glorreiche Zeiten der deutschen Leichtathletik erinnert hatte. „Diese glorreichen Zeiten wollen wir nicht“, sagte Mallow. „Damals wurde gedopt, und es gab den Kalten Krieg.“ Kritik an durch Doping in der DDR belasteten Trainern - namentlich Kollark, Goldmann und jüngst Schneider und Baarck - wies er zurück: „Die Grenze der Heuchelei ist weit überschritten.“ Der deutsche Sport habe nach dem Fall der Mauer vor 19 Jahren Kommissionen eingesetzt, die Staatsanwaltschaft habe ermittelt, weil in der DDR massiv gedopt wurde. Die Trainer, die seinerzeit zur Beschäftigung im Sport empfohlen wurden, jetzt wegen ihrer DDR-Vergangenheit anzugreifen, sei unwürdig.
Der Bundestrainer, der nach der Weltmeisterschaft in Berlin 2009 in Pension gehen wird, scheute sich nicht, auf Doping in der Leichtathletik hinzuweisen, insbesondere in den 400-Meter-Läufen, die der Amerikaner LaShawn Merritt und die Britin Christine Ohuruogu gewannen. „Das kenne ich anders. Früher lagen die Läufer nach so einer Runde japsend am Boden, heute sehen sie aus wie nach einem Trainingslauf“, sagte Mallow. „Die Methode, die 400 Meter mit einer solchen Leichtigkeit zu laufen, haben wir nicht und wollen wir nicht.“ Athleten müssten, wenn sie sich diesem Wettbewerb stellten, berechtigte Zweifel aus dem Kopf kriegen. „Wenn wir unfaire Bedingungen vorfinden“, sagte Mallow, „müssen wir das noch hinnehmen. Aber man kann uns nicht eins zu eins an diesen Bedingungen messen.“ Damit war Mallow nun beim tieferen Grund seines Ausbruchs: der mangelhaften Förderung und den Zumutungen durch die Ministerialbürokratie - „Schreibtischtäter“ nannte er sie. Wenn sich realisiere, was er im Februar verhandelt habe, werde sein Verband im kommenden Jahr fünf Millionen Euro Förderung erhalten. „Wenn wir das Doppelte hätten, wären wir am unteren Rand dessen, was notwendig ist“, sagte er. „Man kann doch eine Krise nicht dadurch überwinden, dass man die Ressourcen kappt.“ Drei Tage vor der Abreise nach Peking sei er aufgefordert worden, Mittel zu beantragen. „Dreißig Prozent meiner Arbeitszeit verwende ich für solchen Quatsch“, schimpfte Mallow. „Die sind bekloppt. Entweder machen wir die Leichtathletik überlebensfähig, oder wir machen es so wie früher die Australier. Da haben die Athleten ihre Reisen selbst bezahlt.“ Alle ernstzunehmenden Sportländer förderten die Leichtathletik besser als die Deutschen.
DLV-Präsident Clemens Prokop bestätigte inzwischen, am Samstag in Peking Gespräche mit BMI-Vertretern über das Abschneiden des DLV bei Olympia, die Probleme der Leichtathletik und eine optimale Vorbereitung auf die WM 2009 in Berlin geführt zu haben. Aber über Inhalte wolle er nichts sagen.
(Quelle: Michael Reinsch in faz-net, sid 24.08.08)

Mehr: Kommentar von Siggi Heinrich (Eurosport, 24.08.08)
Mehr: Faz-Net Videobeitrag mit Kurzinterviews Clemens Prokop, Danny Ecker, Tim Lobinger

Mehr: Daniels Kumelis' Blog (24.08.08)


"Bolt ist kein unbeschriebenes Blatt"
SZ-Interview mit Jürgen Littwin über die olympischen Leichtathletikwettbewerbe

Lange haben Deutschlands Leichtathleten bei Olympia auf ihre erste Medaille warten müssen. Speerwerferin Christina Obergföll holte Bronze. Von sich reden machten aber vor allem jamaikanische Sprinter mit ihren Siegen und Fabelzeiten. Über die leichtathletischen Wettbewerbe in Peking sprach SZ-Redakteur Andreas Wagner mit Senioren-Weltmeister Jürgen Littwin aus Laupheim.

SZ: 9,69 und 19,30 Sekunden. Erschrickt ein Leichtathletik-Experte bei den neuen Weltrekordzeiten von Usain Bolt im Männersprint oder ist er verzückt?
Littwin: Wenn alles korrekt abgelaufen ist, sind die Leistungen toll. Extrem verblüfft hat mich, wie sich Bolt im 100-m-Sprint zwischen 30 und 60 Metern von der Konkurrenz gelöst hat. So etwas habe ich noch nie gesehen. Aber Bolt ist kein unbeschriebenes Blatt, er war schon mit 15 Jahren sehr gut.

SZ: Ein Kenner des internationalen Dopinghandels sagte kürzlich, dass von den acht Endlaufteilnehmern beim olympischen 100-m-Finale keiner ungedopt sei. Hat er recht?
Littwin: Dazu kann ich nichts sagen, da bin ich zu weit weg. Man weiß nicht, wie es in der Weltspitze zugeht. Da passieren Sachen, die für normale Sportler nicht einfach zu verstehen sind: Wie Michael Phelps etwa im Schwimmen eine ganze Woche lang auf der obersten Rille fahren kann, und das ohne große Regeneration, darüber staunt man. Bei uns Amateuren ist klar: Nach einem Wettkampf folgt eine Regenerationsphase. Die Profis schaffen das ohne, das ist Wahnsinn.
SZ: Die Grenzen der Leistungsfähigkeit sind wohl noch nicht erreicht, wie Bolt über 100 Meter angedeutet hat.
Littwin: Wenn man sich trotz der Zeit von 9,69 vor Augen hält, wie Bolt gelaufen ist, dann war da noch mehr drin. Wenngleich ich mir das nicht erklären kann. Vielleicht lassen sich die Leistungen erst in fünf Jahren beurteilen, wenn die Dopinganalytik weiter ist. Bei den Frauen stehen als Weltrekorde noch immer die Zeiten von Florence Griffith-Joyner aus dem Jahr 1988: 10,49 Sekunden über 100 m und 21,34 über 200 m. Hier gab und gibt es massive Dopinggerüchte, und unter der Hand wird auch von Doping ausgegangen. Offiziell bewiesen ist es nicht.
SZ: Bei Olympia in Peking gewinnen Sprinter aus Jamaika eine Goldmedaille nach der anderen. Überrascht Sie diese Dominanz?
Littwin: Die Jamaikaner hatten über die Jahre immer gute Leute. Vielleicht war der 100-m-Sieg von Bolt ein Schlüsselerlebnis und Zündung für die anderen. Ähnlich ist es bei Misserfolgen, die auf die Stimmung drücken und zu negativen Serien führen --wie bei den deutschen Schwimmern in Peking.

SZ: Deutsche Leichtathleten spielen in den Laufdisziplinen seit Jahren nur eine untergeordnete Rolle - in Peking lief es auch bei den technischen Disziplinen nicht gut. Noch ein Beispiel für eine negative Serie?
Littwin: Sportler wie der Diskuswerfer Lars Riedel waren über Jahre Garanten für Medaillen, aber viele aus dieser Generation sind abgetreten. Einzelne Top-Athleten gibt es aber weiter, Christina Obergföll etwa hat im Speerwerfen einen guten Wettkampf abgeliefert. Und was die Läufer angeht, da waren wir bis vor einigen Jahren schon noch gut.
SZ: Sind die Trainingsbedingungen in Deutschland für Leichtathletik nicht optimal?
Littwin: Im arbeitsintensiven Bereich wird es immer schwieriger, mitzuhalten. Die Ursachen dafür finden sich aber schon im Kindesalter. Früher sind die Kinder viel draußen gewesen und gelaufen, aber heute gibt es Bewegungsdefizite in den westeuropäischen Ländern. Anders in Äthiopien und Kenia: Da springen die Kinder zehn Kilometer am Tag, zur Schule und wieder zurück. Die Afrikaner haben eine ganz andere Sauerstoffaufnahmekapazität, und das ist später mit Training nicht wettzumachen. Die Grundsubstanz ist höher.

SZ: Zumindest in den technischen Disziplinen besteht für die deutsche Leichtathletik aber noch Hoffnung?
Littwin: Ja. Im Hochsprung tut sich was, auch im Stabhochsprung, wie man schon beim Meeting in Biberach gesehen hat. Wir haben in Deutschland nicht verlernt, wie trainiert wird, und verfügen über gute Trainer. Aber man muss auch Glück haben und auf Ausnahmeathleten hoffen, die sich dann gegenseitig hochschaukeln.
(aus Schwäbische Zeitung, 23.08.08)


Nach Peking: Innenministerium tut «Nichts, nichts, nichts!»
DLV-Cheftrainer Mallow und DLV-Vize Emrich kritisieren Fördermittelpolitik des Bundes scharf

Leichtathletik-Cheftrainer Jürgen Mallow hat eine Verdopplung der Fördermittel für die olympische Kernsportart gefordert und zugleich das zuständige Innenministerium ungewöhnlich scharf kritisiert. Der Hintergrund von Mallows Ausbruch: Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steht mit dem Rücken zur Wand. Die DLV-Athleten erzielten bei den Olympischen Spielen in Peking das schlechteste Ergebnis seit 104 Jahren. Nur Speerwerferin Christina Obergföll schaffte es als Dritte aufs Treppchen. Die deutschen Leichtathleten erlebten damit die dritten sieglosen Olympischen Spielen seit 1956 und die größte Blamage seit 1904. Im Medaillenspiegel der Leichtathletikwettkämpfe landet das Team auf Platz 37 - ganz hinten. Unter dem Eindruck dieser, nur katastrophal zu nennenden Bilanz ging Mallow vor Medienvertretern in die Offensive und kritisierte das Innenministerium (BMI): «Irgendwann ist der Geduldsfaden gerissen, weil die so arrogant und hochnäsig mit uns umgehen. Die wollen immer mehr Medaillen, und was tun sie dafür? Nichts, nichts, nichts!», sagte der Leitende Bundestrainer jetzt in Peking.
Mallow nannte es ein "entwürdigendes Spiel", dass der DLV an das BMI Anträge schreiben müsse und dann ewig keine Antwort erhalte. Selbst jetzt sei noch keine Zusage über den Etat für das laufende Jahr da. Entwürdigend sei auch, dass es da einen ganzen Tag lang Gespräche über Haushaltsmittel gebe, und am Ende erfahre man dann, dass alles schon festgelegt gewesen sei. Mallow: "Der DOSB geht arrogant und hochnäsig mit uns um. Die wollen Medaillen und tun dafür nichts." Obwohl die Mittel für den DLV im Jahr 2009 auf fünf Millionen Euro steigen sollen (Mallow: "Zuvor war es deutlich drunter"), sei dies zu wenig. Mindestens das Doppelte wäre notwendig, um international konkurrenzfähig zu sein, erklärte Mallow: "Wir brauchen vernünftige Bedingungen. Wenn BMI und DOSB uns weiter im Regen stehen lassen, wird die Diskussion um die Anerkennung der Leistung ewig weitergeführt." Dann gewinne man künftig mit viel Energie und Glück mal eine Medaille. Für das Olympia-Jahr kenne er noch nicht mal seinen Etat, meinte Mallow, für 2009 mit der WM in Berlin als Höhepunkt hofft er auf einen Betrag von fünf Millionen Euro. «Erforderlich wäre aber das Doppelte, dann könnten wir auch mehr für Nachwuchsförderung und Talentsuche tun», sagte Mallow, der nach dem unbefriedigenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen 2004 (zweimal Silber) die Verantwortung als Chef-Bundestrainer übernommen hatte.
Bei der WM 2007 in Osaka gab es mit sieben Medaillen einen spürbaren Aufwärtstrend. In Peking wurde bis zum Schlusswochenende nur eine Bronzemedaille durch Speerwerferin Christina Obergföll gewonnen. «Vielleicht muss man erst mal ganz unten sein, und vielleicht ist ganz gut, dass wir hier nicht so gut wie in Osaka abgeschnitten haben», sagte Mallow. Haupthindernisse für eine mittelfristige Förderung der Leichtathletik in Deutschland sind nach Meinung Mallows die Bürokratie und die unlogische Förder-Philosophie: Für schlechtes Abschneiden werde man bestraft, statt gegenzusteuern und die Mittel aufzustocken. Im Gegensatz zu den konkurrierenden Nationen werde der DLV durch das deutsche Sportfördersystem «massiv benachteiligt». Mallow: «In vielem sind wir da wie ein zahnloser Tiger. Unsere Hauptkonkurrenten, die Nationen auf den Plätzen vier bis zehn, werden alle erheblich besser gefördert.»
Mit Blick auf die «ab 2004 völlig unzureichende» Förderung forderte auch DLV-Vizepräsident Eike Emrich einen «Sondertopf», wenn man will, dass die Leichtathletik wieder auf die Beine kommt.» Eike Emrich sagte, durch Gängelung und Bevormundung sei der Leichtathletikverband zu einer „DDR light“ geworden. Die Bürokratie schaffe eine Planwirtschaft. Die Mittel 2004 zu kürzen statt sie zu erhöhen, sei «ein dramatischer Fehler» gewesen. «Man erwartet von uns viele Medaillen, stattet uns materiell aber so aus, dass einfach nicht mehr kommen kann», sagte der für den Leistungssport im DLV zuständige Soziologie-Professor aus Saarbrücken. Emrich, der von Zumutungen der Ministerialbürokratie sprach und Mallows Position auch "als die meine" bezeichnete, verglich das Verhältnis zwischen Bundesverwaltungsamt, Bundesinnenministerium und dem Bereich Leistungsssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) deshalb mit einem "Bermudadreieck", in dem vieles auf der Strecke bleibe.
Hinsichtlich der neu abzuschließenden Trainerverträge – alle alten laufen aus – kritisierte Emrich: "Irgendwie werden wir zwischen dem 15. November und 15. Dezember erfahren, welche Mittel wir zum 1. Januar 2009 haben werden." Aber die künftigen Mitarbeiter müsse man Monate vorher verpflichten: "Das bringt uns in Abhängigkeiten. Es ist verantwortungslos, und wir müssen die Konsequenzen tragen."
(dpa, mz-online, focus.de 23.08.08, update 24.08.08)


Sangerhäuser "Familien"-Modell:
Senioren motivieren Talente - Sportler knüpfen nahtlos an frühere Erfolge an

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Allein in den letzten zwei Jahren errangen die Leichtathleten des ASV (Athletischer Sportverein) rund zwei Dutzend Landes- und Bezirksmeistertitel. Insgesamt wurden bei Wettkämpfen über 100 Medaillen gesammelt, in den Bestenlisten des Bezirkes und des Landes sind die ASV-Nachwuchshoffnungen im Vorderfeld vertreten und mit Ausnahmetalent Jennifer Kunze (w10) führt eine ASV-Sportlerin sogar in drei Disziplinen (Sprint, Weitsprung, Ballwerfen) die bundesdeutsche Bestenliste an. In diesem Jahr hatte sich mit Peter Seifert (m14) ein weiteres Nachwuchstalent des ASV endgültig in der Landesspitze der Hürdenläufer etabliert. Und auch im Weitsprung bestimmt Seifert das Niveau im Lande mit.
Weitere Talente wie Lisa Herfurth (w15), Maximlian Sluka (m8), Max Angelstein (m9), Erika Menge (w12) oder Maxie Lindner (w12) wurden Bezirksmeister in der Halle oder im Freien und empfehlen sich für weitere Aufgaben. Eine Nachwuchsathletin geht in diesem Jahr zur Sportschule nach Halle. Bereits zweimal holte sich der leichtathletische Nachwuchs den renommierten Milde-Cup in Halle und auch der Südharz-Cup, der in Rottleberode ausgetragen wird, blieb im Landkreis. Damit knüpfen die ASV-Leichtathleten nach einigen Jahren der Stagnation an die Erfolge Sangerhäuser Sportler in DDR-Zeiten an. Mit Roman und Pascal Stieglitz hat ASV-Cheftrainer Helmut Reinefahl zwei Geher in der deutschen Spitze etabliert. Sie holten sich schon mehrfach Deutsche Meistertitel und erhielten mit Björn Tharann vom SV Halle Verstärkung für das Mannschaftsgehen. Ein Deutscher Vizemeistertitel in diesem Jahr war der Lohn für fleißige Trainingsarbeit.
Verstärkung für eine erfolgreiche Arbeit in der Leichtathletik brachte auch der Zugang von erfolgreichen Seniorengehern. Drei Weltmeistertitel, zwei Europameistertitel und mehrere Deutsche Meistertitel allein in diesem Jahr zieren die Erfolgsbilanz der ASV-Leichtathleten. Das wirkt sich spürbar auf die Motivation der Nachwuchssportler aus. "Die Großen sind Vorbild für die Kleinen", sagt Reinefahl, der auf eine jahrelange Erfahrung als Trainer zurückblicken kann. Unterstützt wird Reinefahl von den Übungsleitern Torsten Reinsch, Ulrich Seifert und Steffan Reinicke, die sich vor allem um den Nachwuchs kümmern. Insgesamt trainieren derzeit etwa 25 Sportlerinnen und Sportler beim ASV. Trainingszeiten: Mittwoch von 15.30 bis 17 Uhr und Freitag von 15.30 bis 17 Uhr. Im Sommer findet das Training auf dem Sportplatz hinter der ehemaligen Lademannschule und im Winter in der Sporthalle der Grundschule Südwest statt. Angeboten wird auch ein Schnuppertraining.
(von Peter Lindner in mz-online, 22.08.08


DM Werfermehrkampf '08: 163 starten in Ahlen

Der Ahlener Sportpark Nord steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen der Senioren-Werfer: Am Samstag und Sonntag finden die sechsten nationalen Titelkämpfe des Deutschen Leichtathletikverbandes im Wurf-Mehrkampf der Senioren statt.
Die Ahlener Leichtathleten sind schon zum 23. Mal Ausrichter einer Deutschen Meisterschaft, und in Ahlen findet diese relative junge Seniorenmeisterschaft bereits zum zweiten Mal seit 2004 statt. In diesem Jahr messen sich an beiden Wettkampftagen insgesamt 163 Athleten in den männlichen und weiblichen Altersklassen - 26 weniger als vor einem Jahr in Bad Oeynhausen. Der Zeitplan für die 14 gebildeten Riegen ist entsprechend der DLV-Ausschreibung ist nach Angaben des FLVW mit den dort genannten Anfangszeiten gültig ist. Weil die Altersklassen W30 und W35 in einer Riege starten, wurde die Startzeit der Altersklasse W30 auf 10:40 Uhr verschoben. Die Altersklassen W60/65 und M70 beginnen jeweils 10 Min. später. Alle DM-Informationen hier
(22.08.08)


Vor den European Masters Games in Malmö:
Kurzentschlossene Leichtathleten können noch nachmelden

Noch problemlos möglich ist die Teilnahme von Seniorenleichtathleten an den "European Masters Games", die in zehn Tagen im südschwedischen Malmö beginnen. Auf der Webseite der Veranstalter heißt es, dass speziell die Meldungen für die Leichtathletikwettkämpfe noch bis zum Beginn der Spiele möglich bleiben ("Athletics registrations will stay open until the start of EMG 2008.") Insgesamt bieten die Spiele vom 29. August bis 7. September den erwarteten 10.000 europäischen Teilnehmern einen bunten Strauß von insgesamt 25 Sportarten, darunter auch "das ganze Programm" der Leichtathletik, das nach den Regeln der IAAF/WMA ausgetragen wird.
Das Tagesprogramm der Leichtathletikwettkämpfe in Malmös- Hauptstadion und dem Nebenstadion im Stadtteil Heleneholm:
Samstag 30.8.: Sieben- und Zehnkampf 1. Tag, 800 m Vorläufe, Hammerwurf, 10 km (Herren 30-55)
Sonntag 31.8.: Sieben- und Zehnkampf 2. Tag, 800 m Finale, Gewichtswurf, 10 km (Herren 60+, Damen)
Montag 1.9.: 300/400 m Hürden, 100 m Vorläufe, Kugelstoß, Hochsprung, 5 km Bahngehen
Dienstag 2.9.: 100 m Finale, 400 m Vorläufe, 1 500 m, Diskuswurf, Stabhochsprung
Mittwoch 3.9.: 5 km, 400 m Finale, 80/100/110 m Hürden, Speerwurf, Weitsprung
Donnerstag 4.9.: 200 m Vorläufe, Dreisprung, 10/20 km Straßen-Gehen, Wurfmehrkampf ( Herren 30-55)
Freitag 5.9.: 200 m Finale, 2000/3000 m Hindernis, Wurfmehrkampf (Herren 60+, Damen)
Samstag 6.9.: Marathon, Offener Halbmarathon

Hier der vorläufige Zeitplan...
Zu den prominenten deutschen Startern in Malmö zählen bislang Annette Weiss, Simone Noack, Sigrid Böse und Ann-Kathrin Eriksen, David Alexander, Jan Voigt und Wolfgang Reuter. Bisher sind die Teilnehmerfelder in den Disziplinen größtenteils überschaubar und haben einen deutlichen Schwerpunkt bei Startern aus dem dem Ostseeraum. Insbesondere deutsche Senioren machen sich bisher rar.
Das Meldegeld für Leichtathleten beträgt -unabhängig von der Zahl der Wettkämpfe- einheitlich 67 EUR und kann mit den gängigen Kreditkarten bezahlt werden. Dafür gibt es dann in Malmö u.a. einen Rucksack mit den Akkreditierungsunterlagen und einigem mehr. Die Anmeldungen sind weiterhin ganz einfach und online möglich. insbesondere muss nicht der DLV eingeschaltet werden. Die problemlose Anreise nach Malmö erfolgt über Dänemark und die (mautplichtige) Öresundbrücke; ab Saßnitz, Rostock und Lübeck-Travemünde verkehren bequeme Fähren in das 30km von Malmö entfernte Trelleborg.

Hier geht es zur Internetseite der "EMG" (19.08.08)
Und hier zur Diskussion über diesen Artikel


"Laufnebenwirkungen - Vom Ermüdungsbruch zum plötzlichen Herztod: Was können Sie dagegen tun?"
Ein Buch von Dr. Dieter Kleinmann

SPIRIDON-Redakteur und Seniorensportler Jörg Valentin rezensiert in der neuen Ausgabe der Laufzeitschrift SPIRIDON das Buch des In dem Buch findet der Leser die verschiedensten Symptome, Ursachen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Das geht über Herz-Kreislauf-Probleme bis zum plötzlichen Herztod.Der Autor Dr. Dieter Kleinmann ist Arzt, Läufer und laufmedizinischer Generalist. Sein Buch ist im Deutschen Ärzte-Verlag GmbH Köln erschienen, umfasst 345 Seiten, und kostet nicht ganz preiswerte 39,95 €
Valentin: "Ganz nach dem Motto „aus der Praxis, für die Praxis", bringt der Autor Dr. Dieter Kleinmann über 25 Jahre Erfahrung in fachinternistischer und sportmedizinischer Praxis, als Langstreckler, Lauftreffleiter sowie als Gründer und ärztlicher Berater einer Herzsportgruppe in dieses Buch ein. Ich selbst habe mich regelrecht in das Buch verlesen.... Fortsetzung.
Bestellmöglichkeit
(19.08.07)


Süddeutsche '08: Veronika Ulrich (W40) siegt über 5000m

Neue Süddeutsche Meisterin über 5000m ist Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg). Sie gewann ihr Rennen am Samstagabend im Goldbergsradion des thürinigschen Ohrdruf in 17:04,05min. Anja Rücker (*1972, RBA Chemnitz) verpasste um 12 Hundertstel die 200m-Finalteilnahme und schied in 25,83sec (W: -1,4) im Vorlauf aus. Zehnte über 400m Hürden wurde Anne Breuhauer (*1970, TV Bad Bergzabern) in 67,64sec. Bei den Männern belegte Maximilian Freund (*1967, TV Waldstraße Wiesbaden) am Samstag in 3:54,50min den Bronzerang; tags darauf stieg er über 800m allerdings aus, offenbar um 45 Minuten später mit der 3x1000m-Staffel seines Vereins zu laufen; sie kam auf Rang vier. Den vierten Platz über 400m Hürden gab es nach 55,32sec für den frisch gebackenen Seniorenmehrkampfmeister Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV). Steffen Meyer (*1966, TSV Zella-Mehlis) kam in 10:13,53min über 3000m Hindernis als Zehnter ins Ziel.
Gleich drei Dreispringer aus den Seniorenklassen traten in Ohrdruf an. Michael Gubelt (*1973, SV Sömmerda) kam auf 13,44m (W:0,0), Martin Triebstein (*1968, TSV Kirchhain) auf 13,40 (W-0,7), und außer Wertung bei diesen Süddeutschen sprang der Westdeutsche Charles Friedeck (1971, Team Referenzwerk Leverkusen) für ihn indiskutable 15,91m (W:0,5); er brach den Wettkampf nach nur drei Sprüngen, davon zwei ungültige ab.
Am Start waren 1000 Athleten aus 290 Vereinen, wobei die Athleten aus Hessen und Baden-Württmberg den Schwerpunkt bildeten. Das Resumee von Jürgen Scholz, Präsident des Süddeutschen Leichtathletikverbandes, lautete abschließend: "Wir haben in Ohrdruf zwar nicht wie in Peking Hochleistungssport erlebt, aber Leistungssport mit dem Ziel hoffnungsvoller Anschlussleistungen". Diese Tatsache habe letztendlich die Meisterschaften in Ohrdruf aufgewertet. Alle Resultate
(18.08.07)


DLV: EM-Medaillenspiegel korrigiert

Nachdem einige Resultate und Platzierungen in den offiziellen Ergebnislisten der Senioren-Europameisterschaft in Ljubljana (Slowenien; 23. Juli bis 3. August) fehlten und, wie er selbst mitteilt, "der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) diese Ungereimtheiten beim Veranstalter zur Sprache gebracht hat, wurden daraufhin insbesondere in den Staffeln, beim Straßengehen und im Marathonlauf diese Lücken korrigiert".
Als erfreulich stellt sich auch in der Addition der Medaillen heraus, dass die deutschen Seniorinnen und Senioren noch erfolgreicher waren, als in Poznan (Polen) zwei Jahre zuvor. Insgesamt haben die DLV-Senioren nun 421 Medaillen und nicht wie berichtet „nur“ 371 gewonnen.

Medaillenübersicht: XVI. Europäische Seniorenleichtathletikmeisterschaften in Ljubljana

(18.08.08)

Wien: Susanne Pumper (W37) läuft trotz Sperre beim "Lauferlebnis der besonderen Art"
Javornik (W42) startet nicht in Peking

Langstreckenläuferin Susanne Pumper (*1970, LCC Wien), derzeit wegen positiver EPO-Dopingtests vom Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) suspendiert, plant Anfang September einen Start bei einem Volkslauf in Wien. Laut Veranstalter ist die 37-Jährige beim Allergielauf der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) am 7. September in Wien nicht nur für die Organisation mitverantwortlich, sondern wird auch am 10-km-Bewerb teilnehmen.
Pumper bürge aufgrund ihrer "wohl unbestrittenen Kompetenz für ein Lauferlebnis der besonderen Art", hieß es in einer Veranstaltungsankündigung. Laut ÖLV darf ein suspendierter Athlet an nicht beim Verband gemeldeten Veranstaltungen trotz Suspendierung teilnehmen. Tritt allerdings ein weiterer ÖLV-Athlet bei derselben Veranstaltung an, drohen diesem Sanktionen. Pikant: Das jährliche Meeting der ÖGAI, im Rahmen dessen der Lauf in Szene geht, wird unter anderem von den Pharma-Konzernen Novartis und Roche gesponsert, beide stellen EPO-Präparate her.
Die Slowenin Helena Javornik, die wie Pumper beim Praterlauf im März einen positive EPO-Dopingtest abgegeben hatte, wird am Sonntag nicht am Marathonbei den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen. Der Fall der 42-Jährigen war nach der Aufhebung der Suspendierung durch den slowenischen Verband vom Weltverband IAAF an den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) weitergeleitet worden, was eine weitere vorläufige Sperre nach sich zog, die Slowenin taucht daher in der Startliste für den Olympia-Marathon nicht auf. Eine Entscheidung hat der CAS bisher nicht getroffen.
(Quellen: sportnet.at, oe24.at, 17.08.08)


Deutsche Mehrkampf-Meisterschaften in Darmstadt: Auswertung

Am letzten Wochenende fanden die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften der Senioren in Darmstadt (Bürgerpark Nord) statt. Die Meisterschaft ist vom Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) kurzfristig übernommen worden, nachdem sich bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist kein Ausrichter um die Meisterschaft beworben hatte. Dank der Unterstützung der Stadt Darmstadt, die die Laufbahn (acht Rundenbahnen) vollkommen neu saniert, notwendige Geräte beschafft und die Wettkampfanlagen auf dem Nebenplatz in einen wettkampftauglichen Zustand versetzt hatte. Auch die örtlichen Vereine aus Eschollbrücken, Griesheim, Pfungstadt und Seeheim-Jugendheim halfen durch ihre tatkräftige Unterstützung , dass die Veranstaltung in der gewohnten Art und Weise durchgeführt werden konnte.
Nicht unerwähnt bleiben soll dabei das große Engagement von Margret Lehnert (Sprecherin der Seniorenwarte der Landesverbände und stellvertretende Vorsitzende des Bundesfachausschusses Senioren), die sich für die Austragung in Hessen eingesetzt hatte. Für die technischen Wettbewerbe im Hoch- und Weitsprung, Diskus- und Speerwurf standen jeweils zwei Anlagen zur Verfügung, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisteten. Viele Athleten betonten in den beiden Wettkampftagen den allseits zufrieden stellenden Ablauf der Veranstaltung. Darüber hinaus gab es eine Premiere: Die Firma Weller&Herden präsentierte erstmals in einem Wettkampf eine aufblasbare Hochsprungmatte. Sie fand große Zustimmung bei allen Beteiligten. Der Firma konnten aber auch noch einige nützliche Hinweise für die Weiterentwicklung dieser Matten gegeben werden. Reger Gebrauch wurde auch von den Informationen zu Gesundheitsfragen, Medikamenten und Anti-Doping gemacht, die es von kompetenter Seite gab. Dr. med. Gerd E. Pfeiffer stand an dem eigens dafür eingerichteten Informationsstand bereit.
Die Meisterschaft wurde am ersten Tag vom Vizepräsidenten Allgemeine Leichtathletik im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), Prof. Dr. Michael Böhnke, der Präsidentin des HLV, Anja Wolf-Blanke, der ehemaligen Kultusministerin Karin Wolff und von Vertretern der Stadt Darmstadt begleitet. Des Weiteren war auch der frühere mehrmalige Deutsche Meister und Olympia-Medaillengewinner Gerhard Hennige anwesend.
Schaut man in die Ergebnislisten, fällt insbesondere bei der Mannschaftswertung der Pulheimer SC auf. Dieser Verein war in der Mannschaftswertung mit einmal Silber und zweimal Bronze vertreten. Hinter den Kulissen arbeitet der rührige Motor Horst Bödecker, der selbst in der Klasse M 70 an den Start ging und 23. wurde. Insgesamt waren überwiegend Startgemeinschaften und Leichtathletik-Gemeinschaften auf den vorderen Plätzen zu finden sind.

Die neuen Deutschen Meisterinnen und Meister:
Fünfkampf
M30 Sascha Gerlee (OTB Osnabrück) 3.015 Punkte
M35 Dieter Heimstädt (LAG Mittlere Isar) 3.004 Punkte
M40 Rainer Fimpel (TG Biberach) 2.660 Punkte
M45 Udo Laub (SWG Walldorf Astoria 1902) 2.527 Punkte
M50 Heiner Lüers (TSG Westerstede) 2.312 Punkte
M55 Rudolf König (Saalfelder LV) 2.237 Punkte
M60 Basilus Balscharlarski (TuSpo Borken) 2.011 Punkte
M65 Horst Schäfer (TV Rinteln) 1.575 Punkte
M70 Dr. Gerhard Tilmann (LG Olympia Dortmund) 1.515 Punkte
M75 Kurt Hemelsberger (LG Odenwald) 397 Punkte

W30 Barbara Muhr (TSV Schwabmünchen) 2.913 Punkte
W35 Birgit Riedel (TSV Zeulenroda) 3.030 Punkte
W40 Ulrike Julien (LAC Saarlouis) 2.879 Punkte
W45 Romana Schulz (LAZ Obernbug-Miltenberg) 2.702 Punkte
W50 Wiebke Baseda (SV Grün-Weiss Hamburg) 2.402 Punkte
W55 Karin Schmitt (USC Mainz) 2.048 Punkte
W60 Waltraud Krähe (TSV Pensberg) 1.900 Punkte

Dreikampf
M75 Günter Schollmayer (ESV Mainz) 1.248 Punkte
M80 Hans Eberle (LG Remseck) 1.025 Punkte

W65 Erika Sauer (Spvgg Warmbronn) 1.076 Punkte
W70 Rosemarie Kreiskott (LG Weinstraße) 831 Punkte

Mannschaften
M40/M45 LG Bernkastel/Wittlich 6.945 Punkte
M50/M55 SV DJK Schwarzenau 4.717 Punkte
M60/M65 LG Biebelsheim/Eschollbrücken/Crumstadt 4.407 Punkte
M70/M75 LG Alsternord Hamburg 3.352 Punkte
W30/W35 LG Weinstraße 6.801 Punkte
W40/W45 LAC Quelle Fürth/München 7.964 Punkte
W50/W55/W60 Universitäts-SV Halle 4.952 Punkte
(aus www.leichtathletik.de, 17.08.08)


Horst Albrecht: Vom Weltrekordler zum Fernsehstar

Vor zwei Wochen am 1. August lief Horst Albrecht vom TuS Fleestedt in Ljubljana (Slowenien) einen neuen Weltrekord im 80-Meter-Hürdenlauf der Senioren M85 . Diese Leistung und seine drei Goldmedaillen bei den Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana (Slowenien) lösten großes Medieninteresse aus, das in dieser Woche seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) besuchte Albrecht in seiner Hittfelder Wohnung und begleitete ihn anschließend beim Hürdentraining auf der Sportanlage am Peperdieksberg.
Insgesamt war das vierköpfige NDR-Team fünf Stunden mit dem 90-fachen Medaillengewinner bei internationalen Meisterschaften unterwegs. Als Redakteurin zeichnet mit Danja Werner eine Journalistin für den TV-Beitrag verantwortlich, die als jugendliche Leichtathletin früher selbst für den VfL Stade auf den Kunststoffbahnen Niedersachsens unterwegs war.
Zu sehen ist die TV-Reportage mit einer Länge von viereinhalb Minuten am morgigen Freitag, 15. August, zwischen 19.30 und 20.00 Uhr im „Hamburg Journal“ im Dritten Fernsehprogramm des NDR. Das „Hamburg Journal“ ist das Ländermagazin speziell für die Freie und Hansestadt Hamburg. Zu empfangen ist es über DVB-T und Satellit unter der Senderkennung „NDR FS HH“ (Frequenz 12,1095) oder über Kabel auf Kanal S20. Nähere Informationen über Sendung und Frequenzen gibt es hier.
Foto: Fast einen ganzen Tag begleitete ein NDR-Fernsehteam den Hürdenweltrekordler Horst Albrecht aus Seevetal. Zu sehen ist der Beitrag von Redakteurin Danja Werner am Freitag zwischen 19.30 und 20 Uhr im Hamburger Journal des dritten NDR-Fernsehprogramms.
(Foto Steinbrück, 14.08.08)  


Rastatt: Lokalmatador Andreas Schulze (M35) überzeugt

Leider war die Veranstaltung ziemlich verregnet. Aber einige Ergebnisse vom 1. Sportfest im Rastatter TV-Stadion scheinen erwähnenswert. So startete Lokalmatador Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV) nur einen Tag nach dem Darmstadt-Fünfkampf gleich in vier Disziplinen. Obwohl er über 400m viel zu schnell anging und auf der Zielgerade einbrach lief er noch gute 51,83 sec. In der M65 zeigte Arno Hamaekers (*1940, LAG Obere Murg) 13,79 sec (W: -0.5) eine befriedigende Leistung. Seine Zeit ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Hamaekers doch seit geraumer Zeit an einer hartnäckigen Schulterverletzung laboriert, die wohl einen operativen Eingriff unumgänglich macht. Veranstaltungssenior Albert Olbrechts (*1915, Ettlinger SV) lief die 100m in 26,23 sec.
In 5:32,08 min bewältigte Elisabeth Henn (*1957, SC 88 Bruchhausen) die 1500m. In der W65 lief Gerda Seibert (*1942, TSG Germania Dossenheim) die 100m in 17,95 sec. Hier sind die Ergebnisse aus Rastatt (14.08.08)


Kathi Kaufmann gewinnt Rother Kirchweihlauf in 37:12min

Die große Kathi Kaufmann (*1961, LG Telis Finanz Regensburg ) kehrte bei ihrem Sieg anlässlich des Rother Kirchweihlaufs zu alter Stärke zurück. Sie gewann die 10 km in exzellenten 37:12min. Damit belegte sie im Gesamteinlauf aller Teilnehmer immerhin den 13. Platz. Das Männer-Rennen gewann der für die LG Braunschweig startende Lokalmatador Embaye Hedrit in guten 31:13. Die Regensburgerin zählt in dieser Verfassung in ihrer Altersklasse allemal zu den Titelanwärterinnen bei den am 13. September in Karlsruhe stattfindenden Deutschen 10 km Meisterschaften.(Quelle, 12.08.08)


Gedenken an Lili Henoch und Otto Peltzer:
„Stolpersteine“ in Berlin verlegt - Feierstunde am 8. August

Zwei prominente Leichtathleten der zwanziger und dreißiger Jahre, Lili Henoch und Otto Peltzer, wurden in diesen Tagen in besonderer Weise geehrt. Die Aktion „Stolpersteine“ des Kölner Künstler Gunter Demnig hatte am 5. Juli eine jener inzwischen 15.000 Gedenktafeln aus Messing, die in vielen Städten Deutschlands sowie im Ausland im Straßenpflaster vor der Wohnung von Opfern des Nationalsozialismus eingelassen sind, auch vor der Wohnung der beiden Sportler verlegt, in der Teuchtlinger Straße 5 in Berlin-Schöneberg und der Jahnstraße 2 in Berlin-Kreuzberg. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte die Patenschaft für diese Aktion übernommen, die von der Berliner Koordinierungsstelle der Aktion „Stolpersteine“ in Verbindung mit dem Kreuzbergmuseum organisiert wurde. In einer Feierstunde im Kreuzbergmuseum am Freitag, 8. August, dem Eröffnungstag der Olympischen Spiele in Peking, zeichneten der Ehrenpräsident des DLV, Theo Rous, und der Kölner Sporthistoriker Dr. Thomas Schnitzler das Schicksal dieser beiden Athleten nach.
Die Jüdin Lili Henoch hatte in den zwanziger Jahre vier Weltrekorde aufgestellt und war im Jahr 1942 im Konzentrationslager Riga (Lettland) ermordet worden. Dr. Otto Peltzer, die Lauflegende aus den Jahren 1920 bis 1934, legendär vor allem durch seinen 1.500-Meter- Sieg in Weltrekordzeit über den neunmaligen Olympiasieger Paavo Nurmi (Finnland) am 11.September 1926, war im Nationalsozialismus einer jener vielen Homosexuellen, die durch die nationalsozialistischen Terrorurteile ins KZ eingeliefert wurden, aus dem er nach unmenschlichen Misshandlungen im Jahre 1945 befreit wurde.
Mehr in englisch, in französisch und in spanisch und ein weiterer Bericht auf deutsch
( aus www.leichtathletik.de, 11.08.08)


Ergebnisse der Deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Senioren am 9./10. August 2008 in Darmstadt

Mehrkampfwertung - Einzelresultate

Lokalberichte aus:
Bad Kissingen - Biberach - Borken - Halberstadt - Harburg/Stelle - Herten - Leverkusen - Niedersachsen - Ravensburg - Rheinland - Wolfenbüttel


Darmstadt: W45-Senioren-Staffel läuft 4 x 100m-Weltrekordzeit

Sie wollten es einfach wissen: Bereits am letzten Sonntag bei den Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana (Slowenien) hatte die deutsche 4x100-Meter-Staffel mit Kirsten Kallmeier-Schröder (*1963, FC Herford), Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz), Romana Schulz (*1962, LAZ Obernburg-Miltenberg) und Petra Kauerhof (*1959, LAZ Obernburg-Miltenberg) einen neuen Weltrekord der Altersklasse W45 laufen wollen. Aber dann fiel das Staffelholz beim dritten Wechsel zu Boden und so kam die deutsche Staffel in 54,25 Sekunden nur auf den Bronzeplatz - übrigens dank einer umstrittenen Disqualifikation der Niederländerinnen; damals meinte die enttäuschte Niederländerin Sonja Oost: "Da war gar nichts. Es soll etwas auf Bahn 2 gewesen sein, wir liefen aber auf Bahn 3."
Der unglückliche Verlauf des Rennens war für die deutschen Staffel aber Ansporn genug, um am Samstag bei den Deutschen Senioren-Mehrkampf-Meisterschaften in Darmstadt einen neuen Rekordversuch zu unternehmen, nachdem der bestehende Europarekord im 4x100-Meter-Finale der W45erinnen vor einigen Tagen von der Mannschaft Frankreichs auf 50,79 Sekunden geschraubt wurde. Gesagt - getan, und im ersten Lauf stellte die Staffel mit der gleichen Besetzung wie in Ljubljana mit 50,60 Sekunden einen neuen Europarekord auf, aber das war den vier Staffelläuferinnen noch nicht genug, da der zweite Wechsel noch nicht richtig geklappt hatte. Als die Staffel zum zweiten Mal lief und eingespielter war, wurden 50,41 Sekunden für das deutsche W45-Quartett gestoppt. Unter den Zuschauern in Darmstadt war auch die verletzte Ulrike Görling (*1962, MTG Mannheim), schnellste deutsche w45-Sprtinterin. Sie will im nächsten Jahr dabei sein, wenn das deutsche Team die 50-Sekunden-Marke knacken will.
Das war schneller als der am 17. Juli 1997 im Kings Park Durban (Südafrika) gelaufene Weltrekord (50,57 sec) der australischen W45-Siegerstaffel mit Wilma Perkins, Karen Adams, Heather M. Ihnativ und Schlussläuferin Barbara A. Blurton. Die bisher schnellste Zeit einer deutschen 4x100m Staffel in der W 45 liefen übrigens Veronika Taudien (*1949, LG Esterau-Holzappel), Inge Dech (*1953, Büdelsdorfer TSV), Sigrid Gößing (*1950, LG Porta Westfalica) und Dagmar Fuhrmann (*1954, Usinger TSG) in 51,38sec bei der XIII. Senioren-WM 1999 in Gateshead. Den deutschen Rekord von 52,38sec hält seit 21 Jahren die TSG Heidelberg (Brigitta Schmitt *1939, Brigitte Lange *1942, Renate Meder-Bronnsack *1941 und Emi Schumacher *1934).
(Quelle: www.leichtathletik.de, 11.08.08; Foto privat: Glückliches W45-Staffelteam nach seinem Weltrekord: Angelika Grißmer, Petra Kauerhof, Kirsten Kallmeier-Schröder und Romana Schulz, v lks.)


DAMM: Zusagefrist läuft am 21. August ab

Für den DAMM-Endkampf am 20. September im Münchener Dantestadion haben in Qualifikationsrunden 70 Senioren-Mannschaften und 41 Seniorinnen-Mannschaften ihre Leistungen unter Beweis gestellt. Bis zum Stichtag 21. Juli 2008 konnten sich mit Ausnahme der Klasse M60 auch alle Titelverteidiger qualifizieren. Die schriftliche Zusage für den Endkampf muss bis spätestens zum 21. August 2008 in der Geschäftsstelle des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vorliegen. Ratsam ist es laut DLV, sofort auch die Zimmerreservierung vorzunehmen, da während der gleichen Zeit auch das Münchner Oktoberfest stattfindet – vielleicht ein krönender Abschluss nach diesem Wettkampf. (www.leichtathletik.de, 10.08.08)


Masters-EM: Deutsche Erfolgsgeschichte in Ljubljana

Nun liegt der vorläufige offizielle Medaillenspiegel der Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana (Slowenien; 23. Juli bis 3. August) vor. Die deutschen Athletinnen und Athleten haben mit 371 Medaillen die Edelmetallwertung mit großem Abstand gewonnen. Damit wurde das sportliche Niveau der Senioren-Europameisterschaft in Poznan (Polen) von 2006 (372 Medaillen) gehalten. Der Vizepräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Prof. Dr. Michael Böhnke, sowie die Vorsitzende des Bundesfachausschusses Senioren, Margit Jungmann, gratulierten allen Athletinnen und Athleten, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. „Das Auftreten der deutschen Athletinnen und Athleten in Slowenien und das Engagement über den eigenen Wettkampf hinaus war vorbildlich“, stellte Margit Jungmann fest, die dabei nicht nur an die freiwilligen Wasserspender beim Hitzegehen und beim Marathon dachte. „Dieses Verhalten, das allen zugute kam, wurde von den anderen Nationen und den Organisatoren dankbar aufgenommen und offiziell gewürdigt.“
Eine weitere interessante Zahl teilte der Präsident des Europaverbandes EVAA, Dieter Massin, mit: von den 655 gemeldeten Deutschen sind nur 58 nicht angetreten. Aus seiner 20-jährigen Erfahrung bei internationalen Meisterschaften ist dies - eine Nichtantrittsquote von nur 8,8 Prozent - ein Top-Ergebnis. Die Melde"moral" der Deutschen sei hervorragend gewesen. Gefreut hat sich das kleine Betreuerteam über die viele Dankesbezeugungen beim Abschied. Es motivierte dieses, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Letzter Akt sind die fehlenden Medaillen und Urkunden für die Staffelläufer und Mannschaften des letzten Wettkampftages. Sie werden in Kürze durch den DLV nachgeschickt. 2009 stehen für die Senioren eine Hallen-EM in Ancona (Italien), eine EM Non-Stadia in Aarhus (Dänemark) und eine WM-Stadia in Lahti (Finnland) an. Zum Medaillenspiegel ...
(aus www.leichtathletik.de, 10.08.08)


W70+: International ab 2009 mit 200m Hürdenstrecke

Bereits bei den im kommenden Jahr bevor stehenden Weltmeisterschaften im finnischen Lahti (28.07. bis 08.08.2009) werden "die 200m- Langhürden" ab der Altersklasse W 70 im Programm stehen. Dies sagte jetzt WMA-Vize Rex Harvey gegenüber masters-sport.de. Das zuständige WMA-Kommitee und das WMA-Council bei einer Sitzung vor einigen Wochen in Finnland haben die entsprechenden Beschlüsse gefasst und versuchen mit dieser wettkampfänderung, den spezifischen Belangen der höheren Seniorinnenklassen gerecht zu werden und die Langhürden in den entsprechenden Frauenaltersklassen attraktiver zu machen. Die Läufe sollen nach 20m Anlauf über insgesamt fünf Hürden ins Ziel gehen. Veranstaltungstechnisch sollen sie nach dem Ende der 300m-Hürdenläufe durchgeführt werden; die Strecke wird also wohl einfach um 100m eingekürzt.
In Deutschland wurden die Langhürden für die Altersklassen W70 plus nicht gelaufen. Auch international waren in der W70 kaum Athletinnen über die bisher 300m lange und entsprechend anspruchsvoll-anstrengende Hürdenstrecke an den Start gegangen: so stellten sich bei der WM in Riccione 2007 nur zwei Teilnehmerinnen, bei der EM in Ljubljana gar nur eine Seniorin dem Wettkampf.
(08.08.08)


DAMM-Zwischenstand veröffentlicht - Startgemeinschaften auf dem Vormarsch

Der DLV hat auf seiner Webseite den aktuellen Zwischenstand für den DAMM-Endkampf veröffentlicht, der am 20. September im Dantestadion in München stattfindet. Die Liste gibt den Qualifikationsstand per 07.08. wieder. Erzielte DAMM-Leistungen waren dem DLV bis zum 04.08.2008 zu übermitteln; daher kann davon ausgegangen werden, dass sich keine anderen Teams in den Mastersklassen (ab M/W 40) für die jeweils sechs Endkampf-Startplätze qualifiziert haben als die nachfolgend aufgeführten. Andere Teams können nur nachrücken, wenn sich qualifizierte Mannschaften abmelden; die Submasters-Klasse M/W 30 haben wir nicht ausgewertet:

Männer 40
SG TSG Markkleeberg mit 9.143 Punkten (2007 Rang 4 mit 8.792 Punkten)
SG Bürstadt mit 9.133 Punkten (2007 Rang 1 mit 9.253 Punkten)
LG Stadtwerke München mit 9.095 Punkten (2007 Rang 3 mit 8.942 Punkten)
LG Osterode I mit 8.932 Punkten (2007 Ranglistenplatz 17 mit 7.639 Punkten)
Pulheimer SC mit 8.887 Punkten(2007 Rang 2 mit 9.101 Punkten)
LG Rems-Welland mit 8.772 Punkten (2007 Ranglistenplatz 12 mit 8.540 Punkten)

Männer 50
LAC Quelle Fürth/München 1860 mit 8.520 Punkten (2007 Rang 1 mit 8.842 Punkten)
StG Bielefeld mit 8.406 Punkten (2007 als LG Bielefeld mit 8.406 Punkten)
Pulheimer SC mit 8.144 Punkten (2007 Rang 2 mit 9.101 Punkten)
LG Radolfzell mit 8.024 Punkten (2007 Ranglistenplatz 6 mit 8.102 Punkten
LG Plettenberg/Herscheid mit 7.911 Punkten (2007 Ranglistenplatz 10 mit 7.630 Punkten)
LAC Obere Murg mit 7.604 Punkten (2007 Ranglistenplatz 7 mit 7.843 Punkten)

Männer 60
SG AWK-Holstein mit 6.034 Punkten (neu)
SV Polizei Hamburg mit 5.962 Punkten (2007 Platz 5 mit 5.456 Punkten)
LG Alsternord Hamburg mit 5.894 Punkten (2007 Platz 1 mit 5.998 Punkten)
Pulheimer SC ,ot 5.762 Punkten (2007 Ranglistenplatz 6 mit 5.779 Punkten
LAG Obere Murg mit 5.738 Punkten (2007 Platz 3 mit 5.877 Punkten)
LG BEC mit 5.689 Punkten (neu)

Männer 70
SG SV Polizei/LG Alsternord I mit 3.462 Punkten (2007 Platz 1 mit 3.141 Punkten)
LAV Bayer Uerdingen/Dormagen I mit 3.432 Punkten (2007 Platz 3 mit 3.134 Punkten)
TG Nürtingen mit 3.269 Punkten (neu)
SG SV Polizei/LG Alsternord II mit 3.059 Punkten (neu)
SG Siemensstadt-Turbine Berlin mit 3.031 Punkten (neu)
TK Jahn Sarstedt mit 2.981 Punkten (2008 Rang 4 mit 2.927 Punkten)

Frauen W40
LAC Quelle Fürth/München 1860 mit 6.103 Punkten (2007 Rang 2 mit 6.027 Punkten)
LG Neiße mit 5.904 Punkten (2007 Rang 1 mit 6.318 Punkten)
LAZ Obernburg-Miltenberg mit 5.779 Punkten (2007 Rang 4 mit 5741 Punkten)
SG Halle-Saalekreis mit 5.709 Punkten (2007 als USV Halle Ranglistenplatz 7 mit 5.595 Punkten)
Pulheimer SC mit 5.580 Punkten (neu)
SG TSG Markkleeberg mit 5.570 Punkten (2007 Ranglistenplatz 8 mit 5.433 Punkten)

Frauen W50
SG Halle&Harz mit 4.775 Punkten (2007 als USV Halle Rang 3 mit .4438 Punkten)
SG Aachen/Düsseldorf mit 4.382 Punkten (2007 Rang 1 mit 4.530 Punkten)
LG Kreis Verden mit 4,154 Punkten (2007 Rang 4 mit 4.160 Punkten)
LG Nord-West Hamburg mit 4.033 Punkten (2007 Rang 2 mit 4.489 Punkten)
StG Breisgau Team mit 3.863 Punkten (2007 Rang 5 mit 3.736 Punkten)
LG Radolfzell mit 3.669 Punkten (2007 Ranglistenplatz 8 mit 3.708 Punkten

Frauen W60
LG Nord-West Hamburg mit 3.635 Punkten (2007 Rang 2 mit 3.806 Punkten)
StG Erft/Rhein/Wupper mit 3.349 Punkten (neu)
OSC Berlin mit 3.309 Punkten (2007 Rang 1 mit 3.841 Punkten)
LG Nord Berlin mit 3.299 Punkten (neu)
StG Breisgau Team mit 2.948 Punkten (neu)

Nach unserer Auswertung sind die größten Änderungen in den ältesten Altersklassen -M70 bei den Nännern, M60 bei den Frauen- festzustellen. Klangvolle namen wie die LG Obere Murg, TSV Bayer 04 Leverkusen oder TS Frechen sind nicht vertreten. Offenbar setzt sich auch der Trend zu den vor drei Jahren eingeführten Startgemeinschaften fort; reine Vereinsteams haben immer weniger Chancen. Bis zum Stichtag 21. Juli 2008 konnten sich allerdings auch alle Titelverteidiger qualifizieren.
Nicht ganz einfach wird es für die qualifizierten Teams, in und um München eine Unterkunft zu finden. Zeitgleich findet nämlich das Oktoberfest statt, das aber allemal auch für eine zünftige Abschlussfeier der startenden Mannschaften gut sein dürfte. Der DLV empfiehlt jedenfalls auf seiner Webseite auch mehrere Hotels im Umkreis der Wettkampfstätte.
(08.08.08, update 11.08.08)


Darmstadt: Mehr Meldungen für Deutsche Mehrkampfmeisterschaften - Zeitplanänderungen

Darmstadt ist am Wochenende Austragungsort der diesjährigen Deutschen Senioren Mehrkampfmeisterschaften, zu denen 233 Athletinnen und Athleten gemeldet haben - knapp 50 mehr als vor Jahresfrist in Bad Oeynhausen. Organisiert durch die drei Vereine ASC Darmstadt, TSV Pfungstadt und TSV Eschollbrücken/Eich werden im Bürgerpark Nord auch eine Reihe von Mastersleichtathleten an den Start gehen, die gerade erst von den 16. Senioren-Europameisterschaften zurückgekehrt sind, darunter die Fünfkampf-Europameister Karin Schmitt (*1951, USC Mainz), Gisela Seifert (*1955, USV Halle) und Dieter Heimstädt (*1971, LAG Mittlere Isar).
Im Zeitplan der Meisterschaften hat es größere Änderungen gegeben, nachdem die Meldungen für die einzelnen Altersklassen ausgewertet worden sind. Die in den Riegenlisten noch angegebenen Startzeiten sind ungültig. In den Männerklassen M30, M35, M55, M65 (!), M75 und M80 sind die Zeiten zum Teil deutlich vorverlegt worden, bei den Seniorinnen beginnen einige Altersklassen etwas später (mehr...). Das Wetter in Darmstadt verspricht übrigens nicht ganz so heiße Temperaturen; es ist allerdings auch nicht mehr so beständig.
(07.08.08)


"Herzlichen Glückwunsch zum 70., Walter Holder!"

Walter Holder wird heute 70. Wir beglückwünschen den aktiven Leichtathleten, der zusammen mit seiner Ehefrau Angelika in den letzten fast 20 Jahren unzähligen Seniorensportlern die Teilnahme an internationalen Meisterschaften als Reiseveranstalter mit Herz möglich gemacht hat. Das Ehepaar Holder machte nämlich Anfang der 90er Jahren Nägel mit Köpfen, als beide wie viele andere Seniorensportler von den traditionellen Reiseveranstaltern enttäuscht waren. "Das machen wir künftig selbst und besser!" sagten sie, banden das Reisebüro "ihrer" Weilheimer Bank ein, die heutigen Holder-Tours, und boten seither ebenso klug ausgewählte wie preiswerte Athletenunterkünfte und -reisen an die Austragungsorte. 18-Stunden-Tage bei den Meisterschaften waren seither die Regel. "Die Holders" waren es auch, die als erste einen Physiotherapeuten für die Athleten mit zu den Meisterschaften nahmen, was der DLV erst Jahre später zuwege brachte.
Walter Holder war selbst bis zu einer Hüftverletzung aktiver Leichtathlet, ein erstklassiger Viertelmeiler. Noch heute hält die 4x400m-Staffel der TG Nürtingen mit Schlussläufer Walter Holder (Neidlingen) den deutschen Rekord der Altersklasse M50: 3:48,2min, gelaufen am 11.09.1991 in Kirchheim. In der "ewigen Bestenliste" deutscher Sprintstaffeln bei internationalen Meisterschaften stehen die in der M55 1995 bei der WM in Buffalo (USA) von ihm und Jochen Schwarzer (Köln), Helge Hinke (Ludwigshafen) und Guido Müller (Vaterstetten) gelaufenen 3:46,66min über 4x4 ganz oben.
Treffen unsere Informationen zu, verbringt der Jubilar seinen Ehrentag -wie es sich gehört!- als Reiseleiter in Slowenien, wo er für seine Athleten eine Anschlussreise nach der Senioren-EM organisiert und durchführt.
Glückwünsche erreichen Walter auch per E-Mail...
(05.08.08)
Zusatz: Walter ist an seinem Geburtstag schon zuhause in Neidlingen. Die Begleitung der Anschlussreise hat er großzügig Angelika überlassen...


EM-Fazit: Deutsche dominierten, Medaillen gingen aus und ein Waschbecken wurde zertrümmert

Die 16. Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren sind Geschichte. Nach einer ersten Auswertung konnten die deutschen Athleten ihre Dominanz unterstreichen. Sie errangen 371 Medaillen (125 Gold, 124 Silber und 122 Bronze). Es folgen auf Platz 2 die Briten mit 133 Medaillen (54/37/42), vor Italien mit 126 Medaillen (44/45/47), Finnland 72, Russland 54, Österreich 60, Estland 39, Belgien 36, Niederlande 51 und Frankreich 46. Am letzten Tag gingen den Veranstaltern die kunstvoll aus Glas hergestellten Medaillen aus, und Organisationschef Edvard Sega entschuldigte sich mit dem Versprechen, neue Medaillen herzustellen und sie den teilnehmenden Federationen zu übersenden. Insgesamt errangen Athleten aus 35 Ländern einen der ersten drei Plätze. Bis zum 6. Wettkampftag konnten in Ljubljana 12 neue Weltrekorde, 17 Europarekorde und 72 Meisterschaftsrekorde gefeiert werden.
Im Gegensatz zu früheren Meisterschaften wurden in der slowenischen Hauptstadt in Kooperation mit der dortigen Universität zahlreiche Dopingtests durchgeführt, denen sich Athleten aus insgesamt 15 Ländern unterzogen. Ein Athlet soll dem Vernehmen nach so wütend darüber gewesen sein, dass er nach einem Dopingtest vor einigen Jahren "schon wieder" getestet werden sollte, dass er vor Wut das Waschbecken im Dopingbereich zertrümmerte...
(04.08.08)

Aktueller Medaillennachtrag hier (05.08.08)


Interview: "Das Adrenalin verdrängt den Schmerz"
Marie-Luise Heilig-Duventäster über ihren Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft im Berglauf

Trotz einer Verletzung hat Marie-Luise Heilig-Duventäster bei der deutschen Meisterschaft im Berglauf nicht ans Aufgeben gedacht. Lohn: Sie holte den Titel bei den Aktiven. Über weitere Ziele hat die Läuferin mit unserem Redaktionsmitglied Thorsten Kern gesprochen.

SZ: Frau Heilig-Duventäster, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?
Marie-Luise Heilig-Duventäster: Ich hatte mir einen Platz unter den ersten Vier erhofft. Das wäre schon schwierig geworden, weil die ganze deutsche Konkurrenz am Start war. Die sind schließlich wesentlich jünger als ich. Dass ich gewinne, damit habe ich nicht gerechnet, ich freue mich riesig.

SZ: Was sind denn nun Ihre weiteren Saisonziele?
Heilig-Duventäster: Mit dem Titel habe ich mich für die Weltmeisterschaft der Aktiven in Wallis qualifiziert. Das wäre noch ein Ziel. In Mittenwald habe ich mich jedoch kurz vor dem Ziel verletzt und konnte kaum noch laufen. Die Zweitplatzierte kam noch auf sechs Sekunden ran. Das kostet Nerven, wenn man sieht, wie die Konkurrentin immer näher kommt.

SZ: Hätten Sie sich denn auch über den zweiten Platz freuen können?
Heilig-Duventäster: Am Start hätte ich mich gefreut, Zweite oder Dritte zu werden. Wenn man dann aber das ganze Rennen führt und kurz vor Schluss überholt wird, dann hätte mich das schon sehr geärgert.

SZ: An eine Aufgabe haben Sie aber nicht gedacht?
Heilig-Duventäster: Überhaupt nicht. Man denkt nur daran, dass es schon irgendwie bis ins Ziel geht. Das Adrenalin verdrängt den Schmerz. Es hat aber viele Nerven gekostet. Und es ist ärgerlich, dass ich jetzt verletzt bin.

SZ: Können Sie bei der WM der Aktiven Mitte August überhaupt starten?
Heilig-Duventäster: Ich muss mich jetzt erst von einem Arzt untersuchen lassen. Heute spannt noch alles, laufen geht nicht, nur ein bisschen Fahrradfahren. Und ich fahre nur in den Wallis, wenn ich topfit bin.

SZ: Sollten Sie nicht starten können, was wären dann Ihre Hauptziele für die Saison?
Heilig-Duventäster: Die Senioren-Weltmeisterschaft im Berglauf in Tschechien im September. Die will ich auf jeden Fall bestreiten.

SZ: Was haben Sie sich dort für eine Platzierung vorgenommen?
Heilig-Duventäster: Es wäre vermessen zu sagen, da will ich unbedingt gewinnen, auch wenn ich in der Vergangenheit öfter gewonnen habe. Aber ich möchte schon weit nach vorne kommen.

SZ: Außerhalb der Wettkämpfe, wie sehen da Ihre Trainingsumfänge aus?
Heilig-Duventäster: Ich mache viele Bergläufe, von den Umfängen her zwischen 70 und 100 Kilometer pro Woche. An den Wochenenden laufe ich zum lockeren Training oft den Pfänder hoch, das sind etwa sechs Kilometer. (szon.de, 03.08.08)


Hanno Rheineck im Gespräch: "Laufend die Augen aufhalten

Hanno Rheineck verbindet seine liebsten Hobbys - Reisen und Sport. Der Lauf über die Chinesische Mauer begeistert den 65 Jahre alten Wahl- Troisdorfer noch heute. Fünf Weltmeistertitel hat er gesammelt. Stockdunkel war es in dem Wachturm, nicht mal die Hand konnte Hanno Rheineck vor Augen sehen - von den Spitzen seiner Schuhe ganz zu schweigen. Als er endlich den Ausgang gefunden hatte, hatte er den Vorsprung vor den anderen Langläufern eingebüßt - und doch sollte er den Lauf über die Chinesische Mauer 1998 für sich entscheiden. Die chinesische Herausforderung über zehn Kilometer ist nur eines von vielen Abenteuern, die Rheineck seiner Begeisterung für den Sport zu verdanken hat. Und dass er seine Schuhe an den Nagel hängt, ist trotz seiner 65 Jahre noch lange nicht abzusehen.
In diesem Jahr hat der Sportler bereits in Usbekistan an einem Lauf über die Seidenstraße teilgenommen - ein Erlebnis, das ihn nachhaltig beeindruckte: „Die Leute kamen sehr freundlich auf uns zu“, sagt Rheineck (Foto), der sich während seiner Reise auch Zeit für die Kultur so berühmter Städte wie Buchara, Taschkent und Samarkand nahm. Weniger exotisch, aber sportlich interessant und durchaus anstrengend war der „Nordseelauf 2008“ auf sieben ostfriesischen Inseln und der Insel Neuwerk, bei dem Rheineck mit 3500 Teilnehmern an den Sport ging. Nur noch knapp 700 fanden sich indes noch, um von Neuwerk zwölf Kilometer durch das Watt bis nach Cuxhaven zu laufen. „Wir sahen aus wie die Ferkel“, schildert Hanno Rheineck, der anschließend seine Schuhe weggeworfen hat, lachend.
Seine persönliche Statistik hat Rheineck bestens im Kopf: Seit 49 Jahren ist er aktiv, und zu seinen Bestleistungen zählen die 10,5 Sekunden, in denen er einmal die 100 Meter-Distanz gelaufen ist - was ihn nach eigenem Bekunden zum „schnellsten Lehrer Deutschlands“ machte: Rheineck, der heute in Troisdorf lebt, unterrichtete an mehreren Grundschulen in Siegburg. Als ungewöhnlich bezeichnet er seinen Wechsel zur Langstrecke, einen solchen Wandel vollzögen nur wenige Leichtathleten. Rheinecks beste Zeit im Halbmarathon liegt bei 1,34 Stunden, und die beste Platzierung bei seinen insgesamt 14 Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften war ein dritter Rang. Bei den Senioren brachte er es auf 19 deutsche, drei Europa- und fünf Weltmeistertitel. „Das einzige, was mir fehlt, ist Olympia.“
Usbekistan war das 60. Land, in dem er an einem Lauf teilnahm, es gebe nur einen Läufer der es bislang auf 61 Orte gebracht habe - „aber ich habe dieses Jahr noch einiges vor“, betont Rheineck. So wie er eben Länder zähle, hätten es andere Sportler auf Inseln oder Hauptstädte abgesehen. „Da gibt es die verrücktesten Sachen.“ Sein ganzes Geld investiert er in das Hobby Reisen, dafür lebt er sehr sparsam. Manche Projekte wollen besonders gut vorbereitet sein. Auf der Chinesischen Mauer, das wusste er, würde er über Treppenstufen, noch dazu von stark unterschiedlicher Höhe laufen müssen: eine enorme Belastung für Bänder und Gelenke. Zur Vorbereitung lief er die ebenfalls ungleichmäßigen Stufen zum Kloster Michaelsberg in Siegburg hinauf oder trainierte in Hochhäusern.
Der Spaß am Sport ist aber nicht das einzige, was ihn immer wieder in die Ferne treibt. „Ich halte die Augen auf und will die Bedingungen erkennen, unter denen Menschen leben.“ Auf so manchen Langstreckenlauf folgte ein Hilfsprojekt: So stellte Rheineck schon Hilfsgütertransporte für die Kapverden auf die Beine oder schickte Medikamente nach Nigeria. Um den Menschen in dem zentralafrikanischen Land zu helfen, setzte er auf seine Kontakte zu Frédéric Kardinal Etsou, den Bischof von Kinshasa, und auf das Musikkorps der Bundeswehr, das er immer wieder für Benefizkonzerte gewinnen konnte. Aus Nigeria brachte er den Titel „Omemboji“ mit, was soviel bedeutet wie „Einer, der immer hilft, wenn er helfen kann“. Freundschaften entstanden weltweit, auch prominente Athleten wie Carl Lewis und Haile Gebrselassie lernte er kennen. Seit 30 Jahren betreut er die isländische Leichtathletik-Nationalmannschaft bei Länderwettkämpfen, Europa- und Weltmeisterschaften. Bei seinen Besuchen auf der Insel kam er in den Genuss gegorenen Haifischs oder des berüchtigten Schnaps „Black Death“. Nie vergessen wird er ein Erlebnis in Oman, bei dem er selbst hätte Hilfe brauchen können: Bei einem 15 Kilometer-Lauf durch die Wüste fehlte eine vorgesehene Wasserstelle, und das bei 35 Grad Celsius im Schatten. „Da war ich schon zehn Kilometer gelaufen und hatte meine Vorräte aufgetrunken“, erinnert sich Hanno Rheineck. „Das war echt hart. Aber zum Glück bin ich zäh.“
(von Andreas Helfer in rhein-sieg-anzeiger, 01.08.08)


Sportpolitik: Chinas Zensur ruft heftige Empörung hervor

Die Billigung der chinesischen Internetzensur durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Behinderung einer freien Berichterstattung ausländischer Reporter hat am Donnerstag heftige Kritik von Sportfunktionären und Menschenrechtsgruppen hervorgerufen. Auch die Arbeit deutscher Korrespondenten  wird offenbar behindert. So war es am Donnerstag nicht möglich, aus dem Pressezentrum in Peking heraus eine gesicherte Verbindung in die Redaktionen aufzubauen. Das geschieht üblicherweise durch ein sogenanntes Virtual Private Network. Solch eine Verbindung baut einen „Tunnel“ durch das Internet und ermöglicht damit den geschützten Zugriff der Reporter auf ihr Redaktionssystem, das Archiv und den E-Mail-Dienst.
Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, forderte IOC-Präsident Jacques Rogge am Donnerstag im ZDF dazu auf, ein „deutliches Wort“ mit den Olympia-Organisatoren zu reden. Vesper sagte: „Natürlich gehört zur Pressefreiheit auch die freie Recherchemöglichkeit. Und zu einer freien Recherche gehört heute der Zugang zum Internet. Deswegen muss das gewährleistet sein.“ Es sei Sache des IOC, dies mit den Pekinger Organisatoren zu regeln. „Ich vertraue darauf, dass Jacques Rogge mit den Organisatoren noch mal deutliche Worte finden wird.“Überlegungen, etwa die weltweite Übertragung der Spiele in Frage zu stellen, wies Vesper zurück: „Von solchen Machtspielchen halte ich gar nichts.“
Das hatte zuvor der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert, gefordert. „Jetzt bedarf es einer scharfen Reaktion. Sollte China nicht einlenken, plädiere ich dafür, die weltweite  Übertragung der Eröffnungsfeier abzusagen“, sagte der SPD-Politiker der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Über das IOC sagte Danckert, es stelle sich kein gutes Zeugnis aus, „weil es sich von den Chinesen vorschreiben lässt, was erlaubt ist und was nicht“. Der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, sagte in Peking, es würde ihn wundern, wenn das Organisationskomitee (Bocog) die Internetzensur angeordnet habe, ohne Rogge „zumindest zu informieren“. „Das ist mit Sicherheit nicht, was wir den internationalen Medien garantiert haben und es widerspricht den normalen Bedingungen für die Berichterstattung von Olympischen Spielen.“ Die Entscheidung müsse auf „hoher Ebene“ getroffen worden sein, sagte Gosper. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gab dem IOC eine Mitverantwortung an der Internetzensur. Das höchste Sportgremium habe mit seiner stillen Diplomatie versagt, sagte eine Sprecherin. Ein Sprecher des chinesischen Organisationskomitees sagte, die gesperrten Webseiten seien nicht zugänglich, weil sie gegen chinesische Gesetze verstießen. Er hoffe, „dass die Presse die Regelungen der chinesischen Gesetze respektiert“.
In einem offenen Brief forderten Intellektuelle und ehemalige Politiker, darunter Václav Havel, Desmond Tutu und André Glucksmann, am Donnerstag das olympische Komitee auf, während der olympischen Spiele allen Teilnehmern freien Zugang zu Informationen und den Athleten das Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewähren. Der Vize-Präsident des EU-Parlaments Edward McMillan-Scott unterzeichnete den Brief ebenso wie der chinesische Regimekritiker Wei Jingsheng. Das IOC hat gefordert, Politik aus den Spielen herauszuhalten.
(Quellen sueddeutsche, FAZ.NET, 01.08.08)

EVAA entscheidet: Senioren-EM 2012 in Zittau

Die 18. Senioren-Europameisterschaften  2012 werden im Städteverbund „Kleines Dreieck“ Zittau (Deutschland), Bogatynia (Polen) und Hradek nad Nisou (Tschechische Republik) ausgetragen. Dies beschloss am Dienstag die Generalversammlung des Europäischen Senioren-Leichtathletikverbandes EVAA, die in Ljubljana (Slowenien) stattfand, mit 68 Stimmen; es gab vier Enthaltungen; denn die tschechischen Vertreter meinten, man könne nicht für sich selbst stimmen.
Zuvor hatten die Delegierten eine  Präsentation des Bewerbers erlebt, die Teilnehmer der Veranstaltung als "ziemlich verunglückt" bezeichneten. DLV-Direktor Jan Kern wirkte bei der Vorstellung jedenfalls unkonzentriert, kam mit der Tonanlage nicht zurecht, zeigte sich bei Nachfragen nicht auf der Höhe, derweil die anwesenden Bürgermeister der Austragungsorte Andrzej Grzmielewicz (Bogatynia),  Martin Puta (Hradek) und Arnd Voigt (Zittau) meist schweigend in der letzten Reihe des großen Saales im Hotel Lev saßen. Weshalb sie eigens nach Ljubljana gereist waren, blieb unklar, sieht man davon ab, dass sie mit  Beifall von den  Delegierten begrüßt wurden. Ein Delegierter zu masters-sport.de: "Das musste man weiß Gott besser machen. Gut, dass es keinen Gegenkandidaten gab. Es ist doch eine einzigartige Premiere in Europa!"
„Die europäische Seniorenleichtathletik lebt die europäische Idee“, sagte dann auch anschließend Prof. Dr. Michael Böhnke, Vizepräsident im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und setzte hinzu. „Die Athletinnen und Athleten sind eingeladen, ihre Meisterschaften 2012 im deutsch-polnisch-tschechischen Städtedreieck auszutragen. Sie werden die Faszination eines Europas ohne Grenzen erleben.“
(Quellen: www.leichtathletik.de, oberlausitz-tv, 30.07.08)


Berglauf-DM: "Alte Kachel" Heilig-Duventäster siegt sensationell

Mit einer überzeugenden Vorstellung setzte sich am Sonntag bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften am Karwendel in Mittenwald eine Seniorenläuferin durch, die kaum jemand auf der Rechnung hatte. Auf der wegen befürchteter Wärmegewitter auf 10 Kilometer und um 100m Höhenmeter verkürzten Strecke mit einer Höhendifferenz von 1.312 Metern holte sich sensationell die bereits 47-jährige Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) ihren ersten Titel einer Deutschen Meisterin außerhalb der Seniorenwertung. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich als ‚alte Kachel’ den Jungen hier davon laufen kann“, sagte die vielfache Senioren-Welt- und Europameisterin auf den unterschiedlichsten Distanzen auf der Bahn, der Straße, im Cross und auch im Berglauf. "Damit habe ich nie gerechnet. Ich habe zwar immer wieder mal einige aus der Nationalmannschaft besiegt, aber heute waren ja alle da. Dass ich hier gewonnen habe, ist auch für mich eine große Überraschung. Da ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Es war ein harter Lauf, man musste hochkonzentriert laufen“, so die Siegerin. Ihre seit Jahren gute Form erklärt sie sich mit ihrem Training. „Ich trainiere unkonventionell, viel und hart. Ich laufe, so wie es mir in den Sinn kommt, trainiere auch unter der Woche mehrmals am Berg und mache viel Krafttraining.“
Allerdings wurde es für die frühere Fußballspielerin im steilen Aufstieg und dem spektakulären Tunneldurchlauf zur Bergstation der Karwendelbahn in 2.244 Meter Höhe noch einmal ganz spannend. Durch eine aufgrund einer Unachtsamkeit zugezogene Muskelzerrung („Ich konnte nur noch gehen, das war eine reine Quälerei.“) konnte Marie-Luise Heilig-Duventäster kaum noch Druck im steilen Anstieg aufbauen, so dass die stark auflaufende Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz Regensburg) noch bis auf sechs Sekunden herankommen konnte. Eine glänzende Rolle spielte auch die bereits 46 Jahre alte Britta Müller (*1962, LG Badenova Norschwarzwald); die diesjährige Crossvizemeisterin der W45 belegte am Ende Rang 4. Nur drei Wochen nach ihrem Abbruch beim dramatischen Zugspitzlauf 2008 wurde Ellen Clemens (*1968, LG Telis Finanz Regensburg) in Mittenwald Siebte.
Bei den Männern freute sich am Ende der 27-jährige Favorit Timo Zeiler (TSV Trochtelfingen). Schnellster Mastersläufer war Andreas Biberger (*1967, LC Mittenwald) auf Rang 7, Rang 9 von 99 Startern belegte Martin Echtler (*1969, SVO Leichtathletik). Alle Resultate...
(Quellen: www.leichtathletik.de, laufreport.de, 30.07.08)


Endgültig: Charles Friedek (M35) nicht bei den Olympischen Spielen

Dreispringer Charles Friedek (*1971, Team Referenznetzwerk Leverkusen) wird nicht bei den Olympischen Spielen an den Start gehen. Wie der Sport-Informationsdienst (sid) berichtet, gab der 4. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt/Main nicht seinem Einspruch gegen seine Nicht-Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) am Mittwoch statt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte den 36-Jährigen nach einer Einstweiligen Verfügung des Deutschen Sportschiedsgerichts dem DOSB  für die Olympischen Spiele vorgeschlagen. Durch den DOSB wurde der Ex-Weltmeister jedoch nicht berücksichtigt, so dass er eine weitere, diesmal zivilgerichtliche  Einstweilige Verfügung gegen den DOSB anstrebte. Das Landgericht in Frankfurt hatte den Antrag Friedeks zurückgewiesen. Das Rechtsmittel des Prozessvertreters von Charles Friedek, Rechtsanwalt Lehner aus Heidelberg, blieb nun erfolglos.
Friedek hatte mit zwei Versuchen innerhalb eines Wettkampfs in Wesel am 25. Juni  mit 17,00 und 17,04 Metern nach Ansicht des Deutschen Sportschiedsgerichtes (DIS) in Köln die Nominierungskriterien erfüllt. Der DLV und der DOSB hatten dies bestritten. Mit dem heutigen Urteil nach immerhin 90-minütiger Verhandlung stärkte der Gerichtssenat auch die Nominierungshoheit des DOSB. Der Verband habe "nicht gegen seine eigenen Grundsätze verstoßen oder willkürlich gehandelt", erläuterte Gerichtssprecher Ingo Nöhre. In der Verhandlung hatte der Vorsitzende des Zivilsenats  Dieter Fritz  dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) jedoch empfohlen, seine Nominierungsrichtlinien künftig eindeutiger zu fassen. Es widersprach damit wohl auch DLV-Präsident Clemens Prokop, der gemeint hatte, die Position des DLV ergebe sich  aus dem Regelwerk . Dieter Fritz hatte während der Verhandlung betont, die zweite Normerfüllung diene durchaus dem Nachweis von Leistungskonstanz, weshalb sie in einem zweiten Wettkampf erfolgen sollte. Daher sei die Nichtnominierung nicht willkürlich oder ermessensfehlerhaft. "Die Auslegung der Nominierungskriterien ist eine Ermessensentscheidung des DOSB, die das Gericht nicht vollständig überprüfen kann", erläuterte dazu Gerichtssprecher Nöhre.
"Das ist eine riesengroße Enttäuschung. Jetzt werde ich meine Karriere nach der WM 2009 in Berlin beenden", kommentierte Friedek die Entscheidung. Bereits dreimal bei Olympia war Fiedek am Start, ohne jedoch in Medaillennähe gekommen zu sein. 2000 in Sydney war er als Mitfavorit im olympischen Finale, blieb dann aber verletzungsbedingt ohne gültigen Versuch.
(Quellen: www.leichtathletik.de, sid, 30.07.08)

Großer Firewall: IOC rückt von früherem Versprechen über freien Internetzugang in Peking ab

Das Internationale Olympische Komitee ist von seinem früheren Versprechen abgerückt, dass die ausländischen Journalisten in Peking freien Zugang zum Internet haben werden. Nach Darstellung des Chefs der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, bezieht sich der versprochene freie Internetzugang thematisch nur auf Sportwettbewerbe, nicht aber China allgemein. Bisher hatte das IOC betont, die chinesische Seite habe freien Zugang zum Internet für die Journalisten versprochen, die zu den Spielen anreisen. Journalisten im Pressezentrum bestätigten inzwischen, dass: China  den Zugriff auf unliebsame Internetseiten blockiert, zum Beispiel von Amnesty International, der BBC, von Deutsche Welle, der Hongkonger Zeitung "Apple Daily" und der taiwanischen "Liberty Times". Auch alle Seiten, die in Verbindung mit der Falun Gong-Sekte stehen, die in China verboten ist, sind nicht zugänglich. Damit hält Peking eine wichtige Zusage aus dem Vorfeld der Spiele, nämlich vollständigen und ungehinderten Zugang zum Internet für die mehr als 20.000 ausländischen Journalisten nicht ein.
Der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, schränkte mit seinen Erklärungen  Zusagen des IOC  -ein zuletzt im April-, dass zumindest im Hauptpressezentrum das Internet nicht zensiert werde. Er sagte am Mittwoch: "Meine Hauptbeschäftigung und Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass offen über die Wettbewerbe berichtet wird", sagte Gosper. Das IOC habe dafür mit den chinesischen Olympia-Organisatoren (BOCOG) über die notwendigen Veränderungen von Vorschriften für die Berichterstattung verhandelt. Gosper: "Das erstreckt sich nicht notwendigerweise auf den freien Zugang und die Berichterstattung über alles, was mit China zu tun hat." Bisher hatte das IOC immer betont, die chinesische Seite habe freien Zugang zum Internet für die knapp 25.000 Journalisten versprochen, die zu den Spielen anreisen. Im Hauptpressezentrum arbeiten mehr als 5000 beim IOC akkreditierte Journalisten.
Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking hatten Menschenrechtsgruppen die chinesische Regierung wiederholt aufgerufen, die Internet- und Medienkontrollen zu lockern. Das Internet-Unternehmen Google hatte demgegenüber eine chinesische Website gestartet, die sich an die Zensurbestimmungen des Pekinger Regimes hält. Google ist an der chinesischen Suchmaschine Baidu beteiligt. Um die Genehmigung für eine chinesische Website mit der Adresse ".cn", zu erhalten, verpflichtete sich Google, für diesen Dienst Adressen aus seiner Datenbank zu entfernen, die von der kommunistischen Führung als anstößig betrachtet werden. Zu solchen verbotenen Themen gehören Diskussionen über Taiwan und Tibet oder die blutige Niederwerfung der chinesischen Demokratiebewegung von 1989.
Trotz strenger Zensur gibt es nach Informationen des ZDF-Studios in Peking Wege, die chinesische Internetkontrolle zu umgehen. Gesperrte IP-Adressen lassen sich zum Beispiel aufrufen, indem man den Datenstrom über einen anonymen Proxyserver umleitet. Den Schlagwortfilter dagegen kann man nur mit einer Verschlüsselung des Internetverkehrs überlisten. Eine gute Kombination aus beiden Methoden bieten zum Beispiel die Softwareprojekte JAP und TOR. Beide verwenden eine Vielzahl von Zwischenstationen um ihre verschlüsselten Daten sicher zu übertragen. Niemand außer Sender und Empfänger hat dabei Einblick auf die Daten, und der Anwender bleibt anonym. Eine unkonventionelle Methode verwendet das Schweizer Kunstprojekt Picidae. Dessen Server speichert zensierte Webseiten als Bilddatei ab, versieht sie mit neuen Verknüpfungen und sendet sie dann zurück. Dieser Weg ist komfortabel und erfordert keine aufwändige Installation, bietet jedoch den Nachteil, dass zum Beispiel Filme oder Flashanwendungen nicht wiedergegeben werden können.  "Große Firewall" zu durchbrechen erfordert zudem ein wenig Geduld: Die in China ohnehin schwankende Internetgeschwindigkeit geht bei einigen Anonymisierungs- und Verschlüsselungsverfahren zusätzlich in die Knie.(Quellen:zdf, faz.net, standard.at, focus-online, 30.07.2008).

Wiederwahl: Massin unterstreicht Führungsanspruch der europäischen Seniorenleichtathletik

Dieter Massin (Ahlen) ist am Dienstag für weitere vier Jahre in seinem Präsidentenamt als Europäischen Seniorenleichtathletikverbandes (EVAA) bestätigt worden. Einstimmig per Akklamation votierte die Generalversammlung für den in Tschechien geborenen Westfalen, der zuvor von EAA-Vertreter Janez Aljancic (SLO) in einer Laudatio zur Wiederwahl vorgeschlagen worden war und sich anschließend in einer kurzen Rede bei den Delegierten bedankte. Dabei betonte Massin mit Blick auf das EVAA-Präsidium, allein sei er nichts, nur im Team könne er erfolgreich sein. Der wiedergewählte EVAA-Präsident unterstrich zugleich den Führungsanspruch der europäischen Seniorenleichtathletik und erinnerte dabei an den Satz des Ende letzten Jahres verstorbenen italienischen WMA-Präsidenten Cesare Beccalli: "Wir in Europa sind in der pole position". Das sei die Richtschnur, sagte Massin und unterstrich: "Wir sind Europäer. Wir haben unser europäisches Verständnis von Seniorenleichtathletik." Die EVAA wolle fairen und sauberen Sport. Dazu gehöre Fairness im Sport, also ein engagiertes Eintreten im Kampf gegen Doping.
Der Chef der französischen Delegation Jean Garcia, im Hauptberuf Generalsekretär des französischen Leichtathletikverbandes,  schlug in die gleiche Kerbe. Mit Blick auf die anstehende Generalversammlung der Weltverbandes WMA im kommenden Jahr im finnischen Lahti forderte er "die Einigkeit der Europäer vor allem bei den Wahlen". Die Europäer dürften sich nicht auseinanderdividieren lassen. Das müsse  bei den Wahlen deutlich werden. Tatsächlich werden mindestens drei neue Kandidaten aus Europa in Lahti antreten, der Belgier Serge Beckers (47), der Grieche Georgios Konstantopoulos (56), Vorsitzender des griechischen Masters-Leichtathletikverbandes, und der agile Organisationschef der 2.Hallen-WM in Linz (AUT), der 37-jährige Percy Hirsch. Alle drei nutzten die Gelegenheit, sich den EVAA-Delegierten vorzustellen. Außerdem kandidieren in Lahti Josep M. Antentas (Spanien) und der zur Wiederwahl anstehende WMA-Schatzmeister Friedel Schunk (Achim).
Nach Potsdam 2002 und der Reorganisation der EVAA in Aarhus 2004 war es die dritte Wahl Massin zum EVAA-Präsidenten. Wie effizient er seinen Verband führt, wurde auch an der Dauer der Generalversammlung in Ljubljana deutlich. 3 Stunden 17 Minuten - für Treffen dieser Art eine neue Weltbestleistung.
( 29.07.08, korr. 30.07.)

EVAA-Präsidium verkleinert

Deutlich verkleinert wird das Präsidium Europäischen Seniorenleichtathletikverbandes (EVAA)  die kommenden Aufgaben angehen. Einstimmig billigte die Generalversammlung eine Satzungsänderung, nach der künftig das Amts des Statistikers und der Frauenbeauftragten wegfallen.  Es besteht künftig nurmehr aus dem Präsidenten Dieter Massin (Ahlen), dem Vizepräsidenten Vesa Lappalainen (Finnland) und und dem Generalsekretär Kurt Kaschke (Burgwedel). Neu besetzt wurden in Ljubljana zwei EVAA-Ämter. Neuer Technischer Direktor ist der Finne Esa Kaihlajärvi. Er setzte sich mit 49 gegen 24 gegen den Italiener Nicola Maggio durch; Lamberto Vacchi (ITA) der bisherige, allseits geschätzte technische Direktor der EVAA kandidierte aus Satzungsgründen nicht erneut. Neuer EVAA-Schatzmeister ist seit Dienstag Jean Thomas (Frankreich); er wurde per Akklamation zum Nachfolger des aus Satzungsgründen nicht wieder zur Wahl stehenden Finnen Pekka Kurki. ( 29.07.08)

EVAA: "Torsten Carlius Fair Play Award" für Arthur Thomson (GBR)

Dieter Massin, Präsident des Europäischen Seniorenleichtathletikverbandes (EVAA), hat am Dienstag den britischen Geher Arthur Thomson mit dem Thorsten Carlius Fair Play Award ausgezeichnet. Die rund 70 Delegierten der EVAA-Generalversammlung im Hotel Lev der slowenischen Hauptstadt applaudierten einem bewegten Arthur Thomson, vor zwei Jahren bereits Europas Seniorenleichtathlet des Jahres. Thomson erhielt die Auszeichnung in Anerkennung seiner fairen sportlichen Haltung über Jahrzehnte "beginnend von seiner Teilnahme bei Olympischen Spielen bis hin zu seiner Teilnahme bei zahlreichen Seniorenmeisterschaften" (Massin). Der britische Weltrekordler im Gehen hatte vor den Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana angekündigt, künftig keinen internationalen Wettkampfsport mehr zu betreiben.
Die EVAA hatte 2006 die alljährlich vergebene Auszeichnung nach dem plötzlichen Tod des langjährigen  schwedischen WMA-Präsidenten Torsten Carlius geschaffen Vor zwei Jahren hatte der Verband den Finnen Prof. Dr. Karri Wichmann als ersten Preisträger in Anerkennung seiner Verdienste für einen fairen und sauberen Sport ausgzeichnet. Diesmal votierte das Präsidium für den britischen Ausnahme-Geher.
 ( 29.07.08)

'DIE WELT' über Merlene Ottey (W48): Zwangsruhe für eine ewig Rastlose

Es werden traurige Olympische Spiele. Denn schon vorher heißt es Abschiednehmen von einem der größten Sprintstars, die die Leichtathletik je hervorgebracht hat: Merlene ist definitiv nicht mehr dabei. Es wären ihre achten Olympischen Spiele gewesen - mit 48 Jahren, wohlgemerkt. Hatten ihre einstigen Landsleute wie die Sprinter Usain Bolt und Veronica Campbell-Brown am Wochenende die 100 Meter in London nach Belieben dominiert, wird es wenigstens mit letzterer nicht zu einem Duell in Peking kommen. Stattdessen darf die frühere Jamaikanerin Ottey ein bisschen Tempo herausnehmen und über die Drachenbrücke oder den Preserenplatz in Ljubljana flanieren. Denn dort liegt seit jetzt zehn Jahren der Lebensmittelpunkt der Sprintdiva, nachdem sie 1998 in die slowenische Hauptstadt gezogen war. Grund war der in Slowenien beheimatete Leichtathletiktrainer Srdjan Djordjevic, der Merlene Ottey zunächst anleitete, dann liebte und ihr schließlich den Floh ins Ohr setzte, dass sie auch als sportliches Auslaufmodell die Qualifikation für die Olympischen Spielen in Peking bewältigen könnte.
"Sie ist noch immer sehr schnell und liebt das Laufen", machte Srdjan Djordjevic nach der gescheiterten Qualifikation, mit der Ottey mittels der achten Olympiateilnahme einen Rekord gesetzt hätte, allen Spekulationen über einen Rücktritt ein schnelles Ende. Bei der nationalen Meisterschaft in Maribor hatte Ottey die Norm um 0,28 Sekunden verpasst, hätte aber ohnehin nach Allergieproblemen im Frühsommer kaum eine realistische Chance auf ihre neunte Olympiamedaille gehabt. Den juvenilen Funktionären in Jamaika war sie schon für die Sommerspiele 2000 in Sydney zu alt gewesen. Ottey stellte sich aber in der Folge immerhin noch als schnell genug heraus, wurde im Einzel Vierte, trieb die 4 x 100-Meter-Staffel auf den dritten Platz und fuhr mit Bronze wieder nach Hause. Was bereits damals ein Eineinhalb-Zimmer-Apartment in Ljubljana war. "Ich bin sehr glücklich, dass ich hier in Europa meine neue Heimat gefunden habe", sagt sie über Slowenien, dem sie sich treu verbunden fühlt. "Ich habe mich entschieden, dass Slowenien der richtige Platz ist. Es ist wie Jamaika ein kleines Land, ich mag das Lebensgefühl."
In diesem Land, das ehemals zu Jugoslawien gehörte und seit 1991 unabhängig ist, durfte sie dann sieben Jahre später erfahren, dass Marion Jones in Sydney gedopt hatte und nun ihre Medaille zurückgeben musste. Dadurch erhielt Ottey nachträglich die Bronzemedaille zugesprochen und darf sich nun "älteste Medaillengewinnerin in Einzellaufwettbewerben bei den Olympischen Spielen" bezeichnen. Ein geradezu absurder Vorgang, war Ottey selbst bei einem Dopingtest am 5. Juli 1999 positiv aufgefallen. Oder eben negativ. In jedem Fall stellte sich bei der A- wie auch bei der B-Probe heraus, dass sich das anabole Steroid Nandrolon in Otteys muskulärem Körper befunden hatte. Was darauf folgte, war ein Kabinettstückchen, das jeder Bananenrepublik würdig gewesen wäre: Die damals 39-jährige Ottey beteuerte ihre Unschuld, der jamaikanische Verband ließ Gnade vor Recht ergehen. Der Council des Weltverbandes IAAF suspendierte sie darauf im Februar 2000, während am 3. Juli die fällige Zwei-Jahres-Sperre vom IAAF-Schiedsgericht aufgehoben wurde und Ottey daraufhin in Sydney in 11,19 Sekunden nur 0,01 Sekunden hinter dem dritten Platz zurückblieb. Dass ausgerechnet sie von den Geständnissen der US-Sprinterin und Olympiasiegerin Marion Jones profitieren und nachträglich die Bronzemedaille zugesprochen bekommen sollte, darf getrost als Ironie der Geschichte abgetan werden.
So erscheint es fast als ausgleichende Gerechtigkeit, wenn die dreimalige Weltmeisterin, diejenige, die mit 14 Medaillen bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften zwischen 1983 und 1997 erfolgreicher als jeder Mann und jede andere Frau war, dass es ausgerechnet für Merlene Ottey nie zum Sieg bei den Olympischen Spielen reichen sollte. Gerade fünf Tausendstelsekunden war sie 1996 in Atlanta davon entfernt und musste doch der US-Amerikanerin Gail Devers den Vortritt lassen. Als sie vier Jahre später einen Erfolg per Nandrolon erzwingen wollte, mochte niemand so recht an verpanschte Dopingproben glauben. Auch wenn sie in Sydney noch starten durfte - die Auseinandersetzungen auch mit dem Verband ihres Heimatlandes hatten ein Übriges für ihre vollständige Emigration getan. 2002 nahm die 15-malige "Sportlerin des Jahres" aus Jamaika die slowenische Staatsbürgerschaft an und begann mit der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen: "Ich bin froh, dass Slowenien mir die Teilnahme ermöglicht hat", sagte sie, nachdem sie den neuen Pass erhalten hatte. "Ich glaube nicht, dass ich ansonsten noch laufen würde."
Ganz lassen wollte ihre Heimat dennoch nicht von ihr. Als am 27. Dezember 2005 Premierminister Percival J. Patterson eine überlebensgroße Bronzestatue von Ottey enthüllte, bezeichnete er sie als herausragende Repräsentantin und "weibliches Gegenstück" zu Bob Marley: "Danke für all die Jahre voller Ehre, Ruhm und Freude, die Sie uns geschenkt haben", rief er Ottey über die Köpfe der Menge im Nationalstadion von Kingston zu. "Und ganz egal, wo sie auch leben, hier wird immer Ihre Heimat sein." Doch diese wird für die Frau, die nach eigener Auskunft "den Sprint in einen Marathon verwandelt" hat, weiter in Slowenien liegen. 2006 hatte sie sich dazu hinreißen lassen, ihre weitere Lebensplanung öffentlich zu terminieren: "In spätestens zwei Jahren will ich ein Kind", hatte sie gesagt. Die zwei Jahre sind inzwischen um, und es gibt für die 48-Jährige nun nichts mehr, dem sie hinterher rennen oder vor dem sie weglaufen müsste. Vielleicht sollte die noch immer flinke Sportseniorin einfach mal das tun, was die meisten ihrer Altersgenossinnen tun: südlich der Brücke Sentjakobski most auf den Ljubljanica-Terrassen einen Kaffee trinken und die geschundenen Beine einfach mal in der Sonne ausstrecken. Diese Ruhe wäre der häufig so Rastlosen zu wünschen. (von Björn Engel in "Die Welt", 28.07.08; Foto: Merlene Ottey, Dieter Massin, Masters-EM Ljubljana 2008, c: privat)


EM 2010 mit neuem Austragungsdatum - Kommende Europameisterschaften

Die 17. Europameisterschaften in zwei Jahren im ungarischen  Nyíregyháza sind um eine Woche zeitlich verschoben worden. Dies bestätigte Cheforganisator Gyulai am Dienstag. Das neue Datum ist vom 15. bis 25. Juli 2010.
Während der EVAA-Generalversammlung wurden folgende Daten der europäischen Titelkämpfe bestätigt:
25. bis 29..03.2008 Hallen-Europameisterschaften der Senioren in Ancona (Italien)
29. bis 31.05.2009 Straßenlauf-Europameisterschaften Aarhus (Dänemark)
Juni 2010 Berglauf-Europameisterschaften in Abadino (Spanien)
15. bis 25.07.2010 Stadion-Europameisterschaften in  Nyiregyháza (Ungarn)
19. bis 23.03. 2011 Hallen-Europameisterschaften in Gent (Belgien)
29.04. bis 01.05.2011 Straßenlauf-Europameisterschaften in Thionville/Yutz (Frankreich)
16. bis 26.08.2012 Stadion-Europameisterschaften in
Zittau (Deutschland), Bogatynia (Polen) und Hradek (Tschechien)
( 29.07.08,update 30.07.2008)

Keine Olympischen Spiele für Franka Dietzsch (W40)

Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (*1968, SC Neubrandenburg) hat in einem aktuellen Interview mit sportbild.de ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking abgesagt. „Für mich ist es jetzt klar: Ich sage ab. Ich brauche nicht mehr auf ein Wunder zu hoffen. Für mich ist die Sache entschieden: Olympia in China findet ohne mich statt“, sagte die Neubrandenburgerin.  Sie habe sich „kein Leistungsniveau erarbeiten können, das olympiareif wäre“, meinte die 40-Jährige, die in ihrem einzigen Saisonwettkampf am 17. Mai in Versmold auf 59,47 Meter gekommen war. „Nach Peking wollte ich immer nur fahren, wenn ich wenigstens in den Endkampf komme. Das schaffe ich aber mit meinen derzeitigen Leistungen nicht.“ An ganz guten Tagen habe sie im Training 60 Meter erreicht, aber das sei nicht ihr Niveau.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatten Franka Dietzsch in den letzten Wochen, in denen sie nach gesundheitlichen Problemen um den Anschluss kämpfte, den Rücken gestärkt. Sie war auch für die Spiele nominiert worden, ohne bislang die Nominierungsvoraussetzungen erfüllt zu haben. Es wäre ihre fünfte Olympia-Teilnahme gewesen. Die Hoffnung, dass vor Olympia der Knoten noch platzt, habe sie aufgegeben. „Wo sollen da 65 Meter herkommen? Mein Kopf hat schon entschieden“, bekräftigte Franka Dietzsch, deren Trainer Dieter Kollark zuletzt einen Hörsturz erlitt, ihre Absage in dem Interview. Einen WM-Start im nächsten Jahr in Berlin als Titelverteidigerin hat die verdiente Athletin nach wie vor im Auge. „Ich muss sehen, ob ich 2009 nur auf Abschiedstournee gehe oder noch mal richtig ranklotze. Aber darüber entscheidet maßgeblich auch meine Gesundheit. Die WM-Jahre liegen mir aber und eine Heim-WM in Berlin, das klingt ja nicht schlecht. Eigentlich will ich dort noch mal richtig ordentlich werfen und dann im Olympiastadion eine Medaille gewinnen.“(aus www.leichtathletik.de, 27.07.08)

Ljubljana: 16. Senioren Europameisterschaften eröffnet

Am Mittwochabend (23. Juli) wurden im slowenischen Ljubljana die 16. Senioren-Europameisterschaften im Park Zvezda eröffnet. Der erste Startschuss fällt keine 12 Stunden später am Donnerstagmorgen, 24. Juli um 8:00 Uhr. Das DLV Senioren-Team stellt mit 655 Aktiven die zahlenmäßig größte Delegation und möchte die Hegemonie in der Senioren-Leichtathletik weiter behaupten.
Der erste Startschuss erfolgt am heutigen Donnerstag (24. Juli) bereits um 8:00 Uhr für die 10.000-Meter-Läufer der Altersklasse M70. Dort hat Klemens Wittig (*1937, LC Rapid Dortmund) gute Chancen, den Titel zu erringen.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 23.07.08)


Fall Javornik (W42) wandert vor das Internationale Sport-Schiedsgericht CAS

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat den Fall der des Dopings überführten, aber vom nationalen Verband freigesprochenen Slowenin Helena Javornik (*1966, Betnava Maribor) wie erwartet an das Internationale Sport-Schiedsgericht (CAS) in Lausanne abgetreten. Ein Start der 42-jährigen Langstreckenläuferin bei den am 8. August startenden Olympischen Spielen in Peking ist damit ungewiss, da sie vorerst eine provisorischer Sperre auf sich nehmen muss.
"Ich werde mein Training weiter fortsetzen, weil ich denke, dass zu meinen Gunsten entschieden wird", meinte Javornik gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur STA. Sie beteuerte ein weiteres Mal ihre Unschuld. Javornik war am 9. März bei einem Halbmarathon in Wien wie die Österreicherin Susanne Pumper zu einer vom Veranstalter LCC Wien angeforderten Dopingkontrolle gebeten worden. Bei beiden Läuferinnen fielen sowohl A- als auch B-Probe positiv auf EPO aus. Sloweniens Verband hatte die Ex-Crosslauf-Europameisterin am 19. Juni jedoch freigesprochen. (aus sportporal.at, 22.07.08)


Österreich: IAAF erkennt Gradwohls Rekord trotz "kurzer Unterstützung" doch an

Das kuriose Hin und Her um den fraglichen neuen österreichischen Marathonrekord von Eva Maria Gradwohl (*1973, SV ADA Happy Lauf Anger) ist zu Ende. Der Weltverband IAAF hat in einem Schreiben an den Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) vom Montag die Leistung anerkannt, nachdem er sie am 26. Mai zunächst als inakzeptabel bezeichnet hatte. Zwar wurde, wie auch vom ÖLV festgehalten, eine unerlaubte Unterstützung durch einen wieder ins Rennen eingestiegenen Tempomacher festgestellt. Im Einklang mit der Wettkampfregel 144 war die am 13. April in Linz erzielte Marke dennoch als Rekord anzuerkennen. Die Entscheidung beruht dabei auf einer vollständigen Anwendung der Wettkampfregel 144.2 (c).
Es sei bekannt, teilte der ÖLV mit, dass beim fraglichen Rennen ein Tempomacher einmal für 300 Meter wieder eingestiegen ist. Da sich dieser Vorfall nicht wiederholt habe und keine Verwarnung ausgesprochen worden sei bzw. aufgrund der Kürze der Unterstützung dies auch nicht möglich gewesen wäre, stehe die Anerkennung der Leistung im Einklang mit der Bestimmung. Eva Maria Gradwohl wurde aufgrund der in Linz gelaufenen Zeit in dieser Woche auch für die Olympischen Spiele in Peking nominiert. (aus www.leichtathletik.de, 22.07.08)


Olympia: Friedek erhält wohl keine Nominierung vom DOSB

Charles Friedek (*1971, Team Referenznetzwerk Leverkusen) fährt voraussichtlich nicht zu Olympia. Der Traum des ehemaligen Dreisprung-Weltmeisters Charles Friedek von seiner vierten Teilnahme an Olympischen Sommerspielen scheint geplatzt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will den 36-Jährigen nach sid-Informationen nicht für Peking nominieren. Rechtliche Schritte, die sein Verein, das Team Referenznetzwerk Leverkusen, eingeleitet hatte, schlugen am Dienstag fehl. "Das Landgericht Frankfurt hat eine Einstweilige Verfügung gegen die Nicht-Nominierung abgelehnt", sagte der Vereinsvorsitzende Dr. Manuel Grahmann dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Friedek hatte am Samstag per Einstweiliger Verfügung vor dem Deutschen Sportschiedsgericht in Köln erwirkt, dass er vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nachträglich noch für Peking vorgeschlagen worden ist. Doch der DOSB, der seine Entscheidung erst am Mittwoch bekannt geben will, nahm die Nominierung offenbar nicht vor. Das Schiedsgerichtsurteil war für ihn ohnehin nicht bindend. "Charles ist jetzt fix und fertig. Er geht gerade durch die Hölle", sagte Grahmann. Friedek und sein Verein waren vom Heidelberger Rechtsanwalt Michael Lehner vertreten worden.
(focus-online, 22.07.08)


Fritz Steinmetz ist tot

Fritz Steinmetz, langjähriger Geschäftsführer des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), ist in der Nacht zum Montag im Alter von 91 Jahren in Kassel gestorben. Der gebürtige Berliner war von 1932 bis 1941 als Mittelstreckler aktiv. Ob als Kampfrichter, Fachjournalist, Sprecher, Vorstandsmitglied des Hessischen Leichtathletik-Verbands (HLV) oder als DLV-Geschäftsführer (1965 bis 1980) – Leichtathletik war seine große Leidenschaft. Von unschätzbarem Wert waren seine zahlreichen Statistik-Veröffentlichungen. Darüber hinaus hat das Ehren-Vorstandsmitglied des Hessischen Leichtathletik-Verbandes viele Standardwerke zur Geschichte der deutschen Leichtathletik herausgegeben.
„Mister Leichtathletik“, wie er von den Medien oft bezeichnet wurde, erhielt vom DLV alle Ehrungen. Zuletzt bekam er 1991 die höchste Auszeichnung, den DLV-Ehrenring. Außerdem war Fritz Steinmetz Träger des Bundesverdienstkreuzes.
(www.leichtathletik.de, 21.07.08)


DIS: DLV muss Charles Friedek für Olympia vorschlagen

Nach einer am späten Samstagabend getroffenen Entscheidung des Deutschen Sportschiedsgerichtes (DIS) in Köln muss der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Dreispringer Charles Friedek (*1971, Team Referenznetzwerk Leverkusen) zur Nominierung für die Olympischen Spiele in Peking (China) beim DOSB vorschlagen. Der frühere Dreisprung-Weltmeister hatte vor dem Schiedsgericht eine einstweilige Verfügung beantragt, die antragsgemäß erging. Friedek hatte die doppelt geforderte Olympia-B-Norm von 17,00m beim Wettkampf am 25. Juni im niederrheinischen Wesel mit Sprüngen auf 17,04 und 17,00 zweimal erreicht. Der DLV pochte aber auf Erfüllung bei zwei Veranstaltungen, was aus seinen Nominierungsrichtlinien jedoch nicht eindeutig hervorging, wohl aber im Regelwerk so verankert ist.
Schiedsrichter Dr. Marius Breucker, im Hauptberuf Rechtsanwalt in Stuttgart, begründete seine Entscheidung, die im Wege des einstweiligen Rechtsschutzverfahrens erging, damit, dass die Nominierungskriterien des DLV nicht eindeutig seien. "Die Begründung des Schiedsrichters ist für mich nicht nachvollziehbar. Die einzelnen Versuche in einem Wettkampf werden praktisch wie selbstständige Wettkämpfe behandelt. Dies entspricht nicht unserem Regelwerk, wonach nur der beste Versuch gewertet wird. Würden die einzelnen Versuche eine selbstständige Bedeutung haben, könnte bei einem Wettkampf theoretisch ein Athlet die Plätze eins bis sechs selbst belegen. Wir werden Charles Friedek dem DOSB vorschlagen, der jetzt die Entscheidung über die Nominierung treffen muss", sagte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, von Beruf bayerischer Richter.
Laut Prokop entschloss sich der DLV ohne Rücksprache mit dem DOSB bereits dazu, der einstweiligen Verfügung ein Verfahren in der Hauptsache. Dieses Urteil, so Prokops Erwartung, werde hinsichtlich der letztmöglichen DOSB-Entscheidung über die Nomnierung wohl zu spät kommen. Bis Mittwoch, 23. Juli muss der DOSB Nachzügler beim Internationalen Olympischen Komitee melden. Theoretisch könnte der DOSB die Nominierung später widerrufen.
Für Manuel Grahmann, Vorsitzender von Friedeks Verein "Team Referenzenetzwerk Leverkusen",kann Friedek am Montag darauf hoffen , für seine vierten Sommerspiele nominiert zu werden. "Der Richter hat klar festgestellt, dass Charles eindeutig die Nominierungskriterien erfüllt hat.", sagt Grahmann, dem zufolge zuvor eine außergerichtliche Lösung mit dem DLV nicht zustande gekommen war. Laut Grahmann stand früher explizit in den Nominierungsrichtlinien, man müsse die Norm bei zwei Wettkämpfen erfüllen. "Das hat der DLV rausgenommen, weil er beispielsweise Sprintern ermöglichen wollte, im Vor- und Endlauf die Zeit zu bringen."
(Quellen: focus, DLV, 20.07.08)


Luzern: Peter Esenwein wirft fast 79m - Friedek 17,09m mit zu viel Wind

Zwei deutsche Seniorenathleten zeigten am Mittwochabend (16.07.) beim Sportfest «Spitzenleichtathletik Luzern» sehr gute Leistungen. Speerwerfer Peter Esenwein (*1967, LAZ Salamander Kornwestheim) warf 78,97m, und Dreispringer Charles Friedek (*1971, Team Referenznetzwerk Leverkusen) kam im letzten Versuch auf 17,09m -allerdings bei unzulässigem Rückenwind von 2,3m/s und nach den Nominierungskriterien tatsächlich "einen Tag zu spät...".
Bei den Frauen sprintete Chandra Sturrup (*1971, Bahamas) die 100m in 11,06sec (W:+1,9) - ihre schnellste Zeit seit drei Jahren. Über 3000m Hindernis lief die Irin Una English (*1970) 9:51,54min und ihre Landsfrau Stephanie Reilly 10:20,60min. Lokalmatadorin Mägy Duss (*1958, LCC Luzern) warf den Hammer auf exzellente 46,42m.
Im Fokus der Medien stand in Luzern auch der unterschenkelamputierte Südafrikaner Oscar Pistorius, der auf Hightech-Karbonprothesen sprintet und dem gegen den Widerstand der IAAF der internationale Sportgerichtshof CAS das Teilnahmerecht an den Sportfesten der Nichtbehinderten und auch bei Olympia zusprach. Aber obwohl er 46,25sec schnell die Stadionrunde lief, fehlten ihm am Ende 7 Zehntel für das geforderte Limit. "Ich bin so aufgeregt und so glücklich. Das hat richtig Spaß gemacht", strahlte der Südafrikaner trotzdem nach dem Lauf, obwohl er längst wusste: Für das Olympia-Ticket Richtung Peking war die Zeit nicht gut genug.
Alle Resultate aus Luzern (also aus der Heimat unseres Schweizer Korrespondenten Josef Signa :-) )...
(20.07.08)


Athen: Steffi Nerius (W35) Vierte

Beim "Tsiklitiria 2008", dem Stelldichein der Speerwurf-Weltelite in Athen, hat am vergangenen Sonntag Europameisterin Steffi Nerius (*1972, TSV Bayer Leverkusen)den vierten Platz belegt. Mit 61,66 Metern musste sich Nerius der Tschechin Barbora Spotakova (63,70 m), Weltrekordlerin Osleydis Menéndez (Kuba / 63,63 m) und Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg / 63,32 m) geschlagen geben. „Die Ergebnisse waren insgesamt nicht so sensationell“, stellte Europameisterin Nerius fest und führte aus: „Es war auch nicht so mein Wettkampf. Mit meiner Achillessehne hatte ich aber mehr Probleme als mit den Bedingungen.“ Auf den letzten Versuch verzichtete die Leverkusenerin. (Quelle KStA, 20.07.08)


Internationale Österreichische Meisterschaften: Starke Werfer
Überzeugende Marianne Maier (W65) und Georg Werthner (M50)

Bei den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften 2008 am vergangenen Wochenende (12./13.07.) in Feldkirchen an der Donau überzeugten vor allem die Werfer und einmal mehr Österreichs Vorzeigemasters - Marianne Meier (W65) und Georg Werthner (M50). Marianne Maier startete gleich in sechs Disziplinen. Beeindruckend die 15,04sec (W:-0,5) über 100m, 26,00m mit dem Diskus, 1,26m im Hochsprung (der W50), 11,67m im Kugelstoßwettbewerb und 4,03m im Weitsprung (W:+0,3). W40-Hammerwerferin Claudia Schmid (*1964, ATSV Innsbruck) kratzte mit ihrer Siegesweite von 39,76m an der 40-Meter-Marke. In der W45 absolvierte Mehrkampfass Zsuzsanna Petö (*1961, LAC Innsbruck-Tirol) ein Mammutprogramm mit sieben Starts an zwei Tagen. Besonders zu erwähnen ist ihre Speerwurfweite von 32,02m. Werferin Gabriela Ehn (*1958, KSV Wr. E-Werke Sekt. LA) zeigte in ihrer neuen Altersklasse mit 29,74m im Diskuswurf und 40,43m mit dem Hammer gute Leistungen. Die Ungarin Magdolna Benes (*1954, Vedac) erreicht mit 36,14m Rang 2. Ihre Landsfrau Maria Gosztolai (*1947, Vedac) stieß die Kugel auf 10,07m und warf den Diskus auf 26,59m.
Bei den Männern gefiel über 400m der M40 Wolfgang Göschl (*1964, Post SV Graz) mit 52,37sec und in derselben Altersklasse Günther Gasper (*1966, LAC Klagenfurt), der im Hochsprung 1,90m übersprang. Das Kunststück, gleich mit nur zwei gültigen Versuchen zwei mal genau 48,00m mit dem hammerwurf zu erreichen, schaffte Klaus Moser (*1968, LCA Umdasch Amstetten) -sofern die Ergebnisliste zutrifft. In der M45 drückte Rainer Schrammel (*1960, ATSV Linz LA) den Sprintwettbewerden seinen Stempel auf: 11,84sec (W:-1,7) über 100m und 23,90sec (W:+1,8) über 200m; auch seine 6,10m im weitüsrung (W:+0,8) können sich sehen lassen. Hochspringer Walter Kiem (*1961, SU KÄRCHER Leibnitz) gewann unangefochten mit 1,79m und direkt im Anschluss den Stabhochsprunwettbewerb mit 4,00m. Im Speerwurf lag der Ungar Georg Kantor (*1960, SZAC) mit 52,80m vorn. In der M50 gewann Seniorenweltmeister Georg Werthner (*1956, Zehnkampf UNION) den Hochsprung mit 1,64m, den Stabhochsprung mit 3,50m, den Weitsprung mit 5,50m und den Speerwurf mit exzellentn 50,18m . Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*1958, Cricket) kam auf 55,20m.
In der Altersklasse M60 ging Ludwig Niestelberger (* 1948, SVS-Leichtathletik) in schnellen 27:08,99min über 5000m Bahngehen zum Meistertitel. 52,55m war die Siegesweite von Hammerwerfer Heimo Viertbauer (*1948, USLA Salzburg). Ähnlich klar war auch der Erfolg von Hermann Strieder (*1941, TV Spittal 1872) in seiner Altersklasse. Er benötigte für die 5000m Bahngehen nur 28:15,45min. In der M70 trumpfte Karl Nothdurfter (*1938, LSG-Vorarlberg) in 5:39,89min über 1500m auf.
Nur zwei deutsche Starter waren bei diesen österreichischen Seniorenmeisterschaften dabei, die am selben Wochenende wie die DM II in Schweinfurt stattfanden. Lorenz Hofmann (*1956 TSV Albertshofen, M50) stieß die Kugel auf 11,18m und warf den Diskus auf 32,85m; das war jeweils Rang 4. Rasenkraftsportler Maximilian Etschmann (*1936, TSV Trauchgau) war erfolgreicher. Denn er gewann mit 39,00m im Hammerwurf und wurde in der Diskuskonkurrenz seiner Altersklasse M70 Zweiter mit 27,90m. Im Übrigen traten in Feldkrichen eine ganze Anzahl ambitionierter Seniorensportler aus dem Ausland an, vor allem aus Ungarn, Kroatien und Slowenien. Sogar ein Israeli war an die Donau gereist. Alle Resultate
(20.07.08)


Abendsportfeste in Minden und Oldenburg: Gute 5000m-Zeiten

Gute 5000m-Zeiten gab es am vergangenen Mittwoch (16.07.) bei zwei Abendsportfesten In Minden und Oldenburg. Elfie Hüther (*1954, VfB Salzkotten) unterstrich beim 2. Abendsportfest 2008 des TuS Eintracht Minden mit ihrer schnellsten 5000m-Zeit seit zwei Jahren ihre derzeit gute Form. In 19:20,18 min profitierte sie von ihrem Zweikampf mit der 15 Jahre jüngeren W35-Siegerin Ina Tünnermann (*1969, SV Brackwede, 19:18,70 min). Karl Krahn (*1937, SV Brackwede) lief seine 5000m in 21:48,60 min. Manfred Meier (*1943, LG Wennigsen/Egestorf) warf in Minden den Hammer auf exakt 50,00m.
Ebenfalls am Mittwoch kam beim 2. Oldenburger Abendsportfest Reinhard Roloff (*1946, TSG Nordholz) über 5000m auf 18:10,40min. Diskuswerfer Jens Arkenau (*1964, TuS Huchting Bremen) erreichte 40,58m mit der 2-kg-Scheibe. Im renovierungsbedürftigen Stadion am Marschweg sprintete Brigitta Fieger (*1964, Heidmühler FC) die 100m in 13,28sec (W:+0,2).
(20.07.08)


Slowenien II: Merlene Ottey (W45) läuft 11,61sec -

11,61sec (W:+2,0) über 100m bei den slowenischen Leichtathletikmeisterschaften am Samstag in Maribor bedeuten das Aus für die Pläne der Wahlslowenin Merlene Ottey (*1960), bei den Olympischen Spielen in Peking als Athletin dabei zu sein. Ottey lief 9 Hundertstel langsamer als die Siegerin des Finals und kam auf Rang zwei. Hätte die 48-Jährige die Norm für Peking (A-Norm = 11.32 sec. B-Norm = 11.42 sec) geschafft, wären es ihre 8. Olympischen Spiele gewesen.
Aber auch ohne dieses Ziel erreicht zu haben, kann Ottey mit ihrer Leistung sehr zufrieden sein. Denn 11,61sec sind die schnellste jemals von einer 48-Jährigen erreichte Zeit über 100m. Merlene Ottey kann sich jetzt also ganz auf die Senioren-EM in Ljubljana konzentrieren, wo sie in der Altersklasse W45 über 100m und 200m gemeldet, und hohe Favoritin ist, wenn sie denn startet.
(20.07.08)
Zusatz: "Ich lese da auf Euerer website, dass Merlene Ottey für Ljubljana über 100 und 200 gemeldet sei. mitnichten und auch mitneffen ist es so. zwar hatte man uns schon in Aarhus, 2004 war's, vorgegaukelt, dass sie starten werde ("I will be with you", so wurde sie zitiert). eine metikulöse durchforstung der startliste ergab keine Merlene Ottey." pino pilotto (21.07.08)


Slowenien I: "Positive" Javornik (W40) startet bei Landesmeisterschaften über 5000m

Mehr als ein Schönheitsfehler der slowenischen Leichtathletikmeisterschaften an diesem Wochenende: Die im März in Wien (Österreich) positiv auf EPO getestete Slowenin Helena Javornik (*1966) siegte in 17:12,15min über 5000m. Sie hatte in ihrem Lauf nur eine Konkurrentin und startete bei den Meisterschaften auch nicht für ihren Verein LLC Wien sondern für Betnava Maribor.
Die slowenische Langstreckenläuferin war nach dem positiven Test vom Leichtathletik-Weltverband (IAAF) wegen positiver Dopingtests vorläufig suspendiert worden. Der slowenische Leichtathletikverband hatte die Läuferin anschließend wegen Zweifeln an den EPO-Tests freigesprochen, obwohl die Untersuchungen im österreichischen Labor Seibersdorf den WADA-Standards entsprachen. Als Javornik dann vor zwei Wochen nach diesem zweifelhaften Freispruch beim Faakerseelauf startete (und diesen gewann), kamen die österreichischen Spitzenläufer Roman Weger, Markus Hohenwarter und Erich Kokaly aus Protest gegen die Teilnahme Javorniks nicht an den Start. "Javornik hat wie Susanne Pumper eine positive A- und B-Probe und darf trotzdem starten - dagegen wollten wir protestieren. Wir wollten damit ein Zeichen setzen, dass wir nicht zusammen mit gedopten Leichtathleten starten", sagte anschließend der 33-jährige Roman Weger, gegenwärtig wohl Österreichs bester Marathonläufer. 25 HobbyläuferInnen protestierten auf eine andere Weise: Sie nahmen ohne Startnummer und ohne Chip teil (mehr... und noch mehr).
Der österreichische Leichtathletikverband begrüßte die Haltung seiner Läufer und forderte die IAAF auf, Entscheidungen zu treffen. Auch der Chef des Wien-Marathons Wolfgang Konrad gratulierte den österreichischen Läufern zu ihrer Entscheidung und verurteilte das Verhalten des slowenischen Verbandes. Auch aus Kreisen, die dem Präsidium des europäischen Seniorenleichtathletikverbandes EVAA nahestehen, wurde Unverständnis gegenüber dem Verhalten des gastgebenden Verbandes der unmittelbar bevorstehenden Masters-EM in Ljubljana geäußert. Allgemein war im Übrigen mit einem konsequenten Einschreiten der IAAF bis zu den slowenischen Meisterschaften gerechnet worden. Bereits im Jahr 2006 wurde Javornik nach einer positiven A-Probe freigesprochen. Jetzt hatte sie sich bereits für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Für die Senioren-EM ist Helena Javornik übrigens nicht gemeldet.
(20.07.08)


Antidoping: EVAA testet in Ljubljana auf EPO

Bei den bevor stehenden 16. Senioren-Europameisterschaften der Leichtathleten verschärft der Europäische Leichtathletikverband (EVAA) weiter die Dopingkontrollen. Das EVAA-Council bestätigte jetzt, dass in Ljubljana erstmals in der Geschichte des Verbandes sowohl "normale Dopingtests" als auch Antidoping-Tests auf EPO durchgeführt werden. Dabei soll dem Vernehmen nach die Zahl der Dopingkontrollen unter den rund 3700 Athletinnen und Athleten deutlich über denen früherer EVAA-Meisterschaften und um ein Vielfaches über denen bei deutschen Seniorenmeisterschaften liegen.
Möglich ist diese neue Qualität von Dopingkontrollen aufgrund einer Vereinbarung der EVAA und der lokalen Organisatioren mit der Universität Ljubljana. Im Zusammenwirken mit der slowenischen Anti-Doping Organisation (NADO) wird ein Team von Dopingkontrolleuren der Hochschule für die Tests verantwortlich sein. Offenbar werden die Athleten in Ljubljana auch auf EPO-Präparate der jüngsten Generation getestet. Bisher konnten sich die Betrüger sicher fühlen, die mit den neuen Epo-Präparaten ("EPO-CERA") dopten.
Damit drängen sich auch Parallelen zur Tour de France auf. Doping-Experten hatten im Vorfeld der diesjährigen Tour geunkt, die Dopingfahnder würden den betrügerischen Profis "zwei Jahre" hinterherhinken; inzwischen sieht die Realität offenbar vollkommen anders aus. Beleg ist der Fall des italienischen Radrennfahrers Ricardo Ricco, dem in der A-Probe die Einnahme des Epo-Präparates der neuesten Generation Micera nachgewiesen wurde, und auch der seines offenbar ebenfalls gedopten Teamkollegen Leonardo Piepoli. Offenbar hatten beide nicht an die Nachweisbarkeit von EPO-CERA geglaubt. Das brandneue Produkt aus der dritten Generation der Epo-Stoffe war erst im vergangenen Sommer auf den Markt gekommen. Vielfach war angenommen worden, CERA ("Continuous Erythropoiesis Receptor Activator") werde durch die Nieren soweit neutralisiert, dass es nicht mehr auffindbar sei. Durch die längere Wirkungsdauer von bis zu 130 Stunden könne man daneben auch das Problem der Blutwerte umgehen. All das hat sich mit dem funktionierenden Nachweis erledigt – gute Nachrichten für saubere Athleten.
Micera war vom Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche entwickelt und in Europa als Medikament zugelassen worden - für eine Therapie gegen Blutarmut, die häufig im Zusammenhang mit Krebs- und Nierenerkrankungen auftritt. Der Vorteil für Patienten, die an Anämie leiden: Das Mittel hat eine längere Wirkungsdauer, weil es die Produktion roter Blutzellen länger stimuliert. Dadurch müssen Kranke sich nicht so oft eine Spritze in das Unterhautfettgewebe setzen. Ein Vorteil, der offenbar auch von den dopenden Sportlern geschätzt wird. Der Pharmakonzern teilte im vergangenen Jahr mit, das Mittel stabilisiere den Hämoglobinspiegel "nachweislich mit nur 12 Injektionen pro Jahr".
Die längere Wirkungsdauer hängt mit der längeren Halbwertszeit der in dem Mittel befindlichen Proteine zusammen. Damit aber ist das neue EPO-Mittel auch länger nachweisbar und wird mit den Testmethoden des französischen Anti-Dopinglabors Chatenay-Malabry auch entdeckt. Geholfen hat dabei auch, dass das Unternehmen seit 2004 mit der Welt-Antidoping-Agentur WADA zusammenarbeitet, um entsprechende Nachweisverfahren zu entwickeln. Die neuen Analyseverfahren sollen auch bei den Dopingtests anlässlich der Senioren-EM in der slowenischen Hauptstadt durch die Universitätswissenschaftler verwendet werden. (Quellen: EVAA,stern, ARD, 20.07.08)


Slowenien: Mit 48 Jahren will Merlene Ottey zu Olympia

Im Alter von 48 Jahren strebt Jamaikas früherer Leichtathletik-Star Merlene Ottey (*1960) die achten Olympischen Spiele seit Moskau 1980 an. Die seit 2002 für Slowenien startetende Sprinterin will sich bei den von Samstag bis Dienstag in Maribor stattfindenden nationalen Meisterschaften für Peking qualifizieren. Dabei muss sie die Olympianorm vor dem Meldeschluss am 23.07. laufen: (A-Norm = 11.32 sec. B-Norm = 11.42 sec). Falls sie dies schafft, sind ihre Chancen auf eine neunte Olympiamedaille 28 Jahre nach dem 200-m-Bronze von Moskau allerdings gleich Null.
Merlene Ottey war in ihrer Karriere nie Olympiasiegerin, gewann aber dreimal Silber (1996 über 100/200 m und 2000 über 4x100 m) sowie fünfmal Bronze. Bei Weltmeisterschaften siegte sie 1991 über 4x100 m sowie 1993 in Stuttgart und 1995 in Göteborg über 200 m. Nach Freispruch in einem Dopingverfahren 2000 und Erhalt der neuen Staatsbürgerschaft 2002 startete die Karibik-Schönheit 2004 bei Olympia in Athen für Slowenien und verpasste mit 44 Jahren als Halbfinal-Fünfte nur knapp den 100-m-Endlauf, ähnlich durch eine Verletzung über 200 m.
2006 stand sie im EM-Halbfinale über 100 m, bei der WM 2007 schied sie im 100-m-Vorlauf aus. 2005 erzielte Merlene Ottey in 11,45 Sekunden den aktuellen Masters-Weltrekord für 45-Jährige. In diesem Jahr stehen erst 11,80sec (W:-0,9)zu Buche, die sie Anfang des Monats beim KRKA 2008 Sportfest im slowenischen Novo Mesto (Bildergalerie) lief .
Bei diesem internationalen Sportfest gab es übrigens auch bemerkenswerte Wurfresultate zweier slowenischer Mastersathleten. Im Diskuswurf erreichte Igor Primc (*1966, SLO) 53,80m und sein Landsmann Dragan Mustapic (*1962) gute 51,39m, der dann als Kugelstoßer (7,26kg) mit 15,12m glänzte.
(Quelle rp-online, 20.07.08)


Olympia: Oscar Pistorius - Dabeisein ist nicht alles
Anke Myrrhe gratuliert im Tagesspiegel zu einem (fast) gelungenen Kampf

Am Ende bleibt alles beim Alten. Oscar Pistorius wird zu den Paralympics fahren, nicht aber zu den Olympischen Spielen der nicht-behinderten Sportler. Denn er wurde vom südafrikanischen Verband auch nicht für die Staffel nominiert. So endete ein monatelanger Kampf um die Startberechtigung des unterschenkelamputierten Sportlers. Dennoch ... (Fortsetzung hier) (Tagesspiegel, 19.07.08)


Zugspitzdrama: Hunderte geben toten Läufern letztes Geleit

Unter großer Anteilnahme ist der Wittener Läufer Uwe Moldenhauer (41), der bei seinem Lauf zur Zugspitze am 13. Juli durch Unterkühlung zu Tode gekommen war, am Samstag im Stadtteil Stockum beigesetzt. worden Mehrere hundert Trauernde – Angehörige, Sportkameraden, Freunde und Arbeitskollegen – gaben dem 41-jährigen Ingenieur das letzte Geleit.
Bereits am Freitag war in Ellwangen das zweite Todesopfer des Extremberglaufs auf die Zugspitze, der Lehrer Hans Pöschl unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Ellwanger Friedhof St. Wolfgang beigesetzt worden. Unter den Trauergästen waren sehr viele seiner Schüler. Dekan Anton Esswein hoh in seiner Predigt den freundlichen und strebsamen Charakter Pöschls ebenso hervor wie anschließend der Schulleiter des Ellwanger Hariolf-Gymnasiums, Rainer Matzner, der sich in einer Traueransprache auch im Namen der Schüler und des Lehrerkollegiums von Pöschl verabschiedete. Pöschl sei ein Freund der Schüler gewesen, der sie mit Freundlichkeit, aber auch Bestimmtheit für sich gewonnen und ihr Vertrauen genossen habe. Robert Hauber schließlich sprach namens der Sportkameraden Pöschls einen ehrenden Nachruf und betonte das vielseitige Engagement des 45-Jährigen. Ein großer Trauerzug folgte anschließend dem Sarg zu Hans Pöschls letzter Ruhestätte.

Hinweis: In ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht die Wochenzeitung "DIE ZEIT" einen eindrucksvollen Bericht über den diesjährigen Extremberglauf auf die Zugspitze: "Hoch um jeden Preis".

Quellen: Schwäbische Zeitung, Der Westen.de, 19.07.08)


Köngen: Florian Gamper (M35) mit deutschem Rekord über 200m

Gute Leichtathletik sahen die Zuschauer bei der gelungenen sechsten Auflage des Leichtathletik-Sportfests am Mittwochabend in der Fuchsgrube im schwäbischen Köngen Eine gute Mischung aus lokalen Nachwuchshoffnungen, regionalen Leichtathletikgrößen und Athleten der nationalen Spitzenklasse war einmal mehr das Geheimnis dieses Flutlicht-Abendsportfestes. Auch 2008 machten dem veranstaltenden TSV Köngen auch wieder klangvolle Mastersathleten ihre Aufwartung.
Mastershöhepunkt war der Erfolg von Florian Gamper (*1972, LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) bei den Männern, wo er mit neuer deutscher M35-Bestleistung über die 200 m in 21,47 Sekunden siegte. Zuvor hatte er schon über 100m in 10,86sec (W:+1,6) seine gute Form bewiesen; Reinhard Michelchen, (*1953, VfL Sindelfingen) kam im anderen 100m-Zeitlauf auf 12,01 sec (W:+0,8). Über die 110 m Hürden unterstrich Adam-Maria Domicz (*1966, SCL Baden-Baden) in 15,79sec (W:+0,9) seine deutsche Spitzenstellung.
Die 50 Euro Prämie, die für jeden Stadionrekord ausgelobt waren, sicherte sich über 3000 m souverän Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) in 10:29,88 Minuten mit über einer Minute Vorsprung vor der Zweitplatzierten. Bei den Männern kam M70-er Gerhard Schlierer (*1938, MTV Stuttgart) über dieselbe Strecke auf 12:26,68 min, und Günther Lippold (*1953, TV Nellingen) lief 10:28,28min. Drittschnellster Mann über 3000m war Thomas Bauer (*1962, SVO Leichtathletik Germaringen) in 9:21,00 min. Kugelstoßer Andreas Deuschle (*1968, LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) stieß 15,73m weit.
Bei den Frauen lief Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz) die 100m im Vorlauf 13,08 sec (W:+1,8) und die doppelte Distanz bei Windstille in 26,91sec. Diskuswerferin Petra Engel (*1973, SG Schorndorf 1846) kam auf 39,98m. Alle resultate aus Köngen hier...
(19.07.08)


Olympia: Charles Friedek will einstweilige Verfügung gegen DLV

Vor dem deutschen Sportschiedsgericht will noch an diesem Wochenende Dreispringer Charles Friedek (*1971, Team Referenznetzwerk Leverkusen) seine Olympia-Teilnahme erstreiten. Der Ex-Weltmeister strebt eine Einstweilige Verfügung an, die ihm eine vorläufige Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) einbringen soll. Der Ex-Weltmeister will mit aller Macht vom 8. bis 24. August in Peking dabei sein. Das bestätigte DLV-Präsident Clemens Prokop dem Sport-Informations-Dienst (sid). Friedeks Nominierung müsste bis Sonntagabend beim DOSB eingereicht sein, weil das nationale Komitee bis Montag die letzten deutschen Nachzügler namentlich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) melden muss.
Worum geht's eigentlich? Friedek verweist darauf, dass er die doppelt geforderte Olympia-B-Norm von 17,00 m beim Wettkampf am 25. Juni im niederrheinischen Wesel mit Sprüngen auf 17,04 und 17,00 zweimal in einem Wettkampf erfüllte. Gestritten wird nun darum, ob die Weiten innerhalb zweier Wettkämpfe erbracht werden müssen. Friedeks Verein Team Referenznetzwerk Leverkusen pocht darauf, dass dies nicht eindeutig auf des Richtlinien hervorgehen würden.
Die vom 36-Jährigen am Mittwoch dieser Woche in Luzern gesprungenen 17,09 Meter kamen einen Tag nach Fristablauf und bei zu starkem Rückenwind (2,3 m/s) zustande, können somit nicht herangezogen werden. Friedek findet nach längerer Durststrecke erst seit kurzem wieder zu alter Form zurück. Letztmals hatte er im Juni 2005 beim Europacupsieg in Florenz (17,20) die 17-Meter-Marke geknackt. Peking wäre für ihn die vierte Olympia-Teilnahme.
Der Dreispringer klagt nicht als einziger deutscher Athlet. Auch die Frankfurter Schwimmerin Vipa Bernhardt hofft, auf gerichtlichem Weg das Peking-Ticket erzwingen zu können. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) schlug sie auf Grund einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Kassel bereits dem DOSB zur Nachnominierung vor, für sie müsste die Athen-Olympiadritte Anne Poleska weichen. Friedek würde keinen anderen Springer verdrängen.
(aus kicker.de, 19.07.08)


Zugspitz-Drama: Staatsanwalt ermittelt gegen Veranstalter

Nach dem Tod von zwei Sportlern beim Extremberglauf zur Zugspitze hat die Staatsanwaltschaft jetzt strafrechtliche Ermittlungen gegen den Veranstalter eingeleitet. Trotz schlechten Wetters hatte er den Lauf gestartet. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Sechs Läufer waren nach dem Rennen am Sonntag unterkühlt und völlig erschöpft im Krankenhaus behandelt worden. Der 41-Jährige Uwe Moldenhauer aus Witten in Nordrhein-Westfalen und der 45 Jahre alte Hans Pöschl aus Ellwangen in Baden-Württemberg brachen im Schnee rund 150 bis 250 Höhenmeter unter dem Gipfel des 2962 Meter hohen Berges zusammen. Sie starben trotz Wiederbelebungsversuchen. Viele der 600 Läufer waren nur leicht bekleidet in kurzen Hosen und mit T-Shirt unterwegs.
Es habe sich nicht um einen unvorhersehbaren Wettersturz gehandelt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft München II Rüdiger Hödl. „Das Wetter war vorhersehbar, die Ausrüstung war nicht entsprechend.“ Peter Kinniger, Geschäftsführer des Veranstalters getgoing GmbH, war am Freitag für eine öffentliche Stellungnahme nicht erreichbar. Er hatte es schon an den Tagen zuvor abgelehnt, sich zu äußern. Die Staatsanwaltschaft (!) habe ihm davon abgeraten.
Fahrlässige Körperverletzung wird mit Geldstrafe und im Höchstmaß mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren Haft geahndet, die allerdings fast nie verhängt wird. Noch sei auch nicht klar, ob es überhaupt zu einer Anklage kommen werde, betonte Rüdiger Hödl. „Wir haben einen Anfangsverdacht, wir sind in den Ermittlungen – es ist noch keine Rede davon, dass Anklage erhoben wird."
Auf der Internetseite der getgoing GmbH findet sich inzwischen ein Bericht des erfahrenen Bergläufers Anton Lautner (*1960, TSV Neuburg) über den Zugspitz-Extremberglauf vom 13. Juli. Er schreibt: "Es gibt jetzt viele Fragen zu beantworten. Mir ist aufgefallen, dass doch verhältnismäßig viele Sportler zu leicht angezogen waren. Kurze Hose, kurzes Shirt in Anbetracht der Wettervorhersage ist riskant. Auch sind Läufer an den Start gegangen, die keine oder nur wenig Berglauferfahrung hatten." Der Sportler sagte aber auch, dass jeder Läufer für sich selbst die Entscheidung treffen muss, "sich so einer extremen Belastung zu stellen". Von der getgoing GmbH mit dem Zusatz "Mutmaßung" versehen ist dabei die Aussage, dass diesmal möglicherweise Proteste im Vorjahr dazu geführt hätten, den Lauf nicht früher abzubrechen.
Die Forderung von Bergsteiger Reinhold Messner zur Abschaffung derartiger Läufe auf hohe Berge stieß in der Szene auf Unverständnis. Von Leichtathletik habe Messner keine Ahnung, kommentierte brüsk der Vorsitzende des Laufclubs Mittenwald, Kurt König, dem „Münchner Merkur“ am Freitag. Auch Bert Clemens von der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen wies laut „Merkur“ die Vorwürfe Messners zurück. Clemens störe besonders, dass Messner selbst bei seiner Mount-Everest-Besteigung ohne Sauerstoff ein viel höheres Risiko eingegangen sei, schreibt die Zeitung. Messner hatte in „stern.de“ über die Läufer gesagt: „Diese Leute sind wie die Lemminge in eine Dummheit gelaufen. Die Verantwortung liegt bei beiden, Organisatoren und Teilnehmern. Bergsteigen hat nichts mit Wettlaufen zu tun.“
(Quellen: DDP/DPA/AP/AFP/, welt.de, 19.07.08)


Doping: Niederländischer Weltklasseläufer Vroemen (M39) positiv getestet:

Nachdem jetzt auch die B-Probe des niederländischen Hindernis-Läufers Simon Vroemen positiv ausfiel, muss der 39-jährige mit einer zweijährigen Dopingsperre rechnen. Bereits im vergangenen Monat war Vroemen positiv auf das Steroidhormon Metandienon getestet worden. Vroemen war bei der Öffnung der B-Probe anwesend. Unabhängig vom Ausgang der B-Probe hatte Vroemen bereits nach dem Bekanntwerden des A-Proben-Ergebnisses verlautbaren lassen, kein Interesse an einem Start bei den Olympischen Spielen in Peking zu haben.
Der Niederländer hatte sich am 11. Juni 2008 in Cottbus mit der Weltklassezeit von 8:12,50 Minuten über 3000m Hindernis für die Sommerspiele qualifiziert. Die Dopingkontrolle hatte Vroemen daraufhin selbst veranlasst, weil der Cottbusser Meetingveranstalter dem Vroemen-Wunsch nach einer Dopingkontrolle nicht nachkommen konnte. Daraufhin ließ er sich nachträglich von den niederländischen Anti-Doping-Instanzen testen.
Vroemen beteuerte, kein Metandienon eingenommen zu haben. Das Mittel sei monatelang nachweisbar. "Muskelmasse ist für mich eine Belastung. Ich muss so dünn wie möglich sein", sagte der Ausnahme-Athlet, der selbst Molekularbiologe ist. Nach der Zeit in Cottbus soll Vroemen erstaunlicherweise schon in der Lausitz gemutmaßt haben, er könne bei einem Aufenthalt in Ägypten hormonverseuchtes Fleisch gegessen haben. Deshalb verlangte er unter anderem nach dem Test. Nach der positiven A-Probe wiederholte er seinen Verdacht.
Allerdings zählt zu seinen Betreuern des Läufers auch der in der Szene bekannte niederländische Arzt Berend Nikkels, der sich öffentlich für die Freigabe des Blutdopingmittels EPO einsetzt. Die FAZ hatte bereits vor rund zwei Jahren auf die Verbindung zwischen Nikkels und Vroemen berichtet, die NZZ seine Rolle kritisch bewertet. Der Name Nikkels tauchte zuvor auch im Prozess gegen den deutschen Leichtathletiktrainer Thomas Springstein auf. Nikkels und Springstein hatten E-Mails miteinander gewechselt und sich auch persönlich getroffen. www.masters-sport hatte darüber am 4. Februar 2006 informiert. Jetzt hatte der Arzt aus Breda am Rande der Tour de France niederländischen Journalisten vom Dopingverdacht gegen Vroemen berichtet.
(Quellen: sportgericht.de, Handelsblatt, FAZ, 18.07.08)


Wenig Hoffnung auf Olympia-Siege - Die deutsche Leichtathletik darbt vor Olympia.

Eigentlich ist diese Geschichte über das Jugendamt und über Hartz IV zu kurios, um mit Spitzensport in Verbindung gebracht zu werden. Es ist aber tatsächlich so, dass die deutsche 400-Meter-Läuferin Florence Ekpo-Umoh vor ihrer Abreise zu den Olympischen Spielen nach Peking nicht weiß, wohin mit ihren beiden Kindern, der drei Jahre alten Holly und dem knapp zweijährigen Jotham. Ekpo-Umoh, nach einem Doping-Fall einst gesperrt, ist zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes auf Hartz IV angewiesen. Ein rund-um-die-Uhr-Kindermädchen für die Kleinen kann sie sich nicht leisten, also sagt sie: „Jemand muss für mich auf sie aufpassen, ich weiß aber noch nicht, wer. Ich werde zum Jugendamt gehen, vielleicht können die mir helfen.“ Ihr Verlobter arbeitet in England, auch er kann sich nicht um die Kinder kümmern.
Dabei ist das Comeback von Ekpo-Umoh eine nette Episode, die die darbende deutsche Leichtathletik kurz vor den Pekinger Spielen dringend bräuchte. Wäre da nicht die Doping-Vergangenheit der 30-Jährigen: 2003 wird sie bei einer Wettkampf-Kontrolle in Südafrika mit dem verbotenen anabolen Steroid Stanozolol erwischt und für zwei Jahre gesperrt. Die gebürtige Nigerianerin, die sich nach einer Reise nach Deutschland 1995 hier abgesetzt hat, 2000 Deutsche wurde und 2001 WM-Silber mit der Staffel holte, muss fortan jobben, zum Beispiel im Supermarkt. Als sie ihre Sperre abgesessen hatte, wollte sie es noch einmal wissen – sie suchte sich einen Trainer, trainierte teilweise früh um fünf, wenn die Kinder noch schlafen. Sie muss sich finanziell selbst über Wasser halten, weil sie keinem Verbandskader angehört. Und wurde nun mit der Olympia-Qualifikation belohnt.
Im Gegensatz zu Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch verdankt Ekpo-Umoh ihre Olympia-Reise aber immerhin einer ordentlichen Qualifikation. Dietzsch darf gnadenhalber ins Flugzeug nach Peking steigen. Weil die 40-Jährige eben eine große Nummer ist in der deutschen Leichtathletik. Bluthochdruck und eine Fußverletzung haben sie daran gehindert, die Nominierungskriterien zu erfüllen. Macht nix, haben die Herren vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), gesagt. „Sie ist hochmotiviert. Und wir wissen, dass sie in Peking nur an den Start geht, wenn sie fit ist und um eine Medaille kämpfen kann“, versichert DOSB-Generalsekretär Michael Vesper. Allerdings sieht ihr Trainer Dieter Kollark ihre Startchancen nur bei maximal 20 Prozent. Kollark gehört übrigens nicht zum Peking-Betreuerteam. Seine DDR-Vergangenheit ist umstritten. Auch so ein Problem, mit dem sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) plagen muss, fast 20 Jahre nach der Wende. Dem Namen Dietzsch haftet eben noch der Glanz längst vergangener Tage an, als es um die deutsche Leichtathletik noch nicht so schlecht bestellt war. Da lassen sich Normen, die ja durchaus sinnvoll sind, leichter aushebeln. (von Kathrin Zeilmann auf FOCUS-Online, 18.07.08)


Kassel: Ausbau des Aue-Stadions wird teurer - 800 000 Euro Mehrkosten

Die Vorfreude ist groß, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bis Frühjahr 2010 soll der Umbau des Auestadions abgeschlossen sein. Im Sommer in zwei Jahren werden dann die besten deutschen Leichtathleten bei den nationalen Meisterschaften um die Titel in Kassel kämpfen. Dass Kassel den Zuschlag für die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2010 bekommen hat, damit honoriere der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) auch die Anstrengungen der Stadt Kassel, sagt Rainer Kuhlmann, Leiter des Sportamts. Von einem "großen Kraftakt" der Stadt spricht Hans-Joachim Neukäter, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft. Denn der letzte Bauabschnitt für den Umbau des Stadions wird 800 000 Euro teurer, als noch im Frühjahr angenommen. Die zusätzlichen Kosten seien für die Haushaltsberatung der Stadt bereits angemeldet.
Insgesamt kommen knapp 4,5 Mio. Euro auf den städtischen Haushalt zu: 2,9 Mio. Euro soll die Sanierung der Haupttribüne kosten. 990 000 Euro sind für die Erneuerung und den Umbau des Stadionvorplatzes vorgesehen, und 600 000 Euro soll der Umbau des Nebenplatzes hinter der Osttribüne zu einem Mehrkampfgelände zum Aufwärmen und Einlaufen kosten. Dass die Gestaltung des Vorplatzes knapp 300 000 Euro teurer wird, sei auf die hohen Sicherheitsauflagen des Deutschen Fußballbundes (DFB) zurückzuführen. Die ersten Planungen hätten überarbeitet werden müssen, sagt Neukäter. Die Anforderungen des DFB seien aufgrund der Krawalle in ostdeutschen Stadien immer größer geworden. So muss die gesamte Stadionanlage samt Vorplatz drei Meter hoch eingezäunt werden. Das Konzept sei zusammen mit dem DFB, dem DLV und der Polizei erarbeitet worden.
Durch acht verschiedene Eingangsschleusen sollen die Zuschauer künftig ins Stadion gelangen. Kosten entstehen zudem durch neue Zugänge, den Bau eines zentralen Kassenhäuschens, Entwässerung, Beleuchtung und den Oberflächenbelag. Der knapp 8000 Quadratmeter große Platz soll asphaltiert werden. Der Umbau und die Sanierung der Haupttribüne (Westtribüne) wird mit 2,9 Mio. Euro 500 000 Euro teurer als veranschlagt. Das sei unter anderem auf Vorschädigungen der Fundamente zurückzuführen, die im Vorfeld nicht bekannt waren. Das Material, das 1953 beim Bau des Stadions benutzt wurde, sei teilweise in einem miserablen Zustand, so Neukäter. Im Inneren wird die Tribüne völlig entkernt. Auf der einen Seite entsteht der Umkleide- und Nassbereich, auf der anderen Seite ein Presse- und Kommunikationsbereich sowie ein größerer VIP-Raum. Die Fassade wird erneuert, allerdings soll das Erscheinungsbild der unter Denkmalschutz stehenden Westtribüne im Groben erhalten bleiben.
Derzeit laufen die Ausschreibungen, im kommenden Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden. Kassels Sportamtsleiter Kuhlmann ist sicher, dass sich die Investition rechnet. Das Auestadion könne nach dem Umbau ohne Weiteres mit anderen Leichtathletik-Stadien wie in Wattenscheid oder Erfurt konkurrieren. In Kassel werde es auch nach 2010 öfters Leichtathletikmeisterschaften geben.
Das Aue-Stadion im Wandel der Zeit - Ausbauplanungen
(von Ulrike Pflüger-Scherb in www.hna.de, 16.07.08)


Zugspitz-Drama: Unterkühlung

Die bei dem Extremberglauf zur Zugspitze ums Leben gekommenen beiden Männer sind an Unterkühlung gestorben. Dies habe die Obduktion ergeben, sagte jetzt der Leiter der zuständigen Staatsanwaltschaft München II, Rüdiger Hödl. Ein Mann sei ausschließlich an Unterkühlung gestorben, der andere habe offenbar auch noch eine Herz-Kreislauf-Schwäche erlitten. Es werde weiterhin geprüft, ob gegen die Verantwortlichen ein Ermittlungsverfahren einzuleiten sei. Unterdessen ist am Wochenbeginn einer der sechs verletzten Teilnehmer aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wie ein Polizeisprecher sagte, befinden sich auch die anderen fünf Verletzten auf dem Wege der Besserung. Die Läufer waren am Sonntag mit Erschöpfungserscheinungen und Unterkühlungen in Krankenhäuser eingeliefert worden.
Nach einem Bericht von "RuhrNachrichten.de" absolvierte eines der Opfer, der aus Witten stammende Marathonläufer Uwe Moldenhauer (*1967, Triathlon Team Witten), an diesem Tag den ersten Extrem- Berglauf seines Lebens. "Er wusste vielleicht nicht, was auf ihn zukommt", sagte Teamkollege Ralf Kubeczka dem Internetportal RuhrNachrichten.de. Der Extrem-Berglauf sei besonders zum Schluss gefährlich. "Das letzte Stück ist besonders anstrengend, weil es kein Laufen mehr ist, sondern Klettern." Kubeczka selbst hat den Extrem-Berglauf auf die Zugspitze dreimal absolviert, jedoch in diesem Jahr pausiert.
"Er liebte das Laufen und fand dabei den Tod", schreibt Wittens Lauf-Urgestein Uli Sauer auf seiner Internetseite. Sauer war beim Extremberglauf einer von Moldenhauers Mitstreitern, brach das Zugspitzrennen am Sonntag aber am SonnAlpin-Haus ab. "Uwe, Du bleibst unvergessen. Dein Schicksal wird uns verändern", schreibt er weiter.
Moldenhauers Verein, Triathlon Team Witten veröffentlichte am Montag einen Nachruf "Wir trauern um unseren Sportkameraden und Freund Uwe Moldenhauer , der im Alter von 41 Jahren unter tragischen Umständen am Sonntag beim Zugspitzlauf ums Leben kam. Vielen von uns ist Uwe in dieser Zeit auch menschlich sehr nahe gekommen, er hat mit seiner fröhlichen Art immer wieder Freude verbreitet. Sein Tod erschüttert uns, die wir mit ihm im Sport verbunden waren.
Das zweite Opfer, Hans Pöschl (*1962, DJK Ellwangen), war mehrfach sportlich ausgezeichnet. 2007 erreichte er den dritten Platz in der M45 bei den Württembergischen Straßenlaufmeisterschaften. "Der Mann war eigentlich körperlich topfit." sagte eine Sprecher in Ellwangen. Fassungslos reagierten dort die Menschen auf den Tod des Bietigheimers , der vor 15 Jahren in die Stadt bei Aalen gezogen war. Der zweifache Vater und Gymnasiallehrer für katholische Religion und Sport war sehr gut trainiert, seine Marathon-Bestzeit lag bei 2:48 Stunden. "Hans war eine Institution, immer gut drauf, lustig, aber auch sehr ehrgeizig", sagte sein Sportkamerad Robert Hauber zur Zeitung "Schwäbische Post".

Sein ehemaliger Trainer Wolfgang Schiele sagte gegenüber der lokalen Presse: "Als ich in den Nachrichten ,Läufer aus Ellwangen' gehört habe, sind mir viele Namen im Kopf herum gegangen, nur an Hans Pöschl habe ich nicht gedacht." Schiele beschreibt Pöschl als jemanden, in dem sportliches Können, menschliche Qualitäten und eine tiefe Verwurzelung im Glauben eine ideale Verbindung eingegangen seien. "Er hat sich Ziele gesetzt, die er einzuhalten versuchte", schildert der Trainer Schiele den Sportler Pöschl, fügt aber gleich hinzu: "Die Förderung der Gemeinschaft war ihm, wo es auch immer ging, genauso wichtig." Verlässlichkeit, Achtung vor dem Anderen und die Förderung von Talenten seien Werte, die Pöschl mit hoher Einsatzbereitschaft gelebt und verbunden habe. " Er kann nicht verstehen, wie es zu dem Unglück kommen konnte. "Hans hat sich immer akribisch vorbereitet, egal ob er im Stadion 5000 Meter oder einen Halbmarathon gelaufen ist", sagte er. "Er ging nie leichtsinnig an etwas heran. Er kannte alle Gefahren." Wolfgang Schiele übt deshalb Kritik am Veranstalter des Berglaufes: "Was ich nicht verstehen kann, ist, dass er wohl falsch angezogen war. Ich weiß auch nicht, warum da niemand am Start eingeschritten ist. Das ist für mich ein Rätsel. An seinem Ehrgeiz lag es nicht. Der war immer gesund."
Hans Pöschl wird am am Feitagmittag in Ellwangen beigesetzt.
Immer mehr Kritik äußern inzwischen Teilnehmer des Extremberglaufs. Der frisch gebackene Senioren-Europameister im Berglauf Paul Sichermann (*1965, LG Ansbach) berichtet auf der Internetseite von Jörg Behrendt, wie das Wetter umschlug und Regen einsetzte, der dann in Schneefall überging und dabei der Wind zu Sturmstärke auffrischte. Die Sicht sei immer schlechter geworden und bald war es für ihn klar: „Weiter als bis zum SonnAlpin laufe ich nicht.“ Mit letzter Kraft erreichte er das rettende Haus. “Die wahren Helden des Rennens waren aber die Männer der Bergwacht“, sagt Sichermann. "Sie trugen teilweise die Läufer ins Gasthaus." In seiner siebzehnjährigen Tätigkeit am Ansbacher Klinikum, davor fünf Jahre in der Notaufnahme, habe er noch nie einen solchen Katastropheneinsatz erlebt. Willi Lechner (*1958, TSV Dinkelsbühl) kam in 3:36:11 ins Ziel. “Ich war erstaunt, das das Rennen nicht, wie im Vorjahr bei viel besseren Bedingungen , am Hotel Sonnalpin beendet wurde. Die Veranstalter handelten hier höchst verantwortungslos”, so Lechner. Ulli Sauer (Witten) schloss sich in einem kurzen Beitrag diesen Aussagen an: "Die Darstellung der dramatischen Ereignisse bei joergbehrendt.de stimmt in jeder Einzelheit mit meinen Eindrücken überein."
Der Veranstalter des Laufs, die Garmisch-Partenkirchener getgoing GmbH, schreibt auf ihrer Internetseite, dass die Untersuchungen noch keine Stellungnahme zuließen. "Wir möchten es aber nicht versäumen, an dieser Stelle unser tiefstes Bedauern und unsere persönliche Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen", heißt es weiter.
(Quellen: eigene Recherchen, stern.de, zeit.de, sz-online, rp-online, 16.07.08)


Northoffs Neubeginn mit Vize-Titel: 16,90 Meter bei "Westfälischen"

Tilman Northoff (*1969, VfB Fichte Bielefeld) hat es Sonntag doch gewagt, seinen Saisoneinstand im Kugelstoß zu geben. Bei den Westfalenmeisterschaften in Essen reichte es zum Vizetitel hinter dem Favoriten Philipp Barth (LG Olympia Dortmund, 18,10m); doch mit seiner Weite von 16,90 m wurde Northoff, der den Wettkampf nach drei Versuchen abbrach, den eigenen Ansprüchen noch nicht gerecht.
Grund waren die erneut auftretenden Schmerzen. "Heute hat eine ärztliche Untersuchung ergeben, dass nicht die Rippe betroffen ist, sondern eine Zerrung in der umgebenden Muskulatur vorliegt", berichtete der 39-Jährige gestern Nachmittag und wirkte ein wenig erleichtert. Eine Behandlung wurde eingeleitet und Northoff hofft, bis zur Senioren-EM Ende des Monats in Ljubljana fit zu werden. "Noch war kein Druck hinter der Kugel, aber ich wollte den Ablauf testen", erklärte der M35-Ranglistenerste des Vorjahres.
(15.07.08)


DM II in Schweinfurt: Auch Kurt Goldschmidt (M65) stößt Weltrekord

Auch Kurt Goldschmidt (*1943, TSV Kücknitz) hat in Schweinfurt eine glänzende Leistung abgeliefert, als er am Samstagnachmittag bei besten Bedingungen im Willy-Sachs-Stadion seinen eigenen, am 18. 5. 08 in Hamburg aufgestellten Kugelstoß-Weltrekord, von 15,66m auf 15,78m verbesserte.
Keine Chance gegen ihn hatte Ex-Weltrekordler Klaus Liedtke (*1941, SuS Oberaden), der mit guten 14,21m Zweiter wurde.
(15.07.08)


Zugspitzdrama: "Ich habe brutales Glück gehabt"

Er hat mehr als hundert Berg- und Marathonläufe hinter sich - trotzdem geriet auch Michael Strackerjan (*1965, SV OLA Germaringen) am Sonntag bei dem Extremlauf auf die Zugspitze an seine Grenzen.IWie ihn die Bergwacht rettete und warum es zur Katastrophe mit zwei Toten kam, erzählt der 43-Jährige im Interview mit SPIEGEL-ONLINE... (15.07.08)


Zugspitzdrama: Ellwanger kommt beim Extremberglauf ums Leben

Bei dem am Sonntag beim Zugspitz-Extremberglauf ums Leben gekommenen Sportler aus Baden-Württemberg handelt es sich um den 45-jährigen Hans P. aus Ellwangen. Dieser war nicht nur ein erfahrener Läufer mit einer Marathon-Bestzeit von 2:48 Stunden. Er war auch ein Lebensretter. Vor einigen Jahren, zog er eine Frau und deren Hund aus der Jagst. Der Verstorbene hinterlässt Frau und zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren.
In Ellwangen trauert die Stadt um den beliebten Lehrer und Sportler. P. unterrichtete Sport und Religion am Hariolf-Gymnasium und war aktiver Leichtathlet bei der DJK Ellwangen. Seine Läufer-Kollegen sind geschockt. Robert Hauber lief mit P. die letzten 15 Jahre. Er beschriebt den Toten als einen lustigen, ehrgeizigen, manchmal auch etwas blauäugigen Freund. "Der Hans war halt ein besonderer Typ.” Hauber wie auch andere Ellwanger Läufer bestätigen, dass P. "topfit” war. Auf den Zugspitzlauf habe er sich in den letzten Wochen akribisch vorbereitet. Vor 14 Tagen lief er dazu in Oberstdorf das Nebelhorn hinauf. Hauber befürchtet allerdings, dass P. für die eiskalte Witterung auf der Zugspitze keinen Kälteschutz dabei hatte. "Was willst Du dann machen? Der Hans war sicher vorne mit dabei. Stehen bleiben geht nicht, da kühlst Du sofort aus. Zurück nach unten ist’s zu weit. Da bliebt nur der Weg nach oben.”
P. starb in den Armen eines Bergwachtretters. Dieser berichtete am Montagmorgen im Radio, er habe den Läufer bewusstlos gefunden und ihn mit allem, was er an Kleidung entbehren konnte zu wärmen versucht. Doch die Hilfe kam zu spät. Rechtzeitig kam Hans P. selbst als Lebensretter vor einigen Jahren. Der Hund einer Spaziergängerin war in die Jagst gefallen. Beim Versuch ihr Tier zu retten stürzte die Frau selber in den Fluss. P. zog beide ans Ufer. Großes Aufsehen hat er darum nie gemacht.
(von Claus Liesegang in Schwäbische Zeitung, 15.07.08)


Uli Sauer (Witten) beschreibt Todesdrama auf der Zugspitze

Die Läufergemeinde in Witten steht unter Schock. Ohne ihren Kameraden Uwe M., der am Sonntag beim Extremberglauf auf der Zugspitze starb, kehrten 15 Wittener Sportler heim. Einer von ihnen beschreibt nun die tödlichen Wetterbedingungen und sagt: Uwe M. starb deutlich höher am Berg als bisher bekannt. Der ledige Ingenieur Uwe M. war begeisterter Läufer und hatte viele Marathons hinter sich. Der 41-Jährige galt als leistungsstark und topfit. Die Teilnahme an dem 16,1-km-Lauf auf die Zugspitze war für ihn eine Premiere. Zusammen mit fast 600 anderen Läufern, darunter neun Wittenern, die meisten wie M. Mitglieder des Triathlonteams Witten, machte er sich morgens um 9 Uhr im knapp 1000 Meter hoch gelegenen österreichischen Ehrwald auf den Weg zum Ziel in 2944 Metern Höhe – knapp unterhalb des Gipfels der 2962 Meter hohen Zugspitze.
Uwe M. trug wie viele andere Teilnehmer nur leichte Läuferkleidung – kurze Hose und Leibchen. „Beim Start hatten wir neun Grad und es hat geregnet”, erzählt Ulrich Sauer (55), der Uwe M. seit vielen Jahren kennt und selbst zum fünften Mal an dem Lauf teilnahm. „Innerhalb weniger Minuten wurde es deutlich kälter. Es begann zu schneien und zu hageln”, schildert Sauer den Wettersturz in zirka 2300 Meter Höhe. Die Temperatur sank auf minus zwei Grad, Windböen mit gut 50 Stundenkilometern und Schneefall ließen die gefühlte Temperatur auf minus 21 Grad sinken. Stellenweise liefen die Sportler durch zehn Zentimeter Neuschnee. Doch die meisten kämpften sich weiter den Berg hinauf. Denn die Rucksäcke mit den warmen Sachen der Teilnehmer, die lagen längst oben am Gipfel.
Ulrich Sauer kehrte dennoch zitternd vor Kälte auf 2700 Metern um – zur nächsten Seilbahnstation. „Ich wusste nicht, dass Uwe nur wenige Minuten vor mir war”, sagt er. Die Sicht war schlecht. Nebel, Hagel, Schnee – für die Läufer bahnte sich eine Katastrophe an. Einem aus der Wittener Gruppe, der ebenfalls kehrt machte, kam Uwe M. sogar noch entgegen. Der 41-Jährige wollte offenbar weiter nach oben. Er hätte es fast geschafft. „Es fehlten ihm noch zehn Minuten”, sagt Ulrich. Sauer. In einer Höhe von etwa 2850 Metern brach Uwe M. zusammen. Weil er dem Gipfel schon so nahe war, seien die Helfer auch recht schnell zur Stelle gewesen, erzählt Ulrich Sauer. Doch alle Versuche der Bergwacht, den Wittener wiederzubeleben, schlugen fehl. Er starb noch auf der Strecke – an Erschöpfung und Unterkühlung.
Ein zweiter Läufer aus Witten war noch vor Uwe M. und erreichte fast das Ziel. Er wurde ärztlich behandelt, musste aber nicht ins Krankenhaus. Alle anderen Teilnehmer aus der zehnköpfigen Läufergruppe, darunter zwei Frauen, seien gesund, so Ulrich Sauer. Die meisten waren nicht mehr weitergelaufen oder vorzeitig umgekehrt. Zig andere Läufer mussten versorgt werden, schildert Sauer die dramatischen Minuten auf der Zugspitze. „Hubschrauber, Infusionen, es war schrecklich.”.
Die Wittener erfuhren von dem Tod ihres Sportkameraden erst später. „Wir hatten ihn natürlich schon vermisst”, sagt Sauer. Er musste ihn abends um 21.30 Uhr identifizieren. Natürlich fragen sich die Sportler aus dem Ruhrgebiet, ob das Unglück hätte verhindert werden können. Alle sind sich einig, dass dieser Lauf unter normalen Bedingungen gut zu schaffen gewesen wäre. Prüfen müsse man den Vorwurf, ob der Veranstalter nicht früher hätte abbrechen müssen, sagt Sauer.
(von Jürgen Augstein und Jens-Martin Gorny in WAZ, 15.07.08)


Masters-EM: Endgültiger Zeitplan jetzt online

Es gibt neue EM-Post von der EVAA: "Alle Vorbereitungen sind getan, und das heißt, dass jetzt auch der offizielle Zeitplan der Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana im Netz zur Verfügung steht." Der Zeitplan selbst ist tageweise aufgebaut -links die Seniorenwettbewerbe, rechts die Wettkämpfe der Seniorinnen.
Der Europäische Leichtathletik-Seniorenverband EVAA schreibt: "Das Organisationskomitee in Ljubljana und wir wünschen allen Athleten viel Glück, starke Leistungen und eine erfolgreiche Zeit in Slowenien."
(15.07.08)


Staatsanwaltschaft untersucht Zugspitz-Drama

Nachdem zwei Menschen während des Zugspitz-Berglaufs gestorben sind, prüft nun die Staatsanwaltschaft München, ob gegen den Veranstalter ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird. Die Staatsanwaltschaft München will den Sachverhalt in wesentlichen Zügen feststellen; so wird untersucht, ob die Wetterlage schon am Morgen bekannt war. "Danach wird entschieden, ob ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Veranstalter des Berglaufs eingeleitet wird", sagte Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl zu sueddeutsche.de.
Die Polizei habe im Auftrag der Münchner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, nicht konkret gegen eine einzelne Person. Polizei und Staatsanwaltschaft haben sich schon am Sonntagabend in einem Berggasthof mit dem Veranstalter des Laufs, Peter Krinninger getroffen. Ergebnisse der Untersuchungen sind allerdings erst in den nächsten Tagen zu erwarten. Die Leichen der beiden Mastersläufer aus Witten und Ellwangen sollen am Nachmittag in München obduziert werden, um die genaue Todesursache festzustellen, sagte inzwischen ein Sprecher der Polizeidirektion Weilheim zu sueddeutsche.de.
In einer emotionalen online-Diskussion in der Süddeutschen Zeitung schrieb Laufteilnehmer "toby_muc" am Montagmorgen: "Der Veranstalter muss sich sicherlich den Vorwurf gefallen lassen, auf die Gefahren nicht ausreichend hingewiesen zu haben, zumal die Größe des Teilnehmerfeldes dieVermutung nahe legt, dass hier nicht nur erfahrene Bergläufer an den Start gegangen sind. Entsprechende eher allgemeine Hinweise in den Ausschreibungsbedingungen sehe ich nicht wirklich als ausreichend an. Im Internet wurde Ende letzter Woche lediglich eine Wetterprognose veröffentlicht, ohne weiteren Kommentar."
Und er ergänzte: "Bei der Ausgabe der Startunterlagen gab es einen Aushang zum Wetter mit der Empfehlung eine Regenjacke mitzunehmen, ansonsten sei es auf dem Gipfel windstill und um die 2 Grad. Auch beim oder vorm Start wurden keine ausdrücklichen Warnungen ausgegeben, man war zuversichtlich, dass der Lauf bis zum Gipfel stattfinden kann, es gab lediglich den Hinweis sich warm anzuziehen. Ein Großteil der Läufer ist in kurzen Hosen, T-Shirts und leichten Laufschuhen losgelaufen. Da es schon beim Start geregnet hat, waren viele zu diesem Zeitpunkt schon durchnässt...."
Die beiden Toten waren zwar keine blutigen Anfänger, aber auch keine Berglaufexperten. Hans P. war Sportlehrer im Hariolf-Gymnasium in Ellwangen (Baden-Württemberg) – und ein Held. Vor einigen Jahren hatte er eine Frau und ihren Hund aus dem Fluss Jagst gerettet. Er lief seit mehr als 15 Jahren, seine Marathon-Bestzeit lag bei 2:48 Stunden. Der drahtige, 60 Kilo leichte Sportler war erst vor 14 Tagen auf das Nebelhorn (2224 Meter) bei Oberstdorf gerannt. Hans sei „topfit“ gewesen, sagt sein Bekannter Robert Hauber. „Er war sehr ehrgeizig und vielleicht auch etwas leichtsinnig – ich hätte mir bei dem Wetter eine Windjacke mitgenommen.“ Hans P. hinterlässt Ehefrau Dunja, Tochter Melanie (12) und Sohn Nicolas (9). Melanie treibt wie ihr Vater viel Sport: Sie gehört zur Vierkampf-Mannschaft der DJK Ellwangen. Ihr Vater war dort Trainer. Die studierte Journalistin Dunja P. wurde gestern von einem Seelsorger betreut.
Der Niedersachse Uwe M. hingegen war alleinstehend und lebte mit seinem Bruder in Witten. Er lief ebenfalls seit rund 15 Jahren. Der Diplom-Ingenieur, der in einer Härterei arbeitete, war zum ersten Mal auf der Zugspitze. „Er wusste aber, was er sich da antut“, sagt sein Lauffreund Claus Humbert der Münchener AZ. Am Freitag war Uwe M. mit 15 Kumpels nach Ehrwald angereist, am Montag wollte die Gruppe heim. Sein Freund Ralf Kubeczka, der in den vergangenen drei Jahren am Zugspitzlauf teilgenommen hat, macht niemandem einen Vorwurf: „Auf dem letzten Kilometer geht es 400 Höhenmeter rauf. Du kannst nicht anhalten, runter geht auch nicht, da stürzt du ab, es ist zu steil. Uwe musste hoch.“ Gestern brachte ein Freund Auto und Kleidung des Toten zurück. Mehr...
(Quellen: AZ, sueddeutsche.de, 14.07.08, update 15.07.08)


M35: Florian Gamper sprintet über 100m neue deutsche Bestleistung

Nach mehreren Anläufern hat es am vergangenen Samstag geklappt. Mit 10,68 (W:+0,0) siegte Florian Gamper (*1972, LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) über 100m und stellte zugleich eine neue deutsche Bestleistung der Altersklasse M35 aufgestellt. Beim Feriensportfest der LG Wetzlar verbesserte er am Samstag (13.07.) mit seinem starken Sprint übrigens gleich fünf Einträge in der Rekordliste. Mit 10,78sec standen bislang Peter Klein (*1959, LAZ Salamander Kornwestheim) und vier mal 10,6sec als Bestleistungen zu Buche. Dabei dürfte es sich übrigens um einen der ältesten deutschen Seniorenrekorde handeln: handgestoppte 10,6sec lief Rolf Temme (*1938, Barmer TV 1846) am 21.07.1974 in Duisburg.
Auch die 200m-Zeit von Florian Gamper kann sich sehen lassen. Die 21,82sec (W:+0,6) liet nur eine Hundertstel über der aufgelisteten 200m-Seniorenbestleistung. Ebenfalls über 200m kam Bernd Lachmann (*1968, TSV Friedberg-Fauerbach) auf 23,42 sec (W:+0,7), der im 100m-Sprint 11,99sec (W:+0,7) erreichte. Kugelstoßer Adrian Ernst (*1967, USC Mainz) kam auf 13,11m.
Über 400m lief Ivonne Arndt (*1971, LG Sieg) 62,64sec. Alle Resultate aus Wetzlar... (14.07.08)


M50: Johann Hopfner mit deutschem Rekord über 5000m

In Schweinfurt verzichtete er bei der DM II ganz auf einen Start über die Langstrecken. Stattdessen konzentrierte sich Johann Hopfner (*1957, LLC Marathon Regensburg) völlig auf das 5000m-Rennen bei den bayerischen Landesmeisterschaften der Aktiven am Samstag und dies mit Erfolg. Über 5000m lief er im Münchener Dantestadion in 15:15,03min auf Platz 7. Das war deutlich schneller als die Siegerzeit bei der DM II und vor allem punktgenau eine neue deutsche Seniorenbestleistung in der Altersklasse M50. Bisher stand die Rekordmarke bei handgestoppten 15:15,2 min, die vor 19 Jahren und 10 Monaten Manfred Hoppe (*1938, Eintracht Hameln) im niedersächsischen Melle gelaufen war. (14.07.08)


DAMM: Niederneisenerinnen sind Fünfte und hoffen

Nunmehr zum sechsten Mal in Folge trat die Leichtathletik-Frauen-Mannschaft der TuS Niederneisen bei einem Qualifikationswettkampf um die Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaften (DAMM) im hessischen Idstein an. Dabei hatten sich die Niederneiserinnen bislang stets für den bundesdeutschen Endkampf qualifiziert und drei Mal sogar die Deutsche Vizemeisterschaft – jedesmal hinter Bayer Leverkusen – errungen; einmal gab es den vierten Platz, im vergangenen Jahr Rang drei. Obwohl das Team von der Aar in diesem Jahr eigentlich gar nicht mehr antreten wollte, war der Wettkampfort für das Bundesfinale in München ein besonderer Anreiz, sich noch einmal dafür zu qualifizieren. Um eine realistische Chance zu haben, mussten insbesondere der Hamburger SV (7486 Punkte) und die LG Landkreis Aschaffenburg (7476 Punkte) hinter sich gelassen werden, die übrigen Vereine hatten bereits Punktzahlen erreicht, die die TuS momentan nicht schaffen kann.
Am Ende hatten die Niederneisenerinnen 7592 Punkte erarbeitet – besser als Hamburg und Aschaffenburg. Allerdings wurde die TuS von ihrem direkten Qualifikationsgegner und Newcomer, dem TV Michelbach – im Durchschnitt neun Jahre jünger als die TuS-Frauen – hachdünn um sieben Zähler geschlagen, so dass Niederneisen derzeit auf dem 5. Platz in der W30 im Bund liegt. In der ersten Disziplin, dem Hochsprung, war Sabine Zeidler, die ihre Spikes nach der WM in Riccione im vergangenen Jahr an den Nagel gehängt hatte, überraschend mit 1,43 m nur einen Zentimeter unter ihrer Bronzeleistung von Italien geblieben, während Astrid Bandemer sich mit 1,31 m begnügen musste, nachdem sie mit ihrem Anlauf nicht zurecht kam. Beide mussten direkt danach zum 100-m-Start und überzeugten hier mit 13,93 (Bandemer) und 13,95 Sekunden (Zeidler).
Als dann die Deutsche Hallenmeisterin des Vorjahres, Ingrid Geil, sowie Katja Danowski im Kugelstoßen mit neuen Jahresbestleistungen von 11,50 m beziehungsweise 10,51 m aufwarteten, schien das «Vorhaben München» plötzlich in greifbarer Nähe zu sein. Dazu musste jedoch auch der 800-m-Lauf überstanden werden. Hier lief Sibille Ohlemacher ein wenig unter Wert im Alleingang 2:40,82 Minuten, gefolgt von der wiedererstarkten Anke Hänsel-Siraf (2:46,05). Mit einer weiteren Jahresbestleistung von 33,89 m trumpfte Ingrid Geil im Diskuswerfen auf. Katja Danowski warf in der für sie ungewohnten Disziplin immerhin 22,58 m. Gute Leistungen gab es auch im Speerwerfen, das wie gewohnt Antonia Rautenkranz mit 32,66 m für sich entschied, gefolgt von Ingrid Geil (29,05 m). Astrid Bandemer sprang 4,73 m weit, Sabine Zeidler kam auf 4,47 m. Kurz vor dem Start zur abschließenden 4x100-m-Staffel gab es für das TuS-Team noch eine Schreckenssekunde: Anke Hänsel-Siraf verletzte sich beim Aufwärmen und musste durch Sibille Ohlemacher ersetzt werden. Mit Astrid Bandemer, Katja Danowski und Sabine Zeidler kam sie nach 57,63 Sekunden ins Ziel.
7592 Punkte standen also unter dem Strich zu Buche; das ist derzeit Rang fünf aller Teams in Deutschland. Die beste Qualifikationspunktzahl gelang bisher dem Ostvertreter StG SF Neukieritzsch (8288 Punkte) gefolgt von Bayer Leverkusen (8137) sowie der LG Neiße (7751). Noch einmal ins Finale einzuziehen, wäre für die TuS Niederneisen ein großer Erfolg und sicherlich der absolute Saisonhöhepunkt. Dazu muss wenigstens der sechste Platz in der Berechnung aller Mannschaften erreicht werden. Bis zum Montag, 21. Juli, haben noch weitere Teams die Möglichkeit, sich zu qualifizieren. Niederneisens Trainer Wolfgang Zeidler zeigt sich aber optimistisch: «Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in München dabei sind. Der Pulheimer SC tritt in diesem Jahr in der W30 nicht mehr an. Überholen kann uns eigentlich nur noch die arg vom Verletzungspech gebeutelte LG Osnabrück, was aber keine große Rolle mehr spielen würde, da sich ja insgesamt sechs Mannschaften sich qualifizieren.»
(aus rhein-main.net 14.07.08)


Zugspitze: Zwei Tote bei Extrem-Berglauf

Bei einem Extremberglauf auf die Zugspitze sind am Sonntag bei schwierigen Wetterhältnissen zwei der Teilnehmer ums Leben gekommen. Wie die Polizei in München am Abend mitteilte, starben zwei Männer im deutschen Zugspitzgebiet an Erschöpfung durch Unterkühlung und Sauerstoffmangel. Kurz vor dem Ziel kam auf rund 2800 Höhenmetern der 41-Jährige Uwe M. aus Witten ums Leben. Der zweite Mann, der 45-Jährige Hans P. aus Ellwangen in Baden-Württemberg, starb oberhalb des Schneefernerhauses auf etwa 2700 Höhenmetern. Intensivste Wiederbelebungsversuche der österreichischen und deutschen Rettungsteams blieben den Angaben zufolge bei beiden Männern erfolglos. Beide waren erfahrene Langläufer.
Sechs Menschen wurden mit Erschöpfungserscheinungen und Unterkühlungen in Krankenhäuser eingeliefert. Für sie besteht laut Polizei aber keine Lebensgefahr. Da wegen der schlechten Wetterbedingungen der Hubschrauber die Verletzten nicht transportieren konnte, wurden sie per Gebirgstragen mit der Eibseebahn ins Tal gebracht.
585 Bergläufer hatten an dem Extrem-Rennen teilgenommen. Die Sportler waren gegen 9.00 Uhr im österreichischen Ehrwald bereits bei Regen gestartet. Bei zunehmender Höhe gingen die Niederschläge allmählich in Schnee über. Hinzu kam ein eisiger Wind. Streckenweise liefen die Teilnehmer in kurzen Hosen und T-Shirts durch zehn Zentimeter Neuschnee. "Nach wenigen Minuten war alles weiß", schilderte ein Bergwacht-Mitglied den Wetterumsturz. Bei zahlreichen Läufern gab es dann gesundheitliche Probleme, da sie laut Polizei „der Belastung des Berglaufs nicht standhalten konnten und körperlich überfordert waren“. Bis zu 100 Bergretter waren vor Ort. Sieben Notärzte, darunter auch Vorjahresiegerin Ellen Clemens (*1968, LG telis Finanz Regensburg), die in Garmisch-Partenkirchen als Ärztin arbeitet, waren im Einsatz. Von vier alarmierten Hubschraubern konnten wegen der Witterungsverhältnisse nur zwei durch die dichten Wolken auf die Zugspitze fliegen. In den Berghütten spielten sich nach Berichten von Augenzeugen dramatische Szenen ab. Zahlreiche Läufer mussten reanimiert werden. Andere waren stark unterkühlt.
Läufer Michael Strackerjahn (*1965, TSV Ismaning): „Am Startpunkt hatte es noch 15 Grad. Deswegen sind die meisten so wie ich in Hemd und kurzer Hose gelaufen. Doch ab einer Höhe von 2300 Metern wurde es richtig beschissen: Kalt, Schnee – und dann dieser scharfe Wind. Das kühlt dich so aus, da verlierst du die Koordination, kannst nicht mehr richtig auftreten. Als ich zum Gipfel kam, war ich so fertig, dass ich nicht mal mehr gemerkt habe, wie sie mir die Medaille umgehängt haben. Obwohl ich mich im Whirlpool aufwärmen konnte, habe ich über eine Stunde lang geschlottert.“ Strackerjahn weiter: „Die Leute, die später kamen, bekamen keinen Platz mehr. Die waren ganz schlimm fertig. Ich habe gesehen, wie einer nach seinem Namen gefragt wurde. Er konnte es nicht mehr sagen. Später habe ich Leute gesehen, die versuchten, heiße Suppe zu essen und den Löffel nicht mehr halten konnten.“
Der österreichische Läufer Robert Ortner (*1963, Running Team Lannach) machte den Veranstaltern Vorwürfe: „Das Ganze war schlecht organisiert. Die Veranstalter hatten zu wenig Decken parat. Ab einer bestimmten Höhe blieb den Läufern gar nichts anderes mehr übrig, als weiter zu machen. Denn unsere Rucksäcke mit den warmen trockenen Sachen lagen oben auf dem Gipfel.“
Ärztin Ellen Clemens galt auch in diesem Jahr als Favoritin für den Zugspitz-Extremberglauf. Bereits drei Mal hatte die Anästhesistin aus Garmisch-Partenkirchen in den vergangenen Jahren den Berglauf gewonnen, doch in diesem Jahr musste sie - wegen kältebedingter Erschöpfung - am Sonnalpin aufgeben. Ihre Körpertemperatur war auf unter 35 Grad gesunken. Kaum hatte sie sich wieder etwas erholt, half sie mit, andere unterkühlte Teilnehmer zu versorgen. Am Montag war sie wieder im Dienst in der Unfallklinik Murnau. Sie sagte in einem Interview mit der Süddeutschen auf die Frage, was "schief gelaufen" sei: "Man ist dann irgendwie so im Lauffieber drin, und durch den rasanten Temperaturabfall hat es einen auf einem Schlag hingerafft. Ich muss zugeben, dass auch ich das unterschätzt habe. Ich hatte es bis zum Sonnalpin geschafft und bin dann weitergelaufen - das war mein eigener Fehler. Als ich bemerkt habe, dass die Kraft nachlässt, bin ich umgekehrt. Es ist eine Seltenheit, dass man in einem solchen Extremlauf auch noch einen Wetterumsturz erlebt.
Der rund 16 Kilometer lange, zum achten Mal ausgetragene Lauf ging über 2100 Höhenmeter. Ziel war die 2944 Meter hoch gelegene Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn. Die Wegstrecke führt zum Teil über Steingeröll. Nach Angaben der bayerischen Zugspitzbahn kam es im Verlauf des Tages bei böigem Wind zu Schneeregen und Neuschnee von bis zu zehn Zentimetern Höhe. Die Temperaturen fielen teils auf minus zwei Grad. Der Veranstalter des Extrem-Berglaufs, die get-going GmbH mit Geschäftsführer Peter Krinninger in Garmisch-Partenkirchen, hatte die Teilnehmer selbst vor einigen Tagen vor Schneefall auf der Zugspitze gewarnt. Auf der Internetseite veröffentlichte man eine Wetterprognose, wonach für Sonntag am Gipfel Temperaturen von 3 bis 5 Grad Celsius und Windböen bis 80 km/h vorhergesagt waren. Dies entspricht Windstärke Neun. Die Prognosesicherheit wurde als mäßig bezeichnet. Warum das Rennen trotzdem nicht abgesagt wurde, ist unklar. Polizeibeamte der Alpinen Einsatzgruppe haben in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft München die Ermittlungen übernommen.
Peter Krinninger verteidigte seine Entscheidung, den Wettbewerb erst so spät zu stoppen. Dem Münchner Merkur sagte er, viele Teilnehmer hätten ihn bereits im vergangenen Jahr bedrängt, den Wettkampf fortzusetzen. 2007 war der Extremlauf aufgrund schlechten Wetters abgebrochen worden, damals kamen keine Sportler ernsthaft zu Schaden.
Das war in diesem Jahr leider anders...
(Quellen Resultate; zeit.de, ddp, BILD.de, sueddeutsche, 13.07.08)


Nebelhorn-Berglauf: Strömender Regen und "kalt wie noch nie"

Vom Regen in die Traufe kamen die rund 200 Sportler am Sonntag beim 9. Nebelhorn-Berglauf des TSV Oberstdorf: Strömender Regen begleitet die Läufer vom Start bis ins Ziel am Gipfel. Mit zwei Minuten Vorsprung setzte sich Helmut Schießl (*1972, TSV Buchenberg) in 1:02,40 Stunde klar vor Tobias Brack (*1979TSV Buchenberg) durch. Schnellste Frau auf der zehn Kilometer langen Strecke (1405 Höhenmeter) war Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen).
Es war ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Türe jagt. Für die gut 200 Bergläufer gab es schon zum Start die kalte Regen-Dusche zur Einstimmung auf das, was in Sportlerkreisen gerne als «Härtetest» bezeichnet wird. Das Allgäuer Berglauf-Ass Schießl machte wie viele andere das Beste aus dem Schmuddelwetter: «Eigentlich wäre heute ein Erholungstag an einem See geplant gewesen. Doch jetzt passt mir der Nebelhorn-Berglauf ganz gut in die Vorbereitung.» Schießl holte dann tatsächlich das Optimale aus dem Regen-Rennen und siegte deutlich vor Brack.
Zuvor hatte Brack seinen Laufkollegen und Vereinskameraden lange durch den Latschenhang gejagd, bis Schießl mit einem Ausreißversuch etwas Luft zwischen sich und seinen Verfolger brachte. «Dann konnte ich den Rest des Laufes ganz gut durchziehen», zeigte sich der Routinier mit seiner Zeit im Ziel zufrieden. «Viel mehr war heute nicht drin.» In zwei Wochen steht die deutsche Meisterschaft beim Karwendel-Berglauf an; ein Wettkampf der noch einen Tick härter eingeschätzt wird.
«Gefroren wie noch nie» auf dem Weg nach oben hat die schnellste Frau am Nebelhorn, Marie-Luise Heilig-Duventäster. Ersaunt war sie dann über die Laufzeit von 1:14:59 Stunden. Damit hatte sie fast fünf Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte, die 20 Jahre jüngere Allgäuerin Melanie Henscheid (*1981, RSC Kempten/1:20,36).
Ergebnisse und Bilder hier...
(aus: all-in.de, 13.07.08)


Alle DM II-Ergebnisse aus Schweinfurt


DM II in Schweinfurt: Zwei M70-Weltrekorde durch Kowalczyk und Marg

Mit Blitz, Donner und einer Schlechtwetterfront begannen am Freitag die deutschen Seniorenmeisterschaften II in Schweinfurt. Am Sonntag gingen sie ähnlich zu Ende, als der Stadionsprecher nach dem W50-Finale über 1500m "die Wettkampfleitung nach den aktuellen Wasserstandsmeldungen" fragte. Dazwischen lagen drei Tage beste Seniorenleichtathletik.
Höhepunkte waren dabei zwei neue Weltrekorde in der Altersklasse M70. Schon am ersten Tag der DM verbesserte Wladislaw Kowalczyk (*1937, TB Emmendingen) im Speerwurf der Klasse M70 seine eigene Bestleistung aus dem Meisterschaftswettkampf des Vorjahres in Fulda in einem perfekten vierten Versuch um 2,46m auf die neue Weltrekordweite von 51,25m. Am Samstag stellte dann Karl-Heinz Marg (*1938, SG Osterholzer LA) mit 15,89m einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen auf (bisher 15,42 Gerald Vaughn, USA).
(13.07.08)


Hindernis-Europarekordler Vroemen (M39) positiv getestet - "Vielleicht Rindfleisch"

3000-Meter-Hindernis-Europarekordler Simon Vroemen ist nach eigenen Angaben bei einer Doping-Kontrolle erwischt worden. Nach einem Bericht der niederländischen Zeitung «NRC» bestätigte der 39-jährige Niederländer den positiven Test. Es handle sich bei der verbotenen Substanz um das anabole Steroidhormons Metandienon. Vroemen liegt derzeit mit seinen am 11. Juni in Cottbus gelaufenen 8:12,50 Minuten auf Rang drei der Weltbestenliste und zählt zu den Olympia-Favoriten für Peking.
Der Olympia-Sechste von Athen 2004 und Vize-Europameister von München 2002 will nach nach dem Medienbericht bei der Öffnung der B-Probe in Köln in der kommenden Woche selbst dabei sein, da er mononukleäre Wissenschaften studiert hat. «Ich kann mir das nicht erklären. Vielleicht waren in dem Rindfleisch, das ich in Ägypten gegessen habe, Hormone», sagte Vroemen. «Ich bin 39 und am Ende der Karriere. Ich bin doch nicht so dumm, jetzt noch zu dopen.»
(dpa, 11.07.2008)


DAMM-Zwischenstand veröffentlicht

Die M60 der Leichtathletik-Senioren der LG Alsternord haben sich für die Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Altersklasse M 60 qualifiziert . Die In der Jahnkampfbahn kamen die Recken der LG Alsternord Klaus Gailus, Norbert Meyer-Hartmann, Hans-Jürgen Wolff, Horst Neumann, Jens Lauk, Hans Diercks, Christian Boysen, Bernd Fölschow, Thomas Bartling und Franz Timmermann nach Weitsprung, Kugelstoß, 100 Meter, Diskuswurf, 3000 Meter und 4 x 100 Meter jetzt auf 5894 Punkte.
Der 37. DAMM-Endkampf findet am 20. September 2008 in München statt. Schlusstermin für die Qualifikation ist der 21. Juli. Der DLV veröffentlichte am Wochenbeginn einen Zwischenstand. Die Leistung der LG Alsternord ist darin noch nicht aufgelistet.
(10.07.08)


Hamburger Hammerwurfabend

Hammerwerfer Arnold Burmester (*1943, SV Polizei Hamburg) überzeugte beim kleinen Hammerwurf-Abendsportfest am 1.07.2008 in der Hamburger Jahnkampfbahn. Mit seinem besten Wurf (5kg) kam er auf 50,54 m. Rüdiger Möhring (*1964, TSG Bergedorf) warf sein 7,26kg schweres Gerät auf 48,49m. (10.07.08)


Meisterschaften in GB: Großartige Rosemary Chrimes (W75) - Einzigartiger Howard Moscrop (M50)

Bei den britischen Leichtathletikmeisterschaften der Senioren am vergangenen Wochenende im Alexander-Stadium von Birmingham hat über 400m Hürden Howard Moscrop (*1957, SWVAC) seinen eigenen, am 20. April in London gelaufenen M50-Weltrekord um 1,12 Sekunden auf unglaubliche 56,56sec verbessert (Video). Im Alleingang bewies der Weltmeister seine Extraklasse. Dabei waren die Bedingungen alles andere als exzellent. Starker Gegenwind auf der Zielgerade verhinderte eine noch bessere Leistung. Die hat sich der Ausnahmeläufer für den Endlauf bei der EM in Ljubljana vorgenommen.
Auch Rosemary Chrimes (*1933, MMAC) unterstrich bei den Titelkämpfen mit fantastischen Resultaten ihre Ausnahmestellung. Ihr Glanzpunkt war dabei ein neuer W75-Weltrekord im Diskuswurf. Die Mastersathletin, die im Mai ihr 75. Lebensjahr vollendete, verbesserte mit ausgezeichneten 26,82m ihren bisherigen, vor einem Monat in Soutwu (GBR) mit 25,73m aufgestellten Rekord noch einmal um mehr als einen Meter. Bis dato hatte Marianne Hamm (*1927, MTV Dänischenhagen) den Diskusrekord der W75 gehalten, den sie 2002 mit 24,96m auf der legendären "Segelwiese" im schleswig-holsteinischen Medelby aufgestellt hatte. Beim Kugelstoßen kam die Britin auf 8,58m und verpasste damit die Verbesserung ihrer, ebenfalls in Soutwu erreichten WR-Weite von 8,80m. Im Hochsprung scheiterte die Weltmeisterin schließlich mit 1,15m nur um 1cm am bestehenden Weltrekord von Christl Happ (*1929, TSG Guthsmuths Quedlinburg).
Weitere Ergebnisse aus Birmingham: W40-Hammerwerferin Joanne Davison (*1964, SCVAC) gewann ihre Konkurrenz mit 48,00m. In der W45 sprang Wendy Laing (*1963, NVAC) 1,55m hoch. W50-erin Jane Horder (*1957, MMAC) gewann die 300m Hürdenentscheidung in exzellenten 46,86sec. Über 400m lief M50-er David Elderfield (*1955 VAC) 52,30sec. In der M55 siegte Allan Williams (*1953, SCVAC) mit übersprungenen 3,51m im Stabhochsprung. In einer spannenden 1500m-Entscheidung der Altersklasse W65 siegte Cecilia Morrison (*1940, VAC) in 6:04,98min vor Johanna Jay (*1942, IoMVAC, 6:07,34min). In der W70 verbesserte Anne Martin (*1936, EVAC) über 2000m Hindernis in 10:49,22 min ihre eigene Weltbestleistung aus 2006 um 1,13sec, und in der Altersklasse M75 siegte Hammerwerfer Peter Barber (*1933, SCVAC) überlegen mit 36,03m.
Alle Meisterschaftsresultate aus GB
(09.07.08)


Müde Masters? Teilnehmerrückgang bei den deutschen Titelkämpfen - "Datenbankfehler"

Nach den enttäuschenden Meldezahlen bei der DM I der DLV-Senioren sind jetzt auch die vorliegenden Meldeergebnisse der Senioren II enttäuschend. Es liegt ein deutlicher Teilnehmerrückgang vor. Allerdings wird die Übersicht erheblich erschwert, weil die lokalen Veranstalter nur eine offenbar nur vorläufige Teilnehmerliste ins Internet gestellt haben. So präsentieren sie beispielsweise in der Diskuskonkurrenz der M50 diese Meldungen:

Diskuswurf, Männer M50 - Finale
Datum: 13.07.2008 Beginn: 13:00

StNr. Name Jg. Nat. Verein SB PB
499 Hoffmann Frank 1957 LG Plettenberg/Herscheid 46,64
708 Pawlitschko Peter 1958 TSV Schwaben Augsburg 44,38
27 Auberle Günter 1954 LG Radolfzell 41,35
390 Kriedel Holger 1955 Ahrensburger TSV 40,88
709 Reich Stephan 1957 TSV Unterhaching 40,12
707 Hohmann Klaus 1955 LAG Mittlere Isar 39,72
392 Voigt Jan 1954 TSV LoLa Hohenlockstedt 39,63
704 Hinterstößer Jürgen 1958 LG Reischenau-Zusamtal 36,16

Für denselben Wettbewerb zeigt die DLV-Seite längst vier weitere Teilnehmer an:

Diskuswurf, Männer M50 - Finale
Datum: 13.7.2008 Beginn: 13:00

StNr. Name Jg. Nat. Verein SB PB
26 Kuhn Harry 1958 TSV Iggelheim 46,83
499 Hoffmann Frank 1957 LG Plettenberg/Herscheid 46,64
708 Pawlitschko Peter 1958 TSV Schwaben Augsburg 44,38
887 Wohlgefahrt Michael 1958 TSG Wehrheim 43,98
888 Dehn Ronald-Peter 1958 LG Eintracht Frankfurt 42,69

27 Auberle Günter 1954 LG Radolfzell 41,35
886 Gellhaus H. Joachim 1957 TB Wiesbaden 41,34
390 Kriedel Holger 1955 Ahrensburger TSV 40,88
709 Reich Stephan 1957 TSV Unterhaching 40,12
707 Hohmann Klaus 1955 LAG Mittlere Isar 39,72
392 Voigt Jan 1954 TSV LoLa Hohenlockstedt 39,63
704 Hinterstößer Jürgen 1958 LG Reischenau-Zusamtal 36,16

Aus Kreisen der Athletenvereinigung proMasters hieß es dazu am Dienstag, die vom lokalen Leichtathletikkreis Schweinfurt-Hassberge gestern veröffentlichte Teilnehmerliste ("Endlich sind die alle Meldungen bei uns eingetroffen ") sei "katastrophal und sicherlich auch unvollständig." Viele Teilnehmer seien der falschen Altersklasse oder unterschiedlichen Altersstufen zugeordnet und es fehlten Athleten und Athletinnen aus Hessen und östlichen Landesverbänden. "Auf den ersten Blick falsch: M60-Hallenweltmeister Dieter Tisch findet sich über die Kurzhürden ebenso in der M55 wie Lothar Fischer (M70) und Helmut Hessert (M60), Guido Müller läuft die 100 m bei der M60, Geraldine Otto (W55) ist in die W50 aufgenommen." Unser Gesprächspartner weiter: "Viele Athleten der Jahrgänge 1936 und 1938 sind bei den jüngeren Altersklassen aufgeführt. Nach Aussage Dritter liegt wohl ein "Datenbankfehler" vor." Man müsse abwarten, ob sich noch was tut oder in Schweinfurt bei der Startnummernausgabe ein Chaos entstehe. Wegen der Probleme findet sich bereits auf der Diskussionsseite des DLV im Internet inzwischen eine aufgeregte Diskussion.
Wenn sich auch für die DM-Auflage am kommenden Wochenende im unterfränkischen Schweinfurt mehr als die vom lokalen Veranstalter bislang aufgelisteten 769 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Altersklassen "Ü 50" gemeldet haben, bleibt aber doch ein deutlicher Teilnehmerrückgang von immerhin rund 20% gegenüber dem Vorjahr, als bei der Senioren II in Fulda rund 1100 Senioren dabei sein wollten. Jetzt sind es nach der vom DLV veröffentlichten Starterliste gerade einmal 900 Mastersathleten. Über die Ursachen für den jetzigen enormen Rückgang an Teilnehmern darf spekuliert werden. (08.07.08, update 09.07.08)


DLV-Verbandsrat trifft Entscheidungen - Medaillengewinner folgen DLV-Einladung

Am vergangenen Freitag tagte im Vorfeld der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Nürnberg der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und traf dort für die Senioren relevante Entscheidungen. Zwar ist noch kein Veranstalter für die DM Senioren I gefunden, die vom 27. bis 29.06.2009 stattfinden; aber das Gremium vergab vier Seniorenmeisterschaften 2009:
- DM Halle der Senioren und Winterwurf vom 28.02. bis 01.03.2009 in Düsseldorf
- DM Senioren II am 10. bis 12.07.2009 in Vaterstetten
- DM Bahngehen Senioren am 29.08.2009 in Jüterbog
- DAMM-Endkampf am 20.09.2009 in Hamburg.
Die auch für zahlreiche Seniorenläufer interessante DM im 10 km-Straßenlauf wird voraussichtlich am 12. September 2009 im nordniedersächsischen Otterndorf stattfinden, das diese DM bereits 2005 ausrichtete.
Nach dem Rücktritt von Hansjörg Riederer (Mainz) war die Position des Vertreters der Präsidenten der Landesverbände im Bundesfachausschuss Senioren vakant. Die Vorsitzenden der Landesverbände beauftragten Erwin Rixen, Präsident des Leichtathletik-Verbandes Hamburg, mit dieser Aufgabe. Der Verbandsrat beschloss -wie von uns bereits gemeldet- auch, sich gemeinsam im Städteverbund "Kleines Dreieck" mit den Städten Zittau, Bogatynia (Polen) und Hradek nad Nisou (Tschechische Republik) um die Ausrichtung der Europameisterschaften der Senioren im Jahr 2012 zu bewerben. Im Weinauparkstadion in Zittau sollen nach der Erweiterung der Anlage auf acht Bahnen alle Einzeldisziplinen ausgetragen werden, während im Stadion Bogatynia alle Mehrkämpfe und im Stadion Hradek alle Straßenlauf- und Gehdisziplinen durchgeführt werden.
Der DLV hatte alle deutschen Medaillengewinner bei den letztjährigen Weltmeisterschaften der Senioren in Riccione (Italien) und bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Clermont-Ferrand (Frankreich) nach Nürnberg eingeladen, um gemeinsam die Deutschen Meisterschaften zu erleben und sich auszutauschen. 160 Seniorensportlerinnen und Seniorensportler nahmen das Angebot gerne an und konnten von DLV-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke und der Vorsitzenden des Bundesfachausschusses Senioren, Margit Jungmann, begrüßt werden.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 08.07.08)


M50: Neuer 200m-Weltrekord aus den USA gemeldet

Everad Samuels (Boston, Mass.) hat am Samstag einen neuen 200m Weltrekord der Altersklasse M50 aufgestellt. Er lief bei zulässigem Rückenwind (W:+0,1) 22,53sec, also 5 Hundertstel schneller als Dr. Stephen Peters (GB) bei der WM 2003 in Puerto Rico.
Der US-Amerikaner lief die neue Rekordzeit beim "USATF East Region Open and Club Track and Field Championships in Valatie, New York" - langer Name, schnelle Zeit...
Alle Resultate aus Valatie hier (08.07.08)


Mainz: 97-jähriger Philipp Burkhart wird gefeiert

Rund 60 Leichtathletik-Masters aus mehreren Bundesländern nahmen am Traditionsportfest des TSV Schott Mainz auf der vereinseigenen Sportanlage „Otto-Schott-Platz“ in Mombach teil. Der Dreikampf war dabei ein letzter Test vor den deutschen Senioren-Meisterschaften am kommenden Wochenende in Schweinfurt.
Gut gerüstet dafür zeigte sich die mehrfache Senioren-Weltmeisterin Trudel Reismann (*1947, TSG Heidesheim). Sie glänzte in der W 60 mit 1298 Dreikampfpunkten, wobei ihre 4,27 Meter im Weitsprung besonders herausragten. Fit für die DM ist auch Günter Schollmeyer (*1932, ESV Mainz). Der mehrfache Senioren-Europameister dominierte in der M 75 mit 1078 Punkten. Angesichts 4,44 Meter im Weitsprung glaubt er, "dass ich mit einer solchen Leistung in Schweinfurt dort im Einzelwettbewerb um die Medaillen mitkämpfen kann." In der Klasse M 65 überragte Egon Umsunst (TV Udenheim) und erzielte mit 1536 Zählern die beste Punktleistung des Tages. Groß war auch das Interesse an der Dreikampf-Punktjagd der M 70, wo Leander Rückeshäuser (1178) sich als überlegener Sieger auszeichnete. In der Entscheidung der M 55 war der Sieger Walter Kehm (*1952) mit 1228 Zählern deutlich stärker als im Vorjahr. Er verwies dabei Winfried Oehrlein (*1952, ESV Mainz), den Sieger von 2007, deutlich auf den zweiten Platz.
Groß gefeiert wurde von seinen Athletenkollegen und den Zuschauern auch in diesem Jahr Philipp Burkhart (*1910, TuS Gabsheim). Der fast 98 Jahre alte älteste aktive deutsche Leichtathlet war hoch erfreut über den ihm und seiner Ausnahmeleistung geltenden stürmischen Beifall und meinte: "Das Schott-Fest habe ich immer schon genossen. Und das heute hier ist für mich wieder ein ganz besonders schöner Tag." (08.07.08)


DLV: Ernüchterung nach DM - Cheftrainer Mallow: «Nichts zu beschönigen»

Als der große Regen kam und sich dunkle Wolken wie ein Dach über das Nürnberger Frankenstadion schoben, da war es vorbei mit dem sonnigen Sonntag für die deutsche Leichtathletik. «Ein bisschen Tollhaus ist das schon. Es war aber nicht nur toll, es war abenteuerlich, es war enttäuschend, aufregend, dramatisch, es war negativ», sagte Jürgen Mallow, Leitender Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), nach den Titelkämpfen in Nürnberg. «Hier ist nichts zu beschönigen. Es hat heute keine deutlichen Leistungssteigerungen gegeben», meinte der Chefcoach, der sich in den Disziplinen Kritik und Selbstkritik ansonsten eher schwertut.
«Manchmal wäre ich lieber Basketball- oder Tischtennistrainer», gab Mallow zu und seufzte. «Dann bräuchte ich nicht alles auf den Regen zu schieben, um die eine oder andere Leistung zu erklären.» Und: «Es ist nicht schön, wenn man eine abfallende Spannungskurve hat.» Damit meinte er den zweiten Tag, denn zur Halbzeit hatte Mallow noch von einem «Etappensieg» für die deutsche Leichtathletik gesprochen. Dass es fünf Wochen vor den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) bestenfalls eine Hand voll Medaillenkandidaten gibt, dürfte auch Leistungshüter Mallow klar sein. Für die «Tour de China» hat der DLV einfach zu wenige «Etappensieger», dagegen zu viel Mittelmaß im großen, bunten Peloton.
«Die Athleten haben gezeigt, dass sie noch Potenzial haben. Und wir werden noch eine Spannungskurve bis zur DLV-Gala am 1. August in Wattenscheid aufbauen, die bis Peking nicht abfallen wird», betonte Mallow. Weil viele Hoffnungsträger schwächeln, sich mit Krankheit und Verletzungen plagen oder wie Weitspringerin Bianca Kappler (Achillessehnenriss) schon aus dem Rennen sind, bleibt der Kreis der Medaillenkandidaten überschaubar: Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg) ist dabei, auch Diskus-Riese Robert Harting (Berlin) und Hochspringerin Ariane Friedrich (Frankfurt/Main).
«60 + X» Athleten wollte der DLV nach Peking schicken. Aus dem Plus, gab Mallow zu, könnte auch ein Minus werden, wenn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 14. Juli die Mannschaft nominiert. Zuvor müssen noch Härtefälle diskutiert werden, Diskus-Seniorin Franka Dietzsch hat auch ohne Norm längst ihren Freifahrtschein, und ein paar Läufer könnten noch die «letzte Ausfahrt» Heusden nehmen: Bei dem Meeting in Belgien am 20. Juli wollen Hindernisläufer Filmon Ghirmai (Tübingen) sowie die 5000-Meter-Rivalen Arne Gabius (Tübingen) und Jan Fitschen (Wattenscheid) in letzter Minute noch auf den Olympia-Zug springen. Gabius, der Fitschen im Vorjahr im internen Ausscheidungsduell unterlag und nicht zur WM nach Osaka durfte, fordert eine neue Chance. «Letztes Jahr hat man mir mein WM-Ticket weggenommen. Ich finde es nur fair mir gegenüber, wenn ich in Heusden um ein Olympia- Ticket laufen darf», meinte der deutsche Meister, der von Olympiasieger Dieter Baumann trainiert wird. Der 27-Jährige war ziemlich sauer, weil er vom DLV noch kein Grünes Licht für Heusden hatte. Gabius: «Filmon Ghirmai hat den Umschlag mit der Zusage schon bekommen, dass er dort laufen darf.»
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(dpa, 07.07.08)


Dreiländer-EM der Senioren 2012: Grünes Licht durch DLV

Am Freitag hat der Verbandsrat des DLV in Nürnberg der Bewerbung der "Dreiländer-Region" für die Senioren-EM 2012 zugestimmt. Die letzte Hürde in Deutschland ist damit genommen und die drei Kommunen Zittau, Bogatynia und Hradek werden sich in gut drei Wochen bei der EVAA-Generalversammlung am 29. Juli in Ljubljana vorstellen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Meldung, dass sich der DLV sich auch um die vom Europäischen Leichtathletikverband EAA veranstaltete EM der Leistungsklasse im Jahre 2012 oder 2014 bewerben will; nach 2010 werden diese Europameisterschaften im zweijährigen Turnus ausgetragen. Als Veranstaltzungsort ist Nürnberg im Gespräch. Die geschichtliche Parallele: 2002 fanden in München die EAA-Europameisterschaften statt und direkt danach die EVAA-EM der Senioren in Potsdam.
(07.07.08)


Doping: Eklat beim Faaker-See-Halbmarathon

Die österreichischen Spitzenläufer Roman Weger, Markus Hohenwarter und Erich Kokaly sowie rund 20 Hobbyläufer haben am Sonntag beim Faaker-See-Halbmarathon kurz vor Rennbeginn aus Protest gegen den Start von Helena Javornik (*1966, LCC Wien) ihr Antreten verweigert. Die Slowenin war im März zum zweiten Mal in ihrer Karriere positiv auf das Dopingmittel EPO getestet und daraufhin vom Weltverband IAAF suspendiert worden.
"Wir wollten damit ein Zeichen gegen Doping setzen", sagte der mehrfache Staatsmeister Hohenwarter stellvertretend für seine Vereinskollegen vom LC Villach und fügte hinzu, dass Javornik auch einige Buhrufe der Zuschauer zu hören bekam. Weger und Kokaly verzichteten mit ihrem Protest auf sichere Medaillen bei den gleichzeitig ausgetragenen Kärntner Halbmarathon-Meisterschaften. "Mir geht es ums Prinzip. Javornik hat wie Susanne Pumper eine positive A- und B-Probe und darf trotzdem starten - dagegen wollten wir protestieren", sagte der 33-jährige Weger, der sich darüber freute, dass sein Verein den Startverzicht vorbehaltlos unterstützte. Javornik und Pumper hatten bei einem Halbmarathon im März in Wien positive Tests abgeliefert.
Vor dem Rennen hatte der Kärntner Landesverbands-Präsident Christian Käfer erklärt, dass es gegen den Start der Slowenin keine Handhabe gebe. Die vorläufige IAAF-Sperre der 42-jährige Ex-Crosslaufeuropameisterin war vom slowenischen Verband vor zweieinhalb Wochen wegen angeblich fehlerhafter Testergebnisse im WADA-Labor Seibersdorf rückgängig gemacht und der Fall an den Weltverband verwiesen worden. Mit der Antwort der IAAF ist in den nächsten zehn Tagen zu rechnen. Bereits im Jahr 2006 wurde Javornik nach einer positiven A-Probe freigesprochen.
(07.07.08)


D-Radio Kultur: Schneller, höher, älter? Sportler in der zweiten Lebenshälfte

Vom 30. Lebensjahr an nimmt die Muskelmasse jährlich um etwa ein Prozent ab, sagen Sportmediziner. Kein Grund für Senioren, die Hände in den Schoß zu legen - im Gegenteil. Um sich in Bewegung zu halten und den körperlichen Verfall zu bremsen, gehen Senioren joggen oder walken. Viele nutzen auch die Angebote in den Fitnessstudios: Krafttraining ist für Senioren keinesfalls tabu. Doch sogar anspruchsvolle Sportarten machen Athleten in der zweiten Lebenshälfte noch Spaß: mit 55 Jahren Skisprung - mit 60 Stabhochsprung, mit knapp 70 noch immer in die Weitsprunggrube! Darüber berichtete am Sonntag das Deutrschlandradio Kultur.
Das Manuskript zur Sendung von Gerd Michalek als PDF oder im barrierefreien Textformat
(6.07.08)


Antidoping: Dr. Göttrik Wewer neuer NADA-Geschäftsführer

Dr. Göttrik Wewer wird neuer Geschäftsführer der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA). Der 54-jährige Göttrik Wewer war zuletzt als Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen tätig und kennt den Sport und die Arbeit der NADA u.a. aus seinen früheren Funktionen als Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, als Vorsitzender der Sportkommission der Kultusministerkonferenz und als Kuratoriumsmitglied der Stiftung „Jugend trainiert für Olympia“. Er wird am 1. August 2008 seine neue Tätigkeit in Bonn aufnehmen. Der Vorstand der NADA entschied sich einstimmig für Dr. Wewer als neuen NADA-Geschäftsführer.
„Der Vorstand freut sich sehr, dass Herr Dr. Wewer für dieses Amt gewonnen werden konnte“, sagte Vorstandsvorsitzender Armin Baumert. „Mit Herrn Dr. Wewer ist das hohe Niveau der Arbeit der NADA in der Nachfolge des bisherigen Geschäftsführers Herr Dr. Niessen gewährleistet. Auch der Vorsitzende des Kuratoriums, Hanns Michael Hölz, zeigte sich erfreut, dass durch die Verpflichtung von Herrn Dr. Wewer die Kontinuität der professionellen Arbeit des gesamten NADA-Teams gewährleistet ist.
Anders als sein Vorgänger wird Wewer auch Mitglied des Vorstands der Stiftung sein. „Wir freuen uns, dass in der Person von Herr Dr. Wewer der neue NADA-Geschäftsführer im Sinn der verabschiedeten Fassung der Stiftungsverfassung den erweiterten Aufgabenbereich auch als Vorstandsmitglied wahrnehmen wird,“ bewertete dies Hanns Michael Hölz. NADA-Sprecherin Ulrike Spitz, die nach dem Weggang von Dr. Niessen für zwei Monate kommissarisch die Geschäftsführung übernommen hat, wird zu Dr. Wewers Stellvertreterin ernannt.
Als „erstklassige Wahl“ begrüßte inzwischen DOSB-Generaldirektor Michael Vesper die Wahl des neuen NADA-Geschäftsführers. „Göttrik Wewer bringt reichhaltige Erfahrungen und Kenntnisse aus seinen bisherigen Tätigkeiten mit. Er ist ein ausgezeichneter Kenner des Sports und zugleich Garant für die Unabhängigkeit der NADA. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Gottrik Wewer die positive Entwicklung der NADA des vergangenen Jahres, die der ausgeschiedene Geschäftsführer Christoph Niessen eingeleitet hat, nahtlos fortsetzen und die NADA weiter als Kompetenzentrum im Kampf gegen Doping auf hohem Niveau profilieren wird,“ sagte Vesper, der Mitglied im NADA-Kuratorium ist. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 9. Juli 2008, im Haus der Geschichte in Bonn soll der neue NADA-Geschäftsführer vorgestellt werden.
(07.07.08)


Tragisch: Olympia-Aus für Weitspringerin Bianca Kappler (W30)

Deutschlands einzige Weltklasse-Weitspringerin Bianca Kappler hat sich am Sonntag die Achillessehne gerissen und muss all ihre Olympia-Träume begraben. Die 30-Jährige aus Rehlingen zog sich die schwere Verletzung bei den deutschen Leichtathletik- Meisterschaften in Nürnberg beim Aufwärmen für den Wettkampf am Nachmittag zu. Dies teilte ihr Trainer Uli Knapp mit. Die Submasterin war bereits für die Sommerspiele in Peking (8. bis 24. August) nominiert. Die WM-Fünfte von 2007 in Osaka hatte die Olympia-Norm mit 6,73 Metern erfüllt. (06.07.08)


M35: Lobinger löst Ticket nach Peking - Masters schlagen sich beachtlich

Bei den nationalen Meisterschaften boten die deutschen Leichtathleten in Nürnberg mehr nationale Masse als internationale Klasse. Im Stadion des Bundesliga-Absteigers 1. FC Nürnberg gab es kaum «Aufsteiger» und insgesamt viel Mittelmaß, kommentierte die ftd. Ehrengast Lars Riedel kassierte den größten Beifall der rund 14 500 Fans: Der fünfmalige Diskuswurf-Weltmeister wurde drei Tage nach seinem Rücktritt offiziell vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Die Masters-Leichtathleten schlugen sich beachtlich.
Für große Spannung sorgte am Samstag nur das Stabhochsprung-Trio Tim Lobinger (1972, LG Stadtwerke München), Danny Ecker (Bayer Leverkusen) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken). Als alles darauf ankam, war Altmeister Tim Lobinger da: Um 18.09 Uhr glückte dem 35-Jährigen mit 5,75 Meter der Sprung zu den Olympischen Spielen nach Peking. Trotz Achillessehnen-Beschwerden höhengleich landete Danny Ecker als entthronter Titelverteidiger auf dem zweiten Platz. Als Dritter mit einem Versuch mehr über 5,75 Meter hat auch der erst 18 Jahre alte Junioren-Weltrekordler Holzdeppe sein Olympia-Ticket in der Tasche.
Vizeweltmeister Robert Harting (SCC Berlin), war der Chef im Diskus-Ring: Mit 66,26 Metern setzte sich der Berliner vor Michael Möllenbeck (1969, TV Wattenscheid) durch, der mit 62,98 Metern die für Peking geforderte zweite Normerfüllung (64,50) erneut verpasste. Noch ärger erging es Ralf Mordhorst (*1973, Athletik Team Hamburg), der keinen gültigen Versuch zustande brachte. Dirk Riekmann (*1972, THW Kiel) konnte sich trotz Saisonbestleistung von 14.58 über 110m Hürden nicht für den Endlauf qualifizieren. Er schied im Vorlauf aus. Falk Balzer (*1973, RBA Chemnitz) verzichtete auf einen Start qualifizierte sich hingegen in persönlicher Saisonbestleistung von 13,74sec (W:0,0) für das Finale, wo er in 13,75sec Platz 4 belegte. Seine "SB" ist zugleich deutsche M35-Seniorenbestleistung über 110m Hürden (bisher Mike Fenner (*1971, TV Wattenscheid in 13,97sec).
Verletzungsbedingt konnte Kugelstoßer Tilman Northoff (*1969, VfB Fichte Bielefeld) wie schon am Wochenende zuvor bei der DM I in Kevelaer nicht antreten. Karsten Kobs (*1971, ASC 09 Dortmund) belegte mit 72,73m Rang drei der Konkurrenz und konnte an seine Saisonbestleistung nicht anknüpfen. Er sagte anschließend, dass die Meisterschaft sein „letzter großer Wettkampf“ und es „ein schöner Abgang“ war. Für ihn sei es „die richtige Entscheidung“, auch wenn er noch einmal von einer Olympia-Teilnahme geträumt habe. „Bis März oder April hatte ich noch das Gefühl, dass es klappen könnte, aber die großen Weiten fehlten.“ (Mehr zu Karsten Kobs...)
Erst im letzten Versuch verteidigte Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg) den Titel: Mit 62,18 Metern entriss sie der Olympia-Zweiten Steffi Nerius (*1972, TSV Bayer Leverkusen/61,91) noch den schon sicher geglaubten Sieg. Zwar brachte die Leverkusenerin nur zwei gültige Würfe zustande. Nachdem sie aber Mitte Juni in Ostrava (TCH) 65,71m geworfen hatte, hatte sie der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) für die Olympischen Spiele in Peking bereits nominiert. Die 35jährige wird damit im Sommer an ihren vierten Olympischen Spielen teilnehmen.
Über 5000m war erwartungsgemäß mit Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon e.V, 15:38.33min) am Ende die große Favoritin vorn. Aber in dem Lauf sprang für eine stark kämpfende Veronika Ulrich (*1968, LG telis Finanz Regensburg) mit persönlicher Saisonbestleistung von 16:52.69min ein so nicht erwarteter 5. Rang heraus, den die Mastersläuferin schon auf der Zielgerade feierte. Zwei Plätze hinter ihr kam Carmen Siewert (*1972, Greifswalder SV 04, 16:57.23min) ins Ziel.
Leider war für Anja Rücker (*1972, RBA Chemnitz) im dritten 400m-Vorlauf Schluss, in dem sie als Vorletzte mit 55.50sec sang- und klanglos ausschied. Sie ist offenbar nach ihrer Fingeramputation noch nicht wieder fit. Die über 800m gemeldete Claudia Schultz (*1973, HH LG Wedel-Pinneberg) war in Nürnberg nicht am Start
.

(06.07.08, update 07.07.08; update: Aufgrund eines Auswertungsfehlers haben wir das Resultat von Falk Balzer nicht erkannt. Heute schrieb uns Balzers Verein RBA Chemnitz: "
Sehr geehrte Damen und Herren, informiert durch einige aufmerksame Internet User, haben wir uns auch einmal persönlich davon überzeugt, das Sie auf Ihrer Webseite : masters-sport.de folgende Meldung verbreiten. Bezüglich der Deutschen Meisterschaften dieses Jahres in Nürnberg, meldeten Sie, das :"Falk Balzer (*1973, RBA Chemnitz) verzichtete auf einen Start". Angesichts der Ergebnislisten der DM in Nürnberg und der kürzlich veröffentlichen Bestenliste "Senioren - Bestleistungen", ist Ihre verbreitete Ansicht - höflich ausgedrückt - merkwürdig. Wir dürfen Sie daher Auffordern, diese Meldung umgehend zu entfernen, oder aber umgehend zu korregieren. Mit freundlichen Grüßen RBA Chemnitz." Wir bedauern den Fehler und haben ihn -s.o.- korrigiert, 08.08.08)


Dinkelsbühl: Anne Zanziger (W45) bei schlechtem Wetter mit guten 5000m

Das konnte sich am Freitag beim Steffi-Fuchs-Sportfest 2008 im Stadion an der Alten Promenade im mittelfränkischen Dinkelsbühl sehen lassen: Anne Zanzinger (*1963, TSV Crailsheim) lief im strömenden Regen gute 18:30,5 min über 5000m und wurde in dem gemischten Rennen erfolgreiche Siebte von 18 Läufern.
Gute 4,31m sprang Günter Braun (*1938, TSV Crailsheim). Werfer Wolfgang Eberler (*1969, LG Landkreis Roth) kam im Kugelstoßen auf 13,20m und im Speerwurf auf 51,43m. Hier die Resultate aus Dinkelsbühl
(06.07.08)


M55: Reinhard Michelchen in Topform

Glänzend aufgelegt präsentierte sich Reinhard Michelchen (*1953, VfL Sindelfingen) beim 3. landesoffenen Sportfest am 28. Juni in Böblingen. Seine Leistungen im Stadion am Silberweg von 12,01sec (W:+1,2) über 100m und 24,54sec (W:+1,2) über 200m sind seit Jahren die schnellsten in der M55 gelaufenen Sprintzeiten in Deutschland.
Schnell, aber gegenüber seinem Auftritt in nicht verbessert war auch Florian Gamper (*1972, LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) in 10,89sec (W:+1,2). Noch nicht in Topform ist Mehrkämpferin Erika Sauer (*1940, Spvgg Warmbronn), bei der zwar sechs gültige Weitsprünge, trotzdem am Ende aber "nur" 3,53m zu Buche standen.
(05.07.08)


Nachjustiert: Ljubljana drittgrößte Senioren-Europameisterschaft - EVAA und Veranstalter großzügig

"All pending athletes are registered" teilt der europäische Seniorenleichtathletikverband EVAA mit. Hinter diesen dürren Worten steckt eine beispielhaft athletenfreundliche Registrierungspraxis. Denn gegenüber der ersten Auswertung Anfang Juni hat sich einiges geändert: 68 Athletinnen und Athleten sind hinzu gekommen, und die EVAA sowie die lokalen Organisatoren haben diese Nachmeldungen offenbar geräuschlos akzeptiert. Auch drei deutsche Athleten sind begünstigt. Tauchten zum offiziellen Meldeschluss am 30. Mai zunächst 652 deutsche Masters in der Statistik auf, sind es jetzt 655.
Mit den 68 noch berücksichtigten Athleten sind für diese EM 14 Athleten mehr gemeldet als vor vier Jahren in Aarhus (Dänemark). Ljubljana hat sich damit auf den dritten Rang aller 16 Senioren-Europameisterschaften geschoben. Nur die EM 1998 in Cesenatico (Italien) und 2002 in Potsdam (Deutschland) waren zahlreicher besucht.
2682 Senioren and 1002 Seniorinnen wollen ab dem 24. Juli in der slowenischen Hauptstadt um Gold, Silber und Bronze kämpfen und natürlich gute Leistungen erbringen sowie viele neue Kontakte und Freundschaften zu den Athletinnen und Athleten finden, die aus 41 verschiedenen europäischen Ländern kommen. Die größte Gruppe Senioren stammt dabei aus Italien (=483), und die meisten Seniorinnen schickt der DLV (=214). Die am stärksten besetzten Altersklassen sind die M50 (691 Meldungen) und die W45 (=173). Alterssenior ist in diesem Jahr der im 100. Lebensjahr stehende Österreicher Alfred Proksch (*1908), älteste Teilnehmerin die Italienerin Ljubica Gabre Gabric (*1914). Die beiden ältesten deutschen Starter sind Helga Lange (*1921, Polizei-SV Flensburg) und Klaus Langer (*1916, LG HNF Hamburg). Nach seinem schweren Sturz bei den Dreharbeiten zu einem stern-tv-Beitrag und der dadurch notwendig gewordenen Operation musste Friedrich-Ernst Mahlo (*1911, LG Erlangen) verzichten.
(05.07.08)


Tipp: German Road Races (GRR) gibt Veranstaltern Hilfestellung
Symposien in Berlin und Münster

Mit zwei Symposien in Berlin und Münster (Westfalen) im August verstärkt German Road Races (GRR), die Vereinigung der deutschen Straßenlaufveranstalter, die Bemühungen um die hohe Qualität der Sicherheit bei Laufveranstaltungen. Am 1. August wird in den Räumen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin eine Tagung durchgeführt, bei es um die optimale Vernetzung von Unfallrettung, Sanitätsdiensten, Medizinischer Betreuung und den entsprechenden polizeilichen Maßnahmen geht. GRR sieht hierbei einen wichtigen Schritt für ein Krisenmanagement bei den Laufveranstaltern, die Jahr für Jahr für zehntausende Läuferinnen und Läufer Veranstaltungen mit Strecken von 5 km bis Marathon und mehr organisieren.
Außerdem wird GRR-Mitglied Volksbank-Münster-Marathon zusammen mit dem „GRR-Kompetenzteam Sportmedizin" und dem Landesinstitut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW am 16. August das 1. Marathon-Medizin-Symposium veranstalten. Die Organisatoren wenden sich hierbei an Mediziner und Rettungsdienstpersonal, aber auch an andere Berufsgruppen und vor allem an Veranstalter, die sich mit den Risiken beim Marathonlauf auseinander setzen müssen.
Nachdem sich German Road Races im Vorjahr nach mehreren tödlichen Zwischenfällen bei Läufen auf unterschiedlichen Distanzen für die Einführung eines Gesundheitschecks ausgesprochen hat, das zum festen Bestandteil der Anmeldung zu den Laufveranstaltungen werden soll, geht GRR nun einen Schritt weiter. Bei dem in Berlin am 1. August stattfindenden Symposium werden Entscheidungsträger der Feuerwehr, der Rettungsdienste, der Ärzteschaft und der Polizei referieren, zur Diskussion anregen und nach Lösungsansätzen suchen, um in Not geratene Laufteilnehmer in nur wenigen Minuten von Rettungsteams erreicht werden, damit im Ernstfall lebenserhaltende Maßnahmen erfolgreich eingeleitet werden können.
Das GRR-Symposium „Bedeutung eines Netzwerkes zwischen Unfallversorgung, Rettungswesen und Risikoabwendung bei Laufveranstaltungen (Krisenmanagement)" findet am 1. August von 10.00 bis 16.00 Uhr in den Räumen der Senatsver-waltung für Inneres und Sport, Klosterstraße 47 in Berlin (Nähe Fernsehturm) statt. Anmeldungen können unter news@germanroadraces.de entgegen genommen werden.
„Ein Marathon bedeutet eine extreme körperliche Belastung für den durchschnittlich trainierten Breitensportler. Ein plötzlicher Herztod ist mit dem Risiko von etwa einem Betroffenen auf 50.000 Finisher immer noch ein relativ seltenes Ereignis", sagt Dr. Ralph Schomaker, der Rennarzt des Volksbank-Münster-Marathon und Leiter des „GRR-Kompetenzteams Sportmedizin". „Das Symposium soll Experten aus unterschiedlichen Disziplinen als Diskussionsforum dienen und das Phänomen Marathon aus unterschiedlichen medizinischen Perspektiven beleuchten". Die Veranstaltung findet am 16. August in den Räumen des Landesinstituts für Aus- und Fortbildung NRW in der Weseler Straße in Münster (Westfalen) statt. Eine Anmeldung ist über das Münsteraner Zentrum für Sportmedizin möglich.
(05.07.08)


Nürnberg: 16 Mastersathleten sind für DM gemeldet

16 Mastersathleten haben in den Einzelkonkurrenzen für die deutschen Leichtathletikmeisterschaften an diesem Wochenende in Nürnberg gemeldet. Die Mastersweltrekordlerin über 400m Hürden Barbara Gähling (*1965, LG ASV/DSHS Köln) soll daneben mit der Kölner 4x400m ebenso starten wie Sigrid Derek-Roos (*1968, LG Rhein-Wied) mit ihrer Teamstaffel. Im Einzelnen wollen an den Start gehen (Name, Geburtsjahr, Landesverband, Verein, Saisonbestleistung) :
Frauen

400m Rücker Anja 1972 SN RBA Chemnitz 53,90sec
800m Schultz Claudia 1973 HH LG Wedel-Pinneberg 2:06,39 min
5000m Siewert Carmen 1972 MV Greifswalder SV 04 16:42,60
5000m Ulrich Veronika 1968 BY LG TELIS FINANZ Regensb 16:53,61
3000m Hindernis Weiss Annette 1968 NO LG Bonn Troisdorf/Niederka 10:44,14
Speerwurf Nerius Steffi 1972 NO TSV Bayer Leverkusen 65,78 m

Männer
110m Hürden Balzer Falk 1973 SN RBA Chemnitz 13,85
110m Hürden Riekmann Dirk 1972 SH THW Kiel 14,58
Stabhoch Lobinger Tim 1972 BY LG Stadtwerke München 5,70 m
Dreisprung Friedek Charles 1971 NO Team Referenzn. Leverkuse 16,79 m
Kugelstoßen Northoff Tilman 1969 WE VfB Fichte Bielefeld 18,32 m
Diskuswurf Möllenbeck Michael 1969 WE TV Wattenscheid 01 65,29 m
Diskuswurf Mordhorst Ralf 1973 HH Athletik Team Hamburg 54,28 m
Hammerwurf Kobs Karsten 1971 WE ASC 09 Dortmund 74,89 m
Speerwurf Esenwein Peter 1967 WÜ LAZ Salamander Kornwestheim 82,72 m
10000m Bahngehen Borsch Steffen 1973 ST ASV 1902 Sangerhausen 43:25,00

Kaum ein Wettkampf wird übrigens in Nürnberg so spannend sein wie der Stabhochsprung der Männer, schreibt leichtathletik.de. Acht Athleten sind in den letzten Wochen schon über 5,70 Meter oder höher geflogen. Sieben haben die Olympia-Norm offizielle bereits mindestens einmal angeboten und kämpfen um eines der drei begehrten Tickets für Olympia. Aber weitere Springer wollen in den Kampf die vordersten Plätze noch eingreifen. Angeführt wird die Liste der Olympia-Kandidaten vom gerade einmal 18 Jahre alten Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken), der in Biberach mit 5,80 Metern den U20-Weltrekord einstellte. Der Leverkusener WM-Dritte Danny Ecker zählt aufgrund seiner Saison-Ergebnisse und Erfahrung zu den Top-Anwärtern auf DM-Gold. Der 36-jährige Münchner Masters Tim Lobinger zeigte sich am Dienstag in Bydgoszcz (Polen) mit 5,71 Metern verbessert. "Endlich ein Schlüsselerlebnis. Diese 5,71 Meter bedeuten mir mehr als jede andere Leistung in diesem Jahr.", kommentierte er anschließend
Dreispringer Charles Friedek liegt auf gutem Kurs, nach dem Hallentitel nun auch die Freiluftsaison mit der deutschen Meisterschaft zu krönen. Das i-Tüpfelchen wäre für den Leverkusener allerdings die Erfüllung der zweiten Olympianorm (17,00 m), die ihm am Dienstag in Bydgoszcz (Polen) noch versagt geblieben war. Nach den Vorleistungen kann sich der 36-Jährige nur selbst schlagen.
(mit Material von www.leichtathletik.de 04.07.08)


M35: Wann läuft Florian Gamper neuen 100m-Rekord? Bestzeit in Reinau vom Winde verweht

Florian Gamper (*1972, LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) hat mit seinem klaren 10,65sec-Sieg im 100m-B-Finale bei den diesjährigen 76. Hanauerlandspielen im südbadischen Rheinau-Freistett am vorvergangenen Sonntag deutlich gemacht, dass ihm ein neuer deutscher M35-Rekord über diese Strecke aufstellen will und kann. Die neue Rekordzeit wurde nur durch zu starken Rückenwind von +2,4 m/s verhindert.
Über 400m Hürden lief die Schweizerin Claudia Wiederkehr (*1967, LC Opfikkon) 65,61sec und merkte dies drei Stunden später im zweiten 200m-Zeitlauf mit, für sie nicht voll befriedigenden 26,04sec (W:0,0). Die 1500m-Distanz lief Silke Gohl (*1971, LG Weinstadt) in 5:00,96min. Den vierten Platz im Speerwurf erreichte Ina Stephan-Strasser (*1966, LG Offenburg) mit 40,44m. Alle Resultate
(03.07.08)


M40: Lars Riedel erklärt Karriere für beendet

Dem Rätselraten und der Geheimniskrämerei ist ein Ende gesetzt. Am Mittwochmittag erklärte Diskus-Ass Lars Riedel in Berlin seine Laufbahn für beendet. Der 41-Jährige begräbt damit auch seine Hoffnung, in diesem Jahr noch einmal an den Olympischen Spielen in Peking (China) teilzunehmen. „Ich hätte gern mit den Spielen in Peking aufgehört, aber die Schmerzen im Rücken lassen das nicht mehr zu“, sagte er und meinte, dass es schwer gewesen sei, seine Rücktrittsabsicht so lange geheim zu halten.
In den letzten Jahren war der Athlet, der vor eineinhalb Jahren vom seinem langjährigen Verein LAC Erdgas Chemnitz zum TuS Saulheim wechselte, immer wieder durch Rückenprobleme beeinträchtigt. Zwar qualifizierte er sich 2006 noch einmal für die Europameisterschaft in Göteborg (Schweden), wo er Achter wurde, danach konnte er allerdings keine Wettkämpfe mehr bestreiten. Am Mittwoch stellte er nun zum endgültigen Abschied aus dem Diskusring seine Autobiographie „Meine Welt ist eine Scheibe“ vor. Diese will er auch als "Liebeserklärung ans Diskuswerfen" verstanden wissen. Lars Riedel wurde in seiner langjährigen Karriere fünfmal Weltmeister und 1996 in Atlanta (USA) Olympiasieger. Vor acht Jahren holte er in Sydney (Australien) Olympia-Silber.
Als Reaktion auf die Erklärung Riedels entschied sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) kurzfristig, die großartige Karriere des Diskuswerfers zu würdigen und ihn bei den Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Nürnberg zu ehren. „Die beispiellose Karriere von Lars Riedel hat jetzt ihr Ende gefunden. Einer der ganz großen Leichtathleten zieht sich zurück. Er hat für die Leichtathletik Großartiges geleistet. Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute“, sagte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop nach der Bekanntgabe des Rücktritts.
Hintergründe und mehr hier bei der FAZ
(www.leichtathletik.de,03.07.08, update 04.07.)


Präsident Prokop fordert neue Gesetze: "Wir müssen nachbessern"

Wenige Tage vor den deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Nürnberg hat DLV-Präsident Clemens Prokop jetzt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung neue Gesetze im Antidopingkampf gefordert. Hier das Interview von Thomas Hahn mit dem Leichtathletik-Präsidenten über Strafbarkeit von Dopingbesitz, wirkungslose Maßnahmen und das Vorbild Frankreich:

SZ: Die Franzosen haben vor zwei Wochen ein Gesetz eingeführt, das den Besitz von Dopingmitteln unter Strafe stellt. Gab es im deutschen Sport schon Reaktionen darauf?
Prokop: Ich habe keine gehört. Ich werde mir noch erlauben den Deutschen Olympischen Sportbund zu fragen, ob er nach den neuesten Entwicklungen Anlass sieht, seine Position gegen die Besitzstrafbarkeit zu überdenken. Ich habe außerdem dem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einen Brief geschrieben mit der Bitte, doch angesichts der Novellierung des französischen Antidopinggesetzes zu prüfen, ob nicht auch in Deutschland eine Verschärfung sinnvoll wäre. Ich habe aber logischerweise noch keine Antwort erhalten. Die Zeit war ein bisschen knapp.

SZ: Warum wäre die Verschärfung des Gesetzes notwendig in Deutschland?
Prokop: Eines der entscheidenden Doping-Motive der Sportler ist so etwas wie eine Nachteilsvermeidungsabsicht. Die Sportler unterstellen, dass ihre Konkurrenten unerlaubte Mittel einnehmen und sehen darin Anlass und Rechtfertigung, selber verbotene Mittel einzunehmen. Die Frage ist: Wie kann ich diese Motivation durchbrechen? Der Ansatz des Sports ist ein Dopingkontrollsystem, das sich auf Urin- und Bluttests bei Sportlern beschränkt. Dieses Kontrollsystem des Sports ist - wie man aus der Vergangenheit und wohl auch Gegenwart ableiten kann - nicht ausreichend, um diese Motivation zu beseitigen. Also muss man über zusätzliche Maßnahmen nachdenken. Da wäre eine funktionierende staatliche Strafdrohung sinnvoll.

SZ: Es gab die Nachbesserung des Gesetzes vor eineinhalb Jahren. Warum hat das nichts gebracht? Weil es im deutschen Sport so rechtschaffen zugeht?
Prokop: Das würde ja unterstellen, dass es in Deutschland kein Doping mehr geben würde. Nein. Wenn ich die Untersuchungen von Eike Emrich (Saarbrücker Sportökonom und Vizepräsident Leistungssport des DLV, Anm. d. Red.) sehe, nach denen bei einer anonymen Befragung 23 bis 48 Prozent der Sportler Kontakt mit Dopingmitteln hatten, muss man davon ausgehen, dass Doping auch im deutschen Sport ein aktuelles Problem ist. Das spricht eher dafür, dass das jetzige Gesetz seinen Zweck nicht erreicht.

SZ: Warum tut es das nicht?
Prokop: Nach dem deutschen Arzneimittelgesetz ist nur die Weitergabe von Dopingmitteln strafbar oder der Besitz "von nicht geringen Mengen". Die Grenze dieser nicht geringen Mengen, die Grenze zur Strafbarkeit also, ist aber so hoch angesetzt worden, dass sie wohl kaum jemals in der Praxis zutreffen wird, weil es unwahrscheinlich ist, dass jemand so große Mengen mit sich herumträgt. Die Verschärfung ist seit Oktober 2007 in Kraft. Schon damals gab es aus der Justiz - zum Beispiel von Bayerns Justizministerin Beate Merk - Warnungen, dass dieses Gesetz keine Verbesserung bringt gegenüber der alten Lösung, die unbestritten so etwas wie eine Nullnummer war. Nach meinem Kenntnisstand sind in den ersten acht Monaten keine Ermittlungsverfahren auf die neue Regelung gestützt worden. Die Befürchtungen der bayerischen Justizministerin scheinen sich zu bewahrheiten.

SZ: Oder es gab keinen Verdacht.
Prokop: Es hat auch in der Zwischenzeit Dopingfälle gegeben. Wir im DLV hatten einen Dopingfall im Nachwuchsbereich in Hessen, bei dem wir Strafanzeige erstattet haben. Das Verfahren wurde aufgrund nicht hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

SZ: Was können die Franzosen jetzt, was die Deutschen nicht können?
Prokop: Die Franzosen können gegen einen Sportler, der positiv getestet worden ist, unmittelbar ermitteln. Das können wir in Deutschland nicht, weil wir nur dann gegen einen Sportler ermitteln können, wenn der hinreichende Verdacht besteht, dass er Dopingmittel in nicht geringer Menge besitzt. Aus dem bloßen Testergebnis leiten die Staatsanwaltschaften keinen weitergehenden Verdacht ab. Die Franzosen nehmen als Anknüpfungspunkt für die Ermittlungen gegen die Hintermänner der Dopingnetzwerke den Sportler, wir beharren immer noch darauf, dass nur derjenige, der die Mittel vertreibt, Anknüpfungspunkt für solche Ermittlungen ist.

SZ: Bei den Franzosen stand vorher auch nur die Weitergabe von Dopingmitteln unter Strafe. Warum waren sie trotzdem erfolgreicher damit?
Prokop: Der französische Staat war meines Wissens der erste, der angefangen hat, Doping engagiert zu bekämpfen. Die Polizei-Razzien bei der Tour de France 1998, die zum Festina-Skandal führten, waren beispielhaft. Aber offenbar sind Frankreichs Behörden zu der Erkenntnis gelangt, dass mit einer Begrenzung der Strafverfolgung auf die Weitergabe die strafrechtlichen Ziele nicht in vollem Umfang erreichbar sind. Anders ist die Verschärfung nicht zu erklären.

SZ: Erwarten Sie jetzt eine neue Diskussion um ein verschärftes Antidopinggesetz in Deutschland?
Prokop: Ich bin da nicht allzu optimistisch. Wir haben ja bei der vergangenen Diskussion festgestellt, dass der deutsche Sport mit großer Mehrheit kein dezidiertes Interesse daran hat, dass der Staat stärker gegen den dopenden Sportler kämpft. Momentan habe ich auch in der Politik keine klaren Engagements erkennen können, nochmal in die Diskussion einzutreten. Das ist bedauerlich, weil das Kontrollsystem des Sports trotz aller Verbesserungen der Nationalen Antidoping-Agentur seine Grenzen hat. Man muss nüchtern sehen: Wir können nicht alle verbotenen Mittel nachweisen.

SZ: Will Deutschland Doping nicht verfolgen?
Prokop: Die Gegner eines verschärften Antidopinggesetzes empfinden das Kontrollsystem des Sports und das staatliche Recht als ausreichend. Sie geben den Schwarzen Peter an die Strafverfolgungsbehörden weiter, welche die Gesetze nicht konsequent umsetzen würden.

SZ: Wie liegt die deutsche Dopingbekämpfung im internationalen Vergleich?
Prokop: Im Mittelfeld. Frankreich ist mit seiner Antidoping-Gesetzgebung voraus, Italien, auch Schweden und die USA verbieten den Besitz bestimmter Substanzen. Wenn Deutschland den Anspruch hat, einen Spitzenplatz zu besetzen, müssen wir nachbessern. (aus SZ, 03.07.08)


W45: Silvia Braunisch läuft 65,07sec über 400m

Einige ansprechende Leistungen gab es bei idealen sommerlichen Bedingungen am Dienstag (1.07.2008) beim Abendsportfest in Stuhr-Moordeich. Die Beste: Über 400m lief Silvia Braunisch (*1959, LGG Ganderkesee) überzeugende 65,07 sec. Bei der DM I in Kevelaer hätte dies in ihrer Altersklasse W45 zu Bronze gereicht.
Alle Resultate aus dem Sportzentrum an der Pillauer Straße hier
(02.07.08)


DLV: Nutzung von Sauerstoffsprays ist verbotene Methode -TUE-Frist für die EM läuft Donnerstag ab

Aus aktuellem Anlass weist die Nationale Anti Doping Agentur NADA darauf hin, dass die Anwendung jeglicher Art von Sprays, die die inhalative Aufnahme komprimierten Sauerstoffs ermöglichen, eine verbotene Methode im Sinne der aktuellen WADA-Verbotsliste darstellt. Auf Anfrage der NADA hat die WADA unmissverständlich klargestellt, dass eine derartige Nutzung von abgefülltem Sauerstoff als Spray unter die Gruppe M1.2 der verbotenen Methoden fällt. Darauf weist der DLV in seinem Antidoping-Newsletter Juli hin.
Daher sind der Gebrauch, also jede Anwendung, Aufnahme oder Einnahme von inhalierbarem Sauerstoff gemäß Art. 2.2 NADA-Code und auch der Besitz (!) entsprechender Utensilien oder Gegenstände, die zum Gebrauch oder dem versuchten Gebrauch dieser verbotenen Methode verwendet werden, gemäß Art. 2.6 NADA-Code ein Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen. Insoweit sind nicht nur die Athleten/Innen sondern auch die Athletenbetreuer, insbesondere Ärzte, Trainer, Betreuer und Hilfspersonal von dem Anwendungsbereich des Art. 2.6 NADA-Code erfasst. Im Regelfall kann daher sowohl der Gebrauch als auch der Besitz von Sauerstoff-Sprays gemäß Art. 11.3 NADA-Code eine zweijährige Sperre nach sich ziehen.
Die Dopingkontrolleure von der NADA sind ebenfalls angewiesen, zukünftig im Rahmen der Trainings- und Wettkampfkontrollen verstärkt auf den Besitz und die Anwendung solcher Sauerstoffsprays zu achten. "Sollten Sie als Athletin bzw. Athlet auf irgendeine Weise von der Benutzung solcher Sauerstoff-Sprays Kenntnis erhalten, bitten wir Sie, uns zu informieren." schreibt der DLV
Am kommenden Donnerstag, 3. Juli endet die Frist für die so genannten "TUE-Anträge" von Seniorenathleten für die Senioren-Europameisterschaften in Ljubljana - 21 Tage vor Beginn der EM. Mastersathleten, die aus medizinischen Gründen auf Medikamente angewiesen sind, die auf den Dopinglisten stehen, müssen im Bedarfsfalle bis zu diesem Tag einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung ("TUE")stellen und zwar weiterhin an Prof. Dr. Karri Wichmann, Ritarikatu 7, FIN 00170 Helsinki, Fax: +358 9 6213379. Anfragen an ihn sind auch per E-Mail möglich. Ob ein verordnetes Medikament auf der Dopingliste steht, kann über den proMASTERs-Findex© herausgefunden werden. (01.07.08)


USA: Zwei Masters-Stabhochspringer qualifizieren sich für Peking

Gleich zwei US-Masterssportler haben sich bei den US-Trials für die Olympischen Sommerspiele in Peking qualifiziert. Stabhpchsprunglegende Jeff Hartwig(M40) und M35er Derek Miles qualifizierten sich am Wpochenende bei den US-Trials in Eugene (Oregon). Derek Miles als Erster und Jeff Hartwig als zweiter der Konkurrenz. Hartwig verbesserte dabei den M40-Stabhochsprungweltrekord auf 5,70m und Derek Miles siegte mit übersprungenen 5,80m. Hartwig nimmt das erste Mal seit 1996 in Atlanta wieder an den Spielen teil. (01.07.08)


Stabhochsprung: Nürnbergs kuriose DM-Geschichte

Ein Sieger und ein Zweitplatzierter der letzten Deutschen Meisterschaft, die im Nürnberger Stadion ausgetragen wurde, sind bei den nationalen Titelkämpfen am kommenden Wochenende (5./6. Juli) wieder am Start und zählen zu den Favoriten. „Das kann gar nicht sein, denn bekanntlich waren die letzten Deutschen Meisterschaften in Nürnberg vor 60 Jahren. Diese Teilnehmer müssten also mindestens 80 Jahre alt sein“, werden Kenner der Sportgeschichte auf diese Aussage antworten. Dennoch handelt es sich um keine Fehlinformation. Es ist zwar richtig, dass die letzten Deutschen Meisterschaften im damaligen Frankenstadion 1948 stattgefunden haben, aber es gab eine Besonderheit, die bewirkt hat, dass aktuelle Athleten von sich sagen können, sie wären schon bei Titelkämpfen im Frankenstadion am Start gewesen. Die beiden Sportler, die gemeint sind, sind Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) und Danny Ecker (*1977, TSV Bayer 04 Leverkusen). Jetzt dämmert es zumindest den Stabhochsprung-Statistikern: „Da war doch was vor zehn Jahren…“
Im Sommer 1998 feierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sein 100-jähriges Bestehen an seinem Gründungsort Berlin unter anderem mit der Deutschen Meisterschaft im Jahn-Sportpark. Die Fans erinnern sich, dass dies die Meisterschaften mit dem bisher schlechtesten Wetter und dadurch bedingt auch minimaler Zuschauerresonanz waren. Selbst Fachjournalist Gustav Schwenk, der bei allen Deutschen Meisterschaften seit dem Krieg vor Ort war, kann sich nicht erinnern, bei einer DLV-Meisterschaft schon einmal so viel Regen erlebt zu haben. Es war an beiden Tagen völlig unmöglich, die Stabhochsprung-Wettbewerbe auszutragen. Deshalb wurde in Absprache mit den Teilnehmern entschieden, den Frauen-Wettbewerb fünf Wochen später in Riesa auszutragen (Siegerin Sabine Schulte mit 4,25 m) und den Männer-Wettbewerb bereits eine Woche später, also am 11. Juli 1998, im Rahmen des LIVE-Meetings in Nürnberg.
Alle für Berlin gemeldeten Stabhochspringer reisten also eine Woche später nach Nürnberg, trugen im Frankenstadion die Deutschen Meisterschaften 1998 ihrer Disziplin aus und fanden in der Frankenmetropole ideale Bedingungen vor. Es siegte Tim Lobinger mit übersprungenen 5,92 Metern vor Danny Ecker mit 5,80 Metern. Die weiteren Platzierten sind inzwischen nicht mehr aktiv im Wettkampfgeschehen dabei.So ist zu erklären, dass noch vor zehn Jahren eine Deutsche Meisterschaft – wenn auch nur in einer Disziplin – in Nürnberg ausgetragen wurde. Beim diesjährigen Titelkampf, der für die Stabhochspringer am Samstag um 15:00 Uhr beginnt, wären Tim Lobinger und Danny Ecker wahrscheinlich mehr als glücklich, wenn sie die gleichen Platzierungen und Höhen erreichen könnten wie vor zehn Jahren. Für Lobinger geht es immerhin um die Olympiaqualifikation.

Deutsche Meisterschaften in Nürnberg, Sa./So. 05./06.07.2008
offizielle Seite
Ausschreibung
Zeitplan
Teilnehmer

TV: Sa, 5.7. 17:30 - 19:00 ZDF Deutsche Leichtathletik Meisterschaften Nürnberg
TV: So, 6.7. 17:40 - 18:20 ARD Deutsche Leichtathletik Meisterschaften Nürnberg

(01.07.08)

M70: Karl Ochs springt Niedersachsenrekord

Auf dem Weg zur EM in Ljubljana kommt Stabhochspringer Karl Ochs (*1938, TuS Empelde) besser in Form. Am vergangenen Mittwoch sprang er im Mindener Weserstadion sicher die 2,65 m und stellte eine neuen niedersächsischen Landesrekord der Altersklasse M70 auf. "Ich höre aber auf jetzt" , sagte er nach diesem Sprung und beendete den Wettkampf.
Der 70er Senjor ist überzeugt, bei der EM, an der er erstmalig teilnehmen wird, mehr möglich ist. Der nächste Formtesrt will der Niedersachse bei der DM II in Schweinfurt dabsolvieren. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr hatte er in Fulda durchaus Chancen auf eine DM-Medaille in Fulda, "wenn er den Stab etwas früher losgelassen hätte, statt ihn an die Latte anzulehnen, ehe der dann zur Seite rutschte und die Latte herunter schlug", so Coach Jürgen Rudert.
(01.07.08)


Ergebnisse der Deutschen Leichtathletik-Seniorenmeisterschaften I (2008)


Senioren am 2. und 3. Tag bei der DM I:
Bernd Schauwecker (M35) immer stärker - Heiko Tute (M45) läuft glänzende 400m Hürden

Bei den Senioren gab es am zweiten und dritten Tag der DM I in zwar keine neuen Rekorde, aber teilweise schöne Leistungen. So wurde Dr. Bernd Schauwecker (*1969, LV 90 Thum) überlegener Doppelmeister über 100m in 11,19sec (W:+0,7) und am Sonntag dann auch über 200m in 22,35sec (W:0,0). Der frühere Wissenschaftler an der TU Chemnitz ist erst im vergangenen Jahr wieder mit der Leichtathletik angefangen und trumpft gegenwärtig mit beeindruckenden Zeiten auf. In einem taktischen 1500m Rennen speilte 800m-Sieger German Hehn (*1969, LG telis Finanz Regensburg) seine Spurtstärke aus und siegte in 4:11,85min. genauso klar gewann am Sonntagmorgen Favorit Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV) die 400m Hürden in 55,72 sec. 4,20m im ersten Versuch reichten Stabhochspringer Lars Funke (*1972, TuS Eintracht Minden) zum Titelgewinn, die dann von ihm aufgelegten 4,50m riss er drei Mal. Im Dreisprung setzte sich Michael Gubelt (*1973, SV Sömmerda) mit 13,46m (0,0) gegen Ilja Sablin (*1969, Leichtathleten Gem. Meckenheim) durch, der auf 13,16m sprang. Mit 14,54m gewann Rene Schwarz (*1973, TV Ludweiler) das Kugelstoßen. Im Diskuswurd siegte Andree Hoidn (*1973 SV Glückauf Bleicherode) mit 44,78m.
In der M40 trennten nur Zentimeter, die die Kampfrichter aus dem Zielfoto lasen, Meister Holger Ühlein (*1966, LAZ Obernburg-Miltenberg) von Meinert Möller (*1966, TuS H/M Kiel), der seinen Titel aus Zittau nicht verteidigen konnte. Für beide stoppten die Uhren bei 11,59sec (W:0,0). Am Sonntagmittag siegte dann Gunther Bernhard (*1965, LG Wetzlar) in 23,21sec (W:-0,3) vor Bernd Lachmann (*1968, TSV Friedberg-Fauerbach, 23,44sec). Der hatte sich in 52,07sec Tags zuvor einem packenden 400m-Endlauf gegen Thomas Biedermann (*1966, HSG Nordhausen, 52,59sec) durchgesetzt und damit das Vorlaufergebnis umgedreht. Dritter wurde Curtis Ripy (1966, LG Eintracht Frankfurt) in 53,41sec. Nichts anbrennen ließ 800m-Meister Maximilian Freund (*1967, TV Waldstraße Wiesbaden) am Sonntag auch über die 1500m, die er in 4:05,93min deutlich für sich entschied. Das packende M40-5000m-Finale gewann Stephan Lamers (*1968, MTV 1881 Ingolstadt) erst auf den allerletzten Metern in 15:37,05 vor Andreas Oberschilp (*1967, LG Bremen-Nord, 15:37,69 min). Über 400m Hürden lief Hermann Thoebarth (*1966, LAZ Wachtendonk) in 59,04sec zu Gold.
Der überlegene M40-Hochsprungmeister heißt Günther Widmann (*196, LG Rems-Welland); er übersprang 1,90m. Bei gleicher Höhe von 3,80m gewann Harald Class (*1968, TSV Friedberg-Fauerbach) den Stabhochsprung vor Michael Talke (*1968, MTV 49 Holzminden). M50er Ralf Nucklies (*1954, TV Idstein) belegte mit 3,75m Rang 3. Im Weitsprung reichte Favorit Rainer Wenk (*1960, TV Wehr), der in die M40 heruntergemeldet hatte, ein Satz auf 6,39m (-0,8) zum Sieg vor Günther Widmann (*1968, LG Rems-Welland, 6,29 (W:+1,9). Mit guten 13,43 (W:+0,6) gewann Martin Triebstein (*1968, TSV Kirchhain) die Dreisprungkonkurrenz. Beeindruckende 16,42m weit stieß der neue M40-Meister Andreas Deuschle (*1968, LAZ Salamander Kornwestheim-LB) die 7,25kg schwere Kugel. Platz 2 errang Thomas Lebsa (*1968, LG Neiße) mit 15,07m, der sich zuvor mit 44,18m und dem Diskustitel schadlos gehalten hatte. Mit 50,58m gewann Rüdiger Möhring (*1964,TSG Bergedorf) am Sonntag die Hammerwurfentscheidung. Im Speerwurf setzte sich Ralf Kausel (*1964, LAC Ruppin) mit 57,89m gegen Steffen Thrän (*1967, LG Merseburg) mit 55,75m (AK-PB) durch.
Spannend ging es in den Staffeln zu. Hier setzte sich zwar das favorisierte StG Pfalz Team 40 (Elfert Holger, *1965, Selinger Markus, *1964, Wagner Robert, *1962, Becker Frank, *1960 in 45,26sec als Sieger des zweiten Zeitendlaufs durch. Überraschend konnte sich aber die Staffel der Friedberg-Fauerbach als Sieger des langsameren ersten Zeitendlaufsauf den Silberrang laufen. Class Harald, *1968, Waschbüsch Werner, *1956, Speidel Jürgen, *1964, Lachmann Bernd, *1968 liefen überzeugende 46,59sec.
Schnellster 100m-Sprinter der M45 ist Frank Becker (*1960, 1.FC Kaiserslautern). Er siegte in 11,67dec (W:0,0) vor michael Schweinert (*1962, LG Schleswig-Fahrdorf ) in 11,85sec. Am Sonntag gewann Frank Becker auch die 200m in 23,83sec (W:-1,6) in einem packenden Zweikampf gegen 400m-Hallenweltmeister Stefan Malewski (*1963, LG Maifeld-Pellenz, 23,87sec), der am Tag zuvor in einem beeindruckenden Alleingang die Stadionrunde in erstklassigen 52,48sec bewältigt hatte.; diesmal rutschte ihm der Startblock weg und das raubte ihm wohl den Titel. Über 1500m lag am Ende Albert Herzog (*1963, SV Gendorf Burgkirchen) in 4:17,52min klar vorn. Obwohl er vom Auftaktfreitag den 10.000m-Erfolg noch in den Knochen hatte, überzeugte Hakim Ouahioune (*1963, SF Blau-Gelb Marburg) in ganz von Taktik geprägten 5000m in 16:30,02min vor Michael Umlauf (*1963, LG Stadtwerke München) in guten 16:35,83min. Heiko Tute (*1961 OTB Osnabrück) gewann am Sonntag die 400m Hürdenentscheidung in der Superzeit von 58,70 sec (AK-PB) - die schnellste Langhürdenzeit eines deutschen Mastersathleten über diese Strecke seit 1993.
Mit 1,85m gewann Peter Malinowski (*1962, SC Gut Heil Neumünster) den M45-Hochsprung. Im Driesprungwettbewerb wäre der Coup von Kult-Dreispringer Heinz-Arno Küppers (*1954, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) fast aufgegangen. Erst im allerletzten Versuch konnte sich Ralf Berlin (*1963, LG Altmark) mit 12,57m (W+0,4) um ganze 2 Zentimeter gegen den 9 Jahre älteren Küppers durchsetzen, der mit 12,55m (W:-0,7) den Wettbewerb eröffnet hatte. Das Kugelstoßen gewann Rainer Werking (*1959, LG Maifeld-Pellenz) mit 14,47m vor Titelverteidiger Michael Perplies (*1962, LA SV Herten), der auf 14,36m kam. Mit 42,45m entschied Harald Lang (*1962, 1.FC Kaiserslautern) den Diskuswettbewerb für sich. Im Hammerwurf unterstrich Valerje Schütz (*1959, LG Wedel-Pinneberg) mit 48,88m, dass er eine Klasse für sich ist. Dasselbe trifft auch auf Speerwerfer Bernd Logemann (*1960, LGG Ganderkesee), der trotz eines verletzungsbedingten Trainingsrückstandesmit 51,06m den Titel holte.
bei den Staffelwettbewerben der "Ü 50" zeigte die LG Baunatal/Fuldabrück über 4x400m mit Hans-JürgenSchomburg (1956), Gereon Bode (1957), Volker Schaub (1956) und Manfred Schäler (1953) in 4:01,30min eine ebenso großartige Leistung wie in 4:15,73min der "Ü60" das Team der LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crmstadt mit Wolfgang Mann (*1944), Walter Busenbender (*1947), Lutz Zeisse (1948) und Topathlet Heinz Wondra (*1948). Nachdem Startläufer Wolfgang Mann einen Vorsprung herausgelaufen hatte, den Walter Busenbender verteidigte, ging Zeisse den Lauf „taktisch“ an. Dabei konnten er und seine Vorläufer sich natürlich auf Schlussläufer Heinz Wondra verlassen.
Über 3 x 1000m setzten sich in der Ü50 die Staffel von "Laufzwang" Wippetal in 8:50,93min durch mit Toni Schreiner (*1951), Hans-Jürgen Lichte (*1954) und dem überragenden Franz-Josef Schmidt (*1951) durch. In der Ü60 gewann die StG Chemnitzer PSV in 9:47,29min mit Norbert Schäfer (*1944), Roland Kluttig (*1947) und Werner Wetzel (*1947).
(30.06.08)


W40: Veronika Ulrich beim 31. Darmstädter Stadtlauf beste Deutsche

Zwar hat die Kenianerin Leah Malot hat am vergangenen Dienstagabend den 31. Darmstädter Stadtlauf gewonnen. Die 5.500 Meter lief sie in 18:13 Minuten und feierte damit ihren dritten Triumph nach 1997 und 1998. Beste Deutsche war aber die Regensburgerin Veronika Ulrich (*1968, LG Telis Finanz ) auf Rang sechs in beeindruckenden 18:43min.
In einem spannenden Finish setzte sich bei den Männern (7.600 m) der Kenianer Stephen Mburi Njoroge (22:16 min) gegen seinen Teamkollegen Abraham Tandoi (22:18 min) und Phaustin Baha (Tansania; 22:20 min) durch. Insgesamt waren knapp 1.300 Sportler auf der Strecke unterwegs. Alle Resultate hier...
(30.06.08)


Bodensee: Joachim Paul (M45) überspringt 4,00m

Bei den Bodensee-Kreismeisterschaften vor einer Woche am 22. Juni gab es durch Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen) in 18:22,58 min über 5000m und durch ihren Vereinskameraden Joachim Paul (*1961) im Stabhochsprung mit übersprungenen 4,00m ansprechende Leistungen. (30.06.08)


Seniorinnen am 2. Tag der DM I: Starke 400m durch Simone Noack (W40) und Brigitte Heidrich (W45)

Ordentliche Leistungen gab es auch am zweiten Tag der deutschen leichtathletik-Seniorenmeisterschaften. In der W35 entschied Karin Stranzinger (*1971, TSV Simbach) die 100m in 12,86 sec (W:-0,3) hauchdünn gegen die zeitgleiche Anne Breuhauer (*1970, TV Bad Bergzabern) für sich. Breuhauer zeigte keine 90 Minuten später im 400m Endlauf dann Steherqualitäten und gewann die Entscheidung in 58,82sec vor der 800m-Meisterin des Vortags Corinne Gröne (*1972, LG Osnabrück) vier Zehntel dahinter. Überlegen siegte Ines Keller (*1973, TuS Rot-Weiss Koblenz) über 5000m in 18:09,77 min. Mit 5,24m (W:+0,8) holte Johanna Beran (*1973, TSV Schwabmünchen) den DM-Weitsprungtitel und war zwei Stunden später mit 41,47m auch Speerwurfbeste. Nach ihrem Erfolg im Hammerwurf am Freitag war Bettina Schardt (*1972, USC Mainz) auch in der Diskuskonkurrenz nicht zu schlagen. Ihre Siegesweite: 42,47m.
Den Auftakt machten die 5000m-Läuferinnen in der Altersklasse W 40. Hier gewann Tanja Ruppert (*1968, SG 1898 Chattengau e.V.) in ordentlichen 18:13,26min. Schnellste W40-Sprinterin über 100m war unangefochten Angela Rau (*1964, VfV Spandau) in 12,81sec (W:+0,2) vor Angelika Mader (*1965, TSV Ipsheim, 12,99sec) und Simone Noack (*1967, LG Neiße, 13,13sec). Nur eine Stunde später glänzte Noack dann im Langsprint über 400m in erstklassigen 57,87sec. Die 4 x 100m-Staffel beherrschte die LAZ Obernburg-Miltenberg mit Sonja Imhof (*1966), Petra Kauerhof (*1959), Heike Jörg (*1966) und Ramona Schulz (*1962) in 52,11sec. Mit übersprungenen 1,60m war Ulrike Julien (*1965, LAC Saarlouis) Beste im Hochsprung. Nur zwei Dreispringerinnen -anstatt acht im Vorjahr- kämpften um den Titel. Am Ende lag die Vorjahreszweite Dr. Birgit Löffler-Röder (*1965, LG Bamberg) mit 10,84m (W:0,0) vor Kornelia Wrzesniok (*1966, LG Rodgau) mit 10,27m. Die W40-Diskuskonkurrenz entschied Silke Stolt (*1967, LAZ Bruchköbel) mit 43,05m für sich. Zweite wurde Christina Amboß (*1966, LG Neiße, 41,24m).
Hohes Niveau hatte der 100m-Endlauf der W45. Hier setzte sich -mit der schnellsten Zeit aller Sprinterinnen dieses Tages- Favoritin Ulrike Görling (*1962, MTG Mannheim) in 12,76 sec (W:+0,3) gegen Katja Berend (*1962, SV Großhansdorf, 12,82), Angelika Grißmer (*1961, LG Neckar-Enz, 13,13sec) und Romana Schulz (*1962, LAZ Obernburg-Miltenberg, 13,14sec) durch. Die Seniorenmeisterin anschließend: "Mir gings gut und ich habe dieses Jahr auch regelmäßig trainieren können. Unsere Altersklasse hatte wieder die stärkste Konkurrenz, aber das ist ja ganz positiv; so bleibt es immer spannend." Über 400m lief Brigitte Heidrich (*1961, TSV Eintracht Hittfeld) 61,40 sec und siegte dank eines phänomenalen Endspurts vor Petra Kauerhof (*1959, LAZ Obernburg-Miltenberg, 63,18sec), die durch Verletzungen noch nicht die Form gefunden hat. Über 5000m wurde Waltraud Klostermann (*1960, TV Norden) in 18:52,03min neue W45-Meisterin. Hochsprung-Favoritin Andrea Nebelung (*1959, LG Altmark) siegte unangefochten mit übersprungenen 1,47m.
Kirsten Kallmeier-Schröder (*1963, SC Herford) gewann den Weitsprung mit persönlicher Saisonbestleistung und war über ihre 5,14m (-0,5) sehr glücklich. Zweite wurde Hürdenspezialistin Olga Becker (*1961,ABC Ludwigshafen, 5,07m). Keine der anderen 11 Starterinnen konnte im Diskuswurf Ulrike Engelhardt (*1959, ASV Erfurt) gefährden, die mit 39,33m Platz 1 belegte.
(29.06.08, update 02.07.08)


Senioren am 1. Tag der DM I in Kevelaer:
Kolja Ewert (M35) und Stefan Majewski (M45) mit starken 400m

Gute Leistungen gab es in der Altersklasse M35. Zum Beispiel glänzte der neue deutsche 400m-Seniorenmeister Kolja Ewert (*1969, Turnverein Herkenrath) in 50,99 sec: damit lag er klar vor Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV), der nach 52,05sec die Ziellinie überquerte. Über 800m setzte sich nicht unerwartet German Hehn (*1969 LG Telis Finanz Regensburg) in 1:57,87min gegen Ulrich Kilburg (*1971, LG Bernkastel/Wittlich, 1:59,09min) und Rana Bhattacharjee (*1973, TuS Köln rrh., 2:02,62min) durch. Über 5000m siegte unangefochten Titelverteidiger Georg Kinadeter (*1969, TV Hauzenberg) in 15:42,49min - trotz fehlender Konkurrenz war dies fast die Zeit des Vorjahres, als ihn Jörg Matthé (*1968, SC DHfK Leipzig) und Uwe Friedrich (*1972 Chemnitzer PSV) bedrängt hatten; der Chemnitzer lief diesmal eine für ihn indiskutable Zeit von 16:54,84min, kam damit aber auf Rang 2.
Bei Windstille setzte sich über 110m Hürden Marcus Ehrler (*1973, TSV Laupheim) in 15,62sec um sieben Hundertstel gegen Andreas Schulze (*1969, Rastatter TV, 15,69sec) durch. 6,56m (-0,2) sprang Wolfgang Montag (*1970, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) weit und wurde damit deutscher Seniorenmeister 2008. Hochspringer Jan Hiller (*1973, LG Oldenburg) übersprang bei einem Wettkampf mit wechselnden Winde bei Windstärke vier 1,87m und verwies seinen Konkurrenten Stefan Schmieder (* 1971, LG Kinzigtal, 1,84m) auf Platz 2. Mit 52,12m gwann Antonios Kontos (*1970, VfL Sindelfingen) überlegen den Hammerwurf. Im Speerwurf musste sich Axel Binnenbruck (*1969 LG Ems Warendorf) erst mit seinem letzten Wurf von 55,65m dem neuen Seniorenmeister Frank Recknagel (*1969, SV TU Ilmenau) geschlagen geben, der auf 55,81m kam.
Aus den 400m-Vorläufen qualifizierten sich mit Thomas Biedermann (*1966, HSG Nordhausen, 52,49sec) und Meiner Möller (*1966, TuS H/M Kiel, 53,33sec) die beiden im Vorfeld als Favoriten gehandelten Athleten direkt für den Endlauf. Nahezu zeitgleich kamen die weiteren vier Endlaufteilnehmer (Bernd Lachmann, *1968 TSV Friedberg-Fauerbach, 54,09sec, Thomas Schiessl *1965 FTSV Straubing, 54,31sec, Curtis Ripy, *1966 LG Eintracht Frankfurt, 53,74sec und Gert Deppe, *1964, OTB Osnabrück, 54,05sec) ins Ziel. Das lässt ein spannendes Finale am Samstag erwarten. Über 110m Hürden überzeugte Adam-Maria Domicz (*1966, SCL-Heel Baden-Baden) in 15,56sec (W: +0,4). Arnd Bader (*1966, LG Remscheid) siegte nach kluger Renneinteilung über 10.000m in 33:04,98min.
Stefan Malewski (*1963, LG Maifeld-Pellenz) war über 400m in 52,48sec wie erwartet eine Klasse für sich und sicherte sich den M45-Titel. Kein schnelles Rennen aber ein unglaublich spannendes gab es über 800m in der M45. Nicht weniger als fünf Athleten liefen binnen zwei Sekunden über die Ziellinie des zweiten 800m-Zeitendlaufs. Dank seiner Spurtqualitäten siegte Jörg Sender (*1960, TuS Eintracht Minden) in 2:08,03min knapp vor Thomas Heck (*1962, TuS Köln rrh., 2:08,13 min und Andreas Muschiol (*1962, SG Misburg, 2:08,40min). Der Mindener war nach einer Blockade des Iliosacralgelenks gehandicapt, lief gar nur in Joggingschuhen und kommentierte anschließend glücklich: "Ist schon komisch: in toller Form wird man so oft Zweiter und dann gewinnt man, wenn man angeschlagen ist."
Viel besser als vor einem Jahr, als er im DM-Endlauf ausstieg, lief es auch für Hakim Ouahioune (*1963, SF Blau-Gelb Marburg). Diesmal gewann er in guten 33:58,85min. Über 110m Hürden war Martin Vogel (*1959, SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken) in 16,48sec (NW) erfolgreich. Thomas Straub ( *1961 StTV Singen) siegte bei ganz viel Wind im M45-Weitsprung unangefochten mit 6,14m (W:+3,1).
28.06.08)
Ergebnisse der Deutschen Leichtathletik-Seniorenmeisterschaften I (2008)


Berglauf-EM der Senioren: Deutschland erneut erfolgreichste Nation

Die Schweizer freuen sich. Mit einer einzigen (Bronze-)Medaille war die Schweizer Delegation von der 1. Berglauf-Senioren-EM vor zwei Jahren in Zell am Harmersbach (D) heimgekehrt. Bei den Heimtitelkämpfen präsentierten sie sich nun am Samstag in Lenzerheide wesentlich erfolgreicher: Drei Mal Gold und vier Mal Silber wurden in den verschiedenen Kategorien gewonnen. Georges Volery (Emmenbrücke), Claudia Helfenberger (Arnegg) und Vukasin Gajic (Eggenwil) heißen die neuen Titelträger. Erfolgreichste Nation insgesamt war indes erneut Deutschland mit nicht weniger als elf von insgesamt 24 Goldmedaillen. Insgesamt errang das deutsche Team 30 von 63 Medaillen
Auf der 6,5 km langen Strecke mit den 970 Höhenmetern von Scharmoin aufs Parpaner Rothorn stellte M40-Sieger Paul Sichelmann (*1965, TSV Ansbach) in 44:47,5min die schnellste Zeit auf. Zweiter wurde der italienische M45-Sieger Franco Torresani vor dem Schweizer Sieger der M35 Georges Volery (*1969). "Diese Strecke forderte mit ihrer Steile enorm", sagte der Schweizer anschließend. Zudem bekundete er "aufgrund der Höhenlage Schwierigkeiten mit der Atmung". Da sprache der Experte, denn Volery ist Schweizer Berglauf-Nationaltrainer und Präsident der Schweizer Bergläufer. Er sah sein Rennen primär "als Vorbereitung auf die Elite-EM von Mitte Juli. Dieses Rennen hatte für mich mental einen hohen Stellenwert", sagte er.
Schnellste Frau aller Starterinnen war Favoritin Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen), die in 52:38 min zugleich die Wertung der AltersklasseW 45 gewann. Wegen der Titel-Perspektive hatte die Schweizer Claudia Helfenberger diese Senioren-EM bestritten und auf den Graubünden-Marathon verzichtet. "Die Landschaft und die Aussicht ließ sich ja auch so genießen", sagte sie. Der Umstieg zahlte sich aus. Helfenberger lief nur 12 Sekunden nach der Welfenerin ins Ziel und gewann die Kategorie W40 mit über vier Minuten Vorsprung auf die Anke Härtl (*1966, DV VfB Coburg). Nach Berglauf-Gold an der Senioren-WM vor einem Jahr in Bludenz (Österreich) trumpfte sie damit zum zweiten Mal ganz groß auf, und sie strahlte: "Dieser Titel ist besonders schön, da ich ihn in der Schweiz gewinnen konnte."
„Mir ist es besser gegangen, als ich angesichts der steilen Passagen erwartet habe. Die Angst vor der Strecke war völlig unbegründet. Es ist eine traumhafte Landschaft!“ freute sich Marie-Luise Heilig-Duventäster und blickte einmal mehr in die weite Landschaft mit dem Weltcupskiort Lenzerheide und dem malerischen Heidsee. Für weitere Einzelsiege sorgten Meinrad Beha (*1952, FC Alemania Unterkirnach/ M 55), Helmut Reitmeir (*1944, MRRC München/ M 60) sowie Gerlinde Schmittner (*1945, TV Ochsenfurt/ W 60), Berglauf-Weltmeisterin Bärbel Berghaus (*1941, Solingen/ W 65) und Erika Krüger (*1935, TSV Reichenbach/ W 70).
Einziger Wermutstropfen der mustergültig durchorganisierten Titelkämpfe war die mit 220 Startern nur geringe Melderesonanz. „Das ist total unbefriedigend“, gesteht Wolfgang Münzel, der DLV-Berglaufberater in seiner Funktion als Repräsentant des Berglauf-Weltverbandes (MWRA). „Bei der Premiere vor zwei Jahren in Zell am Harmersbach waren es über 700 Teilnehmer. Vermutlich lag es an der ungewohnt schweren Strecke, die so manchen der Altersklassenläufer abschreckte!“ Auch wenn die Seniorenläufer als überaus reisefreudig gelten, ist offen, ob in zwei Jahren bei der dritten Austragung der Senioren-EM in Barcelona die Resonanz größer sein wird als an diesem Wochenende im Schweizer Wintersportort Lenzerheide-Valbella.
(Quellen German Road Races, Jörg Greb, 29.06.08, update 08.07.08)

Fotoimpressionen der EM (update 08.07.08)


Seniorinnen am 1. Tag der DM I in Kevelaer:
Stabhochsprung-Rekorde durch Christina Ziemann (W40), Petra Herrmann (W45) und Karin Förster (W60)
Olga Becker (W45) läuft 80m-Hürden-Rekord

Die deutschen Leichtathletikseniorinnen sind einen Monat vor den Europameisterschaften im slowenischen Ljubljana in Form. Allen voran die Stabhochspringerinnen. Ihre Wettkämpfe waren der Höhepunkt am ersten Tag der Deutschen Leichtathletik-Seniorenmeisterschaften I 2008 in Kevelaer am Niederrhein, die allerdings mit 639 Teilnehmern keine große Resonanz fanden. Unter den Augen von EVAA-Präsident Dieter Massin gab es dabei gleich drei neue deutsche Altersklassenrekorde.
Der beeindruckendste gelang dabei einer Athletin, die eigentlich gar nicht bei der "DM I" starten sollte. Aber mangels Stabhochsprungangebot bei der DM II in zwei Wochen in Schweinfurt trat Karin Förster (*1946, LC Paderborn) am Freitag in der W40-Entscheidung in Kevelaer an. Zunächst kam sie zwar etwas holperig in diesen Wettkampf, riss die Anfangs- und die nächste Höhe jeweils im ersten Versuch, kämpfte sich dann aber bis auf 2,70m durch und überbot damit nicht nur ihren eigenen Rekord aus dem vergangenen Jahr gleich um 20cm. Die neue deutsche Rekordhöhe ist auch Europarekord; den hatte seit 2003 die Finnin Pirkko Pitkänen mit 2,55m gehalten. Zum Weltrekord der Amerikanerin Nadine O'Connor fehlen allerdings noch gut 40 cm. Mit ihrer beeindruckenden Leistung gewann die 62-jährige Karin Förster auch die Silbermedaille in der W40. Bronze ging an die Hamburger Neu-Stabhochspringerin Eva Günther-Gräf (*1968, Hamburger SV), die mit 2,65m eine persönliche Bestleistung aufstellte.
Auch Dr. Christina Ziemann (*1968, MTV 49 Holzminden) machte nach diesem Knaller ihr Vorhaben wahr und sprang einen neuen deutschen W40-Rekord. Die Stabhochspringerin ließ als letzte Teilnehmerin der gesamten Konkurrenz die Latte auf 3,21m legen überquerte die neue Rekordhöhe auf Anhieb. Seit 2001 hatte den W40-Rekord Petra Herrmann (*1959, SG Vorwärts Frankenberg) mit ihrem 3,20m-Silbersprung bei der WM in Brisbane gehalten. Mit ganz viel Selbstvertrauen ließ die Holzmindenerin dann die Latte noch auf 3,31m liegen, konnte diesmal diese Höhe aber noch nicht überspringen. bei der EM in Slowenien startet Christina Ziemann aufgrund ihres Geburtstages Ende Juli noch in der W35 springen müssen, "die ziemlich erstarkt ist. Es wird also eher Urlaub mit ein bisschen Sport werden, aber nichts desto trotz kann ich natürlich den Wettkampf nutzen, um eine gute Höhe zu springen." sagte die neue Rekordhalterin gegenüber masters-sport.de.
Die entthronte Rekordhalterin Petra Herrmann hielt sich dann in der W45 schadlos und gewann mit neuem deutschen Rekord von 3,10m (bisher von ihr selbst mit 3,03m gehalten) die Konkurrenz vor Dauerkonkurrentin Silvia Janke (*1960, LG Bremen-Nord, 2,95 m). Ebenfalls am Start war in Kevelaer W55-erin Ute Ritte(*1952, Weseler TV), die aber diesmal mit 2,70m nicht an ihre vor zwei Wochen gesprungenen 2,85m herankam.
Den spannendsten Wettbewerb gab es im Weitsprung der W40. Bis zum letzten Sprung lag Heike Siebel (*1965, LAG Siegen ) mit 5,08m vorn. Dann sprang die neue deutsche Meisterin Monika Henning (*1966 MTV Urberach) ganze zwei Zentimeter weiter auf 5,10m und für die Siegenerin blieb wie im Vorjahr "nur" Silber. Titelverteidigerin Angela Rau (*1964, VfV Spandau Berlin) kam nur auf Rang 5 - mit für sie enttäuschenden 4,92m. Das sind gleich 40cm weniger als vor einem Jahr in Zittau.
Gänzend verteidigte Christina Amboß (*1966, LG Neiße) ihren Kugelstoßtitel des Vorjahres. Sie stieß die Kugel auf 13,60m (persönliche Altersklassenbestleistung) und hat sich damit binnen zwei Jahren um einen ganzen Meter verbessert. Den W40-Hammerwurf gewann ebenso klar die Favoritin Katharina Schaper (*1967, LG Hannover) mit 42,39m wie Weltmeisterin Karen Scholz (*1964, VfV Spandau) den Speerwurf ihres Altersklasse mit 43,79m . Weitere Topleistungen in der W40 lieferten eine taktisch klug laufende Annette Weiss (*1968, G Bonn/Troisdorf/Niederkassel) in 2:19,91min über 800m vor Birgit Bendel (*1968, SV Reinstetten, 2:21,36min) sowie Andrea Thirtey (*1966, Mönchengladbacher LG) in 11,84sec (nW) über 80m Hürden ab.
Höhepunkt der Wettkämpfe in der Altersklasse W45 war sicherlich der neue deutsche 80m-Hürdenrekord dieser Altersklasse durch Olga Becker (*1961, ABC Ludwigshafen). In 12,22sec steigerte sie ihre eigene, erst 14 Tage alte Bestleistung um 17 Hundertstel. Dabei wird die Ludwigshafenrin seit Monaten durch einen Fersensporn behindert. Neue 800m-Meisterin der W45 wurde Esther Zoll (*1962, Eintracht Duisburg) in 2:26,86min vor Bärbel Kiel (*1963, TSV 1850/09 Korbach, 2:27,52min); den Hochsprung gewann Andrea Nebelung (*1959, LG Altmark) mit übersprungenen 1,47m.
Den mit Spannung erwarteten Kugelstoßwettkampf entschied Carmen Grell (*1962, Sportfreunde Neukieritzsch 21) mit 12,18m gegen die 11,69m von Angelika Anton (*1963, MTV Soltau, 11,69m ) und Mehrkämpferin Anke Straschewski (*1963, TSV Bayer Leverkusen, 11,12m) für sich. eine nervenstarke Ulrike Engelhardt (*1959, ASV Erfurt) verteidigte mit 39,28m ihren Vorjahrestitel. Dabei musste sie alles aufbieten, nachdem im vorletzten Wurf der Konkurrenz Sabine Rogge (*1962, SG Vorwärts Frankenberg) mit 38,41m die bis dahin mit 38,04m führende Erfurterin vom ersten Platz verdrängt hatte.
Mit nur 23cm setzte sich im Speerwurf Ursula Thirtey (*1962, Mönchengladbacher LG, 42,23m) gegen Angelika Anton (*1963, MTV Soltau, 42,00m) durch. Auch hier fiel die Entscheidung erst ganz am Schluss des Wettkampfes, als der Mönchengladbacherin doch noch die Siegesweite gelang.
(28.06.08)
In der W35 gewann Michaela Floeth (*1969, TSV Bayer Leverkusen) das Kugelstoßen mit 11,95m. Nur fünf Zentimeter dahinter belege das "Covergirl" der Juli-Ausgabe des Magazins SeniorenLeichtathletik Imke Overmann (*1972, LC Paderborn) mit 11,90m Rang 2 - übrigens exakt 109 Tage, nachdem sie Mutter ihres Sohnes Tim geworden war.
Ergebnisse der Deutschen Leichtathletik-Seniorenmeisterschaften I (2008)


DM Senioren I: Medaillenjagd im Hülspark

Heute beginnen im Kevelaerer Hülsparkstadion die Deutschen Meisterschaften der Senioren I. Sportler aus 412 Vereinen gastieren drei Tage lang in der Marienstadt und suchen ihre nationalen Titelträger.
Als Fußball-Bundestrainer Joachim Löw dieser Tage gefragt wurde, ob er denn glaube, dass seine Mannschaft Chancen habe, die kommende Begegnung zu gewinnen, überlegte er nicht lange und antwortete kurz und bündig mit einem überzeugenden „Ja“. Kein wenn, kein aber, keine sonst wie formulierte Einschränkung. Ja – dazu ein Mienenspiel, das die Unverrückbarkeit der Aussage bekräftigte. So und nicht anders hört sich Selbstbewusstsein an. Und mit genau so einem Gesichtsausdruck verbindet man dies auch. Davon ist Franz-Josef Probst, einer der maßgebenden Väter der Kevelaerer Leichtathletik über ein gefühltes halbes Jahrhundert lang, in den vergangenen Tagen, die gemeinhin als die heiße Phase einer Vorbereitung gelten, nicht weit entfernt gewesen. Die Frage, mit der Probst konfrontiert wurde, galt dem Stand der Vorbereitungen mit Blick auf die Leichtathletik-DM. Der 67-Jährige ließ nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass seine Mannschaft die Ausrichtung des dreitägigen Events zu einer runden Sache machen wird. „Die Vorbereitungen sind im Großen und Ganzen abgeschlossen“, sagte Probst, „wenn es jetzt nicht zu lang andauernden Regenfällen kommt, die die frisch aufgetragenen Markierungen wieder wegwischen, werden die Sportler bestens vorbereitete Wettkampfstätten vorfinden.“ Der Hülspark gebe ein optisch hervorragendes Bild ab.
„Ich kann immer nur wieder die Unterstützung der Stadt hervorheben“, betont Probst. Nur so sei seine zahlenmäßig überschaubare Abteilung überhaupt in der Lage, im Abstand von nur zwei Jahren Veranstaltungen dieser Bedeutung auf die Beine zu stellen. Diesmal sind es Sportler aus 412 Vereinen, verteilt über das gesamt Bundesgebiet, die 1154 Meldungen abgegeben haben. In der weit überwiegenden Zahl sind die Athleten, die von Freitag bis Sonntag um die nationalen Titel streiten, zwischen 30 und 50 Jahre alt – mit minimalen Ausreißern nach oben. Im Sprachgebrauch des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) firmiert diese Altersgruppe unter „Senioren I“. Gruppiert ist sie in Klassen, die jeweils fünf Jahrgänge umfassen. In jeder Disziplin jeder Klasse werden an diesem Wochenende in Kevelaer die nationalen Meister gesucht. Dabei sind es weniger die großen Namen, die die Aufmerksamkeit fokussieren werden. Es ist das hautnahe Erleben großartiger Wettkämpfe in insgesamt 149 Entscheidungen.
Innerhalb der letzten sechs Jahre findet diese DM bereits zum dritten Mal in der Marienstadt statt. Der Verband weiß auf Grund der bisher gemachten, positiven Erfahrungen bei der Vergabe von Titelkämpfen nach Kevelaer, was er an dem KSV als ausrichtender Verein hat. Im gleichen Maße trifft dies aber auch auf die Stadt zu und das leichtathletische Umfeld benachbarter Vereine, aus denen eine große Zahl Kampfrichter und Helfer rekrutiert werden müssen. All dies beförderte in den vergangenen Jahren Meisterschaften, die von einer großen Herzlichkeit und Freundlichkeit getragen wurden. Dem wieder gerecht zu werden, fühlen sich alle Beteiligten auch dieses Mal verpflichtet.
(von REINHARD PÖSEL aus rp-online, 28.06.08)


Antidoping: Aufregung nach dänischer Studie - Wada-Labors kritisiert

Sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Peking hat eine Studie erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit von EPO-Tests im Auftrag der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) geäussert. Das Risiko eines Athleten, nach Einnahme des leistungssteigernden Hormons durch Urinkontrollen überführt zu werden, sei bei manchen Wada-Labors fast gleich null, bemängeln die Mitarbeiter des Muskelforschungszentrums in Kopenhagen. Die Forscher um Carsten Lundby injizierten acht Männern zunächst während einer zweiwöchigen Aufbauphase jeden zweiten Tag das Hormon EPO, das die Sauerstoffaufnahme des Blutes fördert. In der zweiten leistungserhaltenden Phase, die für Wettkämpfe relevant ist, erhielten die Teilnehmer das Dopingmittel nur noch im wöchentlichen Abstand. Trainingstests bestätigten, dass das Leistungsvermögen der Männer deutlich anstieg.
Dann liessen die Forscher zwei der weltweit insgesamt 33 WADA-Labors den Urin der Probanden analysieren. Von dem während der leistungserhaltenden Phase entnommenen Urin bewertete das erste Labor nur 6 von 16 Proben als positiv. Das zweite Labor gab sogar in allen Fällen Entwarnung. Wurde der Urin in der Phase nach der EPO-Gabe entnommen, kam das erste Labor nur bei 2 von 24 Proben zu einem positiven Befund. Das zweite Labor kam wiederum ausschliesslich zu negativen Ergebnissen.
Auf Wettkämpfe übertragen hiesse dies, dass es bei Doping mit EPO eine deutliche Leistungssteigerung gebe und gleichzeitig ein geringes Nachweisrisiko, betonen die Wissenschaftler im «Journal of Applied Physiology». Die leistungserhaltende Phase mit nur sporadischer EPO-Einnahme kann ihren Angaben zufolge über eine ganze Wettkampfsaison ausgedehnt werden. Die Forscher fordern bessere Verfahren zum Nachweis der Substanz. Damit sei aber vor der Tour de France und den Olympischen Spielen in Peking nicht mehr zu rechnen.
„Ich habe noch nie eine so drastische Situation gesehen, wie sie in diesem Artikel beschrieben wird“, sagte Wada-Forschungsdirektor Olivier Rabin der amerikanischen Zeitung „International Herald Tribune“. Und Don Catlin, Chef der unabhängigen Vereinigung Anti-Doping-Research in Los Angeles, betonte: „Dieses Dokument öffnet uns ganz sicher die Augen. Es ist ziemlich bemerkenswert.“
Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke hält die Studie für „ zweifellos seriös. Aber sie bringt nichts Neues. Wir haben das schon vor zwei Jahren publiziert und eine Verbesserung der Analysemethoden gefordert.“ Der Epo-Test sei seit 2003 mehrfach verbessert worden, ergänzte Franke, „und der letzte Stand ist bei dieser dänischen Studie noch nicht berücksichtigt.“ Auf frühere Kritikpunkte hätten die Wada und ihre Labors reagiert und die Analyseverfahren „deutlich verbessert“.
(Quellen: FAZ, NZZ, 28.06.08)


EM-Teilnehmer nun online

An diesem Wochenende finden in Ljubljana (SLO) die nationalen Masters-Meisterschaften der Slowenen statt. Ein willkommener Anlass für die EVAA-Vertreter Nicola Maggio (ITA) und Wilhelm Köster (GER) den letzten Besuch vor der EM 2008 zu machen und die Funktionsfähigkeit der Anlagen wie auch der Mitarbeiter vor Ort zu beobachten.
Inzwischen ist auf der Webseite des EVACS-Ausrichters die komplette Teilnehmerliste, männlich wie weiblich, von Altersklasse 35 bis Altersklasse 95, veröffentlicht. Jeder gemeldete Teilnehmer kann somit nicht nur seine eigene Meldung überprüfen, er und sie haben auch Gelegenheit, die Mitbewerber zu studieren, zumal zum überwiegenden Teil (leider immer noch nicht alle) die Saisonbestleistungen angegeben sind.
Webseite: www.evacs2008.si
(28.06.08)


M35: Charles Friedek springt Olympia-Norm und deutsche M35-Bestleistung

Dreispringer Charles Friedek (*1971, Team Referenznetzwerk Leverkusen) hat am Mittwochabend gezeigt, was in ihm steckt. Beim Springermeeting in Wesel flog der 36-Jährige auf 17,04 Meter und erfüllte damit erstmals die B-Norm für Olympia (17,00 m), die er nun noch einmal springen muss.
Nach zwei ungültigen Versuchen war Charles Friedek im dritten Anlauf genau bei 17,00 Metern gelandet. Im letzten Versuch packte der Weltmeister von 1999 noch einmal vier Zentimeter drauf. Bei beiden Versuchen hatte er Gegenwind, so dass bei optimalen Bedingungen auch die A-Norm von 17,10 Metern, die nur einmal gesprungen werden muss, für ihn machbar sein sollte.
Mit 17,04 Metern zeigte er seinen weitesten Sprung seit dem 19. Juni 2005, als er bei seinem Europacup-Sieg in Florenz (Italien) 17,20 Meter gesprungen war. „Dieses Ergebnis ist jetzt schon die halbe Miete“, sagte DLV-Disziplintrainerin Elke Bartschat. „Damit sind wir unserem Ziel schon um einiges näher.“ Die Weite des Leverkuseners ist gleichzeitig neuer deutscher M35-Altersklassenrekord; den alten hielt Friedek selbst mit 16,68m, die er vor zwei Jahren ebenfalls in Wesel gesprungen war.
(Quelle: www.leichtathletik.de, 26.06.08)


Berglauf-EM 2008: Nur 225 für Lenzerheide gemeldet

225 Masters haben für die 2. Europäischen Berglaufmeisterschaften der Senioren in Lenzerheide (Schweiz) am kommenden Samstag gemeldet. Die teilte jetzt dier Europäische Seniorenleichtathletikverabnd EVAA mit. Die Zahlen müssen enttäuschen. Denn vor zwei Jahren bei der ersten EM-Auflage in Unterharmersbach im Schwarzwald waren es fast doppelt so viel, darunter 322 Deutsche. Diesmal meldeten nur ganze 71 Deutsche, 58 Italiener (2006: 21) und 25 Schweizer Bergläufer der Altersklassen.
Die Athleten stammen aus 12 Ländern, 167 Senioren und 58 Seniorinnen. Die EVAA wird am Samstag durch Vizepräsident Vesa Lappalainen (Finnland) und Josep M. Antentas (Berglaufbeauftragter) repräsentiert sein. DLV-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Böhnke und DLV-Berglauf-Berater Wolfgang Münzel betreuen das deutsche Team, für das unter anderen die Senioren-Berglauf-Europameister aus dem Jahr 2006, Rudolf Pletzer (M 55), Gerlinde Schmittner (W60), Anne Fischer (W 50) und Marie-Luise Heilig-Duventäster (W45), starten werden.
(25.06.08)


M70: Hochspringer Volkert stellt deutsche M70-Bestleistung ein

Im Jahre 2006 war Jürgen Volkert *1938, LG Staufen) in der Altersklasse M 65 mit 1,52 m Senioren-Hallenweltmeister im Hochsprung geworden. Mittlerweile in der Klasse M 70 angelangt, schlug er jetzt bei den Internationalen Seniorenmeisterschaften von Vorarlberg und Tirol in Bludenz wieder zu.
Obwohl Nieselregen und Temperaturen um zehn Grad nicht gerade leistungsfördernd wirkten, gewann Volkert den Wettkampf mit ausgezeichneten 1,44 m. Er verbesserte damit den erst in diesem Jahr aufgestellten württembergischen Rekord des Crailsheimers Günter Braun gleich um zehn Zentimeter. Den seit 1995 von Gerhard Wingolf und Gustav Stähle gemeinsam gehaltenen deutschen Rekord stellte er ein.
(24.07.08)


Europacup: Peter Esenwein (M40) gewinnt für deutsche Mannschaft in Annecy

Mit Mastersathlet Peter Esenwein (*1967, LG Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) )ist weiterhin zu rechnen: Beim Europacup im französischen Annecy sorgte der 40-jährige Speerwerfer aus Holzhausen, der einmal in der Woche als WLV-Honorartrainer am Stützpunkt Schwäbisch Gmünd den Nachwuchs betreut, für einen der wenigen deutschen Siege.
Dabei kam ihm auch die Schwäche der Konkurrenz zugute. Mit 79,97 m hatte er diese fest im Griff. Am nächsten kamen ihm noch der Franzose Laurent Dorique mit 75,97 m und der Pole Igor Janik mit 75,65 m. Jedenfalls hat Peter Esenwein durch dieses Ergebnis noch fester die Hand am Olympiaticket. Hinter Großbritannien (112 Punkte), Polen (98) und Frankreich (96) belegten die DLV-Männer mit 95 Punkten Platz 4.
(25.06.09)


M60: Johann Schrödel mit 800m-Altersklassenbestleistung

Johann Schrödel (*1948, TSG 08 Roth) hat am vergangenen Mittwoch den 18 Jahre alten 800m-Rekord von Lauflegende Berthold Neumann von 2:13,26 auf (handgestoppte) 2:12,8 Sekunden verbessert. Ideale Bedingungen boten sich den 60 Läufern zum Auftakt der diesjährigen Bahnlaufserie des ESV Treuchtlingen. Dabei standen beim ersten der insgesamt drei Läuferabende in der Altmühlstadt traditionell die Entscheidungen über 800m auf dem Programm.
Der siebente der insgesamt acht Rennen stand unter einem besonderen Zeichen: Denn Johann Schrödel, der für die aus der Fusion des SC Roth und des TSV Roth hervorgegangene TSV 08 Roth startet, hatte sich vorgenommen, den deutschen Seniorenrekord der M60 über 800m anzugreifen. Seine Vereinskollegen sollten dabei die entsprechenden Schrittmacherdienste leisten. Der Plan ging auf: Schrödel konnte sich in 2:12,8 min über den deutschen Rekord der M60 freuen. (Foto: Johann Schrödel vor der Ziellinie;
© privat) (24.06.08)


EM: 3616 melden für Ljubljana

Das EM-Organisationskomitee in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana hat heute mitgeteilt, dass für die bevor stehende 16. Leichtathletik-Europameisterschaften in Ljubljana 3616 Mastersathleten gemeldet haben. Das wäre die viertgrößte Teilnehmerzahl aller bisherigen Senioren-Europameisterschaften. In der Rangliste steht weiterhin Potsdam 2002 auf Platz 1 (4385 Starter) vor Cesenatico 1998 (ITA, 4291).
Die 3616 Starterinnen und Starter stammen aus 41 europäischen Ländern. Wie traditionell stammen die meisten Aktiven aus Deutschland. Es ist gegenüber der ersten Zählung noch ein Athlet hinzu gekommen, und es werden 653 an den Start gehen. Beendruckende 629 Masters steuert Italien bei, 333 das Vereinigte Königreich. Experten recfhnen damit, dass sich die endgültige Teilnehmerzahl durch akzeptierte Nachmeldungen noch leicht erhöhen könnte.
(23.06.08)


Norddeutsche: Karl-Heinz Marg (M70) stößt europäische Bestleistung

Karl-Heinz Marg (*1938, SG Osterholzer LA) stieß die Kugel bei den Norddeutschen Seniorenmeisterschaften in Verden (Aller) auf 14,86 m. Der am 20.05.1938 geborene Sparkassendirektor iR verbesserte damit nicht nur den neun Jahre alten deutschen M70-Rekord von Heinz Brandt (*1929, TSV Klausdorf) um 27cm. Er übertraf auch den 2000 erzielten Europarekord des Schweden Torsten von Wachenfeldt (*1927) um 6 cm.
Auch sonst gab es eine ganze Reihe beeindruckender Ergebnisse. So lief Brigitte Heidrich (*1961, TSV Stelle) die 400m in 62,90sec. Dr. Christina Ziemann (*1968, MTV 49 Holzminden) kommt nach ihrer schweren Verletzung im vergangenen Jahr immer besser in Form. Sie gewann mit 3,15m den Stabhochsprung und kam bis auf 5 cm an die acht Jahre alte deutsche Bestleistung von Petra Herrmann heran, die sie bei den niedersächischen Seniorenmeisterschaften vor zwei Wochen in Delmnenhorst bereits einstellen konnte. "Leider haben es mir dort die Kampfrichter verwehrt, mir eine Höhe zu wünschen. Sie meinten, dass es nur geht, wenn man Letzter im Wettbewerb ist. Da wir aber mit den Männern zusammen gesprungen sind, kamen noch Athleten nach mir. Das war natürlich nicht ganz korrekt, weil es ja unterschiedliche Wettkämpfe waren. In Verden kam jetzt bei 3,22m der große Regen. Irgendwann wird es aber schon noch klappen mit den 3,21m ," sagte Christina Ziemann augenzwinkernd zu masters-sport.de.
In der M35 übertraf der neue Norddeutsche Seniorenmeister im Stabhochsprung Holger Finke (*1969, LG Elmshorn) mit 4,10 m seine letztjährige Bestleistung. Speerwerfer Marcus Bieck (*1969, TV Norden) siegte mit 61,50m. In der Altersklasse M40 sah einen glänzend aufgelegten Meinert Möller (*1966, TuS H/M Kiel). In Altersklassenbestzeit siegte er über 100m in 11,40sec (W:+1,2), über Tags darauf 200m in 23,27 (W:-0,5) und 54,21 über 400m. Starke 15,93sec (W:+1,1) war die Siegerzeit von Karsten Münkel (*1965, Garbsener SC) über 110m Hürden. Über 4 x 100m setzte sich die Staffel des OTB Osnabrück (Tute, Heiko *1961; Nolte, Gerald *1963; Deppe, Gert *1964; Tute, Karsten *1965) in 46,39sec gegen die LG Osterode (Holland, Henning *1963; Hoffmeister, Dirk *1967; Klohr, Dr.Erik-Andreas *1964; Brömme, Dirk *1968) in 47,55 sec durch. Mit 12,45m gewann Dirk Hoffmeiste (*1967,LG Osterode) auch den Dreisprung. Überzeugende 58,64m machten Steffen Thrän (*1967, LG Merseburg) zum norddeutschen Seniorenmeister 2008 im Speerwurf.
Czeslaw Pradzynski (*1960, LAV Zeven) siegte in der M45 über 100m in 11,84 sec (W:+1,1). In einem spannenden 400m-Rennen der beiden Altersklassenneulingensiegte Dr. Ted Spitzer (*1963, LAZ Celle) in 54,25 sec gegen Ralf Berlin (*1963, LG Altmark, 54,33 sec), der mit 5,90m (W:-0,2) den Weitsprung und 12,04m (W:0,0) dauch den Dreisprung seiner Altersklasse gewann. Über 110m Hürden gewann Michael Siemt (*1963, LG Kreis Verden) in 17,61 sec (W:+1,1) gegen Ingo Heinze (*1959, SV Nienhagen, 17,95 sec). Hammerwurfspezialist Valerij Schütz (*1959 , LG Wedel-Pinneberg) siegte unangefochten in 48,85 m und 49,43m war die Siegesweite von Bernd Logemann (*1960, LGG Ganderkesee) im Speerwurf. In einem taktischen 800m-Rennen setzte sich M50-Meister Manfred Vollmer (*1957,LG Göttingen, 2:11,66min) gegen Christian Breeck (*1958, SC Melle 03, 2:12,84 min) durch. Übver 100m war Wilhelm Lindmüller (*1956, TuS Wunstorf ) in15,37sec (W:+0,7) konkurrenzlos. Die 4 x 100m-Staffel der LAV Zeven (*Müller, Hans-Georg 1956; *Schneegans, Dr. Bernward *1953; Hickisch, Joachim *1955; Meier, Helmut *1951) verpasste die 50-Sekunden-Grenze nur um 34 Hundertstel. Mit 5,73m (W:0m,0) im Weit- und 11,48m (W:-0,7) im Dreisprung holte sich Peter Serowinski, (*1955, TV Langen) zwei Sprungtitel. Speerwurfmeister der M50 wurde in Verden Karl-Heinz Brink (*1957, SV Lok Blankenburg 1949) mit der Siegesweite von 50,58 m.

Ergebnisse der Norddeutschen Seniorenmeisterschaften am 21./22. Juni in Verden an der Aller
(23.06.08)


Sachsen-Anhalt: Drei Landesrekorde bei Sommersportfest des USV Halle

Beim abendlichen Sommersportfest des USV Halleverbesserten die Damen der Altersklassen W40 und W50 insgesamt drei mal bestehende Landesrekordmarken des DLV-Lanbdesverbandes Sachsen-Anhalt. Zunächst ging die 4x400 m-Staffel der Startgemeinschaft Halle-Saalekreis an den Start. Gabriele Tendler, Thurid Erbert, Gabriele Kelling und Evelyn Heinrich (alle LAV Halensia) liefen nach 4:39,80 min durch das Ziel und unterboten die bisherige Bestmarke des Tangermünder LV 94 aus dem Jahr 2004 um fast eine ganze Minute. Zum Vergleich: Die Deutsche Seniorenbestleistung liegt in der W40 derzeit bei 4:18,15 min. Knapp 10 Tage zuvor hatten die Frauen des LAV Halensia in anderer Besetzung bereits den Landesrekord über 4 x 400 m in der W30 verbessert.
20 Minuten später gingen die W50-Damen der StG Halle Harz mit der 4 x 100 m-Staffel auf die Bahn und legten mit 56,16 s ebenfalls eine Rekordleistung hin. Elke Racz, Gabriele Reppe, Gisela Seifert und Petra Gregor bildeten das Team, welches den vor einem Jahr zu den Seniorenmeisterschaften in Fulda gelaufenen Rekord noch einmal um 26 Hundertstel aufbesserten. Gabriele Reppe und Gisela Seifert waren damals schon an der Leistung beteiligt. Sollten die Athletinnen auf disem Weg weitermachen, scheint sogar die Einstellung der Deutschen Bestleistung aus dem Jahr 1996 (55,97 s) keine große Hürde mehr zu sein.
Gisela Seifert ging zum Ende des Sommersportfestes noch einmal an den Start. Dieses Mal fiel der Schuss für die 3000 m. Als sie nach 12:13,61 s das Ziel erreichte war klar, dass sie eine Top-Leistung gezeigt hatte. Erst später stellte sich heraus, dass sie damit auch ihren eigenen Landesrekord aus dem vergangenen Jahr um ganze 20 s unterbot. In den Statistiken des Landes gibt es für sie keinen besseren Wert über 3000 m.
Die W50 Frauen der StG Halle Harz (ein Zusammenschluss aus dem USV Halle, dem LAV Halensia und der TSG GtsMuths Quedlinburg) nutzten das Sommersportfest vor allem, um sich für die Deutsche Altersklassen-Mannschafts-Meisterschaft (DAMM) zu qualifizieren. In den fünf Disziplinen (100 m, Weitsprung, Kugelstoßen, 4x100 m, 3000 m) errangen Gisela Seifert, Sigrid Schwarz, Petra Gregor, Gabriele Reppe, Elke Racz und Helma Teuscher 4775 Punkte. Dieses Ergebnis liegt weit über denen, der vergangenen Jahre und übertrifft selbst das der Siegermannschaft aus dem Jahr 2007. Der DAMM-Endkampf findet am 20. September in München statt.
(Quelle: Udo Israel - Leichtathletikverband Sachsen-Anhalt(rh), 22.06.2008)


Dieter Baumanns Kolumne:
Jung gegen Alt

Vor einem Jahr hatte mir ein junger Athlet leichtfertig eine Wette angeboten. Ein 800 Meter Rennen wollte er laufen. Gegen mich. Auf der Bahn. Obwohl er seine Spikes schon an den Nagel gehängt hatte, fühlte er sich offensichtlich im Vollbesitz seiner Kräfte. Ganz genau kann ich auch nicht sagen, was er sich dabei gedacht hat? Vielleicht, dass Menschen über 40 keinen schnellen Schritt mehr laufen können? Vielleicht weil er sich als ehemals 800 Meter Läufer im Vorteil sah.
Wie auch immer, es kam zu einer folgenschweren Wette. Der Wetteinsatz war hoch. Im Falle meiner Niederlage sollte ich ihn zu einem feudalen Essen im Nobelitaliener in Tübingen einladen. Wahrscheinlich hatte ihn der Ausblick auf einen kulinarischen Höhepunkte leichtsinnig gemacht. Wenn er verlieren sollte, was aus seiner Sicht überhaupt nicht möglich war, drohte Schwerstarbeit: ein Wald und Wiesengrundstück - Hanglage versteht sich - sollte er abmähen.

Weiter geht's auf Dieter Baumanns Internetseite... (19.06.08)

Bayern: Favoriten behaupten sich am Berg

Bergauf ging es an den letzten beiden Wochenenden für mehrere bayerische Seniorenläufer. Nach den deutschen Berglaufmeisterschaften in Müllheim/Baden standen am 15. Juni die bayerischen Meisterschaften am Berg für die Senioren und die Jugend an. Austragungsort war Furth im Wald. Schnellster Läufer wurde dabei der Jugendliche René Stöckert (TSV Ostheim); als erste Frau war die 42-jährige Barbara Stich (LLC Marathon Regensburg) im Ziel.
Bayerns Berglaufwart Franz Geigl war natürlich nicht glücklich, dass der DLV die „Deutschen“ so knapp vor die bayerischen Berglaufmeisterschaften gesetzt hatte. Und es gab durchaus routinierte Bergläufer und Bergläuferinnen, die auf der 10,0 Kilometer langen und mit 600 Meter Höhendifferenz versehenen Strecke am Ende die Strapaze des Laufes auf den Hochblauen eine Woche zuvor verspürten. Eine Chance war der Lauf zum Glaskreuz am Reiseck sicherlich für jene Langstreckenläufer, die beim Berglauf einsteigen wollten und Athleten, die keine Gelegenheit haben, extreme Bergläufe zu trainieren. Die kürzere Anreise für die Sportler aus Nord- und Ost-bayern stellte ein weiterer Pluspunkt für Furth im Wald dar. „Und die Organisation war wirklich super, hier werde ich wieder einmal starten!“, bewertete Barbara Stich die Veranstaltung des Ski-Club Furth im Wald e. V. Die erfolgreiche Seniorenläuferin lag in der Frauenkonkurrenz stets vorne und konnte mit 47:07 Minuten auch mit vielen Läufern noch mithalten. Knapp sieben Minuten schneller war der 18-jährige René Stöckert, der im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften im Berglauf Fünfter wurde.
Gut läuft es momentan für die Läufer der LG Bamberg. Dass seine deutsche Vizemeisterschaft in Müllheim kein Zufall war, bewies Roland Wild mit seinem klaren Sieg in der Klasse M40. Ebenso deutlich holte sich sein Vereinskamerad Christian Sticker in der M45 den Titel. Der 45-jährige kaufmännische Angestellte kommt vom Triathlon und kann auf der Straße immer noch eine „33er-Zeit“ laufen, was auch seine diesjährige bayerische Meisterschaft auf der Halbmarathondistanz in Aichach beweist. Bereits nach fünf Kilometer löste sich Christian Sticker beim Berglauf in Furth im Wald von seinem Hauptkonkurrenten Helmut Strobl (SVO LA Germaringen). Mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten kam in der M50 Franz Prager (WSV Otterskirchen e. V.) ins Ziel.
Zur Silbermedaille von den „Deutschen“ kann nun Christine Sachs (TV Geiselhöring) die Goldmedaille von den Bayerischen Berglaufmeisterschaften legen. Und der Abstand zu Regi-na Graf (LLC Marathon Regensburg) als zweitschnellste bayerischen Seniorenläuferin in der W50 war im Bayerischen Wald ähnlich groß wie beim Lauf auf den Hochblauen. Elmar Fries ist dieses Jahr in die M55 aufgerückt. Mit 45:55 Minuten holte er sich den Einzel-titel und mit Willi Mayershofer und Anton Gorbunov in der Mannschaftswertung für den TV Geiselhöring eine weitere Goldmedaille. Seit zwei Jahre laboriert Roland Rampf (MBB-SG Augsburg) schon an einer Verletzung. Die Belastungen eines Berglaufes kann er noch am besten wegstecken. Dies hat seine Konkurrenz in der M65 feststellen können. Mit 54:55 Mi-nuten sicherte sich Roland Rampf die bayerische Berglaufmeisterschaft 2008. Den größten Vorsprung zu seinen Gegnern in der Altersklasse lief Georg Groß (SVO LA Germaringen) heraus. Nach 53:24 Minuten überschritt der 70-jährige Allgäuer die Ziellinie, was die bayeri-sche Meisterschaft bedeutete. Nur eine Woche vorher, brachte er aus Müllheim die Silbermedaille mit.
(Beitrag von Dieter Claus auf blv-sport.de, 19.06.08)


Risiko Herzmuskelentzündung – Warnsignale nicht missachten
Ein erhöhter Puls warnt frühzeitig

Weniger aus der Leichtathletik, dafür immer öfter aus den Spielsportarten kommen die Berichte über auch junge Spieler, die während ihrer Wettkämpfe zusammenbrechen und im schlimmsten Falle auch an Herzversagen versterben. Das bedeutet aber nicht, dass Ausdauersportler weniger gefährdet sind. Anomalien der Herzkranzgefäße, Herzklappenfehler, genetische Defekte oder Herzmuskelentzündungen sind Ursachen für schwere Erkrankungen oder sogar Herzstillstände.
Hier geht's weiter bei der Leichtathletik Coaching-Academy
(18. Juni 2008 © Lothar Pöhlitz)


Wird auch das Erfurter Stadion zur "Fußball-Arena"?

Der Vorsitzende des Fußball-Drittligisten Rot-Weiß Erfurt Rolf Rombach (53) will das Steigerwaldstadion umbauen und eine reine Fußball-Arena daraus machen. Die Stehplätze und die Haupttribüne sollen näher ans Spielfeld zu rücken. Die Leichtathletik-Rundbahn würde dabei auf der Strecke bleiben. Deshalb protestieren die Thüringer Leichtathleten.
Der Leiter des Olympiastützpunkts Dr. Bernd Neudert (45) sagte gegenüber BILD: „Der Stadion-Innenraum wurde mit Bundesmitteln gerade erst aufwendig saniert. Jetzt kann nicht alles wieder über den Haufen geworfen werden.“ 2005 vor der U 23-Europameisterschaft wurden Laufbahn und Sprunggruben für 1,3 Mio. Euro erneuert. Der Bund finanzierte 400 000 Euro mit. Neudert: „Außerdem gibt es eine Verpflichtung der Stadt, dass die Leichtathleten das Stadion nutzen können. Und ohne Leichtathletik-Stadion würden auch Olympiastützpunkt und Sportgymnasium keinen Sinn mehr machen!“
(Quelle, 17.06.08)


Also doch: Auch Helena Javornik (W40, SLO) beim Wiener Halbmarathon positiv auf EPO getestet

Die slowenische, für den LLC Wien startende Langstreckenläuferin Helena Javornik (*1966, LCC Wien) ist in der letzten Woche vom internationalen Leichtathletik-Weltverband (IAAF) wegen positiver Dopingtests vorläufig suspendiert worden. Der 42-Jährigen, die sämtliche slowenischen Landesrekorde von 1.500 m bis zum Marathon hält, wurde nach einer Erklärung des slowenischem Leichtathletikverbandes AZS sowohl in der am 11. April analysierten A-Probe als auch in der am 13. Mai getesteten B-Probe wurde das Blutdopingmittel EPO nachgewiesen. Wie die Österreicherin Susanne Pumper (*1970, LCC Wien), deren Proben ebenfalls EPO-positiv ausgefallen waren, wurde auch die Slowenin am 9. März bei einem Halbmarathon im Wiener Prater getestet; schon kurz danach wurde über eine positive Dopingprobe der Slowenin gemunkelt. Die Analysen der Proben wurden im WADA-Labor in Seibersdorf durchgeführt.
Javornik bestreitet inzwischen wie Pumper, jemals gedopt zu haben, und kündigte wie die Österreicherin an, die Ergebnisse anfechten zu wollen. "Ich habe niemals verbotene Substanzen genommen, deshalb sind die Testergebnisse ungültig", sagte Javornik gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur STA.
Auch bei Susanne Pumper hatte die B-Probe das erste Ergebnis bestätigt. Die 37-jährige Wienerin hat außerdem bestätigt, am 13. April bei ihrem Halbmarathon-Rekord in Linz ein weiteres Mal positiv auf EPO getestet worden zu sein. In beiden Fällen sind nun die Disziplinargremien der jeweiligen Landesverbände am Zug. Den Läuferinnen droht eine Sperre von bis zu zwei Jahren. Gegen Pumper könnte bei Vorliegen eines Mehrfachverstoßes nach WADA-Richtlinien sogar eine lebenslange Sperre ausgesprochen werden.
(Quelle: sport-orf.at, 17.06.08)


Sie spielen nicht nur Fußball, die Niederländer, sie betreiben auch mehr als ordentliche Senioren-Leichtathletik. Hier die Ergebnisse der Niederländischen Masters-Meisterschaften 2008, die am letzten Wochenende in Drunen stattfanden. (16.06.08)


W45: Olga Becker läuft neue deutsche Bestleistung über 80 m Hürden

Beim 1. Abendsportfest der TG Limburgerhof (zwischen Ludwigshafen und Speyer) konnte am vergangenen Donnerstag (12.06.) Olga Becker (*1961, ABC Ludwigshafen) die aus dem Vorjahr bei den Deutschen Meisterschaften durch ihre Vereinskameradin Anke Moritz (*1959, ABS Ludwigshafen) erzielte Hürdenbestleistung (12,41) um 2 Hundertstel verbessern.
Bei leichtem Regen und zulässigem Rückenwind (1,1 m/s) erreichte sie mit 12,39 sec eine auch international hervorragende Zeit und ist damit gleichzeitig Favoritin für die in zwei Wochen stattfindenden Deutschen Seniorenmeisterschaften I in Kevelaer. In der M55 überzeugte Sprinter Reinhard Michelchen (*1953, VfL Sindelfingen) über 200m in 25,44sec (W: +0,4) und vor allem mit 12,15 sec über 100m (W:+2,4). Über 100m Hürden überzeugte Dieter Tisch (*1948, ABC Ludwigshafen) in starken 15,30 sec (W:+2,2). M65-er Walter Bauer (*1941, HSV Hockenheim) kam im selben Rennen auf 17,85 sec und zeigte -verglichen mit seiner letztjährigen Bestzeit - noch Entwicklungspotential.
Hier die Ergebnisliste.
(15.06.08)


Telgte: Seniorinnen überzeugen bei Münsterland-Seniorenmeisterschaften

Überzeugende Leistungen lieferten die regionalen Seniorenleichtathletinnen beim Seniorensportfest am 6. Juni im westfälischen Telgte ab, in dessen Rahmen auch die Münsterlandmeisterschaften stattfanden. Angelika Albrecht (*1957, SC Lippstadt DJK) lief die 400m in 68,35; über 3000m erreichte Anne Holtkötter (*1958, LSF Münster) 11:27,81min. W55-erin Sigrid Gößling (*1950, LG Porta Westfalica) sprintete die 100m in 15,11sec (W:0,0). Christa Stedtler (*1943, TV 05 Neubeckum) kam auf 16,17sec. In der W65 lief Hermine Staubermann (*1940, Recklinghäuser LC) die Stadionrunde in 87,66sec. im Kugelstoßen der W70 verpasste Anne-Chatrine Rühlow (*1936, SV Burgsteinfurt) mit 9,96m die 10-Meter-Grenze nur knapp. Sie gefiel auch mit exakt 28,00m im Diskuswurf.
Bei den Männern lief James Holmes(*1965, OTB Osnabrück) über 800m 2:03,77min.
(15.06.08)


Igersheim: Der erfolgreiche Senioren-Leichtathlet Wilfried Hack wird Sonntag 70

"Sport ist Mord", sagen diejenigen, die es sich lieber auf der heimischen Couch bequem machen, anstatt etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Wilfried Hack kann darüber nur müde lächeln. Der gebürtige Waldfischbacher - das liegt in der Pfalz - ist fit wie ein Turnschuh. "Gerade weil ich sportlich so aktiv bin", betont er im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Am morgigen Sonntag nun begeht er im Kreise seiner Familie, dazu gehören neben Gattin Roswitha zwei Söhne, seinen 70. Geburtstag. Wirklich 70? "Ja, es stimmt, ich werde so alt", meint er schmunzelnd, wohlwissend, dass er gut und gerne als zehn Jahre jünger durchgehen könnte.
Wilfried Hack, dem eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ehemaligen ZDF-Wetterfrosch Elmar Gunsch nicht abzusprechen ist, kam erst über Umwege in das schöne Taubertal. Er war lange Jahre tätig in der Wetterberatung, von 1980 bis 1984 unter anderem bei der Nato im holländischen Brunssum. "Danach war ich vor die Wahl gestellt, in den hohen Norden oder in den Süden zu gehen." Und so habe er sich schließlich für Igersheim entschieden; in der Niederstettener Kaserne fand er als Zivilangestellter eine Anstellung, die er bis zu seiner Pension 2003 ausübte.
Pension war und ist für Wilfried Hack nicht gleichzusetzen mit Beine hochlegen. Er hatte sich längst wieder der Leichtathletik verschrieben, nachdem "ich früher neben der Leichtathletik auch Handballer war". Mit seiner Frau Roswitha hat er den perfekten Partner an seiner Seite, denn auch sie war ehemals als Leichtathletin, Turnerin und Schwimmerin aktiv. Seit 1988 frönt Wilfried Hack wieder der Leichtathletik, neben dem Schreinern die große Leidenschaft des Neusiebzigers. "Ja, ich bezeichne mich als Sport verrückt, aber im positiven Sinn", skizziert er sich. Und seine Gattin, mit der er seit 47 Jahren verheiratet ist, ergänzt: "Mit ihm habe ich einen zuverlässigen, ehrliche, fürsorglichen, hilfsbereiten, starken Partner an der Seite, an den ich mich anlehnen kann und der für mich ein großer Halt ist."
Wilfried Hack ist ein Mann, der als Sportler mit dem nötigen Biss ausgestattet ist, der jedoch alles andere als verbissen ist. Der neue württembergische Rekordler im Kugelstoßen und mehrfache Deutsche Meister weiß seine eigene Leistung einzuschätzen. "Ich sehe das alles mit der richtigen Einstellung. Wenn ein anderer im Wettkampf besser ist, akzeptiere ich das voll und ganz. Ich bin zufrieden, wenn die eigenen Leistung stimmt." Und die holt er ohne jegliches Doping aus sich heraus. Zu diesem Thema hat er seine eigene Ansicht: "Entweder man gibt Doping frei, damit jeder so viel nehmen kann, wie er will. Oder aber es wird viel härter bekämpft und Sünder werden für immer vom Sport ausgeschlossen."
Nachdem er jahrelang für den TV Bad Mergentheim an den Start ging, ist der 1,86 Meter große und 102 Kilogramm schwere Modellathlet seit geraumer Zeit für die LG Hohenlohe aktiv - und dort aufgrund seiner vielen Erfolge nicht nur ein Vorbild für den Nachwuchs. Das Umfeld in Igersheim, er kann Halle und Sportanlagen zum Training regelmäßig benutzen, empfindet er als hervorragend, hier legt Wilfried Hack die Basis für seine Erfolge. Er, der auch mit 70 keinerlei Probleme hat, sich zu motivieren, trainiert mehrmals die Woche, und das zwei bis zweieinhalb Stunden pro Tag. Der persönliche Einsatz, auch Wind und Wetter werden nicht gescheut, lohnt sich und macht Hoffnung auf weitere Siege und Medaillen. Und selbige könnten gar nicht so lange auf sich warten lassen. "Denn ab 23. Juli findet im slowenischen Ljubljana die Senioren statt", betont der äußerst rüstige und jung geblieben "Oldie". "Und dort will ich mit Diskus und Kugel mitmischen."
Morgen bleibt der Sport gänzlich außen vor. Da heißt's, den Siebzigsten ausgiebig zu feiern. Die Fränkischen Nachrichten reihen sich in die Schar der vielen Gratulanten ein und wünschen noch viele verletzungsfreie und erfolgreiche Wettkämpfe.
(Von Klaus T. Mende in Fränkische Nachrichten 14. 06. 2008)


Österreich: Susanne Pumper (W37) bestätigt positive Dopingprobe

Vor zwei Monaten noch Österreichs einzige Hoffnung auf eine Olympia-Teilnahme im Marathonlauf, rutscht Susanne Pumper (*1970, LLC Wien) weiter in den Doping-Sumpf. Die 37-Jährige ließ am Freitag über ihren Rechtsanwalt Clemens Grünzweig bestätigen, dass ein am 14. April genommener Dopingtest positiv ausfiel. Die Probe wurde an jenem Tag genommen, an dem Pumper von ihrer positiven Probe vom 9. März informiert wurde.
Pumper geht in der Aussendung einmal mehr in die Offensive, indem sie jene Probe vom 14. April als selbst veranlasst bezeichnet und ihre fachlichen und methodischen Zweifel an der Analyse nun noch mehr verdichtet sieht. Tatsächlich war es aber ein verpflichtender Test, da Pumper am 13. April im Rahmen des Linz-Marathons einen österreichischen Halbmarathon-Rekord gelaufen war. Aus Linz war sie abgereist, noch ehe die Tester für den Marathon erschienen sind.
Laut ÖLV-Präsident Roland Gusenbauer hat die LCC-Wien-Athletin in Wien am Tag nach ihrem Linz-Auftritt im Büro des Österreichischen Anti-Doping-Komitee (ÖADC) unmittelbar vor Abgabe der Doping-Probe von dem am 9. März positiv ausgefallen Test erfahren. Ob es sich daher nun bei den Doping-Fällen um ein oder zwei Vergehen handelt, traute sich Gusenbauer vorerst nicht zu beurteilen.
Pumper und ihr Anwalt sehen diese Frage allerdings unzweifelhaft geklärt. "Aufgrund des sachlichen und zeitlichen Zusammenhanges der Tests liegt aus juristischer Sicht nur ein Fall vor, der vom Österreichischen Leichtathletik-Verband in einem Verfahren zu behandeln sein wird", wurde in dem Schreiben festgehalten. Um tatsächlich von zwei Fällen zu sprechen, ist freilich erst die Öffnung der B-Probe abzuwarten. Pumper geht weiter davon aus, unschuldig zu sein und kündigte schon indirekt die Öffnung der B-Probe an.
(Quelle: Die Presse 14.01.08)


Strafrichter verurteilt Werner Franke zu Geldstrafe

Der Heidelberger Doping-Experte Prof. Dr. Werner Franke ist am Donnerstag von einem Strafroichter des Schweriner Amtsgerichtszu einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro verurteilt worden. Der ehemalige Neubrandenburger Leichtathletik-Trainer Thomas Springstein hatte den Molekularbiologen Franke wegen Verleumdung angezeigt, weil dieser den Leichtathletiktrainer in einem Interview mit dem Nordmagazin des Norddeutschen Rundfunks im Oktober 2006 als "verurteiltes Mädchenschänderschwein" bezeichnet hatte. Springstein war 2006 wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz und der Weitergabe von Dopingmitteln an Minderjährige in einem besonders schweren Fall durch ein Schöffengericht des Amtsgerichts Magdeburg zu einer 16-monatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Franke sprach von notwendiger Meinungsäußerung. "Wenn jemand wissentlich jungen, minderjährigen Mädchen Dopingmittel verabreicht, die ihnen gesundheitlich schaden können, dann hilft nur noch die verbale Notbremse", erklärte der Doping-Jäger. Dem Gericht zufolge überschritt er damit rechtsstaatliche Grenzen. Seine Äußerungen dienten dem klaren Ziel der Herabsetzung der Persönlichkeit Springsteins. Frankes Anwalt Michael Lehner (Heidelberg) kündigte indes an, in Berufung zu gehen. Verteidiger Lehner ist kein ausgewiesener Strafrechtler, hat sich jedoch in diversen Dopingverfahren als Sportrechtler einen Namen gemacht.
(Quelle: NDR, 13.06.08)


Berglauf-DM: Marie-Luise Heilig-Duventäster (W45) schnellste Frau

Der 15. Internationale Hochblauen-Berglauf mit deutscher Seniorenmeisterschaft, wurde am letzten Sonntag auch zu einem großen Tag für die Schwarzwälder Bergläufer, berichtet der Südkurier. Denn Josef Beha wurde Gesamtsieger. Winfried Thurner und Christa Weißer holten bei den Seniorenmeisterschaften Gold. Winfried Thurner (*1957, LT Furtwangen) gewann den Titel in der Altersklasse M 50; Christa Weißer (*1951, FC Alemania Unterkirnach) war in der Altersklasse W 55 erfolgreich. Ebenfalls Gold sicherte sich die Mannschaft des LT Furtwangen in der Klasse M 60 und älter.
Schnellste Frau wurde nicht unerwartet Marie-Luise Heilig-Duventäster (*1961, LG Welfen), die damit natürlich auch ihre Altersklasse W45 gewann. Auch die Zweitplatzierte der W45 Britta Müller (*1962, LG Badenova Nordschwarzwald) war in 57:39min noch schneller als die anderen Läuferinnen. Es folgte sieben Sekunden nach ihr Barbara Stich (*1966, LLC Marathon Regensbur, 57:46min).
Hauptklasseläufer Josef Beha (FC Unterkirnach) und Arnd Bader (*1966, LG Remscheid) setzten sich auf der 10,5 Kilometer langen Strecke mit 905 Meter Höhenunterschied bald vom Feld der 600 Läufer ab. Bis Kilometer vier blieben die beiden zusammen, ehe Beha das Tempo forcierte und schnell 50 Meter Vorsprung hatte. Doch Bader, der seinen ersten Berglauf bestritt, ließ sich nicht abwimmeln. Nur einen Kilometer gewährte er Beha seinen Alleingang, danach liefen sie wieder zusammen. Erst bei Kilometer neun konnte Bader nicht mehr mithalten. Einsam lief er die letzten 1500 Meter dem Ziel entgegen und passierte nach 48:28min zum ersten Mal als Sieger des Hochblauen-Berglaufes das Ziel. Bader wurde in 48:48min schnellster Mastersläufer und gewann die M40. In der M70 siegte Ausnahmeathlet und Flachländer Klemens Wittig (*1937, LC Rapid Dortmund 2000) in 67:07min.
Anzumerken ist noch, dass Udo Bölts (*1966, TuS 06 Heltersberg) in ausgezeichneten 49:41min Dritter in seiner Altersklasse M40 geworden ist. Der Name ist in der offiziellen Ergebnisliste Böltz und damit falsch geschrieben; denn es handelt sich bei dem Bronzemedaillengewinner um Ex-Radrennfahrer Udo Bölts. Im Anschluss an seine Karriere im Radsport hat Udo Bölts einige Läufer im pfälzischen Heltersberg um sich geschart und ist im vergangenen Jahr schon ganz erfolgreich gewesen. In der deutschen Straßenlauf-Bestenliste 07 von Jörg Reckemeier belegt er im 10 km-Straßenlauf in 33:46min Platz 55 und im Halbmarathon Platz 57 in starken 1:15:57h.
Alle DM-Resultate hier...
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(mit Material aus Südkurier.de, 11.06.08, update 13.06.08)


Stabhochsprung: Wolfgang und Ute Ritte springen glanzvolle internationale Rekorde

Es war das Wochenende der deutschen Stabhochspringer. Unglaubliche 4,60m durch Wolfgang Ritte (*1953, Weseler TV) und 2,85m durch Ute Ritte (*1952, Weseler TV) beim Stabhochspringen in Voerde-Friedrichsfeld am Niederrhein bedeuteten gleich zwei internationale Rekorde: Weltrekord durch Wolfgang Ritte in der M55 und Europarekord durch Ute Ritte in der Altersklasse W55.
"Wir haben uns im vergangenen Winter sehr intensiv auf das laufende Wettkampfjahr vorbereitet. Ende des vergangenen Jahres hatten wir uns das Ziel gesetzt, den W55-Europarekord bei den Frauen und den M55-Weltrekord bei den Männern zu verbessern", kommentierte Wolfgang Ritte anschließend gegenüber masters-sport.de. "Aufgrund unserer Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr waren es durchaus erreichbare Ziele. Während sich für mich schon in der Halle und zuletzt auch in Soest das sehr harte Wintertraining bezahlt gemacht hat, verfehlte Ute ihr gestecktes Ziel, die Verbesserung des Europarekordes von 2,81 m, bisher immer knapp. In den letzten Wochen kam sie immer näher an diese Bestmarke heran, die Hillen von Maltzahn (*1949, LG Alte Salzstraße) vor zwei Jahren in Durham (USA) aufgestellt hatte"
Am gestrigen Sonntag passte bei warmen Temperaturen und Rückenwind dann alles. 2,50 m und 2,70 m und auch die neue Bestmarke von 2,85 m übersprang Ute Ritte jeweils auf Anhieb. Fast wäre ihr im dritten Versuch über 2,90 m noch eine weitere Rekordverbesserung geglückt. Nach langem Wackeln entschied sich die Latte aber dann doch noch zu fallen.
Wolfgang Ritte war sich "eigentlich nach Soest und den Westdeutschen Meisterschaften in Duisburg sehr sicher, schon bald wieder Höhen zwischen 4,50 m und 4,60 m springen zu können, denn in Duisburg konnte ich erstmals wieder einen sehr harten Stab (4,60 m / 86 kg) springen, mit dem ich in vergangenen Jahren bereits 4,70 m überquerte." In Duisburg verfehlte er die anvisierten 4,50 m zweimal nur deshalb, weil er sich entgegen dem Rat seiner fachkundigen, auch stabhochspringenden Kinder für einen falschen Ständerabstand entschied und so sehr unglücklich diese Höhe riss.
Angesichts idealer Bedingungen stand jetzt in Voerde seine Marschroute bereits sehr frühzeitig fest: 4,10m, 4,30m, 4,50m - übrigens alle Höhen im ersten Versuch. Dann die Besonderheit. Der alte und neue Weltrekordler machte trotz der übersprungenen Weltrekordhöhe entgegen aller Tradition weiter und schaffte auch 4,60m im ersten Versuch Ein glücklicher Wolfgang Ritte: "100% Planerfüllung!" Jetzt will der deutsche Leichtathlet des Monats März seine Form konservieren, um bei der EM in in Ljubljana "vielleicht - wie in der Halle in Clermont-Ferrand - den Rekord bei einer internationalen Meisterschaft zu verbessern."
In Voerde waren mit Guido Arians (*1970, ASC Düsseldorf) und Christopher Gerhard (*1967, ASV Süchteln) zwei weitere Senioren am Start, und konnte ebenfalls mit guten Leistungen überzeugen. Arians übersprang 4,10m und M40er Christopher Gerhard 3,60m .
(09.06.08)


W40: Franka Dietzsch glaubt trotz Zwangspause an Olympiachance / Frist für Normerfüllung verlängert

Am Wochenende nach der Hiobsbotschaft legte Franka Dietzsch (*1968, SC Neubrandenburg) "die Füße hoch" und erholte sich bei Spaziergängen zu Hause auf der Insel Usedom. Doch das soll nur ein vorübergehender Zeitvertreib bleiben, denn die Diskus-Weltmeisterin glaubt trotz ihrer gesundheitlichen Probleme weiter an ihre Olympiachance: "Ich habe die Medaille in Peking noch nicht abgeschrieben, aber ich muss jetzt erstmal abwarten, bis die Medikamente wirken." Am Freitag war bei der 40-Jährigen akuter Bluthochdruck diagnostiziert worden, weshalb ihr die Ärzte eine Zwangspause verordneten. Leistungssport in diesem Zustand wäre lebensgefährlich.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) vereinbarte deshalb mit dem für die Nominierung zuständigen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dass Dietzsch die Olympianorm von 61,00 Metern nicht bis 6. Juli erfüllen muss. "Wir wollen ihr den Normdruck nehmen", erklärte Cheftrainer Jürgen Mallow: "Franka hat als Weltmeisterin oft genug ihre Leistungsfähigkeit nachgewiesen." Dietzsch selbst sagt: "Wenn ich kurz vor Olympia noch um 61 Meter kämpfen muss, fahre ich ohnehin nicht nach Peking." Sie hat dreimal WM-Gold (1999, 2005 und 2007) sowie einmal EM-Gold (1998) gewonnen. Eine Olympiamedaille fehlt aber noch.
Am Mittwoch steht die nächste Untersuchung für Dietzsch an, schon dann könnte absehbar sein, wie lange die Zwangspause dauert. Bereits seit Wochen fühlte sich die Bankkauffrau schlapp. Bei ihrem einzigen Wettkampf im Mai kam sie nur auf 59,47 Meter. Zuletzt hatte sie ihren Start beim Sportfest in Kassel am 6. Juni abgesagt.
(Quelle: sid,fr-online.de, 09.06.08)


Gem. Landesmeisterschaften der Senioren
Hamburg - Mecklenburg-Vorpommern - Schleswig-Holstein
Schwerin, am 08.06.2008

Resultate
Presse Elmshorn - Presse Ahrensburg - Presse Schwerin - Presse Harburg -

Hessischer Leichtathletik-Verband
Meisterschaften der Seniorinnen und Senioren
Egelsbach, von 07.06.2008 - 08.06.2008

Resultate
Presse Rhein-Main

Niedersächsischer Leichtathletik Verband
NLV - / BLV - Seniorenmeisterschaften
am 07./08.06.2008 in Delmenhorst - Stadion Delmenhorst

Resultate
Presse Delmenhorst - Presse Renate Behrens - Presse Peine - Presse Delmenhorst2 - Presse Emsland - Presse Hittfeld/Stelle

Berlin-Brandenburgische Seniorenmeisterschaften
am 08.06.2008 in Berlin/Hakenfelde:

Resultate
Presse Rathenow - Presse Premnitz

Bay. Leichtathletikverband
Bayerische Seniorenmeisterschaften 2008
am 07./08.06.2008 in Bogen - Städtisches Stadion und Wurfanlage Bogenau

Resultate

Höhepunkt war einmal mehr Guido Müller (*1938, TSV Vaterstetten). Er stellte in Bogen zunächst im Vorlauf mit 13,07sec (W:-0,7) über 100m den deutschen 100m-M70-Rekord von Bruno Kimmel (*1934, TSV Speyer) ein, verbesserte ihn dann im Finale auf 12,94sec (W:-0,5), steigerte tags darauf seinen eigenen 200m-M70-Rekord um 13 Hundertstel auf 26,41sec (W:-0,4) , nachdem er am Samstag auch noch den 400m-M70-Rekord auf 58,26sec geschraubt hatte.

Presse Fürstenfeldbruck - Presse Passau

Saarländische Seniorenmeisterschaften 2008
22. Mai 2008, Stadion Am Franzschacht, Friedrichsthal

Ergebnisliste


(letztes update 14.06.08)


M35: German Hehn schlägt Paul Bristow und Ulrich Kilburg in Regensburg

Sie kommt offenbar gern in die Oberpfalz, wo es allerdings -wie am Sonntag beim Regensburger Sparkassen-Meeting- auch schlechte äußere Bedingungen geben kann. Die Schweizerin Claudia Wiederkehr (*1967, LC Opfikon) überzeugte in Regensburg bereits vor vier Wochen über 100m und 200m. Jetzt lief sie dort großartige 58,39sec über 400m. Ähnlich überzeugend trat die österreichische Stabhochspringerin Doris Auer (*1971, LCC Wien) an und übersprang 4,00m in ihrer Konkurrenz, die von einem bösen Unfall von Konkurrentin Julia Hütter (*1983, LAZ Bruchköbel) überschattet wurde; die deutsche Hallenmeisterin stürzte bei ihrem ersten Versuch über 4,50 Meter ungebremst in den Einstichkasten und musste noch an der Anlage mehr als eine halbe Stunde erstversorgt werde. Sie erlitt eine schwere Beinverletzung. Herbert Czingon, Disziplintrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), machte vor allem den in diesem Moment herrschenden böigen Wind für den Unfall verantwortlich. Auch Stabhochspringer Tim Lobinger (*1972, LG Stadtwerke München) war enttäuscht. Denn er kam in Regensburg wiederum nicht über 5,40m hinaus.
Ähnlich enttäuschend war der Auftritt von Dreispringer Charles Friedek (*1971, Team ReferenzNetzwerk Leverkusen). Er absolvierte nur einen gültigen Sprung, der ihn auf lediglich 15,97m brachte. die Olympianorm ist auch für ihn in weiter Ferne. Ganz spannend verlief der 800m-Mastersdreikampf der M35-er. Es setzte sich schließlich denkbar knapp German Hehn (*1969, LG Telis Finanz Regensburg) in 1:55,84min gegen Paul Bristow (*1971, LG Stadtwerke München, 1:55,85min) und Ulrich Kilburg (*1971, LG Bernkastel-Wittlich, 1:56,65min) durch. Sehr gute 4:09,82 min über 1500m lief der in diesem Jahr in die M45 aufgerückte Albert Herzog (*1963 SV Gendorf Burgkirchen). Über 3000m Hindernis zeigte Marco Schneider (*1970, LuT Aschaffenburg) in 9:45,72min sein Leistungsvermögen.
Nichts wurde es mit dem Plan von Veronika Ulrich (*1968 LG Telis Finanz Regensburg) über 1500m einen neuen deutschen W40-Reklord zu laufen. Sie kam erst nach 4:37,39min ins Ziel - knapp fünf Sekunden langsamer als die gültige deutsche Bestleistung.
Hier alle Resultate aus Regensburg
(Quelle: www.leichtathletik.de 09.06.08)


3000m Hindernis: Alexander Leuchtner (M35) deutlich verbessert

Deutlich verbesserte präsentierte sich Alexander Leuchtner (*1969, Rastatter Turnverein 1846 e.V.) am Freitagabend bei den Baden-Württembegrischen Landesmeisterschaften über 3000m Hindernis. In 10:23,85min belegte er im Sinsheimer Helmut-Gmelin-Stadion Rang 3 und lief seine schnellste Zeit seit vier Jahren.
Im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge lief M45-Läufer Robert Stasch (*1960, Polonia SK Hannover) am Samstag, 07.06., 12:47,95 min.
(08.06.08)


Ausgebucht: Nichts geht mehr beim 35. Berlin Marathon 2008

So früh wie noch nie mussten diesmal die Anmeldungen für den Berlin Marathon am 28. September 2008 geschlossen werden, nachdem das Läufer-Limit von 40.000 erreicht war. Lediglich einige Spezial-Reiseveranstalter haben noch einige Startnummern-Kontingente zur Verfügung, die aber erwartungsgemäß sehr bald vergeben sein werden.
Zu diesen Reiseveranstaltern geht es hier
Für alle, die sich im nächsten Jahr rechtzeitig anmelden wollen: Der 36. Berlin-Marathon im Jahr 2009 findet am 27. September statt.
(08.06.08)


DAMM: Lok Potsdam M60-Team geplatzt - Hennig wirft Landesrekord

Kein DAMM-Team kann in diesem Jahr der  ESV Lok Potsdam in der M60 ins Rennen schicken-  erstmals nach mehr als 10 Jahren. Der Grund sind verletzungsbedingte Ausfälle im Sprint und insbesondere im Weitsprung. „Die Staffel hätten wir zur Not mit drei Werfern besetzt, aber Weitsprung traut sich keiner mehr zu“, heißt es aus Potsdam.
Also nutzten die routinierten Werfer den angemeldeten DAMM-Wettkampf am Freitagabend (06.06.) zur Überprüfung der Form vor den Landesmeisterschaften an diesem Wochenende  in Berlin und überzeugten bei trockenem und warmem  Sommerwetter in Potsdam mit sehr guten Leistungen. Wolfgang Hamel (*1941) erzielte mit der Kugel 14,05m und mit dem Diskus 42,55m. Siegfried Pradel (*1942) schleuderte  die Diskusscheibe auf 46,30m.
Einen neuen brandenburgischen Landesrekord mit dem Diskus warf Werner Hennig (*1947)  mit 54,45m (AK-PB). Mit den weiteren Versuchen von 52,08m, 52,82m und 51,00m bestätigte er seine hervorragende Form.
(08.06.08)

EM: Italien kommt mit mehr als 600 Teilnehmern nach Ljubljana

Die WM in Riccione hat der italienischen Masterleichtathletik einen richtigen Schub gebracht. Sie schließt zur bislang in Europa uneingeschränkt führenden deutschen Mannschaft auf. Für die Meisterschaften in Ljubljana haben mehr als 600 italienische Athletinnen und Athleten gemeldet. Ihre Spitzenathleten sind in guter Form. Dies zeigen aktuelle Resultate.
Bei der 6. Auflage des Leichtathletiksportfestes "Anna Catalano" in Rom stellte die Italienerin Jocelyne Farrugia (*1962, Giovanni Scavo 2000 Atletica) am 1. Juni einen neuen italienischen W45-Landesrekord über 1500m auf. Sie lief 4:43,35 min - rund sechs Sekunden schneller als die alte Rekordmarke. Am selben Tag warf Diego Fortuna (*1968, Carabinieri Bologna) mit dem 2kg-Diskus 60,90m.
Kurz zuvor hatte in in San Benedetto del Tronto (Adria) ihre Landsfrau Emma Mazzenga (*1933, SEF Macerata) über 400m und 800m eindrucksvolle Zeiten abgeliefert. Ein Jahr nach einer schweren Verletzung und rund zwei Monate vor Vollendung ihres 75. Lebensjahres lief sie über die Stadionrunde 83,28sec (aktueller W75-WR: 88,17sec) und 3:22,20 über 800m (aktueller W75-WR: 3:31,37min). Auch in Ljubljana wird die Italierin aber noch einmal in der W70 starten müssen, weil sie erst am 1. August, also nach Beginn der Meisterschaften international in die W75 aufrückt.
(08.06.08)


M35: Dragutin Topic springt über 2,27m (WR)

Serbiens Hochspringer Dragutin Topic (*1971) hat am Mittwochabend (4.6.) bei einem Leichtathletiksportfest im griechischen Kalamata 2,27m übersprungen. Damit stellte er einen neuen Freiluftweltrekord seiner Altersklasse auf. Seit diesem Jahr hält er gemeinsam mit Charles Austin (USA) den Hallnweltrekord dieser Altersklasse mit 2,30m.
Die Griechin Sávva Líka (*1970) belegte Platz 2 im Speerwurf mit 60.35m vor der Ukrainerin Olha Ivankova (*1973) mit 57,75m-
(07.06.08)